DE19601130A1 - Verfahren zur Regelung einer Raumheizungsanlage - Google Patents
Verfahren zur Regelung einer RaumheizungsanlageInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Regelung einer
Raumheizungsanlage mit einem zentralen Wärmeerzeuger,
beispielsweise Gasheizkessel, zur Erwärmung eines
Wärmeträgermediums und mit einem Raumtemperaturregler,
der die Raum-Isttemperatur erfaßt und an dem ein
Raumtemperatur-Sollwert einstellbar ist, sowie mit einem
Stellorgan, wie Stellventil oder steuerbare Umwälzpumpe,
zur Einstellung der Wärmeträgermedium-Durchflußmenge pro
Zeiteinheit.
Ein Verfahren zum Steuern einer Temperatur einer
Zentralheizungsanlage ist in der DE 35 37 104 C2
beschrieben. Dieses dient der Korrektur der Heizkurve.
Die beschriebene Heizungsanlage zeigt die oben genannten
Baugruppen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs
genannten Art vorzuschlagen, durch das der Wärmeerzeuger
auf einem möglichst niedrigen Temperaturniveau betrieben
wird.
Gelöst ist diese Aufgabe durch die Merkmale des
kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1.
Dabei wird bei zunehmendem Raum-Wärmebedarf zunächst die
Wärmeträger-Durchflußmenge ohne Anhebung der
Vorlauftemperatur vergrößert. Der Wärmeerzeuger arbeitet
also lang auf einem niedrigen Temperaturniveau. Daraus
ergibt sich ein wirtschaftlicher Betrieb mit geringen
Verlusten. Erst wenn trotz maximaler Durchflußmenge der
jeweilige Raum-Wärmebedarf nicht gedeckt wird, wird die
Vorlauftemperatur angehoben.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich
aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Raumheizungsanlage schematisch,
Fig. 2 ein Diagramm der Durchflußmengenerhöhung,
Fig. 3 ein Diagramm der Vorlauftemperaturerhöhung und
Fig. 4 eine Ergänzung zu Fig. 3.
Ein zentraler Wärmeerzeuger (1), beispielsweise
Gasheizkessel, arbeitet mit einer Regeleinrichtung (2) für
die Vorlauftemperatur. Die Raumheizungsanlage ist im
Beispielsfall in Raumheizzonen (I, II) aufgeteilt. Es
können auch weitere Zonen vorgesehen sein. Jede
Raumheizzone umfaßt wenigstens einen Raumheizkörper (3, 4;
3′, 4′) in einem oder mehreren zu beheizenden Räumen.
Jeder Raumheizzone (I, II) ist über eine Vorlaufleitung (5
bzw. 5′) Heizungswasser vom Wärmeerzeuger (1) zugeführt.
Jeder Raumheizzone (I, II) ist ein motorisch antreibbares
Stellventil (6 bzw. 6′) oder eine Umwälzpumpe mit
einstellbarer Drehzahl zugeordnet. Das Stellventil bzw.
die Umwälzpumpe ist von einer Regelschaltung (7 bzw. 7′)
der betreffenden Raumheizzone (I, II) gesteuert. An der
Regelschaltung (7, 7′) liegt ein
Raumtemperatur-Sollwertgeber (8 bzw. 8′), der von einer
Zeitschaltuhr (9 bzw. 9′) einstellbar sein kann. Die
Regelschaltung (7, 7′) erfaßt über einen
Raumtemperaturfühler (10 bzw. 10′) die Isttemperatur des
Führungsraums der jeweiligen Raumheizzone.
Die Funktionsweise der beschriebenen Anlage ist im
wesentlichen folgende, wobei die Verhältnisse
hinsichtlich der Raumheizzone (I) beschrieben werden. Für
die Raumheizzone (II) gilt entsprechendes.
In Fig. 2 ist angenommen, daß im Zeitpunkt (t0) das
Stellventil (6) oder die statt dessen vorsehbare
drehzahlsteuerbare Umwälzpumpe so eingestellt ist, daß
eine minimale Durchflußmenge (Q1) fließt. Solange mit
dieser Temperatur die eingestellte Solltemperatur
erreicht wird, geschieht nichts weiteres.
Wird die eingestellte Solltemperatur im betreffenden Raum
nicht erreicht, dann schaltet die Regelschaltung (7) das
Stellventil (6) weiter auf, so daß eine größere
Durchflußmenge Q2 zu den Heizkörpern (3, 4) fließt, was in
Fig. 2 zum Zeitpunkt (t1) der Fall ist. Die erhöhte
Strömungsmenge bleibt wenigstens für eine festgelegte
Verweilzeit tV, beispielsweise 10 min bis 15 min,
aufrechterhalten, weil die Solltemperatur noch nicht
gleich erreicht werden kann. Die Verweilzeit tV ist so
bemessen, daß während ihr in vielen praktischen
Betriebsfällen sich die Raumtemperatur um einige K auf
die Solltemperatur erhöhen kann.
Wird die Solltemperatur nach der Verweilzeit tV nicht
erreicht, dann schaltet die Regelschaltung (7) die
Durchflußmenge um eine weitere Stufe auf Q3 höher, was in
Fig. 2 im Zeitpunkt t2 der Fall ist.
Wird die Solltemperatur auch mit der Durchflußmenge (Q3)
nicht erreicht, beispielsweise weil der Sollwert höher
gestellt wurde, dann wird die Durchflußmenge auf ihren
Maximalwert Qmax eingestellt, was in Fig. 2 bei t3 der
Fall ist. Wird auch mit der Durchflußmenge Qmax nach der
Verweilzeit tv die Solltemperatur nicht erreicht, dann
wird die Vorlauftemperatur Tv erhöht, was unten näher
beschrieben ist. Bis zum Zeitpunkt t4 regelt die
Regeleinrichtung (2) die Vorlauftemperatur auf einen
anlagenspezifisch möglichst kleinen Wert.
Anstelle der in Fig. 2 dargestellten drei Stufen können
auch mehr Durchflußmengenstufen vorgesehen sein. Jede
Stufe bleibt wenigstens während der Verweilzeit tV
geschaltet.
Übersteigt während der Zeit (t1 bis t4) die Raumtemperatur
die Solltemperatur, dann erfolgt ein entsprechend
stufenweises Zurückschalten der Durchflußmenge.
Wird trotz maximaler Durchflußmenge (Qmax) die
Raum-Solltemperatur nicht erreicht, dann gibt die
Regelschaltung (7) über eine Signalleitung (11 bzw. 11′)
ein Signal an die Regeleinrichtung (2) des Wärmeerzeugers
(1). Die Regeleinrichtung (2) erhöht damit die
Vorlauftemperatur Tv beispielsweise von T1 auf T2 (vgl.
Fig. 3). Die Temperatur T1 kann eine für den
Frostschutzbetrieb der Anlage nötige Temperatur oder eine
höhere Temperatur sein. Die Anforderung der
Temperaturerhöhung besteht für eine bestimmte Dauer tD,
beispielsweise 10 min bis 15 min, wobei die Dauer tD so
bemessen ist, daß sich nach Hochlauf der Solltemperatur
von T1 auf t2 eine anlagenspezifische Zeit bleibt, die im
Regelfalle ausreicht, daß sich die Raumtemperatur um
wenige K auf den Sollwert erhöht.
Reicht die Vorlauftemperatur T2 nicht aus, um den
Raumtemperatursollwert zu erreichen, dann wird sie um
eine Stufe weiter erhöht, was nach Fig. 3 zum Zeitpunkt
t5 der Fall ist. Die Vorlauftemperatur wird von T2 auf T3
angehoben. Entsprechendes gilt für weitere Stufen. Zum
Zeitpunkt t6, beispielsweise, ist mit der
Vorlauftemperatur T3 die Raumsolltemperatur noch immer
nicht erreicht. Dementsprechend wird die
Vorlauftemperatur auf T4 hochgestellt.
Die bestimmte Dauer tD, während der die von der
Regelschaltung (7) ausgehende Temperaturanforderung
Gültigkeit hat, ist vorzugsweise so bemessen, daß die
erhöhte Solltemperatur für einige Zeit bestehen bleibt.
Nach Ablauf der bestimmten Dauer tD wird, wenn innerhalb
ihr keine Temperaturerhöhung angefordert wird, die
Vorlauftemperatur zurückgestellt, was in Fig. 3
beispielsweise zum Zeitpunkt t7 der Fall ist. Die
Vorlauftemperatur sinkt dementsprechend ab. Zum Zeitpunkt
t8 fordert die Regelschaltung (7) eine weitere
Temperaturerhöhung an, so daß die Vorlauftemperatur
wieder ansteigt. Nach dem Zeitpunkt t9 erfolgt keine
weitere Temperaturanforderung, so daß die
Vorlauftemperatur Tv auf ihren Ausgangswert T1
zurückgeht.
Bei jeder Erhöhung der Vorlauftemperatur Tv wird das
Stellventil (6) wenigstens um eine Stufe zurückgeschaltet.
Es kann bei jeder Erhöhung der Vorlauftemperatur auf die
niedrigste Durchflußmenge zurückgeschaltet werden. Es ist
damit zusätzlich unterstützt, daß eine erhöhte
Vorlauftemperatur schnell an den Raumheizkörpern wirksam
wird.
Fig. 4 zeigt eine von der Regeleinrichtung (2)
voreingestellte Vorlauftemperatur Tn im normalen
Tagbetrieb und eine Vorlauftemperatur Ta im abgesenkten
Nachtbetrieb und eine Vorlauftemperatur Tf im
Frostschutzbetrieb. In Fig. 4 sind durch die Kurven
a, b, c die betreffenden Temperaturerhöhungen dargestellt,
die auftreten, wenn die Regelschaltung (7) eine erhöhte
Vorlauftemperatur anfordert. Bei einer
Temperaturanforderung zum Zeitpunkt t1′ erfolgt eine
vergleichsweise kleine Erhöhung der Vorlauftemperatur
(Kurve a). Bei Temperaturanforderung im Zeitpunkt t2′
erfolgt eine größere Temperaturerhöhung auf - zunächst
Tn. Im Zeitpunkt t3′ ist bei Temperaturanforderung die
Temperaturerhöhung (Kurve c) noch größer, um - zunächst -
die Temperatur Tn zu erreichen.
Die Vorlauftemperatur (Tv) kann an der Regeleinrichtung (2)
auch außentemperaturabhängig voreingestellt sein, wobei
dann von diesem voreingestellten Vorlauftemperaturwert
aus die Temperaturerhöhung entsprechend des Signals der
Regelschaltung (7) erfolgt.
Claims (9)
1. Verfahren zur Regelung einer Raumheizungsanlage mit
einem zentralen Wärmeerzeuger, beispielsweise
Gasheizkessel, zur Erwärmung eines Wärmeträgermediums und
mit einem Raumtemperaturregler, der die
Raum-Isttemperatur erfaßt und an dem ein Raumtemperatur-Sollwert
einstellbar ist, sowie mit einem Stellorgan, wie
Stellventil oder steuerbare Umwälzpumpe, zur Einstellung
der Wärmeträgermedium-Durchflußmenge pro Zeiteinheit,
dadurch gekennzeichnet,
daß, wenn der Raumtemperatur-Istwert kleiner als der
Raumtemperatur-Sollwert ist, zunächst die Durchflußmenge
(Q) stufenweise erhöht wird, wobei jede
Durchflußmengenstufe wenigstens während einer bestimmten
Verweilzeit (tV) eingeschaltet bleibt und die nächsthöhere
Durchflußmengenstufe erst eingeschaltet wird, wenn
innerhalb der Verweilzeit (tV) der Raumtemperatur-Sollwert
noch nicht erreicht wird, und daß erst dann,
wenn die Durchflußmengenstufe der maximalen
Durchflußmenge (Qmax) eingeschaltet ist und der
Raumtemperatur-Sollwert dennoch nicht erreicht wird, der
Raumtemperaturregler (7) ein Signal zur Erhöhung der
Vorlauftemperatur (Tv) des Wärmeträgermediums an den
Wärmeerzeuger (1, 2) gibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Vorlauftemperatur (Tv) des Wärmeträgermediums
stufenweise erhöht wird, wobei jede
Vorlauftemperaturstufe wenigstens für eine bestimmte
Dauer (tD) eingeschaltet bleibt, und die nächsthöhere
Vorlauftemperaturstufe erst eingeschaltet wird, wenn der
Raumtemperatur-Istwert den Raumtemperatur-Sollwert noch
nicht erreicht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verweilzeit (tV) der Durchflußmengenstufen
entsprechend der Trägheit der Anlage festgelegt ist,
beispielsweise 10 min bis 15 min, beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die bestimmte Dauer (tD) der Vorlauftemperaturstufen
entsprechend der Trägheit der Anlage festgelegt ist,
beispielsweise 10 min bis 15 min, beträgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
insbesondere Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß nach Erreichen der bestimmten Dauer (tD) die
Vorlauftemperatur erniedrigt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Einschalten einer Erhöhung der Vorlauftemperatur
(Tv) des Wärmeträgermediums die Durchflußmenge (Q)
wenigstens um eine Durchflußmengenstufe zurückgeschaltet
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Einschalten einer Erhöhung der Vorlauftemperatur
(Tv) des Wärmeträgermediums die Durchflußmenge auf die
niedrigste Durchflußmengenstufe (Q1) zurückgeschaltet
wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuerung der Durchflußmengen für
unterschiedliche Zonen (I, II) der Raumheizungsanlage
separat erfolgt, wobei jeder Zone wenigstens ein
Raumheizkörper (3, 3′), ein Stellorgan (6, 6′) und ein
Raumtemperaturregler (7, 7′) zugeordnet sind.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Regeleinrichtung (2) des Wärmeerzeugers (1) von
dem Raumtemperaturregler (7) Steuersignale für die
Erhöhung der Vorlauftemperatur erhält, welche sie in
Abhängigkeit der Außentemperatur und/oder einer
Tag-Nacht-Absenkung oder eines Frostschutzbetriebs
voreinstellt.
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