DE19608350A1 - Verfahren zur Bearbeitung von Werkstücken mit zwei parallel zueinander angeordneten Arbeitsspindeln auf einem Spindelstock und Werkzeugmaschine zur Durchführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Bearbeitung von Werkstücken mit zwei parallel zueinander angeordneten Arbeitsspindeln auf einem Spindelstock und Werkzeugmaschine zur Durchführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Bearbeitung von Werkstücken
mit zwei parallel zueinander angeordneten Arbeitsspindeln, die auf einem
Spindelstock angeordnet sind und auf eine Werkzeugmaschine, insbesondere
für numerisch gesteuerte Bearbeitungszentren, zur Durchführung des
Verfahrens.
Stand der Technik sind zweispindlige Bearbeitungszentren mit horizontaler
Spindellage (z. B. Hüller Hille, nb-h twin) oder vertikaler Spindellage (z. B.
Werner DUOMATIK) mit automatischem Werkzeugwechsler aber fester
Spindellage. Diese Maschinen unterscheiden sich gegenüber einspindligen
Maschinen durch eine weitere Erhöhung der Produktionsleistung bei
gleichzeitiger Wahrung der Flexibilität. Auf diesen Maschinen werden
üblicherweise zwei Werkstücke parallel bearbeitet, wobei die Werkstücke dem
festen Spindelabstand entsprechend auf einer Vorrichtung gespannt sind.
Durch den festen Abstand der Spindeln ist das Einsatzfeld dieser Maschinen
zwangsläufig begrenzt, die gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Positionen an
einem Werkstück ist nur in Ausnahmefällen möglich. Die Veränderung des
Spindelabstandes an diesen Maschinen verursacht hohe Kosten.
Ein weiterer Nachteil von Maschinen mit festem Spindelabstand ist die immer
vorhandene, durch Erwärmung verursachte, Abstandsänderung der Spindeln,
die sich auch durch bekannte Ausgleichsmaßnahmen, z. B. Kühlung, nur
eingeschränkt beherrschen läßt.
Da die bekannten Doppelspindeln einen gemeinsamen Antrieb besitzen, ist es
auch nicht möglich, mit Werkzeugen unterschiedlichen Durchmessers
gleichzeitig zu arbeiten. Es ist bei diesem Maschinenaufbau nämlich nicht
möglich, die zwangsläufig unterschiedlichen Umfangsgeschwindigkeiten über
angepaßte Spindeldrehzahlen auszugleichen.
Des weiteren ist die Werkzeugversorgung dieser Doppelspindeln mit z. B. zwei
Werkzeugmagazinen bei horizontaler Anordnung der Spindeln oder
Kettenmagazine mit zwei bis vier Werkzeuggreifern in einem Übergabearm bei
vertikaler Anordnung der Doppelspindeln mit erheblichem Kostenaufwand
verbunden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren, vorzgusweise für NC-
Bearbeitungszentren, vorzugschlagen, das geeignet ist für die
Parallelbearbeitung von z. B. Bohrungen an einem oder zwei Werkstücken mit
auch unterschliedlichem Durchmesser.
Die Lösung dieser Aufgabe ist im Kennzeichen der Ansprüche 1 und 2
angegeben. Die Unteransprüche 2 bis 10 enthalten sinnvolle
Ausführungsformen dazu.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, daß der Abstand der beiden in einem
Spindelstock angeordneten Arbeitsspindeln mit Hilfe einer Verstelleinrichtung
verändert wird. Diese Verstellung kann sowohl kontinuierlich als auch
diskontinuierlich vor jedem einzelnen Bearbeitungsvorgang vorgenommen
werden. Dabei kann auch automatisch nach Festellung bestimmter
Maßabweichungen eine Korrektur des Achsabstandes vorgenommen werden,
ohne daß ein Bedienungsmann von außen eingreifen muß.
Die Erfindung sieht weiterhin eine Werkzeugmaschine, insbesondere für
numerisch gesteuerte Bearbeitungszentren, zur Bearbeitung von Werkstücken
mit insbesondere zwei oder auch zwei Gruppen von parallel zueinander an
einem Spindelstock angeordneten Arbeitsspindeln vor, bei dem mindestens
eine Arbeitsspindel senkrecht zu ihrer Drehachse verstellbar angeordnet ist. Es
können aber auch beide Spindeln oder auch beide Gruppen von Spindeln in
dem Gehäuse des Spindelstockes verstellbar angeordnet sein.
Bei der üblichen Anordnung von zwei neben- oder übereinander angeordneten
Motorspindeln können die verstellbaren Spindeln in Verstellrichtung mit
senkrecht oder waagerecht angeordneten Führungsleisten verbunden und
gegenüber dem Gehäuse in fest am Gehäuse befestigten Führungselementen
verstellbar gelagert sein. Es hat sich dabei als günstig erwiesen, wenn die
verstellbare Spindel in einen U-förmigen Schlitten gelagert ist, wobei an den
freien Schenkeln die Führungsleisten angeordnet sind und in entsprechenden
Führungselementen gleitend gelagert sind. Außen an dem U-förmigen Schlitten
und/oder der Führungsleiste kann ein- oder beidseitig eine Konsole befestigt
sein, die wiederum mit einer parallel zum Schlitten oder den Führungsleisten
verlaufenden Verstelleinrichtung verbunden ist.
Durch die erfindungsgemäße Verstellbarkeit des Abstandes der beiden
Spindeln beziehungsweise Spindelgruppen ist eine sehr weitgehende
Anpassung des Bearbeitungszentrums an verschiedene Werkstücke möglich,
ohne daß es irgendwelcher größerer Umbauarbeiten bedarf. Auch schon bei
größeren Maßungenauigkeiten einer Serie von sonst an sich gleichen
Werkstücken kann mit der erfindungsgemäßen Einrichtung die
Bearbeitungsmaschine entsprechend angepaßt werden.
Die Werkzeugmaschine kann außerdem, wie in den Ansprüchen 7 bis 10 näher
beschrieben, mit einer speziellen Magazinscheibe versehen werden, bei der
die beiden Werkzeuge des Spindelstockes gleichzeitig in entsprechenden
Werkzeughaltern der Magazinscheibe abgelegt bzw. aus dieser übernommen
werden können.
Ein in der Magazinscheibe angeordneter sektorartiger Ausschnitt kann dabei
etwa der Außenkontur des Arbeitsraumes entsprechen und die volle Nutzung
des Arbeitsraumes der Maschine gestatten, ohne daß sie zusätzlich in x- oder
y-Richtung verfahren werden muß.
Zweckmäßigerweise ist an dem sektorförmigen Ausschnitt der Magazinscheibe
eine entsprechend geformte Verschlußklappe befestigt, die in der
Bearbeitungsstellung gemeinsam mit der übrigen Magazinverkleidung eine
geschlossene Kammer bildet. Beim Drehen der Magazinscheibe in die
Werkzeugwechselposition wird die Verschlußklappe in die Kammer hinein-
oder herausgedreht und diese dadurch geöffnet oder geschlossen.
Die Erfindung wird anhand der beigefügten Fig. 1 bis 3 beispielsweise
näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 in der Seitenansicht die Anordnung zweier Arbeitsspindeln in einem
Spindelstock
Fig. 2 einen waagerechten Schnitt zu Fig. 1
Fig. 3 in der Seitenansicht die erfindungsgemäße Magazinscheibe.
Nach Fig. 1 ist der Spindelstock 3 mit den beiden Arbeitsspindeln 1,2 in
üblicher Weise insgesamt in x- und y-Richtung verfahrbar, während die beiden
als Motorspindeln ausgebildeten Arbeitsspindeln 1, 2 zur Bearbeitung in z-
Richtung bewegt werden. Die Arbeitsspindel 1 ist im Gehäuse des
Spindelstockes 3 radial fest gelagert und die Antriebsspindel 2 ist in einem U-
förmigen Schlitten 4 gelagert und kann gemeinsam mit dem Schlitten 4 um den
Hub H verstellt werden. Dazu besitzt der Schlitten 4 an seinen beiden freien
Enden Führungsleisten 8, die im Führungselement 9 des Gehäuses des
Spindelstockes 3 bewegt werden. An dem einen Arm des Schlittens 4 ist außen
eine Konsole 5 angebracht, die über eine Verstelleinrichtung 6 mit dem
Gehäuse 3 verbunden ist. Zur Verstelleinrichtung 6 gehört ein
Riemenantrieb 10, ein Getriebe und eine Kugelrollspindel 7. Auf der der
Konsole 5 abgewandten Seite des Schlittens 4 ist außerdem ein Maßstab 11
zur Überwachung des Verstellweges der Arbeitsspindel 2 gegenüber der
Arbeitsspindel 1 angebracht.
In Fig. 3 sind für ein Bearbeitungszentrum zwei Magazinscheiben 13
dargestellt, wobei vom Prinzip her eine Magazinscheibe ausreicht. Es ist daher
die eine Hälfte der Fig. 3 nur gestrichelt dargestellt, um anzudeuten, daß die
Magazinscheibe 13 auch entweder nur auf der linken oder nur auf der rechten
Seite angeordnet sein kann. Der Spindelstock 3 kann in x- und y-Richtung
verfahren werden. Der Werkzeugwechsel erfolgt in der dargestellten Position
des Spindelstockes 3 (oben links bzw. oben rechts in der Fig. 3). Die
Magazinscheibe 13 wird dazu zunächst um ihre zentrale Drehachse 14
gedreht, wobei die an der Magazinscheibe 13 befestigte Verschlußklappe 20
innerhalb der Magazinverkleidung 18 in die Kammer gedreht wird bis eine
taschenartige Aussparung 17 und die zugehörigen Werkzeughalter 19 zur
Aufnahme oder Abgabe der Werkzeuge 12 von oder an den Spindelstock 3
bereit sind. Die beiden Werkzeughalter 12 an der Magazinscheibe 13 zur
Aufnahme der beiden Werkzeuge 12 sind jeweils auf konzentrisch
angeordneten Teilkreisen 15 und 16 innerhalb von im Umfangsbereich der
Magazinscheibe 13 angeordneten taschenförmigen Aussparungen 17
angeordnet. Die Werkzeughalter 19 auf den inneren und äußeren Teilkreisen
15 oder 16 sind um die Drehachse 14 gegeneinander um einen bestimmten
Winkel so gegeneinander verdreht angeordnet, daß der Abstand zweier
Werkzeughalter 19 dem Abstand der beiden Arbeitsspindeln 1,2 entspricht.
Bezugszeichenliste
1 Arbeitsspindel, Motorspindel (radial fest)
2 Arbeitsspindel, Motorspindel (radial verstellbar)
3 Spindelstock
4 Schlitten (U-förmig; verstellbar gegenüber 1 zw. 3)
5 Konsole an 4
6 Verstelleinrichtung (Getriebe)
7 Verstellspindel (Kugelrollspindel)
8 Führungsleiste (verstellbar)
9 Führungselemente (fest an 3)
10 Riemenantrieb
11 Maßstab zur Messung des Verstellweges
12 Werkzeug
13 Magazinscheibe
14 Drehachse von 13
15, 16 konzentrisch angeordnete Teilkreise
17 Taschen, Aussparungen
18 Magazinverkleidung
19 Werkzeughalter an 13
20 Verschlußklappe
21 sektorartiger Ausschnitt
H Hub, Verstellweg von 2, 4, 5
2 Arbeitsspindel, Motorspindel (radial verstellbar)
3 Spindelstock
4 Schlitten (U-förmig; verstellbar gegenüber 1 zw. 3)
5 Konsole an 4
6 Verstelleinrichtung (Getriebe)
7 Verstellspindel (Kugelrollspindel)
8 Führungsleiste (verstellbar)
9 Führungselemente (fest an 3)
10 Riemenantrieb
11 Maßstab zur Messung des Verstellweges
12 Werkzeug
13 Magazinscheibe
14 Drehachse von 13
15, 16 konzentrisch angeordnete Teilkreise
17 Taschen, Aussparungen
18 Magazinverkleidung
19 Werkzeughalter an 13
20 Verschlußklappe
21 sektorartiger Ausschnitt
H Hub, Verstellweg von 2, 4, 5
Claims (10)
1. Verfahren zur Bearbeitung von Werkstücken mit zwei parallel zueinander
angeordneten Arbeitsspindeln, die auf einem Spindelstock angeordnet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Arbeitsspindeln mit
Hilfe einer angetriebenen Verstelleinrichtung verändert wird.
2. Werkzeugmaschine, insbesondere für numerisch gesteuerte
Bearbeitungszentren, zur Bearbeitung von Werkstücken mit zwei parallel
zueinander an einem Spindelstock angeordneten Arbeitspindeln,
dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Arbeitsspindel (2)
senkrecht zu ihrer Drehachse verstellbar angeordnet ist.
3. Werkzeugmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Arbeitsspindel (1) fest im Gehäuse des Spindelstockes (3) und die
zweite Arbeitsspindel (2) senkrecht zu ihrer Drehachse verstellbar
angeordnet ist.
4. Werkzeugmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die verstellbare Arbeitsspindel (2) mit mindestens einer in
Verstelleinrichtung angeordneten Führungsleiste (8) verbunden ist, die in
mindestens einem fest mit dem Gehäuse des Spindelstockes (3)
verbundenen Führungselement (9) verschieblich gelagert ist.
5. Werkzeugmaschine nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die verstellbare Arbeitsspindel (2) und/oder die
Führungsleiste(n) (8) an einem die Arbeitsspindel (2) umfassenden U-
förmigen Schlitten (4) befestigt ist.
6. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß an den Führungsleisten (8) und/oder dem Schlitten
(4) seitlich mindestens eine Konsole (5) befestigt ist, die mit einer
Verstelleinrichtung (6) verbunden ist.
7. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß dem Spindelstock (3) mit den beiden parallel
zueinander angeordneten Arbeitsspindeln (1, 2) eine Magazinscheibe (13)
mit einer zentralen zur Spindelachse parallelen Drehachse (14)
zugeordnet ist, wobei in taschenförmigen Ausnehmungen (17) jeweils
zwei Werkzeughalter (19) angeordnet sind, die auf zwei konzentrisch
gelagerten Teilkreisen (15, 16) innerhalb des Außendurchmessers der
Magazinscheibe (13) angeordnet sind und deren Winkelteilung so
gegeneinander verschoben ist, daß der Abstand zweier
zusammengehöriger Werkzeughalter (19) dem Abstand der beiden
Arbeitsspindeln (1, 2) entspricht.
8. Werkzeugmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Maganzinscheibe (13) einen sektorartigen Ausschnitt (21) besitzt.
9. Werkzeugmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß an
dem sektorartigen Ausschnitt (21) eine entsprechend geformte
Verschlußklappe (20) befestigt ist.
10. Werkzeugmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die
Verschlußklappe (20) für die Werkzeugwechselposition in die Kammer, in
der die Magazinscheibe (13) drehbar angeordnet ist, bewegbar ist.
Priority Applications (8)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| US09/142,353 US6099449A (en) | 1996-03-05 | 1997-01-23 | Process and machine tool for machining workpieces with two work spindles |
| AT97901590T ATE199342T1 (de) | 1996-03-05 | 1997-01-23 | Verfahren und werkzeugmaschine zur bearbeitung von werkstücken mit zwei arbeitsspindeln |
| DE59703058T DE59703058D1 (de) | 1996-03-05 | 1997-01-23 | Verfahren und werkzeugmaschine zur bearbeitung von werkstücken mit zwei arbeitsspindeln |
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| PCT/EP1997/000296 WO1997032689A1 (de) | 1996-03-05 | 1997-01-23 | Verfahren und werkeugmaschine zur bearbeitung von werkstücken mit zwei arbeitsspindeln |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1996108350 DE19608350A1 (de) | 1996-03-05 | 1996-03-05 | Verfahren zur Bearbeitung von Werkstücken mit zwei parallel zueinander angeordneten Arbeitsspindeln auf einem Spindelstock und Werkzeugmaschine zur Durchführung des Verfahrens |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19608350A1 true DE19608350A1 (de) | 1997-09-11 |
Family
ID=7787199
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996108350 Withdrawn DE19608350A1 (de) | 1996-03-05 | 1996-03-05 | Verfahren zur Bearbeitung von Werkstücken mit zwei parallel zueinander angeordneten Arbeitsspindeln auf einem Spindelstock und Werkzeugmaschine zur Durchführung des Verfahrens |
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