DE19605615A1 - Instrument zum Aufweiten von nicht ausreichend präformierten körperinneren Hohlräumen innerhalb anatomischer Strukturen - Google Patents
Instrument zum Aufweiten von nicht ausreichend präformierten körperinneren Hohlräumen innerhalb anatomischer StrukturenInfo
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Description
Die Erfindung geht aus von einem Instrument, insbesondere endosko
pischen Hilfsinstrument, zum Aufweiten von körperinneren Hohlräu
men mit Spreizelementen, die am distalen Ende eines von einem
Außenschaft umgebenen Innenschaftes vorgesehen und relativ zur
Längsachse des Innenschaftes mit Spreizkörper tragenden Federele
menten nach außen federnd vorgespannt sind, wobei der Außenschaft
mittels einer Hand habe relativ zum Innenschaft derart axial verstell
bar ist, daß die innen am distalen Ende des Außenschaftes gleitend
anliegenden Federelemente mit den Spreizkörpern bei proximalwärti
ger Verstellung des Außenschaftes unter Einwirkung der Vorspann
kraft in eine Spreizstellung und bei distalwärtiger Verstellung des
Außenschaftes entgegengesetzt in eine Schließstellung gegen die
Längsachse des Innenschaftes bewegt werden.
Beim Einsatz von Endoskopen in nicht ausreichend präformierten
anatomischen Strukturen, d. h., bei der sogenannten Weichteilendo
skopie, ist eine gute Sicht auf das Untersuchungs- oder Behandlungs
gebiet von großer Wichtigkeit. Dies zu erreichen kann problematisch
sein, da solche Strukturen in der Regel so ausgefüllt sind, daß ein
für die optische Überwachung erforderlicher Abstand zwischen Ob
jektiv und Gewebe nicht ohne weiteres erreichbar ist.
Aus der DE 37 09 706 A1 ist ein medizinisches Instrument mit
mehreren dünnen, nach außen federnd vorgespannten Spreizkörpern
bekannt, die am distalen Ende eines von einem Außenschaft umgebe
nen Innenschaftes vorgesehen sind. Der Außenschaft ist mittels einer
Handhabe relativ zum Innenschaft axial verstellbar, wodurch bei
proximalwärtiger Verstellung des Außenschaftes die Spreizkörper
durch Wirkung der Vorspannkraft in eine Spreizstellung gebracht und
bei distalwärtiger Verstellung in den Querschnitt des Außenschaftes
hineingezogen werden können.
Das bekannte Instrument ist als Hilfsinstrument in Verbindung mit
einem Endoskop einsetzbar, wobei dem Hilfsinstrument die Aufgabe
zukommt, etwaige die Beobachtung mittels des Endoskopes bzw.
einer Endoskopoptik behindernde Gewebeteile auf die Seite zu schie
ben und/oder weggedrückt zu halten, so daß ein freies, durch die
Optik des Endoskops beobachtbares Sichtfeld geschaffen wird.
Es ist die Aufgabe der Erfindung, ein Instrument vorzuschlagen, das
auch in nicht ausreichend präformierten anatomischen Strukturen
angewendet werden kann, eine atraumatische Einführung beispiels
weise in eine Augenhöhle ermöglicht und mit dem auf schonende
Weise ein genügender Arbeitsraum zur Untersuchung und zur Be
handlung geschaffen werden kann.
Diese Aufgabe wird bei einem Instrument der eingangs beschriebenen
Art dadurch gelöst, daß die Spreizkörper schalenförmig mit einer
nach außen gewölbten Mantelfläche ausgebildet sind, wobei die
Spreizkörper vorzugsweise derart geformt sein können, daß die
Spreizkörper in der Schließstellung einen im wesentlichen geschlosse
nen, sich distalwärts verjüngenden Hohlkörper bilden, der eine
kegelförmige Mantelfläche haben kann.
Damit wird eine ausreichend atraumatische Gestaltung des distalen
Endes des Instrumentes und in der abgespreizten Stellung der Spreiz
körper eine vergleichsweise großflächige Anlage am Gewebe erreicht,
so daß das erfindungsgemäß gestaltete Instrument einerseits schonend
eingeführt werden kann und die Spreizkörper ein behutsames Auf
weiten ermöglichen, andererseits jedoch auch eine trokaräquivalente
Benutzung des Instrumentes ermöglicht.
Weitere vorteilhafte Ausführungen des erfindungsgemäßen Instrumen
tes sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 ein Endoskop in perspektivischer Seitenansicht in einem
für einen Eingriff im Bereich einer Augenhöhle vorgese
henen Zusammenbau,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Optik,
Fig. 3 eine Seitenansicht der Instrumentiereinheit mit Saug- und
Spülvorrichtung,
Fig. 4 eine Seitenansicht einer Einführeinheit mit Spreizelemen
ten,
Fig. 5 eine vergrößerte Seitenansicht des distalen Endbereiches
der Einführeinheit nach Fig. 4,
Fig. 6 einen vergrößerten Querschnitt durch den distalen End
bereich der Aufweiteeinheit nach Fig. 4 längs der
Schnittlinie A-A und
Fig. 7 einen vergrößerten Querschnitt durch den alternativ
gestalteten distalen Endbereich der Aufweiteeinheit nach
Fig. 4 längs der Schnittlinie A-A.
Das in Fig. 1 dargestellte Endoskop besteht aus drei Funktionsein
heiten, nämlich einer Optik 1, einer Instrumentiereinheit 2 und einer
Einführeinheit 3 mit Spreizelementen. Die Einheiten 1, 2 und 3 sind
in Funktionsstellung zu einem Instrument zusammengesetzt, wobei
diese einander durchdringen und gegenseitig festgelegt sind. Die
Funktionseinheiten 1 und 2 sind nicht erfindungswesentlich und
darüberhinaus allgemein bekannt, so daß sich insofern eine detaillier
te Beschreibung erübrigt.
Die Einführeinheit 3 umfaßt eine Handhabe 4 aus einem starren
Handhabenteil 4.1 und einem beweglichen Handhabenteil 4.2. Der
Handhabenteil 4.1 ist an dem proximalen Ende eines rohrförmigen
Außenschaftes 5 befestigt, welcher einen rohrförmigen Innenschaft 6
umgibt, dessen proximales Ende mit dem Handhabenteil 4.2 verbun
den ist, so daß durch Bewegen des Handhabenteils 4.2 der Innen
schaft 6 und der Außenschaft 5 relativ zueinander verstellbar sind.
Das proximale Ende des Innenschaftes 6 ist weiter mit einer Kegel
aufnahme 7 zur lösbaren Verbindung der Einführeinheit 3 mit bei
spielsweise der Instrumentiereinheit 2 versehen. Im Bereich des
distalen Endes des Innenschaftes 6 sind in dessen Außenmantel zwei
einander diametral gegenüberliegende achsparallele Längsausnehmun
gen 8 in Nutform angeordnet. In den Längsausnehmungen 8 liegen
flache Federelemente 9, die an ihren proximalen Enden unlösbar mit
dem Innenschaft 6 verbunden sind. Dabei sind die Federelemente 9
so geformt und vorgespannt, daß sie sich einerseits in entspanntem
Zustand radial nach außen aufspreizen und andererseits gegen die
Federwirkrichtung in die Längsausnehmungen 8 einbetten lassen.
An den distalen Enden der Federelemente 9 sind Spreizkörper 10
befestigt, die schalenförmig mit einer nach außen gewölbten Mantel
fläche ausgebildet sind. Dabei ist die Formgebung der Spreizkörper
10 so gewählt, daß sie bei radialer Bewegung der Federelemente 9 in
Richtung auf die Längsachse des Innenschaftes 6 gemeinsam einen
geschlossenen, sich distalwärts verjüngenden Hohlkörper bilden, der
den Innenschaft 6 umgibt und dessen größter Durchmesser zweckmä
ßigerweise dem des Außenschaftes 5 entspricht.
Bei Anwendung der Einführeinheit 3 werden zunächst die Handha
benteile 4.1 und 4.2 der Handhabe 4 aufeinander zu betätigt, wo
durch der Innenschaft 6 in dem Außenschaft 5 proximalwärts ver
schoben wird. Dabei überfährt das distale Ende des Außenschaftes 5
die Federelemente 9 und drängt diese gegen ihre Spreizkraft in die
Längsausnehmungen 8, bis sie vollständig in diesen aufgenommen
sind. In dieser Stellung bilden die beiden Spreizkörper 10 einen
Kegel mit atraumatisch ausgebildetem distalem Ende, der sich proxi
malseitig an das distale Ende des Außenschaftes 5 anschließt.
Um einen ausreichenden Arbeitsraum für eine endoskopische Behand
lung zu schaffen, werden nach Einführen der Einführeinheit 3 und
Vorschieben bis an den Behandlungsort die Handhabenteile 4. 1 und
4.2 umgekehrt betätigt, was zur Folge hat, daß der Innenschaft 6
gegenüber dem Außenschaft 5 distalwärts verschoben wird. Dadurch
werden die Federelemente 9 freigegeben, so daß sie sich mit den
Spreizkörpern 10 aufspreizen können und die Spreizkörper durch
Beiseiteschieben von Gewebeteilen vor dem distalen Ende des Innen
schaftes 6 einen Arbeitsraum schaffen, in den nun die verschiedenen
Arbeitseinheiten 1, 2 mit ihren distalen Enden eingebracht werden
können, indem die eine oder andere Arbeitseinheit von proximal her
durch den Innenschaft 6 geschoben wird.
Abweichend von dem dargestellten Ausführungsbeispiel können auch
mehr als zwei Spreizkörper 10 Verwendung finden, die in der Ein
führstellung gemeinsam einen geschlossenen, sich distalwärts ver
jüngenden Hohlkörper bilden. Auch kann der Innenschaft 6 im Be
reich der Federelemente 9 im Durchmesser um deren doppelte Dicke
abgesetzt sein, so daß zwischen dem Innenschaft 6 und Außenschaft
5 ein Ringraum 11 zur Aufnahme der Federelemente 9 in Einführ
stellung vorhanden ist.
Claims (5)
1. Instrument, insbesondere endoskopisches Hilfsinstrument, zum
Aufweiten von nicht ausreichend präformierten Hohlräumen mit
Spreizelementen (9, 10), die am distalen Ende eines von einem Au
ßenschaft (5) umgebenen Innenschaftes (6) vorgesehen und relativ zur
Längsachse des Innenschaftes (6) mit Spreizkörper (10) tragenden
Federelementen (9) nach außen federnd vorgespannt sind, wobei der
Außenschaft (5) mittels einer Handhabe (4) relativ zum Innenschaft
(6) derart axial verstellbar ist, daß die innen am distalen Ende des
Außenschaftes (5) gleitend anliegenden Federelemente (9) mit den
Spreizkörpern (10) bei proximalwärtiger Verstellung des Außenschaf
tes (5) unter Einwirkung der Vorspannkraft in eine Spreizstellung
und bei distalwärtiger Verstellung des Außenschaftes (5) entgegen
gesetzt in eine Schließstellung gegen die Längsachse des Innenschaf
tes (6) bewegt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Spreizkörper
(10) schalenförmig mit einer nach außen gewölbten Mantelfläche
ausgebildet sind.
2. Instrument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
in Schließstellung befindlichen Spreizkörper (10) gemeinsam einen im
wesentlichen geschlossenen, sich distalwärts verjüngenden Hohlkörper
bilden.
3. Instrument nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
aus den Spreizkörpern (10) gebildete Hohlkörper eine im wesentli
chen kegelförmige Mantelfläche hat.
4. Instrument nach einem oder mehreren der der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, daß außen am Innenschaft (6) achspar
allele Längsausnehmungen (8) zur Aufnahme der Federelemente (9)
ausgebildet sind.
5. Instrument nach einem oder mehrere der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Außenschaft (5) und dem
Innenschaft (6) ein Ringraum (11) zur Aufnahme der Federelemente
(9) vorgesehen ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996105615 DE19605615A1 (de) | 1996-02-15 | 1996-02-15 | Instrument zum Aufweiten von nicht ausreichend präformierten körperinneren Hohlräumen innerhalb anatomischer Strukturen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996105615 DE19605615A1 (de) | 1996-02-15 | 1996-02-15 | Instrument zum Aufweiten von nicht ausreichend präformierten körperinneren Hohlräumen innerhalb anatomischer Strukturen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19605615A1 true DE19605615A1 (de) | 1997-08-21 |
Family
ID=7785494
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1996105615 Withdrawn DE19605615A1 (de) | 1996-02-15 | 1996-02-15 | Instrument zum Aufweiten von nicht ausreichend präformierten körperinneren Hohlräumen innerhalb anatomischer Strukturen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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