DE19602513C1 - Verfahren zum Überwachen der Funktionstüchtigkeit elektrisch ansteuerbarer Magnetventile in Webmaschinen - Google Patents
Verfahren zum Überwachen der Funktionstüchtigkeit elektrisch ansteuerbarer Magnetventile in WebmaschinenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Überwachen der Funktionstüchtigkeit elektrisch
ansteuerbarer Magnetventile in Webmaschinen.
In Luftdüsenwebmaschinen zum Beispiel, mit einem oder mehreren
Schußfadenzuführsystemen, werden die Schußfäden mit Haupteintragsdüsen in das jeweilige
Webfach mit Unterstützung durch sogenannte Stafettendüsen eingetragen.
In aller Regel wird der Beginn und das Ende eines Schußfadeneintrages durch Schußwächter
detektiert.
Bekannt ist auch, zwischen dem Beginn und Ende eines Schußfadeneintrages weitere
Schußwächter zur Detektion des Schußfadenfluges vorzusehen.
Zur Ansteuerung der Haupteintragsdüsen und der Stafettendüsen ist jeweils eine Druck- und
Zeitregelung mit Steuer- und Regelventilen als Bestandteil der Webmaschinensteuerung
vorhanden.
Zur Überwachung und Korrektur der Fadenflugzeit finden an sich bekannte Meß- und
Regeleinrichtungen Verwendung, mit denen die Ist-Fadenflugzeit erfaßt und im Rahmen eines
Soll-Istwert-Vergleichs, falls erforderlich, eine Korrektur der Eintragsparameter Blasdruck
und Blaszeit automatisch erfolgt.
Aus der EP 0 415 875 B1 ist ein Verfahren zum Einstellen der Schußfadenausstreckung in
einem Webfach und ein Verfahren zum Einstellen des Luftverbrauchs von Stafettendüsen in
Luftdüsenwebmaschinen bekannt.
Dabei ist es Aufgabe des bekannten Verfahrens, den Druckluftverbrauch der Stafettendüsen
ohne dem Risiko von zusätzlichen Unterbrechungen des Webprozesses möglichst gering zu
halten.
Gelöst soll die Aufgabe dadurch werden, daß beim Weben ein Regelkriterium für das
Ansteuern der Stafettendüsen geschaffen wird, durch welches immer nur so viel Druckluft
abgerufen wird, wie unbedingt notwendig ist, indem beim Eintragen eines Schußfadens die
Zeitdifferenz Δt1 zwischen dem Schußfaden-Ankunftssignal eines Schußwächters am Ende
des Webfaches und dem Stoppschlag oder einem gleichwertigen Signal für das Auslaufen
eines vorher abgemessenen Schußfadens, das mit einem vor dem Eintritt des Schußfadens in
das Webfach positionierten Stoppwächters erfaßt wird, gemessen wird und als Kenngröße für
die Ausstreckung des Schußfadens im Webfach und als Kenngröße für die Wirkung von
Stafettendüsen in der Steuerung der Webmaschine verwendet wird.
Nun ist allgemein bekannt, daß nicht nur der Blasdruck, sondern auch die Dauer der
Stafettendüsen-Blaszeit ein wichtiger Parameter für den ordnungsgemäßen Schußfadenein
trag ist.
Die Blaszeit der Stafettendüsen wird durch die Dauer der Ansteuerung des jeder Stafettendüse
oder des jeder Gruppe von Stafettendüsen zugeordneten elektrisch ansteuerbaren
Magnetventils (Steuerventil) bestimmt.
Der Ausfall eines Magnetventils während des Webens ist nicht immer gleich zu erkennen.
Als sekundärer Effekt kann sich die gemessene Eintragszeit des Schußfadens vergrößern.
Allgemein bekannt ist ferner, daß alle elektro-magnetischen Systeme, so auch die
Magnetventile, einen charakteristischen Kurvenverlauf des Steuerstromes I über die Zeit t
aufweisen.
Die besondere Charakteristik im Kurvenverlauf des Steuerstromes I über die Zeit t stellt sich
im aufsteigenden Teil einer Kurve als kurzer Stromeinbruch dar.
Dieser Stromeinbruch ergibt sich regelmäßig, wenn der Magnetkreis bei einem
Elektromagnetsystem geschlossen wird. Das kann z. B. durch die mechanische Verlagerung
des Ankers, wie er auch in Magnetventilen zum Steuern der Luftwege zu den Stafettendüsen
verwendet wird, in eine zweite Endlage, die der Arbeitsstellung entspricht, geschehen.
In der vorstehend genannten EP 0 415 875 B1 wird die Zeitdifferenz Δt1, die beim Eintragen
eines Schußfadens zwischen dem Ankunftssignal eines Schußwächters am Ende des
Webfaches und dem Stoppschlag oder einem gleichwertigen Signal für das Auslaufen eines
vorher abgemessenen Schußfadens, das vor dem Eintritt in das Webfach ermittelt wird, als
Kenngröße für die Wirkung der Stafettendüsen in der Steuerung der Webmaschine verwendet.
Die Ursachen, die z. B. einen Zeit-Differenzwert Δt1 hervorrufen, und deren Beseitigung
werden in der vorbekannten europäischen Patentschrift nicht offenbart.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Funktionssicherheit, insbesondere des
Schußeintragsystems und anderer mit Magnetventilen ausgerüsteter Hilfsaggregate einer
Webmaschine z. B. pneumatisch betriebene Einlegeeinrichtungen, weiter zu erhöhen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Patentansprüche gelöst.
Erfindungswesentlich ist danach, das charakteristische Merkmal, hier der Stromeinbruch, beim
Ansteuern jedes der Magnetventile, wie dieser im Kurvenverlauf des Steuerstromes über die
Zeit in einem Diagramm darstellbar und meßtechnisch erfaßbar ist, dafür zu verwenden, um
festzustellen, ob ein Magnetventil mechanisch arbeitet oder nicht.
Beim Ausbleiben des charakteristischen Merkmals kann ein Signal von der
Webmaschinensteuerung ausgegeben und/oder der Webprozeß der Webmaschine
unterbrochen werden.
Mit der Erfassung des charakteristischen Signals kann aber auch nach der Ansteuerung der
Magnetventile ein genau definierter Zeitpunkt für das Zustandekommen des Luftstromes zu
den Stafettendüsen ermittelt werden. D.h., die Schaltzeiten der Magnetventile werden
gemessen.
Damit ist es möglich, ihre Toleranzen in der elektromechanischen Schaltzeit zu bestimmen,
eventuelle nicht gewollte Änderungen, die z. B. durch Verschleiß oder durch Fertigungs- und
andere Streuungen auftreten, zu erfassen und nachfolgend die Ansteuerung (Signalgabe) der
Ventile so zu korrigieren, daß eine gewünschte optimale Luftzuteilung an die Stafettendüsen
bewirkt werden kann.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird eine Früherkennung eines bevorstehenden
Ventilausfalls möglich; es wird eine Optimierung der Luftzuteilung erreicht, was gleichzeitig
eine Minimierung des Luftverbrauchs bedeutet. Ferner wird die Funktionssicherheit des
Schußeintragsystems bei Aufrechterhaltung optimaler Schußeintragsparameter gewährleistet.
Darüber hinaus gestattet die erfindungsgemäße Verwendung des charakteristischen Merkmals
die Webmaschine diagnostisch zu betreiben, um im Vorfeld eines Webprozesses
diesbezügliche Schwachstellen in der Webmaschinensteuerung zu erkennen.
An Hand eines Ausführungsbeispiels soll auf die erfindungsgemäße Lösung näher eingegangen
werden.
In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein Diagramm mit dem Verlauf des Steuerstromes I eines Magnetventils über
die Ansteuerzeit t,
Fig. 2 ein Blockschaltbild, nach welchem Meßwerte und/oder der Steuerstromverlauf
erfaßt und verglichen wird,
Fig. 3 ein Zeitdiagramm mit Darstellung der auf den Zeit-Sollwert bezogenen
variablen Zeiten.
Im Diagramm gemäß Fig. 1 ist auf der Ordinate der Steuerstrom I und auf der Abszisse die
Zeit t des wirksamen Steuerstroms eines an eine Gleichstromquelle (VDC) angeschlossenen
Magnetventils 1 aufgetragen.
Der Steuerstromverlauf eines Magnetventils 1 ist bekannt.
Demnach ist auch bekannt, daß sich im aufsteigenden Teil 2a der Kurve 2 ein kurzer
Stromeinbruch bei Δt₁ als charakteristisches Merkmal 3 einer solchen Kurve ergibt.
Dieses charakteristische Merkmal stellt sich ein, wenn sich der Magnetkreis des Ventils 1
schließt.
Bei Magnetventilen, die in Webmaschinen Anwendung finden und hier insbesondere in
Luftdüsenwebmaschinen zur Steuerung der wirksamen Ansteuerdauer jeder Stafettendüse
(nicht dargestellt) oder jeder Stafettendüsengruppe (nicht dargestellt) dienen, ist das Auftreten
des charakteristischen Merkmals, dessen zeitliche Abweichung gegenüber dem
vorangegangenen charakteristischen Merkmal eines angesteuerten Magnetventils oder das
Ausbleiben des charakteristischen Merkmals ein Indikator für die Funktionstüchtigkeit der
Magnetventile 1 und gleichzeitig ein Indikator für das fehlerhafte Arbeiten des
Schußeintragsystems einer Luftdüsenwebmaschine.
Das charakteristische Merkmal 3 bei Δt₁ der Kurve 2 gemäß Fig. 1 wird z. B. durch eine
Spitzenwertdetektion überwacht. Das Detektionssignal wird an eine an sich bekannte
Meßschaltung 4 weitergeleitet, siehe auch Fig. 2.
Das charakteristische Merkmal 3 bei Δt₁ stellt sich beim Ansteuern (Einschalten) jedes
Magnetventils 1 durch hier nicht näher dargestellte Mittel einer Webmaschinensteuerung dar.
Bleibt das charakteristische Merkmal 3 während des Ansteuerns im Webprozeß aus oder wird
über die Meßwertschaltung 4, Meßwertaufnehmer 5 und Referenzaufnehmer 6 durch den
Vergleicher 9 eine Zeitverschiebung des Merkmals 3 festgestellt, die außerhalb eines
Toleranzbereiches 7 gemäß Fig. 3 liegt, erhält die Webmaschinensteuerung ein der
Auswertung dienendes Signal, das entweder das Ausbleiben des charakteristischen Merkmals
3 anzeigt und/oder ein Unterbrechen des Webprozesses auslöst.
In Fig. 3 ist die Zeitdauer Δt₁ dargestellt, die zwischen dem Abgeben des Steuersignals
(Einschaltsignal) an das Magnetventil 1 und dem Auftreten des charakteristischen Merkmals
3 in der Kurve 2 gemäß Fig. 1, hier mit Sollwert bezeichnet, verstreicht.
Diese Zeit Δt₁ und/oder der charakteristische Stromverlauf gemäß Fig. 1 oder ein jedem
Magnetventil 1 zugeordneter Referenzwert wird in einem Datenspeicher 8 als Sollwert
abgelegt.
Der Datenspeicher 8 wird von dem Meßwert- und Referenzwertaufnehmer 5, 6 und einem
Vergleicher 9 gebildet.
Die im Webprozeß ermittelte Ist-Zeitdauer Δt₁′ und/oder der erfaßte charakteristische Ist-
Stromverlauf wird als Meßwert erfaßt.
Diese Meßwerte Δt₁′ werden mit den Werten Δt₁ oder mit den Referenzwerten verglichen
und/oder die charakteristischen Stromverläufe 2 werden miteinander in dem Vergleicher 9
gemäß Fig. 2 verglichen.
In Abhängigkeit einer aus den Zeiten Δt₁ und Δt₁′ ermittelten Differenz und/oder eine sich
jeweils aus zwei miteinander verglichenen Kurvenverläufen 2 ergebende Verschiebung
(Zeitverschiebung) des charakteristischen Merkmals 3 wird der Zeitpunkt tEinschalten
(Ansteuerzeitpunkt des betreffenden Magnetventils) unter Berücksichtigung der Zykluszeit
des Schußeintrages korrigiert.
Dabei ist wichtig, daß die Zeitdifferenz zwischen Δt₁ und Δt₁′ und/oder die Zeitverschiebung
des charakteristischen Merkmals 3 der verglichenen Stromverlaufskurven 2 einen
vorgegebenen Toleranzbereich 7 des Sollwertes, siehe auch Fig. 3, nicht überschreitet.
Wird schließlich im Verlaufe der Betriebszeit eine Überschreitung des Toleranzbereiches 7 an
einem Ventil 1 festgestellt, erfolgt ein diesbezügliches Signal, z. B. wird ein optisches Signal
erzeugt oder der Webprozeß wird unterbunden.
Bezugszeichenliste
01 Ventil
02 Kurve
02a aufsteigender Teil
03 charakteristisches Merkmal
04 Meßschaltung
05 Meßwertaufnehmer
06 Referenzwertaufnehmer
07 Toleranzbereich
08 Datenspeicher
09 Vergleicher
Δt₁ Soll-Zeitdauer
Δt₁′ Ist-Zeitdauer
02 Kurve
02a aufsteigender Teil
03 charakteristisches Merkmal
04 Meßschaltung
05 Meßwertaufnehmer
06 Referenzwertaufnehmer
07 Toleranzbereich
08 Datenspeicher
09 Vergleicher
Δt₁ Soll-Zeitdauer
Δt₁′ Ist-Zeitdauer
Claims (6)
1. Verfahren zum Überwachen der Funktionstüchtigkeit elektrisch ansteuerbarer
Magnetventile, insbesondere solcher, die zur Steuerung der Luftmenge durch Stafettendüsen
zum Eintragen eines Schußfadens in ein Webfach einer Luftdüsenwebmaschine dienen und
jeder Stafettendüse oder mehreren zu einer Stafettendüsengruppe zusammengefaßten
Stafettendüsen ein Magnetventil (1) zugeordnet ist, wobei der Verlauf (2) des Steuerstromes
I über der Zeit t bei jedem Magnetventil (1) ein charakteristisches Merkmal aufweist, das
zumindest beim Ansteuern (Einschalten) des Magnetventils (1) durch Mittel einer
Webmaschinensteuerung in Verlauf und Größe z. B. durch eine Spitzenwertdetektion
überwacht wird und wobei das Ausbleiben des Merkmals (3) oder eine erkannte
Zeitverschiebung des charakteristischen Merkmals (3) signalisiert und/oder der Webprozeß
unterbrochen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zeit Δt₁ die zwischen dem
Abgeben des Steuersignals (Einschaltsignal) an das Magnetventil (1) und dem Auftreten des
charakteristischen Merkmals (3) gemessen wird, als Zeit Δt₁ und/oder der charakteristische
Stromverlauf (2) in einem Datenspeicher (8) abgelegt wird und daraufhin die jeweilige
gespeicherte Zeit Δt₁ und/oder der charakteristische Steuerstromverlauf oder ein in einem
Referenzwertaufnehmer (6) voreingegebener Referenzwert von jedem der
Magnetventile (1) mit einer im Webprozeß gemessenen Zeit Δt₁′ und/oder dem
charakteristischen Steuerstrom (2) verglichen wird und schließlich in Abhängigkeit einer aus
den Zeiten Δt₁ und Δt₁′ ermittelten Differenz und/oder in Abhängigkeit von der Zykluszeit des
Schußeintrags ein korrigierter Zeitpunkt tEinschalten zum Auslösen des Steuersignals an das
betreffende Ventil abgegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Funktionstüchtigkeit
signalisiert und/oder der Webprozeß unterbunden wird, wenn die Zeitverschiebung des
charakteristischen Merkmales (3) wenigstens eines der Magnetventile (1) außerhalb eines
Toleranzbereiches (7) liegt.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei jedem Magnetventil (1) im
Webprozeß die Zeit Δt₁′ bis zum Auftreten des charakteristischen Merkmals (3) gemessen
wird und mit dem abgelegten Referenzwert verglichen wird und bei einer Abweichung, die
größer als die Herstellungstoleranz oder ein anderer vorgegebener Wert ist, ein
bevorstehender Ausfall eines Ventils (1) im Sinne einer Früherkennung oder eines
Totalausfalls signalisiert wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß unter Berücksichtigung der
gemessenen Zeiten Δt₁′ und des Zeitverlaufs für den Druckaufbau der Luft der
Druckluftverbrauch der Maschine optimiert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß aus einer Losgröße (Vielzahl
von Magnetventilen (1)) eine Selektion für den Einbau in eine einzelne Maschine getroffen
wird.
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