DE1959048C3 - Verfahren zur Messung der Enthalpie feuchter Luft und Schaltungsanordnung zur Ausführung des Verfahrens - Google Patents
Verfahren zur Messung der Enthalpie feuchter Luft und Schaltungsanordnung zur Ausführung des VerfahrensInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Messung der Enthalpie feuchter Luft durch Messung ihrer
Temperatur und ihrer Feuchte sowie Schaltungs-■nordnungen zur Ausführung des Verfahrens.
Die Erfindung beruht auf dem Umstand, daß die Enthalpie feuchter Luft sich aus einem Anteil temperaturabhängiger
sensibler Wärme, d. h. trockener Wärme, und einem Anteil vom Feuchtegehalt abhängiger
latenter Wärme, d. h. Verdampfungswärme, zusammensetzt, und die Enthalpiemessung damit auf
eine Temperaturmessung und eine Feuchtemessung zurückgeführt werden kann.
Es ist bekannt, die Enthalpie feuchter Luft aus einer Temperaturmessung und einer Feuchtemessung
zu ermitteln. Hierbei wird die Temperaturmessung 048
und die Feuchtemessung als Einzelmessung durchgeführt und die Enthalpie entweder mittels mathematischer
Beziehungen berechnet oder aus Tabellen bzw. aus Nomogrammen bestimmt. Diesem Verfahren
haften verschiedene Nachteile an. Diese bestehen vor allem darin, daß die Enthalpie nicht als Meßwert
vorliegt, sondern über Zwischenschritte ermittelt werden muß. Ein Näherungsverfahren zur direkten Bestimmung
der Enthalpie feuchter Luft ist durch die Messung der Feuchtkugeltemperatur gegeben. Diese
Messung erfordert einen relativ hohen Wartungsaufwand, als dessen Folge nicht in allen Jahreszeiten
und nicht während aller Wartungszeiträume die Zuverlässigkeit der Messungen gewährleistet ist. Infolge
dieser Mängel eignen sich die bekannten Ermittlungsverfahren nicht für kontinuierliche Messungen über
längere Zeiträume, wie sie für die automatische Steuerung und Regelung Voraussetzung sind und
außerdem bei Feuchtkugeltemperatuien unter 0 C
unbefriedigende Meßwerte ergeben.
Der Zweck der Erfindung besteht darin, die Mängel und Nachteile der bekannten Ermittlungsverfahren
zu beseitigen und die Betriebsweise von Anlagen wirtschaftlicher zu gestalten, für welche eine zuverlässige
und kontinuierliche Messung der Enthalpie feuchter Luft erforderlich ist. Dies gilt insbesondere
für den Betrieb von Lüftungs- und Klimaanlagen.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, bei Bestimmung der Enthalpie feuchter Luft die individuellen
Zwischen schritte, die nach dem bekannten Verfahren zur Ermittlung der Enthapie aus einer Temperatur-
und einer Feuchtemessung erforderlich sind, zu
vermeiden und die Enthalpie als Meßsignal kontinuierlich zu erfassen.
Dies geschieht erfindungsgemäß durch Vereinigung einer Temperaturmessung und einer Feuchtemessung
in der Weise, daß die Meßsignale des Temperaturmeßfühlers und des Feuchtemeßfühlers in additionsfähige
äquivalente Signale transformiert, mit einem Faktor vorgegebener Größe bewertet und addiert
werden. Zur Messung der beiden Komponenten können an sich bekannte Meßfüliler verwendet werden.
In vorteilhafter Weise werden zur Realisierung der Messungen die den Temperatur und Feuchteänderungen
proportionalen Änderungen von Widerständen ausgenutzt. Die Bewertungsfaktoren sind unterschiedlich
groß und werden infolge der Nichtlinearität des Temperatur-Dampfdruck-Gesetzes von dem vorgesehenen
Meßbereich der Enthalpie bestimmt. Die Bewertung wird dadurch erreicht, indem die Meßwerte
einer oder beider Komponenten mit einem Muhiplikationsfaktor versehen werden und so in das
Gesamtergebnis eingehen. Die Bewertung erfolgt vor der Addition. Zum Zwecke der Bewertung und der
Kennlinienanpassung wird die Kennlinie eines Meßfühlers oder beider Meßfühler hierbei durch Parallelwiderstände
oder Reihenwiderstände geschert.
Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, daß die beiden Meßsignalc bewertet und/oder
unbewertet einem Summiergerät zugeführt werden. Es ist zweckmäßig, ein Summiergerät mit nichtlinearem Übertragungsverhalten für die unbewerteten
Meßsignale zu verwenden, wobei die nichtlincare Kennlinie des Eingangs-Mcßsignals invers zur Nichtlinearität
der Kennlinie des Summiergeriites verlaufen muß. Dadurch erfolgt eine Linearisierung der Kennlinie
über einen größeren Meßbereich und somit ein erweiterter Anwendungsbereich.
Für die Schaltungsanordnung zur Ausführung des Meßverfahrens sind verschiedene Varianten möglich.
Eine Möglichkeit besteht darin, die Melisignale des Temperaturmeßfühlers und des Fi uchtemeßfühlers
in Form von Widerstandsänderungen zu erfassen und in einer Brückenschaltung zum Enthalpiesignal zu
vereinen. Die Meßwerte der Meßgrößen Tempeiatur und Feuchte liegen hierbei als äquivalente Änderungen
von Widerständen vor. Die Summe der Widerstandsänderungen ist ein Maß für die Enthalpie
feuchter Luft. Infolge des nichtlinearen Verlaufes des Temperatur-Damrfdruck-Gesetzes ist eine linearisierte
Darstellung des Feuchtesignals und damit auch des Enthalpiesignals nur innerhalb eines begrenzten
Bereiches im Rahmen einer vorgegebenen Toleranz möglich. Die Faktoren, mit denen die Einzelmessung
der Temperatur und der Feuchte zu multiplizieren sind, sind vom Meßbereich abhängig. Die Reihenschaltung
der Widerstände zweier gleicher Meßfühler der zu bewertenden Meßgröße bei gleichem Bezugswert
wie der Widerstand der anderen Meßgröße ergibt den Bewertungsfaktor zwei. Die Parallelschaltung
der Widerstände zweier gleicher Meßfühler der zu bewertenden Meßgröße bei gleichem Bezugswert wie
der Widerstand der anderen Meßgröße ergibt den Bewertungsfaktor einhalb.
Auf der Zeichnung ist die Erfindung an Ausführungsbeispielen näher erläutert. Im einzelnen zeig'.
F i g. 1 die Schaltung eines Enthalpiemeßfühlers mit in Reihe geschalteten elektrischen Widerständen
des Temperatur- und Feuchtemeßfühlers,
F i g. 2 die Schaltung eines Enthalpiemeßfühlers mit parallelgeschalteten elektrischen Widerständen
des Temperatur- und Feuchtemeßfühlers und Widerständen zur Bewertung,
F i g. 3 die Widerstands-Enthalpie-Kennlinie eines Enthalpiemeßfühlers mit in Reihe geschalteten elektrischen
Widerständen des Temperatur- und Feuchtemeßfühlers,
F i g. 4 den in eine Wheatstonesche Meßbrücke geschalteten Enthalpiemeßfühler nach Fig. 1.
in elektrischer Widerstand R& eines Temperaturmeßfühlers
Mn und ein elektrischer Widerstand Rx
eines Feuchtemeßfühlers Mx sind nach F i g. 1 in
Reihe und nach F i g. 2 parallel geschaltet und zu einem Enthalpiemeßfühler vereint. Als Temperaturmeßfühler
M/> dient ein Widerstandsthermometer.
Als Feuchtemeßfühler Mx findet ein Lithiumchlorid-Taupunkttemperaturmeßfühler
mit einem Widerstandsthermometereinsatz Verwendung. Die Feuchtemessung wird hierbei auf eine Temperaturmessung
zurückgeführt, da als Zwischengröße die Lithiumchlorid-Umwandlungstemperatur als ein äquivalentes
Maß für die Taupunkttemperatur und somit für die Feuchte der Luft, gemessen wird.
Eine Veränderung der Anteile der sensiblen bzw. der latenten Wärme beeinflußt die Enthalpie feuchter
Luft. Diese Veränderung wirkt auf die von der zu messenden feuchten Luft umgebenen Temperaturmeßfühler
M9 und FeuchtemeSfühler Mx und verändert
deren die Enthalpieanteile darstellende elektrische Widerstände R» und Rx. Die Summe der
Widerstandsänderungen ist dabei das Maß für die Enthalpie feuchter Luft. Da die Widerstands-Taupunkttemperatur-Kennlinie
eines Lithiumchlorid-Taupunkttemperatur-Meßfühlers nicht linear verläuft,
ist sie innerhalb des gewählten Meßbereiches zu linearisieren.
In dem Diagramm nach F i g. 3 ist der Gesamtwiderstand R1 in Ω der Schaltung nach F i g. 1 über
der Enthalpie der feuchten Luft in kcal/kg aufgetragen. Werden für beide Meßgrößen gleiche elektrische
Widerstände von beispielsweise 100 Ω bei 0° C eingesetzt, so zeigt die Summe der Widerstandsänderungen
etwa im Bereich von 5 bis 15 kcal/kg der Enthalpie feuchter Luft einen proportionalen Anstieg. Dieser
Bereich wird für die Klimasteuerung und Klimaregelung am häufigsten benötigt.
Bei der in F i g. 2 gezeigten Parallelschaltung der Widerstände des Temperaturfühlers M» und des
Feuchtemeßfühlers Mx dienen die Widerstände R
und R0 zur Bewertung und Nullpunktfestlegung. Die
Bewertung erfolgt bei Meßfühlern mit äquivalenten Widerstandsänderungen durch den Einsatz von Meßfühlern
mit unterschiedlichen Grundwerten, z. B. Verwendung von Widerstandsthermometern mit
unterschiedlichen Widerstandswerten bei 0° C, durch Scheren mittels Parallel- und/oder Reihenwiderständen
oder bei Einsatz von Meßfühlern mit gleichen Grundwerten durch Parallelschaltung oder Reihenschaltung
mehrerer gleicher Meßfühler für eine Meßgröße. Die Reihenschaltung zweier gleicher Meßfühler
für eine Meßgröße ergibt dabei den Bewertungsfaktor zwei und die Parallelschaltung den Bewertungsfaktor
einhalb.
In der F i g. 4 ist ein Enthalpiemeßfühler nach F i g. 1 im Arm einer Wheatstoneschen Meßbrücke
dargestellt. Hierbei bedeuten R9 den Widerstand des
Temperaturmeßfühlers Mn, Rx den Widerstand des Feuchtemeßfühlers Mx, R,; R2; R3 die Brückenwiderwiderstände,
A das Anzeigegerät oder den Meßverstärker und U die Speisespannung für die Meßbrücke.
Die Addition der Meßsignale des Temperaturmeßfühlers M9 und des Feuchtemeßfühlers M9 in Form
äquivalenter Widerstandsänderungen kann in der Meßbrücke durch Reihen- oder Parallelschaltung in
einem Brückenzweig oder durch einschalten in zwei Brückenzweige erfolgen.
Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die Anwendung von Widerstandsthermometern. In gleicher
Weise können auch Thermistoren zur Anwendung kommen. Für andere Meßelemente, z. B. Thermoelemente,
pneumatische Meßfühler und andere müssen dafür geeignete Summiergeräte benutzt werden.
Hierzu 2 Blatt Zeichnungen
Claims (6)
1. Verfahren zur Messung der Enthalpie feuchter Luft durch Messung ihrer Temperatur und
ihrer Feuchte mittels Meßfühler, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßsignale des Temperaturmeßfühlers
und des Feuchtemeßfühlers in additionsfähige äquivalente Signale transformiert, mit einem Faktor vorgegebener Größe bewertet
und addiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe des Bewertungsfaktors von dem Meßbereich der Enthalpie bestimmt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zum Zwecke der Bewertung
und der Kennlinienanpassung die Kennlinie eines Meßfühlers oder beider Meßfühler durch Parallelwiderstände
oder Reihenwiderstände geschert sind.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßsignale einem Summiergerät
bewertet oder unbewertet zugeführt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Summiergerät mit
nichtlinearem Übertragungsverhailen für ein Meßsignal
oder für beide Meßsignale zum Zwecke der Linearisierung eine Korrektur der Kennlinie stattfindet.
6. Schaltungsanordnung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Widerstand Rn des Temperaturmeßfühlers Μ» und der Widerstand R, des
Feuchtemeßfühlers M, in einer Brückenschaltung angeordnet sind, wobei zur Bewer-iung eines der
beiden Meßsignale mit dem Faktor zwei die Widerstände R» oder RT zweier gleicher Meßfühler
der zu bewertenden Meßgröße bei gleichem Bezugswert wie der Widerstand der anderen
Meßgröße in Reihe geschaltet und zur Bewertung eines der beiden Meßsignale mit dein Faktor einhalb
die Widerstände R9 oder R, zweier gleicher
Meßfühler der zu bewertenden Meßgröße bei gleichem Bezugswert wie der Widerstand der
anderen Meßgröße parallel geschaltet sind.
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