DE19581559C1 - Anordnung zur Vermeidung von Startgeräuschen bei Nockenwellenverstellern - Google Patents
Anordnung zur Vermeidung von Startgeräuschen bei NockenwellenverstellernInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung betrifft eine an einer Hubkolbenbrennkraft
maschine vorgesehene Einrichtung zur Änderung von Drehlagen
mindestens einer Nockenwelle gegenüber einer Kurbelwelle, gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1.
Aus GB 226 75 83 A ist eine Einrichtung zur Veränderung der Drucklage
einer Nockenwelle bekannt geworden. Die Einrichtung umfasst einen
Hydraulikzylinder, der aus einem Ölreservoir über eine Pumpe mit Öldruck
beaufschlagbar ist. Eine Rücklaufleitung zum Ölreservoir mündet unterhalb
von dessen Flüssigkeitsspiegel. Die Steuerung des Hydraulikzylinders
erfolgt über eine Hydroventilanordnung, die zwischen dem Ölreservoir und
dem Hydraulikzylinder angeordnet ist.
Eine ähnliche Einrichtung ist beispielsweise aus der WO 93/07362 bekannt.
Lineare Stellbewegungen des Kolbens werden in Relativdrehungen eines
Antriebsgliedes gegenüber der Nockenwelle mittels eines Stellgliedes
umgewandelt. Kurbelwellendrehungen werden über das Antriebsglied auf
die Nockenwelle übertragen. Das Antriebsglied umfasst in der Regel ein
Ritzel, das über eine Kette von der Kurbelwelle angetrieben wird. Zwischen
dieses Ritzel und die Nockenwelle ist das Stellglied geschaltet. Das
beispielsweise an dem Kolben ausgebildete, zu dem Ritzel und der
Nockenwelle konzentrisch angeordnete Stellglied ist einerseits mit einer
Schrägverzahnung und andererseits mit einer Stirnverzahnung versehen,
wobei diese Verzahnungen mit entsprechend ausgebildeten, der
Nockenwelle und dem Ritzel zugeordneten Verzahnungen zu
sammenarbeiten. Bei Betätigung des hydraulischen Zylinders findet eine
axiale Verlagerung des Stellgliedes gegenüber dem Ritzel und der
Nockenwelle statt, wobei infolge der Schrägverzahnung eine Relativdrehung
der Nockenwelle gegenüber dem Ritzel stattfindet.
Bei der bekannten Einrichtung mündet der erste Auslass in eine Ölwanne, in
die Flüssigkeit aus dem Zylinder über den ersten Auslass strömen kann.
Während des
Startvorgangs der Hubkolbenbrennkraftmaschine können bei der Verwendung
dieser gattungsgemäßen Einrichtung Klappergeräusche auftreten, die von dieser
Einrichtung herrühren, wie nachstehend näher erläutert wird. Die Hydropumpe
wird in der Regel von der Hubkolbenbrennkraftmaschine angetrieben, die wäh
rend des Startvorgangs keinen Druck aufbauen kann. Erfolgt der Start nach
einem längeren Stillstand der Hubkolbenbrennkraftmaschine, ist in dem Zylin
der gespeicherte Flüssigkeit infolge von Leckage in der Regel soweit ausgetre
ten, daß im Zylinder kompressible Gaspolster entstehen. Demzufolge ist auch
bei gesperrten Druckräumen des Zylinders eine Linearbewegung des darin
geführten Kolbens möglich. Die von der Nockenwelle auf das Stellglied über
tragenen Wechseldrehmomente üben infolge der beschriebenen Schrägver
zahnung axiale Kräfte auf das Stellglied aus. Diese axialen Kräfte führen infolge
der kompressiblen Gaspolster zu oszillierenden Bewegungen des Kolbens, der
zusätzlich in Richtung auf ein Ende des Zylinders wandert und schließlich dort
anschlägt und Klappergeräusche durch seine oszillierenden Bewegungen ver
ursacht.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, mit einfachen Mitteln sicherzu
stellen, daß derartige Klappergeräusche nicht auftreten können.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch das Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst.
In der einen Bewe
gungsrichtung des oszillierenden Kolbens wird eventuell im Zylinder einge
schlossenes Gas verdrängt und in das Flüssigkeitsreservoir hineingepumpt, wo
das Gas ausgasen kann. In der anderen Bewegungsrichtung des oszillierenden
Kolbens wird Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsreservoir in den Zylinder hin
eingesaugt. Dadurch wird verhindert, daß der Kolben an einem Ende des
Zylinders anschlagen kann. Die unerwünschten oszillierenden Bewegungen des
Kolbens werden hier also in sinnvoller Weise für einen Pumpeffekt genutzt. Die
infolge der Kolbenbewegungen zwischen dem Zylinder und dem Flüssigkeits
reservoir bewegten Volumen aus Flüssigkeit oder Gas sind zweckmäßigerweise
größer als das Leitungsvolumen zwischen dem Zylinder und dem Flüssigkeits
reservoir.
Eine zweckmäßige Weiterbildung der Erfindung besteht gemäß Anspruch 2
darin, daß die erste Zuführung zur einen Seite und eine zweite Zuführung zu
anderen Seite des Kolbens am Zylinder vorgesehen sind. Bei derartigen doppelt
wirkenden Zylindern sind Stellbewegungen des Kolbens auf sichere Art und
Weise zu beherrschen.
Gemäß Anspruch 3 ist es besonders zweckmäßig, daß die Hydroventilanord
nung durch ein 4/3-Wege Ventil gebildet ist, wobei in einer ersten Schaltstel
lung die erste Zuführung mit dem Flüssigkeitsreservoir, die zweite Zuführung
mit der Hydropumpe, und wobei in einer zweiten Schaltstellung die erste
Zuführung mit der Hydropumpe und die zweite Zuführung mit dem Flüssigkeits
reservoir hydraulisch verbunden ist, und wobei in einer dritten Schaltstellung
beide Zuführungen gesperrt sind. Während des Startvorgangs der Hubkolben
brennkraftmaschine ist die erste oder die zweite Schaltstellung mit den erwähn
ten Wirkungen eingestellt. Diese Schaltstellungen werden auch im Fahrbetrieb
zur Veränderung der Drehlage benötigt, wobei die dritte Schaltstellung dann
eingestellt ist, wenn keine Drehlagenänderung benötigt wird.
Gemäß Anspruch 4 ist es zweckmäßig, daß zwischen der Hydroventilanord
nung und der Hydropumpe ein zweiter Auslaß vorgesehen ist, der unter dem
Flüssigkeitsspiegel des Flüssigkeitsreservoirs mündet, wobei der zweite Auslaß
ein in Richtung auf das Flüssigkeitsreservoir sperrendes Rückschlagventil auf
weist. In der entsprechenden Schaltstellung der Hydroventilanordnung ist die
zweite Zuführung sowohl mit dem Flüssigkeitsreservoir über den zweiten
Auslaß als auch mit der Hydropumpe hydraulisch verbunden, so daß infolge
des Pumpeffekts zusätzlich durch die zweite Zuführung Flüssigkeit in den Zylin
der hineingepumpt wird, wobei ein Rückströmen von Flüssigkeit in das Flüssig
keitsreservoir durch das Rückschlagventil verhindert ist. Auf diese Weise ist
sichergestellt, daß die Flüssigkeit infolge des Pumpeffekts zu beiden Seiten des
Kolbens schnell angesaugt wird, wobei ein Rückströmen von Flüssigkeit zu der
Hydropumpe durch die zweite Zuführung mittels eines weiteren Rückschlagven
til sicher verhindert ist. Das weitere in Richtung auf die Hydropumpe sperrende
Rückschlagventil ist in bekannter Weise an der Druckseite der Hydropumpe
vorgesehen.
Nachstehend wird die Erfindung anhand eines in einer einzigen Figur dargestell
ten erfindungsgemäßen Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Ein Zylinder 1 ist mit einem Kolben 2 mit einem einseitigen Stellglied 3 ver
sehen. Das Stellglied 3 umfasst beispielsweise eine - hier nicht dargestellte -
Schiebehülse, die umfangsseitig einerseits mit einer Geradverzahnung und
andererseits mit einer Schrägverzahnung versehen ist oder die innen und außen
mit gegenläufigen Schrägverzahnungen versehen ist. Die Schiebehülse ist
üblicherweise zwischen einem über eine Kurbelwelle angetriebenen Antriebs
glied und einer Nockenwelle - beide nicht dargestellt - angeordnet. Eine Längs
verschiebung der Schiebehülse aufgrund von Kolbenbewegungen führt zu einer
Drehlagenänderung der Nockenwelle gegenüber der Kurbelwelle. Der Zylinder
1 ist mit einer ersten Zuführung 4 und mit einer zweiten Zuführung 5 versehen,
die beide an ein 4/3-Wege Ventil 6 hydraulisch angeschlossen sind. Ein Flüssig
keitsreservoir 7 und eine Hydropumpe 8 sind ebenfalls mit dem 4/3-Wege
Ventil 6 hydraulisch verbunden. Weiterhin ist eine Motorölwanne 9 vorgese
hen, aus der die von der Kurbelwelle betriebene Hydropumpe 8 mit Öl versorgt
wird. Die Verbindung zwischen dem Flüssigkeitsreservoir 7 und dem 4/3-Wege
Ventil 6 ist durch eine erste Auslaßleitung 10 und die Verbindung zwischen der
Hydropumpe 8 und dem 4/3-Wege Ventil 6 ist durch eine Leitung 11 gebildet,
wobei in die Leitung 11 ein Rückschlagventil 12 eingebaut ist, das in Richtung
auf die Hydropumpe 8 sperrt. Zwischen diesem Rückschlagventil 12 und dem
4/3-Wege Ventil zweigt von der Leitung 11 eine zweite Auslaßleitung 13 ab,
die in dem Flüssigkeitsreservoir 7 mündet. In die zweite Auslaßleitung 13 ist
ebenfalls ein Rückschlagventil 14 eingebaut, das in Richtung auf das Flüssig
keitsreservoir 7 sperrt. Beide Auslaßleitungen 10, 13 münden unter dem Flüs
sigkeitsspiegel in dem Flüssigkeitsreservoir 7.
In der gezeigten ersten Schaltstellung des 4/3-Wege Ventils 6 ist die erste
Zuführung 4 mit dem Flüssigkeitsreservoir 7 und die zweite Zuführung 5 mit
der Hydropumpe 8 verbunden. In einer zweiten Schaltstellung ist die erste
Zuführung 4 mit der Hydropumpe 8 und die zweite Zuführung 5 mit dem
Flüssigkeitsreservoir 7 hydraulisch verbunden. In einer dritten Schaltstellung
sind beide Zuführungen 4, 5 gesperrt, so daß der Zylinder 1 nach außen abge
schottet ist. In der dargestellten ersten Schaltstellung erfolgt der Startvorgang
der Hubkolbenbrennkraftmaschine, der nachstehend mit den erfindungsgemä
ßen Wirkungen näher beschrieben wird.
Während des Startvorgangs der Hubkolbenbrennkraftmaschine baut die Hydro
pumpe 8 keinen oder nur einen geringfügigen Druck auf. Bei vorangegangenem
längeren Stillstand ist Öl aus dem Zylinder 1 infolge von Leckageströmen
abgeflossen, so daß Gaspolster vorhanden sind, die hier jedoch nicht näher
dargestellt sind. Infolge von Wechseldrehmomenten der Nockenwelle entstehen
Drehschwingungen, die in oszillierende Schwingungen umgewandelt und auf
den Kolben 2 übertragen werden. Der oszillierende Kolben 2 wandert zusätz
lich in Richtung auf die Zuführung 4, wobei die vorhandenen Gaspolster durch
die erste Zuführung 4 und die erste Auslaßleitung 10 in das Flüssigkeitsreservoir
7 hineingepumpt werden. Da es sich bei dem Flüssigkeitsreservoir 7 um ein
offenes Gefäß handelt, kann das Gas frei ausgasen. Die oszillierenden Bewe
gungen des Kolbens 2 bewirken außerdem, daß Öl aus dem Flüssigkeitsrese
rvoir 7 durch die erste Auslaßleitung 10 und die erste Zuführung 4 bzw. durch
die zweite Auslaßleitung 13 und die zweite Zuführung 5 in den Zylinder 1
hineingesaugt wird. Bevor der Kolben 2 an dem linksseitigen Ende des Zylinders
1 anlangt, ist soviel Öl in den Zylinder 1 hineingepumpt worden, daß ein
Anschlagen des Kolbens 2 gegen das linksseitige Ende des Zylinders 1 sicher
verhindert ist. Auf diese Weise sind die Klappergeräusche ausgeschaltet.
Selbstverständlich sind Anordnungen denkbar, bei denen während des Startvor
ganges das 4/3-Wegeventil die zweite Schaltstellung einnimmt. Das ist ins
besondere dann zweckmäßig, wenn aufgrund der Ausbildung des Stellgliedes
der Kolben 2 zum rechtsseitigen Ende des Zylinders 1 wandert. Dann werden
vorhandene Gaspolster durch die zweite Zuführung 5 und die zweite Aus
laßleitung 13 in das Flüssigkeitsreservoir 7 hineingepumpt. Außerdem wird Öl
aus dem Flüssigkeitsreservoir 7 über die beiden Auslaßleitungen 10, 13 in den
Zylinder 1 gepumpt. Bevor der Kolben 2 gegen das rechtsseitige Ende des
Zylinders 1 anschlagen kann, ist in dem Zylinder 1 eine hinreiche Menge Öl
angesammelt.
1
Zylinder
2
Kolben
3
Stellglied
4
erste Zuführung
5
zweite Zuführung
6
4/3-Wege Ventil
7
Flüssigkeitsreservoir
8
Hydropumpe
9
Motorölwanne
10
erste Auslaßleitung
11
Leitung
12
Rückschlagventil
13
zweite Auslaßleitung
14
Rückschlagventil
Claims (4)
1. An einer Hubkolbenbrennkraftmaschine vorgesehene Einrichtung zur Ände
rung von Drehlagen mindestens einer Nockenwelle gegenüber einer Kurbelwel
le, mit einem einen Kolben (2) und eine erste Zuführung (4) aufweisenden
hydraulischen Zylinder (1), zwischen den und eine Hydropumpe (8) eine
Hydroventilanordnung (6) geschaltet ist, mittels der eine hydraulische Ver
bindung zwischen der ersten Zuführung (4) und einem ersten Auslaß (10)
herstellbar ist, wobei der erste Auslaß (10) unter dem
Flüssigkeitsspiegel eines Flüssigkeitsreservoirs (7) mündet, dadurch gekennzeichnet, daß die infolge der
Kolbenbewegungen zwischen dem Zylinder (1) und dem Flüssigkeitsreservoir (7)
bewegten Volumen aus Flüssigkeit oder Gas größer sind als das Leitungsvolu
men zwischen dem Zylinder (1) und dem Flüssigkeitsreservoir (7).
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Zufüh
rung (4) zur einen Seite und eine zweite Zuführung (5) zur anderen Seite des
Kolbens (2) am Zylinder (1) vorgesehen sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hydro
ventilanordnung (6) durch ein 4/3-Wegeventil (6) gebildet ist, wobei in einer ersten
Schaltstellung die erste Zuführung (4) mit dem Flüssigkeitsreservoir (7), die
zweite Zuführung (5) mit der Hydropumpe (8), und wobei in einer zweiten
Schaltstellung die erste Zuführung (4) mit der Hydropumpe (8) und die zweiten
Zuführung (5) mit dem Flüssigkeitsreservoir (7) hydraulisch verbunden ist, und
wobei in einer dritten Schaltstellung beide Zuführungen (4, 5) gesperrt sind.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der
Hydroventilanordnung (6) und der Hydropumpe (8) ein zweiter Auslaß (13) vor
gesehen ist, der unter dem Flüssigkeitsspiegel des Flüssigkeitsreservoirs (7)
mündet, wobei der zweite Auslaß (13) ein in Richtung auf das Flüssigkeitsre
servoir (7) sperrendes Rückschlagventil (14) aufweist.
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Owner name: INA-SCHAEFFLER KG, 91074 HERZOGENAURACH, DE |
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