DE19605701C2 - Fließ-, streich- oder, spachtelfähige Kalkmassen sowie Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung - Google Patents
Fließ-, streich- oder, spachtelfähige Kalkmassen sowie Verfahren zu deren Herstellung und deren VerwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft fließ-, streich- und spachtelfä
higen Kalkmassen für die Injektion in Hohlräume sowie
für die Beschichtung von Bauwerken und Skulpturen sowie
Verfahren zur Herstellung dieser Kalkmassen, bei dem
man eine Suspension von gelöschtem Kalk einer mechani
schen Dispergierung unterwirft.
Es gibt verschiedene Methoden des Löschens von Kalk:
Seit Jahrhunderten übergießt man in Gruben gelagerten gebrannten Kalk, meist in Form von Brocken, mit Wasser und läßt ihn wochen- und monatelang mit Wasserüberschuß reifen, bis sich ein klumpenfreier wäßriger Brei gebil det hat, bevor man ihn mit Zuschlagstoffen vermischt. Eine andere Methode besteht in der "trockenen" Löschung von fein gemahlenem gebrannten Kalk mit Dampf oder we nig Wasser, was weniger aufwendig an Zeit und Lagerraum ist, jedoch die Gefahr der unvollständigen Löschung in sich birgt.
Seit Jahrhunderten übergießt man in Gruben gelagerten gebrannten Kalk, meist in Form von Brocken, mit Wasser und läßt ihn wochen- und monatelang mit Wasserüberschuß reifen, bis sich ein klumpenfreier wäßriger Brei gebil det hat, bevor man ihn mit Zuschlagstoffen vermischt. Eine andere Methode besteht in der "trockenen" Löschung von fein gemahlenem gebrannten Kalk mit Dampf oder we nig Wasser, was weniger aufwendig an Zeit und Lagerraum ist, jedoch die Gefahr der unvollständigen Löschung in sich birgt.
Eine Suspension von gelöschtem Kalk einer mechanischen
Dispergierung zu unterwerfen ist aus der AT 214 340
(Svatos) bekannt geworden. Dieses Verfahren wird heute
in der gesamten Mörtelindustrie zur Herstellung von
feuchten Mauer- und Putzmörteln angewandt. Dieses Ver
fahren vermeidet das zuvor notwendige Ablagern des
Kalkhydrats zum Reifen in Sumpfgruben und ermöglicht
und erfordert die sofortige Mischung des aktivierten
wässrigen Kalkhydratbreies mit dem Zuschlagstoff Sand
sowie die sofortige Verarbeitung des in dieser Weise
hergestellten Mörtels zum Mauern und Putzen. Der lang
dauernde Sumpfvorgang des Kalkhydrates konnte in dieser
Weise ebenso wie die Verarbeitung von trockenem Kalkhy
dratpulver umgangen werden. Die bei diesem Verfahren in
die Kalkmasse eingetragene Scherenergie führte zu einem
Zerreiben der Kalkknollen, nicht zu einer wesentlichen
Vergrößerung der spezifischen Oberfläche des Kalk
schlamms. Fließmittel kamen hier nicht zum Einsatz, sie
hätten den Vorgang des Zerreibens der Kalkknollen auch
nur behindert.
Fließ-, streich- und spachtelfähige Kalkmassen finden
seit Jahrhunderten im Hausbau ebenso wie bei der Her
stellung und Beschichtung von Skulpturen Verwendung.
Durch Zusätze von Zuschlagstoffen ebenso wie von Här
tungsmitteln hat man die Kalkmassen dem Verwendungs
zweck angepaßt. Als Zuschlagstoffe verwendet man seit
je und ehedem Sand und ähnliche Stoffe, Härtungsmittel
reichen von Quark bis zu modernen Kunststoffen. Aller
dings hat die Verwendung von Kalkmassen mit zunehmender
Verwendung von Zement nach dessen Entdeckung immer mehr
in der Bauwirtschaft abgenommen. Eine ähnliche Entwick
lung war auch bei der Restaurierung alter Bauwerke und
Skulpturen zu verzeichnen. Die uralte Verwendung von
Kalkmassen in der Anstrichtechnik ist zuerst durch An
strichmittel auf der Basis von pflanzlichen und mineralischen
Ölen, später durch die Entwicklung von Kunst
stoffen als Grundstoffen für Anstrichmittel nahezu völ
lig verdrängt worden. Auch ist die Verwendung von Kalk
massen als Füllmassen durch modernere Massen auf Ze
ment- und/oder Kunststoffbasis ersetzt worden. Dadurch
konnte insbesondere der in Schwindungserscheinungen und
Rißbildungen bestehende Nachteil der Kalkmassen elimi
niert werden, aber auch die sehr langen Abbindezeiten
des Kalkes, in denen Feuchtigkeit aus dem mit Kalk er
stellten Werk austritt. Dabei haben Kalkmassen durch
aus auch ihre nicht ohne weiteres ersetzbaren Vorteile,
die in der Geschmeidigkeit, Weichheit und einer gewis
sen Plastizität dieses anorganischen Stoffes liegen.
Doch haben die modernen Massen ebenfalls ihre Nachtei
le: Auf Zementbasis hergestellte Massen eignen sich als
Anstrichmittel nicht oder nur in sehr beschränktem
Maße. Durch ihre sehr große Härte eignen sich Zement
massen für eine Reihe von Anwendungsfällen nicht oder
sind Kalkmassen unterlegen. Auch bei Zementmassen kön
nen Schwindungsrisse entstehen, die sich im Außenbe
reich mit Wasser füllen und dann bei Frosteinwirkung
die Oberfläche des Werkes sprengen. Zementmassen können
auch weitgehend wasserundurchlässig sein und dort, wo
Wasseraustritt bei einem Werk notwendig ist, diesen
verhindern und damit Schaden am Werk anrichten.
Die sehr große Vielfalt von Kunststoffmassen, von denen
jede besondere Eigenschaften hat, macht die Auswahl der
geigneten Kunststoffmasse schwierig. Eine für den Anwendungszweck
erforderliche kapillare Wassertransport-
oder Wasserdampfdurchlässigkeit läßt sich bei Kunst
stoffmassen oft nicht erreichen. Die Verwendung von
Kunststoffmassen ist darüber hinaus auch mit Umweltge
fährdungen verbunden.
In der Technik der Restaurierung alter Bauwerke, insbe
sondere aber alter Skulpturen und auch alter Bildwerke,
ist die Verwendung von Massen auf Zement- und Kunst
stoffbasis besonders problematisch, denn das sind Werk
stoffe, die beim zu restaurierenden Werk nicht verwandt
wurden, weil sie bei der Schaffung des Werkes noch
nicht erfunden waren. Hier sind Kalkmassen gefragt, die
bei der Schaffung des Werkes auch verwandt worden wa
ren.
Durch die DE 33 00 848 ist es bekannt geworden, Kalk
massen zur Herstellung von pastenförmigen Mitteln zum
Binden von Staub im Kohlebergbau einzusetzen. Dabei
werden flüssige saure Natriumsalze von mehrbasischen
Phosphonocarbonsäuren in geringen Mengen in die Masse
eingerührt.
Bei der Herstellung von für die Industrie- und Kraft
fahrzeuglakierung geeigneten Spachtelmassen, die aller
dings keine Kalkmassen darstellen, ist es aus der DE 42 04 610
bekannt geworden, den Hauptanteil der benötigten
Bindemittel, Pigmente und/oder Füllstoffe in schnell
laufende Rührwerksmühlen zu geben und danach in einer
zweiten Stufe die dispergierte Masse mit den restlichen
Anteilen versetzt in einem Dissolver auf die er
forderliche Feinheit zu dispergieren.
Die Erfindung vermeidet die Nachteile des Standes der
Technik. Es ist die Aufgabe der Erfindung, mit einfa
chen Mitteln eine Kalkmasse zu schaffen, die sich durch
hohe Druckfestigkeit, Freiheit von Schwindungsrissen,
leichte Herstellungsmöglichkeit und leichte Verarbeit
barkeit auszeichnet.
Dabei geht die Erfindung von Kalkmassen aus, wie sie
sich nach der AT 214 340 (Svatos) beispielsweise her
stellen lassen.
Die Erfindung besteht in einem Verfahren zur Herstel
lung von fließ-, streich- oder spachtelfähigen Kalkmas
sen, bei dem man eine Mischung von gelöschtem Kalk,
insbesondere Sumpfkalk, mit Wasser und Zuschlagstoffen her
stellt, der Mischung ein natriumionenhaltiges Mittel in
Form von verdünntem Natriumhydroxid oder eines Fließ
mittels, das in der Beton- oder Keramikindustrie Ver
wendung findet, zusetzt, und dann diese Mischung
mechanisch im Hochleistungsdissolver, unter Benutzung
von Dissolverscheiben, bei Scherleistungen von 5-15 m/s
und einem Wassergehalt der Gesamtmasse von 10 bis 45%
so dispergiert, daß der Doughnut-Effekt erreicht und
länger als 3 min eingehalten wird.
Die dabei erhaltene Kalkmasse zeichnet sich dadurch
aus, daß ein natriumionenhaltiges Mittel in der Mischung
in Form von verdünntem Natriumhydroxid oder
Fließmittel, die in der Beton- oder Keramikindustrie
als Fließmittel Verwendung finden, enthalten ist, daß
der Wassergehalt 10-45% der Gesamtmasse beträgt, und
eine Feinzerteilung des Kalkes erreicht ist, die durch
eine Dispergierung dieser Mischung in Hochleistungsdis
solvern bei Scherleistungen von 5-15 m/sec erhalten
ist, bei der der Doughnut-Effekt erreicht und länger
als 3 Minuten eingehalten ist.
Der Doughnuteffekt ist ein aus der Lackindustrie be
kannter Begriff, der im Katalog 97-98 "DISPERMAT" der
VMA Getzmann GmbH S. 9 beschrieben ist:
Nach dem Mischen der flüssigen und pulverförmigen Komponenten
wird das Mahlgut durch Erhöhung der Drehzahl in eine rollende
turbulenzfreie Bewegung versetzt, bis keine stehenden Zonen
an der Behälterwand mehr vorhanden sind. Es bildet sich eine
Trombe, wobei ein Teil der Dissolverscheibe sichtbar wird.
Dieses Fließbild wird auch als "Doughnut-Effekt" bezeichnet.
Das Entstehen der Trombe zeigt dem Anwender des Dissolvers
an, daß er einerseits den größtmöglichen mechanischen Leis
tungseintrag in das Rührgefäß verwirklicht hat, andererseits
aber auch, daß das Mahlgut vollständig durchmischt wird, so
daß alle Agglomerate in den Bereich der rotierenden Dissol
verscheibe gelangen.
Der Doughnut-Effekt bildet sich bei laminarer Strömung des
Dispergieransatzes dann aus, wenn das Mahlgut von der rotie
renden Zahnscheibe tangential nach außen hin beschleunigt
wird, wobei sich der Mahlgutstrom an der Wandung des Disper
giergefäßes teilt. Der untere Teil des Mahlgutes läuft am Bo
den des Dispergiergefäßes zurück zur Mitte unterhalb der Wel
le und steigt dann wieder auf, wobei er erneut die Zahnschei
be trifft. Der zweite Teilstrom bildet die von oben sichtbare
Trombe aus.
Die erfindungsgemäß erhaltenen Kalkmassen sind sehr
lange lagerbeständig und stets gut verarbeitbar, weil
sie eine langzeitig stabile Suspension darstellen. Die
streich- und spachtelfähigen Massen sind thixotrop. Vor
der Verarbeitung ist ein Umrühren empfehlenswert, um
die thixotrope Masse zu verflüssigen. Eine Entmischung
findet auch bei sehr langen Lagerzeiten nicht statt,
insbesondere wenn der Wassergehalt niedrig ist.
Dabei zeichnen sich die Anstrichmittel durch ihre be
sondere Art der im beschränkten Umfang möglichen Was
serdurchlässigkeit in besonderer Weise aus: Aus dem
Inneren des durch den Anstrich geschützten Werkes aus
tretende Salze werden durch den Anstrich infolge von
Kappilarwirkungen transportiert und können im Inneren
des Werkes oder an dessen durch den Anstrich geschütz
ten Oberfläche keinen Schaden anrichten. Sie mögen da
bei den Anstrich schädigen, dieser kann durch einen
neuen Anstrich ersetzt werden. Wesentlich ist, daß das
Werk und dessen Oberfläche nicht geschädigt werden.
Auch von außen einwirkende Schadstoffe mögen den An
strich angreifen, wenn sie in dessen Kappilaren hängen
bleiben und durch den Kalk neutralisiert werden. Ihre
Neutralisierung im Anstrich schützt das Werk und dessen
Oberfläche.
Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
geht man zweckmäßigerweise so vor, daß man mit Hoch
leistungsdissolvern unter Benutzung von Dissolverschei
ben bei Scherleistungen von 5-15 m/sec, vorzugsweise
10 m/sec so dispergiert, daß der Doughnut-Effekt erreicht
und länger als 3 Minuten, vorzugsweise 5-10 Mi
nuten eingehalten wird.
Hierdurch wird eine so hohe Feinzerteilung der Kalkglo
merate in der Kalkmasse erreicht, daß diese feinst zer
teilten, amorphen Kalkagglomerate sich viel enger in
das Korngerüst der Füllstoffe einbauen. Es wird dabei
weniger Kalk für die Erzielung gleicher Festigkeitswer
te benötigt, dadurch werden auch die Schwindungseigen
schaffen wesentlich herabgesetzt.
Bei diesem Verfahren geht man so vor, daß man den
Wassergehalt bei 10-45%, vorzugsweise bei 20-35%
der Gesamtmasse hält.
Das führt zu hohen Werten der Haftung, zu niedriger
Schrumpfung sowie zu einer hohen Frühfestigkeit bei
extrem niedrigem Bindemittelbedarf.
Wichtig ist es für das erfindungsgemäße Verfahren, daß
der Kalk und die Füllstoffe vorzugsweise hochrein sind
und keine hydraulisch wirksamen Bestandteile aufweisen,
aber hydrophil sind. Insbesondere für fließfähige Mas
sen müssen hochreine Materialien verwendet werden. Für
Streich- und spachtelfähige Massen können auch hydrau
lische Kalke und/oder Zuschlagstoffe verwendet werden.
Zuschlagstoffe sind vorzugsweise Quarzsande und Quarzmehle,
Perlitte, Bims.
Das Verfahren der Erfindung läßt sich sehr einfach ausführen,
wenn man als natriumionenhaltiges Mittel Fließ
mittel benutzt, die in der Beton- oder Keramikindustrie
als Fließmittel Verwendung finden.
Besonders gute Eigenschaften erhalten die nach dem Ver
fahren der Erfindung hergestellten Kalkmassenprodukte,
wenn man als Zusatzstoffe Verbindungen mit hohem Was
serrückhaltevermögen zusetzt, die zwar auch, aber nicht
in erster Linie Bindemittelfunktionen übernehmen, kön
nen, wie langkettige Zelluloseäther oder Derivate der
Acryl- oder Methacrylsäure.
Eine Dispergierung von Zement und Kalk wurde im Stand
der Technik mit chemischen Dispergiermitteln in Form
von Fließmitteln vorgenommen. Die damit erreichbare
Zerteilung ist für die Herstellung stabiler füllstoff
reicher Suspensionen nicht ausreichend, der Kalkbedarf
zur Erzielung bestimmter Haftfestigkeitswerte kann
hiermit nicht herabgesetzt werden. Wo versucht wurde,
ausschließlich mechanisch zu dispergieren, waren die
Erfolge nicht anders. Geht man jedoch in erfindungsge
mäßer Weise vor und nimmt die mechanische Dispergierung
bei hohen Scherleistungen von 5-15 m/sec, vorzugswei
se 10 m/sec, so vor, daß der Doughnut-Effekt erreicht
und länger als 3 Minuten, vorzugsweise 5-10 Minuten
eingehalten wird, erhält man überraschenderweise über
Jahre lagerstabile Massen mit stark erhöhter Haftzug
festigkeit und den anderen oben genannten Vorzügen.
Der Kostenaufwand dieser mechanischen Dispergierung ist
zwar hoch, aber durch die besonderen Eigenschaften des
erhaltenen Produktes mehr als gerechtfertigt.
Der Grund der Anwendung natriumionenhaltiger Fließmit
tel in der Betonindustrie ist eine Zerkleinerung der
Zementaggregate, der Dispergiereffekt.
Bei der Erfindung ist Fließmittel lediglich ein Hilfs
mittel, um bei der mechanischen Dispergierung die Sta
bilisierung der Feinverteilung über Jahre zu erhalten.
Claims (14)
1. Verfahren zur Herstellung von fließ-, streich- oder
spachtelfähigen Kalkmassen,
bei dem man eine Mischung von gelöschtem Kalk oder
Sumpfkalk mit Wasser und Füllstoffen herstellt, der
Mischung ein natriumionenhaltiges Mittel in Form
von verdünntem Natriumhydroxid oder eines Fließmit
tels, das in der Beton- oder Keramikindustrie Ver
wendung findet, zusetzt, und dann diese Mischung
mechanisch im Hochleistungsdissolver, unter Benut
zung von Dissolverscheiben, bei Scherleistungen von
5-15 m/s und einem Wassergehalt der Gesamtmasse von
10 bis 45% so dispergiert, daß der Doughnut-Effekt
erreicht und länger als 3 min eingehalten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man im Hochleistungsdissolver unter Benutzung
von Dissolverscheiben bei Scherleistungen von 10 m/s
dispergiert und den Doughnut-Effekt 5-10 Mi
nuten einhält.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man den Wassergehalt bei 20-35% der Gesamt
masse hält.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man solche Zuschlagstoffe zusetzt, die keine hy
draulisch wirksamen Bestandteile aufweisen, aber
hydrophil sind.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man als Zuschlagstoffe, Quarzsande, Quarzmehle, Per
litte und/oder Bims, Kalksteinmehl und/oder synthe
tisches Kalziumkarbonat verwendet.
6. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß man als Zusatzstoffe Verbindungen mit hohem
Wasserrückhaltevermögen zusetzt.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß man als Verbindungen mit hohem Wasserrückhalte
vermögen langkettige Zelluloseäther oder Derivate
der Acryl- oder Methacrylsäure benutzt.
8. Fließ-, streich- oder spachtelfähige Kalkmasse auf
der Basis einer Mischung von gelöschtem Kalk oder
Sumpfkalk, Wasser und Zusatz- und Zuschlagstoffen
gekennzeichnet durch
ein natriumionenhaltiges Mittel in der Mischung in Form von verdünntem Natriumhydroxid oder Fließmit teln, die in der Beton- oder Keramikindustrie als Fließmittel Verwendung finden,
durch einen Wassergehalt von 10-45% der Gesamt masse,
und eine Feinzerteilung des Kalkes, die durch eine Dispergierung dieser Mischung in Hochleistungsdis solvern bei Scherleistungen von 5-15 m/sec er halten ist, bei der der Doughnut-Effekt erreicht und länger als 3 Minuten eingehalten ist.
ein natriumionenhaltiges Mittel in der Mischung in Form von verdünntem Natriumhydroxid oder Fließmit teln, die in der Beton- oder Keramikindustrie als Fließmittel Verwendung finden,
durch einen Wassergehalt von 10-45% der Gesamt masse,
und eine Feinzerteilung des Kalkes, die durch eine Dispergierung dieser Mischung in Hochleistungsdis solvern bei Scherleistungen von 5-15 m/sec er halten ist, bei der der Doughnut-Effekt erreicht und länger als 3 Minuten eingehalten ist.
9. Fließ-, streich- und spachtelfähige Kalkmasse nach
Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
durch hydrophile Bestandteile in der Mischung.
10. Fließ-, streich- und spachtelfähige Kalkmasse nach
Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
Zusatzstoffe in Form von Verbindungen mit hohem
Wasserrückhaltevermögen.
11. Fließ-, streich- und spachtelfähige Kalkmasse nach
Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zusatzstoffe langkettige Zelluloseäther
oder Derivate der Acryl- oder Methacrylsäure sind.
12. Fließ-, streich- und spachtelfähige Kalkmasse nach
Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
Quarzsande, Quarzmehle, Perlitte, Kalksteinmehl,
Marmormehl, synthetischem CaCO3 und/oder Bims als
Zuschlagstoffe in der Mischung.
13. Fließ-, streich- und spachtelfähige Kalkmasse nach
Anspruch 8,
gekennzeichnet durch
hochreinen Kalk und hochreine Zuschlagstoffe ohne
hydraulisch wirksame Bestandteile in der Mischung.
14. Verwendung einer fließ-, streich- oder spachtelfähigen
Kalkmasse nach einem der Ansprüche 8 bis 13
für die
Restaurierung von Bauwerken, Skulpturen und
Gemälden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996105701 DE19605701C2 (de) | 1996-02-16 | 1996-02-16 | Fließ-, streich- oder, spachtelfähige Kalkmassen sowie Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996105701 DE19605701C2 (de) | 1996-02-16 | 1996-02-16 | Fließ-, streich- oder, spachtelfähige Kalkmassen sowie Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19605701A1 DE19605701A1 (de) | 1997-09-25 |
| DE19605701C2 true DE19605701C2 (de) | 2001-07-19 |
Family
ID=7785539
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996105701 Expired - Fee Related DE19605701C2 (de) | 1996-02-16 | 1996-02-16 | Fließ-, streich- oder, spachtelfähige Kalkmassen sowie Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19605701C2 (de) |
Families Citing this family (6)
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| DE19900332C2 (de) * | 1999-01-07 | 2002-09-19 | Strotmann Rochus | Verfahren zur Herstellung von fließ-, streich- oder spachtelfähigen Kalkmassen |
| FR2809391B1 (fr) * | 2000-05-29 | 2003-05-09 | Rhodia Chimie Sa | Nouveau mortier phosphomagnesien, procede d'obtention de ce mortier |
| AT501227B1 (de) * | 2005-01-05 | 2007-01-15 | Leube Geb | Kalkmasse |
| DE102009033362A1 (de) * | 2009-07-16 | 2011-02-03 | Johann Kiss | Formmasse zur Herstellung von Formteilen |
| DE102012020192B4 (de) | 2011-11-19 | 2016-04-07 | Ewa Piaszczynski | Verfahren zur Herstellung eines Gemisches umfassend Kalziumhydroxid |
| DE102016013793B4 (de) * | 2016-11-21 | 2018-06-07 | Helmut Rosenlöcher | Verfahren zum Herstellen einer hydraulisch abbindenden Baustoffsuspension, und Bauteil hergestellt mit einer hydraulisch abbindenden Baustoffsuspension |
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| DE3300848C1 (de) * | 1983-01-13 | 1984-05-24 | Chemische Fabrik Kalk GmbH, 5000 Köln | Verfahren zur Herstellung von pastenförmigen Mitteln zum Binden von Staub im Kohlenbergbau |
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-
1996
- 1996-02-16 DE DE1996105701 patent/DE19605701C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19605701A1 (de) | 1997-09-25 |
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