DE19546827A1 - Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in Vakuumprozessen - Google Patents
Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in VakuumprozessenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in Vakuumprozessen
mittels Hohlkatodenentladung zur Plasmaaktivierung reaktiver oder nichtreaktiver Beschich
tungsprozesse, insbesondere zum Beschichten bandförmiger Substrate, wie z. B. mit Alumi
niumoxid bedampfte Kunststoffolien, die als Verpackungsmaterial verwendet werden. Die
Einrichtung ist auch in analoger Weise für Plasma-Ätzprozesse einsetzbar.
Es ist allgemein bekannt, daß die Verwendung von plasmaaktivierten und ionisierten Mate
rialdämpfen bei der Beschichtung von Substraten aus der Dampfphase eine deutliche Ver
besserung vieler Schichteigenschaften mit sich bringt. Die Haftfestigkeit auf dem Substrat
wird verbessert, die Schichten wachsen mit größerer Materialdichte auf und die Struktur der
aufwachsenden Schicht geht von einer stengeligen Struktur zu zunehmend feineren bis hin
zu stengelfreien und dichten Strukturen über. Damit können verbesserte optische, mechani
sche und elektrische Eigenschaften erzielt werden. Die reaktive Prozeßführung mit bestimm
ten Materialien wird durch die Plasmaaktivierung verbessert oder sogar erst ermöglicht.
Der Hochratebedampfungsprozeß ist typischerweise mit einer hohen Teilchendichte des
Dampfes verbunden, so daß die Verwendung eines Plasmas mit einer hohen Ladungsträ
gerdichte vorteilhaft ist.
Es ist bekannt, daß im Niederdruckbereich zwischen 10-2 Pa-1 Pa sehr dichte Plasmen mit
einer Hohlkatodenentladung erzeugt werden können. Die Elektronen des Hohlkatodenent
ladungsplasmas unterteilen sich in thermische Elektronen und in Elektronen mit höherer
Energie, die sogenannten Strahlelektronen, die den niederenergetischen Elektronenstrahl
bilden. In einer Vakuumkammer sind ein Verdampfertiegel und oberhalb des Verdampfertie
gels das zu beschichtende Substrat angeordnet. Eine Hohlkatode ist an einer Seitenwand der
Vakuumkammer angeordnet. Der Verdampfertiegel dient als Anode und ist mit der Hohlka
tode über eine Stromversorgung verbunden. An der Hohlkatode und dem Verdampfertiegel
angeordnete Magneteinrichtungen erzeugen zwischen beiden Elektroden ein magnetisches
Führungsfeld. Der Verdampfertiegel wird dabei von der Hohlkatodenentladung, im wesentli
chen vom niederenergetischen Elektronenstrahl, aufgeheizt (US 3,562,141).
Es ist weiterhin bekannt, daß bei sonst gleichem Aufbau für die reaktive Verdampfung von
Materialien zusätzlich ein Gaseinlaß für das Reaktivgas in der Vakuumkammer angeordnet ist
(Rother/Vetter; Plasmabeschichtungsverfahren und Hartstoffschichten; Deutscher Verlag für
Grundstoffindustrie, Leipzig; 1992). Der schmelzflüssige metallische Tiegelinhalt nimmt dabei
ebenfalls die Anodenfunktion wahr, indem er als Anode geschaltet wird.
Ein wesentlicher Nachteil dieser Verfahren besteht darin, daß der Verdampfungsprozeß die
erforderliche Verdampfungsenergie aus der Hohlkatodenentladung bezieht. Die Verdamp
fung und die Plasmaaktivierung sind beide an die Hohlkatodenentladung gebunden und
miteinander verflochten. Daher können Verdampfung und Plasmaaktivierung nur in gerin
gem Maße unabhängig voneinander eingestellt werden.
Werden elektrisch nicht leitfähige Materialien verdampft, steht die Tiegeloberfläche als An
ode prinzipiell nicht zur Verfügung, d. h. eine zusätzliche Elektrode, die als Anode wirkt, muß
in der Einrichtung vorgesehen werden. Diese wird üblicherweise der Hohlkatode gegen über
liegend angeordnet, so daß sich der Verdampfertiegel zwischen beiden Elektroden befindet.
Der Nachteil dabei ist, daß die Materialien auf der Anode kondensieren und sie mit elektrisch
nicht leitfähigen Schichten bedecken. Dadurch wird die Funktionsweise als Anode gestört,
und es kommt zu Instabilitäten bei der Plasmaaktivierung, die die Qualität der auf dem
Substrat abzuscheidenden Schicht verschlechtert.
Zur Beseitigung dieser Nachteile ist es bekannt, die Anode auf so hohe Temperaturen zu
erhitzen, daß eine ständige Rückverdampfung der sich auf der Anode niederschlagenden
Teilchen stattfindet (DE 42 35 199). Die Plasmaentladungsstrecke, d. h. der Bereich zwischen
den beiden Elektroden, ist dabei integrierter Bestandteil einer Hochrateverdampfungseinrich
tung. Die Anode aus hochschmelzendem Material wird bei passiver Heizung durch die Wär
me des Anodenfalles und die Energie der auftreffenden Elektronen, insbesondere die höher
energetischen Strahlelektronen, so hoch aufgeheizt, daß eine Rückverdampfung des kon
densierenden, elektrisch nicht leitfähigen Oxids stattfindet.
Ein Nachteil dieser Einrichtung besteht darin, daß durch die außerordentlich hohen Ver
dampfungstemperaturen von Oxiden und die große räumliche Trennung von Hohlkatode
und Anode nur ein begrenzter Flächenbereich der Anode, üblicherweise ein Fleck von eini
gen Quadratzentimetern Fläche, metallisch sauber und damit elektrisch leitfähig gehalten
werden kann, während die restliche Fläche der Anode mit kondensierten Schichten bedeckt
ist. Da der Entladungsbogen der Hohlkatodenentladung sich zwangsläufig auf diesen Fleck
konzentriert, erfolgt eine Einschnürung des Hohlkatodenbogens, was zu einer stark lokali
sierten, räumlich ungleichmäßigen Plasmaaktivierung führt.
Es ist bekannt, eine Niedervoltbogenquelle zur Plasmaaktivierung für die reaktive Beschich
tung von Substraten mit elektrisch isolierenden Schichten einzusetzen (DE 44 25 221 C1).
Dazu ist vor einer Hohlkatode eine ringförmige Anode angeordnet, wobei der Innendurch
messer der Anode ein Vielfaches des Hohlkatodendurchmessers beträgt. Um die ringförmige
Anode vor der direkten Beschichtung mit elektrisch isolierenden Schichten zu schützen, sind
die Hohlkatode und die ringförmige Anode in einer Einhausung angeordnet. Zusätzlich ist in
dieser Einhausung eine Inertgaszuführung angeordnet, die in der Einhausung einen leichten
Überdruck gegenüber der Vakuumkammer erzeugt. Damit wird das Eindringen von ver
dampftem Material, welches zu isolierenden Schichten auf der ringförmigen Anode konden
siert, verhindert oder zumindest stark reduziert. Ein notwendiges Merkmal dieser Anordnung
ist, daß mindestens zum Zünden der Niedervoltbogenentladung eine zusätzliche vollflächige
Anode, in diesem Fall das metallisch blanke Target neben der ringförmigen Anode, in den
Entladungsstromkreis eingebracht wird. Desweiteren ist es bei dieser Einrichtung erforderlich,
noch eine Blende, welche ebenfalls elektrisch beschaltet ist, zur Verbesserung des Zündver
haltens anzuordnen.
Der wesentliche Nachteil besteht darin, daß die Hohlkatodenentladung mit der ringförmigen
Anode nicht allein gezündet werden kann. Das führt dazu, daß viele apparative Maßnahmen
- wie Einhausung, Blende und Inertgaszuführung - und elektrische Maßnahmen - wie Zu
satzanodenschaltung und Blendenbeschaltung - notwendig sind, um einen stabilen Prozeß
betreiben zu können. Ein weiterer Nachteil ist das zusätzlich in die Einhausung eingebrachte
Inertgas zur Erzeugung eines Überdruckes. Dieses führt zu einer Erhöhung des Prozeßvaku
umdrucks und erschwert damit die Abscheidung dicht strukturierter Schichten, d. h. der er
höhte Druck führt zum verstärkten Einbau von Hohlräumen in der Schicht und zur Ausbil
dung stengeliger Schichtstrukturen. Zudem verliert der mit der Hohlkatodenentladung er
zeugte niederenergetische Elektronenstrahl bereits in der unter erhöhtem Druck stehenden
Einhausung durch die starke Streuung an den Inertgasteilchen an Energie. Desweiteren sind
die erforderlichen elektrischen Beschaltungen des Verdampfertiegels und der Blende als zu
sätzliche Zündelektroden kompliziert.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen
in Vakuumprozessen, insbesondere für die Plasmaaktivierung bei der reaktiven und nichtre
aktiven Vakuumbeschichtung, zu schaffen. Diese Einrichtung soll geeignet sein, übliche An
lagen zur Vakuumbeschichtung, die aus einem Verdampfer bestehen, über dem ein Substrat
bewegt wird, und einer Hohlkatode, deren niederenergetischer Elektronenstrahl zwischen
dem Verdampfer und dem Substrat eingeschossen wird, ein dichtes Plasma zu erzeugen.
Dadurch sollen insbesondere auch elektrisch isolierende Schichten abgeschieden werden,
wobei ein stabiler Betrieb über längere Zeit möglich sein soll. Der zusätzliche apparative
Aufwand soll gering sein, und es sollen keine zusätzlichen Hilfseinrichtungen zum Zünden
der Hohlkatodenentladung erforderlich sein.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe nach den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.
Weitere Ausgestaltungen sind in den Ansprüchen 2 bis 10 beschrieben.
Die erfindungsgemäße Einrichtung hat den Vorteil, daß mittels eines einfachen apparativen
Aufbaus dichte Plasmen zur Plasmaaktivierung, z. B. bei Beschichtungsprozessen, erzeugt
werden können. Dies wird u. a. durch eine spezielle geometrische Ausbildung einer Anode,
welche in unmittelbarer Nähe einer Hohlkatode angeordnet ist und den von der Hohlkato
denentladung erzeugten niederenergetischen Elektronenstrahl umgibt, sowie eine Ma
gneteinrichtung zur Erzeugung eines magnetischen Feldes, dem magnetischen Führungsfeld,
erreicht.
Maßgebend für die außerhalb der Hohlkatoden-Anoden-Anordnung stattfindende Plas
maaktivierung ist ausschließlich der durch die Anode hindurchtretende niederenergetische
Elektronenstrahl. Das zwischen der Hohlkatode und Anode angeordnete magnetische Füh
rungsfeld mit einer zur Hohlkatoden-Anoden-Mittelachse parallel orientierten Feldlinienrich
tung dient zur Führung des bei der Hohlkatodenentladung aus der Hohlkatode austretenden
niederenergetischen Elektronenstrahles. Dieser niederenergetische Elektronenstrahl wird von
dem magnetischen Führungsfeld erst durch die Öffnung der Anode geführt und dann weiter
in den Dampfstrom, wo er durch seine ionisierende Wirkung in diesem Bereich der Dampf-
und Gaspartikel ein dichtes Plasma erzeugt.
Durch die Ausgestaltung und Anordnung der den niederenergetischen Elektronenstrahl um
gebenden Anode und des magnetischen Führungsfeldes wird ein bestimmter Anteil der aus
der Hohlkatode austretenden Strahlelektronen direkt auf die Anode gelenkt. Eine wärmeiso
lierte Aufhängung der Anode und deren Geometrie gewährleisten, daß sich keine wesentli
chen Temperaturgradienten in der Anode ausbilden. Die Temperatur der Anode läßt sich
über Änderungen des magnetischen Führungsfeldes in bestimmten Bereichen einstellen.
Dadurch und durch den erhöht ausgebildeten Anodenfall ist die Anode soweit aufheizbar,
daß elektrisch isolierendes Material, das sonst auf der Anode kondensieren würde, fortwäh
rend und vollständig abgedampft werden. Die elektrische Leitfähigkeit der Anode bleibt be
stehen, und es läßt sich ein stabiler Betrieb der Hohlkatodenentladung aufrechterhalten.
Somit sind keine zusätzlichen apparativen Maßnahmen zur Prozeßstabilisierung - wie z. B.
Gasspülung der Anode, Einhausungen, Blenden usw. - notwendig. Besonders vorteilhaft ist
ein kreisringförmiger Anodenquerschnitt.
Ein weiterer Vorteil ist die hohe Zündsicherheit. Durch die Einstellung der Stärke des Magnet
feldes zu Beginn des Prozesses wird ein großer Anteil der Strahlelektronen auf die Anode
geführt und ermöglicht so ein problemloses Zünden der Hohlkatodenentladung.
Die Betriebsspannung der Hohlkatodenentladung liegt ausschließlich an der Anode und der
Hohlkatode an. Beim Betrieb des Entladungsprozesses werden keine weiteren elektrischen
Potentiale, z. B. für zusätzliche Zündelektroden, benötigt.
Überraschenderweise zeichnen sich die mit der erfindungsgemäßen Einrichtung aufge
dampften Schichten durch eine verbesserte Haftfestigkeit aus. Das ist mit der Energie der
Strahlelektronen erklärbar, die wesentlich höher sein muß, als die Energie der mit vergleich
baren Einrichtungen erzeugten Strahlelektronen.
Ein weiterer Vorteil besteht im einfachen Aufbau der Einrichtung, der auch einen nachträgli
chen Einbau in bekannte Beschichtungsanlagen ermöglicht. Diese Hohlkatoden-Anoden-
Anordnung ist nur von einer Seite an die Bedampfungszone zwischen Verdampfertiegel und
Substrat anzufügen, um den Bedampfungsprozeß mit einer zusätzlichen Plasmaaktivierung
zu unterstützen. Das ist vor allem bei der nachträglichen Ergänzung von Bedampfungsein
richtungen mit einer Plasmaquelle von Bedeutung.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung ist die Anordnung einer Magneteinrichtung zur Erzeugung
eines magnetischen Wechselfeldes, welches nach dem Hindurchtreten des niederenergeti
schen Elektronenstrahls durch die Anode wirksam ist. Dadurch wird der niederenergetische
Elektronenstrahl quer zu seiner Ausbreitungsrichtung abgelenkt, mit dem Ergebnis der fä
cherförmigen Aufweitung des Plasmas, so daß eine größere Substratfläche homogen be
schichtet wird. Voraussetzung dafür ist, daß das magnetische Wechselfeld eine ausreichend
große Frequenz besitzt, damit der niederenergetische Elektronenstrahl diesen flächenmäßig
vergrößerten Bereich des Dampfstromes gleichmäßig ionisieren kann.
Für große Substratbreiten ist es vorteilhaft, mehrere Hohlkatoden-Anoden-Anordnungen
nebeneinander und senkrecht zur Substratbewegungsrichtung anzuordnen, wobei deren
niederenergetische Elektronenstrahlen ebenfalls durch ein magnetisches Wechselfeld aufge
fächert werden können. Dadurch läßt sich die Anzahl von Hohlkatoden-Anoden-Anord
nungen, die für eine bestimmte Substratbreite mit homogener Beschichtung notwendig
sind, reduzieren.
Besonders vorteilhaft ist es, Elektronenstrahl-Bedampfungsanlagen mit Magnetfalle mit der
erfindungsgemäßen Einrichtung auszurüsten. Die an sich bekannte Magnetfalle besteht aus
einem Magnetsystem mit je einem Polschuh zu beiden Seiten des Verdampfertiegels. Das
durch die Magnetfalle erzeugte horizontale Magnetfeld zwischen Verdampfertiegel und
Substrat dient der Verringerung der thermischen Belastung des Substrates, indem die vom
Verdampfungsgut rückgestreuten Elektronen vom Substrat ferngehalten werden. Die Ein
richtung mit Hohlkatode, Anode und Magneteinrichtung für das magnetische Führungsfeld
ist dabei so angeordnet, daß sich an das magnetische Führungsfeld das Feld der Magnetfalle
anschließt. Damit ist es möglich, den niederenergetischen Elektronenstrahl der Hohlkato
denentladung weiter zu führen und damit den Bereich der Plasmaaktivierung zu vergrößern.
Es ist auch möglich, bei einer solchen Anlage auf eine zusätzliche Magneteinrichtung zu ver
zichten, weil das erforderliche magnetische Führungsfeld in diesem Fall von der Magnetfalle
erzeugt wird.
An einem Ausführungsbeispiel wird die Erfindung näher erläutert. Die zugehörigen Zeich
nungen zeigen in:
Fig. 1 einen Schnitt durch eine Bedampfungseinrichtung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf eine Bedampfungseinrichtung mit Magnetfalle und einer Ma
gneteinrichtung zur Erzeugung eines magnetischen Wechselfeldes.
Fig. 1 zeigt einen Schnitt durch eine Bedampfungseinrichtung für die Beschichtung von ebe
nen Substraten mit AlxOy. In einer Vakuumkammer 1 ist ein Verdampfertiegel 2 mit Alumini
um 3 angeordnet, welches mit einem Elektronenstrahl verdampft wird. Über dem Verdamp
fertiegel 2 ist das zu beschichtende Substrat 4 angeordnet. Die Gaseinlässe 5 für das Reak
tivgas Sauerstoff befinden sich neben dem Verdampfertiegel 2. Zwischen Verdampfertiegel 2
und Substrat 4 ist seitlich versetzt eine Hohlkatode 6 angeordnet. Von der Öffnung der
Hohlkatode 6 ist in einem Abstand von 10 mm eine als Kreisring ausgebildete Anode 7 mit
einem Innendurchmesser d von 25 mm, einer Wandstärke s von 15 mm und einer Länge l
von 15 mm angeordnet. Die Hohlkatode 6 und die Anode 7 sind mit einer Stromversorgung
8 verbunden. Eine ein magnetisches Führungsfeld 9 erzeugende Magneteinrichtung 10 um
gibt die Hohlkatode 6. Die Feldstärke des magnetischen Führungsfeldes beträgt 1 kA/m. Bei
dieser Feldstärke werden bereits Strahlelektronen 11 eines niederenergetischen Elektronen
strahls 12, der von einer Hohlkatodenentladung erzeugt wird, zur Anode 7 beschleunigt.
Der Hauptanteil der Strahlelektronen 11 des niederenergetischen Elektronenstrahls 12 wird
vom magnetischen Führungsfeld 9 durch die Anode 7 in den Dampfstrom 13 geführt. Die
Strahlelektronen 1 1 des niederenergetischen Elektronenstrahls 12 ionisieren durch Stoßpro
zesse die Gas- und Dampfteilchen 14 und erzeugen so in einem Bereich 15 ein dichtes Plas
ma. Durch diese Stoßprozesse vermindert sich die Energie der Strahlelektronen 11, so daß sie
ihre Vorzugsbewegungsrichtung verlieren.
Diese nun thermischen (abgebremsten) Elektronen 16 bewegen sich zur Anode 7 und füh
ren zu deren Aufheizung, gemeinsam mit den Strahlelektronen 11, welche gleich nach Ver
lassen der Hohlkatode 6 zur Anode 7 beschleunigt werden. Die Anode 7 wird soweit aufge
heizt, daß fortwährend das auf der Anode 7 kondensierende Oxid abdampft.
Fig. 2 zeigt eine Bedampfungseinrichtung gemäß Fig. 1 mit einer bekannten Magnetfalle 17.
Zu beiden Seiten des Verdampfertiegels 2 sind Polschuhe 18 der Magnetfalle 17 angeord
net. Die Hohlkatode 6, die Anode 7 und die das magnetische Führungsfeld 9 erzeugende
Magneteinrichtung 10 sind so angeordnet, daß sich an das magnetische Führungsfeld 9 das
Magnetfeld 19 der Magnetfalle 17 anschließt. Nach der Anode 7 ist in Richtung Verdamp
fertiegel 2 eine weitere Magneteinrichtung 20 angeordnet. Während des Betriebes der Be
dampfungseinrichtung wird von der Magneteinrichtung 20 ein magnetisches Wechselfeld 21
mit einer Feldstärke von 1 kA/m und einer Frequenz von 200 Hz erzeugt, mit dem der niede
renergetische Elektronenstrahl 12 quer zu seiner Ausbreitungsrichtung abgelenkt wird, um
einen größeren Bereich des Dampfstromes zu ionisieren.
Claims (10)
1. Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in Vakuumprozessen, bestehend aus einem
Verdampfertiegel, einer zwischen diesem und einem darüber feststehenden oder be
wegten Substrat angeordneten Hohlkatode, die einen niederenergetischen Elektronen
strahl erzeugt, aus einer vor der Hohlkatode angeordneten, den niederenergetischen
Elektronenstrahl umschließenden Anode und der zugehörigen Stromversorgungsein
richtung, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Hohlkatode (6) und Anode (7) ei
ne Magneteinrichtung (10) derart angeordnet ist, daß das von ihr erzeugte magneti
sche Führungsfeld (9) in Richtung der Längsachse Hohlkatode (6) - Anode (7) wirksam
ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Magneteinrichtung
(10) die Hohlkatode (6) vollständig oder teilweise umgebend angeordnet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode (7) als
Kreisring ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode (7) einen
Innendurchmesser d zwischen 10 mm und 40 mm besitzt und daß das Verhältnis der
Wandstärke s zur Länge l der Anode (7) zwischen 2 zu 1 und 1 zu 2 ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Anode (7) aus
einem hochschmelzenden, elektrisch leitfähigen Material besteht.
6. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetein
richtung (10) so ausgebildet ist, daß die Feldstärke des magnetischen Führungsfeldes
(9) im Bereich der Anode (7) 1 kA/m bis 10 kA/m, vorzugsweise 2 kA/m bis 5 kA/m,
beträgt.
7. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß am Verdampfer
tiegel (2) eine Magnetfalle (17) derart angeordnet ist, daß deren Magnetfeld das ma
gnetische Führungsfeld (9) ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Anode
(7) in Richtung Verdampfertiegel (2) eine Magneteinrichtung (20) derart ausgebildet
und angeordnet ist, daß das von ihr erzeugte magnetische Wechselfeld (21) zur Ab
lenkung des niederenergetischen Elektronenstrahls (12) senkrecht zur Hohlkatoden-
Anoden-Mittelachse wirksam ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Magneteinrichtung
(20) so ausgebildet ist, daß die Feldstärke des magnetischen Wechselfeldes (21)
0,5 kA/m bis 5 kA/m, vorzugsweise 1 kA/m, und die Frequenz 50 Hz bis 1000 Hz, vor
zugsweise 200 Hz bis 500 Hz, beträgt.
10. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß für das Bedamp
fen breiter Substrate (4) mehrere Hohlkatoden-Anoden-Anordnungen senkrecht zur
Substratbewegungsrichtung nebeneinander angeordnet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995146827 DE19546827C2 (de) | 1995-12-15 | 1995-12-15 | Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in Vakuumprozessen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995146827 DE19546827C2 (de) | 1995-12-15 | 1995-12-15 | Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in Vakuumprozessen |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19546827A1 true DE19546827A1 (de) | 1997-06-19 |
| DE19546827C2 DE19546827C2 (de) | 1999-03-25 |
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ID=7780194
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995146827 Expired - Fee Related DE19546827C2 (de) | 1995-12-15 | 1995-12-15 | Einrichtung zur Erzeugung dichter Plasmen in Vakuumprozessen |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE19546827C2 (de) |
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