DE19612995C1 - Kontaktstück und Verfahren zur Herstellung eines Kontaktstückes - Google Patents
Kontaktstück und Verfahren zur Herstellung eines KontaktstückesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kontaktstück insbesondere
für Hochspannungsschaltanlagen mit mehreren, auf einem
Kreisumfang im wesentlichen parallel zueinander angeordneten,
federnden Kontaktfingern, welche jeweils wenigstens ein
freies Ende aufweisen, und welche Teile eines gemeinsamen
einstückigen Gußkörpers bilden.
Solche Kontaktstücke (A. Erk/M. Schmelzle, "Grundlagen der
Schaltgerätetechnik", Springer-Verlag, Berlin 1974, S. 232-237)
werden beispielsweise in Hochspannungsschaltanlagen
für lösbare Steckkontakte, jedoch auch als
Schaltkontakte für Trenn- und Leistungsschalter verwendet.
Eine mögliche Konstruktionsform eines solchen Kontaktstückes
findet bei einem sogenannten Tulpenkontakt Anwendung. Solche
Kontakte werden beispielsweise aus Kupferrohrstücken durch
geeignete spanende Bearbeitung bzw. Biegen von Kontaktfingern
hergestellt. Meistens werden dabei radiale Schlitze in das
Rohrstück eingesägt, um einzelne, federnd bewegliche
Kontaktfinger zu erhalten. Die dabei entstehenden scharfen
Kanten der einzelnen Kontaktfinger werden üblicherweise durch
Abschirmkontaktstücke dielektrisch abgeschirmt, welche das
eigentliche Kontaktstück umgeben und abdecken.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
vielfältig einsetzbares und einfach zu montierendes Kontakt
stück zu schaffen sowie ein möglichst einfaches Verfahren zur
Herstellung eines Kontaktstückes.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jeder
Kontaktfinger für sich, bedingt durch die Gußform in dielek
trisch günstiger Form abgerundet ist und daß die Kontaktfin
ger verbindende Gußstege wenigstens teilweise durch spanende
Bearbeitung entfernt sind.
Dadurch, daß ein derartiges Kontaktstück nicht aus einem
Rohrstück sondern als Gußteil hergestellt wird, können Kon
taktfingerkörper, welche die Rohform für die späteren Kon
taktfinger bilden, bereits in der Gußform eine dielektrisch
günstig abgerundete Außengestalt erhalten. Diese abgerundete
Form jedes einzelnen Kontaktfingers wäre durch spanende Be
arbeitung in einem späteren Schritt nur sehr aufwendig her
zustellen.
Da es schwierig ist, in einem derartigen Gußkörper die fe
dernden Kontaktfinger einzeln zu gießen, wird zunächst ein im
wesentlichen hohlzylindrischer Gußkörper hergestellt, bei dem
die Kontaktfingerkörper zusammen mit den diese verbindenden
Gußstegen einen hohlzylinderförmigen Körper bilden. Die Guß
stege werden dann mittels spanender Bearbeitung entfernt, so
daß nur die Kontaktfinger selbst übrig bleiben. Da diese nun
an dem Ende des Gußkörpers, an dem die Gußstege entfernt wor
den sind, nicht mehr miteinander verbunden sind, sind sie
dort federnd beweglich.
Es wäre auch denkbar, bei entsprechender Gußtechnik die Guß
form so auszubilden, daß die einzelnen Kontaktfinger ohne
diese verbindenden Stege in ihrer endgültigen Form gießtech
nisch hergestellt werden. Hierdurch würde die spanende Bear
beitung entfallen.
Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zur Her
stellung eines erfindungsgemäßen Kontaktstückes, bei dem bei
einem Gußkörper vorgesehene Kontaktfingerkörper vor der Ent
fernung der Gußstege parallel zueinander am Umfang des Guß
körpers in dessen Längsrichtung verlaufende Rippen bilden und
bei dem daß die Gußstege wenigstens teilweise durch spanende
Bearbeitung entfernt werden.
In diesem Fall können die Gußstege beispielsweise durch Ein
bringen von radialen Schlitzen in den Gußkörper freigearbei
tet werden.
Als besonders vorteilhaft erweist es sich, wenn die Rippen
jeweils im Querschnitt halbkreisförmig ausgebildet sind.
Dies stellt eine dielektrisch besonders günstige Form der
Rippen und der späteren Rundungen der Kontaktfinger dar. Die
Rippen können ihre erhabene, abgerundete Seite auf der äuße
ren Mantelfläche des Gußkörpers aufweisen.
Die Erfindung kann außerdem vorteilhaft dadurch ausgestaltet
werden, daß die Gußstege zwischen den Kontaktfingerkörpern
durch Einsägen oder Einfräsen von radialen Schlitzen in den
hohlzylindrischen Gußkörper entfernt werden.
Es kann aber auch vorteilhaft vorgesehen sein, daß die Guß
stege durch spanendes Abt ragen des Gußkörpers von seiner in
neren Mantelfläche her entfernt werden.
Die Bearbeitung in Form von Einsägen oder Abt ragen kann in
einer automatischen Bearbeitungseinrichtung durchgeführt wer
den.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei
spiels beschrieben.
Dabei zeigt die
Fig. 1 schematisch ein Kontaktstück, das auf
einen Gegenkontakt aufgeschoben ist und
Fig. 2 in vier Kreissegmenten 2A bis 2D Querschnitte, deren
Lage in der Fig. 1 angedeutet ist.
Das Kontaktstück 1 ist mittels einer Schraubverbindung 9 mit
einem Kontaktstückträger 10 verbunden, der seinerseits mit
einem Leiter 11 mechanisch und elektrisch verbunden ist. In
der Fig. 1 ist das Kontaktstück 1 auf einen Gegenkontakt 12
aufgeschoben, so daß die elastischen Kontaktfinger 2 aufge
weitet und elastisch radial gegen den Gegenkontakt gedrückt
werden. Die freien Enden 3 der Kontaktfinger 2 stellen dabei
den elektrischen Kontakt zu dem Gegenkontakt her.
Das Kontaktstück 1 ist zylindersymmetrisch ausgebildet, je
doch sind in der Figur nur die in der Schnittebene selbst
liegenden Teile dargestellt.
Ein solches Kontaktstück ist einfach herzustellen und weist
von sich aus schon eine dielektrisch so günstige Form auf,
daß es eine Kontaktanordnung selbst abschirmen kann und daß
keine weiteren Abschirmelektroden hierfür benötigt werden.
Die Fig. 2 zeigt in dem linken unteren Quadranten (A) eine
Draufsicht auf das Kontaktstück 1 aus der in der Fig. 1 mit
IIA bezeichneten Position. Im Vordergrund sind dort die ra
dial nach innen ragenden freien Enden 3 der Kontaktfinger 2
zu sehen. Die Gußstege 7, 8 sind in diesem Bereich entfernt.
Der linke obere Quadrant (B) der Fig. 2 zeigt einen Schnitt,
wie in Fig. 1 unter IIB angedeutet. Dort ist ein Querschnitt
eines geraden Stücks der Kontaktfinger 2 dargestellt. Auch in
diesem Bereich sind die Gußstege 7, 8 entfernt.
Der rechte obere Quadrant (C) der Fig. 2 zeigt einen
Schnitt, wie in Fig. 1 unter IIC angedeutet in einem Be
reich, in dem die Gußstege 7, 8 des Gußkörpers 4 nicht ent
fernt worden sind.
Ausgehend von der Rohform des Gußkörpers 4, der in dem rech
ten unteren Quadranten (D) dargestellt ist, ist in den übri
gen Bereichen an der Innenwand des hohlzylindrischen Gußkör
pers 4 Material durch spanende Bearbeitung, beispielsweise
durch Abdrehen abgetragen worden. In diesem Bereich ist er
kennbar, daß die Kontaktfingerkörper 5, 6 Rippen an der Au
ßenseite des Kontaktkörpers 4 bilden.
Dieser Bereich des Gußkörpers, wie in Fig. 2D dargestellt,
ist im wesentlichen unbearbeitet gelassen, es können ledig
lich zur besseren elektrischen Kontaktgabe die Flächen ge
glättet werden.
Claims (5)
1. Kontaktstück (1), insbesondere für Hochspannungsschaltan
lagen mit mehreren, auf einem Kreisumfang im wesentlichen
parallel zueinander angeordneten, federnden Kontaktfingern
(2), welche jeweils wenigstens ein freies Ende (3) aufweisen,
und welche Teile eines gemeinsamen einstückigen Gußkörpers
(4) bilden,
dadurch gekennzeichnet, daß
jeder Kontaktfinger (2) für sich bedingt durch die Gußform in
dielektrisch günstiger Form abgerundet ist und daß die
Kontaktfinger (2) verbindende Gußstege (7, 8) wenigstens
teilweise durch spanende Bearbeitung entfernt sind.
2. Verfahren zur Herstellung des Kontaktstückes nach Anspruch
1,
dadurch gekennzeichnet, daß
bei einem Gußkörper (4) vorgesehene Kontaktfingerkörper (5,
6) vor der Entfernung der Gußstege (7, 8) parallel zueinander
am Umfang des Gußkörpers (4) in dessen Längsrichtung verlau
fende Rippen bilden und daß die Gußstege (7, 8) wenigstens
teilweise durch spanende Bearbeitung entfernt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Rippen jeweils im Querschnitt halbkreisförmig ausgebildet
sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Gußstege (7, 8) zwischen den Kontaktfingerkörpern (5, 6)
durch Einsägen oder Einfräsen von radialen Schlitzen in den
hohlzylindrischen Gußkörper (4) entfernt werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Gußstege (7, 8) durch spanendes Abtragen des Gußkörpers
(4) von seiner inneren Mantelfläche her entfernt werden.
Priority Applications (1)
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| DE1996112995 DE19612995C1 (de) | 1996-03-22 | 1996-03-22 | Kontaktstück und Verfahren zur Herstellung eines Kontaktstückes |
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19612995C1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19744205C1 (de) * | 1997-09-30 | 1999-05-20 | Siemens Ag | Kontaktstück für ein Hochspannungsschaltgerät |
| FR2982087A1 (fr) * | 2011-10-28 | 2013-05-03 | Alstom Technology Ltd | Contact electrique de type tulipe a duree de vie augmentee, appareillage haute ou moyenne tension comprenant un tel contact, tel qu'un disjoncteur a gaz |
| DE102012204371A1 (de) | 2012-03-20 | 2013-09-26 | Siemens Aktiengesellschaft | Kontaktanordnung und elektrisches Schaltgerät |
Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2626246B1 (de) * | 1976-06-10 | 1977-11-17 | Siemens Ag | In druckgasschalter einsetzbares duesenfoermiges geschlitztes kontaktstueck und verfahren zur herstellung dieses kontaktstueckes |
-
1996
- 1996-03-22 DE DE1996112995 patent/DE19612995C1/de not_active Expired - Fee Related
Patent Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| DE2626246B1 (de) * | 1976-06-10 | 1977-11-17 | Siemens Ag | In druckgasschalter einsetzbares duesenfoermiges geschlitztes kontaktstueck und verfahren zur herstellung dieses kontaktstueckes |
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|---|
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| WO2013139573A1 (de) | 2012-03-20 | 2013-09-26 | Siemens Aktiengesellschaft | Kontaktanordnung und elektrisches schaltgerät |
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