DE19608074C2 - Verfahren zum Schweißen von relativbewegten Werkstücken - Google Patents
Verfahren zum Schweißen von relativbewegten WerkstückenInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum
Schweißen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
Beim Schweißen mit Hochenergiestrahlung kommen als
Schweißenergiequellen vornehmlich kommerziell erhältliche La
ser zum Einsatz. Deren hohe Energiedichte hat ein großes
Schachtverhältnis zur Folge, also eine große Nahttiefe bei
zugleich geringer Nahtbreite, sowie hohe Temperaturgradien
ten. Mit den heute verfügbaren Strahlquellen können Grobble
che mit Dicken bis zu 25 mm unter Ausnutzung des Tiefschweiß
effekts einlagig verschweißt werden. Bei speziellen Nähten
bedarf es einer sorgfältigen Nahtvorbereitung, z. B. beim
Schweißen von I-Stößen. Häufig ist es beim Schweißen von Ble
chen mit insbesondere größeren Dicken erforderlich, Zusatz
werkstoff einzusetzen und/oder besondere Strahlformung durch
zuführen, z. B. Twin-Spot- oder elliptische Strahlformung, um
die Nahtgeometrie in engen Grenzen beeinflussen zu können.
Hierdurch sinken jedoch die Einbrandtiefe bzw. die Schweißge
schwindigkeit.
Zum Schweißen von Grobblechen ist es auch allgemein be
kannt, Lichtbogenschweißverfahren einzusetzen. Diese Verfah
ren sind durch eine vergleichsweise geringe Energiedichte ge
kennzeichnet, woraus breite Nähte mit geringer Einbrandtiefe
resultieren. Es ist ein hoher Energieeintrag die Regel, der
jedoch thermischen Verzug zur Folge hat, der nur durch an
schließendes, meist manuelles Richten kompensiert werden
kann.
Des weiteren ist es allgemein bekannt, das Laserstrahl
schweißen mit dem Lichtbogenschweißen derart zu kombinieren,
daß beide eine gemeinsame Prozeßzone benutzen, wobei der
Lichtbogen in der Dampfkapillaren der Laserstrahlung fußt.
Hierbei müssen jedoch besondere Maßnahmen getroffen werden,
um zu erreichen, daß die Energieeinkopplung in dieselbe Pro
zeßzone gewährleistet bleibt. Diese bekannten Koppelverfahren
sollen die Vorschubgeschwindigkeit bzw. die Einschweißtiefe
beim Schweißen erhöhen. Die vorgenannten, allgemein bekannten
Koppelverfahren werden mit den eingangs genannten Verfahrens
schritten durchgeführt.
Bei dem vorerwähnten Koppelverfahren ist durch die Be
dingung einer gemeinsamen Prozeßzone eine hinsichtlich Kerb
wirkung günstige Nahtgeometrie nur bedingt einstellbar. Bei
spielsweise ergeben sich Nahtquerschnittsgestaltungen, die
eine erhöhte oder vergleichsweise große Kerbwirkung ausüben.
Derartige Kerbwirkungen wirken sich insbesondere bei dynami
scher Belastung des Werkstücks ungünstig auf die Dauer- bzw.
Betriebsfestigkeit aus.
Verfahren mit den eingangs genannten Merkmalen sind aus
der US 4 507 540 bekannt. Mit diesen bekannten Verfahren soll
erreicht werden, daß der Laserstrahl und der Lichtbogen einen
gemeinsamen Prozeßbereich haben, bei dem Lichtbogenplasma im
Wurzelbereich der Laserschweißung auftritt. Um das zu errei
chen, wird der Abstand zwischen der Auftreffstelle des Laser
strahls und der Stellung des Lichtbogenbrenners vor Beginn
des Schweißens für eine bestimmte Schweißaufgabe auf einen
vorbestimmten Abstand fixiert.
Aus Patent Abstracts of Japan. M-1710, 1994, Vol. 18,
No. 616, JP 06-238 474 A ist ein Hybridschweißverfahren be
kannt, bei dem eine Temperaturerfassung des Schweißbereichs
erfolgt. Eine TIG-Schweißelektrode ist am Laserbearbeitungs
kopf fixiert und die Höheneinstellung beider sowie deren Vor
schub können entsprechend der erfaßten Temperatur einheitlich
gesteuert werden.
Aus Patent Abstracts of Japan, M-1691, 1994, Vol. 18,
No. 554. JP 06-198 472 A ist ein Hybridschweißverfahren be
kannt, bei dem der Neigungswinkel der Elekrode zum Schweiß
material und der Abrißabstand dieser Schweißelektrode zur
Schweißoberfläche gesteuert werden, um Einbrandkerben zu ver
meiden, die sich durch eine unzureichende Benetzung mit ein
ander zu verschweißender Flächen eines Schweißstoßes durch
Metallschmelze ergeben können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren mit den eingangs genannten Verfahrensschritten so zu
verbessern, daß die von beiden Schweißenergiequellen einge
brachte Energie im Sinne einer Verbesserung der Betriebsfe
stigkeit der Schweißverbindung eingesetzt werden kann. Es
soll ein Schweißen in einer Wärme erfolgen, ohne daß Wechsel
wirkungen im Prozeßbereich der beiden Schweißenergiequellen
auftreten.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Kennzeichen
teils des Anspruchs 1 gelöst.
Für die Erfindung ist wesentlich, daß von dem Grundsatz
abgewichen wird, der Lichtbogen und die Hochenergiestrahlung
bzw. die Laserstrahlung sollten möglichst an ein und dersel
ben Stelle des Werkstücks wirken und dort ihre Energie in ei
ne gemeinsame Prozeßzone in das Werkstück einkoppeln. Viel
mehr ist es für die Erfindung von Bedeutung, daß dies gerade
nicht geschieht, obwohl natürlich auch bei dem hier vorlie
genden Verfahren der Lichtbogen im Schweißbereich des Werk
stücks fußt, also in demjenigen Werkstücksbereich, der von
der Hochenergiestrahlung beaufschlagt wird. Demzufolge ist
zwischen den Auftreffstellen der Energieüberträger der beiden
Schweißenergiequellen, nämlich der Hochenergiestrahlung ei
nerseits und dem Lichtbogen andererseits, ein Abstand, der
nicht unterschritten werden darf. Andererseits sollte der Ab
stand nicht so groß sein, daß das Werkstück mit der zweiten
Hochenergiestrahlungsquelle erst dann bearbeitet wird, wenn
es wieder auf Umgebungstemperatur abgekühlt ist. Infolgedes
sen wird das Verfahren in einer Wärme durchgeführt. Das er
höht die Prozeßeffizienz durch Senkung der Wärmeleitungsver
luste im Bauteil. Dieser Einsatz zweier voneinander unabhän
giger Prozesse bringt eine erhöhte Flexibilität mit sich.
Beispielsweise kann infolgedessen die Nahtgeometrie durch das
Lichtbogenschweißen eingestellt werden. Etwa im Sinne einer
verbesserten Betriebsfestigkeit des geschweißten Werkstücks.
Auch die Prozeßregelung ist auf andere Weise möglich. Bei
spielsweise kann die durch die erste Schweißenergiequelle
hergestellte Naht überwacht werden. Entsprechend dem Überwa
chungsergebnis wird die nachfolgende Prozeßregelung unter
schiedlich durchgeführt, z. B. in Abhängigkeit von der Ermitt
lung von Schweißfehlern, wie Nahteinfall. Im Fall einer
spaltbehafteten Kantenvorbereitung können das Fehlvolumen der
Lasernaht und evtl. Einbrandkerben kompensiert werden.
Das Verfahren kann vorteilhafterweise so durchgeführt
werden, daß der Lichtbogen abstandsgesteuert im Schmelzbad
fußt. Beim Schweißen mit Hochenergiestrahlung bzw. mit Laser
strahlung hat das Schmelzbad in Vorschubrichtung des Werk
stücks meist eine erhebliche Erstreckung. Infolgedessen kann
der Lichtbogen in das Schmelzbad eingekoppelt werden, ohne
daß es dadurch zu einem Fußen des Lichtbogens in der Dampfka
pillaren des Werkstücks kommt. Andererseits ist der Energie
verlust bei diesem Verfahren besonders gering, weil die Wär
meleitungsverluste im Bauteil besonders klein gehalten werden
können.
Eine sehr zweckmäßige Verfahrensvariante besteht darin,
daß die Hochenergiestrahlungsquelle eine Teil- oder Vollver
bindung zweier Werkstückteile besorgt, und ein Verschweißen
nur eines Oberflächenbereichs der Naht mittels Lichtbogens
durchgeführt wird. Insbesondere hierbei ist eine wunschgemäße
Einstellung der Nahtgeometrie möglich. Beispielsweise kann
die Nahtgeometrie so gestaltet werden, daß die aus der
Schweißverbindung resultierende Kerbwirkung minimiert wird.
Die geringe Energiedichte des Lichtbogens hat einen breiten
Prozeßbereich zur Folge, durch den die Nahtoberseite anforde
rungsgerecht modelliert werden kann, beispielsweise im Sinne
einer Hohlnaht, einer Flachnaht oder einer Wölbnaht.
Vorteilhaft ist es, das Verfahren so durchzuführen, daß
beim Verschweißen mittels Lichtbogens Zusatzwerkstoff verwen
det wird. Der Zusatzwerkstoff aus z. B. abschmelzender Draht
elektrode ermöglicht es, große Werkstoffmengen in vorbestimm
ten Abschnitten des Schweißbereichs des Werkstücks anzula
gern. Auch wenn vorrangig auf die Möglichkeit des einlagigen
Schweißens abgezielt wird, ist ein solches Anlagern von Zu
satzwerkstoff jedoch auch mehrlagig möglich. In diesem
Fall werden die zuvor verschweißten Lagen durch den Laser
strahl in hohem Maße aufgeschmolzen und dadurch vergütet.
Sanfte und kerbarme Übergänge zwischen im Winkel zueinander
angeordneten Oberflächen der Werkstücke werden ermöglicht.
Der Einsatz der Schweißenergiequellen ist sehr flexibel
möglich. Beispielsweise kann das Verfahren so durchgeführt
werden, daß die Hochenergiestrahlung von der einen Werkstück
seite das Werkstück durchschweißt, und daß der Lichtbogen auf
der anderen Werkstückseite einwirkt. Hierbei wird insbesonde
re ausgeschlossen, daß sich oberhalb desselben Oberflächenbe
reichs benachbarte ionisierte Volumina gegenseitig beeinflus
sen. Das ist nicht auszuschließen, wenn diese Volumina so
stark ionisiert sind, so daß sich der Lichtbogen zum Laser
strahl hinzieht, so daß er bzw. sein Fußpunkt zur Vermeidung
eines Zusammenfallens der Prozeßzonen von der Dampfkapillaren
weiter entfernt gehalten werden muß. Derartiges wird ausge
schlossen, wenn die Hochenergiestrahlung auf der einen Werk
stückseite und der Lichtbogen auf der anderen Werkstückseite
angewendet werden, wenn im Wurzelbereich der Laserstrahl
schweißung kein Plasma auftritt.
Weitere Verfahrenskombinationen werden dadurch erreicht,
daß beidseitig mittels Hochenergiestrahlung und/oder mittels
Lichtbogens geschweißt wird. Beidseitiges Schweißen mittels
Hochenergiestrahlung ist das sogenannte Simultan-Schweißen,
das durch die Vereinigung der beiden Dampfkapillaren defi
niert ist, wobei im Vergleich zum herkömmlichen, einstrahli
gen Schweißen entsprechend größere, praktisch doppelt so
große Werkstückdicken einlagig geschweißt werden können. Das
Schweißen mit beidseitigem Lichtbogen vergrößert den Energie
eintrag entsprechend bzw. ermöglicht es, zwei Schweißnähte
gleichzeitig zu bearbeiten, z. B. beim Simultan-Schweißen
eines T-Stosses. Dabei versteht es sich, daß auch solche Ver
fahrenskombinationen durchgeführt werden können, bei denen
auf einer Werkstückseite mit Hochenergiestrahlung geschweißt
wird, bei beidseitigem Lichtbogen, wie auch simultanes Hoch
energiestrahlschweißen mit einseitigem Lichtbogen.
Um das Verfahren zu optimieren, wird es so durchgeführt,
daß die Position der Dampfkapillaren und die Position des
Fußpunktes des Lichtbogens an der Oberfläche des Werkstücks
meßtechnisch ermittelt werden, und daß das Meßergebnis von
einer Prozeßregelung dazu benutzt wird, einen vorbestimmten
Abstand konstant zu halten. Die meßtechnische Ermittlung des
Abstandes zwischen der Position der Dampfkapillaren und der
Position des Fußpunktes des Lichtbogens ermöglicht eine Auto
matisierung des Verfahrens, insbesondere auch bei sich än
dernden Verfahrensparametern. Sich ändernde Werkstückdicke
oder Änderung in der Formgebung der Werkstücke können dazu
führen, daß der in Rede stehende Abstand geändert werden muß.
Eine automatische Änderung unter Einschaltung einer Prozeßre
gelung führt zu Vorteilen bei der Produktion mit dem Verfah
ren. Beispielsweise ist das Verfahren weniger abhängig von
sich ändernden Geometrien der Werkstücke und/oder es kann
schneller bei geringerem Störungsrisiko geschweißt werden.
Das Verfahren kann so durchgeführt werden, daß zwei
zweite, als Lichtbogeneinrichtungen ausgebildete Schweißener
giequellen verwendet werden, von denen mit der einen Zusatz
werkstoff in die noch nicht verschweißte Fuge eingebracht
wird und von denen der Lichtbogen der anderen in dem noch
nicht auf Umgebungstemperatur abgekühlten Wärmeeinwirkungsbe
reich der Hochenergiestrahlung fußt. Diese Verfahrensvariante
kann insbesondere bei größeren Spalten eingesetzt werden. Der
vorlaufende Lichtbogenprozeß bringt Zusatzwerkstoff so in die
Fuge ein, daß die nachfolgende Hochenergiestrahlung bzw. La
serstrahlung stets mit Material wechselwirkt und dadurch eine
ununterbrochene Ausbildung der Dampfkapillaren sichergestellt
ist. Außerdem erfolgt durch die zusätzliche Energieeinkopp
lung eine Vorwärmung. Der der Hochenergiestrahlung nachlau
fende Lichtbogenprozeß kann dem weiteren Auffüllen der Fuge
bzw. der Einstellung des gewünschten a-Maßes dienen.
Insbesondere die vorbeschriebene Verfahrensvariante kann
derart ausgestaltet werden, daß die eine, im noch nicht ver
schweißten Bereich der Fuge wirkende zweite Schweißenergie
quelle mit einem Bearbeitungskopf der Hochenergiestrahlungs
quelle oder mit der anderen zweiten Schweißenergiequelle
starr gekoppelt wird, wobei die Abstandssteuerung zwischen
einer der zweiten Schweißenergiequellen und der die Dampfka
pillare ausbildenden ersten Schweißenergiequelle wirkt. Bei
der Koppelung muß durch entsprechende Abstandsbemessung si
chergestellt werden, daß durch den eingebrachten Zusatzwerk
stoff keine Nahtüberhöhung erzeugt wird. Weiterhin muß der
Abstand zwischen dem vorlaufenden, also im Bereich der noch
nicht verschweißten Fuge wirkenden Lichtbogen und der Dampf
kapillaren ausreichend groß sein, um ein Zuschütten dieser
Dampfkapillaren durch das relativ vorlaufende Schmelzbad aus
zuschließen.
Die Erfindung wird anhand von in der Zeichnung darge
stellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens zum Schweißen
gemäß der Erfindung, und
Fig. 2 einen Querschnitt durch ein Werkstück, wobei
zwei Werkstückteile im Sinne eines T-Stoßes
miteinander zu verschweißen sind.
Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Werkstück
10, eine erste Schweißenergiequelle 11 und eine zweite
Schweißenergiequelle 14. Das Werkstück 10 ist ein Grobblech,
das in Bezug auf die Schweißenergiequellen 11, 14 entsprechend
den Koordinaten x, y und z angeordnet ist. Mit Bezug auf die
Fokussieroptik der Schweißenergiequelle 11 ist eine Rotati
onsachse ϕ angegeben, die mit der Z-Koordinatenachse zusam
menfallen soll. Die Schweißenergiequelle 11 wird durch einen
Fokussierspiegel 20 symbolisiert, der Bestandteil einer Optik
eines Bearbeitungskopfs der Schweißenergiequelle 11 ist. Mit
dem Fokussierspiegel 20 wird Hochenergiestrahlung 17, nämlich
Laserstrahlung auf das Werkstück 10 fokussiert. Dabei wird so
verfahren, daß sich eine Dampfkapillare 13 ausbildet, was bei
Überschreiten der material- und werkstoffspezifischen kriti
schen Schwellintensität erfolgt. Das Werkstück 10 wird rela
tiv zur Hochenergiestrahlung 17 in der Richtung des Pfeils 29
mit der Relativgeschwindigkeit vS bewegt, so daß sich eine
Schmelzfront 21 ausbildet, die infolge der Bewegung des Werk
stücks 10 vergleichsweise schmal ist, während das Schmelzbad
bzw. die Schmelzbadschleppe 18 hinter der Dampfkapillaren 13
vergleichsweise voluminös ist und sich insbesondere in Rich
tung auf die Werkstückoberfläche 22 vergrößert. Der schraf
fiert dargestellte Bereich 12 des Werkstücks 10 kennzeichnet
die Schweißnaht nach dem Erstarren der Schmelze.
Außer der ersten Schweißenergiequelle 11 ist eine zweite
Schweißenergiequelle 14 vorhanden, nämlich eine Lichtbogen
schweißeinrichtung. Es ist symbolisch lediglich eine Halte
rung 23 für einen Brenner 24 dargestellt, mit dem Schutzgas
in den Bereich der Elektrode 25 geblasen wird, von der ein
Lichtbogen 16 ausgeht, der einen Fußpunkt 16' auf der Werk
stückoberfläche 22 aufweist. Der Lichtbogen 16 fußt im
Schmelzbad 18. Es ist aber auch möglich, ihn außerhalb des
Schmelzbades 18 fußen zu lassen, beispielsweise in der dop
pelten in Fig. 1 dargestellten Entfernung von der Dampfkapil
laren 13, die infolge der Fokussierung der Hochenergiestrah
lung 17 ausgebildet wird. In diesem in der Richtung des
Pfeils gelegenen Bereich ist die Schmelze bzw. der Nahtwerk
stoff zwar bereits erstarrt, jedoch noch nicht auf Umgebungs
temperatur abgekühlt. Es ist also nur eine vergleichsweise
geringe Energie notwendig, um den Nahtbereich auch hier wie
der aufzuschmelzen und die Nahtquerschnittsgeometrie zu be
einflussen. Auch hier findet also noch ein Schweißen in einer
Wärme statt. Andererseits versteht es sich, daß sich eine hö
here Prozeßeffizienz infolge geringerer Wärmeleitungsverluste
ergibt, wenn der Lichtbogen 16 den Fußpunkt 16' im Bereich
des Schmelzbades 18 hat. Allerdings ist hier die Gefahr grös
ser, daß der Fußpunkt 16' unerwünschterweise in Richtung auf
die Dampfkapillare 16 wandert, beispielsweise durch elektro
magnetische und/oder thermische Effekte oberhalb der Werk
stückoberfläche 22; denn beim praktischen Schweißbetrieb sind
die in Fig. 1 ersichtlichen Abmessungen anders, z. B. wegen
größerer Elektroden/Lichtbogenabmessungen u. dgl.
Es besteht also die Notwendigkeit, den Abstand Δx zwi
schen den beiden Schweißenergiequellen bzw. zwischen der Po
sition der Dampfkapillaren 13 und der Position des Fußpunktes
16' des Lichtbogens 16 meßtechnisch zu ermitteln. Für die
meßtechnische Ermittlung ist gemäß Fig. 1 eine Meßeinrichtung
26 vorhanden, die zweckmäßigerweise an dem Fokussierspiegel
20 bzw. an dessen nicht dargestellter Halterung angebracht
ist. Diese Meßeinrichtung 26 liefert als Meßergebnis bei
spielsweise die Ist-x-Koordinaten x1i und x2i für die Position
der Dampfkapillaren 13 bzw. für die Position des Fußpunktes
16' des Lichtbogens 16. Diese Ist-Koordinaten werden jeweils
in einen Vergleicher 28 1 und 28 2 eingegeben, der sie mit den
Soll-Koordinaten x1S bzw. x2S vergleicht. Der Vergleich er
folgt durch Differenzbildung, wie durch die angegebenen Mi
nuszeichen ersichtlich ist. Etwaige Differenzen werden der
Prozeßregelung 19 zugeführt, welche Einfluß auf einen Stell
mechanismus für die Schweißenergiequellen 11, 14 nimmt, bis
die ermittelte Differenz null ist. Das wird in Fig. 1 durch
die Stellgrößen x1 und x2 angedeutet. x1 bestimmt die Position
der Dampfkapillaren 13 in x-Richtung und x2 bestimmt die Po
sition des Auftreffpunktes des Lichtbogens 16 in x-Richtung.
Dabei gilt x1 = Δx + x2. Die Regelung 19 greift ein, wenn das
durch die Sollwerte x1S und x2S bestimmte Δx von einer vorbe
stimmten Größe abweicht, weil sonst entweder die Gefahr be
steht, daß sich die Prozeßbereiche der Hochenergiestrahlung
17 und des Lichtbogens 16 vermischen, oder daß die Dampfka
pillare 13 und der Fußpunkt 16 zu weit auseinandergeraten
und damit die Prozeßeffizienz insgesamt beeinträchtigt wird
bzw. der Fußpunkt 16' nicht mehr auf der vorbestimmten
Schweißnaht 12 verläuft.
Die Prozeßregelung 19 wurde lediglich für die x-Koordi
naten beschrieben. Es versteht sich jedoch, daß eine entspre
chende Regelung für die y-Koordinate vorhanden sein kann bzw.
auch im Hinblick auf die ϕ-Achse vorhanden sein muß. Infolge
dessen kann erreicht werden, daß der Lichtbogen 16 stets auf
die Schweißnaht 12 an der gewünschten Stelle einwirkt bzw. an
der Stelle, die für die Nahtformung von Bedeutung ist. Auch
die Strahlformung oder die Zusatzdrahtmenge können entspre
chend angepaßt werden.
In Fig. 2 ist dargestellt, wie ein Werkstück 10 aus zwei
Werkstückteilen 10', 10" hergestellt wird. Die Werkstückteile
10', 10" sind im T-Stoß angeordnet, wobei 10" den Flansch
und 10' den Steg bildet. Das Fügen dieses T-Stoßes erfolgt
beispielsweise zunächst durch simultanes Laserstrahlschweis
sen, d. h. von beiden Seiten des Werkstückteils 10' und der
stegseitigen Seite des Werkstückteils 10'. Es wird mit Laser
strahlung die von der einen Seite des Stegs auf die andere
Seite durchgehende Lasernaht 12' hergestellt. Die vergleich
weise große Einbrandtiefe gewährleistet, daß die beiden Werk
stückteile 10', 10" über die gesamte Breite des Werkstück
teils 10' voll miteinander verbunden sind. Hierbei kann, da
ohne oder unter Einsatz einer nur geringen Menge an Zusatz
werkstoff gearbeitet wurde, der Übergang zwischen Grundwerk
stoff und Schweißnaht selbst bei fehlerfreier Nahtausführung
eine hohe geometrische Kerbwirkung erzeugen. Infolgedessen
wird anschließend an das Laserschweißen ein Lichtbogen
schweißen durchgeführt, und zwar simultan auf beiden Seiten.
Es wird ein nachlaufender Metall-Schutzgas-Prozeß durchge
führt, bei dem Zusatzwerkstoff gleichzeitig in einem der ge
genüberliegenden Bereichen des T-Stoßes aufgetragen wird. In
folgedessen wird der dargestellte sanfte und kerbarme Über
gang mit geringen Nahtanstiegswinkeln zwischen Steg und
Flansch bzw. den Werkstückteilen 10', 10" erzeugt. Dabei er
höht das Schweißen in einer Wärme die Einbrandtiefe des
Lichtbogenschweißprozesses, der das Gefüge der Lasernaht 12
teilweise wieder aufschmilzt bzw. vergütet. Die strukturelle
und geometrische Kerbwirkung wird jeweils verringert. Ande
rerseits werden die Oberflächenbereiche 22' der Naht, nämlich
der Lichtbogenschweißnaht 12' in den Werkstückteilen 10', 10"
vergleichweise flach gehalten. Die Eindringtiefe des Lichtbo
gens 16 ist nur gering. Seine Energie wird in erster Linie
zum Aufschmelzen des Zusatzwerkstoffes benötigt. Infolgedes
sen ist das a-Maß vergleichsweise groß, also der Abstand der
Oberfläche der Lichtbogenschweißnaht 12" von dem Eckpunkt
bzw. der Ecklinie der aneinanderstoßenden Oberflächen der
Werkstückteile 10', 10". Die solchermaßen erzeugte Naht ver
bindet die Vorteile des Laserstrahlschweissens, nämlich den
einlagigen Vollanschluß bei nur geringer Wärmeeinbringung,
mit denen einer lichtbogengeschweißten Naht, insbesondere dem
sanften Übergang zwischen Steg und Flansch, der durch ein
hohes a-Maß sichergestellt wird.
Die erfindungsgemäße Durchführung des Verfahrens sorgt
für einen insgesamt vergleichsweise geringen Energieeintrag.
Dabei ist zum einen das Schweißen in einer Wärme von Vorteil,
weil Wärmeverluste im Bauteil vermieden werden. Zum anderen
können die Vorteile ausgenutzt werden, die sich dadurch erge
ben, daß auf eine gemeinsame Prozeßzone verzichtet wird. Der
geringe Energieeintrag auch beim Lichtbogenschweißen vermin
dert den thermischen Verzug des Werkstücks, so daß Zeit- und
kostenintensive Richt- und Nacharbeiten entfallen, die grund
sätzlich nicht mechanisierbar sind und im Stahl- und
Schiffbau bis zu 25% des Gesamtstundenaufwandes ausmachen.
Ferner kann auch bei Einsatz beider Verfahren ein ferri
tisch-perlitisches Gefüge im Schweißbereich des Werkstücks
mit guten mechanisch-technologischen Eigenschaften einge
stellt werden. Das Schweißen in einer Wärme erzeugt im Werk
stück einen lokalen Wärmestau. Es ergeben sich Kosteneinspa
rungen bei der Nahtvorbereitung, beim Schweißzusatzwerkstoff
und bei der Nacharbeit. Gegebenenfalls können Nähte im I-Stoß
vorbereitet werden, wobei mit dem Laser die Verbindung der
Werkstückteile einlagig erzeugt werden kann und der Lichtbo
gen nur im oberflächennahen Bereich eingesetzt wird. Die da
bei erfolgende verfahrensgerechte Ausnutzung der verschiede
nen Energiedichten hat außer dem Vorteil eines geringen Ener
gieeintrags in das Werkstück auch den Vorteil, daß bedarfs
weise nur ein geringer Verbrauch von Zusatzwerkstoff nötig
ist.
Die erfindungsgemäße aufeinanderfolgende Anordnung der
Prozeßbereiche ist Voraussetzung für die neue Art der Prozeß
regelung. Die Wärmestrahlung der zuerst geschweißten Naht
kann optisch oder mittels Pyrodetektor für den nachfolgenden
Prozeß genutzt werden. Es ist grundsätzlich auch möglich, den
Lichtbogen je nach Anstellung der beiden Verfahren zum Vor
wärmen bzw. zum Nachwärmen einzusetzen, so daß der Lichtbogen
dem Hochenergiestrahl im Vergleich zu Fig. 1 beispielsweise
nachläuft.
Die Erfindung erhöht die Betriebsfestigkeit der Schweiß
verbindung. Das gilt insbesondere dann, wenn die Fügezone mit
Querschnittsänderungen des Bauteils einhergeht, wenn die Fü
gezone also beispielsweise als Kehlnaht ausgebildet ist, und
wenn das Bauteil im Betrieb dynamischen Belastungen ausge
setzt ist.
Als Hochenergiestrahlung kommt in erster Linie CO2-La
serstrahlung zum Einsatz, aber auch Nd:YAG-Strahlung mit
Lichtleitfaser. Zur Erzeugung des Lichtbogens können die be
kannten Lichtbogeneinrichtungen verwendet werden, wie Metall-
Schutzgas-Schweißeinrichtungen, die beispielsweise im MIG-
Prozeß arbeiten. Um die Werkstückteile zu handhaben bzw. um
die Schweißenergiequellen zu handhaben, können alle bekannten
Handhabungssysteme eingesetzt werden, wie CNC-gesteuerte Ti
sche, Portale und Roboter.
Claims (9)
1. Verfahren zum Schweißen von relativbewegten Werkstücken
(10), bei dem mindestens eine erste Schweißenergiequelle
(11) verwendet wird, nämlich eine Hochenergiestrahlungs
quelle, beispielsweise ein Laser, welche die Schweißnaht
(12) unter Ausbildung einer positionierten Dampfkapilla
ren (13) erzeugt, bei dem mindestens eine zweite
Schweißenergiequelle (14) verwendet wird, nämlich eine
Lichtbogeneinrichtung, deren Lichtbogen im Schweißbe
reich (15) des Werkstücks (10) fußt, bei dem das
Schweißen unter gleichzeitiger Einwirkung von Energie
aus beiden Schweißenergiequellen (11, 14) erfolgt, bei
dem der Lichtbogen (16) entweder in dem noch nicht auf
Umgebungstemperatur abgekühlten Wärmeeinwirkungsbereich
der Hochenergiestrahlung (17) oder in dem noch nicht
verschweißten Fugenbereich der Werkstücke (10) fußt, und
bei dem die Position der Dampfkapillaren (13) und der
Fußpunkt des Lichtbogens einen vorbestimmten Abstand
(Δx) voneinander aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß
der vorbestimmte Abstand (Δx) beim Schweißen meßtech
nisch ermittelt wird und die beiden Schweißenergiequel
len (11, 14) derart abstandsgesteuert werden, daß der
Lichtbogen (16) außerhalb der Dampfkapillaren (13) fußt,
wobei die durch die erste Schweißenergiequelle (11 oder
14) hergestellte Schweißnaht überwacht wird und eine
nachfolgende Prozeßregelung einem Überwachungsergebnis
entsprechend unterschiedlich durchgeführt wird.
2. Verfahren zum Schweißen von relativbewegten Werkstücken
(10), bei dem mindestens eine erste Schweißenergiequelle
(11) verwendet wird, nämlich eine Hochenergiestrahlungs
quelle, beispielsweise ein Laser, welche die Schweißnaht
(12) unter Ausbildung einer positionierten Dampfkapilla
ren (13) erzeugt, bei dem mindestens eine zweite
Schweißenergiequelle (14) verwendet wird, nämlich eine
Lichtbogeneinrichtung, deren Lichtbogen im Schweißbe
reich (15) des Werkstücks (10) fußt, bei dem das Schwei
ßen unter gleichzeitiger Einwirkung von Energie aus bei
den Schweißenergiequellen (11, 14) erfolgt, bei dem der
Lichtbogen (16) entweder in dem noch nicht auf Umge
bungstemperatur abgekühlten Wärmeeinwirkungsbereich der
Hochenergiestrahlung (17) oder in dem noch nicht ver
schweißten Fugenbereich der Werkstücke (10) fußt, und
bei dem die Position der Dampfkapillaren (13) und der
Fußpunkt des Lichtbogens einen vorbestimmten Abstand
(Δx) voneinander aufweisen, insbesondere nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Schweißener
giequellen (11, 14) derart abstandsgesteuert werden, daß
der Lichtbogen (16) außerhalb der Dampfkapillaren (13)
fußt, wobei die Position (x1i) der Dampfkapillaren (13)
und die Position (x2i) des Fußpunktes (16') des Lichtbo
gens (16) an der Oberfläche des Werkstücks meßtechnisch
ermittelt werden, und wobei das Meßergebnis von einer
Prozeßregelung (19) dazu benutzt wird, den vorbestimmten
Abstand (Δx) konstant zu halten.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß der Lichtbogen (16) abstandsgesteuert im
Schmelzbad (18) fußt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Hochenergiestrahlungsquelle eine
Teil- oder Vollverbindung zweier Werkstückteile (10',
10") besorgt, und daß ein Verschweißen nur eines Ober
flächenbereichs (22) der Naht (12) mittels Lichtbogens
(16) durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß beim Verschweißen mittels Lichtbogens
(16) Zusatzwerkstoff verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Hochenergiestrahlung von der einen
Werkstückseite das Werkstück durchschweißt, und daß der
Lichtbogen auf der anderen Werkstückseite einwirkt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch ge
kennzeichnet, daß auch auf der anderen Werkstückseite
mittels Hochenergiestrahlung (17) und/oder mittels
Lichtbogens (16) geschweißt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch ge
kennzeichnet, daß zwei zweite, als Lichtbogeneinrichtun
gen ausgebildete Schweißenergiequellen (14) verwendet
werden, von denen mit der einen Zusatzwerkstoff in die
noch nicht verschweißte Fuge eingebracht wird und von
denen der Lichtbogen (16) der anderen in dem noch nicht
auf Umgebungstemperatur abgekühlten Wärmeeinwirkungsbe
reich der Hochenergiestrahlung (17) fußt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß die eine, im noch nicht verschweißten
Bereich der Fuge wirkende zweite Schweißenergiequelle
(14) mit einem Bearbeitungskopf der Hochenergiestrah
lungsquelle oder mit der anderen zweiten Schweißenergie
quelle starr gekoppelt wird, wobei die Abstandssteuerung
zwischen einer der zweiten Schweißenergiequellen (14)
und der die Dampfkapillare (13) ausbildenden ersten
Schweißenergiequelle (11) wirkt.
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