DE19618995C2 - Verfahren und Einrichtung zur Beeinflussung relevanter Güteparameter, insbesondere des Profils oder der Planheit eines Walzbandes - Google Patents
Verfahren und Einrichtung zur Beeinflussung relevanter Güteparameter, insbesondere des Profils oder der Planheit eines WalzbandesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Einrichtung
zur Beeinflussung relevanter Güteparameter, insbesondere des Profils oder der Planheit eines Walzbandes, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. des nebengeordneten
Patentanspruchs 18.
Ein solches Verfahren bzw. eine solche Einrichtung ist aus der DE 34 25 129 A1 bekannt.
Neben der Banddicke stellen die Geometrie des Bandquer
schnitts, das heißt das Dickenprofil sowie der relevante Edge
Drop, d. h. die Form des Bandes am Rand, wichtige Maße für
die Güte des Walzprozesses dar. Die Geometrie des Bandquer
schnitts kann durch die Geometrie der Walzen in einem Walzen
gerüst, das heißt die sogenannte Balligkeit der Walzen, be
einflusst werden. Es ist bekannt, die Balligkeit mechanisch,
wie durch Momente, Verschieben oder Biegen, zu beeinflussen.
Dieses Verfahren kommt z. B. bei sogenannten CVC- oder Taper
walzen zum Tragen. Die Voreinstellung von CVC Walzen kann je
doch nur im unbelasteten Zustand erfolgen. Sie dienen darum
ausschließlich der Voreinstellung. Zudem ist dieses Verfahren
äußerst aufwendig und kostenintensiv und führt zur Herabset
zung der Lebensdauer eines Walzgerüstes.
Aus dem Dokument DE 34 25 129 A1 ist ein Verfahren zur Wal
zenkühlung an einem Kaltwalzwerk bekannt, bei dem zur Ermitt
lung einer Kühlmittelmengenverteilung die Kühlmittelmenge
längs der Walzenachse zonenweise einstellbar ist. Dabei er
folgt die Emulsionsverteilung derart, dass die Durchflussmen
ge jeder Kühlzone durch einen Durchflussregelkreis geregelt
wird, dessen Durchflussmengensollwerte anhand einer empirisch
ermittelten Beziehung nachgeführt wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren sowie ein Ein
richtung zur Durchführung des Verfahrens der eingangs genannten Art anzugeben, das bzw.
die es erlaubt, die Geometrie eines Walzbandes auf einfachere
Weise zu beeinflussen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1 bzw. ei
ne Einrichtung zur Beeinflussung relevanter Güteparameter ei
nes Walzbandes, gemäß Patentanspruch 18 gelöst.
Die Beein
flussung der Balligkeit der Walzen durch Kühlung hat sich ge
genüber der mechanischen Verformung
der Walzenoberfläche als vorteilhaft herausgestellt. Da
bei wird die Kühlung in Walzenlängsrichtung variiert, so dass
sich einzelne Bereiche der Walze in Walzenlängsrichtung un
terschiedlich ausdehnen. Dies wird z. B. in geeigneter Weise
mit einer in Walzenlängsrichtung segmentweise ansteuerbaren
Kühleinrichtung erreicht.
Die Steuerung der Kühlmittelmenge bzw. der Kühlmittelaufbrin
gungsart erfolgt vorteilhafterweise in Abhängigkeit von der
Lastzeit des Walzgerüstes, der Pausenzeit zwischen zwei Walz
bändern, der Walzkraft und der Bandtemperatur. Diese vier
Größen haben sich als Parameter zur Einstellung der Kühlmit
telmenge bzw. -aufbringungsart bewährt.
Zum Einsatz kommt das erfindungsgemäße Verfahren besonders
vorteilhaft zur Voreinstellung von Walzen.
Weitere Vorteile und erfinderische Einzelheiten ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbei
spiels, an Hand der Zeichnung und in Verbindung mit den Un
teransprüchen. Im Einzelnen zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäße Einrichtung zur Beeinflussung
des Profils eines Walzbandes,
Fig. 2 Struktur eines Walzenmodells,
Fig. 3 ein Ablaufdiagramm zur iterativen Bestimmung der
Soll-Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart mittels
eines thermischen Walzenmodells,
Fig. 4 Berechnung der notwendigen thermischen Beeinflussung
unter Berücksichtigung einer begrenzten thermischen-
Verformbarkeit der Walzen.
Fig. 1 zeigt eine Einrichtung zur Beeinflussung des Profils
eines Walzbandes 8 in einem Walzgerüst durch Adaption der
Balligkeit von Walzen 9 und 10 im Walzgerüst. Das Dickenpro
fil des Walzbandes 8 wird durch das Lastwalzspaltprofil und
damit auch durch die Balligkeit, das heißt die Oberflächengeometrie
der Walzen 9 und 10, beeinflusst. Die Balligkeit
der Walzen 9 und 10 wird wiederum durch ihren Temperaturver
lauf verändert. Dieses kann zum einen durch Beheizen der Wal
zen entlang der Walzenlängsrichtung oder wie im vorliegenden
Ausführungsbeispiel beschrieben, durch Kühlung der Walzen 9
und 10 erfolgen. Die Walzen werden durch ein Kühlsystem, das
Sprühleisten 11, 12, 13 und 14, Zuleitungssysteme 23, 24, 25,
26, Ventile bzw. Ventilblöcke 19, 20, 21, 22 sowie einen
Kühlmittelzulauf 27 aufweist, gekühlt. Durch die Düsen der
Düsenleisten 11, 12, 13, 14 tritt Kühlmittel 15, 16, 17, 18,
vorteilhafterweise Wasser, aus, das die Walzen 9 und 10
kühlt. Die Düsen der Düsenleisten 11, 12, 13, 14, können,
vorteilhafterweise entweder einzeln oder segmentweise organi
siert, unterschiedliche Kühlmittelmengen auf die Walzen 9 und
10 aufbringen. Dazu werden die Düsen einzeln oder segmentwei
se durch separate Zuleitungen der Zuleitungssysteme 23, 24,
25, 26, deren Kühlmitteldruck durch die Ventilblöcke 19, 20,
21, 22 beeinflusst wird, mit Kühlmittel 15, 16, 17, 18 ver
sorgt. Die Ventilblöcke wiederum werden durch eine Workstati
on 1, mit der sie über eine Datenleitung 28 verbunden sind,
gesteuert. Die Workstation ermittelt die notwendige Kühlung
der Walzen 9 und 10 in Abhängigkeit von Walzgerüst bzw. von
Walzbandparametern, wie z. B. der Lastzeit, der Pausenzeit
zwischen Walzbändern 6, 7, 8, der Walzkraft oder der Tempera
tur der Walzbänder 6, 7, 8. Diese Daten erhält die Workstati
on 1 entweder durch Sensoren 3, 4, 5, die über entsprechende
Datenleitungen an 29, 30, 31 mit der Workstation 1 verbunden
sind, oder durch ein übergeordnetes System oder Eingabetermi
nal 2. Die Datentechnische Verbindung zwischen Sensoren und
Ventilblöcken auf der einen und der Workstation 1 auf der an
deren Seite kann über Punkt zu Punkt-Verbindungen oder über
ein Bussystem erfolgen.
In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung
wird die notwendige Balligkeit und damit die notwendige Küh
lung der Walzen nicht nur für ein n-tes Walzband 8, sondern
auch für folgende Walzbänder berechnet. Dabei geht der Wert
für die notwendige Balligkeit eines i + 1-ten Walzbandes 7 in
die Berechnung der notwendigen Balligkeit eines i-ten Walz
bandes 6 ein.
Fig. 2 zeigt die Struktur eines Walzenmodells 35 mit dem die
notwendige thermische Beeinflussung 34, z. B. in Form einer
notwendigen Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder Behei
zung der Walzen, in Abhängigkeit von Walzgerüst- bzw. Walz
bandparametern 32, wie z. B. Lastzeit, Pausenzeit zwischen
zwei Walzbändern, Walzkraft oder Bandtemperatur, ermittelt
wird. Dazu wird zunächst in einem Walzbandverformungsmodell
36 die notwendige Balligkeit 33, also die Sollballigkeit, in
Abhängigkeit der Parameter des durch das Walzbandverformungs
modell 36 modellierten Walzgerüstes bzw. des durch das Walz
bandverformungsmodell 36 modellierten Walzbandes ermittelt.
Es folgt eine Berechnung der notwendigen thermischen Beein
flussung 34, d. h. der notwendigen Kühlmittelmenge bzw. -
aufbringungsart oder Beheizung der Walzen in Abhängigkeit der
notwendigen Balligkeit 33 sowie von Walzgerüst- bzw. Walz
bandparametern 32 in einem inversen thermischen Walzenmodell
37. Das inverse thermische Walzenmodell 37 ist entweder ein
invertiertes Modell zur Berechnung der notwendigen thermi
schen Beeinflussung 34 in Abhängigkeit der notwendigen Bal
ligkeit 33 oder ein in einen Iterationsprozess eingebundenes
thermisches Walzenmodell zur Berechnung der Balligkeit in Ab
hängigkeit der thermischen Beeinflussung 34 der Walze.
Fig. 3 zeigt ein Ablaufdiagramm zur iterativen Bestimmung ei
ner Sollkühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart k0 mittels ei
nes thermischen Walzenmodells 53, das die thermische Ballig
keit bi einer Walze in Abhängigkeit der Kühlmittelmenge bzw.
-aufbringungsart ki zur Kühlung der Walze ermittelt. Dazu
wird im thermischen Walzenmodell 53 aus einer gegebenen Kühl
mittelmenge bzw. -aufbringungsart ki mittels des thermischen
Walzenmodellls 53 eine Balligkeit bi der gekühlten Walze er
mittelt. Die thermische Balligkeit bi der Walze wird in einem
Vergleicher 50 mit der Sollballigkeit b0 der Walze verglichen.
Im Vergleicher 50 erfolgt die Abfrage, ob |bi - b0| ≦ Tb,
wobei Tb ein vorgegebener Toleranzwert ist. Ist der Betrag
der Differenz von bi und b0 zu groß, so ermittelt der Funkti
onsblock 52 einen neuen Vorschlag ki für eine verbesserte
Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart ki. Als Anfangswert für
die Iteration wird ein Wert für die Kühlmittelmenge bzw. -
aufbringungsart verwendet, der sich z. B. im langzeitlichen
Durchschnitt, als bewährter Erfahrungswert erwiesen hat. Ist
der Betrag der Differenz von bi und b0 kleiner oder gleich
dem Toleranzwert Tb, so wird mit einer Sollkühlungsfestset
zung 51 die notwendige Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart
k0 gleich der Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart ki ge
setzt. Die notwendige Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart
k0 stellt dabei die Stell- bzw. Führungsgröße für die Küh
leinrichtung der Walzen bzw. deren Regelung dar. Die Werte
ki, k0, bi, b0 und Tb sind keine Skalare, sondern Spaltenmatri
zen mit ein oder mehr Werten. So enthält z. B. die Spaltenma
trix k0 die verschiedenen Stell- bzw. Führungsgrößen für die
Kühleinrichtungen der einzelnen Kühlsegmente zur Kühlung ei
ner Walze.
Der Iterationsprozeß wird in äquivalenter Weise angewendet,
wenn die Walze nicht gekühlt, sondern beheizt wird. In diesem
Fall entspricht k0 der Stell- bzw. Führungsgröße für die Hei
zeinrichtung zur Beheizung der Walze und ki der Beheizung der
Walze.
Fig. 4 zeigt die Vorgehensweise zur Berechnung der notwendigen
thermischen Beeinflussung, zum Beispiel in Form einer notwen
digen Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder Beheizung
der Walzen, unter Berücksichtigung einer begrenzten thermi
schen Verformbarkeit der Walzen über der Zeit. Ist die Anfor
derung an die zeitliche Veränderung der thermischen Ballig
keit |Δbsoll| höher als die mögliche Einstellgeschwindigkeit
der thermischen Balligkeit |Δbm|, so wird die Differenz zwi
schen der geforderten Balligkeit |Δbsoll| und der möglichen
Einstellgeschwindigkeit der thermischen Balligkeit |Δbm| auf
mehrere Walzbänder derart verteilt, dass die Abweichung der
beiden Größen möglichst minimal ist. Dabei wird wie folgt
vorgegangen:
Zunächst wird mit einem Walzbandverformungsmodell 40 die thermische Balligkeit für ein ν-tes Walzband bzw. die ge wünschte Abweichung der thermischen Balligkeit zwischen zwei Walzbändern Δbsoll,ν mit Δbsoll,ν = bν - bν -1 bestimmt, wobei bν die gewünschte Balligkeit für ein Walzgerüst zum Walzen des ν-ten Walzbandes und bν -1 die thermische Balligkeit für das gleiche Walzgerüst aber zum Walzen des folgenden, also des ν-1-ten Walzbandes ist. Es folgt die Abfrage 41, ob |Δbsoll,ν| < 0. Ist |Δbsoll, ν| nicht größer als Null, so braucht die thermische Beeinflussung nicht verändert werden. Ist dagegen |Δbsoll,ν| größer Null, so folgt die Abfrage 42, ob |Δbsoll,ν| ≦ |Δbm,ν| Ist die Bedingung erfüllt, so wird in einem weiteren Schritt 43 aus bν, d. h. der notwendigen thermischen Balligkeit für das ν-te Walzband, die notwendige thermische Beeinflussung 44, also die notwendige Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder Beheizung der Walzen, berechnet. Ist die Bedingung dage gen nicht erfüllt, so wird die Differenz zwischen der ge wünschten Änderung der thermischen Balligkeit |Δbsoll| und der möglichen Änderungsgeschwindigkeit der thermischen Balligkeit |Δbm| einem Minimierungsprozess 45 unterzogen. Im Minimie rungsprozess 45 wird eine neue Sollgröße für die Veränderung der thermischen Balligkeit |Δbsoll, ν ,neu|, z. B. durch Minimieren von
Zunächst wird mit einem Walzbandverformungsmodell 40 die thermische Balligkeit für ein ν-tes Walzband bzw. die ge wünschte Abweichung der thermischen Balligkeit zwischen zwei Walzbändern Δbsoll,ν mit Δbsoll,ν = bν - bν -1 bestimmt, wobei bν die gewünschte Balligkeit für ein Walzgerüst zum Walzen des ν-ten Walzbandes und bν -1 die thermische Balligkeit für das gleiche Walzgerüst aber zum Walzen des folgenden, also des ν-1-ten Walzbandes ist. Es folgt die Abfrage 41, ob |Δbsoll,ν| < 0. Ist |Δbsoll, ν| nicht größer als Null, so braucht die thermische Beeinflussung nicht verändert werden. Ist dagegen |Δbsoll,ν| größer Null, so folgt die Abfrage 42, ob |Δbsoll,ν| ≦ |Δbm,ν| Ist die Bedingung erfüllt, so wird in einem weiteren Schritt 43 aus bν, d. h. der notwendigen thermischen Balligkeit für das ν-te Walzband, die notwendige thermische Beeinflussung 44, also die notwendige Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder Beheizung der Walzen, berechnet. Ist die Bedingung dage gen nicht erfüllt, so wird die Differenz zwischen der ge wünschten Änderung der thermischen Balligkeit |Δbsoll| und der möglichen Änderungsgeschwindigkeit der thermischen Balligkeit |Δbm| einem Minimierungsprozess 45 unterzogen. Im Minimie rungsprozess 45 wird eine neue Sollgröße für die Veränderung der thermischen Balligkeit |Δbsoll, ν ,neu|, z. B. durch Minimieren von
Σ(|Δbsoll, ν| - |Δbsoll, ν ,neu|)2
über Walzbänder und anschließendes Gleichsetzen von Δbsoll, ν
und Δbsoll, ν ,neu, neu, d. h. Δbsoll, ν = Δbsoll, ν ,neu, gebildet. Das neue
Δbsoll wird anschließend erneut der Abfrage 42 unterzogen.
Die Vorausschau ist flexibel und richtet sich nach der Art
der zu walzenden Bänder. Werden gleichartige Bänder gewalzt,
so ist keine Vorausschau notwendig. Ist dagegen ein Wechsel
in der Bandart geplant, so findet eine Vorausschau bis zu dem
Band der neuen Art bzw. ggf. auch darüber hinaus statt.
Ist es nicht möglich, die geforderte thermische Balligkeit
einzustellen, so wird die Differenz gemäß dem in Fig. 4 darge
stellten Ablauf auf mehrere Bänder verteilt. Das führt dazu,
daß die thermische Balligkeit für einige Bänder bewußt nicht
optimal gewählt wird. Die Abweichung von der gewünschten
thermischen Balligkeit wird jedoch derart gering gehalten,
daß sie sich innerhalb bestimmter Toleranzgrenzen bewegt, so
daß es zu keiner unzulässigen Verminderung der gewünschten
Walzqualität kommt, und/oder die Abweichung von der gewünsch
ten thermischen Balligkeit wird so klein gehalten, daß sie
durch andere, z. B. durch mechanische, Maßnahmen korrigiert
werden kann.
Claims (19)
1. Verfahren zur Beeinflussung relevanter Güteparameter, ins
besondere des Profils oder der Planheit, eines Walzbandes
(6, 7, 8) in einem Walzgerüst mit Walzen (9, 10) durch Adaption
der Balligkeit der Walzen (9, 10), d. h. der Oberflächengeo
metrie der Walzen (9, 10) in Walzenlängsrichtung, wobei die
Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) durch kühlende Be
einflussung des Temperaturverlaufs der Walzen bzw. ihrer O
berfläche in Walzenlängsrichtung erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einer geforderten Änderung der thermischen Ballig
keit, die die mögliche Einstellgeschwindigkeit der thermi
schen Balligkeit |Δbm| der Walzen überschreitet, die Differenz
zwischen der geforderten thermischen Balligkeitsänderung
|Δbsoll| und der möglichen Einstellgeschwindigkeit der thermi
schen Balligkeit |Δbm| auf mehrere Walzbänder derart verteilt
wird, dass die Abweichung der beiden Größen voneinander für
die Walzbänder möglichst minimal ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) durch eine
in Walzenlängsrichtung variierbare Kühlung der Walzen, z. B.
durch eine variierbare Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart,
erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) durch eine
über die Walzenlängsrichtung segmentweise ansteuerbare Kühl
einrichtung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Kühlmittel (15, 16, 17, 18) Wasser, insbesondere Wasser
ohne Schmiereigenschaften, verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 1, 2, 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) durch zu
sätzliches Beheizen der Walzen (9, 10) bzw. ihrer Oberfläche
in Walzenlängsrichtung erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) durch eine
in Walzenlängsrichtung variierbare Beheizung der Walzen
(9, 10), z. B. durch eine über die Walzenlängsrichtung segment
weise ansteuerbare Heizeinrichtung, erfolgt.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) durch Va
riation der Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder der
Beheizung der Walzen (9, 10) im Sinne einer Voreinstellung des
Walzgerüstes, vorteilhafterweise zwischen der Bearbeitung von
zwei Walzbändern, erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Adaption der Balligkeit der Walzen (9, 10) on-line,
d. h. mit dem Durchlauf von Walzbändern schritthaltend, er
folgt.
9. Verfahren nach einem oder mehreren Ansprüchen 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder die Be
heizung der Walzen (9, 10) in Abhängigkeit von zumindest einer
der Größen Lastzeit des Walzgerüstes, Pausenzeit zwischen
zwei Walzbändern (6, 7, 8), Walzkraft oder Bandtemperatur er
mittelt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder die
Beheizung der Walzen (9, 10) in Abhängigkeit der Größen
Lastzeit des Walzgerüstes, Pausenzeit zwischen zwei
Walzbändern (6, 7, 8), Walzkraft, Bandtemperatur und ggf.
weiterer Größen ermittelt wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis
10, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bestimmung der notwendigen Kühlmittelmenge bzw.
aufbringungsart oder Beheizung mittels eines Walzenmodells
(35) erfolgt, das die Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart
bzw. die Beheizung und relevante Güteparameter des
Walzbandes, wie z. B. Profil oder Planheit, in Beziehung
setzt.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Walzenmodell (35) ein analytisches Modell ist.
13. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch. gekennzeichnet,
daß das Walzenmodell (35) ein, insbesondere selbstkonfigurie
rendes, neuronales Netz bzw. eine Kombination von analyti
schem Modell und neuronalem Netz ist.
14. Verfahren nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Adaption des Walzenmodells (35) oder von Teilen des
Walzenmodells (35) an das reale Prozeßgeschehen, vorteil
hafterweise on-line, insbesondere bei Verwendung eines
neuronalen Netzes, durch on-line Lernen des neuronalen
Netzes, erfolgt.
15. Verfahren nach einem oder mehreren Ansprüchen 11 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Walzenmodell (35) ein Walzbandverformungsmodell (36)
und ein inverses thermisches Walzmodell (37) aufweist, wobei
das Walzbandverformungsmodell (36) die Walzensollballigkeit
(33) mit relevanten Güteparametern, wie z. B. dem Profil oder
der Planheit der Walzbänder, unter Berücksichtigung von
Walzgerüstparametern und weiteren Walzbandparametern in
Beziehung setzt und wobei das inverse thermische Walzenmodell
(37) die Stellgröße (3.) für die Kühlung bzw. Beheizung der
Walzen (9, 10) mit der Walzenballigkeit (33) unter Berücksich
tigung von weiteren Walzgerüstparametern und Walzbandpara
metern in Beziehung setzt.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß mit einem thermischen Walzenmodell (53), das Teil des
inversen thermischen Walzenmodells (37) ist, die Balligkeit
(bi) der Walzen (9, 10) in Abhängigkeit von Walzgerüst- bzw.
Walzbandparametern, wie z. B. Lastzeit, Pausenzeit zwischen
zwei Walzbändern oder Walzkraft, und in Abhängigkeit der
thermischen Beeinflussung (Ki), d. h. der Kühlmittelmenge bzw.
aufbringungsart oder der Beheizung, der Walzen (9, 10)
ermittelt wird und daß die notwendige Kühlmittelmenge bzw.
aufbringungsart oder Beheizung der Walzen (9, 10) mittels des
thermischen Walzenmodells (53) auf iterative Weise in
Abhängigkeit von einer vorgegebenen notwendigen Balligkeit,
d. h. Sollballigkeit (b0) der Walzen bestimmt wird, wobei so
oft iteriert wird, bis der Betrag der Abweichung der mit dem
thermischen Walzenmodell (53) ermittelten Balligkeit (bi) von
der vorgegebenen Sollballigkeit (b0) kleiner ist als ein
vorgegebener Toleranzwert.
17. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 2 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bestimmung der notwendigen thermischen Beeinflussung
(34), d. h. der Kühlmittelmenge bzw. -aufbringungsart oder
Beheizung, der Walzen (9, 10) in Abhängigkeit von einer
vorgegebenen Sollballigkeit (33) der Walzen (9, 10) mit einem,
vorteilhafterweise vereinfachten, invertiertem thermischen
Walzenmodell erfolgt, das die notwendige thermische
Beeinflussung (34), also die Stellgröße für die Kühlung bzw.
die Beheizung der Walzen, mit der Sollballigkeit (33) der
Walzen (9, 10) und Walzgerüst bzw. Walzbandparametern (32) in
Beziehung setzt.
18. Einrichtung zur Beeinflussung relevanter Güteparameter
eines Walzbandes, insbesondere des Profils oder der Planheit,
zur Durchführung
des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis
17, dadurch gekennzeichnet,
dass sie einen Prozessrechner aufweist.
19. Einrichtung nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Prozessrechner als speicherprogrammierbare Steue
rung, als VME-Bussystem, Industrie-PC oder als Workstation
ausgebildet ist.
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