DE19616921C1 - Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung des Lichtbogens eines Lichtbogenschweißgeräts - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung des Lichtbogens eines LichtbogenschweißgerätsInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Beeinflussung des Lichtbogens eines Lichtbogenschweiß
geräts, insbesondere eines WIG-Schweißgeräts, nach dem
Oberbegriff des Hauptanspruchs.
Bei einem bekannten Verfahren dieser Art (DE-PS 40 06 202)
wird bei einem WIG-Schweißgerät mit einer selbstgeführten
Inverter-Stromquelle ein fest vorgegebener Wechselstromfre
quenzbereich dem Bereich der Änderung des Wertes des
Schweißstromes automatisch zugeordnet. Bei der Wahl einer
optimalen Wechselfrequenz des Schweißstromes sind hinsicht
lich der Geräuschentwicklung und der Güte der Schweißnaht
eine Reihe von Gesichtspunkten zu beachten.
Beim Wechselstrom-Schweißen verursachen die zyklischen Um
polungsvorgänge des Schweißstroms eine Geräuschbelästigung,
die aus der Gleichstrom-Schweißtechnik nicht bekannt ist.
Bei den Anstiegs- und Abstiegsflanken des durch den Null
punkt gehenden Schweißstroms erfolgt eine Umpolung des Ma
gnetfeldes, dem der Lichtbogen als ionisierendes Plasma
ausgesetzt ist. Das Plasma bewegt sich in diesem Magnetfeld
wie eine nahezu trägheitslose Membran in einem akustischen
Lautsprecher und strahlt dadurch erhebliche Geräusche ab.
Bei großen Schweißströmen treten hohe Stromänderungsge
schwindigkeiten und damit starke magnetische Flußwechsel
auf, wodurch die Schallabstrahlung des ionisierenden Licht
bogens sehr groß wird. Die absolute Stärke des abgestrahl
ten Schalls ist der Wechselfrequenz des Schweißstroms di
rekt proportional, weil die lärmerzeugenden Umpolungsvor
gänge bei hohen Wechselfrequenzen entsprechend oft statt
finden. Bei den notwendigen Schweißströmen können Wechsel
frequenzen über 150 Hz schon als störend empfunden werden.
Bei der Anwendung des gattungsgemäßen Verfahrens müssen
auch die Zusammenhänge der Wechselfrequenz und des Schweiß
stroms mit der Güte der Schweißnaht, bzw. der Qualität des
Lichtbogens beachtet werden. Insbesondere bei der Anwendung
zum Schweißen von Aluminium und dessen Legierungen ist es
nachteilig, daß sich auf der Oberfläche dieser Materialien
harte und hochtemperaturfeste Oxydschichten mit unter
schiedlicher Dicke bilden. Hier ist es erforderlich, daß
Hochspannungszündgeräte eingesetzt werden, die mit kurzen
aber sehr energiereichen Impulsen die Oxydschicht durch
schlagen.
Unterschiedliche Materialien benötigen jeweils eine indivi
duelle Optimierung der Kenngrößen des Lichtbogens. Bei sau
beren, neuen oder vorbehandelten (z. B. mechanisch oder gal
vanisch) Aluminium-Werkstoffen ist die Oxydschicht bei
spielsweise dünner und damit leichter zu zerstören als bei
älteren oder unbehandelten Materialien. Häufige Polaritäts
wechsel beeinflussen dabei die Reinigung der Oberfläche in
positiver Weise. Darüber hinaus wirkt der Lichtbogen bei
hohen Wechselfrequenzen schlanker und bei niedrigen Wech
selfrequenzen breiter auf die Oberfläche des Werkstoffs
ein, was zur Erzielung optimaler Schweißergebnisse ausge
nutzt werden kann.
Das von der jeweiligen Wechselfrequenz erzeugte Magnetfeld
wirkt auch auf das flüssige Schweißbad ein und bringt dies
in einen schwingenden Zustand. Bestimmte Wechselfrequenzen
können hierbei das Schweißergebnis verbessern oder ver
schlechtern; dies hängt beispielsweise ab von der Zusammen
setzung des Materials, der Materialdicke, der Art der
Schweißnaht und der Art der oben erwähnten Oxydschicht.
Weiterhin ist zu beachten, daß der Schweißstrom bei einem
Schweißvorgang nie eine konstante Größe ist und sich im
Normalbetrieb laufend ändert oder geändert werden kann,
beispielsweise durch die Anstiegs- und Absenkrampe, so daß
eine feste Zuordnung der Kenngrößen Strom und Frequenz auch
deswegen nachteilig ist.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vor
richtung der eingangs genannten Art so weiterzubilden, daß
unter Beibehaltung einer optimalen Geräuschminderung eine
flexible Anpassung der Kenngrößen des Lichtbogens an unter
schiedliche Schweißaufgaben gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung in vorteilhafter
Weise dadurch gelöst, daß ein Verfahren zur Beeinflussung
des Lichtbogens eines Lichtbogenschweißgeräts, insbesondere
eines WIG-Schweißgeräts, mit den Merkmalen des Kennzeichens
des Hauptanspruchs eine unterschiedliche, jeweils an die
aktuelle Schweißaufgabe angepaßte Zuordnung des Änderungs
bereiches der Wechselfrequenz des Schweißstroms vorsieht.
Hiermit können die eingangs erwähnten Nachteile des bekann
ten Verfahrens vermieden werden, die durch unvorteilhafte
Einstellungen für die jeweilige Schweißaufgabe hervorgeru
fen sind, da eine feste Zuordnung zwischen der Wechselfre
quenz und dem Schweißstrom überwunden ist.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Un
teransprüchen 2 bis 4 angegeben, die auf einfache Weise ei
ne Vorgabe eines definierten Verlaufs der zugeordneten Ab
hängigkeit der Kenngrößen voneinander ermöglichen.
Mit einer vorteilhaften Vorrichtung nach Anspruch 5 und deren Weiterbildung gemäß Anspruch 5 kann
das erfindungsgemäße Verfahren mit den vorhandenen Möglich
keiten der Elektronik ausgeführt werden, indem sich mit ei
nem Funktionsgenerator in der Steuervorrichtung des
Schweißgeräts die optimalen Zuordnungen der Kenngrößen rea
lisieren lassen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der
Zeichnung erläutert. Es zeigen,
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung der Steuervorrichtung
eines WIG-Schweißgeräts,
Fig. 2 ein Diagramm zur Erläuterung der Zuordnung
des Wertes der Wechselfrequenz und der Größe des
Schweißstroms.
In Fig. 1 ist eine Schweißanordnung mit einem WIG-
Schweißgerät dargestellt, bei dem über eine selbstgeführte
Inverter-Stromquelle 1 eine Schweißelektrode 2 mit dem
Schweißstrom I versorgt wird. An Ausgangsklemmen 3 und 4
ist dieser Schweißstrom I abnehmbar. Die Ausgangsklemme 4
ist beim Ausführungsbeispiel mit einem Werkstück 5 und die
Ausgangsklemme 3 mit der Schweißelektrode 2 verbunden.
Die Steuerung der Kenngrößen für den Wert des Schweißstroms
Isoll und für den Wert der Wechselfrequenz Fsoll erfolgt in
einer Steuervorrichtung 6. Ein vorgegebener Sollwert für
den Schweißstrom I wird beim dargestellten Ausführungsbei
spiel über ein Potentiometer 7 in der Schweißvorrichtung 6
eingestellt. Dieses Stellsignal durchläuft einen ersten
Funktionsgenerator 9, in dem die typischen Zeitverläufe
während des WIG-Schweißens erzeugt werden; es werden die
Anstiegsrampe am Anfang und die Absenkrampe am Ende sowie
die Pulsfunktion realisiert. Hieraus ist der Sollwert Isoll
für die Steuerung der Leistungsendstufe der Stromquelle
1 an einem ersten Steuereingang 10 gebildet.
An einem zweiten Steuereingang 11 der Stromquelle 1 liegt
ein Sollwert Fsoll für den Wert der Wechselfrequenz des
Schweißstroms I an. Der Sollwert Fsoll wird von einem zwei
ten Funktionsgenerator 12 erzeugt, der als Eingangsgrößen
die Stellwerte zweier Potentiometer 13 und 14 erhält. Mit
diesen Potentiometern 13 und 14 können beispielsweise der
Wert der Wechselfrequenz bei minimalem Schweißstrom und bei
maximalem Schweißstrom eingestellt werden. An einem weite
ren Eingang 15 kann eine besondere Kurvenform (bspw. linear
oder nichtlinear) der Abhängigkeit der Wechselfrequenz vom
Wert des Schweißstromes I eingestellt werden, wobei über
einen Eingang 16 die Kopplung mit dem Sollwert Isoll des
Schweißstroms I erfolgt.
Die Realisierung der Einstellmöglichkeiten mit den Poten
tiometern 7, 13 und 14 beim Ausführungsbeispiel kann in üb
licher Weise auch mit digitalen Schaltern vorgenommen wer
den, da die Funktionsgeneratoren 9 und 12 in der Regel
ebenfalls digital aufgebaut sind und daher diese digitalen
Eingangssignale einfach verarbeiten können.
In Fig. 2 sind beispielhaft zwei Verläufe der Abhängigkeit
der Wechselfrequenz vom Wert des Schweißstromes I darge
stellt. In der Kurve 20 ist ein linear abfallender Verlauf
der Wechselfrequenz und in der Kurve 21 ist ein nichtlinear
steigender Verlauf bei steigendem Schweißstrom I gezeigt.
Claims (6)
1. Verfahren zur Beeinflussung des Lichtbogens eines Licht
bogenschweißgeräts, insbesondere eines WIG-Schweißgeräts,
bei dem
- - der Lichtbogen durch einen Schweißstrom (I) mit einer veränderbaren Wechselfrequenz erzeugt wird, wobei die Ver änderung der Wechselfrequenz zumindest in Teilbereichen mit einer Veränderung der Größe des Schweißstromes (I) automa tisch korrespondiert, dadurch gekennzeichnet, daß
- - jedem Wert der Größe des Schweißstromes (I) ein vorgebba rer Wert der Wechselfrequenz (Fsoll) zugeordnet wird, wobei diese Zuordnung auch während des Schweißvorgangs verändert werden kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
- - zwischen einem minimalen Wert und einem maximalen Wert des Schweißstromes (I) ein linearer Verlauf der Änderung der Wechselfrequenz (Fsoll) erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
- - zwischen einem minimalen Wert und einem maximalen Wert des Schweißstromes (I) ein nichtlinearer Verlauf der Ände rung der Wechselfrequenz mit einer beliebig vorgebbaren Funktion erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß
- - einem oder mehreren ausgewählten Werten des Schweißstro mes (I) Werte der Wechselfrequenz (Fsoll) zugeordnet werden und
- - daß die Werte der Wechselfrequenz (Fsoll) bis zum jeweiligen minimalen und maximalen Wert des Schweißstromes (I) durch Interpolation nach einer vorgebbaren Funktion ermittelt werden.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
- - das Lichtbogenschweißgerät eine Steuervorrichtung (6) für die Kenngrößen des Lichtbogens aufweist, an der eine Eingabe vorrichtung (7, 13, 14) für die Einstellung mindestens eines Stromwertes (Isoll) des Schweißstromes (I) und des jeweils zugeordneten Wertes der Wechselfrequenz (Fsoll) angeordnet ist und daß
- - die Steuervorrichtung (6) einen zweiten Funktionsgenera tor (12) enthält, der eine vorgebbare oder vorprogrammierte Zuordnung der Wechselfrequenz (Fsoll) zu den Stromwerten (Isoll) des Schweißstromes (I) bewirkt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
- - der zweite Funktionsgenerator (12) mit den Stellwerten von Potentiometern (13, 14) oder digitalen Schaltern beauf schlagbar ist, mit denen der Wert der Wechselfrequenz (Fsoll) bei minimalem Schweißstrom (I) und der Wert der Wechselfrequenz (FSoll) bei maximalem Schweißstrom (I) einstellbar ist und daß
- - dem Funktionsgenerator (12) über einen Eingang (15) un terschiedliche Kurvenformen (20, 21) für die Abhängigkeit der Wechselfrequenz (Fsoll) vom Schweißstrom (I) vorgebbar sind.
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| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996116921 DE19616921C1 (de) | 1996-04-27 | 1996-04-27 | Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung des Lichtbogens eines Lichtbogenschweißgeräts |
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| DE1996116921 DE19616921C1 (de) | 1996-04-27 | 1996-04-27 | Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung des Lichtbogens eines Lichtbogenschweißgeräts |
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|---|---|
| DE19616921C1 true DE19616921C1 (de) | 1997-04-17 |
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ID=7792648
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| DE1996116921 Expired - Lifetime DE19616921C1 (de) | 1996-04-27 | 1996-04-27 | Verfahren und Vorrichtung zur Beeinflussung des Lichtbogens eines Lichtbogenschweißgeräts |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19616921C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| WO2008122734A3 (fr) * | 2007-03-01 | 2008-12-24 | Saitek | Procede de determination d'un courant de soudage delivre par une machine a souder par resistance, machine utilisant ce procede |
| EP2199004A1 (de) | 2008-12-16 | 2010-06-23 | EWM Hightec Welding GmbH | Verfahren und Vorrichtung zum Lichtbogenschweißen oder Lichtbogenlöten mit kodierter Information im Verlauf eines Wechselstromes |
| DE202008018071U1 (de) | 2008-12-16 | 2011-08-10 | Ewm Hightec Welding Gmbh | Schweiß- oder Lötvorrichtung mit einem Leistungsteil und einer Modulartorschaltung |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE4006202C1 (de) * | 1990-02-28 | 1991-05-02 | Rehm Schweisstechnik Gmbh & Co., 7321 Wangen, De |
-
1996
- 1996-04-27 DE DE1996116921 patent/DE19616921C1/de not_active Expired - Lifetime
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