DE19611088C1 - Verfahren zur digitalen Übertragung von Nachrichtensignalen - Google Patents
Verfahren zur digitalen Übertragung von NachrichtensignalenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur digitalen
Übertragung von Nachrichtensignalen zwischen zwei Teilnehmern
eines Fernmeldenetzes, die durch eine Festverbindung mit
Signalisierung miteinander verbunden sind, bei welchem sowohl
Nachrichtensignale im Rahmen mit definierter Anzahl von Bits
als auch der Signalisierung dienende Kennzeichen über einen
64 kbit/s-Kanal der Übertragungsstrecke übertragen werden
(DE-Druckschrift "TL-Nr. 5805-3189" der Deutsche Telekom AG).
In Fernmeldenetzen mit digitaler Nachrichtenübertragung werden
beispielsweise Übertragungssysteme verwendet, mit denen
bidirektional Daten mit Hilfe von zwei B-Kanälen zu jeweils
64 kbit/s und einem Kennzeichenkanal (D-Kanal) zu 16 kbit/s
über nur eine Doppelader übertragen werden können (ISDN). Die
B-Kanäle werden beispielsweise zur Übertragung von
Nachrichtensignalen genutzt, während in dem D-Kanal die
erforderlichen Signalisierungsinformationen übertragen werden.
Soll zwischen zwei Teilnehmern eine Festverbindung geschaltet
werden, müßten demnach zwei B-Kanäle und ein D-Kanal ständig
durch das Fernmeldenetz geschaltet sein. Das ist aufwendig und
teuer. Aus Kostengründen wird daher nach Wegen gesucht, die
durchzuschaltende Kanalzahl zu verringern.
Dazu wird in der eingangs erwähnten TL der Deutsche Telekom AG
ein Verfahren angegeben, bei dem für eine Festverbindung mit
Signalisierung nur ein B-Kanal mit 64 kbit/s ausgenutzt wird.
Als Kennzeichen werden dabei Signalisierungsbits zur
Synchronnisierung sowie zur Information, ob Spannung an der
a/b-Ader anliegt, ob die Erdtaste betätigt ist, über
unterschiedliche Ruf-Betriebsarten oder ob Schleifenstrom
fließt, übertragen. Die Nachrichtensignale werden bei diesem
bekannten Verfahren im Frequenzbereich von 300 bis 3400 Hz mit
einer Abtastrate von 8 kHz digitalisiert. Mit einer Auflösung
von 8 Bit pro Abtastwert sind sie genau in einem 64 kbit/s-
Kanal zu übertragen. Die Signalisierungsbits müssen zusätzlich
zu den Nachrichtensignalen übertragen werden. Während der
Gesprächspausen, wenn keine Nachrichtensignale übertragen
werden, ist das problemlos. Sie werden dann in einem aus acht
Bits bestehenden Rahmen übertragen. Probleme ergeben sich
jedoch im Gesprächsfall, wenn der Kanal durch
Nachrichtensignale belegt ist. Auch dann soll aber die
Übertragung von Kennzeichen möglich sein. Das gilt
insbesondere für Gebührenimpulse.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs
geschilderte Verfahren so zu gestalten, daß eine Übertragung
von Nachrichtensignalen und Kennzeichen ohne gegenseitige
Störung auf einfache Weise möglich ist.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst,
- - daß für den äußeren Verbindungsaufbau einer Übertragungsstrecke erforderliche Signalisierungsbits als Kennzeichen nur dann übertragen werden, wenn keine Nachrichtensignale übertragen werden,
- - daß während der Übertragung von Nachrichtensignalen als Kennzeichen nur noch Gebührenimpulse übertragen werden, die als definierte Bitfolge, welche auf der jeweiligen Empfangsseite bekannt ist und als Gebührenimpuls erkannt wird, jeweils im letzten Bit in die Rahmen der Nachrichtensignale eingefügt werden und
- - daß die Übertragung dieser Bitfolge durch zufälliges Auftreten in den Nachrichtensignalen gegebenenfalls durch Änderung von Bits derselben auf der Sendeseite verhindert wird.
Bei Einsatz dieses Verfahrens reicht ein 64 kbit/s-Kanal zur
Übertragung von Nachrichtensignalen und Kennzeichen ohne
gegenseitige Störung aus. Die Signalisierungsbits zum äußeren
Verbindungsaufbau werden in den Gesprächspausen übertragen, so
daß keine Beeinflussung der Nachrichtensignale auftreten kann.
Während eines Gesprächs werden nur noch Gebührenimpulse
übertragen, und zwar auf besonders einfache Art und Weise. Es
bleibt dabei insbesondere der Rahmen der Nachrichtensignale
erhalten. Ein Gebührenimpuls wird mit definierter, eindeutiger
Bitfolge jeweils in das letzte Bit der Rahmen der
Nachrichtensignale eingeblendet. Trotz der Beibehaltung der
8-Bit-Rahmen werden dadurch die Nachrichtensignale nicht
störend beeinflußt. Die für den Gebührenimpuls verwendete
Bitfolge muß im Empfänger bekannt sein, damit der
Gebührenimpuls gegebenenfalls registriert werden kann. Durch
Beobachtung der Nachrichtensignale wird außerdem
sichergestellt, daß die für den Gebührenimpuls definierte
Bitfolge nicht zufällig in den Nachrichtensignalen übertragen
wird. Diese werden gegebenenfalls durch Änderung von Bits
angepaßt. Durch dieses Verfahren kann also das
Nachrichtensignal ohne wesentliche Änderung bleiben, es ist
keine Unterbrechung des Gesprächs erforderlich und es wird
kein gesonderter Übertragungsweg für die Gebührenimpulse
benötigt.
Das Verfahren nach der Erfindung wird anhand der Zeichnung
als Ausführungsbeispiel erläutert.
Die einzige Figur der Zeichnung zeigt einen Ausschnitt aus
einem digitalen Fernmeldenetz mit zwei durch eine
Festverbindung mit Signalisierung miteinander verbundenen
Teilnehmern.
An ein digitales Fernmeldenetz DN sind zwei Teilnehmer Tln
über eine Festverbindung mit Signalisierung angeschlossen. Die
Tln sind dabei in üblicher Technik über eine Zweidrahtleitung
ASL mit ihrer Vermittlungsstelle VST verbunden. Die VST sind
an das DN angeschlossen. Sie stellen auf der Seite der Tln die
digitale Schnittstelle UKo zur Verfügung.
Zur Durchschaltung der Festverbindung ist bei jedem Tln ein
Terminaladapter TA in den Übertragungsweg eingeschaltet. Der
TA wird jeweils über die UKo-Schnittstelle mit Fernspeisung
versorgt. Für die Übertragung von Nachrichtensignalen und
Kennzeichen zwischen den Tln wird von den an sich zur
Verfügung stehenden drei Kanälen nur ein Kanal mit 64 kbit/s
durchgeschaltet. Der TA stellt für den Tln eine analoge a/b-
Schnittstelle zur Verfügung.
Wenn ein Tln telefonieren will, wird eine Verbindung durch
Signalisierung (Wahl oder Ruf) aufgebaut. Dazu werden
entsprechende Signalisierungsbits übertragen. Ein Rahmen mit
Signalisierungsbits hat beispielsweise folgenden Aufbau:
Darin haben die einzelnen Bits folgende Bedeutung:
SYNC1-4 Synchronisation.
SPG Übertragung der Information "Spannung an der a/b- Ader".
SITA Übertragen der Information "Erdtaste betätigt".
RUF a) Betriebsart Telefonsignalisierung: Übertragen der Information "Teilnehmer wird gerufen".
b) Betriebsart 50-Hz-Signalisierung: Übertragen der 50-Hz-Signalisierungsimpulse.
c) Betriebsart San/Sab-Signalisierung: Übertragen der Signalisierungsimpulse (Erdpotential).
LOOP Übertragen der Information "Schleifenstrom fließt".
SYNC1-4 Synchronisation.
SPG Übertragung der Information "Spannung an der a/b- Ader".
SITA Übertragen der Information "Erdtaste betätigt".
RUF a) Betriebsart Telefonsignalisierung: Übertragen der Information "Teilnehmer wird gerufen".
b) Betriebsart 50-Hz-Signalisierung: Übertragen der 50-Hz-Signalisierungsimpulse.
c) Betriebsart San/Sab-Signalisierung: Übertragen der Signalisierungsimpulse (Erdpotential).
LOOP Übertragen der Information "Schleifenstrom fließt".
Nach dein Zustandekommen der Verbindung wird der
Übertragungsweg durch die TA auf Nachrichtenbetrieb
umgeschaltet. Dabei werden neben den Nachrichtensignalen als
Kennzeichen zusätzlich Gebührenimpulse übertragen. Diese
werden mit definierter Bitfolge jeweils in das letzte Bit der
Rahmen der Nachrichtensignale eingefügt.
Für die Übertragung und eindeutige Erkennung der
Gebührenimpulse im Empfänger muß außerdem sichergestellt sein,
daß die definierte Bitfolge nicht zufällig im
Nachrichtensignal übertragen wird. Um das sicherzustellen,
werden die Nachrichtensignale ständig überwacht und mit der
für die Gebührenimpulse vereinbarten Bitfolge verglichen.
Falls erforderlich, wird beispielsweise ein Bit in einem
Rahmen der Nachrichtensignale verändert.
Die für die Gebührenimpulse definierte Bitfolge ist an sich
beliebig. Sie wird zweckmäßig so ausgewählt, daß die
Wahrscheinlichkeit gering ist, daß gerade diese Bitfolge
zufällig in den Nachrichtensignalen auftritt. Auf der anderen
Seite soll die Bitfolge so einfach sein, daß eine einfache
Überwachung der Nachrichtensignale möglich ist.
Als Bitfolge für einen Gebührenimpuls werden bei der
Signalisierung im letzten Bit der Rahmen der
Nachrichtensignale auf der Sendeseite beispielsweise 64 Null-
Bits ohne Unterbrechung eingeblendet. Auf der Empfängerseite
reicht der ununterbrochene Empfang von 32 Null-Bits aus, um
einen Gebührenimpuls zu erkennen. Es wird dann ein
Gebührenimpuls von 100 msec für die a/b-Schnittstelle des Tln
generiert.
Bei der Überwachung der Nachrichtensignale und deren Vergleich
mit der für die Gebührenimpulse definierten Bitfolge kann für
das geschilderte Beispiel das letzte Bit im 16. Rahmen in eine
"1" geändert werden, wenn in den vorangehenden 15 Rahmen Null-
Bits als letzte Bits übertragen wurden.
Die Anzahl der Null-Bits für die Gebührenimpulse kann
selbstverständlich auch von der Zahl 64 abweichen. Prinzipiell
die gleiche Verfahrensweise gilt auch dann, wenn die
definierte Bitfolge aus 1-Bits besteht.
Um eine Fehlsignalisierung durch Dauersignale zu vermeiden,
die durch einen Fehler auf dem Übertragungsweg entstehen
können, ist es möglich, alle zu übertragenden Signale auf der
Sendeseite zu verwürfeln. Der dabei eingesetzte Scrambler
sowie der Descrambler auf der Empfängerseite sollen das
Polynom
1 + x-3 + x-5
haben.
Claims (5)
1. Verfahren zur digitalen Übertragung von
Nachrichtensignalen zwischen zwei Teilnehmern eines
Fernmeldenetzes, die durch eine Festverbindung mit
Signalisierung miteinander verbunden sind, bei welchem
sowohl Nachrichtensignale in Rahmen mit definierter
Anzahl von Bits als auch der Signalisierung dienende
Kennzeichen über nur einen 64 kbit/s-Kanal der
Übertragungsstrecke übertragen werden, dadurch
gekennzeichnet,
- - daß für den äußeren Verbindungsaufbau einer Übertragungsstrecke erforderliche Signalisierungsbits als Kennzeichen nur dann übertragen werden, wenn keine Nachrichtensignale übertragen werden,
- - daß während der Übertragung von Nachrichtensignalen als Kennzeichen nur noch Gebührenimpulse übertragen werden, die als definierte Bitfolge, welche auf der jeweiligen Empfangsseite bekannt ist und als Gebührenimpuls erkannt wird, jeweils im letzten Bit in die Rahmen der Nachrichtensignale eingefügt werden und
- - daß die Übertragung dieser Bitfolge durch zufälliges Auftreten in den Nachrichtensignalen gegebenenfalls durch Änderung von Bits derselben auf der Sendeseite verhindert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Signalisierung eines Gebührenimpulses im letzten Bit
der Rahmen der Nachrichtensignale auf der Sendeseite
eine definierte Anzahl von Bits gleicher Wertigkeit
lückenlos eingeblendet wird, von denen zur Generierung
des Gebührenimpulses auf der Empfängerseite eine
ebenfalls definierte Anzahl von Bits hintereinander
empfangen werden muß.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß 64 Null-Bits eingeblendet werden, von denen 32 Null-
Bits hintereinander empfangen werden müssen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß im 16. Rahmen der Nachrichtensignale
das letzte Bit in eine "1" gewandelt wird, wenn in den
vorangehenden 15 Rahmen Null-Bits als letzte Bits
übertragen worden sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß alle zu übertragenden Signale auf der
Sendeseite verwürfelt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996111088 DE19611088C1 (de) | 1996-03-21 | 1996-03-21 | Verfahren zur digitalen Übertragung von Nachrichtensignalen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996111088 DE19611088C1 (de) | 1996-03-21 | 1996-03-21 | Verfahren zur digitalen Übertragung von Nachrichtensignalen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19611088C1 true DE19611088C1 (de) | 1997-07-10 |
Family
ID=7788935
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996111088 Expired - Fee Related DE19611088C1 (de) | 1996-03-21 | 1996-03-21 | Verfahren zur digitalen Übertragung von Nachrichtensignalen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19611088C1 (de) |
-
1996
- 1996-03-21 DE DE1996111088 patent/DE19611088C1/de not_active Expired - Fee Related
Non-Patent Citations (1)
| Title |
|---|
| STOLL, Dieter: Einführung in die Nachrichten- technik, 1. Aufl., Berlin und Frankfurt am Main, Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft AEG-Tele- funken, 1978, S. 207-211, ISBN 3-87087-103-2 * |
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