DE19608025A1 - Snowboard-Bindung und Bindungs-Schuh-Kombination - Google Patents
Snowboard-Bindung und Bindungs-Schuh-KombinationInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Bindungseinrichtung, insbesondere
für ein Snowboard, bestehend aus einer Bindungsgrundplatte,
daran befestigtem Heckspoiler und mindestens zwei den Schuh
gegen die Grundplatte festhaltenden Verstellverschlüssen.
Snowboard-Bindungen für Soft-Schuhe besitzen in der Regel
eine Grundplatte, die mit dem Snowboard verschraubt wird und
an der meist zwei bis drei Verschlüsse zur Einspannung des
Schuhs angelenkt sind. Die Verschlüsse sind von alpinen
Skischuhschnallen her bekannte Hebelschnallen,
Zahnriemenratschen, Klettbandverschlüsse oder auch
Kabelschnallen. Um dem Snowboardfahrer einen zur Übertragung
der Steuerkräfte entsprechend guten Halt zu verschaffen, sind
diese Verschlüsse mit ausreichen großen Verstellwegen
ausgestattet, die den unterschiedlichen Schuhgrößen mit
unterschiedlichem Umfang und Volumen Rechnung tragen. Es sind
beispielsweise solche Soft-Snowboardbindungen für Freestyle-
Einsatz mit einem gepolsterten Ristriemen und niedrigem
Heckspoiler bekannt oder auch solche für technische
Disziplinen mit drei Verschlüssen mit hohem Heckspoiler und
breit gepolsterter Ristschnalle. Alle Hersteller sind bemüht,
die seitlichen und vorwärtsgerichteten Bewegungen durch gute
Polsterungen sowie abzufedern, daß eine schmerzfreie
Druckübertragung bei gleichzeitig gutem Fuß-Schuh-Kontakt
ermöglicht wird.
Diese Bemühungen sind in den meisten Bindungsvarianten jedoch
nur annähernd erfolgreich, weil die Zwischenräume zwischen
den Verschlüssen die Bewegungen zwar ermöglichen, eine
Druckverteilung bei zunehmender Vorlage aber eher eine
zangenartige Quetschbewegung im Ristbereich verursacht. Das
progressive Biegeverhalten einer solchen Snowboard-
Softbindung ist damit eher von der inneren Reibung der
Komponenten unter- oder gegeneinander abhängig und deshalb
oft unkontrollierbar und kann zu vorzeitiger Ermüdung und
Fahrfehlern führen.
Daneben sind auch alpine Skischuhe, Tourenskischuhe und
hartschalige Snowboardschuhe bekannt, welche zur
Erleichterung der Beugebewegung in der Längsmittelebene des
Schuhs und zur kontrollierten Kraftübertragung eine
wellenförmige Rippenstruktur im Vorfuß-Rist-Schienbeinbereich
aufweisen (siehe beispielsweise US-PS 3,988,842 und
veröffentlichte internationale Patentanmeldung WO 81/00507).
Der vorliegenden Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde,
eine Bindungseinrichtung der eingangs genannten Art mit
gegenüber dem Stand der Technik verbessertem und erweitertem
Gebrauchsnutzen im Sinne der Handhabung und des Komforts
insbesondere für einen Snowboardfahrer zu schaffen.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, daß eine den
gesamten Frontbereich des Schuhs sattelförmig übergreifende,
biegeelastische Zunge an ihrem Vorderende im Zehenbereich mit
der Bindungsgrundplatte rechtwinklig zur Längsachse
schwenkbar verbunden ist.
Durch eine den gesamten Frontbereich des Schuhs sattelförmig
übergreifende, biegeelastische Zunge, die an ihrem Vorderende
im Zehenbereich mit der Bindungsgrundplatte drehbar verbunden
ist, kann eine ideale Kraftübertragung bei ganzflächigem
Kontakt zwischen Schuh und Zunge erreicht werden. Zusätzlich
ist durch die um eine horizontale Achse, rechtwinklig zur
Bindungs-Längsmitte, schwenkbare Zunge eine bequeme Ein- und
Ausstiegsöffnung geschaffen. Die Zunge ist quer zur
Sattelfläche torusabschnittähnlich in Wellen ausgeformt, in
deren Tälern die Spannverschlüsse gleitend laufen, um eine
individuelle Anpassung an die Ristkontur zu ermöglichen,
wobei die Pressung entsprechend dem Komfortbedürfnis frei
wählbar ist.
Nach einem weiteren Gesichtspunkt kann als Ausgangspunkt der
Erfindung auch eine Bindungs-Schuh-Kombination, insbesondere
für Sportgeräte wie Snowboards usw., gesehen werden,
umfassend eine Bindungsbaugruppe und einen durch Einspannen
in die Bindungsbaugruppe stabilisierbaren Weichschuh, diese
Bindungsbaugruppe ausgeführt mit
- a) einer zur Aufnahme der Schuhsohle ausgebildeten Bindungsgrundplatte,
- b) einer Rückschuhabstützung zum Zusammenwirken mit einem Rückschuhbereich des Schuhs,
- c) Festlegemitteln, welche - zumindest mit dem Vorderfuß- Zehen-Bereich und dem Ristbeuge-Bereich des Schuhs zusammenwirkend - der Festlegung des Schuhs in der Bindungsbaugruppe mit Sohlenanlage an der Bindungsgrundplatte und Rückschuhbereichsanlage an der Rückschuhabstützung dienen, wobei diese Festlegemittel ristbeugenahe Zugkrafterzeugungsmittel umfassen, um zumindest im Ristbeuge-Bereich des Schuhs eine Zugkraftwirkung längs einer über den Schuh hinweglaufenden Zugkraftlinie mit resultierender Andrückwirkung auf den Schuh zu erzeugen.
Wesentlich ist dabei, daß die ristbeugenahen
Zugkrafterzeugungsmittel mit einer zur Anlage am Schuh
geformten Druckübertragungsplatte zusammenwirken, welche eine
im Verhältnis zum Schuhmaterial des Ristbeuge-Bereichs
vergrößerte Steifigkeit besitzt und die Übertragung des
Drucks von den ristbeugenahen Zugkrafterzeugungsmitteln auf
den Schuh auf einen Druckübertragungsbereich beidseits der
Zugkraftlinie ausdehnt.
Bei einer bevorzugten Ausgestaltung kann die
Druckübertragungsplatte in Anpassung an den Ristbeuge-Bereich
sowie gewünschtenfalls auch in Anpassung an den
anschließenden Knöchel-Schienbein-Bereich oder/und den
anschließenden Vorderfuß-Zehen-Bereich sattelförmig
ausgebildet sein. Auf diese Weise kann eine sich
gewünschtenfalls bis in den Schienbein-Bereich und den Zehen-
Bereich des Schuhs erstreckende, großflächige
Druckübertragungsplatte erhalten werden, die eine
gleichmäßige Druckübertragung bei geringer Flächenpressung
auf den Schuh ermöglicht. Durch zusätzliche, ebenfalls mit
der Druckübertragungsplatte zusammenwirkende
Zugkrafterzeugungsmittel im Vorderfuß-Zehen-Bereich oder/und
im Knöchel-Unterschenkel-Bereich zur Zugkrafterzeugung längs
entsprechender zusätzlicher Zugkraftlinien kann eine perfekte
Einspannung des Schuhs in der Bindungsbaugruppe erreicht
werden. Bevorzugt umfassen die ristbeugenahen oder/und die
zusätzlichen Zugkrafterzeugungsmittel dabei über die
Druckübertragungsplatte hinweglaufende Zugstrangmittel, wobei
ebenso die Möglichkeit besteht, daß die ristbeugenahen
oder/und die zusätzlichen Zugkrafterzeugungsmittel zur
Erteilung einer Zugspannung auf die Druckübertragungsplatte
an dieser randnah angreifen.
Um die bei vielen sportlichen Aktivitäten, beispielsweise
beim Freestyle-Fahren mit einem Snowboard, erwünschte
Beweglichkeit im Knöchelbereich des Fußes auch bei in die
Bindungsbaugruppe eingespanntem Schuh zu ermöglichen, wird
vorgeschlagen, daß die Druckübertragungsplatte um eine zur
Schuhmittelebene im wesentlichen orthogonale und zur
Ristbeugelinie im wesentlichen tangentiale virtuelle
Biegeachse reversibel und vorzugsweise elastisch
biegedeformierbar ist. Diese Biegedeformierbarkeit kann
dadurch erreicht werden, daß in der Druckübertragungsplatte
auf dem Weg zwischen dem Knöchel-Schienbei-Bereich und dem
Vorderfuß-Zehen-Bereich mindestens eine
Biegsamkeitserhöhungszone vorgesehen ist, welche vorzugsweise
im wesentlichen parallel zur Ristbeugelinie verläuft.
Zweckmäßigerweise wird man die mindestens eine
Biegsamkeitserhöhungszone längs einer in die Schuhmittelebene
fallenden Scheitellinie versetzt gegenüber den Zugkraftlinien
anordnen.
Weiterhin kann in mindestens einem Zwischenbereich zwischen
zwei durch zugehörige Zugkrafterzeugungsmittel definierten
Zugkraftlinien die Druckübertragungsplatte zumindest im
Bereich ihrer in die Schuhmittelebene fallenden Scheitellinie
in Richtung dieser Scheitellinie reversibel und vorzugsweise
elastisch längenveränderlich sein. Insbesondere im Ristbeuge-
Bereich kann es nämlich von Vorteil sein, wenn die
Druckübertragungsplatte dort in gewissem Maße komprimierbar
und elongierbar ist. Bei relativ starken Vorlage/Rücklage-
Bewegungen des Schuhträgers kann hierdurch eine deutliche
Komfortsteigerung erzielt werden.
Zur Gewinnung der Längenveränderlichkeit kann man in der
Druckübertragungsplatte auf den Weg zwischen dem Knöchel-
Schienbein-Bereich und dem Vorderfuß-Zehen-Bereich mindestens
eine Längenausgleichszone vorsehen, welche vorzugsweise im
wesentlichen parallel zur Ristbeugelinie verläuft. Analog zu
den Biegsamkeitserhöhungszonen wird man auch die mindestens
eine Längenausgleichszone zweckmäßigerweise längs der
Scheitellinie versetzt gegenüber den Zugkraftlinien anordnen.
Es ist möglich, daß mindestens eine Biegsamkeitserhöhungszone
und mindestens eine Längenausgleichszone von einer
gemeinsamen deformationserleichternden Struktur gebildet sind.
In weiterer Ausbildung der Bindungs-Schuh-Kombination kann
die Druckübertragungsplatte mindestens einer
deformationserleichternden Struktur versehen sein, welche
sich quer zu einer in der Schuhmittelebene vom Knöchel-
Schienbein-Bereich zum Vorderfuß-Zehen-Bereich verlaufenden
Scheitellinie erstreckt. Die deformationserleichternde
Struktur kann dabei durch Materialschwächung der
Druckübertragungsplatte oder/und durch Materialveränderung
der Druckübertragungsplatte oder/und durch vorgebildete
Faltung oder Rippung gebildet sein. Eine solche Faltung oder
Rippung der Druckübertragungsplatte wird vorteilhafterweise
derart ausgestaltet sein, daß die Gefahr von Quetschungen des
darunterliegenden Schuhmaterials bei Deformation der
Druckübertragungsplatte nicht besteht.
Eine variable Anpaßbarkeit der Bindungsbaugruppe an
unterschiedliche Schuhgrößen und Schuhformen kann dadurch
erreicht werden, daß die ristbeugenahen
Zugkrafterzeugungsmittel oder/und die zusätzlichen
Zugkrafterzeugungsmittel an der Bindungsgrundplatte
schwenkbar verankert sind.
Die Druckübertragungsplatte kann ein Loseteil sein, welches
unter Zugbänder oder -riemen eingelegt und durch diese Lage
fixiert wird. Bequemer und verlustsicherer ist es jedoch,
wenn die Druckübertragungsplatte dauerhaft mit der
Bindungsgrundplatte verbunden ist. Um hier ein leichtes Ein- und
Aussteigen eines Schuhs in bzw. aus der Bindungsbaugruppe
zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, daß die
Druckübertragungsplatte im Vorderfuß-Zehen-Bereich um eine
zehennahe Gelenkachse gelenkig und translatorisch zu dieser
Gelenkachse beweglich an die Bindungsgrundplatte angekuppelt
ist. Zu diesem Zweck kann die Druckübertragungsplatte im
Vorderfuß-Zehen-Bereich durch dort an der Bindungsgrundplatte
angebrachte zusätzliche Zugkrafterzeugungsmittel befestigt
sein, wobei durch Entspannen dieser zusätzlichen
Zugkrafterzeugungsmittel die translatorische Beweglichkeit
der Druckübertragungsplatte ermöglicht wird.
Die Druckübertragungsplatte kann zumindest im Vorderfuß-
Zehen-Bereich quer zur Schuhmittelebene seitenverstellbar
sein. Hierdurch ist eine weitere individuelle
Anpassungsmöglichkeit an unterschiedliche Schuhformen und -größen
gegeben. Die Seitenverstellbarkeit der
Druckübertragungsplatte kann in einfacher Weise dadurch
erreicht werden, daß die Druckübertragungsplatte im
Vorderfuß-Zehen-Bereich durch beidseits der Schuhmittelebene
angeordnete, gegenläufig längenveränderliche
Zugkrafterzeugungsmittel quer zur Schuhmittelebene
verstellbar ist.
Die Druckübertragungsplatte kann darüber hinaus auch in
Längsrichtung der Bindungsgrundplatte verstellbar sein. Dabei
kann die Längsverstellbarkeit der Druckübertragungsplatte auf
der Verschwenkbarkeit der ristbeugenahen
Zugkrafterzeugungsmittel oder/und zusätzlicher
Zugkrafterzeugungsmittel um quer zur Schuhmittelebene
verlaufende Schwenkachsen gegenüber der Bindungsgrundplatte
beruhen. Alternativ oder zusätzlich kann die
Längsverstellbarkeit auch auf einer translatorischen
Verstellbarkeit der Verankerungsstellen der ristbeugenahen
Zugkrafterzeugungsmittel oder/und zusätzlicher
Zugkrafterzeugungsmittel in Längsrichtung der
Bindungsgrundplatte beruhen. Durch die Längsverstellbarkeit
der Druckübertragungsplatte gegenüber der Bindungsgrundplatte
kann eine weitere individuelle Anpassung an unterschiedliche
Schuhtypen vorgenommen werden.
Für die Rückschuhabstützung wird eine Ausgestaltung
bevorzugt, bei der sie nach Art eines den Fersenbereich
oder/und den Achillessehnenbereich des Schuhs überdeckenden
Spoilers ausgebildet ist. Neben seiner Abstützung an der
Rückschuhabstützung kann der Schuh außerdem auch zumindest
auf einem Teil seiner Länge durch Seitenführungsmittel der
Bindungsgrundplatte seitlich geführt sein.
Während für die ristbeugenahen Zugkrafterzeugungsmittel und
ggf. vorgesehene zusätzliche Zugkrafterzeugungsmittel im
Vorderfuß-Zehen-Bereich Verschlußmechanismen mit Zahnbändern
bevorzugt werden, wird für die zusätzlichen
Zugkrafterzeugungsmittel im Knöchel-Unterschenkel-Bereich
vorgeschlagen, daß sie ein vorzugsweise flaschenzugartig
ausgebildetes Knöchelzugband, beispielsweise nach Art eines
mit wenigen Handgriffen leicht lösbaren Klettverschlusses,
umfassen, welches zwischen der Druckübertragungsplatte und
der vorzugsweise als Spoiler ausgebildeten
Rückschuhabstützung wirksam ist.
Eine neben der Druckverteilung auf vergrößerte
Flächenbereiche wesentliche Funktion der
Druckübertragungsplatte kann ferner darin liegen, daß sie bei
starker Vorlage des Unterschenkels dessen Rückkehr in eine
annähernd aufrechte Ausgangsstellung nach Art einer
Rückstellfeder unterstützt. Dies ist beispielsweise für
Snowboard-Anfänger oder auch Untrainierte, mit einem
schwachen Muskelapparat ausgestattete Sportler hilfreich, die
Schwierigkeiten haben, in starker Vorlagestellung aus eigener
Kraft wieder in die aufrechte Ausgangsstellung
zurückzukehren. Es wird daher vorgeschlagen, daß die
Druckübertragungsplatte hinsichtlich ihrer Form oder/und
ihrer Lage oder/und ihrer Formsteifigkeit oder/und ihrer
Ankupplung an die Bindungsgrundplatte bzw. die
Rückschuhabstützung derart ausgebildet ist, daß sie einen
gezielten, insbesondere wesentlichen Beitrag zum
Vorlage/Rücklage-Widerstand für den Knöchel-Unterschenkel-
Bereich liefert. Dieser Beitrag der Druckübertragungsplatte
zum Vorlage/Rücklage-Widerstand ist insbesondere dann von
Bedeutung, wenn die Rückschuhabstützung nur einen
vergleichsweise geringen Beitrag zu diesem Vorlage/Rücklage-
Widerstand beitragen kann.
Als wesentliche Vorteile der erfindungsgemäßen Bindungs-
Schuh-Kombination lassen sich demnach eine durch die
Druckübertragungsplatte herabgesetzte Flächenpressung auf den
Schuh bei gleichzeitiger Erhaltung der notwendigen
Beweglichkeit für den Fuß, die Schaffung eines elastischen
Vorlagewiderstands speziell für den Fall, daß die
Rückschuhabstützung nicht für einen ausreichenden
Vorlagewiderstand sorgen kann, sowie die Anpassungsfähigkeit
der Bindungsbaugruppe an unterschiedliche Schuhgrößen und
-formen festhalten.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert. Es stellen dar:
Fig. 1 eine Snowboard-Bindung in Schrägansicht von vorne
mit einem darin eingespannten Snowboard-Weichschuh,
Fig. 2 Snowboard-Bindung der Fig. 1 in einem geöffneten
Zustand, der das Ein- und Aussteigen eines
strichpunktiert angedeuteten Schuhs ermöglicht,
Fig. 3 eine Ansicht identisch Fig. 1 zur Erläuterung
geometrischer Koordinaten des dort dargestellten
Bindungs-Schuh-Systems und
Fig. 4 eine weitere Ausführungsform einer Snowboard-
Bindung mit darin eingespanntem Schuh in einer
Ansicht ähnlich Fig. 1.
Die in Fig. 1 gezeigte Snowboard-Bindung umfaßt eine
Bindungsbaugruppe mit einer als sattelförmige Zunge
ausgebildeten Druckübertragungsplatte 1, einer
Bindungsgrundplatte 2, einer Rückschuhabstützung in Form
eines Heckspoilers 3, einem Verschluß 4 im Vorderfuß-Zehen-
Bereich, einem Verschluß 5 im Ristbeuge-Bereich sowie einem
den unteren Schienbeinbereich nahe des Knöchels umspannenden
Verschluß 6. In der Bindungsbaugruppe ist ein Schuh 19 fest
eingespannt. Er liegt mit seiner Sohle an der
Bindungsgrundplatte 2 und mit seinem Achillessehnenbereich am
Heckspoiler 3 an. Durch an der Bindungsgrundplatte 2
angeformte Seitenflansche 30 ist er seitlich in der
Bindungsbaugruppe geführt. Die Zunge 1 ist vom
Ristbeugebereich annähernd vertikal nach oben in den Knöchel-
Schienbein-Bereich des Schuhs 19 hochgezogen und erstreckt
sich nach vorne bis in den Vorderfuß-Zehen-Bereich des Schuhs
19. Sie liegt flächig auf dem aus Weichmaterial gefertigten
Schuh auf und besitzt eine größere Steifigkeit als das
Schuhmaterial. Sie ist vorzugsweise, jedoch nicht
notwendigerweise einstückig ausgebildet und kann aus
Kunststoff, beispielsweise Polyurethan, bestehen.
Durch Spannen der Verschlüsse 4, 5, 6 können Zugkräfte längs
entsprechender, über den Schuh hinweglaufender Zugkraftlinien
Z1, Z2 bzw. Z3 (siehe Fig. 3) erzeugt werden, welche dazu
führen, daß die Zunge 1 an den Schuh 19 angedrückt und dieser
so in der Bindungsbaugruppe stabilisiert wird. Durch
Entspannen der Verschlüsse 4, 5, 6 kann der Druck auf dem
Schuh 19 gelöst und der Ausstieg des Schuhs 19 aus der
Bindungsbaugruppe ermöglicht werden.
Die Zunge 1 besitzt eine Rippung mit drei wellenförmigen
Rippen 7, welche in Richtung einer in die Schuhmittelebene M
fallenden Scheitellinie S (siehe Fig. 3) vom Ristbeuge-
Bereich ausgehend in Richtung zum Förderfuß-Zehen-Bereich
aufeinanderfolgen. Die Rippen bilden
deformationserleichternde Strukturen und erstrecken sich im
wesentlichen parallel zu einer im Ristbeuge-Bereich liegenden
Ristbeugelinie R (siehe Fig. 3) . Sie erleichtern einerseits
eine bei einer Vorlagebewegung des Snowboard-Fahrers
auftretende Biegebewegung des annähernd vertikalen
Schienbeinabschnitts der Zunge 1 relativ zu dem auf dem
Schuhrücken aufliegenden, angenähert horizontalen
Vorderfußabschnitt der Zunge 1 um eine zu Schuhmittelebene im
wesentlichen orthogonale und zur Ristbeugelinie R im
wesentlichen tangentiale Biegeachse B (siehe Fig. 3). Die
Zunge 1 ist so ausgebildet, daß diese Biegebewegung elastisch
reversibel ist, so daß bei einer Vorlagebewegung des
Snowboard-Fahrers infolge Folge der Biegeelastizität der
Zunge 1 eine Rückstellkraft auf den Schienbeinbereich des
Snowboard-Fahrers wirkt. Andererseits ermöglichen die Rippen
7 einen Längenausgleich der Zunge 1 in Richtung der
Scheitellinie S, so daß bei parallel zur Zunge 1 in Richtung
der Scheitellinie S auf die Zunge 1 wirkenden Zug- oder
Schubkräften eine gewisse Komprimierung oder Elongierung der
Zunge 1 möglich ist. Dies kann insbesondere bei starken
Vorlage- und Rücklagebewegungen des Snowboard-Fahrers, wie
sie beispielsweise beim Freestyle-Einsatz vorkommen,
vorteilhaft sein, um die Bequemlichkeit und den Komfort der
Bindung zu erhöhen.
Die Rippen 7 sind längs der Scheitellinie S derart verteilt
angeordnet, daß der ristbeugenahe Verschluß 5 in einem
zwischen zwei aufeinanderfolgenden Rippen 7 begrenzten
Wellental 8 verläuft. Durch die beidseits des Verschlusses 5
angrenzenden Rippen 7 wird er annähernd formschlüssig
geführt, was zu einer im wesentlichen unverrutschbaren
Positionierung der Zunge 1 führt. Selbstverständlich ist es
denkbar, auch die übrigen Verschlüsse 4 und 6 in solche
Wellentäler 8 zu legen, obwohl bei den dargestellten
Ausführungsbeispielen die Verschlüsse 4 und 6 in Richtung der
Scheitellinie S seitlich außerhalb der Rippen 7 über den
Schuh 19 verlaufen.
Der zehennahe Verschluß 4 umfaßt zwei gesonderte
Zahnriementeile 9 und 10, welche beidseits der
Schuhmittelebene M jeweils an ihrem unteren Ende 12 mit der
Bindungsgrundplatte 2 durch Schrauben 13 um eine Schwenkachse
A1 (siehe Fig. 3) schwenkbar verbunden sind. An der Zunge 1
sind brückenförmige Erhöhungen 11 ausgebildet, durch die die
Zahnriementeile 9 und 10 hindurchlaufen. Jedem der
Zahnriementeile 9 und 10 ist ein Zahnschieber 32 (von denen
in den Figuren nur einer dargestellt ist), welche an der
Zunge 1 befestigt sind und mit der Zahnfläche des zugehörigen
Zahnriementeils 9 bzw. 10 in Eingriff stehen. Durch
Fingerbetätigung können die Zahnschieber 32 aus der
Zahnfläche des zugehörigen Zahnriementeils 9 bzw. 10
ausgehoben und der Verschluß 4 gelöst oder gespannt werden.
Der ristbeugenahe Verschluß 5 ist ebenfalls mittels
Schraubverbindungen 14 um eine Schwenkachse A2 (siehe Fig.
3) dreh- bzw. schwenkbar mit der Bindungsgrundplatte 2
verbunden. Er umfaßt einen an einer Seite der
Bindungsgrundplatte 2 in deren Fersenbereich angebrachten
Zahnriemen 34 sowie einen Ratschenhebel 16, welcher an einem
an der gegenüberliegenden Seite der Bindungsgrundplatte 2
ebenfalls in deren Fersenbereich angelenkten Halteriemen 36
befestigt ist. Der mit dem Ratschenhebel 16 ausgeführte
Halteriemen 36 ist so lang, daß er über den Schuh 19 und die
Zunge 1 hinwegläuft und der Ratschenhebel 16 in einem in
Fig. 2 mit 15 bezeichneten seitlichen Außenbereich des
Schuhs 19 mit dem Zahnriemen 34 in Eingriff steht. Der so
gebildete Zahnriemen-Ratschenhebel-Mechanismus kann
vollständig gelöst werden, so daß die lediglich am Verschluß
4 gehaltene Zunge 1 nach vorne um die Schwenkachse A1
ausschwenkbar ist, wie in Fig. 2 gut zu erkennen ist.
Der obere Verschluß 6 kann, um das Ein- und Aussteigen des
Schuhs 19 zu ermöglichen, ebenfalls ganz gelöst werden. Er
ist als Klettverschluß ausgebildet und umfaßt ein mit einem
Klettmaterial 17 ausgeführtes Verschlußband 38, welches fest
am Heckspoiler 3 gehalten ist. Hierzu ist es durch ein
Schlitzpaar im oberen Mittelbereich 18 des Heckspoilers 3
hindurchgefädelt, wie in Fig. 2 zu erkennen ist.
Fig. 2 zeigt die Zunge 1 in einer Öffnungsstellung, in
welcher sie um ungefähr 45° nach vorne geneigt ist. Die
Verschlüsse 5 und 6 sind vollständig geöffnet, der
spitzennahe Verschluß 4 wirkt als Scharnier für die Zunge 1.
Der strichpunktiert dargestellte Schuh 19 ist im Begriff, aus
bzw. in die Bindung zu schlüpfen, wobei sein Fersenbereich 20
mühelos am Heckspoiler 3 vorbeischwenken kann. Die Fußspitze
21 bildet dabei einen Momentan-Drehpunkt für den Schuh. Die
sattelförmige Zunge 1 ist zur Anpassung im Zehen-Bereich mit
dem beidseitig oder auch nur einseitig zustellbaren Verschluß
4 verbunden, der gegenüber der Bindungsgrundplatte 2
zusätzlich innen und außen in verschiedenen Bohrungen 22 in
Längsrichtung L der Bindungsgrundplatte 2 (siehe Fig. 3)
längsverstellbar ist. Gewünschtenfalls kann auch der
Heckspoiler 3 längsverstellbar gegenüber der
Bindungsgrundplatte 2 sein.
Die Handhabung bzw. Wirkungsweise der Snowboard-Bindung ist
wie folgt: Der Snowboard-Fahrer schlüpft in die in Fig. 2
dargestellte geöffnete Bindung mit der Schuhspitze so weit
nach vorne, daß die Ferse 20 ohne weiteres am Heckspoiler 3
nach unten vorbeischwenken kann. Die Zunge 1 ist dabei so
weit nach vorne aufgeklappt, daß ihr Rist- und Schienbein-
Bereich dem einschlüpfenden Schuh 19 nicht hinderlich
entgegenstehen.
Das Schließen oder Spannen der Verschlüsse 4, 5, 6 erfolgt
nacheinander von der Spitze her beginnend, so daß ein sattes,
kraftschlüssiges Anliegen der Zunge 1 auf der gesamten
Vorderfuß-Zehen- und Schienbein-Partie des Schuhes 19 erreicht
wird. Der zehennahe Verschluß 4 kann dabei beidseitig in
seiner Position relativ zur Schuhmittelebene M variiert
werden, um individuellen anatomischen Gegebenheiten zu
entsprechen.
Will der Snowboard-Fahrer zur Bergfahrt mit einem Schlepplift
seinen hinteren Fuß aus der Bindung befreien, genügt es, den
ristbeugenahen und den schienbeinnahen Verschluß 5 und 6 zu
lösen, wodurch ein schnelles Wiedereinsteigen nach der
Liftfahrt ohne Neujustierung des zehennahen Verschlusses 4
ermöglicht ist.
Fig. 4 zeigt eine Bindung, die derjenigen der Fig. 1 bis
3 im wesentlichen entspricht. Sie-unterscheidet sich im
wesentlichen nur dadurch, daß die Zunge 1 und der Heckspoiler
3 im Knöchel-Unterschenkel-Bereich kürzer als beim
vorangehenden Ausführungsbeispiel sind. Die Zunge 1 erstreckt
sich nunmehr unwesentlich über den Ristbeuge-Bereich hinaus
in den Knöchel-Schienbein-Bereich, weshalb der beim
vorangehenden Ausführungsbeispiel vorgesehene Klettverschluß
6 im Knöchel-Schienbein-Bereich entfällt. Die Handhabung
dieser mit nur zwei Verschlüssen, nämlich den Verschlüssen 5
und 6, ausgeführten Bindung ist dementsprechend einfacher und
schneller. Angesichts ihrer im Knöchel-Schienbein-Bereich
geringeren Stabilität eignet sie sich besonders für solche
Anwendungen, bei denen eine große Beweglichkeit des Fußes
erwünscht ist.
Für die vordere und die hintere Bindung eines Snowboards
können je nach Fahrkönnen und Komfortbedarf des Snowboard-
Fahrers und Einsatzbereich des Snowboards Zungen
unterschiedlichen Biegeverhaltens eingesetzt werden,
beispielsweise indem für die Zungen 1 Kunststoffe
unterschiedlicher E-Module verwendet werden. Denkbar ist es
auch, die Rippen 7 durch Herstellung der Zungen 1 im
Verbundspritzverfahren (CH-Patent 669 498, US-Patent 4,793,077)
mit unterschiedlicher Biegesteifigkeit auszuführen
oder anstelle der Rippen 7 Durchbrüche vorzusehen, welche mit
gleich großen Einsätzen aus Gummi oder anderen Elastomeren
ausgefüllt werden. Schließlich läßt sich durch Erhöhen der
Zugspannung der durch die Wellentäler 8 der Zunge 1 laufenden
Verschlüsse 4, 5, 6 eine Veränderung des Biegeverhaltens
erreichen, womit dem individuellen Komfortbedarf des
Snowboard-Fahrers entsprochen werden kann. Das Aussteigen aus
der Bindung erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, wobei die als
ganzes wegschwenkbare Zunge 1 für eine schnelle einfache
Handhabung sorgt.
Zusammenfassend wird eine Bindung mit einer
Verschlußeinrichtung beschrieben, welche einen Schuh aus
weichem Obermaterial und mit flexibler Sohle im Bereich des
Vorderfußes, der Ristbeuge und des unteren Schienbeins
übergreift. Hierzu ist eine sattelförmige, gerippte Zunge im
zehennahen Spitzenbereich einer Bindungsgrundplatte
schwenkbar an dieser angelenkt und im Rist- und Schienbein-
Bereich lösbar mit Schnallen an dieser gehalten. Die
Verschlußeinrichtung ist Bestandteil einer Snowboard-Soft-
Bindung. Sie ist aber genauso geeignet für Inline-, Eis- und
Roller-Skates sowie für Schnee-Schuhe und Firn-Gleiter.
Claims (37)
1. Bindungseinrichtung, insbesondere für ein Snowboard,
bestehend aus einer Bindungsgrundplatte (2), daran
befestigtem Heckspoiler (3) und mindestens zwei den
Schuh (19) gegen die Grundplatte (2) festhaltenden
Verstellverschlüssen (4, 5),
dadurch gekennzeichnet,
daß eine den gesamten Frontbereich des Schuhs (19)
sattelförmig übergreifende, biegeelastische Zunge (1) an
ihrem Vorderende im Zehenbereich mit der
Bindungsgrundplatte (2) rechtwinklig zur Längsachse
schwenkbar verbunden ist.
2. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die den Frontbereich des Schuhs (19)
sattelförmig übergreifende, biegeelastische Zunge (1)
quer zur Sattelfläche in torusabschnittähnlichen Wellen
(7) ausgeformt ist, in deren Tälern (8) die
Spannverschlüsse (4, 5) gleitend laufen und verstellbar
bzw. spannbar sind.
3. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Spitze der Zunge (1) durch zwei
unabhängig voneinander verstellbare Verbindungsteile (9,
10), vorzugsweise Zahnriemenratschen, mit der
Grundplatte (2) gelenkig verbunden ist.
4. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zungen-Spitze auf ihrer
Oberseite zwei Brücken (11) aufweist, durch die die
Verschlüsse (9, 10) gleitend hindurchlaufen können.
5. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zunge (1) mindestens zwei konvex
ausgeformte Wellen (7) aufweist.
6. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Zunge (1) im Bereich der
konvexen Wellen (7) aus einem gegenüber dem umgebenden
Material unterschiedlichen, vorzugsweise weicheren
Kunststoff besteht.
7. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die wellenförmigen Rippen (7) der
Zunge (1) aus getrennt hergestelltem elastischem
Material bestehen, welches in formschlüssige Ausschnitte
an der jeweils selben Stelle eingesetzt sind.
8. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verschlüsse (4, 5), welche die
Zunge (1) mit der Grundplatte (2) verbinden,
Zahnratschen-Zahnriemen-Systeme sind, die selbstholend
mit Schritt-Zustellung funktionieren.
9. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das den Schienbeinbereich
umspannende Klettbandsystem (6) mit dem Heckspoiler (3)
unverlierbar verbunden ist.
10. Bindungseinrichtung nach Anspruch 1, dadurch
gekennzeichnet, daß das den Schienbeinbereich
umspannende Klettbandsystem (6) ähnlich wie der
Spitzenverschluß (4) geteilt ist und mit zwei
Riementeilen durch Seitenschlitze der Zunge (1) wieder
nach rückwärts laufend gespannt wird.
11. Bindungs-Schuh-Kombination, insbesondere für Sportgeräte
wie Snowboards, Inline-, Eis- oder Roller-Skates,
Schnee-Schuhe oder Firn-Gleiter, umfassend:
eine Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) und einen durch Einspannen in die Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) stabilisierbaren Weichschuh (19), diese Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) ausgeführt mit
eine Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) und einen durch Einspannen in die Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) stabilisierbaren Weichschuh (19), diese Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) ausgeführt mit
- a) einer zur Aufnahme der Schuhsohle ausgebildeten Bindungsgrundplatte (2),
- b) einer Rückschuhabstützung (3) zum Zusammenwirken mit einem Rückschuhbereich (20) des Schuhs (19),
- c) Festlegemitteln (1, 4, 5, 6), welche - zumindest mit dem Vorderfuß-Zehen-Bereich und dem Ristbeuge Bereich des Schuhs (19) zusammenwirkend - der Festlegung des Schuhs (19) in der Bindungsbaugruppe (1, 2, 3, 4, 5, 6) mit Sohlenanlage an der Bindungsgrundplatte (2) und Rückschuhbereichsanlage an der Rückschuhabstützung (3) dienen, wobei diese Festlegemittel (1, 4, 5, 6) ristbeugenahe Zugkrafterzeugungsmittel (5) umfassen, um zumindest im Ristbeuge-Bereich des Schuhs (19) eine Zugkraftwirkung längs einer über den Schuh (19) hinweglaufenden Zugkraftlinie mit resultierender Andrückwirkung auf den Schuh (19) zu erzeugen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die ristbeugenahen Zugkrafterzeugungsmittel (5) mit
einer zur Anlage am Schuh (19) geformten
Druckübertragungsplatte (1) zusammenwirken, welche eine
im Verhältnis zum Schuhmaterial des Ristbeuge-Bereichs
vergrößerte Steifigkeit besitzt und die Übertragung des
Drucks von den ristbeugenahen Zugkrafterzeugungsmitteln
(5) auf den Schuh (19) auf einen
Druckübertragungsbereich beidseits der Zugkraftlinie
ausdehnt.
12. Kombination nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckübertragungsplatte (1) in Anpassung an den
Ristbeuge-Bereich sowie gewünschtenfalls auch in
Anpassung an den anschließenden Knöchel-Schienbein-
Bereich oder/und den anschließenden Vorderfuß-Zehen-
Bereich sattelförmig ausgebildet ist.
13. Kombination nach Anspruch 11 oder 12, gekennzeichnet
durch zusätzliche, ebenfalls mit der
Druckübertragungsplatte (1) zusammenwirkende
Zugkrafterzeugungsmittel (4, 6) im Vorderfuß-Zehen-
Bereich oder/und im Knöchel-Unterschenkel-Bereich zur
Zugkrafterzeugung längs entsprechender zusätzlicher
Zugkraftlinien.
14. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die ristbeugenahen oder/und die
zusätzlichen Zugkrafterzeugungsmittel (4, 5, 6) über die
Druckübertragungsplatte hinweglaufende Zugstrangmittel
umfassen.
15. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch
gekennzeichnet, daß die ristbeugenahen oder/und die
zusätzlichen Zugkrafterzeugungsmittel (4, 5, 6) zur
Erteilung einer Zugspannung auf die
Druckübertragungsplatte (1) an dieser randnah angreifen.
16. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckübertragungsplatte (1) um
eine zur Schuhmittelebene im wesentlichen orthogonale
und zur Ristbeugelinie im wesentlichen tangentiale
virtuelle Biegeachse reversibel und vorzugsweise
elastisch biegedeformierbar ist.
17. Kombination nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Gewinnung der Biegedeformierbarkeit in der
Druckübertragungsplatte (1) auf dem Weg zwischen dem
Knöchel-Schienbein-Bereich und dem Vorderfuß-Zehen-
Bereich mindestens eine Biegsamkeitserhöhungszone (7)
vorgesehen ist, welche vorzugsweise im wesentlichen
parallel zur Ristbeugelinie verläuft.
18. Kombination nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Biegsamkeitserhöhungszone (7)
längs einer in die Schuhmittelebene fallenden
Scheitellinie versetzt gegenüber den Zugkraftlinien
angeordnet ist.
19. Kombination nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch
gekennzeichnet, daß in mindestens einem Zwischenbereich
(7) zwischen zwei durch zugehörige
Zugkrafterzeugungsmittel (4, 5, 6) definierten
Zugkraftlinien die Druckübertragungsplatte (1) zumindest
im Bereich ihrer in die Schuhmittelebene fallenden
Scheitellinie in Richtung dieser Scheitellinie
reversibel und vorzugsweise elastisch längenveränderlich
ist.
20. Kombination nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Gewinnung der Längenveränderlichkeit in der
Druckübertragungsplatte (1) auf dem Weg zwischen dem
Knöchel-Schienbein-Bereich und dem Vorderfuß-Zehen-
Bereich mindestens eine Längenausgleichszone (7)
vorgesehen ist, welche vorzugsweise im wesentlichen
parallel zur Ristbeugelinie verläuft.
21. Kombination nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Längenausgleichszone (7) längs
der Scheitellinie versetzt gegenüber den Zugkraftlinien
angeordnet ist.
22. Kombination nach Anspruch 20 oder 21, dadurch
gekennzeichnet, daß mindestens eine
Biegsamkeitserhöhungszone (7) und mindestens eine
Längenausgleichszone (7) von einer gemeinsamen
deformationserleichternden Struktur (7) gebildet sind.
23. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 22, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckübertragungsplatte (1) mit
mindestens einer deformationserleichternden Struktur (7)
versehen ist, welche sich quer zu einer in der
Schuhmittelebene vom Knöchel-Schienbein-Bereich zum
Vorderfuß- Zehen-Bereich verlaufenden Scheitellinie
erstreckt.
24. Kombination nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet,
daß die deformationserleichternde Struktur (7) durch
Materialschwächung der Druckübertragungsplatte (1)
oder/und durch Materialveränderung der
Druckübertragungsplatte (1) oder/und durch vorgebildete
Faltung oder Rippung (7) gebildet ist.
25. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 24, dadurch
gekennzeichnet, daß die ristbeugenahen
Zugkrafterzeugungsmittel (5) oder/und die zusätzlichen
Zugkrafterzeugungsmittel (4, 6) an der
Bindungsgrundplatte (2) schwenkbar verankert sind.
26. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 25, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckübertragungsplatte (1) im
Vorderfuß-Zehen-Bereich um eine zehennahe Gelenkachse
gelenkig und translatorisch zu dieser Gelenkachse
beweglich an die Bindungsgrundplatte (2) angekuppelt
ist.
27. Kombination nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckübertragungsplatte (1) im Vorderfuß-Zehen-
Bereich durch dort an der Bindungsgrundplatte (2)
angebrachte zusätzliche Zugkrafterzeugungsmittel (4)
befestigt ist, wobei durch Entspannen dieser
zusätzlichen Zugkrafterzeugungsmittel (4) die
translatorische Beweglichkeit der
Druckübertragungsplatte (1) ermöglicht wird.
28. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 27, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckübertragungsplatte (1)
zumindest im Vorderfuß-Zehen-Bereich quer zur
Schuhmittelebene seitenverstellbar ist.
29. Kombination nach Anspruch 28, dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckübertragungsplatte (1) im Vorderfuß-Zehen-
Bereich durch beidseits der Schuhmittelebene
angeordnete, gegenläufig längenveränderliche
Zugkrafterzeugungsmittel (9, 10) quer zur
Schuhmittelebene verstellbar ist.
30. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 29, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckübertragungsplatte (1) in
Längsrichtung der Bindungsgrundplatte (2) verstellbar
ist.
31. Kombination nach Anspruch 30, dadurch gekennzeichnet,
daß die Längsverstellbarkeit der Druckübertragungsplatte
(1) auf der Verschwenkbarkeit der ristbeugenahen
Zugkrafterzeugungsmittel (5) oder/und zusätzlicher
Zugkrafterzeugungsmittel (4, 6) um quer zur
Schuhmittelebene verlaufende Schwenkachsen gegenüber der
Bindungsgrundplatte (2) beruht.
32. Kombination nach Anspruch 30 oder 31, dadurch
gekennzeichnet, daß die Längsverstellbarkeit auf einer
translatorischen Verstellbarkeit der Verankerungsstellen
der ristbeugenahen Zugkrafterzeugungsmittel (5) oder/und
zusätzlicher Zugkrafterzeugungsmittel (4, 6) in
Längsrichtung der Bindungsgrundplatte (2) beruht.
33. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 32, dadurch
gekennzeichnet, daß die Rückschuhabstützung (3) nach Art
eines den Fersenbereich (20) oder/und den
Achillessehnenbereich des Schuhs (19) überdeckenden
Spoilers ausgebildet ist.
34. Kombination nach einem der Ansprüche 11 bis 33, dadurch
gekennzeichnet, daß der Schuh (19) zumindest auf einem
Teil seiner Länge durch Seitenführungsmittel der
Bindungsgrundplatte (2) seitlich geführt ist.
35. Kombination nach einem der Ansprüche 13 bis 34, dadurch
gekennzeichnet, daß die zusätzlichen
Zugkrafterzeugungsmittel (4, 6) im Knöchel-
Unterschenkel-Bereich ein vorzugsweise flaschenzugartig
ausgebildetes Knöchelzugband (17) umfassen, welches
zwischen der Druckübertragungsplatte (1) und der
vorzugsweise als Spoiler ausgebildeten
Rückschuhabstützung (3) wirksam ist.
36. Kombinationonach einem der Ansprüche 11 bis 35, dadurch
gekennzeichnet, daß die Druckübertragungsplatte (1)
hinsichtlich ihrer Form oder/und ihrer Lage oder/und
ihrer Formsteifigkeit oder/und ihrer Ankupplung an die
Bindungsgrundplatte (2) bzw. die Rückschuhabstützung (3)
derart ausgebildet ist, daß sie einen gezielten,
insbesondere wesentlichen Beitrag zum Vorlage/Rücklage
Widerstand der Bindungsbaugruppe für den Knöchel-
Unterschenkel-Bereich liefert.
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