DE19616003A1 - Spickeln/Zunehmen/Mindern - Google Patents
Spickeln/Zunehmen/MindernInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen
eines dreidimensionalen Gestricks. Beim Spickeln werden Nadeln
in vorbestimmten Abschnitten des Nadelbettes inaktiviert und
nach einer vorgegebenen Anzahl von Maschen wieder aktiviert.
Die nicht inaktivierten, also durchgestrickten Bereiche bauchen
sich hierbei aus, da sie beim Wiederaktivieren der inaktivier
ten Nadel durch die miteinander verbundenen Maschenreihen in
den inaktivierten Bereichen zusammengezogen werden, zwischen
denen eine oder auch mehrere Maschenreihen des durchgestrickten
Bereichs angeordnet sein können. Diese Inaktivie
rung/Aktivierung läßt sich auch treppenweise, d. h. abschnitts
weise von Maschenreihe zu Maschenreihe realisieren, so daß man
in vordefinierter Weise geformte Gestricke bekommt, die sich
z. B. als vorgeformte Sitzbezüge verwenden lassen.
Das Verfahren zum Herstellen von dreidimensionalen Gestricken
mittels Spickeln ist Gegenstand des Patentanspruchs 7. Vorteil
hafte Weiterbildungen des Verfahrens sind Gegenstand der zuge
hörigen Unteransprüche.
Ein erstes Verfahren zur Herstellung dreidimensionaler Ge
stricke besteht in der Zunahme-/Mindertechnik. Beim Zunehmen
werden an einer beliebigen Stelle im Gestrick aus einem
Stäbchen zwei Stäbchen gebildet. Diese Zunahmetechnik ist daher
mit einer Verbreiterung des Gestricks verbunden. Beim Zunehmen
werden in einer ersten Verfahrensart zumindest an einer Seite
der Zunahmestelle die Maschen um die gewünschte Zunahmebreite
nach außen verschoben. In einer alternativen Verfahrensart wer
den Maschen in zwei Nadelbereichen separat gestrickt und an
schließend durch Umhängen zumindest eines Bereichs miteinander
verbunden.
Während die bekannte Zunahme und Minderung von Maschen im Rand
bereich eines Gestricks lediglich zur Konturierung des Gestric
kes, jedoch nicht zur dreidimensionalen Verformung führt, wird
beim erfindungsgemäßen Zunehmen/Mindern im Gestrick zusätzliche
Maschen in das Gestrick eingebracht oder aus dem Gestrick her
ausgenommen, die zu einer Verformung des Gestricks und somit zu
einer dreidimensionalen Formgebung führen. Die Technik des Min
derns stellt den genau entgegengesetzten Vorgang dar. Beim Min
dern werden wenigstens zwei Maschenstäbchen zu einem Maschen
stäbchen zusammengefaßt. Dieser Vorgang ist mit einem Umhängen
der Maschen auf wenigstens einer Seite des Gestricks weiter
nach innen verbunden, so daß die entstehende Lücke geschlossen
wird. Auch diese Technik läßt sich sukzessive über mehrere Ma
schenreihen fortführen, so daß man gewünschte ausgebauchte Be
reiche erzeugen kann. Eine Möglichkeit der Ausbauchung besteht
z. B. darin, daß man zuerst die Zunahme und anschließend die
Mindertechnik durchführt, wodurch eine Ausbauchung aufgrund ei
nes Materialüberschusses im Bereich der Zunahme/Minderung er
halten wird. Eine andere Technik wendet zuerst die Minderung
und anschließend wieder die Zunahme auf die ursprüngliche Ma
schenzahl an, wodurch in dem Minder-/Zunahmebereich ein Unter
schuß an Material auftritt, der wiederum eine Deformierung des
gesamten Gestricks und damit eine dreidimensionale Formung be
wirkt.
Das Umhängen der Maschen wird vorzugsweise wie folgt durchge
führt. Die Maschen werden von einem aktiven Nadelbett auf ein
Hilfsnadelbett überführt. Das Hilfsnadelbett, das unter anderem
auch ein aktives Nadelbett sein kann, wird nun gegenüber dem
aktiven Nadelbett verschoben. Anschließend werden die Maschen
wieder, jedoch nun an einer versetzten Stelle, auf das aktive
Nadelbett zurückgehängt. Obwohl dieses Verfahren daher vom ma
schinellen Ablauf etwas aufwendig ist, erlaubt es doch die Her
stellung von räumlichen Gestricken mit bislang nicht dagewese
nen Möglichkeiten.
Eine anderes Verfahren der Herstellung dreidimensionaler Ge
stricke besteht darin, daß Nadeln in bestimmten Bereichen des
Gestrickes inaktiviert werden, während mit den Nadeln in den
anderen Bereichen weitergestrickt wird. Durch spätere Aktivie
rung dieser inaktivierten Nadeln z. B. nach einer oder mehreren
Maschenreihen, erzielt man in diesem inaktivierten Bereich ein
Zusammenziehen des Gestricks, was wieder in gewünschter Weise
zur Erzielung bestimmter Formen benutzt werden kann. Wenn man
z. B. bei einem Gestrick in den Randbereichen der Flachstrickma
schine Nadeln inaktiviert und diese Inaktivierung im Abstand
einiger Maschenreihen in unterschiedlicher Breite wiederholt,
so erzielt man eine Kugelstruktur mit einer sehr homogenen
Struktur. Auch hier sollte die Inaktivierung der Nadeln nur
über wenige Maschenreihen erfolgen, so daß zu starke Verformun
gen des Gestricks an einer Stelle vermieden werden. Weiterhin
kann die Breite (Nadelzahl) der Inaktivierung alternierend ge
ändert werden, so daß auch hierdurch eine Streuung der defor
mierten Stellen in dem Verformungsbereich erzielt werden kann.
Diese Stellen liegen an den Punkten, an denen ein inaktivierter
Bereich an einen durchgestrickten Bereich angrenzt.
Beide oben genannten Prinzipien zur Herstellung geometrischer
Gestricke können mit dem erfindungsgemäßen Verfahren dahinge
hend hergestellt werden, daß die Zunahme/Minderung der Maschen
einerseits bzw. die Inaktivierung von Nadeln andererseits auf
viele Stellen in dem Verformungsbereich verteilt wird. In jedem
Fall wird zum einen eine gleichmäßigere Struktur des dreidimen
sionalen Gestricks erreicht, die wiederum mit verbesserten me
chanischen Eigenschaften einhergeht.
Sowohl bei der Spickeltechnik als auch bei der Zu
nahme/Mindertechnik treten Bereiche auf, die gegenüber normal
gestrickten Bereichen verändert sind, sei es nun, daß dieser
Bereich über mehrere Maschenreihen inaktiviert wird oder sei
es, daß an einer bestimmten Stelle Maschenstäbchen erzeugt oder
durch Zusammenführen von Maschenstäbchen weggenommen werden. An
diesen Stellen treten in der Regel Inhomogenitäten in dem Ge
strick auf. Diese Inhomogenitäten sind zum Teil mit der Bildung
von "Löcher" an den übergangsstellen verbunden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung werden in diesem Be
reich zusätzlich zum Vermaschungsfaden Schuß- und/oder Kettfä
den eingebracht, die zum einen dazu führen, daß dieser Bereich
verstärkt wird, und zum anderen, daß sich die Löcher an den in
homogenen Stellen geschlossen werden. Dieses Verkleinern der
Löcher läßt sich unter anderem dadurch verbessern, wenn Schuß-
und/oder Kettfäden aus elastischem Material, wie z. B. Gummifä
den verwendet werden.
Im Falle der Spickeltechnik ist es z. B. vorteilhaft, wenn in
zumindest einer, vorzugsweise beiden Reihen, die einen inakti
vierten Bereich umgrenzen, ein Schußfaden eingelegt ist. Dieser
Schußfaden kann hinsichtlich der benachbarten durchgestrickten
Reihen ohne Bindung verlaufen. Er kann dort jedoch auch auf
Fang gelegt oder anderweitig eingebunden sein. In jedem Fall
wird hierdurch erreicht, daß die Löcherbildung an der Kontakt
stelle zwischen aktiviertem und nicht aktiviertem Bereich zu
sammengezogen oder geschlossen wird und daher als Inhomogenität
kaum mehr wahrgenommen wird.
Eine andere Möglichkeit der Verringerung der Inhomogenitäten
sowohl beim Zunehmen und Mindern als auch bei der Spickeltech
nik besteht darin, daß Maschen in dem Inhomogenitätsbereich ge
splittet werden, d. h. aus einer Masche werden z. B. durch Ma
schenbildung auf einem weiteren Nadelbett zwei Maschen erzeugt,
die dann im inhomogenen Bereich das Gestrick besser ausfüllen
und eine bessere Verbindung zwischen unterschiedlichen Berei
chen, z. B. im aktivierten und nicht aktivierten Bereich bei der
Spickeltechnik bewirken. Beim Zunehmen von Maschen wird auch
eine homogenere lochfreie Oberfläche erzielt, wenn auf die neue
leere Nadel in dem Gestrick eine gesplittete Masche gelegt
wird.
Eine weitere Technik zur Verringerung der Löcher an den inhomo
genen Stellen der Zunahme/Minderung/Spickel zum normalen Ge
strick besteht darin, daß eine oder mehrere Randmaschen in die
sem inhomogenen Bereich auf Fang gelegt werden.
Schließlich gibt es für die Spickeltechnologie ein spezielles
Verfahren zur Verringerung der Löcher, vor allem bei Treppen
spickeln, d. h. bei der die Breite der Inaktivierung von Ma
schenreihe zu Maschenreihe oder auch von Maschenreihenbereichen
zu Maschenreihenbereichen verändert wird.
Eine Möglichkeit besteht darin, daß an die äußerste Masche vor
einer Inaktivierung der Maschen eine oder mehrere zusätzliche
(horizontale) Masche(n) gestrickt wird, die nachher beim späte
ren Aktivieren miteingestrickt wird. Auf diese Weise wird in
dem Bereich der Inaktivierung ein größeres Volumen erzielt. Ein
ähnlicher Effekt läßt sich auch dadurch erreichen, wenn man die
äußerste Nadel des zu inaktivierenden Bereiches über eine Ma
schenreihe nicht inaktiviert, so daß eine zusätzliche vertikale
Masche erzielt wird, im Gegensatz zu einer weiteren horizonta
len äußeren Masche, wenn in den letzten aktiven Reihen eine zu
sätzliche äußere Masche angestrickt wird. Auch hier können meh
rere vertikale Maschen angehängt werden. Beide Verfahren bewir
ken eine Erhöhung des Volumens an der Spickellinie, d. h. die
Linie, bei der die letzte Maschenreihe vor dem inaktivierten
Bereich mit der ersten Maschenreihe nach der Inaktivierung ver
bunden wird.
Diese Technologie läßt sich selbstverständlich auch dazu nut
zen, Gestrickabschnitte mit einer beliebigen Form miteinander
zu verbinden, wie es später in einem detaillierten Beispiel be
schrieben wird. Die oben beschriebenen Techniken des Einbrin
gens von Schuß- und/oder Kettfäden, das auf Fang legen von Ma
schen, das Splitten von Maschen und das Stricken von zusätzli
chen horizontalen oder vertikalen Maschen können bei allen Vor
gängen wie Spickeln, Zunehmen und Mindern, gegebenenfalls kom
biniert, angewandt werden, um insbesondere bei einer treppenar
tigen Zunahme/Minderung oder bei einem treppenartigen Spickel
eine dichte und homogene Zunahme-/Minderlinie bzw. Spickellinie
zu erhalten.
Im Inhomogenitätsbereich können die Maschen gezielt fester ge
strickt werden, um in diesem Bereich die Bildung von Löchern zu
unterbinden.
Im Falle der Verwendung von Twinnadeln kann im gesamten
Strickbereich mit der A-Nadel gestrickt werden, während im In
homogenitätsbereich mit der A- und B-Nadel gestrickt wird, um
die Gestrickdichte in diesem Bereich zu erhöhen. In gleicher
Weise kann im Inhomogenitätsbereich mit einer feineren Nadel
teilung gestrickt werden.
Die oben beschriebenen Techniken eignen sich hervorragend zur
Herstellung aller möglichen geformten technischen Gestricke,
insbesondere von Sitzbezügen, Kopfstützenbezügen, Armlehnenbe
zügen und Faserverbundformlingen.
Die Techniken der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend
beispielsweise in der schematischen Zeichnung beschrieben. In
dieser zeigen:
Fig. 1 das Maschenbild beim Zunehmen,
Fig. 2 das Maschenbild beim Mindern,
Fig. 3 einen Treppenspickel mit geraden Kanten,
Fig. 4 einen Treppenspickel mit gebogenen Kanten,
Fig. 5 ein Strickmuster mit inaktivierten Bereichen zur
Herstellung eines Helms,
Fig. 6 unterschiedliche Möglichkeiten zur Verringerung der
Inhomogenitäten an einer Kante,
Fig. 7 ein Gestrickstück mit Zunahme und Minderung,
Fig. 8 ein zweilagiges Gestrick, bei dem die Spickelkante
bzw. Kante der Zunahme schräger Minderung in beiden
Lagen versetzt ist,
Fig. 9 einen Eckspickel,
Fig. 10 ein Nadelschema zum Mindern bei einem doppelflächigem
Gestrick, und
Fig. 11 eine weiteres Nadelschema eines alternativen Minderns
bei einem doppelflächigem Gestrick.
Fig. 1 zeigt ein Maschenbild eines Gestricks 10, dessen Breite
durch Zunahme einer Masche vergrößert wurde. Beginnt man chro
nologisch mit dem Verfahren Zunahme, so erkennt man, daß in der
untersten Reihe fünf Maschen 12, 14, 16, 18, 20 auf fünf Nadeln
hingen. In der danach gestrickten Reihe wurden die Maschen 18
und 20 um eine Masche nach rechts verschoben, wodurch die
dritte Nadel von rechts in dieser Maschenreihe frei blieb. In
der darauffolgenden Maschenreihe wird auch dieser freien Nadel
ein Vermaschungsfaden zugeführt, so daß das Gestrick in der
vorletzten Reihe bereits eine Masche mehr aufweist.
Es ist zu sehen, daß in der zweiten Maschenreihe, in der die
Maschen 18 und 20 um eine Nadel nach außen versetzt wurden, ein
relativ großer Freiraum bleibt, der eine Inhomogenität des Ge
strickes in Form eines Loches bewirkt. Es ist nun möglich, die
Masche 18 vor dem Verschieben der Maschen 18 und 20 auf weiter
außen liegende Nadeln zu splitten, so daß beim darauffolgenden
Verschieben der Maschen 18 und 20 auf weiter außen liegende Na
deln die eine Splittmasche 18a auf die gleiche Nadel wie die
bisherige Masche 18 gehängt wird, während die andere Splittma
sche 18b um eine Nadel weiter nach rechts gehängt wird. Es ist
offensichtlich, daß durch dieses Splitten der Masche im Zunah
mebereich das entstehende Loch sehr gut gefüllt werden kann, so
daß die Inhomogenität im Gestrick beim Zunehmen von Maschen
kaum wahrzunehmen ist. Zum Splitten der Masche wird bei der Ma
schenbildung der Masche 18 vor der Zunahme eine erste Splittma
sche 18a auf dem aktiven Nadelbett erzeugt, während eine zweite
Hilfsmasche 18b auf einem Hilfsnadelbett oder einem weiteren
aktiven Nadelbett erzeugt wird. Dieses Hilfsnadelbett kann
durchaus in vorteilhafter Weise das Nadelbett sein, durch wel
ches die äußeren Maschen 18 und 20 nach außen gehängt werden.
Die auf dem aktiven Nadelbett erzeugte Masche 20 wird auch auf
das Hilfsnadelbett umgehängt, und die beiden auf dem Hilfsna
delbett befindlichen Maschen 18b und 20 werden durch seitliches
Verschieben des Hilfsnadelbettes bzw. anderen aktiven Nadelbet
tes relativ zum ersten aktiven Nadelbett um eine Nadel nach au
ßen versetzt, wonach die Maschen 18b und 20 von dem Hilfsnadel
bett wieder auf das aktive Nadelbett zurückgehängt werden.
Fig. 2 zeigt das Gestrick 10 aus Fig. 1 im Bereich der Minde
rung um eine Masche. Die Figur zeigt in den ersten beiden Ma
schenreihen die sechs Maschen 12, 14, 16, 18a, 18b und 20, wie sie
durch die Zunahme gemäß Fig. 1 erhalten wurden. In der vorletz
ten Maschenreihe der Fig. 2 werden nun die Maschen 18a und 18b
auf eine Nadel zusammengehängt, wodurch im Verlauf des weiteren
Strickens in der letzten Maschenreihe die beiden auf eine Nadel
zusammengehängten Maschen 18a und 18b zur Masche 18 zusammenge
faßt werden. Dieser Vorgang stellte somit den umgekehrten Vor
gang zur Fig. 1 dar. Das Zusammenführen der Maschen 18b und
18a, das mit einem Versetzen der Maschen 18b und 20 um eine Na
del nach links verbunden ist, wird kurze beschrieben. Die Ma
schen 18b und 20 werden auf ein Hilfsnadelbett oder auf ein an
deres aktives Nadelbett umgehängt. Dieses Nadelbett oder andere
aktive Nadelbett wird anschließend um eine Nadel nach links
verschoben, und die Maschen 18b und 20 werden zurückgehängt. Da
auf der linken der beiden Nadeln des aktiven Nadelbettes noch
die Masche 18a hängt, werden somit die Maschen 18a und 18b zu
sammengehängt und beim Zuführen des nächsten Vermaschungsfadens
18 durch eine Masche ersetzt.
Fig. 7 zeigt ein Gestrick 30, das zuerst einen in Stäbchenrich
tung verlaufenden Zunahmebereich 32 und danach einen in
Stäbchenrichtung verlaufenden Abnahmebereich 34 aufweist. Beide
Bereiche 32, 34 zeichnen sich dadurch aus, daß pro Maschenreihe,
bzw. jeder zweiten Maschenreihe zwei Maschen zugenommen (32)
bzw. gemindert (34) werden. Der stricktechnische Vorgang wird
nachfolgend näher erläutert. Die Eckmaschen 36 und 38 des Ge
strickes hängen auf nebeneinander befindlichen Nadeln. Die Zu
nahme erfolgt in der Weise, daß nach jeder Maschenreihe bzw.
jeder zweiten Maschenreihe die Maschen beiderseits der Masche
36, 38 um eine Masche nach außen versetzt werden. Dieses nach
außen Versetzen ist in Verbindung mit Fig. 1 bereits beschrie
ben worden. Durch dieses nach außen Versetzen werden im Inneren
zwei Nadeln frei, die beim Zuführen des nächsten Vermaschungs
fadens mit neuen Maschen besetzt werden. Somit werden jede Ma
schenreihe oder alle zwei Maschenreihen zwei neue Maschen im
Inneren erzeugt, d. h. das Gestrick wird im Bereich der Zunahme
32 ständig breiter bis auf jeder Seite der Kante 40, 42 x neue
Masche dazugestrickt worden sind. Am Ende des Zunahmebereichs
32 hat das Gestrick 30 demnach 2 mal x mehr Maschen als am An
fang. Diese 2x neuen Maschen hängen zwischen den ursprünglichen
Maschen 36, 38, die am Anfang des Gestricks nebeneinander auf
dem Nadelbett hingen. Im Bereich der Minderung erfolgt der um
gekehrte Vorgang. Entlang der Kanten 44, 46 werden in jeder Ma
schenreihe bzw. in jeder zweiten Maschenreihe jeweils zwei Ma
schen zu einer zusammengefaßt, wie es in Zusammenhang mit Fig.
2 beschrieben wurde. Dieser Vorgang wird x mal wiederholt, so
daß beiderseits der Kanten 40, 46 jeweils x Maschen abgenommen
werden, und das Gestrick 30 am oberen Ende wieder die gleiche
Breite hat wie am Anfang. Am Ende der Minderung 34 hängen somit
die beiden Maschen 36, 38 wieder nebeneinander. Es ist leicht
nachzuvollziehen, daß das Gestrick 30 im Bereich zwischen der
Zunahme 32 und der Minderung 34 stark ausgebaucht ist, da das
Gestrick in diesem Bereich sehr viel mehr Maschen aufweist als
im oberen und unteren Randbereich zu Beginn der Zunahme bzw. am
Ende der Minderung 34.
Mit Bezug auf Fig. 7 wurde ein Spickel gezeigt, innerhalb des
sen ein Gestrickstück zusätzlich in ein Gestrick eingesetzt
wird. Es ist selbstverständlich möglich, zuerst den Abnahmebe
reich und anschließend den Zunahmebereich zu stricken, wodurch
ein "ausgeschnittener" Spickel erhalten wird.
Es ist alternativ möglich, die Zunahme dadurch zu bewirken, daß
die Maschen vom Rand bis zu den Maschen 36 bzw. 38 auf separa
ten Abschnitten des Nadelbetts gestrickt und anschließend zu
sammengehängt und miteinander verbunden werden, z. B. durch Ver
maschung oder seitliche Fangmaschen.
Fig. 3 zeigt ein Gestrick 50 mit einem Treppenspickel 52. Im
Bereich des Treppenspickels 52 wird eine dreidimensionale Form
des Gestricks 50 nun dadurch erzielt, daß Nadeln am linken Rand
des Gestricks inaktiviert werden, so daß in diesem Bereich über
eine oder mehrere Nadelreihen nicht gestrickt wird. Während der
Inaktivierung wird den inaktivierten Nadeln kein Vermaschungs
faden zugeführt, so daß auf diesen Nadeln, die Maschen vor der
Inaktivierung der Nadeln hängen bleiben. Bei der später wieder
erfolgenden Aktivierung der Nadeln werden die neuen Maschen
dann mit den zuletzt vor der Inaktivierung der Nadeln gestrick
ten Maschen verbunden. Hierdurch werden die Maschen vor und
nach dem inaktivierten Bereich einfach zusammengestrickt, wo
durch das Gestrick in diesem Bereich entsprechend der Anzahl
der nicht gestrickten Maschenreihen zusammengezogen wird. In
einer Maschenreihe sind somit Maschen präsent, die etliche Ma
schenreihen früher gestrickt worden sind. Der Treppenspickel
wird nachfolgend detailliert erläutert. In der Maschenreihe A
sind noch alle Nadeln aktiv. In der Maschenreihe B ist die Na
del 1 inaktiviert, so daß auf den Nadeln nun die Maschen A1 und
B2-n hängen. In der Maschenreihe C sind die Nadeln 1 und 2 in
aktiviert. Auf den Nadeln hängen dann die Maschen A1, B2 und
C3-n. In der Maschenreihe F hängen an den Nadeln die Maschen
A1, B2, C3, D4, ES und F6-n. In den Maschenreihen G bis K wer
den die inaktivierten Nadeln beginnend von rechts wieder suk
zessive aktiviert. In der Maschenreihe G hängen dann die Ma
schen A1, B2, C3, D4 und G5-n an den Nadeln. In der Maschen
reihe H sind es die Maschen A1, B2, C3 und H4-n. In der Ma
schenreihe J hängen die Nadeln A1 und J2-n an den Nadeln und in
Maschenreihe K hängen nur noch Maschen der Maschenreihe K, also
K1-n an den Nadeln, womit der Spickel abgestrickt ist. Gedank
lich läßt sich die Verformung des Gestricks 52 durch den Spic
kel 52 begreifen, wenn man sich vorstellt, daß man einen Stoff
hat, aus dem man seitlich ein Eck in der Form des Treppenspic
kels 52 herausschneidet und anschließend die Schnittkanten mit
einander verbindet.
Die Spickeltechnologie ist selbstverständlich nicht auf den in
Fig. 3 dargestellten Spickel begrenzt. Es können so z. B. pro
Maschenreihe mehrere Nadeln inaktiviert/aktiviert werden, wo
durch man recht moderate Verformungen erhält. Die Stufen der
Treppe können jedoch auch mehrere Maschenreihen hoch sein, wo
durch man eine sehr starke Verformung des Gestricks erhält. Es
können auf diese Weise alle gewünschten Verformungen des Ge
stricks hinsichtlich der Schaffung eines dreidimensionalen Ge
stricks realisiert werden.
Fig. 4 zeigt ein Gestrick 60 mit einem Spickel 62, der gegen
Anfang und Ende flache Stufen 64 (eine Maschenreihe hoch, zwei
Maschenreihen breit) aufweist. Im Übergang werden die Stufen 66
normal hoch (eine Maschenreihe hoch, eine Masche breit) und ge
hen in der Mitte in höhere Stufen 68 (zwei Maschenreihen hoch,
eine Maschenreihe breit) über. Fig. 4 zeigt, wie stark die Form
des Spickels und damit die Art der Verformung bereits durch Va
riation der Stufenhöhe um eine Maschenreihe und Variation der
Stufenbreite um eine Masche verändert werden kann. Die Varia
tion ist jedoch innerhalb sehr großer Schranken möglich, z. B.
über fast die ganze Gestrickbreite und über bis zu zehn Ma
schenreihen Höhe.
Fig. 5 zeigt ein Strickschema zur Herstellung eines in etwa ku
gelförmigen Gestricks. Die Figur zeigt hierbei die tatsächlich
gestrickte Textilfläche 70. Die Formgebung des Textils wird nun
dadurch erzielt, daß innerhalb eines beiderseitigen Bereichs
der Textilfläche Nadeln in unterschiedlichen Abständen und in
einer unterschiedlichen Breite inaktiviert werden. In Fig. 5
links unten werden die Nadeln in einem ersten Bereich 72 inak
tiviert, der beispielsweise nur über 20 Nadeln geht. Ein paar
Maschenreihen weiter werden die Maschen in einem Bereich 74 in
aktiviert, der sich über die Breite von 60 Nadeln erstreckt.
Wieder ein paar Maschenreihen später werden die Nadeln über
eine Breite 76 aktiviert, die zwischen den beiden oben genann
ten Breiten liegt, z. B. Nadeln. Andere Bereiche 78 sind so
breit, daß sich diese Bereiche von beiden Seiten des Gestricks
überlappen. Die Punkte, an denen dabei eine Verformung des Ge
stricks 70 auftritt, sind die Punkte 71, an denen die inakti
vierten Bereiche 72 bis 78 an die durchgestrickten Bereiche an
grenzen. Daher wird die Breite der inaktivierten Bereiche, d. h.
die Anzahl der inaktivierten Nadeln ständig variiert, so daß
auch die Deformationspunkte 11 gleichmäßig innerhalb des Ver
formungsbereichs b verteilt sind. Auf diese Weise vermeidet man
fernerhin eine definierte Strukturierung der Abnahme, die wie
derum mit einer Schwächung des Gestricks verbunden wäre. Der
gegenseitige Abstand der Inaktivierungen 72, 74, 76, 78 ist rela
tiv konstant, so daß die Deformationspunkte 71 auch in Richtung
der Vermaschung einen in etwa gleichmäßigen Abstand aufweisen.
So werden die Deformationspunkte 11 gleichmäßig in dem Gestrick
70 verteilt. Es ist aus Fig. 5 leicht ersichtlich, daß die
durch Inaktivierung von Nadeln nicht gestrickten Bereiche nach
außen hin zunehmen. Wenn man sich nun vor Augen hält, daß die
oberen und unteren Kanten der inaktivierten Bereich 72 bis 78
an ihren oberen und unteren Kanten miteinander verbunden sind,
ist es leicht verständlich, daß das in Fig. 5 dargestellte Ge
strick 70 in realiter eine in etwa kugelförmige Form haben
dürfte. Der Grad der Verformung wird durch den Abstand, d. h.
die Abfolge der Inaktivierungen und die Breite der Inaktivie
rungsbereiche 72 bis 78 eingestellt. Je breiter und höher die
Inaktivierungsbereiche und die Abfolge der Inaktivierungen
sind, desto stärker ist auch die Verformung.
Die im Randbereich der Inaktivierungen auftretenden Inhomogeni
täten 71 sind unerwünscht, da sie zu einer Verringerung der me
chanischen Stabilität und/oder zu einer Beeinträchtigung des
Erscheinungsbildes des Gestricks führen. Um die Inhomogenität
des Gestricks im Randbereich der inaktivierten Abschnitte mög
lichst gering zu halten, gibt es unterschiedliche Möglichkei
ten. So ist bei dem Gestrick 70 die Randmasche 80 des durchge
strickten Bereichs der an den zweiten inaktivierten Bereich 74
links oben angrenzt, auf Fang gelegt. Im Bereich 73 der gegen
überliegenden Inaktivierung auf der rechten Seite ist eine Ma
sche im Randbereich zwischen aktivem und inaktiviertem Bereich
gesplittet 82, so daß ein aufgrund der Inhomogenität auftreten
des Loch, wie schon in Fig. 1 gezeigt, verdeckt werden kann.
Ein weitere Möglichkeit der Verringerung der Inhomogenitäten
besteht darin, einen Schußfaden 84 zumindest in der Maschen
reihe vor und hinter einem inaktivierten Abschnitt einzubrin
gen. Auf diese Weise wird das Gestrick um den inaktivierten Ab
schnitt herum verstärkt. Wenn der Schußfaden 84 aus einem fle
xiblen Material besteht, kann das Gestrick um den inhomogenen
Bereich herum zusammengezogen werden.
Fig. 6 zeigt einen vergrößerten Abschnitt einer Kante eines
Spickels 52 gemäß Fig. 3 oder eines Zunahme-/Minderbereichs
32, 34 gemäß Fig. 7. Anhand Fig. 6 soll dargestellt werden, wel
che Möglichkeiten es gibt, um die bei einem Spickel oder bei
einer Zunahme/Minderung entstehende Inhomogenität im Bereich
der Spickelkante bzw. Zunahme/Minderkante zu verringern.
In Fig. 6 haben die Stufen der Treppe 90 die Höhe zweier Ma
schenreihen und die Breite zweier Maschen. Die dargestellten
Techniken zur Verringerung der Inhomogenitäten an der Kante
können jedoch auch auf Stufen mit geringerer oder mit größerer
Stufenhöhe und Stufenbreite angewandt werden.
Die Randmasche 92 kann beispielsweise bei einem doppellagigen
Gestrick am vorderen Nadelbett auf die nächst untere Treppenma
sche gehängt werden, während sie bei dem hinteren Nadelbett auf
die nächst höhere Treppenmasche gehängt wird. Zusätzlich be
steht die Möglichkeit, die verhängten Maschen beider Betten zu
kreuzen. Hierdurch wird die Homogenität des Gestricks im Be
reich der Kante erhöht.
An der Stelle 94 wird an die Stufe eine weitere horizontale
Kante angestrickt, die nachher beim Zusammenstricken der Kan
tenbereiche so verstrickt werden kann, daß eine größere Öffnung
in dem Gestrick geschlossen wird. Eine derartige Masche kann
nicht nur horizontal angehängt werden, indem einfach eine wei
tere Masche außen angestrickt wird, sondern eine derartige Ma
sche kann auch wie im Abschnitt 96 gezeigt vertikal angestrickt
werden, indem die äußere Nadel für eine Maschenhöhe nicht inak
tiviert wird. Auch diese Masche kann nachher beim Zusammen
stricken so gezogen werden, daß ein Loch damit zugedeckt werden
kann.
Eine weitere Möglichkeit des Verschließens von Löchern bzw. der
Begleichung von Inhomogenitäten besteht darin, daß die äußeren
Masche(n) der Stufe wie im Abschnitt 98 dargestellt auf Fang
gelegt wird/werden. Auch hierdurch kann ein sehr dichtes homo
genes Gestrick im Bereich der Kante erzielt werden.
Es ist auch möglich, statt der horizontalen Fangmasche(n) 98
vertikale Fangmasche(n) 99 vorzusehen, was den besonderen Vor
teil hat, daß mehr Volumen im Kantenbereich entsteht, und Lö
cher somit gut kaschiert werden.
Nicht dargestellt ist in Fig. 6 die bereits in Fig. 1 gezeigte
Möglichkeit des Splittens von Maschen, wodurch ebenfalls das
Volumen und die Dichte des Gestricks im Bereich der Spic
kelkante bzw. der Zunahme-/Minderungskante erhöht werden kann.
Die angegebenen Möglichkeiten können selbstverständlich in
technologisch machbarer Weise beliebig miteinander verknüpft
werden. Durch eine Verteilung der Abschnitte, in denen einen
Verformung des Gestricks stattfindet (Fig. 5), läßt sich eben
falls eine hohe Homogenität des Gestricks mit einer gewünschten
dreidimensionalen Verformung in Einklang bringen.
Fig. 8 zeigt ein zweilagiges Gestrick 100, bei dem in der obe
ren Lage die Kante 102 eines Spickels, bzw. einer Zunahme oder
Minderung relativ zur Kante 104 der unteren Lage um wenigstens
eine Maschenbreite versetzt ist. Hierdurch werden Inhomogeni
täten im Kantenbereich besser kaschiert und eine bessere mecha
nische Stabilität des Gestricks erzielt.
Fig. 9 zeigt einen Eckspickel. Beim Stricken der Maschenreihe A
wird die auf Nadel 1 des inaktivierten Bereichs hängende Masche
in den aktiven Bereich umgehängt. Zusätzlich werden die auf den
Nadeln 2 bis 5 hängenden Maschen um eine Nadel nach rechts ver
schoben. Dieser Vorgang wird wiederholt, bis alle fünf Maschen
des inaktiven Bereichs in den aktiven Bereich umgehängt worden
sind. Auf diese Weise wird in dem Gestrick eine Ecke erzeugt.
Im Bereich einer Kante lassen sich ein oder mehrere Schuß-
und/oder Kettfäden aus den in die Kante einlaufenden Maschen
reihen/Maschenstäbchen zu einer Verstärkung der Kante zusammen
führen, so daß sie in der Kante entlanglaufen. Auf diese Weise
wird die Kante verstärkt. Durch Verwendung elastischer Schuß-
oder Kettfäden läßt sich der Kantenbereich besser verdichten
und drapieren.
Selbstverständlich können die oben beschriebenen Grundtechniken
wie Zunehmen/Mindern einerseits und Spickeln andererseits be
liebig miteinander kombiniert werden.
Die Fig. 10 und 11 zeigen die Technik des Minderns bzw. bei um
gekehrtem Verfahrensablauf die Technik des Zunehmens bei dop
pelflächigen Gestricken auf Vierbettmaschinen bzw. Zweibettma
schinen mit je einem Hilfsnadelbett für jedes Bett. Die Nadeln
der beiden Hauptnadelbetten bzw. des ersten und zweiten Nadel
betts sind mit großen Buchstaben A bis H bezeichnet. Die Nadeln
der Hilfsnadelbetten bzw. des dritten und vierten Nadelbettes
sind mit a bis h bezeichnet. Beim Mindern wird der Verfahrens
ablauf von a bis f durchlaufen. Beim Zunehmen wird der umge
kehrte Vorgang von f bis a durchlaufen.
Fig. 10 zeigt das Mindern beginnend von der Nadel A des vorde
ren und hinteren Hauptnadelbettes. Die entsprechenden Maschen
werden auf die Nadeln a der äußeren Nadelbetten umgehängt. An
schließend werden im Verfahrensschritt b die äußeren Nadelbet
ten um eine Nadelposition nach rechts verschoben. Diese Stel
lung ist im Verfahrensschritt c dargestellt. Die Nadeln a der
äußeren Nadelbetten liegen nun neben den Nadeln B der inneren
Nadelbetten. Nun wird die auf den Nadeln a der äußeren Nadel
betten hängende Masche auf die Nadel B der inneren Nadelbetten
zurückgehängt. Anschließend werden die äußeren Nadelbetten wie
der in ihre Ausgangslage, d. h. um eine Position nach links zu
rückgefahren. Diese Ausgangsposition ist wiederum in Verfah
rensschritt d dargestellt. In diesem Verfahrensschritt wird
jetzt die nächste Masche B von den inneren Nadelbetten auf die
äußeren Nadeln b der äußeren Nadelbetten umgehängt. Anschlie
ßend werden die äußeren Nadelbetten wieder um eine Position
nach rechts verfahren, wie es im Verfahrensschritt e darge
stellt ist, so daß schließlich wieder die Position f erreicht
wird. Die auf den Nadeln b der äußeren Nadelbetten hängende Ma
sche wird nun auf die Nadeln C der inneren Nadelbetten umge
hängt. Danach werden die äußeren Nadelbetten wieder in ihre Ur
sprungsposition zurückbewegt.
Mit dem oben dargestellten Verfahren wird somit mittels einer
Flachstrickmaschine mit vier Nadelbetten eine synchrone Minde
rung bzw. im umgekehrten Verfahrensablauf Zunahme des doppel
flächigen Gestricks erzielt. Selbstverständlich ist es möglich,
nicht nur jeweils eine Masche umzuhängen, sondern es können je
nach gewünschter Treppenform der Zunahme/Minderung immer je
weils mehrere Gruppen z. B. vier Maschen gleichzeitig auf die
äußeren Betten umgehängt, anschließend um vier Positionen nach
rechts verfahren und auf die inneren Nadelbetten zurückgehängt
werden. Hierdurch verändert sich insbesondere der Randbereich
der Zunahme/Minderung.
Fig. 11 zeigt eine alternative Zunahme/Minderung zu Fig. 10.
Gemäß Fig. 11a werden die Maschen von den inneren Nadelbetten
nicht auf das zugehörige äußere Nadelbett, sondern auf das ge
genüberliegende äußere Nadelbett umgehängt. Das heißt, die
linke hintere Masche wird von der Nadel A des hinteren inneren
Nadelbettes auf die Nadel a des äußeren vorderen Nadelbettes
umgehängt. In umgekehrter Weise wird eine Masche von der Nadel
A des vorderen inneren Nadelbettes auf die Nadel a des hinteren
äußeren Nadelbettes umgehängt. Anschließend werden in analoger
Weise zu Fig. 10 die äußeren Nadelbetten um eine Position nach
rechts verfahren und die Maschen von den äußeren Nadelbetten
auf die zugehörigen inneren Nadelbetten umgehängt. Im Verfah
rensschritt d wird die Masche B der inneren vorderen und hinte
ren Nadelbetten auf die Nadel b der zugehörigen äußeren Nadel
betten umgehängt. Anschließend werden wiederum die äußeren Na
delbetten um eine Position nach rechts verschoben und die Ma
schen im Gegensatz zu Fig. 10 diesmal kreuzweise zurückgehängt,
d. h. von der Nadel b des hinteren äußeren Nadelbettes auf die
Nadel C des vorderen inneren Nadelbettes und von der Nadel b
des vorderen äußeren Nadelbettes auf die Nadel C des inneren
hinteren Nadelbettes. Auf diese Weise wird eine besonders in
tensive Verknüpfung der beiden Lagen am Punkt der Zu
nahme/Minderung erzielt. Auch dieses Verfahren gestattet eine
Zunahme, wenn es in umgekehrter Reihenfolge, d. h. von f nach a
durchgeführt wird. Das Verkreuzen der Randmaschen gemäß Fig. 11
bringt neben einer neuen Optik, die bei Sitzbezügen besonders
wichtig ist, auch mehr Stabilität im Kantenbereich und ein bes
seres Kaschieren der Umhängelöcher.
Falls mit Twinnadel gestrickt wird, kann eine besonders dichte
Struktur im Bereich der Zunahme/Minderung/Spickels erreicht
werden, wenn in diesem Bereich mit allen Nadeln gestrickt wird,
während im übrigen Bereich nur mit einer der beiden Twinnadeln
gestrickt wird. Daneben kann der Randbereich durch eine defi
nierte Verfahrensführung fester gestrickt werden als der übrige
Gestrickbereich. Falls eine linke und rechte Minderung vorgese
hen ist, können diese sequentiell abgearbeitet werden. Selbst
verständlich lassen sich alle oben beschriebenen löcherschlie
ßenden Techniken sowohl für die Zunahme/Minderung als auch für
das Spickeln verwenden. Eine weitere Versäuberung von Zunahme/
Minderung/Spickeln-Kanten läßt sich durch einzelne oder kombi
nierte Anwendung der Techniken Split, Schuß, Fang erzielen.
Claims (19)
1. Verfahren zur Herstellung eines dreidimensionalen Gestricks
auf einer Strickmaschine,
dadurch gekennzeichnet,
- - daß Maschen gemindert werden, indem Maschen (18b, 20) über einen Teilbereich des Nadelbetts auf näher zur Gestrickmitte angeordnete Nadeln umgehängt und anschließend weiter verstrickt werden, und
- - daß Maschen zugenommen werden, indem Maschen (18b, 20) über einen Teilbereich des Nadelbetts auf weiter von der Gestrick mitte entfernt angeordnete Nadeln umgehängt und weiter ver strickt werden oder indem Maschen auf separaten Abschnitten des Nadelbetts zugenommen werden und die auf den separaten Ab schnitten gestrickten Maschen dann aneinandergehängt und mit einander verbunden werden, z. B. durch Vermaschen oder seitli ches auf Fang legen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verfahren nach Anspruch 1 sukzessive in Zunahme/Minde
rungsschritten von wenigstens einer Masche je Maschenreihe
durchgeführt wird, bis eine gewünschte Maschenzahl zugenommen
oder gemindert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Umhängen auf weiter innen oder weiter außen liegende
Maschen derart durchgeführt wird, daß der umzuhängende Nadelbe
reich von dem aktiven Nadelbett auf ein anderes Nadelbett umge
hängt wird, das andere Nadelbett gegen das aktive Nadelbett
verschoben wird, und anschließend die Maschen von dem anderen
Nadelbett auf das aktive Nadelbett zurückgehängt werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Zunehmen um eine Masche die der Gestrickmitte am näch
sten angeordnete umgehängte Masche (18) vor dem Umhängen ge
splittet (18a, 18b) wird, wonach eine der beiden erzeugten Ma
schen (18b) umgehängt und die andere Masche (18a) auf die neu
zwischen dem umgehängten und nicht umgehängten Abschnitt ent
stehende freie Nadel gehängt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Zunehmen/Mindern bei einem mehrlagigen Gestrick (100)
in den wenigstens zwei Lagen um mindestens eine Masche versetzt
erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest in dem zugenommenen/geminderten und dem angren
zenden Strickbereich Schuß- (84) und/oder Kettfäden zur Ver
stärkung des Gestricks eingelegt werden.
7. Verfahren zur Erzeugung eines dreidimensionalen Gestricks
auf einer Strickmaschine,
dadurch gekennzeichnet,
daß Nadeln in einem Teilbereich (72, 74, 76, 78) des Nadelbettes
über zumindest eine Maschenreihe inaktiviert und anschließend
wieder aktiviert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Inaktivierung und anschließende Aktivierung von Nadeln
über mehrere Maschenreihen sukzessive in kleineren Schritten
bis auf eine definierte maximale Breite erfolgt (Fig. 3 und 4).
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Maschen in den aktiven Abschnitten, die an die inakti
vierten Abschnitte (74) angrenzen, auf Fang (80) gelegt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der letzten aktiven Maschenreihe vor und hinter der In
aktivierung der Nadeln ein Schußfaden (84) geführt ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schußfaden in der/n angrenzenden Masche/n des aktiven
Bereichs auf Fang gelegt oder eingebunden sind.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schußfaden (84) elastisch ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß wenigstens eine Masche im Randbereich zwischen aktivem und
inaktivem Bereich gesplittet wird, wonach eine Splitmasche dem
aktiven Bereich und eine dem inaktiven Bereich zugeordnet wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß zumindest in dem inaktivierten und angrenzenden aktiven Be
reich Schuß- und/oder Kettfäden zur Verstärkung des Gestricks
eingelegt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die äußere Masche (92) an der Kante vor einem inaktivierten
Bereich auf eine benachbarte äußere Masche der Kante umgehängt
wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß an die äußere Masche vor einem inaktivierten Bereich eine
weitere Masche (94) angestrickt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß an einer Spickelkante eine zusätzliche vertikale Masche
(96) erzeugt wird, indem die äußere Nadel des einem aktiven Be
reich folgenden inaktivierten Bereichs nicht inaktiviert wird.
18. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine an einer Spickelkante und/oder der Kante einer Zu
nahme/Minderung angeordnete Masche (98) auf Fang gelegt wird.
19. Textilmaterial, hergestellt nach einem oder mehreren der
vorhergehenden Ansprüche.
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