DE19601151A1 - Rückenschutz - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft einen Rückschutz nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Ein derartiger Rückenschutz bzw. Wirbelsäulenpanzer ist aus der DE-U1-195 27 036
bekannt. Wie aus einer Ausbildung dieses Wirbelsäulenpanzers hervorgeht,
können die Platten jeweils auf der Unterseite des oberen Endes und auf der
Oberseite des unteren Endes mit derartigen Ausnehmungen versehen sein, daß sich
die Platten schuppenartig überlappen und vollflächig auf dem Grundkörper
aufgeklebt sein. Die Oberseite der Platten liegt frei und ist den Stoßkräften direkt
ausgesetzt. Nachteilig wird bei dieser bekannten Lösung empfunden, daß das
Formwerkzeug für die Platten wegen der vorzusehenden Plattenausnehmungen
kompliziert aufgebaut und somit teuer ist und daß es bei Gewalteinwirkung relativ
häufig zum Bruch der Platten kommen kann. Ferner ist durch die DE-U 1-84 26 849
ein Schutzbekleidungsstück mit einem mittig in Längsrichtung verlaufenden, die
Wirbelsäule abdeckenden Schutzstreifen bekannt, der aus einer gliederbandartigen
Einlage gebildet und in einem mehrlagigen Zuschnitt eingebettet ist. Die Einlage
besteht dabei aus horizontal aneinanderstoßenden, streifenförmigen Lamellen, die
an einem Tragband befestigt und quer zur Wirbelsäule angeordnet sind und so den
ganzen Rücken abdecken. Die Einlage besteht außen aus einer abriebfesten
Gewebeschicht, die selbst wieder von einer äußeren Lederhaut überzogen ist, und
innen aus einer Gewebeschicht, an die sich nach innen eine elastische
Absorptionsschicht und eine innere Lederhaut anschließen. Die Absorptionsschicht
kann aus hochverdichtetem Schaumgummi bestehen. Dieses bekannte
Schutzbekleidungsstück hat die Nachteile, daß seine Herstellung sehr zeitraubend
und teuer ist und daß sein Gewicht sehr hoch ist, vor allem dann, wenn gemäß der
vorgesehenen Ausbildung der Lamellen diese aus Metall bestehen. Ein weiterer
bekannter Wirbelsäulenpanzer, der in der DE-A1-39 35 828 offenbart ist, besteht
aus Plattenelementen, die in Längsrichtung der Wirbelsäule hintereinander
angeordnet sind, nach außen gewölbt sind, aus verformbarem Werkstoff bestehen,
die Wirbelsäule seitlich überragen, sich zumindest teilweise überlappen und von
einem elastisch verformbaren Grundkörper getragen werden. Die Plattenelemente
sind vorzugsweise aus elastischem Kunststoff gebildet, sehr zergliedert aufgebaut
und mittels Nieten am Grundkörper befestigt. Der Grundkörper kann aus zwei
deckungsgleichen Zuschnitten von Kunststoff-Schaumstoffschichten bestehen, die
zusammengeklebt sein können und von denen die eine Schicht in die durch die
Plattenelemente gebildeten Hohlräume hinein ragt. Auch dieser bekannte
Wirbelsäulenpanzer hat kompliziert aufgebaute Plattenelemente, deren Herstellung
teure Formwerkzeuge voraussetzen und viele Arbeitsvorgänge erfordern.
Die Aufgabe der Erfindung besteht somit darin, einen Rückenschutz der eingangs
genannten Art zu schaffen, bei dem die Kosten für Herstellung der Platten und des
Wirbelsäulenpanzers insgesamt und die Bruchgefahr der Platten vermindert werden.
Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die Merkmale des Anspruches 1
gelöst.
Der gummielastische Abdeckkörper in Verbindung mit den zwar harten, aber doch
zähelastischen Platten kann hohe Stoßkräfte aufnehmen, ohne daß die Platten
zerbrechen, so daß nach einem Unfall der Wirbelsäulenpanzer ohne mühseliges
Auswechseln von Platten weiterbenutzt werden kann. Da die Platten einfach
ausgebildet sind, ist auch ihre Herstellung einfach. Das Zusammenfügen der
einzelnen Elemente des Wirbelsäulenpanzers kann z. B. durch einfaches Kleben
erfolgen.
Vorteilhafterweise sind die Platten gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung
aus PE-Platten gestanzt.
Um einen ausreichenden Schutz des Rückens zu erreichen, dabei aber doch mit
einem Minimum an Platten auszukommen und so das Gewicht des
Wirbelsäulenpanzers zu minimieren sowie die Bewegungsfreiheit zur Ausübung
sportlicher Tätigkeiten zu gewährleisten, sind die Platten gemäß einer weiteren
Ausbildung der Erfindung so angeordnet, daß sie im Schulterbereich in
Querrichtung und im unteren Brustwirbelbereich und im Lendenwirbelbereich in
Längsrichtung zur Wirbelsäule angeordnet sind und daß mindestens eine Platte im
Kreuzbeinbereich in Querrichtung zur Wirbelsäule liegt.
Eine zweckmäßige Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der weichere
Grundkörper und der härtere Abdeckkörper aus Polyuretanschaum
unterschiedlicher Shore-Härte bestehen.
Um dem Wirbelsäulenpanzer eine gefällige und windschlüpfige Form zu geben,
laufen Grundkörper und Abdeckkörper gemäß einer weiteren Ausbildung der
Erfindung zu den Rändern hin dünn aus.
Da die Stoßbelastung des Wirbelsäulenpanzers, beispielsweise bei seiner
Verwendung durch Motorrad- oder Skifahrer, meistens im Schulterbereich am
größten ist, ist gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung auf dem
Abdeckkörper im Schulterbereich ein pyramidenförmiger Zusatzkörper aus
Polyäthylenschaum ausgebildet.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist der Wirbelsäulenpanzer zur
Fixierung am Körper mit einem Nierengurt versehen. Grundkörper, Abdeckkörper
und Nierengurt sind miteinander verbunden. Der Wirbelsäulenpanzer kann dadurch
einfach angelegt werden, insbesondere dann, wenn der Nierengurt mit einem Klett-
Verschluß versehen ist.
Gemäß einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist die Innenseite mit einem
Textilgewebe kaschiert und kann ein besonderes Design aufweisen. Der Panzer
kann dadurch auch direkt an der Haut des Benutzers getragen werden. Auf der
Außenseite des Rückenpanzers kann eine Kunststoffolie aufgebracht werden.
Schließlich ist es auch zweckmäßig, wenn zwischen den Platten und dem
Abdeckkörper z. B. ein Gewebe angeordnet ist, wodurch verhindert wird, daß die
Kanten der Platten den Abdeckkörper innenseitig beschädigen.
Die Erfindungen werden nun anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Schnitt durch einen Wirbelsäulenpanzer,
Fig. 2 eine Anordnung der Platten in einem Wirbelsäulenpanzer
zweiter Art in vergrößerter Darstellung und
Fig. 3 eine verkleinerte Draufsicht auf einen weiteren
Wirbelsäulenpanzer.
Der in Fig. 1 dargestellte Wirbelsäulenpanzer weist Platten 1 aus
schlagabsorbierendem und elastisch verformbaren Kunststoff, insbesondere aus
gestanzten PE, auf, die in Längsrichtung der Wirbelsäule hintereinander und sich
schuppenartig überlappend angeordnet sind, die Wirbelsäule seitlich überragen und
in einer Ausnehmung 3 eines Grundkörpers 2 mit ihren jeweils am Boden der
Ausnehmung 3 liegenden Enden eingeklebt sind. Die wenige mm starken Platten
sind blatt- und ovalförmig ausgebildet und aus einem zähelastischem Kunststoff
gefertigt. Der Grundkörper 2 deckt im wesentlichen die wichtigste Partie des
Rückens ab und ist aus relativ weichem Kunststoffschaum, vorzugsweise
Polyuretanschaum, hergestellt.
Die Platten und der Grundkörper 2 sind durch einen Abdeckkörper 4 abgedeckt, der
an die Breiten- und Längenmaße des Grundkörpers 2 angepaßt ist und aus relativ
hartem Kunststoffschaum, insbesondere aus elastischem Polyuretanschaum
besteht. Der weichere Grundkörper 2 und der härtere Abdeckkörper 4 bestehen
somit aus Polyuretanschaum unterschiedlicher Shore-Härte. Der Grundkörper 2 und
der Abdeckkörper 4 laufen zu den Rändern, beispielsweise zu den Enden 5 und 6,
hin dünn und sind flächig miteinander verklebt. Der Nierengurt 16 ist flächig
zwischen Grundkörper 2 und Abdeckkörper 4 eingearbeitet.
Auf dem Grundkörper 2 ist im Schulterbereich ein pyramidenförmiger Zusatzkörper
7 aus Polyäthylenschaum aufgelegt, der eine zusätzliche Dämpfung im
Hauptstoßbereich darstellt. Der Zusatzkörper 7 kann am Grundkörper 2 angeklebt
sein.
In Fig. 2 ist eine andere Anordnung von Platten 11, 12, 13 gezeigt, die anstelle der
Platten 1 verwendet werden. Die im Schulterbereich liegenden Platten 11 sind in
Querschnitt und die im unteren Brustwirbelbereich und im Lendenwirbelbereich
liegenden Platten 12 sind in Längsrichtung zur Wirbelsäule angeordnet, während
wiederum eine Platte 13 im Kreuzbeinbereich in Querrichtung zur Wirbelsäule liegt.
Dadurch wird ein optimaler Schutz bei vermindertem Gewicht erreicht.
In Fig. 3 ist eine Hülle 8 gezeigt, die zur Aufnahme des Wirbelsäulenpanzers dienen
kann. Die Hülle 8 ist der Rückenform angepaßt und kann aus einer Kunststoffolie
bestehen, die auf der Außenseite mit einem abriebfesten Textilgewebe kaschiert
sein kann. Die Hülle 8 weist einen Nierengurt 9 auf, der an seinen Enden 14, 15
nicht dargestellte Befestigungsmittel, beispielsweise einen Klett-Verschluß oder
einen Velcro-Verschluß, aufweist. In gestrichelten Linien ist die Form des
Grundkörpers und des Abdeckkörpers 4 gezeigt.
Die beschriebenen Ausführungsformen des Wirbelsäulenpanzers haben eine Reihe
von Vorteilen. Sie sind sehr leicht und folgen dem anatomischen Verlauf des
Rückens ohne Einschränkungen. Durch die Flexibilität entsteht weder bei voller
Beugung noch bei der Rückbeugung eine Bewegungseinschränkung der
Wirbelsäule. Die schuppenförmigen Platten sind nicht spürbar. Eine Rißbildung oder
ein Bruch der Platten bei Gewalteinwirkung ist nicht zu erwarten. Der Nierengurt
sorgt für guten und bequemen Sitz und zusätzlichen Schutz von Weichteilen des
menschlichen Körpers. Durch die Gestaltung der Leistenbeuge kommt es zu keiner
Einschränkung der Beweglichkeit, auch nicht bei gebückter Sitzposition. Durch den
einfachen Aufbau sind die Herstellungskosten sehr niedrig.
Claims (8)
1. Rückenschutz, insbesondere als Unfallschutz, mit Platten aus
schlagabsorbierendem Werkstoff, die in Längsrichtung der Wirbelsäule
hintereinander und sich überlappend angeordnet sind, die Wirbelsäule
seitlich überragen und an einem elastisch verformbaren, relativ weichen
Grundkörper befestigt sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Platten (1; 11, 12, 13) blatt- und ovalförmig ausgebildet und aus zähelastischem Kunststoff gefertigt sind, daß die Platten in mindestens einer Ausnehmung (3) des Grundkörpers (2) mit ihren einen Enden befestigt sind und daß der Grundkörper (2) und die Platten (1; 11, 12, 13) mit einem relativ harten Abdeckkörper (4) aus gummielastischem Kunststoff abgedeckt sind.
daß die Platten (1; 11, 12, 13) blatt- und ovalförmig ausgebildet und aus zähelastischem Kunststoff gefertigt sind, daß die Platten in mindestens einer Ausnehmung (3) des Grundkörpers (2) mit ihren einen Enden befestigt sind und daß der Grundkörper (2) und die Platten (1; 11, 12, 13) mit einem relativ harten Abdeckkörper (4) aus gummielastischem Kunststoff abgedeckt sind.
2. Rückenschutz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Platten (1; 11, 12, 13) aus PE gestanzt sind.
3. Rückenschutz nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Platten im Schulterbereich (11) in Querrichtung und im unteren
Brustwirbelbereich und im Lendenwirbelbereich (12) in Längsrichtung zur
Wirbelsäule angeordnet sind und daß mindestens eine Platte (13) im
Kreuzbeinbereich in Querrichtung zur Wirbelsäule liegt.
4. Rückenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der weichere Grundkörper (2) und der härtere Abdeckkörper (4) aus
Polyuretanschaum unterschiedlicher Shore-Härte bestehen.
5. Rückenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Grundkörper (2) und der Abdeckkörper (4) zu den Rändern hin dünn
auslaufen.
6. Rückenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß unter dem Grundkörper (2) im Schulterbereich ein pyramidenförmiger
Zusatzkörper (7) aus Polyäthylenschaum eingearbeitet ist.
7. Rückenschutz nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß er mit einem Nierengurt (9) versehenen und am Körper des Benutzers
fixierbar ist.
8. Rückenschutz nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Innenseite (2′) des Rückenschutzes mit einem Textilgewebe
kaschiert ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1996101151 DE19601151A1 (de) | 1996-01-15 | 1996-01-15 | Rückenschutz |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
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| DE1996101151 DE19601151A1 (de) | 1996-01-15 | 1996-01-15 | Rückenschutz |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19601151A1 true DE19601151A1 (de) | 1997-07-17 |
Family
ID=7782748
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1996101151 Withdrawn DE19601151A1 (de) | 1996-01-15 | 1996-01-15 | Rückenschutz |
Country Status (1)
| Country | Link |
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Legal Events
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