Die Erfindung betrifft eine Einrichtung in einer Halbleiter
fertigungsanlage, insbesondere für integrierte Schaltungen,
mit mindestens einer elektrischen und mechanischen Prüfein
richtung, einer Beschriftungsstation und einer Endver
packungsstation, in welcher die Bauteile zur Auslieferung
endverpackt werden. Derartige Einrichtungen sind aus dem
firmeninternen Stand der Technik bekannt.
Aus der DE-OS 27 08 954 ist ferner eine rechnergesteuerte Halbleiterfertigungsanlage
für integrierte Schaltungen bekannt, deren Einzelkomponenten
jedoch in erster Linie die Herstellung vor der Prüfung und
Endverpackung betreffen.
Die oben genannten Einrichtungen werden am Ende von Fertigungslinien für
elektrische Bauteile und insbesondere integrierte Schalt
kreise eingesetzt, um die bereits fertig in Gehäuse montier
ten elektrischen Bauteile am Ende der Fertigungslinie aufzu
greifen, einer vorzugsweise Laserbeschriftungsstation zuzu
führen und anschließend in einer Verpackungsstation in eine
geeignete Verpackung abzulegen. In der Beschriftungsstation
wird das Gehäuse des elektrischen Bauteiles mittels Laser mit
einer Typenbezeichnung, Chargennummer, Herstellerangabe etc.
beschriftet. In der Verpackungsstation wird das elektrische
Bauteil nach Kundenwünschen in eine geeignete Verpackung ge
legt. Als Verpackungseinheit können die fertig montierten und
beschrifteten Bauteile wahlweise in sogenannten Plastiktapes,
Plastiktubes oder Plastiktrays abgelegt werden. Unter Pla
stiktapes sind hierbei Kunststoffgurte mit eingearbeiteten
Taschen zu verstehen, in welche die elektrischen Bauelemente
eingelegt werden. Die Taschen werden anschließend von einer
durchsichtigen Deckfolie abgedeckt und mit dieser Deckfolie
verschweißt. Diese Plastiktapes können sehr schnell gefüllt
werden. Plastiktubes sind die hinlänglich bekannten Kunst
stoffrohre, in die die elektrischen Bauelemente nacheinander
eingefüllt werden. Die Kunststoffrohre werden an ihren End
seiten mit geeigneten Abdeckkappen verschlossen. Nachteilig
bei diesen Plastiktubes ist, daß die elektrischen Bauteile
und insbesondere hochempfindliche integrierte Schaltkreise
aufgrund ihres gegenseitigen Aneinanderstoßens leicht beschä
digt werden können. Plastiktrays sind quaderförmige Kunst
stoffrahmen, die nach Art eines Schachbrettmusters mit Trenn
wänden versehen sind. In die einzelnen durch die Trennwände
gebildeten Kammern wird jeweils eines der elektrischen Bau
teile eingesetzt. Mit solchen Plastiktrays sind die in die
einzelnen Kammern eingesetzten elektrischen Bauteile bzw. in
tegrierten Schaltkreise bestens vor Transportschäden ge
schützt.
Die Qualitätskontrolle von elektrischen Bauteilen und die
Prozeßkontrolle von Fertigungsmaschinen bei der Herstellung
von elektrischen Bauteilen und insbesondere integrierten
Schaltkreisen ist von höchster Wichtigkeit, um sicherzustel
len, daß die vom Hersteller ausgelieferten Bauteile den Kun
denanforderungen genügen. Die Qualitätskontrolle der elektri
schen Bauteile bzw. die Prozeßkontrolle von Fertigungsmaschi
nen wird bisher in der Montage von elektrischen Bauelementen
und insbesondere integrierten Schaltkreisen weitgehend manu
ell, off-line und stichprobenartig durchgeführt.
Hierbei stellt die Kontrolle von sogenannten Marking- und
Package-Defekten nach der Laserbeschriftung der elektrischen
Bauteile die letzte Prüfung vor dem Verpacken der Bauteile in
die genannten Plastiktapes, -tubes oder -trays dar. Unter
Marking-Defekten sind Defekte in der Beschriftung des Bautei
les und unter Package-Defekten Gehäusefehler der Bauteile zu
verstehen. Üblicherweise wird die Prüfung von Marking- und
Package-Defekten nach der Lasermarkierung durch loses subjek
tives Betrachten der Bauteile stichprobenartig durchgeführt.
Dieses stichprobenartige lose Betrachten der Bauteile erfolgt
entweder unmittelbar vor dem Verpacken der elektrischen Bau
teile oder unmittelbar nach der Lasermarkierung des Bautei
les, wobei zur Lasermarkierung das Bauteil auf eine Platte
abgelegt wird. Es ist grundsätzlich möglich, dieses stichpro
benartige Überprüfen der Bauteile nach Marking- und Package-De
fekten mit einer geeigneten Kamera zu unterstützen. Die Ka
mera muß hierfür auf die beschriftete Oberseite des elektri
schen Bauteiles gerichtet werden, wobei das mit der Kamera
aufgenommene Bild des Bauteiles auf einem Monitor sichtbar
gemacht wird, wodurch die Ergonomie der Sichtprüfung verbes
sert ist. Bei auffälligen Marking- und/oder Package-Defekten
kann der Handler durch den Operator gestoppt werden, um die
Ursachen für den Fehler in der Fertigungslinie bzw. bei der
Lasermarkierung zu beseitigen.
Die subjektive Betrachtung der Bauteile selbst oder der Bau
teile über einen Monitor ist für eine zuverlässige Qualitäts
kontrolle nicht zufriedenstellend. Einerseits ist der Opera
tor nicht in der Lage jedes der Bauteile bei hohen Taktzyklen
der Fertigungslinie, beispielsweise kleiner 600 msek., zu
überprüfen. Andererseits kann aufgrund von Unachtsamkeiten
des Operators selbst bei stichprobenartigen Überprüfungen der
Bauteile der Fall eintreten, daß der Operator defekte Bau
teile übersieht. Schließlich ist es für den Operator äußerst
schwer, geringe Beschriftungsfehler oder geringe Gehäusefeh
ler am elektrischen Bauteil visuell wahrzunehmen.
Darüber hinaus werden bei den heute üblichen Fertigungsanla
gen von Halbleiterbauelementen die Arbeitsschritte "Prüfen",
"Beschriften" und "Verpacken" auf mehreren Einzelanlagen bzw.
Einzelarbeitsplätzen durchgeführt. Dazu ist es notwendig, die
Bauteile mehrmals in "Tubes" oder "Trays" als Zwischenver
packung abzulegen, an den entsprechenden Arbeitsplatz zu be
fördern und dort umständlich wieder auszupacken, um die Bau
teile weiter zu testen oder zu bearbeiten. Hierdurch wird ein
erheblicher Handlingsaufwand erforderlich. Dies bedingt nach
teiligerweise hohe Handlingszeiten, eine große Anzahl an da
mit beschäftigtem Personal sowie große Zwischenlager, soge
nannte Puffer, für das Bereithalten der Bauteile an der je
weiligen Station. Letzteres erfordert einen hohen Raumbedarf.
Darüber hinaus führt die Abfolge von verschiedenen Ferti
gungsschritten hintereinander auf verschiedenen Maschinen zu
einer hohen Durchlaufzeit und zu einer hohen Gesamtferti
gungszeit. Durch die Vielzahl von Bearbeitungsschritten wird
zudem die Qualität gemindert, weil das erforderliche mehrma
lige Umpacken der Bauteile leicht zu Beschädigungen am Bau
teil und dessen Zuführungsleitungen führen kann.
Nachteilig ist auch, daß nach den erfolgten Tests der Bau
teile, häufig vom Bauteilehersteller gewünscht wird, diese in
verschiedene Qualitäts- und/oder Fehlerklassen zu trennen.
Hierbei kann bisher ein Vertauschen oder eine Verwechslung
nicht ausgeschlossen werden. Deshalb wird bisher durch einen
hohen logistischen Aufwand und Prüfaufwand versucht, dieses
Risiko so gering wie möglich zu halten.
Darüber hinaus ist bisher eine Qualitätsdokumentation wegen
der Vielzahl von Einzelprozessen an unterschiedlichen Ar
beitsplätzen nur sehr aufwendig und umständlich möglich.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung
anzugeben, mit der die Handlingszeiten in Fertigungslinien
von elektrischen Bauteilen und insbesondere von Halbleitern
erheblich reduziert werden können bei gleichzeitiger Erhöhung
der Ausbeute.
Diese Aufgabe wird bei der eingangs genannten Einrichtung zur
Überprüfung von elektrischen Bauteilen dadurch gelöst, daß
die Einrichtung ein Transportsystem, einen sogenannten Hand
ler, aufweist, in welcher die Bauteile nacheinander aus einer
Transportverpackung der Halbleiterfertigungsanlage selbsttä
tig aufgegriffen, verpackungsfrei in einer vorgegebenen Rei
henfolge selbsttätig den Prüfstationen und der Beschriftungs
station zugeführt und letztlich selbsttätig in einer ausge
wählten Endverpackungsstation verpackt werden.
Die bisher eingesetzten Einzelmaschinen werden also erfin
dungsgemäß durch eine Maschine ersetzt, die alle Einzelar
beitsschritte inline ausführt. Dies geschieht dadurch, daß
die Bauteile aus der Transportverpackung am Ende der Ferti
gungslinie entnommen und von dem Transportsystem in die ein
zelnen Bearbeitungsstationen positioniert werden. Die Statio
nen sind so angeordnet, daß die einzelnen Arbeitsschritte
automatisch ohne Zwischenschaltung manueller Tätigkeiten in
einer geordneten, vorher festgelegten Reihenfolge ablaufen
können. Eine Zwischenverpackung ist nicht mehr erforderlich.
Hierdurch werden die Handlingszeiten erheblich reduziert.
Handlingsbeschädigungen werden so gut wie ausgeschlossen.
Zwischenlager für die Bauteile sind nicht erforderlich. Ein
Verwechslungsrisiko der Bauteile ist ausgeschlossen.
Durch das parallele Prüfen, Beschriften und Verpacken der
Bauteile ist eine deutliche Reduzierung der Durchlaufzeit und
Fertigungszeit möglich.
In einer Weiterbildung der Erfindung sind an das Transportsy
stem mehrere Verpackungsstationen gekoppelt. Vorzugsweise
sind die Verpackungsstationen unterschiedlich ausgebildet, um
die Bauteile wahlweise, je nach aktuellem Kundenwunsch, in
Plastiktrays, -tubes oder -tapes zu verpacken. Wenn
parallel mehrere gleiche Verpackungsstationen vorgesehen wer
den, können die Bauteile je nach vorherigem Testergebnis
klassifiziert verpackt werden.
Das Transportsystem kann des weiteren mit einer Steuerein
richtung gekoppelt sein, in welcher jedem Bauteil ein eigener
Datensatz nach Maßgabe der durchgeführten Tests in den Prü
feinrichtungen zugeordnet wird, wobei durch das Transportsy
stem das Bauteil entsprechend des Datensatzes an eine ausge
wählte Verpackungsstation geführt wird. Dem einzelnen Bauteil
ist während des gesamten Prozesses dieser Datensatz zugeord
net. Damit kann sichergestellt werden, daß die einzelnen Bau
teile in die richtige Ausgabestation, z. B. eine Ausschußsta
tion oder die erwähnten Verpackungsstationen, geführt werden.
Die Testergebnisse können von einer hierfür geeigneten Steu
ereinrichtung auch an die Beschriftungsstation weitergereicht
werden, um jedes Bauteil mit einer entsprechenden Klassen
kennzeichnung zu versehen. Es können mehrere verschiedene
Kennzeichnungen in beliebiger Reihenfolge erfolgen. Dadurch
wird ein getrennt es Handling der verschiedenen Klassen ver
mieden und mehrere Klassen werden gleichzeitig fertigge
stellt. In einer Ausschußstation können hierdurch die als
defekt erkannten Bauteile so abgelegt werden, daß eine ge
zielte Weiterverarbeitung möglich ist.
Die Gesamtsteuerung der Einrichtung wird vorzugsweise von ei
ner sogenannten Mastersteuerung übernommen, welche über
Schnittstellen mit sogenannten Slavesteuerungen der einzelnen
Subsysteme (Prüfstationen, Beschriftungsstation, Verpackungs
stationen) verbunden sind. Dies erleichtert eine software
mäßig unterstützte Qualitäts- und Fehlerdokumentation.
In einer Ausführungsform der Erfindung weist das Transport
system eine Platte, vorzugsweise einen Drehteller, auf, auf
welcher die von der Halbleiterfertigungsanlage über eine La
destation zugeführten Bauteile zur Beschriftung ablegbar
sind. Diese abgelegten Bauteile werden dann selbsttätig über
eine Greifstation der ausgewählten Verpackungsstation zuge
führt. Die erforderlichen Greifstationen können z. B. durch
Drehköpfe mit Aufnahmearmen realisiert sein. Im Bereich die
ser Platte kann eine Kamera mit Lichtquelle angeordnet sein,
um die beschriftete Oberfläche und das Gehäuse des zu prüfen
den Bauteiles optisch zu erfassen. Hierdurch ist es möglich,
den Platzaufwand für die Überprüfung des elektrischen Bau
teils im Handler auf ein Minimum zu reduzieren. Da die Bau
teile ohnehin auf der Platte abgelegt werden, um von der Be
schriftungsstation mit einer vorgegebenen Beschriftung verse
hen zu werden, kann unmittelbar nach dem Beschriftungsvorgang
das Bauteil von oben optisch erfaßt werden. Das Bauteil muß
vorteilhafterweise bei dieser Lösung nicht nochmals aufge
griffen und einer möglicherweise entfernt angeordneten Kamera
zugeführt werden. Das optische Erfassen des elektrischen Bau
teiles ist somit sehr schnell möglich.
In einer anderen Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen,
die Steuereinheit des Transportsystemes mit den Prüfeinrich
tungen zu koppeln, um bei einem Fehlersignal selbsttätig den
Betrieb des Transportsystemes zu stoppen. Damit wird sicher
gestellt, daß beim Auftreten eines Fehlers beschädigte Bau
teile nicht versehentlich verpackt werden. Nach dem Anhalten
des Transportsystemes kann ein Operator nach der Fehlerursa
che suchen und diese beseitigen. Damit werden vom Handler nur
fehlerfreie Bauteile in die Verpackungseinheit transportiert.
Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend
im Zusammenhang mit zwei Figuren näher erläutert. Es
zeigen:
Fig. 1 die Draufsicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel
eines Transportsystemes nach der Erfindung und
Fig. 2 die Draufsicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel
eines Transportsystemes nach der Erfindung.
In Fig. 1 ist ein Transportsystem, im folgenden Handler ge
nannt, dargestellt, wie er am Ende einer Fertigungslinie von
integrierten Schaltkreisen eingesetzt wird. Der Handler ist
mit dem Bezugszeichen 1 versehen.
Der Handler 1 weist auf einem Arbeitstisch 1a einen ersten
Drehkopf 5 und einen zweiten Drehkopf 17 auf. Zwischen den
beiden Drehköpfen 5, 17 ist eine Drehplatte 12 angeordnet.
Der erste Drehkopf 5 befindet sich an der rechten Seite des
Arbeitstisches und verfügt über eine Vielzahl von sternförmig
angeordneten Armen 8, die endseitig mit einem Saugnapf 7 bzw.
Vakuumnadeln zur Aufnahme von fertig montierten integrierten
Schaltkreisen mittels Unterdruck versehen sind. Im Ausfüh
rungsbeispiel von Fig. 1 verfügt der Drehkopf 5 über sech
zehn im gleichen Winkel zueinander beabstandete Arme 8. Der
Drehkopf 5 dreht sich in Richtung des am Drehkopf 5 darge
stellten Pfeiles im Uhrzeigersinn. Der in 3-Uhr-Stellung be
findliche Arm 8 nimmt mit seinen am distalen Ende befindli
chen Vakuumnadeln bzw. Saugnäpfen 7 ein Bauteil 2 aus der am
Arbeitstisch des Handlers 1 rechts anstehenden Ladestation 3
auf. An die Ladestation 3 gelangen, wie in Fig. 1 der Pfeil
auf der Ladestation 3 zeigt, nacheinander Plastiktrays bzw.
Kunststoffrahmen 4 in den Bereich der 3-Uhr-Stellung des er
sten Drehkopfes 5, damit der jeweils dort befindliche Arm ein
Bauteil aus dem Kunststoffrahmen 4 entnehmen kann, um dieses
Prüfstationen zuzuführen, mit einer geeigneten Beschriftung
zu versehen, zu kontrollieren und schließlich in einer Ver
packungsstation zu verpacken. Es versteht sich, daß die ein
zelnen Kammern der Kunststoffrahmen 4 zu den Vakuumnadeln des
Armes 8 in 3-Uhr-Stellung des Drehkopfes 5 so ausgerichtet
werden müssen, daß ein einfaches Ansaugen durch Unterdruck
und damit ein Anheben des Bauteiles 2 am Drehkopf 5 möglich
ist.
Nach der Aufnahme des Bauteiles 2 in 3-Uhr-Stellung des Dreh
kopfes 5 dreht der Drehkopf 5 im Uhrzeigersinn, um das er
faßte Bauteil 2 in 6-Uhr-Stellung einer elektrischen Teststa
tion 9 zuzuführen. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, nimmt der
Drehkopf 5 nach Verdrehung um 22,5° jeweils ein neues Bau
teil 2 aus dem Kunststoffrahmen 4 auf. Im Anschluß an die
elektrische Teststation 9 wird in etwa 8-Uhr-Stellung das
Bauteil 2 einer sogenannten Leadinspektionsstation 10 zuge
führt. Diese Leadinspektionsstation 10 dient zur Überprüfung
der elektrischen Zuleitungen am Bauteil 2.
Nach der Leadinspektionsstation 10 wird das elektrische Bau
teil 2 durch den Drehkopf 5 auf einer Platte, hier ein Dreh
teller 12, abgelegt. Im Ausführungsbeispiel von Fig. 1 er
folgt dies etwa in 10-Uhr-Stellung des Drehkopfes 5. Der
Drehteller 12 dreht sich, wie der auf dem Drehteller 12 dar
gestellte Pfeil zeigt, ebenfalls im Uhrzeigersinn.
Nachdem das Bauteil 2 vom Drehkopf 5 auf den Drehteller 12
abgelegt wurde, wird das Bauteil 2 durch Verdrehung des Dreh
tellers 12 um etwa 30° im Uhrzeigersinn einer Beschriftungs
station 11 zugeführt. Hierfür wird das Bauteil 2 vom Drehkopf
5 so auf dem Drehteller 12 abgelegt, daß dessen Oberseite in
Richtung Betrachter von Fig. 1 zeigt. Selbstverständlich muß
das Bauteil 2 in geeigneter Weise rutschfest und planar auf
dem Drehteller 12 abgelegt werden. In etwa 6-Uhr-Stellung ist
die Beschriftungsstation 11 über dem Drehteller angeordnet.
Die Beschriftungsstation 11 dient dazu, auf der Oberseite des
Gehäuses des Bauteiles 2 eine geeignete Beschriftung mittels
vorzugsweise Laserlicht aufzubringen. Als Beschriftung kann
beispielsweise eine Herstellerkennung, eine Typenbezeichnung,
Gutklassen, Geschwindigkeitskennzeichen etc. aufgebracht wer
den. Nachdem eine geeignete Beschriftung auf das Gehäuse des
Bauteiles 2 durch die Beschriftungsstation 11 aufgebracht
wurde, dreht der Drehteller 12 weiter im Uhrzeigersinn.
In etwa 8-Uhr-Stellung des Drehtellers 12 ist über dem Dreh
teller 12 eine bildgebende Einheit 13 mit Kamera und Beleuch
tungseinheit angeordnet, um inline festzustellen, ob das un
mittelbar zuvor beschriftete Bauteil 2 einen Beschriftungs
fehler und/oder Gehäusefehler aufweist. Die Kamera 13 und Be
leuchtungseinheit ist Bestandteil einer Bildverarbeitungsein
heit, um die beschrifteten Bauteile 2 vor der Verpackung op
tisch zu erfassen, mit einem Sollbild zu vergleichen und bei
einer vorgegebenen Abweichung ein Fehlersignal zu erzeugen.
Das gesamte Bildverarbeitungssystem besteht aus der bildge
benden Einheit 13 mit Kamera und Beleuchtungseinheit, einer
bildverarbeitenden Einheit in Form eines geeigneten Rechners
mit Bildverarbeitungssoftware und einer Ausgabeeinheit, an
der das Fehlersignal abgreifbar ist. Das Bildverarbeitungssy
stem wird weiter unten noch näher erläutert.
In etwa 10-Uhr-Stellung des Drehtellers 12 werden die in der
Beschriftungsstation 11 beschrifteten Bauteile 2 und die
mittlerweile auf Beschriftungsfehler und Gehäusefehler hin
überprüften Bauteile 2 von einem zweiten Drehkopf 17 aufge
nommen. Dieser zweite Drehkopf 17 ist ähnlich wie der erste
Drehkopf 5 gestaltet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
weist der zweite Drehkopf ebenfalls sechzehn Arme mit an de
ren distalen Enden jeweils angeordneten Saugnäpfen 7 bzw. Va
kuumnadeln auf. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel von Fig.
1 dreht der zweite Drehkopf 17 entgegen dem Uhrzeigersinn,
wie der dortige Pfeil verdeutlicht. In etwa 4-Uhr-Stellung
des zweiten Drehkopfes 17 werden die beschrifteten und gete
steten Bauteile 2 aufgenommen und, je nach Kundenwunsch, in
einer geeigneten Verpackungsstation verpackt. Im Ausführungs
beispiel von Fig. 1 sind drei verschiedene Verpackungssta
tionen 23, 25 und 27 vorgesehen. In etwa 2-Uhr-Stellung des
zweiten Drehkopfes befindet sich ein sogenanntes Taping-Mo
dul, in welchem die Bauteile 2 in Taschen eines Kunststoff
gurtes ablegbar sind. Nachdem die Bauteile 2 in den Taschen
des Kunststoffgurtes abgelegt wurden, verschließt das
Taping-Modul die Taschen mit einer durchsichtigen Folie.
In etwa 2-Uhr-Stellung des zweiten Drehkopfes 17 befindet
sich ein sogenanntes Tube-Modul, in welchem die Bauteile 2 in
Kunststoffröhren abgelegt werden. In etwa 9-Uhr-Stellung ist
ein sogenanntes Tray-Modul angeordnet, welches weitgehend der
Ladestation 3 ähnelt. Auf dem Tray-Modul 27 werden Kunst
stoffrahmen zugeführt. In die einzelnen Kammern des Kunst
stoffrahmens 28 werden die Bauteile 2 abgelegt.
Wie aus Fig. 1 weiter ersichtlich, ist am unteren Ende des
Arbeitstisches 1a des Handlers 1 eine weitere Station 29 mit
drei nebeneinander liegenden Kunststoffrahmen 30, 31, 32 an
geordnet. Diese weitere Station 29 dient als Ausschußstation
29, in welcher defekte Bauteile 2 abgelegt werden. Es ist
beispielsweise möglich, je nachdem, welche Fehler die Bau
teile 2 aufweisen, im Kunststoffrahmen 30 Bauteile 2 mit
elektrischen Defekten, im Kunststoffrahmen 31 Bauteile 2 mit
Defekten in den Anschlußleitungen und im Kunststoffrahmen 32
Bauteile mit Markierungs- bzw. Beschriftungsdefekten abzule
gen. Das getrennte Ablegen der Bauteile 2 nach unterschiedli
chen Fehlerursachen ermöglicht eine gezielte Nacharbeitung
der Ausschußbauteile. Die Ausschußstation 29 erhält die de
fekten Bauteile über eine mechanische Zuführung 34, welche in
etwa 6-Uhr-Stellung das defekte Bauteil am zweiten Drehkopf
17 übernimmt.
Es versteht sich, daß der Handler 1 und das Bildverarbei
tungssystem 13 von einer geeigneten Steuereinrichtung gesteu
ert wird. Es ist beispielsweise möglich, den Handler 1 und
die Bildverarbeitungseinheit 13 mit einer Taktzykluszeit von
etwa 600 msec. zu betreiben. Dies bedeutet, daß alle 600 msec.
ein zu prüfendes Bauteil 2 vom ersten Drehkopf 5 aus
der Ladestation 3 entnommen wird und alle 600 msec. ein sol
ches Bauteil 2, falls nicht defekt oder falls beschriftet, in
eine der Verpackungsstationen 23, 25 oder 27 abgelegt wird.
Diese hohe Taktzeit des Handlers 1 ermöglicht eine hohe Ra
tionalisierung bei der Fertigung von elektrischen Bauteilen
und insbesondere integrierten Schaltkreisen. Durch das Vor
handensein des Bildverarbeitungssystems 13 innerhalb des Ar
beitsablaufes des Handlers 1 ist es ohne weiteres möglich,
jedes der zu verpackenden Bauteile 2 auf Beschriftungs- und/oder
Gehäusefehler hin zu untersuchen. Damit ist gewährlei
stet, daß jedes verpackte Bauteil 2 korrekt beschriftet ist
und keine Gehäusefehler aufweist.
Vorzugsweise weist das Bildverarbeitungssystem 13 eine CCD-Ka
mera unmittelbar nach dem zur Beschriftung vorgesehenen La
serkopf auf. Damit kann die Prüfung der Bauteile 2 in unmit
telbarer Prozeßnähe erfolgen. Der Stop des Handlers 1 im
Falle von Defekten kann selbsttätig dadurch erfolgen, daß die
Ausgabeeinheit des Bildverarbeitungssystems mit der Steuer
einheit des Handlers gekoppelt ist. Sobald ein Fehler auf
tritt, kann wirksam der Handler gestoppt werden, so daß ein
Operator nach den Fehlerursachen suchen kann. Des weiteren
ist es möglich, durch Speicherung der Ergebnisdaten bei der
optischen Überprüfung der Bauteile 2, eine automatische Er
stellung von statistischen Informationen über auftretende
Fehler zu erhalten.
In Fig. 2 ist ein ähnlicher Handler 1 wie in Fig. 1 darge
stellt. Die bereits bekannten Bezugszeichen stehen wieder für
die gleichen Teile. Zusätzlich sind zwei Bedienpersonen 40
dargestellt. In diesem Ausführungsbeispiel werden die einzel
nen Bauteile 2 von einer Ladestation 16 an den Handler 1 her
angeführt, welche die Bauteile 2 in Plastiktubes 6 enthält.
Nach der Entnahme der Bauteile aus den Plastiktubes 6 werden die
leeren Plastiktubes 6 von dieser Ladestation 16 automa
tisch vom Arbeitstisch 1a des Handlers 1 wegtransportiert.
Der Handler 1 weist eine weitere Ladestation 3 auf, welche
über eine Luftschiene 3a verfügt, auf der die Bauteile 2 di
rekt von der Fertigungslinie herantransportiert werden kön
nen.
Des weiteren enthält dieser Handler 1 drei am zweiten Dreh
kopf 17 angekoppelte Taping-Module 23 und drei angekoppelte
Tube-Module 25.
Schließlich ist aus Fig. 2 ein Arbeitstisch 41 mit Drucker
42 und Kontrollmonitor 43 erkennbar, von welchem der Handler
1 durch eine Bedienperson steuerbar ist.