DE19601793A1 - Verfahren zum Beschichten von Oberflächen - Google Patents
Verfahren zum Beschichten von OberflächenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten von Oberflächen von
Werkstücken aus Leichtmetallegierungen, insbesondere der Zylinderlaufflächen
von Zylindergehäusen von Hubkolbenmaschinen, gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
Ein derartiges Verfahren beschreibt beispielsweise die DE 44 13 306 C1
anhand einer Bremsscheibe aus einer Leichtmetallegierung, bei der im
Flammspritzverfahren als Metallegierungspulver Aluminium-, Magnesium- oder
Titanlegierungen und als Verstärkungspartikel aus keramischem Material
Siliziumkarbid, Aluminiumoxid, Borkarbid, Magnesiumoxid und/oder Titandiborid
und ggf. als Gleitstoffpartikel Bornitrid oder Graphit zugesetzt werden. Die so
gebildete Verstärkungsschicht soll mindestens 1 mm Dicke aufweisen. Als
Leichtmetallegierungen kommen insbesondere Magnesium- oder
Aluminiumlegierungen in Frage.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der gattungsgemäßen Art auf
zuzeigen, mit dem tribolobisch besonders günstige und fertigungstechnisch gut
beherrschbare Beschichtungen geschaffen werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
den weiteren Patentansprüchen entnehmbar.
Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, auf das Werkstück einen pulverförmigen
Verbundwerkstoff mit Al-Fe-Si thermisch aufzuspritzen, wobei der
Verbundwerkstoff bei einem Werkstück aus einer Aluminiumlegierung in eine
Matrix aus einer Aluminiumlegierung eingebunden sein kann. Durch das
thermische Aufspritzen, bevorzugt durch Plasmaspritzen, und die schnelle
Erstarrung der Schmelze werden intermetallische AlFe-Verbindungen in im
Matrixwerkstoff übereutektisch gelöste AlFeSi-Verbindungen (ohne
Primärkristallausscheidungen) homogen eingebunden und bilden eine ho
mogene Beschichtung, deren Wärmedehnungsverhalten und E-Modul dem
Grundwerkstoff ähnlich ist (gute Thermoschockbeständigkeit), bei einer Härte
von bis zu 600 HV. Die Beschichtung weist ferner eine hohe Zähigkeit, eine
gute Zerspanbarkeit (Honbarkeit) und eine tribologisch vorteilhafte Topographie
auf.
Der pulverförmig aufgebrachte und beim thermischen Spritzen teilweise
schmelzende Verbundwerkstoff wird bevorzugt gebildet durch AlSiFe-Ver
bindungen, die in der angegebenen Zusammensetzung in übersättigter Form in
einer Matrix aus einer Leichtmetallegierung, bevorzugt einer Aluminiumle
gierung (Aluminium mit üblichen Zusätzen und/oder Verunreinigungen), ein
geschlossen sind und beim Aufspritzen teilweise in Lösung gehen. Dabei ist
das Verhältnis der AlFe-Verbindungen nach Partikelgröße und chemischer
Zusammensetzung zur Bildung in der Beschichtung eingebetteter interme
tallischer AlFe-Verbindungen entsprechend abgestimmt.
In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, der aufgebrachten Be
schichtung Festschmierstoffe, insbesondere hexagonales Bornitrid, zuzugeben,
um insbesondere bei Anwendung der Erfindung an Zylinderlaufflächen für
Hubkolben-Brennkraftmaschinen eine weitere Steigerung der tribologischen
Eigenschaften zu erzielen.
Eine besonders bevorzugte chemische Zusammensetzung der Beschichtung
enthält 3 bis 20% Eisen, insbesondere 5 bis 8%, 13 bis 25% Silizium, ins
besondere 14 bis 18% und 3 bis 40% hexagonales Bornitrid, insbesondere 12
bis 18%. Damit sind Zylinderlaufflächen erzielbar, die neben der erforderlichen
Härte und Verschleißfestigkeit sowie sehr günstigen Gleiteigenschaften
fertigungstechnisch gut bearbeitbar bzw. honbar sind.
Bei bevorzugter Anwendung des Plasmaspritzens zum Aufbringen der Be
schichtung wird ein Argon-Wasserstoff-Plasma verwendet, mit dem unter
anderem unerwünschte Oxidbildungen in Grenzen gehalten werden.
Die Beschichtung kann vorzugsweise eine Schichtdicke von 30 bis 500 µm,
insbesondere 50 bis 200 µm und durch Variation des Eisengehaltes eine Vic
kershärte von 250 bis 600 HV aufweisen. Eine derartige Beschichtung hat sich
für Zylinderlaufflächen als besonders vorteilhaft und verschleißbeständig
erwiesen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im folgenden mit weiteren Einzel
heiten näher beschrieben.
Bei einem Zylinderkurbelgehäuse für eine Hubkolben-Brennkraftmaschine mit
einer übereutektischen Aluminium-Silizium-Legierung mit 17% Silizium wurde
nach dem Bohren der Zylinder auf ein definiertes Rohmaß durch
Plasmaspritzen in einem Argon-Wasserstoff-Plasma und unter Schutzgas
(Stickstoff) eine Laufflächenbeschichtung aufgebracht.
Dabei wurde ein Verbundwerkstoff in Pulverform mit einer Partikelgröße von 60
µm und folgender chemischer Zusammensetzung verwendet:
Fe 10%
Si 15%
BN (hexagonal) 15%
Rest Aluminium und übliche Beimengungen.
Fe 10%
Si 15%
BN (hexagonal) 15%
Rest Aluminium und übliche Beimengungen.
Dieser Verbundwerkstoff ist gebildet aus Al-Fe-Si-Verbindungen, die übersättigt
in der Aluminiummatrix unter teilweiser Bildung von intermetallischen
AlFe-Verbindungen eingeschlossen sind.
Beim Plasmaspritzen dieses Verbundwerkstoffes unter Schutzgas wird aufgrund
der teilweisen Schmelzung und der schnellen Erstarrung auf dem
Grundwerkstoff (Zylinderkurbelgehäuse) eine homogene Beschichtung ohne
Ausscheidung von Si-Kristallen gebildet, wobei Si und Fe in übersättigter Lö
sung mit dem Matrixwerkstoff vorliegen.
Diese intermetallische AlFe-Verbindungen enthaltende Beschichtung kann je
nach deren Fe-Gehalt eine Vickershärte von bis zu 600 HV aufweisen, bei einer
gezielten Porösität, die sich unter anderem durch die gewählte Pulver-
Partikelgröße bestimmt.
Nach dem Aufbringen der Beschichtung wurde die Zylinderlauffläche mit
Diamanthonleisten zur Herstellung der geforderten geometrischen Genauigkeit
und Oberflächenbeschaffenheit gehont.
Die so gebildeten Laufflächen weisen eine hohe Härte sowie Zähigkeit auf, bei
hervorragenden tribologischen Eigenschaften. Sie sind gut zerspanbar bzw.
honbar, so daß eine geringe Mikrorauhigkeit bei einer gezielten Porösität
vorliegt. Ferner weisen die Laufflächen gute Dämpfungseigenschaften auf.
Aufgrund des volumenmäßig geringen Fe-Gehaltes ist ein Recycling des
Zylindergehäuses problemlos möglich. Zudem ist der vorgeschlagene
Verbundwerkstoff kostengünstiger, gut beherrschbar in seiner Spritzbarkeit
(Prozeßsicher) und ermöglicht eine hohe Pulverausbeute.
Die Erfindung ist nicht auf das beschriebene Ausführungsbeispiel beschränkt.
Als thermisches Spritzverfahren kann auch Flammspritzen, Laserspritzen, etc.
eingesetzt sein. Anstelle von Zylinderlaufflächen können auch andere aus
Leichtmetall hergestellte Bauteile, z. B. Tassenstößel der Ventilsteuerung,
Ölpumpengehäuse, etc. beschichtet werden. Anstelle einer Aluminiumlegierung
als Substrat kann auch eine Magnesiumlegierung verwendet sein.
Claims (12)
1. Verfahren zur Beschichtung von Oberflächen von Werkstücken aus
Leichtmetallegierungen, insbesondere der Zylinderlaufflächen von Zylin
dergehäusen von Hubkolbenmaschinen, durch thermisches Aufspritzen von
Hartstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch
Aufspritzen eines pulverförmigen Verbundwerkstoffes mit Al, Fe und Si
gebildet ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verbund
werkstoff gebildet wird aus Al-Fe-Si-Verbindungen, die in einer übersättigten
Matrix aus einer Leichtmetallegierung, insbesondere einer
Aluminiumlegierung, eingeschlossen sind.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
Verhältnis Al-Fe nach Partikelgröße und chemischer Zusammensetzung zur
Bildung eingebetteter intermetallischer AlFe-Verbindungen abgestimmt ist.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1-3, dadurch gekennzeichnet, daß das
Pulver unter Schutzgas (Stickstoff) und mit einer Partikelgröße zwischen 5
µm und 80 µm verdüst wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der
aufgespritzte Verbundwerkstoff 3 bis 20%, insbesondere 5 bis 15% Fe und
13 bis 25%, insbesondere 14 bis 18%, Si enthält.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1-5, dadurch ge
kennzeichnet, daß dem Verbundwerkstoff Festschmierstoffe zugegeben
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Fest
schmierstoff hexagonales Bornitrid zugegeben wird.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß dem
aufgespritzten Verbundwerkstoff 3 bis 40%, insbesondere 12 bis 18% BN
(hexagonal) zugegeben wird.
9. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung durch Plasmaspritzen
hergestellt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Argon-
Wasserstoff-Plasma verwendet wird.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Schichtdicke von 30 bis 500 µm, insbe
sondere von 50 bis 200 µm, aufgebracht wird.
12. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Härte der Schicht durch Variation des
Fe-Gehaltes auf 250 bis 600 HV eingestellt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19601793A DE19601793B4 (de) | 1996-01-19 | 1996-01-19 | Verfahren zum Beschichten von Oberflächen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19601793A DE19601793B4 (de) | 1996-01-19 | 1996-01-19 | Verfahren zum Beschichten von Oberflächen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19601793A1 true DE19601793A1 (de) | 1997-07-24 |
| DE19601793B4 DE19601793B4 (de) | 2004-11-18 |
Family
ID=7783151
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19601793A Expired - Lifetime DE19601793B4 (de) | 1996-01-19 | 1996-01-19 | Verfahren zum Beschichten von Oberflächen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19601793B4 (de) |
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|---|---|
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