DE19616843A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Übertragen eines zum Ausleuchten von Bildpunkten eines Videobildes vorgesehenen, in einen Lichtleiter eingekoppelten Lichtbündels geringer Divergenz - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Übertragen eines zum Ausleuchten von Bildpunkten eines Videobildes vorgesehenen, in einen Lichtleiter eingekoppelten Lichtbündels geringer DivergenzInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Übertragen eines zum Ausleuchten von
Bildpunkten eines Videobildes vorgesehenen, in einen Lichtleiter eingekoppelten
Lichtbündels geringer Divergenz mit einem optischen System zum Bündeln eines
übertragenen, den Lichtleiter verlassenden Lichtbündels. Weiter bezieht sich die Erfindung
auf ein Videosystem mit einer Lichtquelle zum Emittieren eines Lichtbündels kleiner
Divergenz zum Ausleuchten von Bildpunkten eines Videobildes, mit einem Lichtleiter zur
Lichtübertragung, in die ein zu übertragendes Lichtbündel von ebenfalls geringer Divergenz
eingekoppelt ist, sowie mit einem optischen System zum Bündeln des übertragenen
Lichtbündels.
Videosysteme, bei denen Bildpunkte mit Hilfe von Lichtbündeln ausgeleuchtet werden, sind
beispielsweise aus der DE-PS 43 24 848 bekannt. Bei diesem Videosystem wird mindestens
ein Lichtbündel gemäß einer Videonorm rasternd über einen Schirm abgelenkt, ähnlich wie
es beim Fernsehen von der Bilderzeugung mit Hilfe eines Elektronenstrahls mit den zum
Rastern vorgesehenen Ablenkspulen bekannt ist. Das Lichtbündel wird, analog zum
genannten Elektronenstrahl, intensitätsmoduliert, um für die einzelnen auf dem Schirm
dargestellten Bildpunkte einen dem Bildinhalt entsprechenden Grauwert bzw. Farbe zu
erzeugen. Als Lichtbündel werden dabei üblicherweise Laserstrahlen eingesetzt, da diese
sehr parallel sind und auch in großem Abstand vom Schirm zur Rastereinrichtung eine hohe
Auflösung gestatten.
In der DE-PS 43 24 848 wird vorgeschlagen, die Einrichtung zum Rastern der Laserstrahlen
in Lichtausbreitungsrichtung hinter der Laser-Modulationseinrichtung räumlich abzutrennen.
Dies ist für die Wartung und/oder für eine besonders günstige Raumaufteilung vorteilhaft,
insbesondere wenn ein besonders kompaktes Laservideoprojektionssystem entstehen soll.
Zur Übertragung der Laserstrahlen zwischen der Laser-Modulationseinrichtung und der
Rastereinrichtung wird ferner vorgeschlagen, einen Lichtwellenleiter einzusetzen. Als
Lichtwellenleiter sind insbesondere Lichtleitfasern bekannt, in denen das Licht in einem
ummantelten Kern geführt wird. Unerwünschtes Austreten von Licht aus dem Kern wird durch
Totalreflexion zwischen Kern und Mantel vermieden.
Bei Lichtleitfasern wird jedoch die hohe Parallelität des eingekoppelten Laserstrahls aufgrund
unterschiedlicher Reflexion zwischen Kern und Mantel aufgehoben, so daß das aus der
Lichtleitfaser austretende Licht eine wesentlich höhere Divergenz als der eingekoppelte
Laserstrahl aufweist. Zur Verringerung dieser Divergenz wird in der DE-PS 43 24 848 weiter
vorgeschlagen, in Lichtausbreitungsrichtung hinter der Lichtleitfaser ein optisches System
vorzusehen, welches das aus der Lichtleitfaser austretende Lichtbündel parallelisiert.
Trotzdem hat sich gezeigt, daß das derart parallelisierte Lichtbündel in der Praxis
schlechtere Strahleigenschaften aufweist als das in die Lichtleitfaser eingekoppelte Licht.
Eine vollständige Parallelisierung ist nicht erreichbar.
Für ein hochaufgelöstes Videobild, vor allem für zukünftige HDTV-Normen, ist jedoch eine
geringe Divergenz Voraussetzung dafür, daß der Laserlichtfleck, der die Bildpunktgröße
wesentlich bestimmt, auf dem Schirm so klein ist, daß er der erforderlichen Zeilenauflösung
entspricht. Wie die vorstehende Diskussion zeigt, wird die Divergenz bei Verwendung einer
Lichtleitfaser stark vergrößert.
Insbesondere wird durch die Übertragung in einer Lichtleitfaser auch ein entscheidender
Einfluß auf die Modenstruktur des Laserstrahls genommen. Sei Einsatz von Multimode-Lichtleitfasern
wird die Einmodenstruktur des Lasers in eine Vielzahl von Moden aufgelöst.
Möglicherweise könnte man entsprechend der Lehre der DE-PS 43 24 848 eine einzelne
Mode der entstehenden Moden parallelisieren, die anderen werden dann jedoch aufgeweitet,
so daß sich für das gesamte, aus der Lichtleitfaser austretende Lichtbündel keine für
hochauflösende Videobilder geeignete Auflösung ergibt.
Außerdem wird an der Lichtaustrittsfläche des Lichtwellenleiters gemäß der DE-PS
43 24 848 eine Sammellinse angeordnet, deren Brennpunkt mit dem Zentrum der
Lichtaustrittsfläche zusammenfällt. Dadurch wird theoretisch erreicht, daß der Punkt der
Lichtaustrittsfläche, der die optische Achse der Sammellinse enthält, in das Unendliche
abgebildet wird. Da die Lichtaustrittsfläche des Lichtwellenleiters aber eine endliche
Ausdehnung besitzt, ist für die Ausbreitungsbedingung des Laserlichts, das über die gesamte
Querschnittsfläche des Lichtwellenleiters, beispielsweise auch in der Nähe des Mantels einer
Lichtleitfaser, austritt, Parallelität nicht zu erreichen. Die Abbildung sogar parallel zur
optischen Achse austretender Laserstrahlen mittels der Linse kann die erreichbare Auflösung
aufgrund des durch diese Linse aufgeweiteten, auf den Schirm auftreffenden Lichtbündels
ebenfalls stark verringern.
Aufgabe der Erfindung ist es, das aus dem Stand der Technik bekannte gattungsgemäße
Verfahren und das Videosystem so zu verbessern, daß trotz Übertragung mit einem
Lichtleiter eine höhere Auflösung erreichbar ist.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, bei dem der Divergenzwinkel des vom
optischen System nach dem Lichtleiter ausgehenden Lichtbündels gleich dem Winkel der
Divergenz des zum Übertragen in den Lichtleiter eingekoppelten Lichtbündels eingestellt
wird. Ferner ist auch ein gattungsgemäßes Videosystem erfindungsgemäß dadurch
gekennzeichnet, daß das optische System an einem Ort relativ zum Lichtleiter angeordnet ist
und eine definierte Brennweite aufweist, an welchem und bei welcher der Divergenzwinkel
des Lichtbündels gleich dem geringen Divergenzwinkel des zum Übertragen in den Lichtleiter
eingekoppelten Lichtbündels ist. Wie sich in der Praxis gezeigt hat, läßt sich diese
Bedingung auch bei allen, eventuell vom Lichtleiter erzeugten verschiedenen Moden
erfüllen.
Erfindungsgemäß wird das vom Lichtleiter ausgehende Lichtbündel nicht parallelisiert. Im
Gegensatz zum Stand der Technik wird ein Divergenzwinkel nicht nur zugelassen, sondern
sogar gefordert. Dies steht ferner im Gegensatz zu der Anschauung, daß bei einem
parallelen Lichtbündel in sehr großen Entfernungen, wie es bei den genannten Videosystem
üblich ist, selbstverständlich ein kleiner Fokuspunkt erwartet wird. Der Erfindung liegt
dagegen die Erkenntnis zugrunde, daß man auch ohne Lichtleiter nur eine begrenzte
Bildpunktgröße erreichen könnte, die aufgrund von Aufweitungen bei der Strahlerzeugung
gegebene Divergenz des Lichtbündels bestimmt ist und die man nicht verbessern kann.
Wegen einer bei der Strahlerzeugung schon auftretenden, wenn auch geringfügigen
Divergenz, ist es unmöglich, daß über den Lichtleiter und das nachfolgende optische System
die Divergenz verbessert werden kann, denn die aus der Optik von grundsätzlicher
Bedeutung erkannte Helmholtz-Lagrangesche Invariante erlaubt es nicht, bei schon
vorhandener Divergenz aufgrund der Lichterzeugung beliebig gut zu fokussieren.
Auch bei quantenmechanischer Betrachtung einer Vielzahl von Photonen in einem
Phasenraumvolumen und bei Beachtung des allgemeingültigen Liouvilleschen Theorems,
aufgrund dessen die Teilchenzahlbesetzung im Phasenraumvolumen erhalten bleibt, macht
deutlich, daß eine beliebig gute Fokussierung an beliebigem Ort nur soweit möglich ist, wie
es die Anfangsbedingungen erlauben. Deswegen könnte man vermuten, daß durch
Auslegung des optischen Systems, mit dem das Lichtbündel aus dem Lichtleiter gemäß einer
Divergenz ausgekoppelt wird, die gleich der des eingekoppelten Lichtstrahles ist, die
Fokussierung optimal wird. Die Phasenraumbesetzung der Photonen im Impulsraum bleibt
dann gleich, unabhängig davon, ob der räumliche Anteil des Phasenraumes durch den
Lichtleiter verändert wird. Diese Vermutung hat sich experimentell als richtig herausgestellt.
Derartige Überlegungen gelten nicht nur für Lichtleitfasern, sondern auch für andere
Lichtwellenleiter, beispielsweise Lichtleitstäbe, oder Zylinder mit verspiegelter
Zylinderinnenfläche, so daß die Erfindung auf alle Lichtleiter übertragen werden kann.
Für das optische System könnte man ausgehend von der DE-PS 43 24 848 daran denken,
ein optisches System einzusetzen, bei dem ein erstes Linsensystem die in dieser
Patentschrift genannte Sammellinse ist und bei dem nachfolgend ein zweites Linsensystem
negativer Brechkraft vorgesehen wird, mit dem die erfindungsgemäß geforderte Divergenz
eingestellt wird. Ein derartiges optisches System könnte sogar ein afokales System
enthalten, dessen Brennpunkt theoretisch in unendlicher Ferne liegt.
Als praxisgerechter hat sich jedoch ein Videosystem gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung
der Erfindung erwiesen, bei dem das optische System positive Brechkraft aufweist und
dessen dingseitiger Brennpunkt am Ausgang des Lichtleiters im Bereich des Kernes liegt. In
vorteilhafter Weise werden dadurch gegenüber den vorgenannten beispielhaften Systemen
Linsen eingespart. Im Extremfall, wenn man auf Farbkorrekturen verzichten kann, reicht
gemäß dieser Weiterbildung eine einfache Sammellinse aus.
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung wird das optische System bezüglich
der Achse des Lichtleiters so angeordnet, daß sich die optische Achse des optischen
Systems senkrecht zum ausgangsseitigen Kern des Lichtleiters erstreckt sowie zentrisch vom
Kern ausgeht und das optische System eine dingseitige Hauptebene aufweist, die an dem
Schnittpunkt der optischen Achse mit einer vom Kerndurchmesser ausgehenden, sich unter
dem Divergenzwinkel des in den Lichtleiter eingekoppelten Lichtbündels geringer Divergenz
zur optischen Achse erstreckenden Verbindungsgeraden liegt.
Diese Anordnung ist deswegen besonders günstig, da dabei nicht nur sichergestellt wird, daß
das vom Zentrum des Kerns ausgehende Lichtbündel die erfindungsgemäß geforderte
Divergenz hat, sondern die von der gesamten Fläche des Kerns des Lichtleiters
ausgehenden Lichtstrahlen durch das optische System in entsprechenden Lichtstrahlen mit
der erfindungsgemäß geforderten Divergenz überführt werden. Dies sieht man leicht ein,
wenn man das optische System als Einzellinse auffaßt, bei der die Hauptebene die
Linsenposition angibt. Dann ist nämlich der unter dem Divergenzwinkel aus dem Lichtleiter
ausgekoppelte, vom Umfang des Kerns ausgehende Teilstrahl des Lichtbündels gleich dem
Mittenstrahl durch diese Linse und hat aufgrund der angegebenen Konstruktion genau die
geforderte Divergenz.
Die vorhergehenden Betrachtungen befaßten sich vor allem mit dem Impulsanteil des
Phasenraumvolumens. Besonders günstige Verhältnisse bezüglich der Intensität erhält man
allerdings dann, wenn alle Photonen im Phasenraum des eingekoppelten Lichtstrahls vom
Lichtleiter übertragen werden. Gemäß einer diesbezüglich vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung weist der Lichtleiter dann einen Kerndurchmesser dk sowie eine ihr für die
Lichtaufweitung zugeordnete Apertur A auf, deren Produkt aus dk und A gleich dem Produkt
des in Radian bemessen Divergenzwinkels mit dem Durchmesser des eingekoppelten
Lichtbündels geringer Divergenz ist.
Dies läßt sich aus dem Grundsatz der Erhaltung der Besetzung des Phasenraumvolumens
herleiten, wobei allerdings der Sinus des Divergenzwinkels aufgrund der kleinen Divergenz
gleich dem Winkel in Radian gesetzt wurde. Aus der Optik ist das hier eingesetzte Prinzip
jedoch auch aus der Sinusbedingung oder im Spezialfall achsnaher Strahlen als Erhaltung
des Strahlprodukts gemäß der Helmholtz-Lagrangeschen Invarianten bekannt.
Im Prinzip erlaubt diese Auswahl des Lichtleiters gemäß der Weiterbildung auch daß die
gesamte Intensität des eingangsseitig einfallenden Lichtbündels in den Lichtleiter
eingekoppelt wird. Die vollständige Einkopplung des Lichtbündels in den Lichtleiter soll
später näher betrachtet werden.
Wenn dagegen nur ein Teil des eingekoppelten Lichtbündels, beispielsweise der Teil, der
durch eine eventuell vorgesehene Blende durchgelassen wird, oder wenn ein Teil eines
Lichtbündels mit größerem Durchmesser als der Kern in den Lichtleiter durch den Lichtleiter
übertragen wird, muß statt des tatsächlichen Durchmessers des eingekoppelten Lichtbündels
ein entsprechend äquivalenter Durchmesser, wie beispielsweise der Durchmesser der Blende
oder des Kerns des Lichtleiters, in die genannte Beziehung zur Auswahl des Lichtleiters
eingesetzt werden.
Wie aus den vorstehenden Erläuterungen deutlich wird, hängt eine optimale Übertragung des
Lichtbündels wesentlich von der Apertur des Lichtleiters ab. Insbesondere hat sich gezeigt
daß die Erfindung dann am besten verwirklicht werden kann, wenn die Apertur des
Lichtleiters zwischen 0,08 und 0,12 liegt und insbesondere einen Wert von 0,1 aufweist,
wobei der Lichtleiter insbesondere einen Kerndurchmesser von 15 µm hat.
Auch der Abstand des optischen Systems vom Lichtleiter kann nicht beliebig gewählt werden,
was sich vor allem, da der Brennpunkt in der Nähe des Kerns liegen sollte, auf die
Brennweite auswirkt. Ein sehr großer Abstand vom Ausgang des Lichtleiters würde sehr
große Linsen zur Folge haben, ein sehr kleiner Abstand vergrößert den Aufwand für die
Justage. Optimal wählt man einen durch die Brennweite des optischen Systems gegebenen
Abstand gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung, bei welcher das optische
System positiver Brechkraft einen Betrag der Brennweite im Bereich von 15 mm bis 25 mm,
insbesondere einen Wert von 20 mm, aufweist.
Wie vorstehend schon angedeutet wurde, ist es zweckmäßig, das gesamte von der
Lichtquelle erzeugte Laserlichtbündel in den Lichtleiter einzukoppeln. Dies läßt sich gemäß
einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung dadurch erreichen, daß zum Einkoppeln des
Lichtbündels in den Lichtleiter ein weiteres optisches System vorgesehen ist.
Insbesondere erhält man dann eine besonders gute Einkopplung gemäß einer bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung, wenn das weitere optische System das einzukoppelnde
Lichtbündel geringer Divergenz zentrisch auf den Kern des Lichtleiters fokussiert, wobei der
auf dem Kern erzeugte beugungsbegrenzte Fokusdurchmesser des weiteren optischen
Systems kleiner oder gleich 2/3 des Kerndurchmessers ist. Weiter ergibt sich eine besonders
günstige Einkopplung gemäß einer vorzugsweisen Weiterbildung der Erfindung, wenn sich
die optische Achse des weiteren optischen Systems am Eingang des Lichtleiters senkrecht
zum Kerndurchmesser sowie konzentrisch zum Kern erstreckt. Aufgrund dieser
Weiterbildung wird ein Teilverlust durch Beugung oder direkte Reflexion zwischen Kern und
Mantel aus dem Lichtleiter im wesentlichen vermieden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beispielshalber noch näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 Schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen
Ausführungsbeispiels;
Fig. 2 Schematische Darstellung im Schnitt zur Erläuterung der Geometrie
eines näher ausgeführten Ausführungsbeispiels;
Fig. 3 Geometrische Anordnung eines weiteren optischen Systems zur
Einkopplung in eine Lichtleitfaser;
Fig. 4 Anordnung für ein Videoprojektionssystem, in dem eine
erfindungsgemäße Lichtleitfaser in Kombination mit einem optischen
System eingesetzt ist.
In Fig. 1 ist das einfallende Lichtbündel mit einem perspektivisch gezeichneten Pfeil 1 und
das ausfallende Lichtbündel mit einem weiteren, ebenso dargestellten Pfeil 2 angedeutet. Die
Schäfte der Pfeile 1 und 2 sind kegelstumpfartig ausgebildet, wodurch die Divergenz des
einfallenden und des ausfallenden Lichtbündels angedeutet wird. Wie man aus der
schematischen Darstellung von Fig. 1 ersieht, haben die Schäfte der Pfeile 1 und 2 die
gleiche Neigung, wodurch anschaulich gemacht wird, daß das ausfallende Lichtbündel
(Pfeil 2) den gleichen Divergenzwinkel wie das einfallende Lichtbündel (Pfeil 1) aufweist.
Diese Gleichheit der Divergenz wird durch das optische System 4 gewährleistet, das in
geeigneter Weise ausgelegt und in bezug auf den Ausgang einer Lichtleitfaser 6 angeordnet
ist. In der Lichtleitfaser 6 ist ferner ein lichtführender Kern 8 angedeutet. Die Pfeile 9 und 10
veranschaulichen den maximalen Divergenzwinkel eines austretenden Lichtbündels.
Weiter ist in der schematischen Zeichnung von Fig. 1 eine konzentrisch zum Kern 8
verlaufende optische Achse 12 der Lichtleitfaser 6 als strichpunktierte Linie gezeigt, die
ausgangsseitig mit der optischen Achse des optischen Systems 4 und eingangsseitig mit der
optischen Achse des mit dem Pfeil 1 bezeichneten einfallenden Lichtbündels zusammenfällt.
Die unterbrochen dargestellte Lichtleitfaser 6 verdeutlicht nur die eingangsseitigen und
ausgangsseitigen Details der Lichtübertragungsanordnung. Die Enden des Lichtleiters (6)
werden in praxi natürlich gegeneinander verdreht und/oder verschoben sein.
Die Fig. 1 verdeutlicht durch die Darstellung des Pfeils 1, daß ein Lichtbündel geringer
Divergenz in die Lichtleitfaser 6 eingekoppelt wird. Aufgrund von Reflexionen zwischen Kern
und Mantel der Lichtleitfaser 6 wird das übertragene Lichtbündel aufgeweitet, wie mit den
Pfeilen 9 und 10 angedeutet ist.
Nach dem einleitend genannten Stand der Technik würde man das aus der Lichtleitfaser 6
austretende Lichtbündel mit Hilfe des optischen Systems 4 parallelisieren. Erfindungsgemäß
wird dagegen das optische System 4, insbesondere auch bezüglich seines Abstands zur
Lichtleitfaser 6, so ausgelegt, daß das durch den Pfeil 2 angedeutete Lichtbündel dieselbe
Divergenz erhält wie das durch den Pfeil 1 schematisch dargestellte eingekoppelte
Lichtbündel. Die Gleichheit der Divergenzen sind in der Fig. 1 schematisch über die gleiche
kegelstumpfartige Ausbildung der Schäfte der Pfeile 1 und 2 angedeutet.
Das eingekoppelte Lichtbündel kann direkt auf den Kern 8 der optischen Faser 6 gerichtet
werden. Im allgemeinen Fall ist der Durchmesser von in Videosystemen verwendbaren
Laserstrahlen aber üblicherweise wesentlich größer als Kerne von Lichtleitfasern 6, so daß
man das durch den Pfeil 1 schematisch dargestellte Lichtbündel auch mit einem weiteren
optischen System in die Lichtleitfaser 6 einkoppeln wird. Ein Ausführungsbeispiel dafür ist in
Fig. 3 gezeigt.
Vorerst sollen allerdings anhand der Fig. 2 die geometrischen Verhältnisse ausgangsseitig
der Lichtleitfaser 6 und des optischen Systems 4 näher diskutiert werden.
Das optische System 4 ist hier zur Vereinfachung als einzelne Linse dargestellt. Bei
speziellen Anforderungen, zum Beispiel für eine Farbkorrektur, wird man dagegen ein
optisches System aus mehreren Linsen, einen Achromat, zur Farbkorrektur verwenden. Dann
ist die als H in Fig. 2 bezeichnete Ebene des als Linse dargestellten optischen Systems 4 in
Fig. 2 die dingseitige und gleichzeitig bildseitige Hauptebene.
In Fig. 2 ist die Divergenz des auslaufenden Strahls durch den Divergenzwinkel θ
angedeutet. Der Divergenzwinkel θ ist der Winkel zwischen der optischen Achse und der
Geraden vom Randpunkt des Faserkerns durch den Schnittpunkt von H mit der optischen
Achse. Diese ist erfindungsgemäß über die Auslegung des optischen Systems 4 gleich dem
Divergenzwinkel θ des eingekoppelten in Fig. 3 gezeigten Strahls geringer Divergenz 14
einzustellen.
Das optische System 4 wurde im Ausführungsbeispiel bezüglich seiner Brennweite nun so
ausgelegt, daß das unter dem Winkel A aus der Lichtleitfaser 6 ausfallende Lichtbündel
durch das optische System 4 in das durch Pfeile begrenzte, ausfallende Lichtbündel 15 mit
dem gleichen Divergenzwinkel θ wie das eingekoppelte Lichtbündel 14 ausfällt. Der Winkel A
bezeichnet hier die Apertur, die im Ausführungsbeispiel als Winkel auftritt, weil die
Lichtleitfaser dort eine Apertur bei kleinen Werten zwischen 0,08 und 0,12 und insbesondere
0,1 hatte, weshalb der Sinus des Winkels, der üblicherweise die Apertur beschreibt, ungefähr
gleich dem in Radian ausgedrückten Winkel gesetzt werden kann.
Unter Beachtung der Bedingung des konstanten Strahlprodukts wurde die Lichtleitfaser 6 so
ausgewählt, daß deren Produkt von Apertur und Kerndurchmesser gleich der Divergenz θ
des eingekoppelten Strahls 14 multipliziert mit dem Durchmesser d des in die Lichtleitfaser
eingekoppelten Strahls (Fig. 3) ist. Da das gesamte Lichtbündel gemäß Fig. 3 über ein
weiteres optisches System 20 in die Lichtleitfaser 6 eingekoppelt wird, muß auch bei der
Einkopplung die Bedingung des konstanten Strahlproduktes gelten. Daraus ergibt sich, daß
bei diesem Ausführungsbeispiel mit der Einkopplung des Lichtbündels 14 über das weitere
optische System 20 das zur Videoprojektion eingesetzte, von der Lichtleitfaser 6 ausgehende
Lichtbündel 15 praktisch die gleiche Divergenz wie der aus der Quelle auslaufende Strahl
aufweist. Diese vorteilhafte Eigenschaft ergibt sich auch, wenn eine Multimodenfaser
verwendet wird, da die Erhaltung des Strahlprodukts unabhängig von der Modenstruktur
gültig ist.
Aus Fig. 2 ergibt sich noch eine weitere Eigenschaft des optischen Systems 4. Dieses ist mit
seiner dingseitigen Hauptachse H an einem Ort angeordnet, bei dem eine vom Umfang des
Kerns 8 mit der Winkelneigung θ zur optischen Achse 12 auslaufende Gerade 18 die
optische Achse 12 schneidet. Der entlang der Geraden 18 auslaufende Lichtstrahl des aus
der Lichtleitfaser 6 austretenden Lichtbündels geht dann mit der Neigung θ zur optischen
Achse 12 mittig durch die Hauptebene H des optischen Systems 4, das heißt, auch ein vom
Umfang des Kerns 8 ausgehender Strahl weist die gleiche Divergenz wie ein achsnaher aus
der Lichtleitfaser 8 austretender Lichtstrahl auf. Das optische System 4 bildet damit
zumindest näherungsweise alle vom Kern 8 ausgehenden Lichtstrahlen in das auslaufende
Lichtbündel 15 ab. Damit wird der gesamte Flächenbereich des Kerns 8 über das optische
System 4 gleichmäßig transformiert. Daher weist das Lichtbündel 15 im wesentlichen die
gleichen optischen Eigenschaften bezüglich Parallelität und Durchmesser wie das
einlaufende Lichtbündel 14 auf.
Man muß erwarten, daß aufgrund der Umkehrbarkeit des Lichtweges auch beim Einkoppeln
des Lichtbündels 14 in die Lichtleitfaser 6 gleiche Überlegungen bezüglich des
Strahlprodukts angestellt werden müßten. Es hat sich gezeigt, daß es ebenso günstig ist, die
Eingangsfläche des Kerns 8 in den Brennpunkt des weiteren optischen Systems 20 zu legen
und das optische System 20 so auszulegen, daß der beugungsbegrenzte Fokus des
Lichtbündels 14 auf den Kern 8 kleiner oder ungefähr 2/3 des Kerndurchmessers dk ist.
Dabei werden Reflexionen und Verluste an der Kernmantelfläche der Lichtleitfaser 6 im
wesentlichen vermieden, so daß besser sichergestellt werden kann, daß das einfallende
Lichtbündel 14 vollständig in die Lichtleitfaser 6 eingekoppelt wird.
Im Ausführungsbeispiel wurden für die optischen Systeme 4 und 20 einfache Linsen mit einer
Brennweite von 20 mm eingesetzt. Besonders geeignet sind aber auch optische Systeme 4
und 20 mit Brennweiten zwischen 15 und 25 mm.
Fig. 4 zeigt den Einsatz der erfindungsgemäßen Auskopplung eines Lichtbündels aus der
Lichtleitfaser 6 in einem Videoprojektionsgerät. Dieses Videoprojektionsgerät wird in der DE-PS
43 24 848 näher beschrieben, so daß sich hier eine detaillierte Beschreibung erübrigt. In
einer ersten Baugruppe 30 befinden sich drei Laser 32, 33, 34, deren ausgehende
Lichtbündel über Modulatoren 35, 36 und 37 intensitätsmoduliert werden. Die von den
Modulatoren 35, 36, 37 ausgehenden Lichtbündel werden über ein Spiegelsystem 40 zu
einem einzigen Lichtbündel 14 zusammengefaßt, welches über ein optisches System 20 in
die Lichtleitfaser 6 eingekoppelt wird. Zum Auskoppeln dient das vorhergehend beschriebene
optische System 4, von dem aus das ausgehende Lichtbündel 15 auf eine aus einem
Polygonspiegel 42 und einem Schwenkspiegel 44 bestehende Rastereinrichtung geworfen,
dort abgelenkt und über eine Transformationsoptik 46 auf einem Schirm 50 für einen in
Pfeilrichtung sitzenden Betrachter als Videobild sichtbar gemacht wird.
In diesem Beispiel wird eine Multimodenfaser zur Übertragung dreier Lichtbündel mit
verschiedener Wellenlänge eingesetzt. Allerdings ist das in Fig. 1 bis Fig. 3 dargestellte
Prinzip auch für Monomodefasern anwendbar, wobei in einem Farbvideosystem jedem
Laserstrahl unterschiedlicher Wellenlänge eine einzelne Lichtleitfaser 6 mit optischen
Systemen 4 und 20 zur Übertragung zugeordnet wird. Das Spiegelsystem 40 zum
Zusammenführen der Lichtbündel wird dann erst hinter den jeweils erforderlichen, den
jeweiligen Lichtleitfasern nachfolgenden optischen Systemen 4 angeordnet.
Claims (10)
1. Verfahren zum Übertragen eines zum Ausleuchten von Bildpunkten eines
Videobildes vorgesehenen, in einen Lichtleiter (6) eingekoppelten Lichtbündels geringer
Divergenz, mit einem optischen System (4) zum Bündeln eines übertragenen, den Lichtleiter
(6) verlassenden Lichtbündels (15), dadurch gekennzeichnet, daß mit dem optischen
System (4) der Divergenzwinkel (θ) des vom optischen System (4) ausgehenden
Lichtbündels (15) gleich dem Winkel der geringen Divergenz des zum Übertragen in den
Lichtleiter (6) eingekoppelten Lichtbündels (14) eingestellt wird.
2. Videosystem zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einer Lichtquelle
(32, 33, 34) zum Emittieren eines Lichtbündels (14) kleiner Divergenz zum Ausleuchten von
Bildpunkten eines Videobildes, mit einem Lichtleiter (6) zur Lichtübertragung, in den ein zu
übertragendes Lichtbündel von ebenfalls geringer Divergenz eingekoppelt ist, sowie mit
einem optischen System (4) zum Bündeln des übertragenen Lichtbündels, dadurch
gekennzeichnet, daß das optische System (4) an einem Ort relativ zum Lichtleiter (6)
angeordnet ist und eine definierte Brennweite aufweist, an welchem und bei welcher der
Divergenzwinkel (θ) des Lichtbündels gleich dem geringen Divergenzwinkel (θ) des zum
Übertragen in den Lichtleiter (6) eingekoppelten Lichtbündels (14) ist.
3. Videosystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das optische System
(4) positive Brechkraft aufweist und sein dingseitiger Brennpunkt am Ausgang des
Lichtleiters (6) im Bereich des Kernes (8) liegt.
4. Videosystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die optische
Achse des optischen Systems (4) senkrecht zum ausgangsseitigen Kern des Lichtleiters (6)
erstreckt sowie zentrisch vom Kern (8) ausgeht und das optische System (4) eine dingseitige
Hauptebene (H) aufweist, die an dem Schnittpunkt der optischen Achse mit einer vom
Kernumfang ausgehenden, sich unter dem Divergenzwinkel (θ) des in den Lichtleiter (6)
eingekoppelten Lichtbündels (14) geringer Divergenz zur optischen Achse erstreckenden
Verbindungsgeraden liegt.
5. Videosystem nach einem der Ansprüche 2 bis 4, gekennzeichnet durch einen
Lichtleiter (6) mit einem Kerndurchmesser dk sowie mit einer ihr für die Lichtaufweitung
zugeordneten Apertur A, deren Produkt aus dk und A gleich dem Produkt des in Radian
bemessenen Divergenzwinkels (θ) mit dem Durchmesser des eingekoppelten Lichtbündels
(14) geringer Divergenz ist.
6. Videosystem nach Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Apertur des
Lichtleiters (6) betragsmäßig im Bereich von 0,08 bis 0,12 liegt und insbesondere einen Wert
von 0,1 aufweist, wobei der Lichtleiter (6) insbesondere einen Kerndurchmesser von 15 um
hat.
7. Videosystem nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
optische System (4) positive Brechkraft und einen Betrag der Brennweite im Bereich von 15
mm bis 25 mm, insbesondere von 20 mm, aufweist.
8. Videosystem nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zum
Einkoppeln des Lichtbündels (14) in den Lichtleiter (6) ein weiteres optisches System (20)
vorgesehen ist.
9. Videosystem nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das weitere optische
System (20) das einzukoppelnde Lichtbündel (14) geringer Divergenz zentrisch auf den Kern
(8) des Lichtleiters (6) fokussiert, wobei der auf dem Kern (8) erzeugte beugungsbegrenzte
Fokusdurchmesser des weiteren optischen Systems (20) kleiner oder gleich 2/3 des
Kerndurchmessers (dk) ist.
10. Videosystem nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß sich die
optische Achse des weiteren optischen Systems (20) am Eingang des Lichtleiters (6)
senkrecht zum Kerndurchmesser sowie konzentrisch vom Kern (8) erstreckt.
Priority Applications (5)
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|---|---|---|---|
| DE19616843A DE19616843A1 (de) | 1996-04-26 | 1996-04-26 | Verfahren und Vorrichtung zum Übertragen eines zum Ausleuchten von Bildpunkten eines Videobildes vorgesehenen, in einen Lichtleiter eingekoppelten Lichtbündels geringer Divergenz |
| EP97920678A EP0839333A1 (de) | 1996-04-26 | 1997-04-14 | Verfahren und vorrichtung zum übertragen eines zum ausleuchten von bildpunkten eines videobildes vorgesehenen, in einen lichtleiter eingekoppelten lichtbündels geringer divergenz |
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