DE19617219C2 - Verfahren zur Herstellung einer hohlen Welle - Google Patents
Verfahren zur Herstellung einer hohlen WelleInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer hohlen
Welle gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Insbesondere bei Nockenwellen, die zur Betätigung von Ventilen von
Brennkraftmaschinen dienen, treten an den Nocken sehr hohe Kräfte
auf, die entsprechend hohe Pressungen erzeugen. Dies bedingt den
Einsatz von harten und verschleißfesten Werkstoffen für die Noc
kenwelle oder die Schaffung einer harten Verschleißschutzschicht
auf den Nocken durch Nitrieren, Einsatzhärten, Induktivhärten und
dergl., wodurch ein teurer Grundwerkstoff verwendet werden muß.
Ein weiterer wesentlicher Gesichtspunkt ist das Gewicht der Noc
kenwelle, das möglichst gering sein soll.
Aus der DE 38 37 293 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von
rohrförmigen Verbundkörpern (insbesondere Nockenwellen) bekannt,
wobei besagter Verbundkörper Erhebungen aufweist und mindestens
zwei dünnwandige, ineinander angeordnete Rohre umfaßt, die in ei
ner Außenform mit einer der Außenkontur der Welle entsprechenden
Innenkontur durch ein Innenhochdruck-Umformverfahren aufgeblasen
werden.
Des weiteren ist aus der DE 33 03 629 A1 ein Verfahren zum Her
stellen einer Nockenwelle mit einem oder mehreren exzentrischen
Nocken bekannt, wobei an einer gewünschten Stelle eines rohrförmi
gen Ausgangsmaterials eine Vertiefung geformt wird. Sodann wird
auf dieses ein ringförmiges Teil aufgesetzt und in Übereinstimmung
mit der Vertiefung gebracht und anschließend das rohrförmige Aus
gangsmaterial zusammen mit dem ringförmigen Teil in einem Werkzeug,
daß den äußeren Abmessungen der äußeren Form der Nockenwelle
entsprechende innere Abmessungen und Form beisitzt, beispielsweise
durch Innenhochdruck-Umformen ausgebaucht. Dadurch wird das ring
förmige Teil auf dem rohrförmigen Ausgangsmaterial fixiert.
Aus der DE-PS 22 32 438 ist eine mehrteilige Nockenwelle bekannt,
die einen rohrartigen Stahlkörper mit Nocken aufweist, der im Ge
senk durch ein mit Stoßentladung arbeitendes elektromagnetisches
Formverfahren oder durch ein Hochgeschwindigkeitsdruckverfahren
geformt wird, und in seinem Inneren ein rohrförmiges Kernteil auf
nimmt, das mit Festsitz an Innenflächen des Stahlkörpers anliegt.
Das Kernteil nimmt zum großen Teil die Biege- und Verdrehbeanspru
chungen der Nockenwelle auf und es soll die hohlen Nocken des
äußeren Stahlkörpers und insbesondere deren Seitenwände unterstüt
zen. Diese Nockenwelle hat gegenüber vollen Nockenwellen
erhebliche Gewichtsvorteile, jedoch muß das Stahlteil mit den Noc
ken eine beträchtliche Wandstärke haben, damit im Betrieb keine
Verformung der Nocken durch die hohen Kräfte eintritt, die in Um
fangsrichtung auf die Nocken wirken. Die Formgebung des
dickwandigen Stahlkörpers erfordert einen beträchtlichen Energie
aufwand.
Ähnliche Probleme bestehen bei der Nockenwelle entsprechend der
DE-OS 44 27 201, bei der ein Rohr zur Bildung der Nocken durch
Anwendung eines Innenhochdruck-Umformverfahrens in mehreren Stufen
aufgeweitet wird. Anschließend wird die Welle mit bekannten Ver
fahren, wie Nitrocarburieren, Plasmanitrieren, Borieren,
Laserhärten, Induktionshärten, Flammhärten, Elektronenstrahlhärten
oder Einsatzhärten nachbehandelt. Das Rohr muß eine verhältnismä
ßige große Wandstärke haben, um nicht nur die auf die Nocken
wirkenden Kräfte, sondern die auf die gesamte Nockenwelle wirken
den Kräfte verformungsfrei aufnehmen zu können, da hier kein
Stützkörper wie bei der Nockenwelle entsprechend der DE-PS 22 32 438
vorgesehen ist. Die Formgebung des dickwandigen Rohres ist
wiederum mit einem erheblichen Energieaufwand verbunden. Außerdem
muß für das Rohr ein härt- und/oder vergütbarer Werkstoff verwen
det werden und es ist dadurch aufgrund seiner verhältnismäßig
großen Wandstärke entsprechend teuer.
Zum allgemeinen technischen Hintergrund wird noch auf die
DE 44 03 426 A1, DE 41 01 011 A1 und GB 2 164 420 A, hin
gewiesen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Her
stellung einer hohlen Welle, insbesondere einer Nockenwelle, zu
schaffen, für das lediglich ein vergleichsweise geringer Energie
aufwand erforderlich ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im
Anspruch 1 angegebenen Merkmale gelöst.
Dadurch, daß bei dem erfindungsgemäßen Vorschlag im Gegensatz zu
dem Stand der Technik nicht ein dickwandiges Rohr, sondern minde
stens zwei dünnwandige Rohre durch ein an sich bekanntes,
beispielsweise in den genannten Druckschriften beschriebenes In
nenhochdruck-Umformverfahren zur Bildung der Erhebungen in einer
Außenform aufgeblasen werden, ist der Energieaufwand für die Form
gebung besonders dann erheblich geringer, wenn die Rohre
nacheinander in die Außenform eingelegt und aufgeblasen werden. Da
nur das Außenrohr aus einem härt- und/oder vergütbaren Material
bestehen muß, sind auch die Materialkosten reduziert. Eine weitere
Verringerung der Materialkosten kann dadurch erreicht werden, daß
anstelle eines durchgehenden Außenrohres aus einem härt- und/oder
vergütbaren Werkstoff einzelne Rohrabschnitte aus einem solchen
Werkstoff vorge-sehen werden, die jeweils die Umfangsfläche einer
Erhebung, also beispielsweise eines Nockens, bilden und die auf
das Außenrohr aufgesteckt und mit diesem in der Außenform durch
ein Innenhochdruck-Umformverfahren aufgeblasen werden. Alternativ
könnten diese Rohrabschnitte in bereits weitgehend fertiger Form
in die Außenform eingelegt werden. Dann wird das Außenrohr durch
diese Rohrabschnitte hindurchgesteckt und durch Erzeugung eines
Innenhochdruckes aufgeblasen und in form-oder kraftschlüssige Ver
bindung mit den Rohrabschnitten gebracht. Gegebenenfalls können
die Rohrabschnitte dabei ihre endgültige Form erhalten.
Die Rohre können kraftschlüssig oder durch entsprechende Formge
bung formschlüssig miteinander verbunden sein.
Um eine hohe Verschleißfestigkeit zu erreichen, kann das Außenrohr
bei oder nach dem Aufblasen in der Außenform einer Wärmebehandlung
unterworfen werden. Alternativ kann diese Wärmebehandlung nach dem
Aufblasen aller Rohre stattfinden, wobei für das Außenrohr ein
solcher Werkstoff gewählt wird, daß bei der Wärmebehandlung auch
eine Schrumpfverbindung mit dem folgenden Rohr entsteht.
Das innere Rohr oder die inneren Rohre kann bzw. können eine sol
che Oberflächenbeschaffenheit und/oder Wandstärke haben und/oder
aus solchen Werkstoffen bestehen, daß eine gute Schwingungsdämp
fung und eine gute Verbindung zwischen den Rohren erreicht wird.
Der innere Hohlraum der hohlen Welle kann mit einem Kunststoff
ausgefüllt sein, um eine verbesserte Geräusch- und Schwingungs
dämpfung zu erreichen.
Zwei Ausführungsbespiele der Erfindung werden im folgenden unter
Bezugnahme auf die Zeichnung beschrieben.
Es zeigt:
Fig. 1 einen Längsschnitt entlang Linie 1-1 in Fig. 2 eines
Abschnittes einer Außenform mit einer fertig geformten
Nockenwelle entsprechend dem ersten Beispiel,
Fig. 2 einen Querschnitt entlang Linie II-II in Fig. 1,
Fig. 3 einen Längsschnitt ähnlich Fig. 1 mit einer fertig
geformten Nockenwelle entsprechend dem zweiten
Beispiel, und
Fig. 4 einen Querschnitt der Nockenwelle entlang Linie IV-IV
in Fig. 3.
Es sei zunächst auf die Fig. 1 und 2 bezuggenommen, in denen ei
ne aus zwei Teilen 1 und 2 bestehende Außenform dargestellt ist,
die zusammen eine Innenkontur entsprechend der Außenkontur der
Nockenwelle haben, also an den Stellen, an denen Nocken gebildet
werden sollen, entsprechende Vertiefungen 3 bzw. 4 aufweisen. In
die Außenform wird zunächst ein äußeres Rohr 5 eingelegt, das
durch ein bekanntes innenhochdruck-Umformverfahren aufgeblasen
wird, so daß es sich eng an die Innenkontur der Außenform an
legt. Das Rohr 5 besteht aus einem härt- und/oder vergütbaren
Werkstoff, um eine verschleißfeste Oberfläche zu erhalten. Nach
dem Aufblasen des äußeren Rohres 5 wird in dieses ein Innenrohr
6 eingeführt, das aufgeblasen wird und sich eng an die Innenkon
tur des äußeren Rohres 5 anlegt. Falls erforderlich, kann in das
aufgeblasene Innenrohr 6 ein weiteres Innenrohr 7 eingeführt
werden, das aufgeblasen wird und sich eng an die Innenkontur des
ersten Innenrohres 6 anlegt. Je nach Bedarf können weitere Innenrohre
nacheinander eingelegt und aufgeblasen werden. Das Er
gebnis ist eine Nockenwelle mit einem sandwichartigen Aufbau,
die ein sehr geringes Gewicht hat.
Die Rohre 5 bis 7 können verhältnismäßig dünnwandig sein, so daß
für ihr Aufblasen ein geringer Energieaufwand erforderlich ist.
Die Innenrohre 6 und 7 können aus einem relativ billigen Werk
stoff bestehen, wodurch die Materialkosten der Nockenwelle redu
ziert werden. Sie können in ihrer Oberflächenbeschaffenheit
und/oder Wandstärke unterschiedlich sein und/oder aus unter
schiedlichen Werkstoffen bestehen, um gegebenenfalls eine gute
Schwingungs- und Geräuschdämpfung zu erreichen und die Verbin
dung zwischen den Rohren und mit dem äußeren Rohr 5 zu verbes
sern.
Die Rohre 5 bis 7 sind durch die ineinanderliegenden unrunden
Abschnitte, welche die Nocken bilden, miteinander formschlüssig
verbunden. Es können jedoch Maßnahmen für eine zusätzliche form
schlüssige Verbindung vorgesehen werden, wie später in Verbin
dung mit Fig. 4 beschrieben.
Wenn zur Erzielung einer hohen Verschleißfestigkeit eine Wärme
behandlung des äußeren Rohres 5 erfolgen soll, so kann diese bei
oder nach dem Aufblasen dieses Rohres in der Außenform stattfin
den. Alternativ kann die Wärmebehandlung in der Außenform nach
dem Aufblasen des Innenrohres 6 oder weiterer Innenrohre erfol
gen, in welchem Fall der Werkstoff des äußeren Rohres 5 so ge
wählt werden kann, daß eine Schrumpfverbindung mit dem Innenrohr
6 erreicht wird.
Zur Verbesserung der Geräusch- und Schwingungsdämpfung kann der
innere Hohlraum 8 der geformten Nockenwelle mit einem Kunststoff
ausgefüllt werden.
Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 3 ist die gleiche Außen
form mit den Teilen 1 und 2 verwendet. Abweichend von dem ersten
Ausführungsbeispiel sind auf dem äußeren Rohr 5 einzelne Rohrab
schnitte 9 aus einem härt- und/oder vergütbaren Werkstoff vorge
sehen, die an den Stellen, an denen Nocken entstehen sollen, auf
das Rohr 5 aufgesetzt und mit diesem so in die Außenform einge
legt werden, daß die Rohrabschnitte 9 den Vertiefungen 3 und 4
in den Formteilen 1 und 2 gegenüberliegen. Dann wird das Rohr 5
mit den darauf befindlichen Rohrabschnitten 9 aufgeblasen, wo
durch sich die Rohrabschnitte eng an die Wände der Vertiefungen
3, 4 anlegen und die gewünschte Nockenform erhalten. Nach dem
Aufblasen des äußeren Rohres 5 wird wie bei dem ersten Beispiel
ein Innenrohr 6 in das äußere Rohr 5 eingeführt und aufgeblasen.
Auch hier können bei Bedarf weitere Innenrohre nacheinander ein
geführt und aufgeblasen werden. Diese Ausführung hat den Vor
teil, daß nur die Umfänge der Nocken, die von den Rohrabschnit
ten 9 gebildet sind, aus dem relativ teuren, härt- oder vergüt
baren Werkstoff bestehen, so daß die Material
kosten reduziert sind.
Um eine zusätzliche formschlüssige Verbindung der Rohrab
schnitte 9 mit dem Außenrohr 5 zu erreichen, ist, wie aus Fig. 4
ersichtlich, die Innenfläche jedes Rohrabschnittes 9 mit axial
verlaufenden Nuten 10 versehen, in die das Außenrohr 5 bei Auf
blasen hineingedrückt wird. Dabei bilden sich an der Innenfläche
des Außenrohres 5 entsprechende Nuten 11, in die das Innenrohr 6
beim Aufblasen hineingedrückt wird, so daß auch zwischen den
Rohren 5 und 6 eine formschlüssige Verbindung zusätzlich zu dem
Formschluß entsteht, der durch die in die Vertiefungen 3, 4 hin
eingedrückten, die Nocken bildenden Abschnitte der Rohre gebil
det ist.
Abweichend von dem in Fig. 3 dargestellten Beispiel ist es denk
bar, die Rohrabschnitte 9 bereits vorgeformt in die Vertiefungen
3, 4 einzulegen und dann das Außenrohr 5 durch die eingelegten
Rohrabschnitte 9 hindurchzuführen und aufzublasen.
Die Erfindung ist in Verbindung mit einer Nockenwelle beschrie
ben und dargestellt. Sie ist jedoch allgemein für hohle Wellen
anwendbar, an die ähnliche Anforderungen gestellt werden.
Claims (6)
1. Verfahren zur Herstellung einer hohlen Welle mit Erhebungen,
insbesondere Nocken, wobei die hohle Welle mindestens zwei dünn
wandige, ineinander angeordnete Rohre (5, 6, 7) umfaßt, die in einer
Außenform (1, 2) mit einer der Außenkontur der Welle entsprechenden
Innenkontur durch ein Innenhochdruck-Umformverfahren aufgeblasen
werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rohre (5, 6, 7) nacheinander in die Außenform eingelegt und
nacheinander aufgeblasen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf dem äußeren Rohr (5) einzelne Rohrabschnitte (9) angeord
net sind, die jeweils die Umfangsfläche einer Erhebung bilden,
wobei die die späteren Erhebungen bildenden Rohrabschnitte (9) auf
das äußere Rohr (5) aufgesetzt und zusammen mit diesem in die Au
ßenform eingelegt und aufgeblasen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das äußere Rohr (5) bzw. die Rohrabschnitte (9) nach dem Auf
blasen zur Erzielung einer hohen Verschleißfestigkeit einer
Wärmebehandlung unterworfen wird bzw. werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das äußere Rohr (5) bzw. die Rohrabschnitte (9) nach dem Auf
blasen des folgenden Rohres zur Erzielung einer hohen Ver
schleißfestigkeit und einer Schrumpfverbindung mit dem folgenden
Rohr einer Wärmebehandlung unterworfen wird bzw. werden.
5. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Außenform an den Stellen, an denen die Erhebungen ge
formt werden, jeweils ein der Form der Erhebungen entsprechender
Rohrabschnitt aus einem härt- und/oder vergütbaren Werkstoff ein
gelegt wird, dann mindestens zwei Rohre nacheinander durch die
Rohrabschnitte hindurchgeführt und durch Erzeugung eines Innen
hochdruckes nacheinander aufgeblasen und in form- oder
kraftschlüssige Verbindung miteinander und mit den Rohrabschnitten
gebracht werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens zwei innere Rohre (6, 7) eine unterschiedliche Ober
flächenbeschaffenheit aufweisen.
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| DE19617219A Expired - Fee Related DE19617219C2 (de) | 1996-04-30 | 1996-04-30 | Verfahren zur Herstellung einer hohlen Welle |
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- 1996-04-30 DE DE19617219A patent/DE19617219C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
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Legal Events
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Owner name: DAIMLERCHRYSLER AG, 70567 STUTTGART, DE |
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