DE19618319A1 - Wasserspender - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Wasserspender zum Erzeugen und
Abgeben geschmacksverbesserten Trinkwassers.
Nicht nur im häuslichen Bereich sondern insbesondere auch im
öffentlichen Bereich müssen Menschen mit Trinkwasser versorgt
werden. Als Trinkwasser wird meist nur geschmacklich aufbe
reitetes Wasser, insbesondere gekühltes und/oder mit Kohlen
säure versetztes Wasser akzeptiert. Dieses wird im allgemei
nen in Flaschen abgefüllt und in gekühltem Zustand zum Ver
brauch bereit gestellt. Durch diese Art der zur Verfügung
stellung entstehen hohe Transportkosten für den An- und Ab
transport der gefüllten bzw. leeren Flaschen, entstehen La
gerprobleme und entstehen Probleme während des Verbrauchs
insofern, als das Wasser warm wird, bevor die Flasche leer
getrunken wurde.
Während die Versorgung mittels Wasserflaschen in Beherber
gungsbetrieben, in denen dem Gast sein Trinkwasserverbrauch
gesondert in Rechnung gestellt werden kann, ohne weiteres
möglich ist, muß z. B. in Krankenhäusern oder auch in Schulen
oder dergleichen Gemeinschaftseinrichtungen ganz anders kal
kuliert werden. Darüber hinaus müssen die hygienischen Aspek
te besondere Berücksichtigung finden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Wasserspen
der aufzuzeigen, mittels dessen eine hygienisch einwandfreie
und geschmacklich akzeptable Versorgung von Menschen möglich
ist.
Diese Aufgabe wird durch einen Wasserspender nach Patentan
spruch 1 gelöst.
Ein wesentlicher Punkt der Erfindung liegt darin, daß zum
einen ein Sterilfilter vorgesehen ist, über welches das aus
der Haus-Trinkwasserleitung entnommene Wasser nach Aufberei
tung entkeimt wird und daß zum anderen ein Desinfizierer vor
gesehen ist, welcher diejenigen Apparatur-Abschnitte, welche
zwischen dem Sterilfilter und dem Trinkwasserbecher liegen,
desinfizieren kann. Es hat sich nämlich gezeigt, daß in der
Luft befindliche Keime, insbesondere Bakterien im Abgabeven
til einen Zugang zum Leitungssystem finden und dieses Lei
tungssystem besiedeln können. Nach einer gewissen Zeit wird
dann ein "stabiles" Gleichgewicht vorliegen, das aber be
deutet, daß das gezapfte Trinkwasser in einem Maße kontami
niert ist, welches insbesondere im Krankenhausbereich nicht
tolerierbar ist. Dieses Problem wird durch den Desinfizierer
gelöst.
Der Desinfizierer kann nun in vielfältiger Weise ausgebildet
sein. Vorzugsweise wird der Desinfizierer jedoch derart
ausgebildet, daß die Desinfektion der Leitungsabschnitte und
des Abgabeventils durch das Wasser selbst vorgenommen wird.
Eine Möglichkeit hierfür besteht darin, dem Wasser Chemika
lien (zumindest zeitweise) zuzusetzen, welche die Leitungen
desinfizieren. Vorzugsweise wird jedoch die Desinfektion
thermisch vorgenommen, wofür eine Heizungseinrichtung vorge
sehen ist, welche Wasser erhitzt, welches die Leitungsab
schnitte und das Abgabeventil durchströmt, so daß die dort
befindlichen Keime zerstört werden. Dies ist eine besonders
kostengünstige, umweltfreundliche und dennoch sehr wirksame
Lösung. Vorzugsweise wird das Wasser aus der Haus-Trink
wasserleitung hierfür verwendet, wobei man vorzugsweise die
normalerweise eingestellte Trinkwasser-Abgabemenge bzw. -Ge
schwindigkeit des Desinfektionsvorgangs wesentlich reduziert,
so daß einerseits eine Heizeinrichtung mit relativ geringer
Heizleistung genügt, um das durchströmende Wasser auf eine
die Entkeimung sicherstellende Temperatur aufzuheizen, ande
rerseits nur eine möglichst geringe Wasser- und Energiemenge
verschwendet werden. Hierzu ist es von Vorteil, wenn eine
(elektronische) Steuerung vorgesehen ist, die über einen Ser
viceschalter derart betätigbar ist, daß der Desinfizierer für
eine vorbestimmte Desinfektionszeitdauer eingeschaltet wird.
Diese Desinfektionszeitdauer kann anhand von Versuchen als
hinreichend für die Anlagen bestimmt werden. Dabei ist die
Steuerung vorzugsweise derart ausgebildet, daß während dieser
Desinfektionszeitdauer die Aufbereitungseinrichtungen abge
schaltet werden, da das zum Desinfizieren verwendete Wasser
ohnehin nicht genossen werden soll.
Vorzugsweise umfaßt die Aufbereitungseinrichtung eine Kühl
einrichtung und/oder eine Einrichtung zum Anreichern des
Wassers mit Kohlendioxid. Diese Einrichtung wiederum ist vor
zugsweise derart einstellbar, daß der Benutzer stark oder
schwächer gekühltes und mit CO₂ versetztes Wasser zapfen
kann.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spieles näher erläutert, das in der beiliegenden Abbildung
schematisch dargestellt ist.
Gemäß der beiliegenden Abbildung umfaßt die hier gezeigte be
vorzugte Ausführungsform des Wasserspenders ein Gehäuse 27,
in welchem die verschiedenen Apparateteile vorgesehen sind.
Aus dem Gehäuse 27 führt ein Wasseranschluß 10 zu einem
(nicht gezeigten) Anschluß einer Haus-Trinkwasserleitung.
Weiterhin ist ein Abfluß 26 vorgesehen, der an eine Haus-Ab
wasserleitung oder an einen von Zeit zu Zeit zu entleerenden
Abwasserbehälter angeschlossen ist.
Der Wasseranschluß 10 führt über einen Bakterienfilter 11 und
eine Leitung 13 zu einer Kühlung 12, in welcher das Wasser
auf eine vorbestimmte, von außen einstellbare und gegebenen
falls auch in Stufen vorwählbare Temperatur gekühlt wird. Da
rüberhinaus wird in der Kühlung 12 dem gefilterten Wasser CO₂
über eine Leitung 18 aus einer CO₂-Vorratsflasche 16 zuge
führt, die über einen steuerbaren Druckminderer 17 an die
Leitung 18 angeschlossen ist. Die Zugabe von CO₂ zum Wasser
ist vorzugsweise ebenfalls von außen steuerbar, so daß der
Benutzer beide Parameter, die Temperatur und die CO₂-Dosier
ung zumindest in jeweils zwei Stufen wählen kann. Bei einfa
cheren Ausführungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden
hier für beide Werte durchschnittlicherweise gewünschte Vor
gabenwerte eingestellt.
Das gekühlte und mit CO₂ geschmacklich verbesserte Wasser
wird über eine Leitung 15 einem Sterilfilter 14 zugeführt,
der jegliche Keime zurückhält. Das so keimfrei gemachte
Wasser gelangt über eine Leitung 19 in eine steuerbare Heiz
einrichtung 20 und von dieser über eine Leitung 21 und ein in
seiner Wirkung einstellbares Drosselventil 22 und eine Lei
tung 23 zu einem Abgabeventil 24, um aus einem Abgabehahn 25
zu strömen. Überlaufendes Wasser wird im Abfluß 26 aufgefan
gen.
Weiterhin ist eine Steuerung 28 vorgesehen, welche mit der
Kühlung 12, dem Druckmindererventil 17, der Heizung 20, dem
Drosselventil 22 und dem Abgabeventil 24 in Verbindung steht.
Weiterhin ist ein Service-Schalter 29 vorgesehen, der eben
falls mit der Steuerung 28 verbunden ist.
Schließlich ist noch ein Wahl- und Betätigungsschaler 30
vorgesehen, der ebenfalls mit der Steuerung 28 in steuernder
Verbindung steht.
Die Funktion des hier gezeigten Wasserspenders wird nun nach
folgend beschrieben.
Im Normalzustand betätigt ein Benutzter den Wahl und Betäti
gungsschalter 30 zur Abgabe einer definierten Wassermenge,
die z. B. einer Bechergröße entsprechend gewählt ist. Nach
Betätigung wird das im Vorrat gehaltene oder auch im Durch
fluß gekühlte Wasser aus der Kühlung 12 unter Zugabe von CO₂
aus dem Behälter 16 bei abgeschalteter Heizung 20 und geöff
netem Abgabeventil 24 durch den Abgabehahn 25 abgegeben. Die
Durchflußmenge ist hierbei durch den (konstant gehaltenen)
Leitungsdruck und die Öffnungszeit des Ventils 24 bestimmt.
Selbstverständlich ist es auch möglich, Durchflußmesser vor
zusehen.
Das elektrisch betätigbare Ventil 24 ist hierbei derart aus
gebildet, daß es nur bei Stromzufuhr geöffnet ist, so daß im
Störfall das Ventil 24 geschlossen ist.
Weiterhin ist das Drosselventil 22 als Magnetventil ausge
bildet, das im stromlosen Zustand vollständig geöffnet ist
und bei Strombeaufschlagung die Hauptdurchflußleitung
schließt und Wasser lediglich durch eine gering bemessene By
passöffnung fließen läßt.
In regelmäßigen Abständen wird nun eine Desinfektion der An
lage vorgenommen, um einen Bakterienbefall im Leitungssystem
vor dem Abgabehahn 25 wirkungslos zu machen und sämtliche
Keime abzutöten. Hierzu wird der Service-Schalter 29 ge
drückt, der die Steuerung 28 nun für eine vorbestimmte Zeit
dauer (ca. vier Minuten) folgende Steuerungsmaßnahmen durch
führen läßt: Die Zufuhr von CO₂ aus der CO₂-Vorratsflasche 16
wird gestoppt; die Kühlung 12 wird abgestellt; die Heizung 20
wird angestellt; das Drosselventil 23 wird geschlossen und
das Abgabeventil 24 wird geöffnet. Während dieser vorbestimm
ten Zeitdauer strömt also Wasser aus der Haus-Trinkwasserlei
tung in einer gegenüber der normalen Wasserabgabe (ca. 1,2
1/Minute) erheblich verminderten Geschwindigkeit (0,3
1/Minute) durch die Heizung 20, so daß diese das (bei einem
Vorratsbehälter in der Kühlung 12 mit 8°C ankommende) Wasser
auf ca. 90°C aufheizt. Es sind hierbei noch weitere, nicht
gezeigt Fühler bzw. Begrenzer vorgesehen, welche eine Erhö
hung der Temperatur über 90°C aus Sicherheitsgründen verhin
dern, was z. B. dann der Fall wäre, wenn eine verminderte
Strömungsgeschwindigkeit aus welchen Gründen auch immer vor
läge.
Durch die so bewerkstelligte verringerte Strömungsgeschwin
digkeit wird sichergestellt, daß einerseits die Heizung 20
mit einer relativ geringen Heizleistung auskommen kann, an
dererseits aber auch nur eine relativ geringe Wasser- und da
mit Wärmemenge durch den Abfluß 26 verworfen wird, was ins
gesamt kostensparend und aus Gründen der Umweltverträglich
keit vorteilhaft ist.
Nachdem das heiße Wasser die voreingestellte Zeitdauer durch
die Leitungen geströmt ist, ist davon auszugehen, daß diese
keimfrei sind. Natürlich ist hierbei darauf zu achten, daß
die Leitungen einen hinreichend geringen Querschnitt (ca. 6
bis 7 mm Innendurchmesser) aufweisen, damit bei der geringen
Strömungsgeschwindigkeit das gesamte Leitungssystem von der
Heizung 20 bis zum Abgabehahn 25 über eine hinreichend lange
Zeitdauer auf der zum Desinfizieren notwendigen Temperatur
gehalten wird.
Nach Beendigung dieses Service-Laufes (Desinfektionsvorgan
ges) schaltet man die Heizung 20 ab und läßt das Abgabeventil
24 noch eine Weile lang geöffnet, um das System wieder soweit
abzukühlen, daß der nächste Benutzer wirklich kühles Wasser
erhält.
Bezugszeichenliste
10 Wasseranschluß
11 Bakterienfilter
12 Kühlung
13 Leitung
14 Sterilfilter
15 Leitung
16 CO₂-Vorratsflasche
17 Druckminderer
18 CO₂-Leitung
19 Leitung
20 Heizeinrichtung
21 Leitung
22 Drosselventil
23 Leitung
24 Abgabeventil
25 Abgabehahn
26 Abfluß
27 Gehäuse
28 Steuerung
29 Service-Schalter
30 Wahl- und Betätigungsschalter
11 Bakterienfilter
12 Kühlung
13 Leitung
14 Sterilfilter
15 Leitung
16 CO₂-Vorratsflasche
17 Druckminderer
18 CO₂-Leitung
19 Leitung
20 Heizeinrichtung
21 Leitung
22 Drosselventil
23 Leitung
24 Abgabeventil
25 Abgabehahn
26 Abfluß
27 Gehäuse
28 Steuerung
29 Service-Schalter
30 Wahl- und Betätigungsschalter
Claims (8)
1. Wasserspender zum Erzeugen und Abgeben geschmacksver
besserten Trinkwassers, umfassend
- - einen Trinkwasseranschluß (10) zum Zuführen von Trinkwasser zum Wasserspender aus einer Haus- Trinkwasserleitung;
- - eine Aufbereitungseinrichtung (12, 16, 17), in welcher das Trinkwasser hinsichtlich seines Ge schmacks verbessert wird;
- - ein Sterilfilter (14) zum Entkeimen des geschmacks verbesserten Trinkwassers;
- - ein Abgabeventil (24) zum Abgeben geschmacksver besserten Trinkwassers und
- - einen Desinfizierer (20, 22) zum Desinfizieren der Leitungsabschnitte (21, 23) zwischen dem Sterilfil ter (14) und dem Abgabeventil (24) und des Abgabe ventils (24) selbst.
2. Wasserspender nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Desinfizierer (20, 22) derart ausgebildet ist, daß
die Desinfizierung der Leitungsabschnitte (21, 23) und
des Abgabeventils (24) durch das Wasser vorgenommen
wird.
3. Wasserspender nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Desinfizierer (20, 22) eine Heizeinrichtung (20) um
faßt, welche die Leitungsabschnitte (21, 23) und das Ab
gabeventil (24) durchströmendes Wasser auf eine derar
tige Temperatur (vorzugsweise 90°C) erhitzt (Heizein
richtung 20), daß dort befindliche Keime zerstört wer
den.
4. Wasserspender nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Desinfizierer (20, 22) eine Strömungseinstellein
richtung (22) umfaßt, die eine Trinkwasserabgabemen
ge/Zeiteinheit des Wasserspenders auf eine wesentlich
geringere Desinfektionsmenge/Zeiteinheit reduziert.
5. Wasserspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Steuerung (28), die über einen Service-Schalter
(29) derart betätigbar ist, daß der Desinfizierer (20,
22) für eine vorbestimmte Desinfektionszeitdauer
eingeschaltet wird.
6. Wasserspender nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Steuerung (28) derart ausgebildet ist, daß während
der Desinfektionszeitdauer die Aufbereitungseinrichtung
(12, 16, 17) abgeschaltet wird.
7. Wasserspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Aufbereitungseinrichtung eine Kühleinrichtung (12)
umfaßt.
8. Wasserspender nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Aufbereitungseinrichtung eine CO₂-Anreicherung (16-
18) umfaßt.
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|---|---|---|---|
| DE19618319A DE19618319C2 (de) | 1996-05-07 | 1996-05-07 | Wasserspender |
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|---|---|
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| DE19618319C2 DE19618319C2 (de) | 2002-02-07 |
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ID=7793602
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|---|---|---|---|
| DE19618319A Expired - Fee Related DE19618319C2 (de) | 1996-05-07 | 1996-05-07 | Wasserspender |
Country Status (1)
| Country | Link |
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| DE19618319C2 (de) | 2002-02-07 |
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| OP8 | Request for examination as to paragraph 44 patent law | ||
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: HERAEUS MED GMBH, 63450 HANAU, DE |
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