DE19543212A1 - Fehlerstromschutzschalter - Google Patents
FehlerstromschutzschalterInfo
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- H01H—ELECTRIC SWITCHES; RELAYS; SELECTORS; EMERGENCY PROTECTIVE DEVICES
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- H01H71/10—Operating or release mechanisms
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- H—ELECTRICITY
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- H02H3/00—Emergency protective circuit arrangements for automatic disconnection directly responsive to an undesired change from normal electric working condition with or without subsequent reconnection ; integrated protection
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- Driving Mechanisms And Operating Circuits Of Arc-Extinguishing High-Tension Switches (AREA)
Description
Die Erfindung betrifft einen Fehlerstromschutzschalter nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
Es sind unterschiedliche Arten von Fehlerstromschutzschaltern bekannt geworden.
Bei allen diesen Schutzschaltgeräten ist ein Summenstromwandler vorhanden, des
sen Primärwicklung durch die Netzleiter gebildet wird und dessen Sekundärwicklung
auf einen Auslöser einwirkt, der die Verklinkung eines Schaltschlosses betätigt, über
das elektrische Kontaktstellen in den Netzleitern geöffnet werden.
Wenn der Summenstromwandler so ausgebildet ist, daß die sekundärseitige Energie
zur Betätigung eines Auslösers ausreicht, dann nennt man derartige Schutzschalter
netzspannungsunabhängig.
Beabsichtigt man die Empfindlichkeit eines Fehlerstromschutzschalters zu erhöhen,
dann wird über eine entsprechende Verstärkereinrichtung der Auslöser betätigt, in
dem in der Sekundärwicklung des Summenstromwandlers ein Signal erzeugt wird,
das über einen Thyristor einen Arbeitsstromauslöser an die Netzspannung legt. Der
Arbeitsstromauslöser entklinkt das Schaltwerk des Schutzschalters und öffnet da
durch die Kontakte der Stromleitungen.
Derartige Schutzschalter nennt man netzspannungsabhängig.
Gemäß der österreichischen Norm ÖVE-SN 50/1978 (Nachtrag e) unterscheidet
man davon die bedingt netzspannungsabhängigen Fehlerstromschutzschalter, das
sind Schutzschalter, bei denen die Funktionen Erfassen und Auswerten des Fehler
stromes nicht von der Netzspannung abhängen, die Unterbrechung des Fehlerstro
mes jedoch mit Hilfe der Netzspannung erfolgt.
Die Nachteile der netzspannungsunabhängigen Fehlerstromschutzschalter liegen
u. a. darin, daß die Magnetkontakte des Auslösers bei nicht regelmäßigem Drücken
der Prüftaste nach bestimmten Zeiten (Jahren) kleben (u. a. auch
kaltverschweißen) und damit ihre Funktion in Frage stellen.
Die Nachteile der netzspannungsabhängigen Fehlerstromschutzschalter mit Ar
beitsstromauslöser liegen darin, daß der Thyristor aus Kosten- und Platzgründen für
einen möglichst geringen Betriebsstrom gewählt wird und deswegen der Ar
beitsstromauslöser eine hochohmige Spule mit hoher Windungszahl besitzen muß.
Dadurch entstehen Probleme der Spannungsfestigkeit, die den Arbeitsstromauslöser
verteuern und einen großen Platzbedarf erfordern.
Ein weiterer gravierender Nachteil der reinen netzspannungsabhängigen Fehler
stromschutzschalter liegt darin, daß bei Nulleiterunterbrechung der Schalter versagt,
da die Stromversorgung ausfällt.
Das gleiche gilt auch für die bedingt netzspannungsabhängigen Fehlerstromschutz
schalter.
Bekannt sind weiterhin sowohl netzspannungsabhängige (P 41 42 970.2) als auch
netzspannungsunabhängige (P 41 42 969.2) Fehlerstromschutzschalter, die als
Auslöser, d. h. als Aktor, der das Schaltwerk im Fehlerstromfall aufschlägt, Piezo-
Aktoren besitzen.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Fehlerstromschutzschalter der eingangs ge
nannten Art zu schaffen, bei dem die Nachteile der bekannten Einrichtungen
vermieden werden.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruchs 1 gelöst.
Erfindungsgemäß besitzt der Schalter einen zusätzlich zu seinem Magnetauslöser
eingebauten Aktor, z. B. Piezo-Aktor, der z. B. im Gegensatz zu P 41 18 177.8 nur
dann in Kraft tritt, wenn ihm eine Steuereinheit dazu einen Befehl erteilt.
Magnetauslöser, dessen Magnetkontakte sich öffnen, erzeugen in ihrer Erregerspule
nach dem 2. Maxwellschen Gesetz einen Spannungsimpuls U = - dΦ/dt,
mit Φ = Magnetfluß im magnetischen Kreis des Auslösers.
Der Steuereinheit werden nun im Fehlerstromfall sowohl das Fehlerstromsignal als
auch zeitverzögert der o. g. Spannungsimpuls zugeführt.
Fehlerstromschutzschalter lösen gewöhnlich nach 40 ms aus. Registriert nun die
Steuereinheit nicht innerhalb einer Zeit von beispielsweise 45 ms den o.g. Span
nungsimpuls, veranlaßt sie das in Aktion treten des Aktors, der mit großer, d. h. frei
wählbarer Kraft jede Verklebung der Magnetkontakte aufschlägt, da für seine
Betätigung beliebig viel Energie aus dem Netz entnehmbar ist. Selbstverständlich
sind zur Detektion des Öffnens der Kontakte auch beliebige, andere physikalische
Verfahren einsetzbar.
Weiter ist es auch möglich den Aktor auf den Energiespeicher und/oder die
Kontakte des Schaltwerkes direkt einwirken zu lassen.
Zur Verwirklichung der erfindungsgemäßen Idee können auch magnetostriktive und
andere Aktoren eingesetzt werden.
Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Schalters liegt darin, daß im
normalen Fehlerstromfall der netzspannungsunabhängige Teil des Schalters in
Funktion tritt.
Sollten, wie allgemein bekannt, die Magnetkontakte nach längerem Nichtdrücken der
Prüftaste (alle Fehlerstromschutzschalter haben wohlweislich eine solche) kleben,
so tritt der netzspannungsabhängige Aktor in Tätigkeit, der z. B. auch (kalt)ver
schweißte (Magnet)kontakte aufschlägt. Daß gleichzeitig eine
Nulleiterunterbrechung auftritt ist so unwahrscheinlich, daß dieses Phänomen
vernachlässigt werden darf.
Anhand eines Ausführungsbeispieles soll die Erfindung näher erläutert werden.
In der Figur bedeuten 1 den Summenstromwandler, 2 das Schaltwerk und 3 den
Magnetauslöser eines Fehlerstromschutzschalters. Das Schaltwerk 2 öffnet im
normalen Fehlerstromfall die Stromkontakte 4 und zwar dann, wenn in der
Sekundärwicklung 5 des Wandlers 1 ein durch den Fehlerstrom erzeugter
Differenzstrom fließt. Dieser erzeugt in der Spule 6 des Auslösers 3 einen Strom, der
im Joch 8 des Auslösers 3 den durch den Permanentmagneten 9 erzeugten
Magnetfluß aufhebt, so daß die Feder 10 den Anker 11 vom Joch 10 abzieht,
wodurch der Stößel 12 in das Schaltwerk 2 stößt, das daraufhin die Kontakte 4
öffnet. 7 stellen die Netzleitungen dar.
Wenn sich der Anker 11 vom Joch 8 abhebt, erzeugt er durch den sich dadurch
verändernden Magnetfluß in der Spule 6 einen Spannungsimpuls, der über die
Leitungen 14 an die Steuereinheit 15 weitergeleitet wird und das Öffnen des
Magnetkontaktes bestätigt.
Ebenso wird der transformierte Fehlerstrom, der in der Spule 5 erzeugt, durch die
Spule 6 fließt, an die mit einem hochohmigen Eingang versehene Steuereinheit 15
geleitet.
Sollte nach einigen Jahren der Fall eintreten, daß durch nicht regelmäßiges Drücken
der nicht gezeichneten Prüftaste die Magnetkontakte z. B. an der Stelle 13
kaltverschweißt sind, so hebt sich im Fehlerstromfall der Anker 8 nicht vom Joch 11
ab, d. h. es wird kein Spannungsimpuls in der Spule 6 erzeugt.
Mit Hilfe einer nicht gezeichneten Koinzidenzschaltung erkennt die Steuereinheit 15,
daß nur das Fehlerstromsignal aber nicht der Spannungsimpuls vorliegt, d. h. der
Auslöser versagt hat.
Daraufhin gibt die Steuereinheit 15 an die elektronische Antriebseinheit des Aktors
17 den Befehl, den Anker 8 vom Joch 11 abzuheben, was aufgrund des
Hebelgesetzes bereits mit einer minimalen Auslenkung des Aktors 17 zu erreichen
ist.
Die Antriebseinheit 16 wird über die Stromversorgungseinheit 18 mit beliebig viel
Energie versorgt, so daß auch die festesten Kaltverschweißungen aufreißen.
Claims (6)
1. Fehlerstromschutzschalter mit Not-Aktor, dadurch gekennzeichnet, daß in
seinem Magnetauslöser, der im Fehlerstromfall normalerweise netzspan
nungsunabhängig auslöst, ein Aktor zusätzlich angeordnet ist, der bei Kleben
der Magnetkontakte des Auslösers diese oder den Auslöser des
Energiespeichers des Schaltwerkes und/oder die elektrischen Kontakte des
Schutzschalter-Schaltwerkes netzspannungsabhängig aufschlägt.
2. Fehlerstromschutzschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Aktor so angeordnet ist, daß er gemäß dem allgemein
bekannten Hebelgesetzen die größtmögliche Kraft auf das Joch des
Magnetkreises des Auslösers, bzw. auf den Auslöser des Energiespeichers
und/oder die Kontakte des Schaltwerkes ausübt.
3. Fehlerstromschutzschalter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß eine in ihm eingebaute Steuereinheit, im Fehlerstromfall sowohl das
Fehlerstromsignal als auch den von der Erregerspule des Magnetauslösers
erzeugten, gegenüber dem Fehlerstrom zeitverzögerten Spannungsimpulses,
der bei Öffnen der Magnetkontakte auftritt, erkennt und derart auswertet, daß
bei Nichtauslösen der Magnetkontakte, d. h. bei Nichtvorhandensein des
Spannungsimpulses, der Aktor das Schaltwerk aufschlägt.
4. Fehlerstromschutzschalter nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
zur Detektion des Öffnens der Kontakte beliebige andere bekannte
physikalische Verfahren Verwendung finden.
5. Fehlerstromschutzschalter nach den Ansprüchen 1-4, dadurch
gekennzeichnet, daß als Aktor ein Piezo- oder magnetostriktiver Aktor
Verwendung findet.
6. Fehlerstromschutzschalter nach den Ansprüchen 1-5, dadurch
gekennzeichnet, daß als Aktor ein Elektromagnet Verwendung findet, der
direkt oder über ein geeignetes Hebelsystem in den Magnetauslöser oder den
Auslöser des Energiespeichers des Schaltwerkes eingreift und/oder die
Kontakte des Schaltwerkes direkt aufschlägt.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995143212 DE19543212A1 (de) | 1995-11-20 | 1995-11-20 | Fehlerstromschutzschalter |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995143212 DE19543212A1 (de) | 1995-11-20 | 1995-11-20 | Fehlerstromschutzschalter |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19543212A1 true DE19543212A1 (de) | 1997-05-22 |
Family
ID=7777915
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995143212 Withdrawn DE19543212A1 (de) | 1995-11-20 | 1995-11-20 | Fehlerstromschutzschalter |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19543212A1 (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19725001A1 (de) * | 1997-06-13 | 1998-12-17 | Abb Patent Gmbh | Elektrisches Installationsgerät |
| DE19727152A1 (de) * | 1997-06-26 | 1999-01-07 | Abb Patent Gmbh | Fehlerstromschutzschalter |
| DE19735416A1 (de) * | 1997-08-14 | 1999-02-18 | Siemens Ag | Schutzeinrichtung |
| DE19746315A1 (de) * | 1997-10-21 | 1999-05-06 | Abb Patent Gmbh | Einrichtung zum Prüfen eines Fehlerstromschutzschalters |
| DE19833829A1 (de) * | 1998-07-28 | 2000-02-03 | Abb Patent Gmbh | Auslöseeinrichtung für einen Fehlerstromschutzschalter und Schaltungsanordnung zur Ansteuerung derselben |
| DE19837059A1 (de) * | 1998-08-17 | 2000-02-24 | Maier & Cie C | Auslösevorrichtung für einen Schutzschalter, insbesondere einen Fehlerstrom-Schutzschalter |
| DE102011089631A1 (de) * | 2011-12-22 | 2013-06-27 | Siemens Aktiengesellschaft | Leistungsschalter |
-
1995
- 1995-11-20 DE DE1995143212 patent/DE19543212A1/de not_active Withdrawn
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| DE102011089631B4 (de) | 2011-12-22 | 2022-05-12 | Siemens Aktiengesellschaft | Leistungsschalter |
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Legal Events
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