DE19544777C1 - Verfahren und Vorrichtung zur Regelung von Stromrichterstationen eines HGÜ-Mehrpunktnetzes - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Regelung von Stromrichterstationen eines HGÜ-MehrpunktnetzesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vor
richtung zur Regelung von n Stromrichterstationen eines
HGÜ-Mehrpunktnetzes.
Es ist ein "Regelungskonzept für eine Multiterminal-Hochspan
nungs-Gleichstrom-Übertragung" (Tagungsband East West Energy
Bridge, International Conference, Warschau, 24.-25.10.1995)
bekannt, die aus einem übergeordneten Masterregler und den
stationseigenen Regelfunktionen besteht. Das Multiterminal-System
besteht aus insgesamt fünf bipolaren Stromrichtersta
tionen, die durch zwei parallele Gleichstrom-Freileitungen
pro Pol verbunden sind. Die Hauptaufgabe der übergeordneten
Regelung besteht in der Koordination der Leistungs- und
Strom-Sollwerte für den stationären Betriebspunkt. Beim Aus
fall einer Stromrichterstation soll das System stabil blei
ben, auch wenn die Kommunikation zwischen dem Masterregler
und den Stromrichterstationen zeitweilig unterbrochen ist.
Diese übergeordnete Regelung summiert die Leistungs-Sollwerte
auf. Sollte diese Summe ungleich Null sein, so wird der Feh
ler entsprechend von Gewichtungskoeffizienten auf die ver
schiedenen Stromrichterstationen aufgeteilt. Die Koeffizien
ten sind frei wählbar, wobei ihre Summe gleich Eins sein muß.
Aus den so ermittelten Leistungs-Sollwerten werden die Strom-Soll
werte für die einzelnen Stromrichterstationen ermittelt,
indem die Leistungs-Sollwerte durch den Gleichspannungs-Ist
wert der jeweiligen Station dividiert wird. Da die Leistungs
verluste in der Regel nicht genau vorausberechnet werden kön
nen und deshalb bei der Bestimmung der Leistungs-Sollwerte
nicht berücksichtigt wurden, werden die Strom-Sollwerte nach
dem Dividieren in der Regel in der Summe nicht Null ergeben.
Ahnlich wie bei der Ermittlung der Leistungs-Sollwerte werden
deshalb die Strom-Sollwerte über eine Regelschleife justiert,
so daß die Stromsumme aller Gleich- und Wechselrichter Null
ist. Die Gewichtungsfaktoren werden so eingestellt, daß die
Summe Eins ist.
Die Stationsregelung, wie sie in jeder Stromrichterstation
vorhanden ist, besteht aus zwei Stromregelpfaden und zwei
Spannungsregelpfaden sowie einem Minimalstromregler. Die mo
mentan aktive Regeldifferenz wird über eine Kombination aus
Minimal- und Maximalausfallblöcken ermittelt. Bei diesem Re
gelungskonzept darf nur eine Stromrichterstation spannungsbe
stimmend sein, d. h., nur ein Gleichrichter oder ein Wechsel
richter arbeitet in diesem Betriebszustand. Welcher Strom
richter dafür am besten geeignet ist, hängt von der speziel
len Systemkonfiguration ab. Bei den im Arbeitspunkt stromge
regelten Wechselrichtern stehen zwei Kennlinien-Alternativen
zur Verfügung. Zum einen kann bei Systemstörungen mit abge
senkter Gleichspannung mit Konstantspannungsregelung am Wech
selrichter gearbeitet werden. Die zweite Alternative arbeitet
mit einem Stromregler. Bei dieser Alternative wird der Strom-Soll
wert im Bereich abgesenkter Gleichspannung über eine
VDCOL-Funktion (Voltage Dependent Current Order Limit) abge
senkt. Welche der beiden Möglichkeiten günstiger ist, muß
durch Simulationsrechnung für eine spezielle Systemkonfigu
ration ermittelt werden. Bei dem vorgestellten Multiterminal-System
wird die spannungsbestimmende Funktion von einer
Stromrichterstation, die als Gleichrichter betrieben wird,
wahrgenommen. Alle anderen Stationen werden im stationären
Arbeitspunkt stromgeregelt betrieben. Die beiden Wechselrich
terstationen arbeiten im Bereich abgesenkter Gleichspannung
stromgeregelt mit einer VDCOL-Funktion.
Bei diesem bekannten Regelungskonzept für eine Multiterminal-HGÜ,
bestehend aus fünf Stromrichterstationen, kann nicht
vorausgesagt werden, wie die Regelung einer n-ten Stromrich
terstation aussehen wird, wenn n Stromrichterstationen in
einem Gleichstrom-System miteinander arbeiten sollen. Außer
dem ist das Regelungskonzept sehr aufwendig aufgebaut und be
nötigt jeweils zwischen dem übergeordneten Masterregler und
einer stationseigenen Regelung eine Telekommunikation. Über
diese kostspielige Telekommunikation werden Soll- und Istwer
te ausgetauscht. Ferner weisen die stationseigenen Regelungen
jeweils mehrere Regelungsarten auf, wobei mittels einer Reg
ler-Ablösung eine entsprechende Regelart ausgewählt wird.
Die Regelart-Ablösung, die übergeordnete Regelung und die Te
lekommunikation verschlechtern das dynamische Verhalten des
gesamten Gleichstrom-Systems der Multiterminal-HGÜ und können
auch die Stabilität der angeschlossenen Drehstrom-Systeme be
einträchtigen.
Aus der DE 44 20 600 C1 ist eine koordinierte Vektorregelung
für eine Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Anlage be
kannt. Bei dieser koordinierten Vektorregelung wird für die
in der Betriebsart "Gleichrichter" betriebene Stromrichter
station in Abhängigkeit einer zu übertragenden Leistung und
eines gemessenen Gleichspannungs-Istwertes ein Sollwertepaar
für Strom und Spannung generiert und mit einem ermittelten
Istwertepaar für Strom und Spannung verglichen. Die erzeugten
Regelabweichungen werden aufsummiert. Aus diesem Summensignal
wird ein Signal derart generiert, daß die Summe der Regelab
weichung Null wird. Für die in der Betriebsart "Wechsel
richter" betriebene Stromrichterstation wird in Abhängigkeit
der zu übertragenden Leistung und eines Löschwinkel-Sollwer
tes ein Sollwertepaar für Strom und Spannung generiert, das
mit einem ermittelten Istwertepaar verglichen wird. Die Re
gelabweichungen werden voneinander subtrahiert. Aus diesem
Differenzsignal wird ein Steuersignal derart generiert, daß
die Differenz der Regelabweichungen Null wird. Dieses
koordinierte Vektor-Regelverfahren weist Sollwertepaare für
Strom und Spannung auf, die sowohl die Ziele des Wechselrich
ters als auch die Ziele des Gleichrichters berücksichtigen.
Das Sollwertepaar des Wechselrichters ist also so bestimmt,
daß es den Löschwinkel regelt und gleichzeitig die Leistung
einhält, die vom Gleichrichter zur Verfügung gestellt wird.
Die erzeugte Regelcharakteristik des Wechselrichters ent
spricht dabei der Charakteristik eines Widerstandsreglers mit
einer positiven Steigung. Die Charakteristik der Regelung für
den Gleichrichter nach dem Vektor-Regelverfahren ist für ein
Sollwertepaar im Nennpunkt die Tangente zur zugehörigen Lei
stungs-Hyperbel der Soll-Leistung. Dadurch ergibt sich, daß
die Vektorregelung vom Prinzip her Spannungsveränderungen am
Wechselrichter toleriert, wenn die verursachten Leistungsän
derungen auf der Tangente liegen. Durch diese Ausbildung der
beiden Kennlinien ist ein stabiler Arbeitspunkt gegeben.
Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren
und eine Vorrichtung zur Regelung von n Stromrichterstationen
eines HGÜ-Mehrpunktnetzes anzugeben.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des An
spruches 1 bzw. 6 gelöst.
Dadurch, daß jede Stromrichterstation eines HGÜ-Mehrpunktnet
zes mit einer koordinierten Vektorregelung versehen ist, wo
bei die Regleranordnung für den Wechselrichter um eine Ein
richtung zur Ermittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes
erweitert ist, können trotz Veränderungen im Gleichstrom-Sy
stem und/oder in den zugehörigen Drehstromnetzen stabile Ar
beitspunkte dezentral in jeder Station eingestellt werden.
Zur Ermittlung des Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes wird eine
ermittelte Leistungs-Regeldifferenz verwendet. Durch diese
Kombination der bekannten koordinierten Vektorregelung und
der zusätzlichen Bestimmung des Löschwinkel-Sollwertes in Ab
hängigkeit von einer Leistungs-Regeldifferenz kann ein kon
stanter Lastfluß im Gleichstrom-System aufrechterhalten wer
den. Da dieses Verfahren dezentral arbeitet, wird kein über
geordnet er Masterregler und keine Telekommunikation mehr be
nötigt, wodurch sich der Aufwand dieses Regelungskonzeptes
gegenüber dem eingangs erwähnten Regelungskonzept vereinfacht
und sich die Dynamik verbessert.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens sind den Unteran
sprüchen 2 bis 5 und vorteilhafte Ausgestaltungen der Vor
richtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
sind den Unteransprüchen 7 bis 15 zu entnehmen.
Zur weiteren Erläuterung der Erfindung wird auf die Zeichnung
Bezug genommen, in der eine vorteilhafte Ausführungsform
einer Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Ver
fahrens schematisch veranschaulicht ist.
Fig. 1 zeigt ein HGÜ-Mehrpunktnetz mit n Stromrichtersta
tionen, die
Fig. 2 zeigt ein Diagramm der Arbeitskennlinien eines
HGÜ-Mehrpunktnetzes mit drei Gleichrichter- und Wechsel
richterstationen, die
Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer bekannten koordi
nierten Vektorregelung für eine verlustbehaftete
Gleichstrom-Leitung, in
Fig. 4 ist ein zugehöriges Diagramm der Arbeitskennlinien
veranschaulicht, die
Fig. 5 zeigt ein Blockschaltbild einer Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens für
eine Station des HGÜ-Mehrpunktnetzes und in
Fig. 6 ist ein zugehöriges Diagramm der Arbeitskennlinien
dargestellt.
Die Fig. 1 zeigt ein Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Mehr
punktnetz 2 mit n Stromrichterstationen 4, von denen r
als Gleichrichter und i als Wechselrichter betrieben werden.
Jede Stromrichterstation 4 ist mit einer eigenen Stations-Re
gelung 6 versehen. Außerdem ist jede Stromrichterstation 4
über einen Stromrichtertransformator 8 mit einer zugehörigen
Stufenschalter-Regelung 10 mit einem Drehstromnetz 12 elek
trisch leitend verbunden. Das HGÜ-Mehrpunktnetz 2, auch als
allgemeines Gleichstrom-System bezeichnet, weist eine belie
bige Topologie auf, d. h., die n Stromrichterstationen 4 sind
beliebig miteinander verbunden. Der normale Spannungs-Ar
beitsbereich dieses Mehrpunktnetzes 2 bewegt sich zwischen
0,8 und 1,2 pu. Die gesamte Gleichrichterleistung soll 1 pu
sein und die gesamte Wechselrichterleistung ist dann 1 pu
minus Verluste. In der Fig. 2 ist ein Diagramm für die Ar
beitskennlinien eines HGÜ-Mehrpunktnetzes 2 dargestellt, wo
bei wegen der Übersichtlichkeit nur für sechs Stromrichter
stationen 4, von denen drei als Gleichrichter und drei als
Wechselrichter betrieben werden, die Arbeitskennlinien darge
stellt sind. Bei diesem allgemeinen Gleichstrom-System 2
lassen sich an allen Stromrichterstationen 4 in der Betriebs
art "Wechselrichter" die Arbeitspunkte AW1, AW2 und AW3 ein
stellen, die von den Trafostellungen und der koordinierten
Vektorregelung 14 (ohne zusätzliche Einrichtung) vorgegeben
sind. Das bedeutet, alle diese Stromrichterstationen 4 fahren
den Löschwinkel-Sollwert γo von beispielsweise 17° el. bei
einem vorgegebenen Leistungs-Sollwert Po. Die Arbeitspunkte
AG1, AG2 und AG3 der Stromrichterstationen 4 in der Betriebs
art "Gleichrichter" ergeben sich aus der Topologie des
Gleichstrom-Systems 2 (Kirschhoffsches Gesetz, Maschenglei
chung und Energieerhaltungssatz) automatisch, was jeweils
einem vorgegebenen Leistungs-Sollwert Por entspricht. In der
Fig. 2 sind die Leistungs-Hyperbeln der als Gleichrichter
betriebenen Stromrichterstationen 4 jeweils als durchgezogene
Linien und die der als Wechselrichter betriebenen Stromrich
terstation 4 jeweils als unterbrochene Linien dargestellt.
Die Widerstands-Charakteristik der als Wechselrichter betrie
benen Stromrichterstationen 4 sind als Geraden dargestellt,
deren Schnittpunkte mit den zugehörigen Leistungs-Hyperbeln
die Arbeitspunkte AW1, AW2 und AW3 ergeben.
Die Fig. 3 zeigt ein Blockschaltbild einer bekannten koordi
nierten Vektorregelung 14 für eine verlustbehaftete Gleich
strom-Leitung 16 einer Hochspannungs-Gleichstrom-Übertra
gungs-Anlage 18, mit deren Hilfe zwei Wechselspannungsnetze
20 und 22 miteinander verbunden sind. Diese HGÜ-Anlage 18
umfaßt zwei Stromrichterstationen 4, die als Gleich- und
Wechselrichter betrieben werden. Diese beiden Stromrichter
stationen 4 sind gleichstromseitig mittels der Gleichstrom
leitung 16 miteinander verbunden.
Die HGÜ-Anlage 18 umfaßt des weiteren nicht näher bezeichnete
Meßfühler zur Aufnahme von Strom- und Spannungswerten Idr,
Idi bzw. Udr, Udi. Den Stromrichterstationen 4 sind jeweils
eine Steuereinrichtung 24 zur Ansteuerung ihrer Ventile oder
Halbleiter vorgeschaltet.
Jede Steuereinrichtung 24 erhält ein Steuersignal, das von
einer ersten bzw. zweiten Regelanordnung 26 bzw. 28 erzeugt
wird. Die erste Regelanordnung 26 umfaßt im wesentlichen
einen ersten Sollwertgeber 30 und eine erste Vektorregleran
ordnung 32. Dieser Sollwertgeber 30 erhält als Eingangs-Signal
einen Leistungs-Sollwert Por einer vorgegebenen zu
übertragenden Leistung und einen Gleichspannungs-Istwert Udr.
Aus diesen Werten Por und Udr wird mittels des Sollwertgebers
30 ein Sollwertepaar Ior und Uor für Strom und Spannung der
Stromrichterstation 4 ermittelt. Der Sollwertgeber 30 weise
zwei Kennliniengeber 34 und 36 auf. Die für den Spannungs-Soll
wert Uor gewählte Kurve des ersten Kennliniengebers 34
zeigt die VDVOC-Charakteristik (Voltage-Dependent-Voltage-Or
der-Characteristic), wobei am oberen Ende für den Bereich
des stationären Betriebs als charakteristisches Merkmal ein
bogenförmiger Verlauf vorgesehen ist. Der untere Bereich der
Kennlinie ist spannungsbegrenzend ausgebildet. Die Kennlinie
des zweiten Kennliniengebers 36 für den Strom-Sollwert Ior
weist im wesentlichen eine VDCOL-Charakteristik
(Voltage-Dependent-Current-Order-Limitation), d. h. spannungsabhängige
Strombegrenzung, auf. Die Vektorregleranordnung 32 weist zwei
Vergleicher 38 und 40, einen Addierer 42 und ein Regelglied
44 auf. Das gebildete Sollwertepaar Uor, Ior wird dieser Vek
torregleranordnung 32 zugeführt und dort mit einem ermittel
ten Istwertepaar Udr, Idr mittels der beiden Vergleicher 38
und 40 verglichen. Die gebildeten Regelabweichungen für Strom
und Spannung werden mittels des Addierers 42 aufsummiert.
Dieses Summensignal wird dem Regelglied 44 zugeführt, an des
sen Ausgang das Steuersignal für die Steuereinrichtung 24 der
als Gleichrichter betriebenen Stromrichterstation 4 ansteht.
Mittels diesem Steuersignal wird die Summe der Pegelabwei
chungen für Strom und Spannung zu Null geregelt.
Die zweite Regelanordnung 28 ist analog zu dem der Regelan
ordnung 26. Eine weitere Beschreibung der zweiten Regelanord
nung 28 erübrigt sich daher. Unterschiede liegen in der An
zahl der dem Sollwertgeber 46 zugeführten Werte, den Kenn
linien der beiden Kennliniengeber 48 und 50 und einer Ein
richtung 52 zur Ermittlung eines Leistungs-Sollwertes Pol.
Aufgrund der Varianz der Eingangsgrößen (Spannungs-Istwert
Udi, Leistungs-Istwert Pdi, Leistungs-Sollwert Poi, Lösch
winkel-Sollwert γo, Löschwinkel-Istwert γ, Steuersignal β)
muß die Kennlinie, insbesondere die VDVOC-Charakteristik, des
Kennliniengebers 48 in seiner Höhe im Endbereich und in sei
ner Neigung vorgebbar sein. Auch die VDCOL-Charakteristik des
Kennliniengebers 50 ist einstellbar. Wesentlich für den zwei
ten Sollwertgeber 46 ist, daß auch ein Löschwinkel-Sollwert γo
vorgegeben ist, der einzuhalten ist. Das erzeugte Sollwer
tepaar Uoi, Ioi wird mittels zweier Vergleicher 38 und 40 mit
einem ermittelten Istwertepaar Udi, Idi verglichen. Die ge
bildeten Regelabweichungen werden mittels des Addierers 42
voneinander subtrahiert, da der Spannungs-Sollwert Uoi des
Sollwertepaares Uoi, Ioi am invertierenden Eingang des Ver
gleichers 38 ansteht. Das Differenzsignal wird dem nachge
schalteten Regelglied 44 zugeführt, an dessen Ausgang das
Steuersignal für die Steuereinrichtung 24 der als Wechsel
richter betriebenen Stromrichterstation 4 ansteht. Mittels
diesem Steuersignal wird die Differenz der Regelabweichung
für Strom und Spannung zu Null geregelt.
Die Einrichtung 52 zur Ermittlung eines Leistungs-Sollwertes
Poi weist ein Verzögerungsglied 54 erster Ordnung mit einer
oberen und unteren Grenze auf. Dieser Einrichtung 52 wird ein
ermittelter Leistungs-Istwert Pdi und ein oberer und unterer
Leistungs-Grenzwert Pgoi und Pgui zugeführt. Der obere Lei
stungs-Grenzwert Pgoi ist gleich der Differenz des Leistungs-Soll
wertes Por einer zu übertragenden Leistung der als
Gleichrichter betriebenen Stromrichterstation 4 und einer
minimalen Verlustleistung Pvmin, wogegen der untere Lei
stungs-Grenzwert Pgui gleich einer Differenz des Leistungs-Soll
wertes Por und einer maximalen Verlustleistung Pvmax ist.
In der Fig. 4 sind in einem Diagramm die Arbeitskennlinien
GR und WR einer in der Fig. 3 gezeigten koordinierten Vek
torregelung 14 einer HGÜ-Anlage 18 veranschaulicht. Die Kenn
linie GR, die sich aus den Abschnitten hl, lm, mn und no zu
sammensetzt, veranschaulicht die Gleichrichter-Charakteri
stik, wobei der Abschnitt hl die Leistungs-Hyperbel im norma
len Arbeitsbereich, der Abschnitt lm die Maximal-Strom-Be
grenzung, der Abschnitt mn den Bereich der spannungsabhängi
gen Begrenzung und der Abschnitt no den Minimal-Strom veran
schaulicht. Die Kennlinie WR veranschaulicht die Wechselrich
ter-Charakteristik. Da die Gleichstrom-Leitung 16 nicht ver
lustlos ist, ist die Leistungs-Hyperbel für die als Wechsel
richter betriebene Stromrichterstation 4 nicht deckungsgleich
mit der Leistungs-Hyperbel der als Gleichrichter betriebenen
Stromrichterstation 4. Da jeder Punkt der Kennlinie WR mit
tels eines Strom- und Spannungs-Sollwertes bestimmt wird,
wird die Wechselrichter-Charakteristik auch als Widerstands
regelung bezeichnet, die eine kombinierte Strom-Spannungsre
gelung darstellt. Die Strich-Punkt-Linie entspricht einem
Löschwinkel-Sollwert γo.
Die Fig. 5 zeigt ein Blockschaltbild mit einer Vorrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Rege
lung von n Stromrichterstationen 4 eines HGÜ-Mehrpunktnetzes
2. Aus Übersichtlichkeitsgründen ist nur eine erfindungsge
mäße koordinierte Vektorregelung 14 für eine Stromrichter
station 4 des HGÜ-Mehrpunktnetzes 2 veranschaulicht. Da die
Stromrichteranlage 4 als Gleichrichter oder als Wechselrich
ter betrieben werden kann, enthält die Stations-Regelung 6
eine erste und eine zweite Regelanordnung 26 und 28. Da das
Regelglied 44 in beiden Regelanordnungen 26 und 28 vorkommt,
kann bei dieser Stations-Regelung 6 auf ein Regelglied 44
verzichtet werden. Dafür werden den Ausgängen der Addierer 42
der beiden Regelanordnungen 26 und 28 jeweils ein Schalter 56
und 58 nachgeschaltet, deren Ausgänge mittels eines Addierers
60 mit dem Regelglied 44 verknüpft sind.
Die Regelanordnung 28 ist um eine Einrichtung 62 zur Ermitt
lung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes γoadd erweitert.
Diese Einrichtung 62 weist eingangsseitig ein Totzonenglied
64 und ausgangsseitig einen PI-Regler 66 auf. Da nur bei nor
malen Betriebswerten der Gleichspannung des Mehrpunktnetzes 2
ein ermittelter Löschwinkel-Zusatz-Sollwert γoadd verändert
werden soll, ist zwischen Totzonenglied 64 und dem PI-Regler
66 ein Schalter 68 angeordnet. Dieser Schalter 68 ist ge
schlossen, solange der Gleichspannungs-Istwert Udi größer als
ein vorbestimmter Grenzwert ist. Während eines Fehlers, ver
bunden mit starken Spannungseinbrüchen, kann der Löschwinkel-
Zusatz-Sollwert γoadd unverändert bleiben (Schalter 68 ist
geöffnet) oder auf Null gesetzt werden. Dazu wird dem PI-Reg
ler 66 ein Null-Signal SV aufgeschaltet. Das Totzonenglied 64
weist einen positiven und einen negativen Leistungs-Regeldif
ferenz-Schwellwert dPo und dPu auf. Zwischen diesen beiden
Leistungs-Regeldifferenz-Schwellwerten dPo und dPu bleibt der
Ausgangswert des Totzonengliedes 64 unabhängig vom Eingangs
signal dPo Null.
Sobald der Wert des Eingangssignals dP, nämlich eine ermit
telte Leistungs-Regeldifferenz dP, größer oder kleiner als
der positive oder negative Leistungs-Regeldifferenz-Schwell
wert dPo oder dPu wird, ist der Ausgangswert des Totzonen
gliedes 64 verschieden von Null. Dieser Ausgangswert wird dem
PI-Regler 66 zugeführt, an dessen Ausgang ein Löschwinkel-
Zusatz-Sollwert γoadd ansteht. Damit der Löschwinkel γo für
den Sollwertgeber 46 nur innerhalb eines vorbestimmten Be
reiches verändert werden kann, ist der PI-Regler 66 mit einem
unteren Grenzwert Null und einem oberen Grenzwert maxγoadd
versehen. Der Löschwinkel-Sollwert γo setzt sich aus einem
minimalen Löschwinkel-Sollwert γomin und dem ermittelten
Löschwinkel-Zusatz-Sollwert γoadd zusammen, wobei ein Addie
rer 70 vorgesehen ist. Die Grenzen dPu und dPo der Totzone
des Totzonengliedes 64 werden jeweils mittels eines Verglei
chers 72 und 74 ermittelt, wobei am invertierenden Eingang
des Vergleichers 72 ein unterer Leistungs-Grenzwert Pgui und
am nichtinvertierenden Eingang ein Leistungs-Sollwert Poi
anstehen. Am nichtinvertierenden Eingang des Vergleichers 74
steht ein oberer Leistungs-Grenzwert Pgoi und am invertieren
den Eingang ein Leistungs-Sollwert Poi an. Der Leistungs-
Regeldifferenz-Schwellwert dP wird mittels eines weiteren
Vergleichers 76 ermittelt, wobei an seinem nichtinvertieren
den Eingang ein Leistungs-Sollwert Poi und an seinem inver
tierenden Eingang ein Leistungs-Istwert Pdi anstehen.
In Fig. 6 ist ein Diagramm der Arbeitskennlinien GR und WR
des in Fig. 5 vorgestellten Regelungskonzeptes dargestellt.
Im Vergleich zum Diagramm gemäß Fig. 4 ist ein neuer Ar
beitspunkt NP ermittelt worden, der sich auf derselben Lei
stungs-Hyperbel der Wechselrichter-Charakteristik befindet.
Dieser neue Arbeitspunkt NP stellt sich dezentral an einer
Stromrichterstation 4 ein, da sich die Spannung im Gleich
spannungs-System 2 erniedrigt hat. Unabhängig von dieser
Spannungsänderung ist der Lastfluß unverändert geblieben.
Dieses erfindungsgemäße Regelungskonzept für eine Multiter
minal-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung ist einfach
strukturiert, hat die gleiche Struktur für alle Stromrichter
stationen 4, ist ein dezentrales Regelungskonzept, wodurch
keine kostspielige Telekommunikation benötigt wird und weist
eine höhere Dynamik auf, da keine Reglerablösung und kein
übergeordneter Masterregler vorhanden sind. Außerdem kann
dieses Konzept besser zur Stabilisierung des Gleich
spannungs-Systems 2 und der Drehstromsysteme 12 beitragen.
Claims (15)
1. Verfahren zur Regelung von n Stromrichterstationen (4)
eines HGÜ-Mehrpunktnetzes (2),
- - wobei für jede in der Betriebsart "Gleichrichter" betrie bene Stromrichterstation (4) in Abhängigkeit einer jeweili gen zu übertragenden Leistung (Por) und eines gemessenen Gleichspannungs-Istwertes (Udr) ein Sollwertepaar (Uor, Ior) für Strom und Spannung der Stromrichterstation (4) gene riert wird,
- - wobei in Abhängigkeit eines ermittelten Istwertepaares (Udr, Idr) und dieses erzeugten Sollwertepaares (Uor, Ior) Regelabweichungen für Strom und Spannung ermittelt werden,
- - wobei diese Regelabweichungen aufsummiert werden und ein Steuersignal generiert wird, wodurch diese Summe zu Null wird,
- - wobei für jede in der Betriebsart "Wechselrichter" be triebene Stromrichterstation (4) in Abhängigkeit eines je weils gebildeten Leistungs- und Löschwinkel-Sollwertes (Poi, γo) ein Sollwertepaar (Uoi, Ioi) für Strom und Spannung der Stromrichterstation (4) generiert wird,
- - wobei in Abhängigkeit eines ermittelten Istwertepaares (Udi, Idi) und dieses erzeugten Sollwertepaares (Uoi, Ioi) Regelabweichungen für Strom und Spannung ermittelt werden,
- - wobei diese Regelabweichungen voneinander subtrahiert wer den und ein Steuersignal generiert wird, wodurch diese Dif ferenz zu Null wird,
- - wobei der Leistungs-Sollwert (Poi) einer in der Betriebsart "Wechselrichter" betriebenen Stromrichterstation (4) aus seinem ermittelten Leistungs-Istwert (Pdi) und eines gebil deten oberen und unteren Leistungs-Grenzwertes (Pgoi, Pgui) bestimmt wird,
- - wobei der Löschwinkel-Sollwert (γo) einer in der Betriebs art "Wechselrichter" betriebenen Stromrichterstation (4) als Summe eines minimalen Löschwinkel-Sollwertes (γomin) und eines erzeugten Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes (γoadd) bestimmt wird und
- - wobei dieser Löschwinkel-Zusatz-Sollwert (γoadd) proportio nal einer aus Leistungs-Soll- und Istwert (Poi, Pdi) ermit telten Leistungs-Regeldifferenz (dP) ist, sobald ein nega tiver oder positiver Leistungs-Regeldifferenz-Schwellwert (dPu, dPo) unter- oder überschritten wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Löschwinkel-Zusatz-Soll
wert (γoadd) nur während des Normalbetriebes veränderbar
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Löschwinkel-Zusatz-Soll
wert (γoadd) außerhalb des Normalbetriebes auf Null ge
setzt wird.
4. Verfahren nach einem der vorgenannten Ansprüche 1 bis 3,
wobei der negative und positive Leistungs-Regeldifferenz
Schwellwert (dPu, dPo) veränderbar ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei der negative und posi
tive Leistungs-Regeldifferenz-Schwellwert (dPu, dPo) in Abhän
gigkeit eines Leistungs-Sollwertes (Por) einer zu übertragen
den Leistung und einer maximalen und minimalen Verlustlei
stung (Pvmax, Pvmin) veränderbar ist.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur Regelung
von n Stromrichterstattonen (4) eines HGÜ-Mehrpunktnetzes (2)
nach Anspruch 1,
- - wobei für jede in der Betriebsart "Gleichrichter" betriebe ne Stromrichterstation (4) eine Regelanordnung (26) vorge sehen ist, die einen Sollwertgeber (30) mit nachgeschalte ter Vektorregleranordnung (32) aufweist,
- - wobei dem Sollwertgeber (30) ein Spannungs-Istwert (Udr) und ein Leistungs-Sollwert (Por) einer zu übertragenden Leistung und der Vektorregleranordnung (32) ein ermitteltes Istwertepaar (Udr, Idr) für Strom und Spannung zugeführt sind,
- - wobei für jede in der Betriebsart "Wechselrichter betrie bene Stromrichterstation (4) eine Regleranordnung (28) vor gesehen ist, die eine Einrichtung (52) zur Ermittlung eines Leistungs-Sollwertes (Poi), eine Einrichtung (62) zur Er mittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes (γoadd), einen Sollwertgeber (46) und eine Vektorregleranordnung (32) auf weist,
- - wobei der Einrichtung (52) zur Ermittlung eines Leistungs-Soll wertes (Poi) ein ermittelter Leistungs-Istwert (Pdi) und ein oberer und unterer Leistungs-Grenzwert (Pgoi, Pgui), dem Sollwertgeber (46) ein Leistungs-Soll- und Istwert (Poi, Pdi), ein Löschwinkel-Soll- und Istwert (γo, γ), ein Spannungs-Istwert (Udi) und ein Steuersignal (β), der Vek torregleranordnung (32) ein ermitteltes Istwertepaar (Udi, Idi) für Strom und Spannung und der Einrichtung (62) zur Ermittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes (γoadd) ein Leistungs-Ist- und Sollwert (Pdi, Poi), ein oberer und un terer Leistungs-Grenzwert (dPo, dPu) und ein minimaler Löschwinkelwert (γomin) zugeführt sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei die Regelanordnungen
(26, 28) jeder Stromrichterstation (4) in Abhängigkeit ihrer
Betriebsart zu- oder abschaltbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei die Einrichtung (52)
zur Ermittlung eines Leistungs-Sollwertes (Poi) ein Verzöge
rungsglied (54) 1.ter Ordnung mit einer oberen und unteren
Grenze (Pgoi, Pgui) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei die Einrichtung (62)
zur Ermittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes (γoadd)
ein Totzonenglied (64) und einen PI-Regler (66) aufweist, wo
bei an einem Eingang des Totzonengliedes (64) ein ermittelter
Leistungs-Regeldifferenz-Schwellwert (dP) und am Ausgang des
PI-Reglers (66) der Löschwinkel-Zusatz-Sollwert (γoadd) an
stehen.
10. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei jeder Sollwertgeber
(30, 46) der beiden Regelanordnungen (26, 28) einer jeden
Stromrichterstation (4) zwei Kennliniengeber (34, 36; 48, 50)
für das Sollwertepaar (Uor, Ior; Uoi, Ioi) für Strom und Span
nung aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei jede Vektorregleran
ordnung (32) der beiden Regelanordnungen (26, 28) einer jeden
Stromrichterstation (4) zwei Vergleicher (38, 40), einen Ad
dierer (42) und ein Regelglied (44) aufweist, wobei jeweils
ein Ausgang eines Vergleichers (38, 40) mit dem Addierer (42)
verknüpft ist, dessen Ausgang mit dem Eingang des Regelglie
des (44) verbunden ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei zwischen dem Totzo
nenglied (64) und dem PI-Regler (66) der Einrichtung (62) zur
Ermittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes (γoadd) ein
Schalter (68) vorgesehen ist, der während des Normalbetriebes
einer jeden Stromrichterstation (4) geschlossen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei der PI-Regler (66)
der Einrichtung (62) zur Ermittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Soll
wertes (γoadd) einen Setzeingang aufweist, an dem außer
halb des Normalbetriebes einer jeden Stromrichterstation (4)
ein Null-Signal (SV) ansteht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei jeder Grenzwert-Ein
gang des Totzonengliedes (64) der Einrichtung (62) zur Er
mittlung eines Löschwinkel-Zusatz-Sollwertes (γoadd) mit
einem Ausgang eines Vergleichers (72, 74) verknüpft ist, an
deren Eingängen jeweils ein Leistungs-Istwert (Pdi) und ein
oberer bzw. unterer Leistungs-Grenzwert (Pgoi, Pgui) anstehen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 6, wobei als Regelanordnungen
(26, 28) einer jeden Stromrichterstation (4) ein Mikroprozes
sor vorgesehen ist.
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