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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
auf einem Leichtmetall oder einer Leichtmetallegierung basierenden
Verbundwerkstoffs oder -erzeugnisses, insbesondere ein auf einer
Aluminium- oder Magnesiummatrix basierendes, mehrteiliges Erzeugnis,
das bei notwendigen Bereichen durch einen Verstärkervorformling teilweise verstärkt bzw.
versteift ist.
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Viele
Teile für
Kraftfahrzeuge, wie die Kante eines Kolbenbodenringteils, ein Bremsscheibenrotorteil und
ein Wulst- bzw. Kolbenhebeteil benötigen eine Verschleißfestigkeit
bzw. Abriebbeständigkeit
bei der Gleitzone und sind somit aus einem Aluminium-Verbundwerkstoff
hergestellt, in welchem ein Matrixmetall mit einem Verstärkermaterial,
das eine Verschleißfestigkeit
aufweist, kombiniert ist.
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Als
Verfahren zur Herstellung des Aluminium-Verbundwerkstoffs ist das
sogenannte Schmelz-Rühr-Verfahren
bekannt, worin eine Schmelze aus Aluminium mit 5 bis 30 Gew.-% des
Verstärkerpulvers
bzw. -materials wie SiC vermischt wird, während es gerührt wird,
und danach zu einem Erzeugnis oder Element in Form gegossen wird.
Deshalb wird über
die gesamten Teile des resultierenden Erzeugnisses, über die
notwendigerweise zu verstärkende
Gleitzone hinaus, das Verstärkermaterial
verteilt, und zusätzlich
weisen ein Trichter und ein Speiser, die für das Gießen verwendet werden, das Verstärkermaterial
auf, so daß sich
die Gesamtmenge des zu verwendenden Verstärkermaterials erhöht, und
somit auch die Kosten höher
werden.
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Daher
ist für
die Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung eines teilweise verstärkten Verbunderzeugnisses
nachgesucht worden, um die Herstellungskosten zu verringern, und
es wurde ein sogenanntes Hochdruck-Gießverfahren, wie in der japanischen
Patentanmeldung
JP
03 151158 A beschrieben, vorgeschlagen, worin ein Gemisch
aus SiC-Whisker bzw. -Whiskerkristalle (kurze Faserkristalle mit
einem Durchmesser in der Größenordnung
von Mikrometer) und Metallpulver auf Aluminiumbasis zu einem Verbundvorformling
mit einer bestimmten Form gesintert wird, der weiter auf der Oberfläche mit
einer dünnen
Schicht eines Materials auf Edelmetallbasis versehen wird. Der Verbundvorformling
wird bei einer bestimmten Position in einer Gußform angeordnet, in welche
eine Schmelze aus Metall auf Aluminiumbasis unter einem hohen Druck
gegossen wird. Dadurch wird das resultierende Erzeugnis aufgrund
der mit der Schmelze ummantelten Verbundmatrix teilweise verstärkt.
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Da
jedoch so große
Mengen an SiC-Whisker als Verstärkermaterial
aufgrund der Fasern noch verwendet werden müssen, werden hohe Herstellungskosten
verursacht, und dies führt
auch zu starken Beschädigungen
an anderen beteiligten Teilen. Ferner ist es schwierig, SiC-Whisker
hinsichtlich des Mischungsverhältnisses
zwischen der Aluminiummatrix und dem Verstärker (SiC) einzustellen. Dies
hat somit eine hohe Raumerfüllung
(Vf) von SiC-Whisker in der Verbundmatrix zur Folge, auch wenn ein
Verbundwerkstoff mit einer niedrigen Raumerfüllung für den praktischen Gebrauch
benötigt
wird.
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Somit
liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
zur Herstellung eines Verbundwerkstoffs auf Leichtmetallbasis bereitzustellen,
der insbesondere eine niedrige Raumerfüllung des Verstärkermaterials
aufweist.
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Diese
Aufgabe wird durch Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung
eines auf einem Leichtmetall oder auf einer Leichtmetallegierung
basierenden Verbunderzeugnisses bereitgestellt, umfassend die Schritte:
- (a) Herstellen einer wässrigen Aufschlämmung, die
Wasser, Verstärkerpulver
und ein Bindemittel umfaßt;
- (b) Herstellen eines Vorformlings, der hauptsächlich aus
den Verstärkerpulvern
und dem Bindemittel der Aufschlämmung
zusammengesetzt ist;
- (c) Sintern des Vorformlings; und
- (d) Imprägnieren
des gesinterten Vorformlings in einem Guß mit einer Schmelze aus Aluminium
oder einer Leichtmetallegierung zum Erhalt eines auf Aluminium oder
auf einer Leichtmetallegierung basierenden Verbunderzeugnisses,
wobei
das Bindemittel 0,5 bis 5 Gew.-% Aluminiumoxydsol, bezogen auf das
Gewicht des Verstärkermaterials, ist.
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Das
so hergestellte Verbunderzeugnis bzw. Schichtkörpererzeugnis bzw. der so hergestellte
Verbundwerkstoff führt
zu einem teilweise verstärkten
Verbunderzeugnis auf Leichtmetallbasis mit einer optimalen Raumerfüllung des
Verstärkermaterials,
insbesondere mit einer niedrigen Raumerfüllung, was tatsächlich benötigt wird.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
kann für
ein Matrixmetall, das aus Aluminium, Aluminiumlegierungen und Magnesiumlegierungen
wie AZ91D ausgewählt
ist, angewendet werden.
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Die
wässrige
Aufschlämmung
kann aus Wasser, den Verstärkerpulvern
und dem Bindemittel hergestellt werden. Das Verstärkerpulver
bzw. -material wird zur Verstärkung
bzw. Aussteifung des Matrixmetalls in bezug auf Verschleißfestigkeit
oder Korrosionsbeständigkeit
und auch in bezug auf die Verbesserung der mechanischen Festigkeit
verwendet, wobei das Verstärkerpulver
aus (1) Keramikpulvern und (2) Metallpulvern zur Herstellung einer
intermetallischen Verbindung bzw. Intermetallverbindung mit dem
Leichtmetall oder der Leichtmetallegierung (Matrixmetall) ausgewählt ist.
Das Keramikpulver kann aus SiC, SiN, TiO2 und
Al2O3 ausgewählt sein.
Andererseits kann das Metallpulver aus Ni, Cu, Fe und Ti ausgewählt sein.
Im Fall von SiC liegt die durchschnittliche Größe (der Teilchen) des SiC-Pulvers
vorzugsweise zwischen 10 bis 20 μm,
und ist insbesondere etwa 15 μm,
da weniger als 10 μm
die Verschleißfestigkeit
des resultierenden Verbunderzeugnisses erniedrigt, wohingegen mehr
als 20 μm
dessen Verarbeitbarkeit verschlechtert. Im Fall von Ni liegt die durchschnittliche
Größe (der
Teilchen) des Ni-Pulvers vorzugsweise zwischen 20 und 40 μm, und ist
insbesondere 30 μm,
da weniger als 20 μm
die Verschleißfestigkeit
des Verbunderzeugnisses nicht verbessert, wohingegen mehr als 40 μm dessen
Verarbeitbarkeit verschlechtert.
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Das
Bindemittel wird zum Binden des Verstärkerpulvers im Vorformling
verwendet, und hinsichtlich der Bindungsstärke zwischen den Verstärkerpulvern
wird Aluminiumoxydsol verwendet. Das Aluminiumoxydsol ist ein Aluminiumhydrat-Böhmit, das
Kolloide von etwa 5 bis 200 μm
aufweist und einen Stabilisator wie Cl–, CH3OOO–, NO3 – etc.,
enthält.
Aluminiumoxydsol-100-, -200-und-520-Typen sind erhältlich.
Das Mischungsverhältnis
zwischen den Verstärkerpulvern
und dem Bindemittel sollte unter Berücksichtigung der Formaufrechterhaltung
bzw. -beibehaltung des Vorformlings bestimmt werden. Wenn keine
Aluminium- oder Aluminiumlegierungspulver zur Aufschlämmung zugegeben
werden, werden 0,5 bis 5 Gew.-% Aluminiumoxydsol, bezogen auf das
Gewicht des Verstärkermaterials,
zugegeben. Andererseits, wenn Aluminium oder Aluminiumlegierungspulver
zur Aufschlämmung
zugegeben werden, sollten 0,5 bis 3 Gew.-% Aluminiumoxydsol, bezogen
auf das Gesamtgewicht des Verstärkermaterials
und der Aluminium- oder Aluminiumlegierungspulver, zugegeben werden.
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Die
Aufschlämmung
kann ferner ein flüchtiges
Material zum Erzeugen von Leerräumen,
die mit dem Matrixmetall im Vorformling aufgrund der Verdampfung
während
des Sinterschritts aufgefüllt
werden, umfassen. Das flüchtige
Material kann aus Graphit oder einem organischen Material wie Phenolharzen
ausgewählt sein.
Das flüchtige
Material hat eine durchschnittliche Größe von 35 bis 55 μm und der
Gehalt kann im Bereich von 0 bis 35 Vol.-%, bezogen auf das Volumen
des Vorformlings, liegen. Die resultierende Raumerfüllung des Vorformlings
liegt vorzugsweise im Bereich von 5 bis 30%. Wenn der Vorformling
eine Raumerfüllung
von 20% aufweist, wird die Aufschlämmung vorzugsweise durch Mischen
von 20 Vol.-% Verstärkermaterial
und 20 Vol.-% flüchtigem
Material hergestellt. Ferner, wenn Aluminium, eine Aluminiumlegierung
oder eine Magnesium-legierung eine Matrix des Verbunderzeugnisses
ist, kann die Aufschlämmung
weiter Aluminiumpulver und/oder Al- oder Mg- Metallegierungspulver
umfassen. Bei Mg-Legierungspulvern sollten Mg-Teilchen mit mehr
als 200 μm
verwendet werden. Deshalb kann die bevorzugte Aufschlämmung Wasser,
die Verstärkerpulver,
das Bindemittel, Aluminiumpulver und/oder Leichtmetallegierungspulver
und das flüchtige
Material zur Erzeugung von Leerstellen, wie Graphit, umfassen.
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Da
die Aufschlämmung
viel Wasser enthält,
ist es bei der Herstellung des Vorformlings bevorzugt, daß der Schritt
(b) zur Herstellung des Vorformlings durch (1) Dehydratisieren der
Aufschlämmung
in einem Vorformlingsguß zur
Herstellung eines Vorformlings, der hauptsächlich aus den Verstärkerpulvern
und dem Bindemittel zusammengesetzt ist, und durch (2) Komprimieren
bzw. Verpressen des dehydratisierten Vorformlings ausgeführt werden
kann.
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Während der
Vorformling bei einer Temperatur niedriger als der Schmelzpunkt
des Matrixmetalls gesintert werden kann, kann im Sinterschritt die
Sintertemperatur, die höher
als der Schmelzpunkt ist, abhängig von
der gewünschten
Festigkeit des Vorformlings ausgewählt werden. Da jedoch das Aluminiumoxydsol
bei einer Temperatur von höher
als 485 °C
zu γ-Al2O3 kristallisiert
werden kann, was ein Verhindern der Reaktion bzw. Umsetzung des
Aluminiumoxydsols mit Mg in der Matrix zur Folge hat, sollte das
Sintern bei einer Temperatur von höher als 500 °C ausgeführt werden.
Andernfalls reagiert das Aluminiumoxydsol mit Mg in der Matrix,
was eine unzureichende Extraktion bzw. Gewinnung von Mg2Si
während
der Wärmebehandlung
zur Verbesserung der mechanischen Festigkeit des Verbunderzeugnisses
zur Folge hat. Wenn Metallpulver wie Ni-Pulver zur Bildung der intermetallischen
Verbindung zur Herstellung der Aufschlämmung verwendet werden, kann
die Sintertemperatur höher
als 530 °C
sein, um zur Bildung der Metall-Intermetallischen Verbindung mit
dem Matrixmetall befähigt
zu sein. Wenn ein anderes Matrixmetall als das Verstärkermaterial zur
Herstellung der Aufschlämmungszusammensetzung
verwendet wird, kann die Sintertemperatur vorzugsweise höher als
dessen Schmelzpunkt (z.B. Legierungen auf Aluminiumbasis: etwa 570 °C, deren
Pulver: 530–540 °C) sein,
da die Sintertemperatur ein Schmelzen des Matrixmetalls verursacht,
was eine starke Verbindung der Verstärkerpulver in Netzwerkform
mit Hilfe von Aluminiumoxydsol erzeugt. Deshalb kann der Vorformling,
der insbesondere aus einer Legierung auf Aluminiumbasis zusammengesetzt
ist, bei einer Temperatur von höher als
580 °C gesintert
werden, und nicht höher
als bei 900 °C,
da bei einer solch hohen Temperatur die Formaufrechterhaltung des
Vorformlings nicht beibehalten werden könnte.
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In
der vorliegenden Erfindung wird das resultierende Verbunderzeugnis
vorzugsweise einer T6-Wärmebehandlung
unterworfen, da das Erzeugnis ausreichend Mg aufgrund der hinreichenden Überführung von Aluminiumoxydsol
zu γ-Aluminiumoxyd
während
des Sinterschritts enthält,
so daß die
T6-Wärmebehandlung das
Verbinden bzw. das Zusammenfügen
der Mg-Komponente mit der Si-Komponente zur Bildung von Mg2Si ermöglicht,
was die mechanische Festigkeit des resultierenden Verbunderzeugnisses
verbessert.
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Nachfolgend
wird die vorliegende Erfindung durch bevorzugte Ausführungsformen
und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen, in denen
gleiche Teile durch gleiche Bezugsziffern bezeichnet sind, näher erläutert.
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1 ist
ein Blockdiagramm, das die Schritte der Herstellung eines teilweise
verstärkten
Aluminiumlegierungsverbundwerkstoffs zeigt.
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2 ist
eine schematische Darstellung, die einen Schritt der Herstellung
der Aufschlämmung
zeigt.
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3 ist
eine schematische Darstellung, die einen Schritt der Filtration
der Aufschlämmung
zeigt.
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4 ist
eine schematische Darstellung, die einen Schritt der Kompression
des filtrierten Materials zeigt.
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5 ist
eine schematische Darstellung, die einen Trocknungs- und Sinterschritt
des komprimierten Materials zeigt.
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6 ist
eine schematische Darstellung, die einen Schritt des Verbundformens
des gesinterten Vorformlings mit einer Schmelze einer Leichtmetallmatrix
zeigt.
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7 ist
eine Schnittansicht des teilweise verstärkten Aluminiumlegierungsverbunderzeugnisses.
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8 ist
eine schematische Darstellung, die einen Bindungszustand zwischen
den Aluminiumlegierungsteilchen und den Verstärkungsteilchen darstellt, wenn
der Vorformling bei einer Temperatur höher als der Schmelzpunkt der
Aluminiumlegierungsteilchen gesintert wird.
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9 ist
eine schematische Darstellung, die einen Bindungszustand zwischen
den Aluminiumlegierungsteilchen und den Verstärkungsteilchen darstellt, wenn
der Vorformling bei einer Temperatur niedriger als der Schmelzpunkt
der Aluminiumlegierungsteilchen gesintert wird.
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10 ist
eine photographische Elektronenmikroskopieabbildung der Vorformlingsstruktur,
wenn der Vorformling bei einer Temperatur höher als der Schmelzpunkt der
Aluminumlegierungsteilchen gesintert wird.
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11 ist
eine photographische Elektronenmikroskopieabbildung der Vorformlingsstruktur,
wenn der Vorformling bei einer Temperatur niedriger als der Schmelzpunkt
der Aluminumlegierungsteilchen gesintert wird.
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12 ist
eine graphische Darstellung, die das Verhältnis zwischen den Sintertemperaturen
und dem Verbesserungseffekt hinsichtlich der Festigkeit des Vorformlings
zeigt.
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13 ist
eine graphische Darstellung, die das Verhältnis zwischen der Sintertemperatur
und der Wärmebehandlung
zeigt.
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14 ist
eine schematische Darstellung, die einen Bindungszustand zwischen
den Aluminiumlegierungsteilchen und den Ni-Teilchen im Vorformling
vor dem Sintern zeigt.
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15 ist
eine schematische Darstellung, die einen Bindungszustand zwischen
den Aluminiumlegierungsteilchen und den Ni-Teilchen im Vorformling
nach dem Sintern zeigt.
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16 ist
eine schematische Darstellung, die eine Struktur des nach einem
der erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Verbundwerkstoffs zeigt.
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17 ist
eine photographische Elektronenmikroskopieabbildung der Verbundwerkstoffstruktur,
die durch ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren hergestellt wird.
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18 ist
eine schematische Darstellung, die einen weiteren Schritt der Verbundformung
des gesinterten Vorformlings mit einer Schmelze einer Leichtmetallmatrix
zeigt.
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19 ist
eine Schnittansicht des teilweise verstärkten Aluminiumlegierungsverbunderzeugnisses, das
durch den Schritt von 18 hergestellt ist.
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20 ist
eine schematische Darstellung, die einen Bindungszustand zwischen
den Aluminumlegierungsteilchen, den SiC-Teilchen und den Graphit-Teilchen
im Vorformling vor dem Sintern zeigt.
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21 ist
eine schematische Darstellung, die einen Bindungszustand zwischen
den Aluminiumlegierungsteilchen und den SiC-Teilchen im Vorformling
nach dem Sintern zeigt.
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Gemäß den in 1 gezeigten
Schritten S1 (Herstellen der Aufschlämmung), S2 (Filtration), S3
(Kompression), S4 (Trocknung), S5 (Sintern), bis S6 (Verbundformung)
oder S7 (Wärmebehandlung
ist fakultativ) wurden viele Arten von Aluminiumverbunderzeugnissen
hergestellt.
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Die
Aufschlämmungen
zeigten folgende Zusammensetzungen: Probe
A
| SiC-Pulver
(durchschnittliche Größe von 15 μm) | 72
g |
| Al-Legierungspulver
(durchschnittliche Größe von 70 μm) (JIS AC4C-Legierung) | 77
g |
| Aluminiumoxydsol
(10 %) | 10
ml |
| Reinwasser
(Verunreinigungen in der Größenordnung
von ppm) | 1000
ml |
Probe
B
| Ni-Pulver
(durchschnittliche Größe von 30 μm) | 50
g |
| Al-Legierungspulver
(durchschnittliche Größe von 70 μm) (JIS AC4C-Legierung) | 80
g |
| Aluminiumoxydsol
(10 %) | 10
ml |
| Reinwasser
(Verunreinigungen in der Größenordnung
von ppm) | 1000
ml |
Probe
C
| SiC-Pulver
(durchschnittliche Größe von 15 μm) | 31
g |
| Al-Legierungspulver
(durchschnittliche Größe von 70 μm) (JIS AC8A-Legierung) | 70
g |
| Aluminiumoxydsol
(10 %) (Aluminasol-520, hergestellt von Nissan Chemical Ltd.) | 10
ml |
| Reinwasser
(Verunreinigungen in der Größenordnung
von ppm) | 1000
ml |
Probe
D
| SiC-Pulver
(durchschnittliche Größe von 15 μm) | 72
g |
| Al-Legierungspulver
(durchschnittliche Größe von 70 μm) (JIS AC4C-Legierung) | 35
g |
| Graphitpulver
(durchschnittliche Größe von 45 μm) | 35
g |
| Aluminiumoxydsol
(10 %) | 10
ml |
| Reinwasser
(Verunreinigungen in der Größenordnung
von ppm) | 1000
ml |
Probe
E
| SiC-Pulver
(durchschnittliche Größe von 15 μm) | 31
g |
| Al-Legierungspulver
(durchschnittliche Größe von 70 μm) (JIS AC8A-Legierung) | 36
g |
| Aluminiumoxydsol
(10 %) (Aluminasol-520, hergestellt von Nissan Chemical Ltd.) | 10
ml |
| Reinwasser
(Verunreinigungen in der Größenordnung
von ppm) | 1000
ml |
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Im
Mischschritt (S1) wurde jedes Gemisch der vorstehenden Zusammensetzungen
in einem in 2 gezeigten Gefäß 1 vorgelegt
und 5 Minuten durch ein Rührblatt 2 zum
Erhalt einer Aufschlämmung 3 gerührt.
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Im
folgenden Filtrationsschritt (S2) wurde die Aufschlämmung 3 durch
Absaugen von einer in 3 gezeigten Filtrationsvorrichtung 4 dehydratisiert,
die ein Gefäß 5 mit
einer in der Mitte angeordneten Schlitzplatte 8, welche
mit einer Vielzahl von Schlitzen 7 ausgestattet ist und
mit einem Papierfilter 9 bedeckt ist, und einen Saugauslaß 6 am
Boden umfaßt,
so daß das
Wasser der Aufschlämmung über den
Auslaß 6 abfließt und das
dehydratisierte Material, das aus den Aufschlämmungsbestandteilen zusammengesetzt
ist, auf dem Filter 9 zurückbleibt.
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Im
dritten Schritt (S3) wird die Vorrichtung 4 einschließlich des
dehydratisierten Materials 11 auf eine Grundfläche 10,
wie in 4 gezeigt, plaziert und das dehydratisierte Material 11 wird
einer Kompressions- bzw. Komprimierungsbildung durch einen Stempel 12 unterworfen.
Wenn das komprimierte Material 11 eine Länge von L = 100 mm, eine Breite
von B = 40 mm und eine Höhe
von H = 36 mm aufweist, wurde folgendes beobachtet:
Für Probe
A:
SiC etwa 16 Vol.-%, Aluminiumlegierung (JIS AC4C-Legierung)
etwa 19 Vol.-% und Leerräume
zum Ausgleich.
Für
Probe B:
Ni etwa 6 Vol.-%, Aluminiumlegierung (JIS AC4C-Legierung)
etwa 29 Vol.-% und Leerräume
zum Ausgleich.
Für
Probe C:
SiC etwa 12 Vol.-%, Aluminiumlegierung (JIS AC8A-Legierung)
etwa 30 Vol.-% und Leerräume
zum Ausgleich.
Für
Probe D:
SiC etwa 16 Vol.-%, Aluminiumlegierung (JIS AC4C-Legierung)
etwa 9 Vol.-% und Leerräume
zum Ausgleich.
Für
Probe E:
SiC etwa 18 Vol.-%, Aluminiumlegierung (JIS AC4C-Legierung)
etwa 24 Vol.-% und Leerräume
zum Ausgleich.
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Im
vierten Schritt (S4) wird das komprimierte Material 11 einem Trocknungsverfahren
in einem Temperaturbereich von 120 bis 150 °C für etwa 1 bis 4 Stunden unterworfen.
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Im
fünften
Schritt (S5) wird das getrocknete Material einem Sinterverfahren
bei den nachfolgenden Temperaturen zum Erhalt eines Vorformlings
unterworfen.
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Für Probe A:
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Das
Sintern wird bei etwa 500 °C
für etwa
zwei Stunden ausgeführt,
was die Bildung des in 9 gezeigten Vorformlings zur
Folge hat, worin SiC-Teilchen und Al-Teilchen hauptsächlich durch
die Bindekraft des Aluminiumoxydsols gebunden sind.
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Für Probe B:
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Das
Sintern wird bei etwa 530 °C
für zwei
Stunden ausgeführt,
was die Bildung des in 15 von 14 gezeigten
Vorformlings zur Folge hat, worin die Metallteilchen an die Al-Legierungsteilchen
gebunden sind, um eine intermetallische Verbindung zu bilden, die
eine viel höhere
Festigkeit als die der Matrix und der Metallteilchen zeigt.
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Für Probe C:
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Das
Sintern wird bei etwa 840 °C
für etwa
2 Stunden ausgeführt,
was die Bildung des in 8 gezeigten Vorformlings zur
Folge hat, worin SiC-Teilchen durch eine Schmelze einer Al-Legierung
gebunden sind, und die eine viel höhere Bindekraft als die Bindekraft
zwischen den SiC-Teilchen und den Al-Legierungsteilchen, die durch
das Aluminiumoxydsol hergestellt sind, zeigen.
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Für Probe D:
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Das
Sintern wird bei etwa 600 °C
für etwa
2 Stunden ausgeführt,
was die Bildung des in 21 gezeigten Vorformlings mit
vergrößerten Leerräumen aufgrund
des Verschwindens von Graphit, das mit Sauerstoff von 20 reagiert,
zur Folge hat.
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Für Probe E:
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Das
Sintern wird bei etwa 840 °C
und 520 °C
für etwa
2 Stunden ausgeführt,
was die Bildung des in 8 und 9 gezeigten
Vorformlings zur Folge hat. 10 ist
eine photographische Elektronenmikroskopieabbildung von etwa 500-facher Vergrößerung nach
dem Sintern bei 840 °C
für 2 Stunden
und 11 ist eine photographische Elektronenmikroskopieabbildung
von etwa 500-facher Vergrößerung nach
dem Sintern bei 520 °C
für 2 Stunden.
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Im
sechsten Schritt (S6) wird die Verbundformung in einer Hochdruckgießvorrichtung 14,
wie in 6 gezeigt, ausgeführt, in welcher der gesinterte
Vorformling 13 bei einer bestimmten Position angeordnet
wird, und der Vorformling 13 wird mit der Al-Legierungsschmelze 15 zur
Bildung eines Verbundwerkstoffs 21 verbunden, wobei die
Matrix 20 bei notwendigen Abschnitten bzw. Bereichen durch
den Vorformling 13, wie in 7 gezeigt,
verstärkt
wird.
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Die
Hochdruckgießvorrichtung 14 umfaßt ein Paar
Gießformen 16 und 17,
ein Heizgerät 18 und
einen Stempel 19, in welcher der Vorformling 13 auf
die Gießform 16 plaziert
wird. Das Paar Gießformen 16 und 17 und
der Vorformling 13 werden auf eine bestimmte Temperatur
(z.B. etwa 300 °C)
erwärmt
und danach wird der Vorformling mit der Aluminiumschmelze 15 unter
Druck durch den Stempel 19 imprägniert.
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18 zeigt
eine weitere Hochdruckgießvorrichtung 22,
die ein Paar Gießformen 24 und 25 umfaßt. In dieser
Vorrichtung wird ein Teilverbundaluminiumlegierungserzeugnis 23,
wie in 19 gezeigt, hergestellt, welches
den Vorformling 13 und die Aluminiumlegierungsmatrix 20 zum
Imprägnieren
des Vorformlings 13 mit einer Schmelze aus der Aluminiumlegierung 15 durch
Druck des Stempels 19 umfaßt.
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Für die Proben
A, B und D wird die Aluminiumschmelze der AC4C-Legierung verwendet,
wohingegen die Aluminiumschmelze der AC8A-Legierung für die Proben
C und E verwendet wird. 17 ist
eine photographische Mikroskopieabbildung (× 200) des Verbundwerkstoffes
(Probe A), worin graue Bereiche SiC-Teilchen und weiße Bereiche Al-Legierungsteilchen
anzeigen.
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Ferner
kann für
die Proben C und E der resultierende Verbundwerkstoff dem siebten
Schritt (S7) unterworfen werden, d.h. die sogenannte T6-Wärmebehandlung,
worin Schritte zum Halten bei 510 °C für etwa 4 Stunden, Abkühlen durch
Wasser, Halten bei 170 °C
und Abkühlen
durch Luft nacheinander durchgeführt werden.
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Bei
Durchführung
des Sinterschritts bei einer höheren
Temperatur als dem Schmelzpunkt des Matrixmetalls wurde in diesen
Fällen
das Aluminiumoxydsol ausreichend in γ-Aluminiumoxyd umgewandelt,
und eine ausreichenden Menge Mg blieb zurück, so daß die T6-Wärmebehandlung einen Verbundwerkstoff
mit Mg2Si erzeugt, was die mechanische Festigkeit
des Verbundwerkstoffes verbessern kann.
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Test 1
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Dieser
Test wurde zur Bestätigung
des Verhältnisses
zwischen der Sintertemperatur und des Verbesserungseffekts der Festigkeit
des Vorformlings unter Verwendung der Probe C durchgeführt. Diese
Probe C wurde zu einem Vorformling mit SiC von etwa 12 Vol.-%, einer
Aluminiumlegierung (JIS AC8A-Legierung) von etwa 30 Vol.-% und Leerräumen als
Ausgleich komprimiert bzw. verpreßt. Jeder der Formlinge wurde
entsprechend bei fünf
Temperaturen im Bereich von 520 °C
bis 840 °C
gesintert. Die Stärke
der Komprimierung der gesinterten Vorformlinge wurde gemessen und
die Ergebnisse sind in 12 gezeigt. Der von der Menge
des Aluminiumoxydsols abhängige
Effekt wurde auch untersucht.
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In 12 ist
ersichtlich, daß je
höher die
Sintertemperatur wird, um so mehr wird die Komprimierungsstärke verbessert.
Bei Verwendung von Aluminiumoxydsol in einer Menge von unterhalb
einer bestimmten Grenze wird die Komprimierungsstärke umso
mehr verbessert, je höher
die Menge des Aluminiumoxydsols wird. Dies bedeutet, daß der selbst
bei einer niedrigen Temperatur gesinterte Vorformling im wesentlichen
die gleiche Festigkeit aufweisen kann, wenn die Menge des Aluminiumoxydsls
erhöht
wird.
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Test 2
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Dieser
Test wurde zur Bestätigung
des Verhältnisses
zwischen der Sintertemperatur und dem Wärmebehandlungseffekt nach dem
Verbundgießen
unter Verwendung der Probe E durchgeführt. Diese Probe E wurde zu
einem Vorformling mit SiC von etwa 18 Vol.-%, einer Aluminiumlegierung
(JIS AC8A-Legierung) von etwa 24 Vol.-% und Leerräumen als
Ausgleich komprimiert bzw. verpreßt. Jeder der Vorformlinge
wurde entsprechend bei vielen Temperaturen im Bereich von 500 °C bis 840 °C gesintert.
Die Vickers-Härte
(Hv) der Verbundwerkstoffe (T6), die einer T6-Behandlung unterworfen
worden sind, und der Verbundwerkstoffe (T6), die keiner T6-Behandlung
unterworfen worden sind, wird jeweils gemessen und die Ergebnisse
sind in 13 gezeigt.
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In 13 ist
ersichtlich, daß ein
geringer Wärmebehandlungseffekt
beobachtet werden kann, wenn die Sintertemperatur niedriger als
der Schmelzpunkt der Aluminiumlegierungspulver ist, wohingegen ein
beträchtlicher
Wärmebehandlungseffekt
beobachtet werden kann, wenn die Sintertemperatur höher als
der Schmelzpunkt ist, wobei die Härte des Verbundwerkstoffes
stark verbessert wird.