DE19541817A1 - Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren VerwendungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von
ein- oder mehrfarbigen Textilfasern oder -endlosfäden
und deren Verwendung.
Mehrfarbige Textilgewebe können hergestellt werden, in
dem Garne unterschiedlich gefärbt und diese verschiede
nen Garne anschließend zu einem Faden zusammengefaßt
werden, welcher bei der Herstellung von Geweben Anwen
dung findet. Auf diese Weise können zwar mehrfarbige
Fäden oder Gewebe hergestellt werden, diese besitzen
jedoch über ihre gesamte Länge die gleiche Farbanord
nung. Bei diesem Verfahren ist es daher nicht möglich,
ein entlang des Fadenverlaufs gemustertes Gewebe herzu
stellen.
Gemusterte Textilgewebe werden üblicherweise durch Be
drucken eines aus farblosen Fäden bestehenden Gewebes
hergestellt. Der Druck erfolgt häufig im Thermotransfer
verfahren. Hier wird ein Trägermaterial mit den entspre
chenden Farben oder mit dem gewünschten Druckmuster vor
bereitet und anschließend mit dem Gewebe in Kontakt ge
bracht. Während des Kontakts werden die Farben unter
Wärmeeinwirkung sublimiert und auf dem Gewebe niederge
schlagen. Je nach Fadenmaterial dringen die Farben auch
in das Gewebematerial ein. Schließlich wird das Träger
material von dem bedruckten Gewebe abgezogen.
Auch bei dieser Vorgehensweise können nicht gezielt ein
zelne Fäden oder Fadenbereiche bedruckt werden, da eine
Zuordnung zwischen den feinen Gewebebestandteilen und
dem Trägermaterial nicht oder zumindest nicht ohne un
verhältnismäßigen Aufwand möglich ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Ver
fahren vorzuschlagen, welches es ermöglicht, Fäden her
zustellen, bei welchen sich die Färbung oder auch andere
typische Eigenschaften entlang der Laufrichtung des Fa
dens innerhalb von kurzen Abständen verändern.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den unabhängi
gen Ansprüchen. Weiterbildungen sind Gegenstand der Un
teransprüche.
Die Erfindung beruht auf dem Grundgedanken, zuerst ein
zelne ein- oder mehrfarbige Fasern herzustellen, welche
anschließend zu einem mehrfarbigen Faden versponnen wer
den, welcher schließlich bei der Herstellung von Geweben
verwendet werden kann. Auf diese Weise können Fäden und
Gewebe mit in Laufrichtung des Fadens variierenden
Druckmustern und optischen Effekten hergestellt werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden die Fa
sern aus einem speziell präparierten Gewebe gewonnen und
anschließend erneut zu Fäden versponnen. Hierbei wird
das für die Fasern bestimmte Fadenmaterial in endloser
Form zusammen mit einem zweiten Fadensystem zu einem
Gewebe verarbeitet. Wesentlich ist, daß das Fasermate
rial und das jeweils andere für das Gewebe verwendete
Fadenmaterial in unterschiedlichen Lösungsmitteln lös
lich sind. Insbesondere muß das für die Fasern bestimmte
Material gegen das Lösungsmittel der zweiten Gewebekom
ponente resistent sein. Das zweite lösliche Fadensystem
besteht hierbei vorzugsweise aus einem löslichen Poly
mer, wie z. B. Polyvinylalkohol, Polyacrylester oder
Polyacrylnitril oder dergleichen. Für die Herstellung
des Gewebes ist es grundsätzlich unerheblich, welches
der Fadensysteme Kett- und Schußfäden bildet. Aus rein
wirtschaftlichen Gesichtspunkten kann das Gewebe jedoch,
je nachdem welches der Fadensysteme Kett- oder Schußfä
den bildet, einen unterschiedlichen Aufbau besitzen.
Werden beispielsweise die Kettfäden aus einem Material
hergestellt, das in dem vorgesehenen Lösungsmittel lös
lich ist, so wird die Zahl der Kettfäden möglichst ge
ring gehalten. Es muß lediglich gewährleistet sein, daß
das Gewebe eine gewisse minimale Festigkeit besitzt. Die
Schußfäden hingegen, welche erfindungsgemäß aus einem
gegen das gewählte Lösungsmittel resistenten Material
bestehen, werden möglichst dicht eingeschossen. Das Ge
webe wird anschließend nach einem beliebigen Verfahren
bedruckt. Es eignen sich hier insbesondere der Thermo
transfer-, der Flexo- oder der Buchdruck. Hierbei werden
zwangsläufig sowohl die Kettfäden als auch die Schußfä
den des Gewebes mit dem vorgesehenen Muster bedruckt.
Die verwendeten Druckfarben können beliebige Farbstoffe
oder Pigmente enthalten. Neben den gewöhnlichen farbge
benden Druckfarben, können auch besondere Effektfarben
eingesetzt werden, welche z. B. Lumineszenzstoffe, In
terferenzschichtpigmente, Flüssigkristallpigmente oder
Magnetstoffe sowie beliebige Mischungen dieser Farb
stoffe enthalten. Selbstverständlich können diese Ef
fektfarben auch mit gewöhnlichen Druckfarben kombiniert
werden.
Eine andere Möglichkeit, das Gewebe bereichsweise ein
zufärben, besteht darin, das Gewebe in bestimmten Ab
ständen, z. B. von einigen Millimetern bis Zentimetern,
mit einer Hydrophobierung zu versehen. Diese könnte in
einer wachshaltigen Druckfarbe bestehen, welche dafür
sorgt, daß sich an den bedruckten Stellen keine Farb
stoffe niederschlagen. Bei einer Einfärbung des Gewebes
in einem Färbebad würden daher die bedruckten hydropho
ben Bereiche farbfrei bleiben.
Das bedruckte bzw. gefärbte Gewebe wird anschließend, je
nach gewünschter Anwendung, in Fasern oder Fäden zer
legt. Die Herstellung von Fasern erfolgt mit einem Mes
ser, welches die Gewebebahn quer zur Laufrichtung in
Streifen entsprechender Länge zerschneidet, wobei die
Breite der Streifen die Länge der späteren Fasern be
stimmt. In einem letzten Schritt wird das zerschnittene
Gewebe mit einem entsprechendem Lösungsmittel in Kontakt
gebracht, so daß sich die zweite Gewebekomponente löst
und nur die bedruckten Fasern übrigbleiben. Als Lö
sungsmittel können organische Verbindungen, wie Aceton,
Dimethylformamid oder auch Wasser Anwendung finden. Das
eingesetzte Lösungsmittel hängt selbstverständlich vom
verwendeten Kunststoff ab.
Wie bereits erwähnt, ist es ebenso möglich, die Kettfä
den aus unlöslichem und die Schußfäden aus löslichem
Material herzustellen. In diesem Fall werden die Kett
fäden in möglichst hoher Dichte verwendet, während die
Schußfäden in vergleichsweise geringer Dichte vorgesehen
werden. Dieses Gewebe wird vorteilhafterweise in seiner
gesamten Breite, ohne es zuvor zu zerschneiden, mit dem
Lösungsmittel behandelt. Wie bereits beschrieben, lösen
sich die Schußfäden bei dieser Behandlung auf, so daß
die Kettfäden als Endlosfaden aus dem Lösemittel heraus
geführt und aufgespult werden können.
Ein derartiges Gewebe kann allerdings auch zu Fasern
verarbeitet werden. In diesem Fall wird die Gewebebahn
in Längsstreifen geschnitten. Auch hier entspricht die
Breite der Streifen der Länge der zu erzeugenden Fasern.
Die Streifen werden anschließend in das Lösungsmittel
eingebracht und so die Fasern gewonnen. Die Fasern wer
den abgesiebt, geschleudert oder sonst in geeigneter
Weise von der flüssigen Phase getrennt und können nun zu
einem Endlosfaden versponnen werden, der wiederum bei der
Herstellung von Geweben Anwendung finden kann.
Es können auch unterschiedlich erfindungsgemäß bedruckte
Fasern zu einem Endlosfaden versponnen werden. Durch die
vielen Kombinationsmöglichkeiten ist es daher möglich,
besondere optische Effekte im fertigen Gewebe zu erzeu
gen. So ist es beispielsweise denkbar, einzelne der Fa
sern nicht nur mit einem gewöhnlichen sichtbaren Druck
muster zu versehen, sondern zusätzlich mit einem Fluo
reszenzstoff zu bedrucken, der unter normaler Beleuch
tung farblos erscheint und lediglich unter bestimmten
Lichtverhältnissen, z. B. bei starkem UV-Anteil, fluo
resziert.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Fasern können neben der Herstellung von Textilgeweben
auch auf anderen Gebieten Anwendung finden, wie z. B.
bei der Herstellung von technischen Geweben. Es kann
allerdings auch auf das Verspinnen der Fasern verzichtet
und die Faser als solche verwendet werden. Eine mögliche
Anwendung wäre beispielsweise als Melierfasern in der
Papierherstellung, insbesondere bei der Herstellung von
Sicherheitspapieren oder als Zusatz zu speziellen Druck
farben und dergleichen.
Melierfasern für Sicherheitspapiere sind beispielsweise
3 bis 6 mm lang und weisen in aller Regel eine einzige
Farbe auf. Die erfindungsgemäßen Fasern dagegen können
bei gleicher Länge mehrere Farbänderungen aufweisen, was
ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal darstellt. Die Fa
sern werden in diesem Fall der Papiermasse zugesetzt,
aus welcher anschließend die Papierbahn gebildet wird.
Für diese spezielle Anwendung ist es selbstverständlich
möglich, neben sichtbaren und fluoreszierenden Druckfar
ben auch Druckfarben mit speziellen Merkmalsstoffen, die
z. B. magnetische, metallische oder sonstige wahrnehm
bare oder nachweisbare Eigenschaften besitzen, zu ver
wenden. Diese Druckfarben werden erfindungsgemäß auf das
vorbereitete, teilweise lösliche Gewebe lokal begrenzt
und/oder direkt aneinandergrenzend aufgebracht. Die
Druckfarben können sich selbstverständlich auch
teilweise überlappen.
Die spezielle Verfahrensweise zur Herstellung von Fasern
aus natürlichen oder synthetischen Stoffen läßt sich
darüber hinaus auch sehr vorteilhaft bei der Herstellung
von Planchetten einsetzen. Planchetten sind kleine Pa
pier- oder Kunststoffelemente meist runder Form, die mit
bestimmten Merkmalsstoffen, wie Lumineszenz- oder Ma
gnetstoffen, versehen werden und anschließend analog zu
den beschriebenen Textilfasern der Papiermasse beigege
ben werden und somit als Echtheitskennzeichen für Pa
pierdokumente dienen.
Bei der Herstellung derartiger Planchetten gemäß der
Erfindung wird ebenfalls ein Gewebe erzeugt, welches in
diesem Fall allerdings aus zwei löslichen Fadensystemen
besteht. Dieses Gewebe wird auf eine dünne, noch nasse
Papierbahn aufgelegt. Nach der Trocknung entsteht ein
Verbundmaterial, bei dem im Bereich der Maschen des Ge
webes lediglich das dünne Papiermaterial vorhanden ist.
Dieses Verbundmaterial kann anschließend mit den ent
sprechenden Merkmalsstoffen versehen, vorzugsweise be
druckt werden. Wird der so hergestellte Papierverbund
schließlich mit einem geeigneten Lösungsmittel in Kon
takt gebracht, so löst sich das Gewebe vollständig auf
und es bleibt lediglich das im Bereich der Maschen vor
handene Papier in Form von Einzelelementen, den Plan
chetten, zurück. Die Größe der Planchetten ist demnach
über die Maschenweite des Gewebes regelbar. Dies hat den
Vorteil, daß auf zusätzliche Schneid- oder Stanzvorrich
tungen verzichtet werden kann.
Weitere Ausführungsbeispiele und Vorteile werden im fol
genden anhand der Figuren erläutert.
Die Figuren zeigen:
Fig. 1 Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen
Gewebe für die Herstellung von Textilfa
sern,
Fig. 2 erfindungsgemäße mehrfarbige Faser.
Fig. 1 zeigt rein schematisch den prinzipiellen Aufbau
eines Gewebes 1, wie es gemäß der Erfindung bei der Her
stellung mehrfarbiger Textilfasern oder -fäden verwendet
wird. Es besteht aus zwei Fadensystemen 2 und 3, wobei
das eine Fadensystem 2 aus einem Material besteht, wel
ches in einem bestimmten Lösungsmittel löslich ist, wäh
rend das zweite Fadensystem 3 aus einem gegen dieses
Lösungsmittel resistenten Material besteht. Als lösliche
Materialien kommen alle löslichen Polymermaterialien in
Frage, wie z. B. Polyvinylalkohol Polyacrylester oder
Polyacrylnitril. Als Lösungsmittel können organische
Verbindungen, wie Aceton oder auch Wasser Anwendung fin
den. Auch das Material für das unlösliche Fadensystem 3
kann relativ frei unter den bekannten natürlichen und
synthetischen Fasermaterialien, wie Polyester, Polyamid,
Baumwolle etc. gewählt werden. Es ist lediglich darauf
zu achten, daß das verwendete Material in dem einzuset
zenden Lösungsmittel unlöslich ist.
Dieses Gewebe 1 wird mit beliebigen Druckfarben und in
beliebigen Mustern ein- oder mehrfarbig bedruckt. Falls
erforderlich, können auch beide Seiten des Gewebes be
druckt werden. Vorzugsweise wird das Druckbild hierbei
zuerst auf ein dünnes Papierblatt aufgedruckt und dieses
anschließend unter Wärmeeinwirkung mit dem Gewebe in
Kontakt gebracht. Durch die Wärme findet ein Übertrag
der Farbe auf das Gewebe statt. In einem letzten Schritt
wird das als Trägermaterial dienende Papier mit der ver
bleibenden Farbe von dem Gewebe entfernt.
Bei Verwendung einer geeigneten Druckfarbe kann unter
Umständen auf das Trägermaterial vollständig verzichtet
werden. In diesem Fall wird das Druckbild direkt auf das
Gewebe aufgedruckt und anschließend auf die Sublima
tionstemperatur der Farbe erhitzt, wobei die Farbe in
das Innere der Faser eindiffundiert. Eventuell vorhan
dene überschüssige Druckfarbe kann bei dem späteren Lö
sungsvorgang mit entfernt werden.
Die Druckfarben können beliebige Farbstoffe und/oder
Farbpigmente enthalten sowie zusätzlich oder alternativ
mit speziellen Effektpigmenten, wie Lumineszenzstoffen,
Magnetpigmenten oder anderen aus der Sicherungstechnik
für Wertpapiere bekannten Merkmalsstoffen versetzt sein.
Das bedruckte Gewebe wird anschließend entlang der
strichpunktierten Linien 4, 5, 6 in Streifen der Breite
a geschnitten. Diese Streifen werden unmittelbar nach
dem Schneiden oder auch zu einem späteren Zeitpunkt mit
dem entsprechenden Lösungsmittel gespült, wobei sich die
in diesem Lösungsmittel löslichen Fäden des ursprüngli
chen Fadensystems 2 auflösen. Zurück bleiben die Fasern
der Länge a, welche ausgesiebt, geschleudert oder auf
andere Art von der flüssigen Phase getrennt werden.
Fig. 2 zeigt ebenfalls rein schematisch eine erfindungs
gemäße Faser 10 im Längsschnitt. Sie besteht aus einem
natürlichen oder synthetischen Trägermaterial 11, wel
ches auf wenigstens einer seiner Oberflächen mit einem
Druckbild 12 in wenigstens einer Farbe versehen ist.
Überlappend oder ergänzend zu diesem Druckbild 12 kann
ein zweites Druckbild 13 vorgesehen sein. Im gezeigten
einfachsten Fall bestehen die Druckmuster 12, 13, aus
abwechselnd angeordneten Streifen unterschiedlicher Far
be, welche registerhaltig zueinander angeordnet sind. Es
ist selbstverständlich auch möglich, auf der Rückseite
der Faser ein Druckmuster vorzusehen.
Diese Fasern können nun eventuell zusammen mit anderen
Fasern, die zwar auf die gleiche Weise hergestellt wur
den, aber ein anderes Druckbild tragen, zu Endlosfäden
versponnen werden.
Gemäß einer Variante können aus dem in Fig. 1 gezeigten
Gewebe 1 auch direkt ein- oder mehrfarbige Endlosfäden
hergestellt werden, indem das vollständige Gewebe 1 mit
Lösungsmittel behandelt wird. In diesem Fall lösen sich
die durch das Fadensystem 2 gebildeten Stege zwischen
den Fäden des Fadensystems 3 auf. Die zurückbleibenden
Endlosfäden des ursprünglichen Fadensystems 3 können
aufgespult und beliebig weiterverarbeitet werden. Unter
Umständen kann auf ein Schneiden des Gewebes vor dem
Lösungsvorgang vollständig verzichtet werden.
Im folgenden werden einige Beispiele angegeben, welche
die Erfindung noch weiter verdeutlichen und einige Ver
fahrensparameter angeben, ohne jedoch begrenzend zu wir
ken.
Unter Verwendung von Kettfäden aus Polyamid 6.6 mit ei
ner Stärke von 20 dtex und Schußfäden aus Polyvinylalko
hol mit 300 dtex wird ein Gewebe hergestellt. Die Kett
fäden werden möglichst dicht gelegt, beispielsweise fünf
Fäden pro mm. Für die Schußfäden genügt eine Anzahl von
3 bis 10 Fäden pro cm. Das erhaltene Gewebe wird an
schließend mit einer wäßrigen Flexodruckfarbe bedruckt,
welche mit Pigmenten für den Thermotransferdruck einge
färbt ist. Es werden zwei Druckwerke verwendet, welche
Streifen von je 2 mm Breite mit einem Abstand von eben
falls 2 mm erzeugen. Die Streifen verlaufen quer zur
Bahn. Auf diese Weise entsteht ein Druckmuster aus an
einandergrenzenden Streifen unterschiedlicher Farbe. Ein
Streifensystem kann hierbei beispielsweise mit einer
konventionellen blauen Farbe bedruckt werden, während
das zweite Streifensystem mit einer unter normaler Be
leuchtung farblosen Druckfarbe bedruckt wird. Erst bei
Beleuchtung mit UV-Licht beginnen diese Streifen zu
leuchten. Hierfür können beliebige Lumineszenzpigmente
verwendet werden. Das bedruckte Material wird anschlie
ßend auf eine Temperatur von ca. 150°C erhitzt. Hierbei
trocknet zunächst die Druckfarbe und anschließend dif
fundieren die Pigmente teilweise in das Fadenmaterial
aus Polyamid ein. Das auf diese Weise wärmebehandelte
Gewebe wird nun in einem Schneidwerk in quer zur Bahn
richtung verlaufende Streifen von 6 mm Breite geschnit
ten. Die geschnittenen Streifen werden in ein Gefäß mit
Wasser von 80°C eingebracht, in welchem sich die Fäden
aus Polyvinylalkohol vollständig auflösen. Das Gewebe
zerfällt somit in einzelne Faserstücke von 6 mm Länge,
welche aus den geschnittenen Stücken der Kettfäden be
stehen. Diese weisen ein Muster auf, bei welchem jeweils
nach 2 mm die Farbe der Faser wechselt.
Es wird ein Gewebe, wie in Beispiel 1 beschrieben, her
gestellt. Das erhaltene Gewebe wird anschließend mit
einer Papierbahn heiß zusammengepreßt. Die Papierbahn
wurde zuvor im Tiefdruckverfahren mit einem quer zur
Laufrichtung erscheinenden Streifenmuster in roter und
blauer Thermotransferdruckfarbe bedruckt. Die Breite der
Streifen beträgt je 10 mm. Durch die Hitzeeinwirkung
wird dieses Streifenmuster auf das Gewebe übertragen.
Nach dem Übertragungsvorgang wird das Papier vom Gewebe
abgezogen. Das bedruckte Gewebematerial wird nun quer
zur Bahnrichtung in Streifen geschnitten. Die Breite der
Streifen beträgt 40 mm. Bei Behandlung mit Wasser, wel
ches eine Temperatur von ca. 80°C aufweist, lösen sich
die Fäden aus Polyvinylalkohol auf und das Gewebe zer
fällt in Fasern von 40 mm Länge.
Es wird ein Gewebe hergestellt, dessen Kettfäden aus
Acrylatfasern von 100 dtex bestehen, welche in Aceton
löslich sind, und Schußfäden aus Baumwolle. Die Schußfä
den werden möglichst dicht eingebracht. Dieses Gewebe
wird in einem Rolodruckwerk mit Farbstreifen bedruckt,
welche in Laufrichtung des Gewebes verlaufen. Das be
druckte Gewebe wird anschließend durch ein Acetonbad
geführt. Hierbei lösen sich die Kettfäden auf, während
der Baumwollfaden unversehrt aus dem Bad herausgeführt,
getrocknet und aufgespult wird. Auf diese Weise entsteht
ein endloser Baumwollfaden, welcher entlang seiner Länge
abwechselnd die beiden Farben der Farbstreifen aufweist.
Die erfindungsgemäß hergestellten Fasern können entweder
ebenfalls zu mehrfarbigen Endlosfäden versponnen werden,
um hieraus textile oder technische Gewebe mit besonderen
Eigenschaften herzustellen. Alternativ können die Fasern
auch als Sicherheitsmerkmale zur Absicherung von Wertpa
pieren verwendet werden. In diesem Fall werden sie bei
der Papierherstellung der Papiermasse hinzugefügt, aus
welcher anschließend die Papierbahn gebildet wird.
Das in Fig. 1 gezeigte erfindungsgemäße Gewebe kann je
doch nicht nur vorteilhaft bei der Herstellung von Me
lierfasern für Sicherheitspapiere angewendet werden,
sondern auch bei der Herstellung von Papierplanchetten,
welche ebenfalls zur Absicherung von Wertpapieren die
nen. Hierbei wird zunächst ein Gewebe, wie in Fig. 1
gezeigt, hergestellt, bei welchem sowohl die Kettfäden
als auch die Schußfäden aus einem löslichen Material
bestehen. Anschließend wird dieses Gewebe in eine dünne
Papierschicht mit einem Flächengewicht von beispiels
weise 20 bis 30 g/m² eingebracht. Dies kann noch vor dem
Abnehmen der Bahn vom Papiersieb geschehen. Nach der
Trocknung entsteht ein Verbundmaterial, bei dem in den
Maschen 7 des Gewebes sehr dünnes Planchettenmaterial
vorhanden ist. Das so hergestellte Verbundmaterial wird
anschließend in ein geeignetes Lösungsmittel gebracht,
wobei sich das Gewebe vollständig auflöst und die Plan
chetten als Einzelstücke zurückbleiben.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel kann das Ver
bundmaterial vor dem Lösungsvorgang beliebig bedruckt
oder mit Merkmalsstoffen versehen werden.
Claims (16)
1. Verfahren zur Herstellung von ein- oder mehrfarbigen
Textilfasern oder -fäden, dadurch gekennzeichnet, daß
- - ein Gewebe aus sich kreuzenden Fadensystemen herge stellt wird,
- - auf das Gewebe zumindest einseitig wenigstens ein Stoff mit einer bestimmten physikalischen Eigen schaft aufgebracht wird,
- - das Gewebe in einzelne Fasern oder Fäden vorbe stimmter Länge zerlegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß eines der Fadensysteme in einem geeigneten Lösungs
mittel löslich ist und die Fasern oder Fäden durch Lösen
dieses Fadensystems hergestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Gewebe vor dem Lösungsvorgang in
Streifen oder Bahnen geschnitten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß das Gewebe vor dem Lösungsvorgang in Streifen oder
Bahnen geschnitten wird, deren Breite der vorbestimmten
Länge der Fasern entspricht.
5. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe lediglich lo
kal mit dem Stoff versehen wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff hydrophobe Ei
genschaften hat und daß das Gewebe nach dem Aufbringen
des hydrophoben Stoffes in einem Färbebad so eingefärbt
wird, daß die beschichteten Bereiche farbfrei bleiben.
7. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff färbende, lumi
neszierende, metallische oder magnetisch Eigenschaften
aufweist.
8. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
7, dadurch gekennzeichnet, daß auf das Gewebe wenigstens
zwei Stoffe mit unterschiedlichen physikalischen Eigen
schaften aufgebracht werden.
9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
8, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff im Thermotrans
fer-, Flexo- oder Buchdruck aufgebracht wird.
10. Verfahren zur Herstellung von Planchetten aus Pa
pier, dadurch gekennzeichnet, daß
- - ein Gewebe aus zwei sich kreuzenden Fadensystemen hergestellt wird, wobei beide Fadensysteme im glei chen Lösungsmittel löslich sind,
- - das Gewebe mit einer Papierbahn zu einem Verbundma terial verarbeitet wird,
- - die Fadensysteme in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst werden, so daß die Planchetten als Einzel elemente zurückbleiben.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet,
daß eine Papierschicht mit einem Flächengewicht von 20
bis 30 g/m² hergestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Verbundmaterial vor dem Lösungsvorgang
zumindest einseitig mit wenigstens einem Stoff versehen
wird, der eine bestimmte physikalische Eigenschaft auf
weist.
13. Textilfaser, welche für die Herstellung von Endlos
fäden geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Fa
ser in einem Teilbereich mit einem Stoff versehen ist,
welcher eine bestimmte physikalische Eigenschaft auf
weist.
14. Verwendung einer oder mehrerer Fasern oder Fäden,
die nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9 herge
stellt wurden, bei der Herstellung von Papieren.
15. Verwendung einer oder mehrerer Planchetten, welche
nach einem Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche
10 oder 11 hergestellt wurden, bei der Herstellung von
Papieren.
16. Papier, welches aus natürlichem und/oder syntheti
schem Fasermaterial besteht, dadurch gekennzeichnet, daß
es Fasern oder Planchetten enthält, die nach wenigstens
einem der Ansprüche 1 bis 12 hergestellt wurden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19541817A DE19541817A1 (de) | 1994-11-10 | 1995-11-09 | Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE4440198 | 1994-11-10 | ||
| DE19541817A DE19541817A1 (de) | 1994-11-10 | 1995-11-09 | Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19541817A1 true DE19541817A1 (de) | 1996-05-15 |
Family
ID=6532994
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19541817A Withdrawn DE19541817A1 (de) | 1994-11-10 | 1995-11-09 | Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19541817A1 (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10206626A1 (de) * | 2002-02-15 | 2003-08-28 | Orga Kartensysteme Gmbh | Verfahren zur Ausstattung von Datenträgerkarten mit einem Sicherheitsmerkmal und nach dem Verfahren hergestellte Datenträgerkarte |
| WO2004106631A1 (de) * | 2003-05-28 | 2004-12-09 | Giesecke & Devrient Gmbh | Sicherheitspapier |
| EP2308686A1 (de) * | 2004-09-15 | 2011-04-13 | Crane & Co., Inc. | Sicherheitselement und neues Produkt gegen Fälschung damit |
-
1995
- 1995-11-09 DE DE19541817A patent/DE19541817A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10206626A1 (de) * | 2002-02-15 | 2003-08-28 | Orga Kartensysteme Gmbh | Verfahren zur Ausstattung von Datenträgerkarten mit einem Sicherheitsmerkmal und nach dem Verfahren hergestellte Datenträgerkarte |
| WO2004106631A1 (de) * | 2003-05-28 | 2004-12-09 | Giesecke & Devrient Gmbh | Sicherheitspapier |
| EP2308686A1 (de) * | 2004-09-15 | 2011-04-13 | Crane & Co., Inc. | Sicherheitselement und neues Produkt gegen Fälschung damit |
| EP1791701B1 (de) | 2004-09-15 | 2016-11-09 | Crane & Co., Inc. | Sicherheitsvorrichtung und neues fälschungsschutzprodukt damit |
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