DE19614222C1 - Röntgenröhre mit ringförmiger Anode - Google Patents
Röntgenröhre mit ringförmiger AnodeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Röntgenröhre aufweisend ein um
eine Drehachse drehbares Vakuumgehäuse, eine mit dem Vakuum
gehäuse verbundene Kathode und Anode, Mittel zur drehbaren
Lagerung des Vakuumgehäuses und Mittel zur Fokussierung des
von der Kathode zu der Anode verlaufenden Elektronenstrahls.
Gewöhnlich werden in Röntgenröhren zur Erhöhung der mittleren
elektrischen Leistung Anoden als Drehanode ausgeführt, welche
im Vakuumgehäuse der Röntgenröhre aufgenommen und im wesent
lichen strahlungsgekühlt sind. Durch die Drehbewegung der
Drehanode im Vakuumgehäuse der Röntgenröhre verteilt sich die
von dem in einem ortsfesten Brennfleck auftreffenden, von der
Kathode zur Drehanode verlaufenden Elektronenstrahl abgege
bene Wärmemenge auf eine ringförmige Brennfleckbahn. Eine an
sich erwünschte direkte Kühlung der Anode durch ein Kühlme
dium, die eine deutliche Erhöhung der mittleren elektrischen
Leistung zuläßt, ist bisher Festanoden vorbehalten und bei
Drehanoden allenfalls unter großen Schwierigkeiten zu errei
chen.
Eine derartige Festanoden-Röntgenröhre ist beispielsweise aus
der US 2,791,708 bekannt, bei der eine auf einem mit Kühlka
nälen versehenen Kühlkörper angeordnete, ringförmige Anode
eine Elektronen radial auswärts emittierende Kathode umgibt.
Im Betrieb der Röntgenröhre erzeugen die radial auswärts
emittierten Elektronen einen ringförmigen Brennfleck auf der
ringförmigen Anode, wodurch die Anode im Vergleich zu einem
punktförmigen Brennfleck lokal geringer erhitzt wird. Ein
Kühlmedium zirkuliert zusätzlich durch die Kühlkanäle des
Kühlkörpers und kühlt die Anode.
Eine Kühlung durch Wärmeleitung muß im Falle von Drehanoden-Röntgenröhren
über das zur drehbaren Lagerung der Drehanode
vorgesehene Lagersystem erfolgen und führt auch bei Einsatz
eines aufwendigen Flüssigmetall-Gleitlagers nur zu geringen
transportierten Wärmemengen. Auch die im Vakuum laufenden Ku
gellager heutiger Drehanoden-Röntgenröhren sind problema
tisch, da einerseits im Vakuum nur Feststoffschmierung mög
lich ist und andererseits die Lager wegen der im Betrieb der
Röntgenröhre auftretenden Temperaturschwankungen mit großem
Lagerspiel betrieben werden müssen. Sie neigen daher häufig
zu Vibrationen, die sich in starken Laufgeräuschen äußern und
begrenzen infolge relativ hohen Verschleißes die Lebensdauer
heutiger Drehanoden-Röntgenröhren, was sich wirtschaftlich
nachteilig auswirkt.
Bisherige Lösungen zur Erhöhung der mittleren elektrischen
Leistung von Drehanoden-Röntgenröhren zielen meist darauf ab,
Drehanoden durch eine Vergrößerung der Wärmekapazität und der
Abstrahlleistung auch für höhere und mittlere Leistungen
tauglich zu machen, wodurch jedoch zwischen aufeinanderfol
genden Röntgenaufnahmen immer längere Pausen zum Abkühlen
dieser Röntgenröhren notwendig werden. Die Grenze der hiermit
erzielbaren mittleren elektrischen Leistung liegt etwa bei
10 kW. Da die Röntgenröhren mit zunehmender mittlerer elektri
scher Leistung aber immer schwerer und voluminöser werden,
sind sie nur noch schwer zu handhaben.
Lösungen zur Vermeidung der Lagerprobleme und zur Eliminie
rung der Laufgeräusche sehen den Einsatz von Flüssigmetall-Gleitlagern
und auf lange Sicht den Einsatz von Magnetlagern
vor. Während Flüssigmetall-Gleitlager und Magnetlager eine
Reduzierung der Laufgeräusche und des Lagerverschleißes ver
sprechen, sind sie dennoch nicht in der Lage, größere Wärme
mengen zu transportieren und damit die Kühlung der Drehanode
der Röntgenröhre effektiver zu machen.
Weitere Lösungen zielen darauf ab, die Röntgenröhre als soge
nannte Drehröhre auszubilden und in einem vorzugsweise elek
trisch isolierenden Kühlmedium rotieren zu lassen. Eine der
artige Röntgenröhre ist beispielsweise aus der DE 87 13 042 U1
bekannt. Diese Röntgenröhre, deren Kathode und Anode fest
mit dem Vakuumgehäuse der Röntgenröhre verbunden sind, ist
von einem mit Isolieröl gefüllten Schutzgehäuse umgeben und
darin um ihre Mittelachse drehbar gelagert. Das Isolieröl,
das zugleich als Kühlmedium dient, zirkuliert durch das
Schutzgehäuse und sorgt damit für eine Abfuhr der im Betrieb
des Röntgenstrahlers auftretenden Verlustwärme. Um sicherzu
stellen, daß der von der auf der Mittelachse der Röntgenröhre
angeordneten Kathode ausgehende Elektronenstrahl in einem
ortsfesten Brennfleck auf der Drehanode auftrifft, ist außer
halb des Vakuumgehäuses der Röntgenröhre ein ortsfestes Ab
lenksystem für den Elektronenstrahl angeordnet.
Eine derartige Drehröhre ist auch in der EP 0 473 852 A1 be
schrieben, wobei die Drehröhre nicht in einem Kühlmedium ro
tiert.
Des weiteren ist in der DE-PS 8 81 974 eine in einem Kühlöl
rotierende Drehröhre mit magnetisch festgehaltenem Elektro
nenstrahlenbündel beschrieben, wobei die Anode als eine die
Kathode nicht umschließende, aus dem Glaskörper des Vakuumge
häuses herausragende Hohlanode ausgebildet ist.
Als problematisch erweist sich bei derartigen Lösungen der
voluminöse Aufbau der Röntgenröhren, der in Verbindung mit
hohen Drehzahlen Lagerprobleme hervorruft, welche Stabili
tätsprobleme des Brennflecks nach sich ziehen und sich insbe
sondere in der Computertomographie als störendes Brennfleck
wackeln äußern.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Drehanoden-Röntgenröhre
der eingangs genannten Art so auszubilden, daß
eine direkte Kühlung der Anode möglich ist und daß dennoch
die Voraussetzungen für die Stabilität des Brennflecks auch
bei hohen Drehzahlen gegeben sind.
Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch eine Rönt
genröhre aufweisend ein um eine Drehachse drehbares Vakuumge
häuse, eine mit dem Vakuumgehäuse verbundene, ringförmige, vor
zugsweise hohlzylindrische Anode, deren Mittelachse der Dreh
achse entspricht, eine innerhalb des Vakuumgehäuses angeord
nete, die Drehachse umgebende Kathode, welche im Betrieb der
Röntgenröhre Elektronen radial auswärts emittiert, Mittel zur
drehbaren Lagerung des Vakuumgehäuses, Antriebsmittel zum
Drehen des Vakuumgehäuses und Mittel zur Fokussierung des von
der Kathode zu der Anode verlaufenden Elektronenstrahls, wel
che den Elektronenstrahl derart fokussieren, daß er in einem
ortsfesten Brennfleck auf die Anode auftrifft. Infolge der
ringförmigen Gestaltung der die Kathode umgebenden Anode ist
eine kurze Bauweise des Vakuumgehäuses möglich. Die kurze
Bauweise des Vakuumgehäuses läßt aber eine steife Lagerung
des Vakuumgehäuses zu, wodurch im Betrieb der Röntgenröhre
hohe Drehzahlen des Vakuumgehäuses unter Gewährleistung der
Stabilität des Brennflecks möglich sind. Die Anode und die
vorzugsweise rotationssymmetrische Kathode sind relativ zu
einander in Ruhe. Die Mittel zur Fokussierung des Elektro
nenstrahls können dabei gemäß einer Variante der Erfindung
magnetische und elektrostatische Mittel umfassen.
Aus der EP 0 187 020 A2 ist im übrigen eine Röntgenröhre der
eingangs genannten Art bekannt, wobei deren Kathode weder die
Drehachse der Röntgenröhre umgibt noch im Betrieb der Rönt
genröhre Elektronen allseits radial auswärts emittiert. Die
Kathode wird vielmehr im Betrieb der Röntgenröhre mittels
einem Lager und Magneten ortsfest gehalten.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfin
dung bestehen die magnetischen Mittel zur Fokussierung des
von der Kathode zur Anode verlaufenden Elektronenstrahls aus
mindestens zwei Elektro- oder Permanentmagneten, welche das
Vakuumgehäuse der Röntgenröhre abschnittsweise umgeben oder
an diesem anliegen und in bezug auf das Vakuumgehäuse ruhen.
Die elektrostatischen Mittel zur Fokussierung des Elektronen
strahls enthalten eine innerhalb des Vakuumgehäuses angeord
nete, vorzugsweise rotationssymmetrische Wehnelt-Elektrode,
welche zwei auf gegenüberliegenden Seiten der Kathode ange
ordnete Elektrodenabschnitte aufweist und deren Mittelachse
die Drehachse ist. Hierbei liegt innerhalb des Vakuumgehäuses
der Röntgenröhre eine elektrostatische Feldverteilung zwi
schen der Kathode und der Anode vor, welche ohne weitere Maß
nahmen die von der geheizten Kathode emittierten Elektronen
sozusagen sternförmig radial nach außen in Richtung auf die
Anode hin beschleunigen würde. Um dennoch zu erreichen, daß
sich ein in einem ortsfesten Brennfleck auf der Anode auf
treffender Elektronenstrahl ausbildet, sind die magnetischen
Mittel zur Fokussierung vorgesehen. In dem von den magneti
schen Mitteln zur Fokussierung erzeugten Magnetfeld wirkt auf
die sich radial auf die Anode zu bewegenden Elektronen eine
ablenkende Kraft, die die Elektronen, abgesehen von denjeni
gen, die von dem dem Brennfleck radial gegenüberliegenden Be
reich der Kathode ausgehen, derart aus ihren zunächst radial
gerichteten Bahnen ablenkt, daß sich ein radial gerichteter
Elektronenstrahl bildet. Dabei ist die Ablenkung der Elektro
nen im Magnetfeld um so schwächer, je höher ihre kinetische
Energie ist, d. h. die Elektronen werden nahe ihres Aus
trittsortes an der Kathode am stärksten abgelenkt, da hier
der Einfluß des sie radial beschleunigenden elektrostatischen
Feldes zwischen Kathode und Anode noch gering ist. Das von
den ortsfesten magnetischen Mitteln zur Fokussierung er
zeugte, ebenfalls ortsfeste Magnetfeld hält dabei den von aus
der Kathode emittierten und im Magnetfeld abgelenkten Elek
tronen gebildeten Elektronenstrahl im Betrieb der Röntgen
röhre, wenn diese rotiert, ortsfest, so daß der Brennfleck
auf der Anode eine ringförmige Brennfleckbahn beschreibt. Die
durch das Magnetfeld entstehende fokussierende Kraft auf die
Elektronen in der Ebene senkrecht zur Drehachse bestimmt zu
gleich die Breite des auf der Auftreff fläche der Anode abge
bildeten Brennflecks.
Der in Richtung der Drehachse wirkenden defokussierenden
Kraft auf den Elektronenstrahl wird durch die Wehnelt-Elek
trode elektrostatisch entgegengewirkt. Dabei wirkt auf die
den Elektronenstrahl bildenden Elektronen eine in Richtung
der Drehachse fokussierende Kraft, welche die Länge des
Brennflecks des Elektronenstrahls auf der Auftrefffläche auf
der Anode beeinflußt.
Die Form des Brennflecks auf der Auftrefffläche auf der Anode
wird also durch die Form und die Stärke des Magnetfeldes so
wie durch die Stärke der elektrostatischen Fokussierung des
Elektronenstrahls bestimmt. Ein variabler Brennfleck kann so
mit durch geeignetes Zusammenwirken der Spulenströme der
Elektromagneten und der an der Wehnelt-Elektrode anliegenden
Spannung einfach realisiert werden.
Eine Ausführungsform der Erfindung sieht innerhalb des Vaku
umgehäuses der Röntgenröhre eine in bezug auf das Vakuumge
häuse ortsfeste, vorzugsweise rotationssymmetrische Steuere
lektrode vor, deren Mittelachse die Drehachse ist. Die Steue
relektrode ist in Form eines Gitters ausgeführt und ermög
licht zusätzlich einen Pulsbetrieb der Röntgenröhre, wenn ein
Steuersignal mit entsprechendem Signalverlauf an das Gitter
angelegt wird.
Eine Variante der Erfindung sieht vor, das Vakuumgehäuse der
Röntgenröhre mit Wälzlagern, insbesondere Kugel lagern, dreh
bar zu lagern. Da sich hierbei keine Lagerteile im Vakuumge
häuse der Röntgenröhre befinden, können die Kugellager naßge
schmiert werden, wodurch sich der Verschleiß und die Laufge
räusche stark reduzieren lassen. Eine leichte Zugänglichkeit
der Kugellager gestattet zudem ihr Auswechseln, was die
Wirtschaftlichkeit einer solchen Röntgenröhre steigert. Dar
über hinaus können die Kugellager spielfrei ausgeführt wer
den, wodurch sich die Stabilität des Brennflecks verbessert.
Nach einer Variante der Erfindung sind als Antriebsmittel zum
Drehen des Vakuumgehäuses ein Elektromotor oder ein pneumati
scher Antrieb vorgesehen. Der Antrieb kann dabei direkt an
der Anode oder an einer mit dem Vakuumgehäuses der Röntgen
röhre fest verbundenen Welle angreifen.
Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfin
dung ist die Anode direkt mit einem Kühlmedium, vorzugsweise
einer Flüssigkeit wie Isolieröl beaufschlagt. Die aktive Küh
lung der Anode ermöglicht hohe Dauerleistungen im Betrieb der
Röntgenröhre und eine deutliche Reduzierung der Abkühlzeiten
der Röntgenröhre bei aufeinanderfolgenden Röntgenaufnahmen.
Eine Variante der Erfindung sieht vor, daß das Kühlmedium die
Außenseite der Anode als gerichtete Strömung beaufschlagt.
Die Außenseite der Anode ist hierbei mit einer Beschaufelung
versehen, auf die die Strömung des Kühlmediums derart ein
wirkt, daß ein das Vakuumgehäuse um die Drehachse drehendes
Drehmoment auftritt. Besondere Antriebsmittel zum Drehen des
Vakuumgehäuses können dann entfallen, da diese durch die Be
schaufelung und die auf diese treffende Strömung gebildet
sind.
Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefüg
ten Zeichnungen schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 Eine Aufsicht auf eine erfindungsgemäße Dreh
röntgenröhre mit strichpunktiert angedeuteter
Kathode und strichpunktiert angedeutetem
Bahnverlauf der Elektronen,
Fig. 2 einen Schnitt gemäß der Linie II-II in Fig. 1 mit
strichpunktiert angedeutetem Bahnverlauf der
Elektronen,
Fig. 3 einen Schnitt gemäß der Linie III-III in Fig. 1 mit
strichpunktiert angedeutetem Bahnverlauf der
Magnetfeldlinien,
Fig. 4 eine dreidimensionale Ansicht einer weiteren erfin
dungsgemäßen Drehröntgenröhre, und
Fig. 5 einen Schnitt gemäß der Linie V-V in Fig. 4.
Die in Fig. 2 dargestellte erfindungsgemäße Drehröntgenröhre
weist ein flaches, zylinderförmiges Vakuumgehäuse 26 auf,
welches über eine fest mit dem Vakuumgehäuse 26 verbundene
und sich durch das Vakuumgehäuse 26 erstreckende Welle 33,
deren Mittelachse einer Drehachse 1, welche die Mittelachse
des Vakuumgehäuses 26 ist, entspricht, drehbar gelagert ist.
Das Vakuumgehäuse 26 der Röntgenröhre setzt sich aus einer
ringförmigen Anode 5, deren zylindrische Außenfläche die Man
telfläche des zylinderförmigen Vakuumgehäuses 26 bildet, ei
nem kreisförmigen Deckel 7 und einem kreisförmigen Boden 8
zusammen. Der Deckel 7 und der Boden 8 des Vakuumgehäuses 26
der Röntgenröhre bestehen aus einem isolierendem Material, z. B.
Keramik oder Glas, welches vorzugsweise mit einer
hochohmigen Leitschicht versehen ist. Im Gegensatz zu der zy
lindrischen Außenfläche der Anode 5, setzt sich die im Vakuum
der Röntgenröhre liegende Innenfläche der Anode 5 aus zwei
zylindrischen Flächenabschnitten verschiedenen Durchmessers
27, 28 und einem diese verbindenden konischen Flächenab
schnitt 6 zusammen. Der konische Flächenabschnitt 6 bildet
die Auftrefffläche für einen von einer Kathode 2 zu der ring
förmigen Anode 5 verlaufenden Elektronenstrahl 19.
Die rohrartig ausgebildete rotationssymmetrische Kathode 2
umgibt elektrisch isoliert innerhalb des Vakuumgehäuses 26
der Röntgenröhre die Welle 33 und liegt an dem Deckel 7 und
dem Boden 8 des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhre direkt an.
Auf die Kathode 2 ist als elektrostatisches Fokussierungsmit
tel eine rotationssymmetrisch ausgebildete Wehnelt-Elektrode
3 aufgesetzt, welche zwei einander gegenüberliegende, an den
Enden der Kathode 2 im Bereich des Deckels 7 und des Bodens 8
des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhre angeordnete Elektro
denabschnitte 3a und 3b aufweist, zwischen welchen sich der
mittlere Bereich der Kathode 2 befindet. Die Kathode 2 und
die Wehnelt-Elektrode 3 sind ebenfalls voneinander elektrisch
isoliert. Eine mit dem Vakuumgehäuse 26 der Röntgenröhre fest
verbundene Steuerelektrode 4 ist ebenfalls rotationssymme
trisch ausgebildet und so angeordnet, daß ihre Mittelachse
der der Drehachse 1 entspricht. Die rohrartige Steuerelek
trode 4 ist in Form eines Gitters aufgebaut und in nicht nä
her dargestellter Weise am Boden 8 und/oder am Deckel 7 befe
stigt.
Je nachdem aus welchem Material der Boden 8 des Vakuumgehäu
ses 26 gefertigt ist, kann dieser wie in den Fig. 2 und 3
dargestellt über ein ringförmiges Strahlenaustrittsfenster 9
verfügen, um den ungehinderten Austritt des Nutzröntgenstrah
lenbündels 20 aus dem Vakuumgehäuse 26 zu ermöglichen.
Während die Kathode 2, welche einen rohrförmigen Körper aus
einem geeigneten Material, beispielsweise Lanthanhexaborid
(LaB₆), aufweist, welches durch direkten Stromdurchgang zur
Erzeugung der für die Elektronenemission erforderlichen Tem
peratur geheizt wird, auf negativer Hochspannung liegt, liegt
die Anode 5 auf Massepotential. Es besteht im übrigen auch
die Möglichkeit, die Kathode 2 indirekt zu heizen, beispiels
weise durch eine innerhalb der Kathode 2 angeordnete ringför
mige Heizwendel. Die negative Hochspannung und die Heizspan
nung für die Kathode 2, sowie die Spannungen für die Wehnelt-Elektrode
3 und die Steuerelektrode 4, sind jeweils an
Schleifringe 34 bis 39 angelegt, welche an den Hochspan
nungsisolatoren 12, 13 angebracht sind und diese umgeben. Die
rohrartigen Hochspannungsisolatoren 12, 13 umschließen die
Welle 33 und liegen von außen an dem Deckel 7 und dem Boden 8
des Vakuumgehäuses 26 an. Die Kathode 2, die Wehnelt-Elek
trode 3 wie auch die Steuerelektrode 4 sind jeweils mit den
entsprechende Schleifringen über voneinander isolierte Zulei
tungen verbunden. Die Verbindung der ringförmigen Anode 5 mit
Massepotential erfolgt ebenfalls über einen in den Fig. 1 bis
3 nicht dargestellten Schleifring. Im übrigen sind die Gene
ratoren, welche die Spannungen für die Kathode 2, die Weh
nelt-Elektrode 3 und die Steuerelektrode 4 erzeugen, wie auch
die auf den Schleifringen 34 bis 39 gleitenden Schleifkon
takte in den Fig. 1 bis 3 nicht dargestellt.
Außerdem sind bezüglich des Vakuumgehäuses 26 der Röntgen
röhre ruhende Mittel zur magnetischen Fokussierung des von
der Kathode 2 zur Anode 5 verlaufenden Elektronenstrahls 19
vorgesehen, die durch zwei Elektromagneten 29, 30 mit U-för
migen Magnetkernen gebildet sind, welche mit rechteckigen Er
regerspulen 22, 23 und mit halbkreisförmigen Polschuhen 15,
25 und 14, 24, welche halbkreisförmige Ausschnitte aufweisen,
versehen sind. Wie aus Fig. 1 ersichtlich umgeben die Elek
tromagneten 29, 30 das zylinderförmige Vakuumgehäuse 26 der
Röntgenröhre derart, daß ihre Polschuhe in y-Richtung (siehe
das in Fig. 1 eingetragene Koordinatensystem) zueinander aus
gerichtet sind, so daß sich, wie den Fig. 1 und 3 entnommen
werden kann, die Polschuhe 14 und 15 und die Polschuhe 24 und
25 mit ihren halbkreisförmigen Ausschnitten, welche die in
z-Richtung verlaufende Welle 33 und die Hochspannungsisolatoren
12, 13 berührungslos abschnittsweise umschließen, gegenüber
liegen.
In Fig. 3 ist der Verlauf der Magnetfeldlinien 21 zwischen
den Polen der Elektromagneten 29 und 30 strichpunktiert ein
getragen. Im Ausführungsbeispiel sind die Erregerspulen 22,
23 der Elektromagneten 29, 30 jeweils so mit einem Erreger
strom beaufschlagt, daß der Polschuh 15 den Südpol und der
Polschuh 25 den Nordpol des Elektromagneten 29 darstellt und
daß der Polschuh 14 den Nordpol und der Polschuh 24 den Süd
pol des Elektromagneten 30 darstellt.
Im übrigen müssen die Magnetkerne der Elektromagneten 29,30
nicht unbedingt eine U-förmige und die Erregerspulen nicht
unbedingt eine rechteckförmige Gestalt haben, sondern können
beispielsweise auch halbkreisförmig bzw. rund ausgebildet
sein.
Im Betrieb der Röntgenröhre rotiert das Vakuumgehäuse 26 der
Röntgenröhre um die Drehachse 1. Hierbei werden von der ge
heizten Kathode 2 Elektronen emittiert, welche aufgrund der
elektrostatischen Feldverteilung zwischen der Kathode 2 und
der Anode 5 zunächst radial von der Kathode 2 zur Anode 5 hin
beschleunigt werden. Zur Bildung eines ortsfesten Brennflecks
18 auf der Auftrefffläche 6 der Anode 5, welcher von dem auf
der Auftrefffläche 6 auftreffenden Elektronenstrahl 19 gebil
det wird, verfügt die Röntgenröhre u. a. über die feststehen
den Elektromagneten 29, 30, die dafür sorgen, daß sich ein in
dem Brennfleck 18 auftreffender Elektronenstrahl 19 ausbil
det. In dem von den Elektromagneten 29, 30 erzeugten Magnet
feld, dessen Magnetfeldlinien 21 in Fig. 3 strichpunktiert
angedeutet sind, werden die von der Kathode 2 emittierten
Elektronen zum Brennfleck 18 hin abgelenkt. Wie in Fig. 1 an
hand mehrerer strichpunktierter Linien, die den Bahnverlauf
emittierter Elektronen kennzeichnen, beispielhaft in der x/y-Ebene
dargestellt ist, erfahren die sich mit der Geschwin
digkeit v radial auf die Anode 5 zu bewegenden Elektronen im
resultierenden Magnetfeld der Elektromagneten 29, 30 eine sie
in ϕ-Richtung auf den Brennfleck 18 ablenkende Kraft F. Dabei
wird die Ablenkung um so schwächer, je höher die kinetische
Energie der emittierten Elektronen wird. Da die Austrittsge
schwindigkeit der Elektronen aus der Kathode 2 sehr gering
ist und die elektrostatische zwischen Kathode 2 und Anode 5
wirkende Kraft sie erst nach und nach beschleunigt, werden
die Elektronen am Anfang ihrer Bahnbewegung in der Nähe der
Kathode 2 am stärksten abgelenkt. Die die Elektronen zu einem
Elektronenstrahl 19 fokussierende Kraft in der x/y-Ebene
wirkt senkrecht zu der in z-Richtung verlaufenden Drehachse 1
und bestimmt die Breite des Brennflecks 18 auf der Auftreff
fläche 6 der Anode 5.
Die hierbei auf die Elektronen in z-Richtung wirkende defo
kussierende Kraft wird durch die elektrostatische Fokussie
rung der rotationssymmetrischen Wehnelt-Elektrode 3 kompen
siert, welche die Länge des Brennflecks 18 auf der Auftreff
fläche 6 der Anode 5 bestimmt. Die fokussierende Wirkung der
Wehnelt-Elektrode 3 auf die sich von der Kathode 2 zu der
Anode 5 bewegenden und den Elektronenstrahl 19 bildenden
Elektronen ist strichpunktiert in Fig. 2 angedeutet.
Die Form des Brennflecks 18 wird also durch die Form und
Stärke des Magnetfeldes der Elektromagneten 29, 30 sowie die
Stärke der elektrostatischen Fokussierung durch die Wehnelt-Elektrode
3 bestimmt. Ein variabler Brennfleck 18 kann durch
geeignete Kombination der Wehnelt-Spannung und der Spulen
ströme der Elektromagneten 29, 30 einfach realisiert werden.
Die Lagerung des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhre erfolgt
über die Welle 33 gegenüber einem in Fig. 2 und 3 gestrichelt
angedeuteten Schutzgehäuse 31 mit Kugellagern 10, 11. Ein be
sonderer Vorteil der Erfindung liegt darin, daß sich keine
Lagerteile im Vakuum befinden. Dies ermöglicht eine Naß
schmierung der Kugellager im Betrieb, wodurch sich der La
gerverschleiß und die Laufgeräusche drastisch reduzieren las
sen. Werden darüber hinaus die Lager spielfrei ausgeführt, so
führt dies zu einer verbesserten Stabilität des Brennflecks
mit der Möglichkeit deutlich höherer Drehzahlen der Röntgen
röhre im Vergleich zu Röntgenröhren herkömmlicher Bauart.
Sind die Kugellager zudem auswechselbar, führt dies zu einer
nochmaligen Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der Röntgenröhre.
An dem freien Ende der Welle 33 der Drehröntgenröhre ist wie
in Fig. 2 und 3 dargestellt, ein Elektromotor vorhanden, der
einen drehfest mit der Welle 33 verbundenen Rotor 17 und ei
nen Stator 16 aufweist. Mittels des Elektromotors wird die
Welle 33 und somit das mit ihr fest verbundene Vakuumgehäuse
26 der Röntgenröhre um die Drehachse 1 in Drehung versetzt.
Der Antrieb für das Vakuumgehäuse 26 der Röntgenröhre muß
hierbei nicht unbedingt auf die Welle 33 wirken. Es ist auch
vorstellbar, daß das Drehmoment des Elektromotors direkt an
der Anode angreift. Der Antrieb kann im übrigen auch durch
einen pneumatischen Antrieb erfolgen.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Drehröntgenröhre ist in den Fig. 4 und 5 dargestellt. Die
Drehröntgenröhre entspricht dabei in Aufbau und Funktion im
wesentlichen der Drehröntgenröhre gemäß dem zuvor beschriebe
nen Ausführungsbeispiel. Im Unterschied zu der vorstehend be
schriebenen Ausführungsform der Erfindung sind jedoch als ru
hende Mittel zur magnetischen Fokussierung des von der Ka
thode 2 zur Anode 5 verlaufenden Elektronenstrahls zwei Elek
tromagneten 40, 41 vorgesehen, welche jeweils einen U-förmig,
an den Enden flanschartig ausgebildeten Magnetkern mit Spalt
und rechteckige Erregerspulen 42, 43, welche den dem Spalt
gegenüberliegenden Teil des Magnetkerns umschließen, aufwei
sen. Wie aus Fig. 5 ersichtlich sind der Elektromagnet 40 in
der Nähe des Deckels 7 und des Hochspannungsisolators 12 und
der Elektromagnet 41 in der Nähe des Bodens 8 und des Hoch
spannungsisolators 13 jeweils mit den flanschartigen Enden
und dem Spalt flächenparallel zum Deckel 7 bzw. Boden 8 des
Vakuumgehäuses 26 angebracht, wobei die Elektromagneten 40,
41 in y-Richtung des in Fig. 4 und 5 eingetragenen Koordina
tensystems derart zueinander ausgerichtet sind, daß sich ihre
Spalte gegenüberliegen. Die Halterungen der Elektromagneten
40, 41 sind in den Fig. 4 und 5 im übrigen nicht dargestellt.
Die zum Vakuumgehäuse 26 relativ in Ruhe befindlichen Elek
tromagneten 40, 41 erzeugen dabei ein ebenfalls ruhendes Ma
gnetfeld, das für die Fokussierung des von der Kathode 2 zur
Anode 5 verlaufenden Elektronenstrahls sorgt. Die physikali
sche Fokussierung der aus der Kathode 2 emittierten Elektro
nen zu einem Elektronenstrahl, welcher auf einen ortsfesten
Brennfleck auf der Auftrefffläche 6 der Anode 5 auftrifft,
entspricht dabei im wesentlichen derjenigen des vorstehend
beschriebenen Ausführungsbeispiels.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Drehröntgenröh
ren besteht darin, daß die Anode 5 aktiv gekühlt werden kann.
Ein Kühlmedium 32, im vorliegenden Fall ein Isolieröl, wel
ches gemäß Ausführungsbeispiel eins in dem in Fig. 2 und 3
gestrichelt angedeuteten Schutzgehäuse 31 in nicht darge
stellter Weise aufgenommen ist und gegebenenfalls in einem
Kreislauf durch ein Kühlaggregat zirkuliert, beaufschlagt di
rekt die Außenwand des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhre und
sorgt für eine gute Wärmeabfuhr und somit für eine gute Küh
lung des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhre insbesondere der
ringförmigen Anode 5. Verbunden mit einer deutlichen Reduk
tion der Abkühlzeiten der Anode 5 sind demzufolge hohe Dauer
leistungen der Drehröntgenröhren möglich. Liegen die Kugella
ger 10, 11 zudem innerhalb des Schutzgehäuses 32, kann das
Isolieröl 32 als Schmiermittel für die Naßschmierung der Ku
gellager 10, 11 fungieren.
Des weiteren können die Drehröntgenröhren durch den Gebrauch
der Steuerelektrode 4 im Pulsbetrieb eingesetzt werden.
Alternativ kann die Außenwand des Vakuumgehäuses 26, z. B. im
Bereich der Anode 5, mit einer in den Fig. 1 bis 5 nicht dar
gestellten Beschaufelung versehen sein, so daß, wie aus der DE
87 13 042 U1 bekannt, das aus in den Fig. 1 bis 5 nicht dar
gestellten Düsen aus tretende Isolieröl 32 auf die Beschaufe
lung als gerichtete Strömung derart einwirkt, daß ein das Va
kuumgehäuse 26 der Röntgenröhre um die Drehachse 1 drehendes
Drehmoment auftritt. In diesem Fall können besondere An
triebsmittel für die Drehröntgenröhren entfallen.
Insgesamt lassen sich die erfindungsgemäßen Drehröntgenröhren
kurz aufbauen, wodurch der Aufbau kleiner Röntgenstrahler mit
hoher Kühlkapazität möglich ist. Zusammen mit der spielfreien
Lagerung des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhren sind hohe
Drehzahlen erreichbar, wodurch beispielsweise das störende
Wackeln des Brennflecks in einem Computertomographen deutlich
reduziert wird.
Im übrigen muß die Kathode 2 nicht notwendigerweise rohrartig
und rotationssymmetrisch ausgebildet sein und die Welle 33
innerhalb des Vakuumgehäuses 26 der Röntgenröhren vollständig
in z-Richtung umgeben, sondern kann beispielsweise ringför
mige Gestalt haben und auf den mittleren Bereich der Welle 33
begrenzt sein.
Claims (10)
1. Röntgenröhre aufweisend ein um eine Drehachse (1) drehba
res Vakuumgehäuse (26), eine mit dem Vakuumgehäuse (26) ver
bundene, ringförmige Anode (5), deren Mittelachse der
Drehachse (1) entspricht, eine innerhalb des Vakuumgehäuses
(26) angeordnete, die Drehachse (1) umgebende Kathode (2),
welche im Betrieb der Röntgenröhre Elektronen radial auswärts
emittiert, Mittel (10, 11) zur drehbaren Lagerung des Vakuum
gehäuses (26), Antriebsmittel (16, 17) zum Drehen des Vakuum
gehäuses (26) und Mittel zur Fokussierung des von der Kathode
(2) zu der Anode (5) verlaufenden Elektronenstrahls (19),
welche den Elektronenstrahl (19) derart fokussieren, daß er
in einem ortsfesten Brennfleck (18) auf die Anode (5) auf
trifft.
2. Röntgenröhre nach Anspruch 1, bei der die Mittel zur Fo
kussierung des Elektronenstrahls (19) magnetische (29, 30,
40, 41) und elektrostatische (3) Mittel umfassen.
3. Röntgenröhre nach Anspruch 2, bei der die magnetischen
Mittel durch mindestens zwei in bezug auf das Vakuumgehäuse
(26) ruhende Elektro- oder Permanentmagneten (29, 30, 40, 41)
gebildet sind.
4. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 2 oder 3, bei der
die elektrostatischen Mittel durch eine Wehnelt-Elektrode (3)
gebildet sind, welche zwei auf gegenüberliegenden Seiten der
Kathode (2) angeordneten Elektrodenabschnitte aufweist.
5. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der in
nerhalb des Vakuumgehäuses (26) der Röntgenröhre eine in be
zug auf das Vakuumgehäuse (26) ortsfeste Steuerelektrode (4)
vorgesehen ist, deren Mittelachse der Drehachse (1) ent
spricht, um die das Vakuumgehäuse (26) drehbar ist.
6. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der das
Vakuumgehäuse (26) mit Wälzlagern (10, 11) gelagert ist.
7. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die
Antriebsmittel zum Drehen des Vakuumgehäuses einen Elektromo
tor (16, 17) oder einen pneumatischen Antrieb enthalten.
8. Röntgenröhre nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die
ringförmige Anode (5) direkt mit einem Kühlmedium (32)
beaufschlagt ist.
9. Röntgenröhre nach Anspruch 8, bei der als Kühlmedium (32)
eine Flüssigkeit, z. B. Isolieröl, vorgesehen ist.
10. Röntgenröhre nach Anspruch 8 oder 9, bei der das Kühlme
dium (32) die Außenseite der Anode (5) als gerichtete Strö
mung beaufschlagt und bei der die Außenseite der Anode (5)
mit einer Beschaufelung versehen ist, auf die die Strömung
des Kühlmediums (32) derart einwirkt, daß ein das Vakuumge
häuse (26) um die Drehachse (1) drehendes Drehmoment auf
tritt.
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