DE19543024A1 - Verfahren zur Messung der Temperatur eines mit Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes auszumessenden Werkstückes - Google Patents
Verfahren zur Messung der Temperatur eines mit Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes auszumessenden WerkstückesInfo
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- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01K—MEASURING TEMPERATURE; MEASURING QUANTITY OF HEAT; THERMALLY-SENSITIVE ELEMENTS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- G01K1/00—Details of thermometers not specially adapted for particular types of thermometer
- G01K1/14—Supports; Fastening devices; Arrangements for mounting thermometers in particular locations
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01B—MEASURING LENGTH, THICKNESS OR SIMILAR LINEAR DIMENSIONS; MEASURING ANGLES; MEASURING AREAS; MEASURING IRREGULARITIES OF SURFACES OR CONTOURS
- G01B5/00—Measuring arrangements characterised by the use of mechanical techniques
- G01B5/0011—Arrangements for eliminating or compensation of measuring errors due to temperature or weight
- G01B5/0014—Arrangements for eliminating or compensation of measuring errors due to temperature or weight due to temperature
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Messen der
Temperatur eines mit Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes
auszumessenden Werkstückes.
Die Temperatur des Werkstückes soll bei der Messung
der Koordinaten des Werkstückes deshalb bekannt sein, weil
das Werkstück bei einer Temperaturänderung seine Längenab
messungen ändert. Anhand der gemessenen Temperatur können
die gemessenen Längen des Werkstückes beispielsweise auf
20°C zurückgerechnet werden.
Die Temperaturmessung eines Werkstückes in einem Koor
dinatenmeßgerät bereitet häufig Schwierigkeiten, weil be
rührungslose Messungen, also die Verwendung von Meßfühlern,
welche in einem gewissen Abstand vom Werkstück die Strah
lung des Werkstückes messen, erheblichen fremden Tempera
tureinflüssen ausgesetzt sind, zum Beispiel der Raumtempe
ratur oder Strahlungen von anderen Strahlungsquellen, und
weil durch die stark oberflächenabhängige Emissivität des
Werkstückes nur ein sehr ungenauer Rückschluß von der
gemessenen Strahlung auf die Temperatur des Werkstückes
möglich ist.
Deshalb mißt man die Temperatur des Werkstückes, vor
zugsweise im Bereich des anzufahrenden Meßpunktes, mit Tem
peraturfühlern, welche das Werkstück berühren. Bei der Be
rührungsmessung wird der Wärmeübergang vom Werkstück auf
den Temperaturfühler gemessen. Da der Wärmeübergang nach
einer e-Funktion erfolgt, beansprucht er einerseits eine
recht lange Zeit, bis eine brauchbare Endtemperatur er
reicht ist, andererseits wird die wahre Temperatur über
haupt nicht erreicht, da sich die e-Funktion nur asympto
tisch dem Endwert nähert.
Derartige Verfahren zur Erfassung der Temperatur von
Meßobjekten sind beispielsweise in der europäischen Pa
tentanmeldung 0 494 377 A1 und in der DE 38 23 373 A1 be
schrieben.
Eine zusätzliche Unsicherheit entsteht dadurch, daß
sowohl bei diesem Verfahren, als auch bei der oben beschrie
benen Strahlungsmessung, bestenfalls die Temperatur ober
flächennaher Schichten erfaßt werden kann, während für die
Rückrechnung der gemessenen Längen auf die Bezugstemperatur
die Innentemperatur des Werkstückes entscheidend ist. Diese
unterscheidet sich von der Oberflächentemperatur insbeson
dere dann, wenn das Werkstück von einem vorhergehenden Ar
beitsprozeß her eine andere Temperatur als die Umgebung hat.
Aufgabe der Erfindung ist es, zu genaueren und schnel
leren Meßergebnissen zu kommen.
Diese Aufgabe wird durch das kennzeichnende Merkmal
des Anspruches 1 gelöst.
Dadurch, daß jetzt die Innentemperatur des Werkstückes
gemessen wird, beispielsweise in einem Hohlraum des Werk
stückes, ist eine sichere Rückrechnung der gemessenen Län
gen auf die Bezugstemperatur möglich. In einem Hohlraum
kann der Temperaturfühler die Temperatur berührungslos er
fassen. Die Messung geht relativ schnell vonstatten, da die
auf den Temperaturfühler wirkende Strahlung, beziehungswei
se der Wärmefluß, praktisch von allen Seiten auf den Sensor
einwirkt. Äußere, den Meßwert beeinflussende Faktoren ent
fallen vollkommen, da diese von der Masse des Werkstückes
abgeschirmt werden. Die erfindungsgemäße Messung läßt sich
also sehr schnell durchführen, und sie ist darüber hinaus
sehr genau.
Dadurch, daß die Temperaturmessung in einem Hohlraum
stattfindet, spielt die Emissivität der Oberfläche keine
Rolle, da sowohl die Hohlraumstrahlung als auch die Tempe
ratur der im Hohlraum befindlichen Luft davon weitgehendst
unabhängig sind. Der Temperaturmeßwert ist daher auch davon
unabhängig, über welchen Prozeß (Wärmestrahlung, -strömung
oder -leitung) die Temperaturmessung erfolgt. Der Sensor
kann daher ein in konventionellen Temperaturfühlern verwen
deter Draht oder Chip sein, bei dem etwa über einen tempe
raturabhängigen Widerstand die Temperatur im Hohlraum ge
messen wird. Ein solcher Sensor muß sich über die erwähnten
Prozesse selbst an die Temperatur des Hohlraumes annähern
und sollte daher auf möglichst geringe thermische Trägheit
ausgelegt sein. Die Temperaturmessung kann aber auch als
direkte Messung der Hohlraumstrahlung erfolgen; eine solche
Messung ist sehr schnell und unterliegt nicht den Störun
gen, denen konventionelle, das heißt äußere Strahlungstem
peraturmessungen ausgesetzt sind.
Wenn die Temperaturmessung ohne Berührung der Werk
stückoberfläche erfolgt, unterliegt der Temperaturfühler
auch keinem Verschleiß und keiner Verschmutzung.
Eine Höhlung oder Bohrung ist in fast jedem techni
schen Werkstück von vornherein vorhanden. Sie kann in das
Werkstück aber auch besonders eingebracht werden. Die Höh
lung kann durch eine durchgehende Bohrung gebildet sein,
aber auch durch eine Sackbohrung.
Der Temperaturfühler kann manuell, mit einer Hilfsvor
richtung, oder auch automatisch im Rahmen des Meßlaufes in
den Hohlraum eingeführt werden. Der Temperaturfühler kann
während der gesamten Messung in dem Hohlraum, zum Beispiel
einer Bohrung, verbleiben. Er muß nur dann aus der Bohrung
entfernt werden, wenn die Bohrung selbst mit dem Koor
dinatenmeßgerät ausgemessen werden soll, oder wenn der
Temperaturfühler anstelle des Tasters für eine Koordinaten
messung eingeschaltet wird. In diesem Fall wird zweckmäßig
vor der Koordinatenmessung sowie unmittelbar nach der
Koordinatenmessung die Temperatur in der Bohrung bestimmt
und bei einer Abweichung dieser Temperaturen voneinander
eine Interpolation vorgenommen.
Ist keine Bohrung oder Höhlung in dem Werkstück von
vornherein vorhanden, kann in weiterer Ausgestaltung der
Erfindung eine den Meßfühler tragende Haltevorrichtung,
beispielsweise eine Klammer oder dergleichen, mit einer
entsprechenden Bohrung an das Werkzeug angesetzt werden,
die dann während des Meßlaufes am Werkzeug verbleibt und
dessen Temperatur annimmt.
Da der Temperaturfühler bei Berührung der Werkstück
oberfläche beschädigt werden kann, ist dieser gegen Kolli
sion zu schützen. Hierfür genügt beispielsweise ein um den
Sensor angeordneter Drahtbügel.
Weitere Einzelheiten der Erfindung können den Unteran
sprüchen entnommen werden.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Er
findung dargestellt, und zwar zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch das Werkstück mit
eingeführtem Temperaturfühler;
Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II der
Fig. 1.
Gemäß den Figuren ist im Werkstück (10) eine Bohrung
(11) vorgesehen. Zur Messung der Temperatur des Werkstückes
(10) wird in die Bohrung (11) ein Temperaturfühler (12)
eingebracht. Das eigentliche Meßelement ist der Sensor (1).
Die elektrischen Anschlüsse des Sensors (1) sind mit (2)
bezeichnet. Ein Kabel (3) führt aus der Bohrung (11) heraus
zu einem nicht dargestellten Rechner.
Der Sensor (1) ist von mindestens einem Drahtbügel (6)
umgeben, so daß er nicht mit der Innenwandung (11a) der
Bohrung (11) in Berührung kommen kann.
Der Sensor (1) ist an einer Verlängerung (4) befe
stigt, welche in die Bohrung (11) eingeführt ist. Die Ver
längerung (4) trägt Befestigungsmittel (5), beispielsweise
einen Gewindestift (13), der am Gerät befestigt werden
kann, so daß der Temperaturfühler (12) in der Bohrung (11)
unverrückbar gehalten wird.
Bezugszeichenliste
1 Sensor
2 elektrische Anschlüsse
3 Kabel
4 Verlängerung
5 Befestigungsmittel
6 Drahtbügel
10 Werkstück
11 Bohrung
11a Innenwandung der Bohrung (11)
12 Temperaturfühler
13 Gewindestift
2 elektrische Anschlüsse
3 Kabel
4 Verlängerung
5 Befestigungsmittel
6 Drahtbügel
10 Werkstück
11 Bohrung
11a Innenwandung der Bohrung (11)
12 Temperaturfühler
13 Gewindestift
Claims (11)
1. Verfahren zur Messung der Temperatur eines mit
Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes auszumessenden Werk
stückes, dadurch gekennzeichnet,
daß die Innentemperatur des Werkstückes (10) gemessen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 zum berührungslosen Mes
sen der Temperatur des Werkstückes (10), dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Temperaturfühler (12) in einen Hohlraum
des Werkstückes (10) eingeführt, in dem Hohlraum mit Ab
stand von dessen Wandung (11a) gehalten wird und die Tempe
ratur in dem Hohlraum gemessen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß als Hohlraum eine im Werkstück (10) vorhandene Bohrung
(11) oder eine Nut verwendet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Temperaturmessung ein bei einer Temperaturänderung
seinen elektrischen Widerstand änderndes elektrisch leitfä
higes Material verwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Temperaturmessung eine bei einer Temperaturänderung
sich ändernde Kontaktspannung gemessen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Temperaturmessung ein Strahlungssensor verwendet
wird.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Temperaturfüh
ler (12) gegen Beschädigung bei Kollision mit dem Werkstück
geschützt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß der Kollisionsschutz durch wenigstens einen den
Sensor (1) umgebenden fest angeordneten oder über einen
Schaltkontakt beweglich gelagerten Drahtbügel (6) gebildet
ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeich
net, daß der Temperaturfühler durch Anhalten der Maschinen
achse bei Entstehen eines elektrischen Kontaktes zwischen
Werkstück und Temperaturfühler (12) gegen Kollision ge
schützt ist.
10. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Temperaturfühler (12) an einer Tasterwechselvor
richtung angebracht ist, so daß der Temperaturfühler vom
Koordinatenmeßgerät wie ein Taster eingewechselt, zur
Temperaturmessung in den Hohlraum eingeführt, während der
Temperaturmessung dort mit Abstand von dessen Wandung
gehalten und nach der Temperaturmessung wieder aus dem
Hohlraum herausgeführt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
daß vor und nach der Koordinatenmessung die Hohlraumtempe
ratur gemessen wird, daß zwischenzeitlich der Temperatur
fühler aus der Höhlung entfernt wird, daß während dieses
Zeitraumes die Längenmessung durchgeführt wird und die
Temperatur im Zeitpunkt der Messung durch Interpolation
ermittelt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995143024 DE19543024A1 (de) | 1995-11-18 | 1995-11-18 | Verfahren zur Messung der Temperatur eines mit Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes auszumessenden Werkstückes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995143024 DE19543024A1 (de) | 1995-11-18 | 1995-11-18 | Verfahren zur Messung der Temperatur eines mit Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes auszumessenden Werkstückes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19543024A1 true DE19543024A1 (de) | 1997-05-22 |
Family
ID=7777793
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995143024 Withdrawn DE19543024A1 (de) | 1995-11-18 | 1995-11-18 | Verfahren zur Messung der Temperatur eines mit Hilfe eines Koordinatenmeßgerätes auszumessenden Werkstückes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19543024A1 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19820307C2 (de) * | 1998-05-07 | 2003-01-02 | Mycrona Ges Fuer Innovative Me | Berührungslose Temperaturerfassung an einer Mehrkoordinatenmeß- und Prüfeinrichtung |
| DE102011109518A1 (de) | 2011-08-05 | 2013-02-07 | Kunststoff-Zentrum in Leipzig gemeinnützige Gesellschaft mbH | Einbauanordnung für schwingungsempfindliche Elemente in schwingenden Körpern |
-
1995
- 1995-11-18 DE DE1995143024 patent/DE19543024A1/de not_active Withdrawn
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19820307C2 (de) * | 1998-05-07 | 2003-01-02 | Mycrona Ges Fuer Innovative Me | Berührungslose Temperaturerfassung an einer Mehrkoordinatenmeß- und Prüfeinrichtung |
| DE102011109518A1 (de) | 2011-08-05 | 2013-02-07 | Kunststoff-Zentrum in Leipzig gemeinnützige Gesellschaft mbH | Einbauanordnung für schwingungsempfindliche Elemente in schwingenden Körpern |
| DE102011109518B4 (de) * | 2011-08-05 | 2015-05-21 | Kunststoff-Zentrum in Leipzig gemeinnützige Gesellschaft mbH | Einbauanordnung für schwingungsempfindliche Elemente in schwingenden Körpern |
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