DE19607233A1 - Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen Oberkörpers - Google Patents
Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen OberkörpersInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur ge
zielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen Oberkör
pers gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, d. h. eine
Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des
menschlichen Oberkörpers, insbesondere der Stellung der
Wirbelsäule.
Vorrichtungen dieser Art sind beispielsweise anatomisch
gestaltete Rückenlehnen von Sitzgelegenheiten, diesbezüglich
optimierte Matratzen und dergleichen. Durch derartige Vor
richtungen soll bewirkt werden, daß die Wirbelsäule nach Mög
lichkeit in die anatomisch günstigste Stellung gebracht und
in dieser gehalten wird.
Fehlstellungen der Wirbelsäule sind häufig die Ursache für
eine vorzeitige Abnutzung der Bandscheiben und eine Verspan
nung der Rückenmuskulatur. Beide Auswirkungen können sehr
schmerzhaft sein und zu dauerhaften gesundheitlichen Schäden
führen. Derartige Probleme sind insbesondere aufgrund zuneh
mender Bewegungsarmut und nicht ergonomisch eingerichteter
Arbeitsplätze auf dem Vormarsch und weiten sich allmählich
schon zu einer Zivilisationskrankheit aus.
Es ist folglich erstrebenswert, Maßnahmen zu ergreifen, durch
welche ein zuverlässigerer Schutz als bisher gegen die ge
nannten Probleme erzielbar ist.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
die Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1
derart weiterzubilden, daß diese einen umfassenden Schutz
gegen Fehlstellungen der Wirbelsäule ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnen
den Teil des Patentanspruchs 1 beanspruchten Merkmale gelöst.
Demnach umfaßt die Vorrichtung ein Gewichts- und/oder Stütz
funktion aufweisendes Haltungsbeeinflussungselement, und eine
mit dem Haltungsbeeinflussungselement verbundene Trägervor
richtung, welche derart ausgebildet ist, daß sie bei Anord
nung des Haltungsbeeinflussungselementes im Rückenbereich
eines Benutzers in der Lage ist, dieses dort zu halten.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich mithin als mobile
Vorrichtung ausbilden, die am Benutzer selbst befestigbar und
alleine schon deshalb nahezu immer und überall einsetzbar
ist.
Die Trägervorrichtung ist dabei - wie der Name schon sagt -
zum Tragen der Vorrichtung am Körper, genauer gesagt zum Hal
ten des Haltungsbeeinflussungselementes im Rückenbereich aus
gebildet, und das Vorsehen des Haltungsbeeinflussungselemen
tes im Rückenbereich sorgt bei entsprechender Ausbildung oder
Austauschbarkeit desselben auf universelle Weise dafür, daß
sowohl beim Liegen als auch beim Sitzen als auch beim Stehen
automatisch eine anatomisch günstige Stellung der Wirbelsäule
gefördert oder erzwungen wird, und zwar weitestgehend unab
hängig von der Beschaffenheit der Liegefläche, Rückenlehne
etc.
Im Liegen und beim Sitzen in einer eine Rückenlehne aufwei
senden Sitzgelegenheit beruht die Wirkung der erfindungsgemä
ßen Vorrichtung darauf, daß das Haltungsbeeinflussungselement
in diesem Fall wie ein Stützkissen wirkt, dessen äußerer Form
sich der Rückenbereich mehr oder weniger zwangsläufig anpas
sen muß. Beim Stehen und beim Sitzen in einer keine Rücken
lehne aufweisenden Sitzgelegenheit beruht die Wirkung des
Haltungsbeeinflussungselementes darauf, daß einerseits der
obere Bereich des Oberkörpers (der Schulterbereich, nicht nur
der Schultern) relativ zum restlichen Oberkörper nach hinten
gezogen wird, und daß andererseits infolge des zusätzlichen
Gewichts im Oberkörperbereich dort eine Schwerpunktverlage
rung auftritt, die, um den Körper im Gleichgewicht zu halten,
im Normalfall automatisch durch eine entsprechende Gegenbewe
gung, beispielsweise durch eine entsprechende Beckenbewegung
ausgeglichen wird. Beide Wirkungen, d. h. sowohl das Zurück
ziehen des Schulterbereichs als auch die Veränderung der
Beckenstellung tragen in der Regel dazu bei, daß sich die
Wirbelsäulenstellung der anatomisch günstigsten Stellung
annähert.
Der Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung beendet die
Abhängigkeit von entsprechend ausgebildeten Sitz- und Liege
möbeln und schafft darüber hinaus erstmals die Möglichkeit,
auch im Stehen für eine anatomisch günstige Stellung der Wir
belsäule zu sorgen.
Es wurde mithin eine Vorrichtung geschaffen, welche einen um
fassenden Schutz gegen Fehlstellungen der Wirbelsäule ermög
licht.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung bewahrt nicht nur vor unan
genehmen Spätfolgen, sondern sorgt schon während des Tragens
für ein angenehmes entspanntes Gefühl.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand
der Unteransprüche.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispie
len unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher erläutert.
Die Figur zeigt eine Draufsicht auf eine schematisch darge
stelltes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrich
tung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen
Oberkörpers, insbesondere der Stellung der Wirbelsäule.
Die in der Figur gezeigte erfindungsgemäße Vorrichtung be
steht aus einem Haltungsbeeinflussungselement 1 und einer
Trägervorrichtung in Form von zwei trägerartigen Elementen
2a, 2b.
Das Haltungsbeeinflussungselement 1 wird im vorliegenden Aus
führungsbeispiel durch ein leicht verformbares Material mit
hohem spezifischem Gewicht wie beispielsweise Sand oder der
gleichen gebildet, der in eine oder mehrere Kammern 1a, 1b,
1c, 1d eines Behältnisses aus Stoff gefüllt ist.
Anstatt Sand kann natürlich auch eine Vielzahl von anderen
Materialien verwendet werden. Es besteht auch keine Ein
schränkung darauf, daß ein Stoffbehältnis verwendet wird. Das
Behältnis kann auch aus anderem Material bestehen oder - so
fern es die Konsistenz des Sand-Ersatzes zuläßt - entfallen.
Das Haltungsbeeinflussungselement 1 kann einteilig oder mehr
teilig ausgebildet sein. Für den Fall, daß es mehrteilig aus
gebildet ist, kann vorgesehen werden, daß die mehreren Teile,
die im übrigen auch verschieden groß und dick sein können, in
beliebiger oder genau festgelegter Reihenfolge lösbar anein
ander befestigbar sind. Dies kann beispielsweise durch Anein
anderhängen der Teile unter Verwendung von Knöpfen, Druck
knöpfen, Klettverschlüssen, Haken und dergleichen geschehen.
Eine derartige Gestaltung des Haltungsbeeinflussungselementes
erlaubt es, das Gewicht und die Größe des Haltungsbeein
flussungselementes optimal an die jeweiligen Gegebenheiten
und die individuellen Wünsche anpassen zu können.
Das Haltungsbeeinflussungselement 1 gemäß dem vorliegenden
Ausführungsbeispiel hat zugleich Gewichts- und Stützfunktion.
Die Gewichtsfunktion resultiert aus der Füllung des Haltungs
beeinflussungselementes 1 mit einem Material, das ein hohes
spezifisches Gewicht aufweist. Die Gewichtsfunktion des Hal
tungsbeeinflussungselementes 1 ist, wie später noch genauer
beschrieben werden wird, insbesondere dann von Bedeutung,
wenn die erfindungsgemäße Vorrichtung beim Stehen oder beim
Sitzen in einer keine Rückenlehne aufweisenden Sitzgelegen
heit verwendet wird.
Die Stützfunktion des Haltungsbeeinflussungselementes 1
resultiert aus zwei voneinander unabhängigen Maßnahmen, die
einerseits aus einem Vorsehen einer bestimmten Größe und
Form, und andererseits aus einem Vorsehen einer bestimmten
Verformbarkeit und Steifigkeit bestehen.
Genauer gesagt sind, um dem Haltungsbeeinflussungselementes 1
eine Stützfunktion zu verleihen, die Größe und die Form des
Haltungsbeeinflussungselementes 1 derart festgelegt, daß die
ses grundsätzlich als ein Stützelement zum Einbringen der
Wirbelsäule in eine anatomisch günstige Stellung verwendbar
ist. D.h., das Haltungsbeeinflussungselement 1 ist beispiels
weise in etwa der Größe und der Form des Lendenwirbelbereichs
in dessen vorzugsweise einzunehmender Stellung angepaßt.
Ferner ist Haltungsbeeinflussungselement 1 zur Erzielung
einer Stützfunktion in gewissem Umfang verformbar und gege
benenfalls zusätzlich elastisch ausgebildet, wobei jedoch
auch eine gewisse Mindeststeifigkeit vorzusehen ist, um
einerseits nicht beliebig (insbesondere anatomisch ungünstig)
verformbar zu sein, und um andererseits bei Einnahme einer
anatomisch günstigen Form mehr oder weniger eng und groß
flächig am zu stützenden Rückenbereich anliegen bzw. diesen
stützen zu können.
Die Verformbarkeit, die Elastizität und die Steifigkeit kann
unter anderem durch entsprechende Auswahl der Materialien zur
Bereitstellung des Gewichtes und des Behältnisses, im welchem
dieses Material untergebracht ist, bestimmt werden. Diese
Eigenschaften lassen sich ferner durch die Größe und den
Füllungsgrad der Kammern 1a, 1b, 1c, 1d des Haltungsbeein
flussungselementes 1 beeinflussen. Bildet man beispielsweise
die mittleren Kammern, d. h. die Kammern 1b und 1c gemäß der
Darstellung in der Figur wie dort gezeigt breiter aus und be
füllt sie auch entsprechend mehr, so weist das Haltungsbeein
flussungselement an dieser Stelle, also in dessen Zentrum
eine größere Dicke als am Rand auf und nähert sich mithin der
Form eines "normalen" Kissens an. Es besteht jedoch ganz
offensichtlich keine Einschränkung darauf, den zentralen
Abschnitt des Haltungsbeeinflussungselementes dicker als die
Randabschnitte zu gestalten; das Dickenprofil hat sich viel
mehr an der gewünschten Wirkung zu orientieren und ist keinen
Beschränkungen unterworfen.
Die Stützfunktion des Haltungsbeeinflussungselementes 1 ist,
wie später noch genauer beschrieben werden wird, insbesondere
dann von Bedeutung, wenn die erfindungsgemäße Vorrichtung
beim Liegen oder beim Sitzen in einer eine Rückenlehne auf
weisenden Sitzgelegenheit verwendet wird.
Vom Haltungsbeeinflussungselement 1 gehen wie in der Figur
gezeigt die zwei trägerartigen Elemente 2a, 2b ab. Die trä
gerartigen Elemente weisen eine langgestreckte Form auf und
sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel aus Stoff herge
stellt, um beliebig bewegbar und führbar zu sein. Es besteht
jedoch keine Einschränkung auf die Verwendung von Stoff; es
können vielmehr beliebige andere (ähnlich flexible) Materia
lien zum Einsatz kommen.
Die trägerartigen Elemente 2a, 2b sind mit jeweils einem Ende
mit dem Haltungsbeeinflussungselement 1 verbunden und verlau
fen von der Verbindungsstelle im wesentlichen parallel neben
einander liegend in die selbe Richtung. An ihrem jeweils
freien, d. h. nicht mit dem Haltungsbeeinflussungselement 1
verbundenen Ende weisen die Träger Verbindungselemente 3a, 3b
beispielsweise in Form von Klettverschlüssen, Druckknöpfen
und dergleichen auf, mittels welcher sie miteinander verbind
bar sind.
Im bestimmungsgemäß angelegten Zustand befindet sich das Hal
tungsbeeinflussungselement 1 im Rückenbereich, vorzugsweise
im Lendenbereich des Benutzers.
Die trägerartige Elemente 2a, 2b, deren Aufgabe es ist, das
Haltungsbeeinflussungselement 1 in dieser Position zu halten,
verlaufen im bestimmungsgemäß angelegten Zustand ausgehend
vom Haltungsbeeinflussungselement 1 nach oben zur rechten
bzw. linken Schulter, umlaufen diese im wesentlichen voll
ständig und werden von den jeweiligen (linken und rechten)
Achselbereichen kommend quer über den Rücken aufeinander zu
geführt und schließlich mittels der Verbindungselemente 3a,
3b miteinander verbunden.
Durch das Verbinden der freien Enden der trägerartigen Ele
mente 2a, 2b auf dem Rücken kommen diese dauerhaft über den
näher am Haltungsbeeinflussungselement 1 befindlichen, vom
Haltungsbeeinflussungselement 1 nach oben zu den Schultern
verlaufenden Abschnitten der trägerartigen Elemente oder dem
Haltungsbeeinflussungselement 1 selbst zu liegen und sorgen
auf diese Weise dafür, daß die letztgenannten (unten verlau
fenden) Abschnitte der trägerartigen Elemente und mithin auch
das Haltungsbeeinflussungselement 1 bzw. das Haltungsbeein
flussungselement 1 selbst durch die erstgenannten (oben ver
laufenden) Abschnitte der trägerartigen Elemente gegen den
Rücken gedrückt und dadurch in ihrer bestimmungsgemäßen Posi
tion gehalten werden.
Die wie beschrieben angelegte erfindungsgemäße Vorrichtung
ist im Liegen, im Sitzen und im Stehen gleichermaßen wir
kungsvoll einsetzbar.
Im Liegen (auf dem Rücken) liegt der Benutzer auf dem Hal
tungsbeeinflussungselement 1, das, wie vorstehend bereits an
gedeutet wurde, zu diesem Zweck vorzugsweise derart ausgebil
det ist, daß es eine Stützfunktion ausüben kann. Eine gegebe
nenfalls vorhandene Gewichtsfunktion des Haltungsbeeinflus
sungselementes 1 ist hier von untergeordneter Bedeutung; de
ren Vorsehen ist zwar nicht schädlich, aber auch nicht unbe
dingt erforderlich.
Im Sitzen in einer Sitzgelegenheit mit Rückenlehne lehnt sich
der Benutzer gegen das Haltungsbeeinflussungselement 1, wobei
wiederum - wie beim Liegen - dessen Stützfunktion entschei
dend ist.
In beiden Fällen, d. h. sowohl beim Liegen als auch beim Sit
zen in einer Sitzgelegenheit mit Rückenlehne sorgt das Ge
wicht des Oberkörpers des Benutzers dafür, daß sich der Ober
körper und damit auch die Wirbelsäule der Form des als Stütz
kissen wirkenden Haltungsbeeinflussungselementes 1 anpaßt, um
- bei entsprechender Positionierung und Ausbildung desselben
- eine anatomisch günstige Stellung bzw. einen anatomisch
günstigen Verlauf einzunehmen.
Im Stehen oder im Sitzen in einer Sitzgelegenheit ohne
Rückenlehne sorgt hingegen die Gewichtsfunktion des Hal
tungsbeeinflussungselementes 1 dafür, daß der Oberkörper bzw.
die Wirbelsäule eine anatomisch günstige Stellung bzw. einen
anatomisch günstigen Verlauf einnehmen. Hier ist eine gegebe
nenfalls vorhandene Stützfunktion des Haltungsbeeinflussungs
elementes 1 von untergeordneter Bedeutung.
Das Gewicht des Haltungsbeeinflussungselementes bewirkt zwei
erlei:
Einerseits wirkt auf den Schulterbereich des Oberkörpers eine diesen nach hinten ziehende Rotationskraft, wobei die (nicht zwangsläufig ortsfeste) Rotationsachse durch die quer über den Rücken verlaufenden und dort miteinander verbundenen Endabschnitte der trägerartigen Elemente gebildet wird.
Einerseits wirkt auf den Schulterbereich des Oberkörpers eine diesen nach hinten ziehende Rotationskraft, wobei die (nicht zwangsläufig ortsfeste) Rotationsachse durch die quer über den Rücken verlaufenden und dort miteinander verbundenen Endabschnitte der trägerartigen Elemente gebildet wird.
Andererseits weist das aus dem Oberkörper und dem Haltungs
beeinflussungselement bestehende System einen Schwerpunkt
auf, dessen Lage sich vom Schwerpunkt des Oberkörpers alleine
unterscheidet. D.h., durch Anlegen der erfindungsgemäßen Vor
richtung ergibt sich eine Schwerpunktverschiebung, die durch
eine veränderte Körperhaltung bzw. Ausgleichsbewegung ausge
glichen werden muß, wenn der Körper, insbesondere der Ober
körper wie üblich im Gleichgewicht gehalten werden soll. Ein
solche Ausgleichsbewegung kann beispielsweise darin bestehen,
daß der Beckenbereich des Benutzers nach vorne geschoben
wird.
Die Veränderung von Schulter- und Beckenstellung hat den po
sitiven Effekt, daß damit einhergehend auch die Stellung des
Oberkörpers bzw. der Wirbelsäule zur anatomisch zu bevorzu
genden Lage verändert wird.
Der Umfang der Wirkung hängt dabei unter anderem vom Gewicht
des Haltungsbeeinflussungselementes 1 ab. Dieses darf einer
seits nicht zu leicht sein, da es sonst im Extremfall keine
oder kaum eine Wirkung entfalten würde, und es darf anderer
seits auch nicht so schwer sein, daß dessen Verwendung zu
einer Belastung für den Benutzer wird. Zur Verwendung bei
einem Erwachsenen wird derzeit ein Gewicht von ungefähr 0,5
bis 2 kg bevorzugt, wobei jedoch in Abhängigkeit von der Sta
tur und vom Eigengewicht des Benutzers auch Abweichungen nach
unten oder oben möglich sind.
Bei sämtlichen beschriebenen Anwendungsfällen, d. h. sowohl
beim Liegen, beim Sitzen als auch beim Stehen stellt sich die
erläuterte Oberkörperhaltungs- bzw. Wirbelsäulenstellungskor
rektur jeweils automatisch, d. h. ohne bewußtes Zutun des Be
nutzers ein. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann daher Hal
tungsfehlern, insbesondere Stellungsfehlern der Wirbelsäule
mit sämtlichen daraus resultierenden negativen Begleit
erscheinungen wie beispielsweise vorzeitige Bandscheiben
abnutzungen und Verspannungen der Rückenmuskulatur entgegen
wirken.
Positiv wirkt sich dabei auch die geringe Größe der erfin
dungsgemäßen Vorrichtung aus, denn diese ermöglicht bei Be
darf sogar ein dauerndes (relativ unauffälliges) Tragen der
Vorrichtung unter der Kleidung.
In einem abgewandelten Ausführungsbeispiel der erfindungsge
mäßen Vorrichtung kann das Haltungsbeeinflussungselement so
gar in Kleidungsstücke integriert werden. Genauer gesagt kann
das Haltungsbeeinflussungselement 1 in den Rückenabschnitt
eines Oberkörper-Bekleidungsstückes (Unterhemd, Oberhemd,
Büstenhalter, Bluse, Pullover, Jacke etc.) integriert oder
dort befestigt sein. In diesem Fall würde das Kleidungsstück
als Trägervorrichtung dienen.
Im beschriebenen Ausführungsbeispiel wurde davon ausgegangen,
daß das Haltungsbeeinflussungselement 1 Gewichts- und Stütz
funktion aufweist. Statt dessen kann jedoch auch vorgesehen
werden, ein Haltungsbeeinflussungselement 1 zu verwenden, das
entweder nur eine Gewichtsfunktion oder nur eine Stützfunk
tion aufweist. Um in einem solchen Fall bei Bedarf einen
Wechsel des Haltungsbeeinflussungselementes zu ermöglichen,
kann vorgesehen werden, die Verbindung derselben mit der Trä
gervorrichtung als lösbare Verbindung zu gestalten.
Ferner besteht auch keine Einschränkung darauf, daß die trä
gerartigen Elemente freie Endabschnitte aufweisen, die lösbar
miteinander verbindbar sind. Mögliche Alternativen hierzu be
stehen darin, daß die trägerartigen Elemente und/oder des
Haltungsbeeinflussungselement derart ausgebildet sind, daß
- 1) ein beliebiger Abschnitt des einen trägerartigen Ele ments mit einem beliebigen Abschnitt des selben trä gerartigen Elements oder des anderen trägerartigen Ele ments verbindbar ist,
- 2) die Endabschnitte der Trägerelemente fest miteinander verbunden sind, und
- 3) die Trägerelemente mit dem Haltungsbeeinflussungselement (ein zweites Mal) unter Aufnahme desselben zwischen sich und dem Rücken verbindbar sind.
Bezugszeichenliste
1 Haltungsbeeinflussungselement
1a Kammer
1b Kammer
1c Kammer
1d Kammer
2a trägerartiges Element
2b trägerartiges Element
3a Verbindungselement
3b Verbindungselement
1a Kammer
1b Kammer
1c Kammer
1d Kammer
2a trägerartiges Element
2b trägerartiges Element
3a Verbindungselement
3b Verbindungselement
Claims (11)
1. Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des
menschlichen Oberkörpers, insbesondere der Stellung der Wir
belsäule,
gekennzeichnet durch
ein Gewichts- und/oder Stützfunktion aufweisendes Haltungs
beeinflussungselement (1), und eine mit dem Haltungsbeein
flussungselement verbundene Trägervorrichtung (2a, 2b), wel
che derart ausgebildet ist, daß sie bei Anordnung des Hal
tungsbeeinflussungselementes im Rückenbereich eines Benutzers
in der Lage ist, dieses dort zu halten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägervorrichtung (2a, 2b) derart ausgebildet ist,
daß das Haltungsbeeinflussungselement (1) im wesentlichen von
den Schultern getragen wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägervorrichtung (2a, 2b) derart ausgebildet ist,
daß sie im bestimmungsgemäß angelegten Zustand die Schultern
im wesentlichen vollständig umschließt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägervorrichtung (2a, 2b) durch zwei langgestreckte
trägerartige Elemente gebildet wird, deren jeweils eines Ende
mit dem Haltungsbeeinflussungselement (1) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die trägerartigen Elemente (2a, 2b) an ihrem dem einen
Ende gegenüberliegenden anderen Ende Verbindungsvorrichtungen (3a, 3b)
aufweisen, durch welche sie miteinander verbindbar
sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die trägerartigen Elemente (2a, 2b) an ihrem dem einen
Ende gegenüberliegenden anderen Ende unlösbar miteinander
verbunden sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die trägerartigen Elemente (2a, 2b) im angelegten Zustand
ausgehend vom Haltungsbeeinflussungselement (1) nach oben zu
den Schultern, um diese herum und derart quer über den Rücken
verlaufen, daß sie das Haltungsbeeinflussungselement und/oder
näher am Haltungsbeeinflussungselement liegende Abschnitte
der trägerartigen Elemente zwischen sich und dem Rücken ein
klemmen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Trägervorrichtung (2a, 2b) durch ein Oberkörper-Be
kleidungsstück gebildet wird, und daß das Haltungsbeein
flussungselement (1) im Rückenbereich des Bekleidungsstückes
befestigt ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
daß das Haltungsbeeinflussungselement (1) und/oder die Trä
gervorrichtung (2a, 2b) derart ausgebildet sind, daß das Hal
tungsbeeinflussungselement im bestimmungsgemäß angelegten Zu
stand automatisch im Lendenwirbelbereich angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
daß das Haltungsbeeinflussungselement (1) im wesentlichen
kissenartig ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet,
daß das Haltungsbeeinflussungselement (1) mehrteilig ausge
bildet ist, wobei die einzelnen Bestandteile individuell zu
einem einheitlichen Ganzen lösbar zusammenfügbar sind.
Priority Applications (3)
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|---|---|---|---|
| DE1996107233 DE19607233A1 (de) | 1996-02-27 | 1996-02-27 | Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen Oberkörpers |
| AU25659/97A AU2565997A (en) | 1996-02-27 | 1997-02-19 | Device for exercising a calculated effect on the posture of the human upper body |
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Applications Claiming Priority (1)
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| DE1996107233 DE19607233A1 (de) | 1996-02-27 | 1996-02-27 | Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen Oberkörpers |
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|---|---|
| DE19607233A1 true DE19607233A1 (de) | 1997-08-28 |
Family
ID=7786503
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996107233 Withdrawn DE19607233A1 (de) | 1996-02-27 | 1996-02-27 | Vorrichtung zur gezielten Beeinflussung der Haltung des menschlichen Oberkörpers |
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|---|---|
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| DE (1) | DE19607233A1 (de) |
| WO (1) | WO1997031594A1 (de) |
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