DE19600486C1 - Bremse für Schienenfahrzeuge - Google Patents
Bremse für SchienenfahrzeugeInfo
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- B61H5/00—Applications or arrangements of brakes with substantially radial braking surfaces pressed together in axial direction, e.g. disc brakes
-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
- B61—RAILWAYS
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-
- B—PERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
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Description
Die Erfindung betrifft eine Bremse für Schienenfahrzeuge gemäß dem Ober
begriff des Anspruchs 1. Insbesondere befaßt sich die Erfindung mit einer
Bremse, die als Not- und/oder Parkbremse dient.
Bei Schienenfahrzeugen, beispielsweise bei Straßenbahnen, sind die Räder
üblicherweise in einem Drehgestell oder Fahrwerk gelagert, das auch einen
Antriebsmotor sowie ein Getriebe für den Antrieb der Räder aufnimmt. Die
Not- und Parkbremse für solche Schienenfahrzeuge ist üblicherweise als
Scheibenbremse ausgebildet, die außerhalb des Motorgehäuses und auch au
ßerhalb des Getriebegehäuses an einer den Motor mit dem Getriebe verbin
denden Welle angeordnet ist. Die Bremsscheibe sitzt starr auf der Welle, wäh
rend eine zugehörige Bremszange oder ein Schwimmsattel mit Hilfe einer
besonderen Konsole stationär am Drehgestell oder Motor- oder Getriebege
häuse befestigt ist.
Bei der Schwimmsattel-Version weist der Schwimmsattel üblicherweise eine
flache Grundplatte auf, die in einer zum Rand der Bremsscheibe tangentialen
Ebene liegt und beiderseits der Bremsscheibe zwei radial nach innen weisen
de Vorsprünge bildet. Ein erster Bremsbelag ist fest an einem der Vorsprün
ge angebracht, während ein zweiter Bremsbelag an einer verschiebbar an
dem zweiten Vorsprung geführten Bremsbacke angeordnet ist. Die Grund
platte ist ihrerseits verschiebbar auf parallel zu der Welle verlaufenden Füh
rungsbolzen geführt. Wenn dann mit Hilfe eines Aktuators eine Kraft auf die
bewegliche Bremsbacke ausgeübt wird, so wirkt eine entsprechende Gegen
kraft auf den Schwimmsattel, so daß dieser sich als Ganzes verschiebt. Folg
lich wird die Bremsscheibe gleichmäßig zwischen den Bremsbelägen einge
spannt und gebremst.
Aus Sicherheitsgründen ist die Bremse zumeist als Federspeicherbremse aus
gebildet, das heißt, die Bremsbeläge werden durch den Aktuator elastisch in
die wirksame, an der Bremsscheibe anliegende Position vorgespannt, und im
Normalbetrieb wird die Bremse durch eine hydraulische und/oder mechani
sche Löseeinrichtung in der unwirksamen Position gehalten. Zum Auslösen
einer Notbremsung ist folglich kein aktives Element erforderlich, sondern es
braucht lediglich die Löseeinrichtung deaktiviert zu werden.
Die herkömmliche Bremse erfordert einen relativ hohen konstruktiven Auf
wand und beansprucht relativ viel Platz im Drehgestell, da die Konsole für die
Bremszange bzw. den Schwimmsattel so stabil befestigt werden muß, daß die
beim Bremsen auftretenden Reaktionskräfte aufgenommen werden können,
und da außerdem der verhältnismäßig sperrige Aktuator der Federspeicher
bremse in geeigneter Weise mechanisch mit der Bremszange bzw. dem
Schwimmsattel verbunden werden muß. Ein weiterer Nachteil besteht darin,
daß die Konsole den Zugang zu den Bremsbelägen erschwert. Die Kontrolle
oder das Auswechseln der Bremsbeläge sowie Wartungsarbeiten an dem Aktu
ator müssen deshalb bisher in der Regel von einer Montagegrube aus vorge
nommen werden.
Aus AT 399 694 B ist eine Bremse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 be
kannt, bei der die Bremsscheibe und der Bremssattel vollständig in das Ge
triebegehäuse integriert sind, so daß sie von dem Getriebeöl umspült werden.
Bei Wartungsarbeiten ist hier jedoch der Zugang zu der Bremse erheblich er
schwert.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bremse der eingangs genannten Art zu
schaffen, die sich durch eine vereinfachte Konstruktion, einen geringeren
Raumbedarf und eine hohe Wartungsfreundlichkeit auszeichnet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den in Anspruch 1 angegebenen
Merkmalen gelöst.
Bei der erfindungsgemäßen Bremse ist die Bremsscheibe in einem zylindri
schen Gehäuseabschnitt eines Antriebsgehäuses untergebracht. Bei dem An
triebsgehäuse kann es sich um das Motorgehäuse, das Getriebegehäuse oder
ein gemeinsames Gehäuse für den Antriebsmotor und das Getriebe handeln.
Der zylindrische Gehäuseabschnitt weist in seiner Umfangswand eine Öff
nung auf, in der der Schwimmsattel gelagert ist.
Diese Bauweise gestattet es somit, die gesamte Bremse raumsparend in das
Antriebsgehäuse zu integrieren, so daß die auf den Schwimmsattel wirken
den Reaktionskräfte unmittelbar von dem Antriebsgehäuse aufgenommen
werden können und keine besondere Konsole für die Befestigung des
Schwimmsattels vorgesehen zu werden braucht. Hierdurch wird eine wesent
lich einfachere und kompaktere Konstruktion erreicht. Da außerdem die
Bremsbeläge in dem Schwimmsattel in der Öffnung in der Umfangswand des
Gehäuses liegen, sind sie bei Wartungsarbeiten leichter zugänglich. Der zylin
drische Gehäuseabschnitt kann so orientiert werden, daß seine den
Schwimmsattel aufnehmende Öffnung zur Fahrzeugaußenseite weist. War
tungsarbeiten wie das Auswechseln der Bremsbeläge können dann unmittel
bar von der Fahrzeugseite her vorgenommen werden, so daß das betreffende
Drehgestell des Fahrzeugs nicht über eine Montagegrube gefahren zu werden
braucht.
Der Aktuator ist unmittelbar angrenzend an den Schwimmsattel außerhalb
des Antriebsgehäuses in einem Einzug in der Umfangswand dieses Antriebs
gehäuses untergebracht. Durch die direkte Kopplung des Aktuators mit dem
Schwimmsattel wird so eine weitere konstruktive Vereinfachung und eine
hohe Betriebssicherheit erreicht, und dennoch ist der außerhalb des An
triebsgehäuses liegende Aktuator bei Wartungsarbeiten ebenso gut zugänglich
wie der Schwimmsattel. Außerdem können der Schwimmsattel und der Ak
tuator eine einheitliche Baugruppe bilden, die sich in einem Arbeitsgang ein
fach und sicher an dem Antriebsgehäuse befestigen läßt.
Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, daß die
Scheibenbremse in dem zylindrischen Gehäuseabschnitt gekapselt ist, des
sen Öffnung durch den Schwimmsattel weitgehend verschlossen wird. Die
Bremsscheibe ist somit besser gegen mechanische Beschädigungen und ge
gen Spritzwasser geschützt so daß bei einer Notbremsung eine hohe Brems
wirkung erreicht wird, da die Bremsbeläge von Anfang an an einer trockenen
Bremsscheibe angreifen.
Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand
der Zeichnung näher erläutert.
Die einzige Zeichnungsfigur zeigt eine perspektivische Ansicht eines Teils ei
nes Antriebsgehäuses, an und in dem die erfindungsgemäße Bremse instal
liert ist.
Das Antriebsgehäuse 10, von dem in der Zeichnung lediglich ein Teil darge
stellt ist, nimmt beispielsweise einen elektrischen Antriebsmotor oder ein
Getriebe für ein angetriebenes Rad eines Schienenfahrzeugs auf und ist in be
kannter Weise im Drehgestell des Schienenfahrzeugs montiert. Dieses An
triebsgehäuse 10 weist einen im wesentlichen zylindrischen Gehäuseab
schnitt 12 auf, an und in dem die erfindungsgemäße Bremse 14 montiert ist.
Der zylindrische Gehäuseabschnitt 12 wird koaxial von einer zum Antriebszug
für das betreffende Rad des Schienenfahrzeugs gehörenden Welle 16 durch
laufen. Bei der Welle 16 kann es sich also etwa um die Motorwelle oder um
die Ausgangswelle des Getriebes handeln. Wenn beispielsweise der zylindri
sche Gehäuseabschnitt 12 ein "Zwischenflansch" ist, der einen den Motor
aufnehmenden Teil des Antriebsgehäuses 10 mit einem (nicht gezeigten) Ge
triebegehäuse verbindet, so ist die Welle 16 die Ausgangswelle des Motors,
die zugleich die Eingangswelle des Getriebes bildet.
Eine Bremsscheibe 18 ist innerhalb des Gehäuseabschnitts 12 mitdrehbar auf
der Welle 16 montiert. In dem Gehäuseabschnitt 12 können darüber hinaus
noch weitere, nicht gezeigte Komponenten des Antriebsmotors und/oder des
Getriebes untergebracht sein.
Die Umfangswand des Gehäuseabschnitts 12 ist an einer Stelle, vorzugsweise
auf der Fahrzeugaußenseite, durch eine Öffnung 20 unterbrochen. Diese Öff
nung 20 wird weitgehend von einem mit der Bremsscheibe 18 zusammen
wirkenden Schwimmsattel 22 der Bremse 14 ausgefüllt. Der Schwimmsattel
22 weist eine flache, rechteckige Grundplatte 24 auf, die tangential zum Um
fang der Bremsscheibe 18 liegt und von einer den Rand der Bremsscheibe
aufnehmenden fensterartigen Öffnung 26 durchbrochen ist. Beiderseits der
Öffnung 26 bildet die Grundplatte 24 zwei in Richtung auf die Welle 16 vor
kragende Vorsprünge 28, von denen in der Zeichnung nur einer zu erkennen
ist. Der in der Zeichnung sichtbare Vorsprung 28 trägt in üblicher Weise auf
der Innenseite (in der Zeichnung nicht erkennbar) einen Bremsbelag. Auf der
entgegengesetzten Seite der Bremsscheibe 18 ist ein entsprechender Brems
belag an einer (nicht gezeigten) Bremsbacke angeordnet, die in bezug auf die
Grundplatte 24 auf die Bremsscheibe 18 zu und von dieser weg, also parallel
zur Achse der Welle 16, verschiebbar geführt ist.
Die Grundplatte 24 ist ihrerseits verschiebbar an zwei parallel zu der Welle
16 verlaufenden Führungsbolzen 30 gehalten, deren Enden in an den Gehäu
seabschnitt 12 angeformten Augen 32 befestigt sind.
An der in der Zeichnung dem Betrachter abgewandten Seite des Schwimm
sattels 22 ist ein Aktuator 34 befestigt, der teils in der Öffnung 20 des
Gehäuseabschnitts 12 und teils in einem nach außen offenen Einzug 36 in
der Außenwand des angrenzenden Teils des Antriebsgehäuses 10 liegt. Von
dem Aktuator 34, dessen Aufbau als solcher bekannt ist, ist in der Zeichnung
lediglich das patronenartige, quaderförmige Gehäuse dargestellt. Im Inneren
dieses Gehäuses ist in bekannter Weise eine kräftige Druckfeder unterge
bracht, die über eine nicht gezeigte Betätigungsstange auf die oben erwähnte
verschiebbare Bremsbacke des Schwimmsattels 22 wirkt und diese gegen die
Bremsscheibe 18 vorspannt. Die Reaktionskräfte der Druckfeder werden
über das Gehäuse des Aktuators 34 auf die Grundplatte 24 des Schwimmsat
tels übertragen, so daß der an dem festen Vorsprung 28 angebrachte Brems
belag ebenfalls gegen die Bremsscheibe 18 gezogen wird.
In dem Gehäuse des Aktuators 34 ist weiterhin eine hydraulische Löseein
richtung untergebracht, die über nicht gezeigte Druckschläuche mit einer
geeigneten Druckquelle in Verbindung steht und während der Fahrt des
Schienenfahrzeugs die Druckfeder komprimiert und somit die Bremse 14 ge
löst hält.
Wenn mit Hilfe der Bremse 14 beispielsweise eine Notbremsung durchge
führt werden soll, so wird die Rückstelleinrichtung des Aktuators 34 druck
entlastet, so daß die Bremsbeläge des Schwimmsattels durch Federkraft ge
gen die Bremsscheibe gespannt werden. Die in Umfangsrichtung der Brems
scheibe auf den Schwimmsattel 22 wirkenden Reaktionskräfte werden über
die Führungsbolzen 30 und die Augen 32 unmittelbar in die Wand des Gehäu
seabschnitts 12 abgeleitet und somit stabil aufgenommen. Durch die fenster
artige Öffnung 26 des Schwimmsattels wird eine Belüftung der Bremsscheibe
ermöglicht. Da die Bremse 14 nur als Notbremse oder Parkbremse benutzt
wird und folglich die Perioden, in denen Reibungshitze entsteht, nur relativ
kurz sind, genügt dies, eine Überhitzung der Bremsscheibe und der Bremsbe
läge zu verhindern.
Da der Schwimmsattel 22 und der Aktuator 34 in der Außenwand des An
triebsgehäuses 10 liegen, sind sie von der Außenseite des Fahrzeugs aus jederzeit
bequem erreichbar, so daß Kontroll-, Wartungs- und Reparaturarbei
ten problemlos vorgenommen werden können.
Claims (6)
1. Bremse für Schienenfahrzeuge mit einem Antriebsgehäuse (10), das
einen Antriebsmotor und/oder ein Getriebe des Schienenfahrzeugs aufnimmt,
mit:
- - einer mitdrehbar auf einer Welle (16) des Motors oder des Getriebes gehaltenen Bremsscheibe (18), die in einem im wesentlichen zylindrischen Gehäuseabschnitt (12) des Antriebsgehäuses (10) untergebracht ist,
- - einem am Umfang der Bremsscheibe angeordneten Schwimmsattel (22), der einander beiderseits der Bremsscheibe (18) gegenüberliegende Bremsbe läge aufweist, und
- - einem Aktuator (34) zum Andrücken der Bremsbeläge gegen die Brems scheibe,
dadurch gekennzeichnet, daß der Schwimmsattel (22) in einer Öffnung (20)
in der Umfangswand des Gehäuseabschnitts (12) gelagert ist, daß der
Schwimmsattel (22) eine annähernd rechteckige Grundplatte (24) aufweist,
die in einer zur Bremsscheibe (18) tangentialen Ebene liegt und die Öffnung
(20) des Gehäuseabschnitts (12) weitgehend ausfüllt, und daß der Aktuator
(34) mit seinem von dem Schwimmsattel (22) abgewandten Ende in einem
nach außen offenen, an die Öffnung (20) des Gehäuseabschnitts (12) angren
zenden Einzug (36) des Antriebsgehäuses (10) liegt.
2. Bremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwimm
sattel (22) verschiebbar auf zwei parallel zu der Welle (16) verlaufenden, mit
ihren Enden am Antriebsgehäuse (10) befestigten Führungsbolzen (30) gela
gert ist.
3. Bremse nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß der Aktuator (34) sich in Axialrichtung der Welle (16) unmittelbar
an den Schwimmsattel (22) anschließt.
4. Bremse nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Aktuator
(34) und der Schwimmsattel (22) zu einer baulichen Einheit verbunden sind.
5. Bremse nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeich
net, daß der Gehäuseabschnitt (12) einen den Antriebsmotor des Schienen
fahrzeugs aufnehmenden Teil des Antriebsgehäuses (10) mit einem das
Getriebe aufnehmenden Teil verbindet.
Priority Applications (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19600486A DE19600486C1 (de) | 1996-01-09 | 1996-01-09 | Bremse für Schienenfahrzeuge |
| US08/778,219 US5715915A (en) | 1996-01-09 | 1997-01-08 | Brake for rail cars |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19600486A DE19600486C1 (de) | 1996-01-09 | 1996-01-09 | Bremse für Schienenfahrzeuge |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19600486C1 true DE19600486C1 (de) | 1997-08-28 |
Family
ID=7782341
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
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| DE (1) | DE19600486C1 (de) |
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| 8363 | Opposition against the patent | ||
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Owner name: HANNING & KAHL GMBH & CO., 33813 OERLINGHAUSEN, DE |
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| 8327 | Change in the person/name/address of the patent owner |
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| R071 | Expiry of right |