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DE19541817A1 - Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung

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DE19541817A1
DE19541817A1 DE19541817A DE19541817A DE19541817A1 DE 19541817 A1 DE19541817 A1 DE 19541817A1 DE 19541817 A DE19541817 A DE 19541817A DE 19541817 A DE19541817 A DE 19541817A DE 19541817 A1 DE19541817 A1 DE 19541817A1
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DE
Germany
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fabric
fibers
threads
thread
planchettes
Prior art date
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Withdrawn
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DE19541817A
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English (en)
Inventor
Walter Dr Schneider
Theo Dr Burchard
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Giesecke and Devrient GmbH
Original Assignee
Giesecke and Devrient GmbH
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Filing date
Publication date
Application filed by Giesecke and Devrient GmbH filed Critical Giesecke and Devrient GmbH
Priority to DE19541817A priority Critical patent/DE19541817A1/de
Publication of DE19541817A1 publication Critical patent/DE19541817A1/de
Withdrawn legal-status Critical Current

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    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21HPULP COMPOSITIONS; PREPARATION THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASSES D21C OR D21D; IMPREGNATING OR COATING OF PAPER; TREATMENT OF FINISHED PAPER NOT COVERED BY CLASS B31 OR SUBCLASS D21G; PAPER NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D21H21/00Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its function, form or properties; Paper-impregnating or coating material, characterised by its function, form or properties
    • D21H21/14Non-fibrous material added to the pulp, characterised by its function, form or properties; Paper-impregnating or coating material, characterised by its function, form or properties characterised by function or properties in or on the paper
    • D21H21/40Agents facilitating proof of genuineness or preventing fraudulent alteration, e.g. for security paper
    • D21H21/42Ribbons or strips
    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06BTREATING TEXTILE MATERIALS USING LIQUIDS, GASES OR VAPOURS
    • D06B11/00Treatment of selected parts of textile materials, e.g. partial dyeing

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Paper (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von ein- oder mehrfarbigen Textilfasern oder -endlosfäden und deren Verwendung.
Mehrfarbige Textilgewebe können hergestellt werden, in­ dem Garne unterschiedlich gefärbt und diese verschiede­ nen Garne anschließend zu einem Faden zusammengefaßt werden, welcher bei der Herstellung von Geweben Anwen­ dung findet. Auf diese Weise können zwar mehrfarbige Fäden oder Gewebe hergestellt werden, diese besitzen jedoch über ihre gesamte Länge die gleiche Farbanord­ nung. Bei diesem Verfahren ist es daher nicht möglich, ein entlang des Fadenverlaufs gemustertes Gewebe herzu­ stellen.
Gemusterte Textilgewebe werden üblicherweise durch Be­ drucken eines aus farblosen Fäden bestehenden Gewebes hergestellt. Der Druck erfolgt häufig im Thermotransfer­ verfahren. Hier wird ein Trägermaterial mit den entspre­ chenden Farben oder mit dem gewünschten Druckmuster vor­ bereitet und anschließend mit dem Gewebe in Kontakt ge­ bracht. Während des Kontakts werden die Farben unter Wärmeeinwirkung sublimiert und auf dem Gewebe niederge­ schlagen. Je nach Fadenmaterial dringen die Farben auch in das Gewebematerial ein. Schließlich wird das Träger­ material von dem bedruckten Gewebe abgezogen.
Auch bei dieser Vorgehensweise können nicht gezielt ein­ zelne Fäden oder Fadenbereiche bedruckt werden, da eine Zuordnung zwischen den feinen Gewebebestandteilen und dem Trägermaterial nicht oder zumindest nicht ohne un­ verhältnismäßigen Aufwand möglich ist.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Ver­ fahren vorzuschlagen, welches es ermöglicht, Fäden her­ zustellen, bei welchen sich die Färbung oder auch andere typische Eigenschaften entlang der Laufrichtung des Fa­ dens innerhalb von kurzen Abständen verändern.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den unabhängi­ gen Ansprüchen. Weiterbildungen sind Gegenstand der Un­ teransprüche.
Die Erfindung beruht auf dem Grundgedanken, zuerst ein­ zelne ein- oder mehrfarbige Fasern herzustellen, welche anschließend zu einem mehrfarbigen Faden versponnen wer­ den, welcher schließlich bei der Herstellung von Geweben verwendet werden kann. Auf diese Weise können Fäden und Gewebe mit in Laufrichtung des Fadens variierenden Druckmustern und optischen Effekten hergestellt werden.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden die Fa­ sern aus einem speziell präparierten Gewebe gewonnen und anschließend erneut zu Fäden versponnen. Hierbei wird das für die Fasern bestimmte Fadenmaterial in endloser Form zusammen mit einem zweiten Fadensystem zu einem Gewebe verarbeitet. Wesentlich ist, daß das Fasermate­ rial und das jeweils andere für das Gewebe verwendete Fadenmaterial in unterschiedlichen Lösungsmitteln lös­ lich sind. Insbesondere muß das für die Fasern bestimmte Material gegen das Lösungsmittel der zweiten Gewebekom­ ponente resistent sein. Das zweite lösliche Fadensystem besteht hierbei vorzugsweise aus einem löslichen Poly­ mer, wie z. B. Polyvinylalkohol, Polyacrylester oder Polyacrylnitril oder dergleichen. Für die Herstellung des Gewebes ist es grundsätzlich unerheblich, welches der Fadensysteme Kett- und Schußfäden bildet. Aus rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten kann das Gewebe jedoch, je nachdem welches der Fadensysteme Kett- oder Schußfä­ den bildet, einen unterschiedlichen Aufbau besitzen. Werden beispielsweise die Kettfäden aus einem Material hergestellt, das in dem vorgesehenen Lösungsmittel lös­ lich ist, so wird die Zahl der Kettfäden möglichst ge­ ring gehalten. Es muß lediglich gewährleistet sein, daß das Gewebe eine gewisse minimale Festigkeit besitzt. Die Schußfäden hingegen, welche erfindungsgemäß aus einem gegen das gewählte Lösungsmittel resistenten Material bestehen, werden möglichst dicht eingeschossen. Das Ge­ webe wird anschließend nach einem beliebigen Verfahren bedruckt. Es eignen sich hier insbesondere der Thermo­ transfer-, der Flexo- oder der Buchdruck. Hierbei werden zwangsläufig sowohl die Kettfäden als auch die Schußfä­ den des Gewebes mit dem vorgesehenen Muster bedruckt.
Die verwendeten Druckfarben können beliebige Farbstoffe oder Pigmente enthalten. Neben den gewöhnlichen farbge­ benden Druckfarben, können auch besondere Effektfarben eingesetzt werden, welche z. B. Lumineszenzstoffe, In­ terferenzschichtpigmente, Flüssigkristallpigmente oder Magnetstoffe sowie beliebige Mischungen dieser Farb­ stoffe enthalten. Selbstverständlich können diese Ef­ fektfarben auch mit gewöhnlichen Druckfarben kombiniert werden.
Eine andere Möglichkeit, das Gewebe bereichsweise ein­ zufärben, besteht darin, das Gewebe in bestimmten Ab­ ständen, z. B. von einigen Millimetern bis Zentimetern, mit einer Hydrophobierung zu versehen. Diese könnte in einer wachshaltigen Druckfarbe bestehen, welche dafür sorgt, daß sich an den bedruckten Stellen keine Farb­ stoffe niederschlagen. Bei einer Einfärbung des Gewebes in einem Färbebad würden daher die bedruckten hydropho­ ben Bereiche farbfrei bleiben.
Das bedruckte bzw. gefärbte Gewebe wird anschließend, je nach gewünschter Anwendung, in Fasern oder Fäden zer­ legt. Die Herstellung von Fasern erfolgt mit einem Mes­ ser, welches die Gewebebahn quer zur Laufrichtung in Streifen entsprechender Länge zerschneidet, wobei die Breite der Streifen die Länge der späteren Fasern be­ stimmt. In einem letzten Schritt wird das zerschnittene Gewebe mit einem entsprechendem Lösungsmittel in Kontakt gebracht, so daß sich die zweite Gewebekomponente löst und nur die bedruckten Fasern übrigbleiben. Als Lö­ sungsmittel können organische Verbindungen, wie Aceton, Dimethylformamid oder auch Wasser Anwendung finden. Das eingesetzte Lösungsmittel hängt selbstverständlich vom verwendeten Kunststoff ab.
Wie bereits erwähnt, ist es ebenso möglich, die Kettfä­ den aus unlöslichem und die Schußfäden aus löslichem Material herzustellen. In diesem Fall werden die Kett­ fäden in möglichst hoher Dichte verwendet, während die Schußfäden in vergleichsweise geringer Dichte vorgesehen werden. Dieses Gewebe wird vorteilhafterweise in seiner gesamten Breite, ohne es zuvor zu zerschneiden, mit dem Lösungsmittel behandelt. Wie bereits beschrieben, lösen sich die Schußfäden bei dieser Behandlung auf, so daß die Kettfäden als Endlosfaden aus dem Lösemittel heraus­ geführt und aufgespult werden können.
Ein derartiges Gewebe kann allerdings auch zu Fasern verarbeitet werden. In diesem Fall wird die Gewebebahn in Längsstreifen geschnitten. Auch hier entspricht die Breite der Streifen der Länge der zu erzeugenden Fasern. Die Streifen werden anschließend in das Lösungsmittel eingebracht und so die Fasern gewonnen. Die Fasern wer­ den abgesiebt, geschleudert oder sonst in geeigneter Weise von der flüssigen Phase getrennt und können nun zu einem Endlosfaden versponnen werden, der wiederum bei der Herstellung von Geweben Anwendung finden kann.
Es können auch unterschiedlich erfindungsgemäß bedruckte Fasern zu einem Endlosfaden versponnen werden. Durch die vielen Kombinationsmöglichkeiten ist es daher möglich, besondere optische Effekte im fertigen Gewebe zu erzeu­ gen. So ist es beispielsweise denkbar, einzelne der Fa­ sern nicht nur mit einem gewöhnlichen sichtbaren Druck­ muster zu versehen, sondern zusätzlich mit einem Fluo­ reszenzstoff zu bedrucken, der unter normaler Beleuch­ tung farblos erscheint und lediglich unter bestimmten Lichtverhältnissen, z. B. bei starkem UV-Anteil, fluo­ resziert.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Fasern können neben der Herstellung von Textilgeweben auch auf anderen Gebieten Anwendung finden, wie z. B. bei der Herstellung von technischen Geweben. Es kann allerdings auch auf das Verspinnen der Fasern verzichtet und die Faser als solche verwendet werden. Eine mögliche Anwendung wäre beispielsweise als Melierfasern in der Papierherstellung, insbesondere bei der Herstellung von Sicherheitspapieren oder als Zusatz zu speziellen Druck­ farben und dergleichen.
Melierfasern für Sicherheitspapiere sind beispielsweise 3 bis 6 mm lang und weisen in aller Regel eine einzige Farbe auf. Die erfindungsgemäßen Fasern dagegen können bei gleicher Länge mehrere Farbänderungen aufweisen, was ein zusätzliches Sicherheitsmerkmal darstellt. Die Fa­ sern werden in diesem Fall der Papiermasse zugesetzt, aus welcher anschließend die Papierbahn gebildet wird. Für diese spezielle Anwendung ist es selbstverständlich möglich, neben sichtbaren und fluoreszierenden Druckfar­ ben auch Druckfarben mit speziellen Merkmalsstoffen, die z. B. magnetische, metallische oder sonstige wahrnehm­ bare oder nachweisbare Eigenschaften besitzen, zu ver­ wenden. Diese Druckfarben werden erfindungsgemäß auf das vorbereitete, teilweise lösliche Gewebe lokal begrenzt und/oder direkt aneinandergrenzend aufgebracht. Die Druckfarben können sich selbstverständlich auch teilweise überlappen.
Die spezielle Verfahrensweise zur Herstellung von Fasern aus natürlichen oder synthetischen Stoffen läßt sich darüber hinaus auch sehr vorteilhaft bei der Herstellung von Planchetten einsetzen. Planchetten sind kleine Pa­ pier- oder Kunststoffelemente meist runder Form, die mit bestimmten Merkmalsstoffen, wie Lumineszenz- oder Ma­ gnetstoffen, versehen werden und anschließend analog zu den beschriebenen Textilfasern der Papiermasse beigege­ ben werden und somit als Echtheitskennzeichen für Pa­ pierdokumente dienen.
Bei der Herstellung derartiger Planchetten gemäß der Erfindung wird ebenfalls ein Gewebe erzeugt, welches in diesem Fall allerdings aus zwei löslichen Fadensystemen besteht. Dieses Gewebe wird auf eine dünne, noch nasse Papierbahn aufgelegt. Nach der Trocknung entsteht ein Verbundmaterial, bei dem im Bereich der Maschen des Ge­ webes lediglich das dünne Papiermaterial vorhanden ist. Dieses Verbundmaterial kann anschließend mit den ent­ sprechenden Merkmalsstoffen versehen, vorzugsweise be­ druckt werden. Wird der so hergestellte Papierverbund schließlich mit einem geeigneten Lösungsmittel in Kon­ takt gebracht, so löst sich das Gewebe vollständig auf und es bleibt lediglich das im Bereich der Maschen vor­ handene Papier in Form von Einzelelementen, den Plan­ chetten, zurück. Die Größe der Planchetten ist demnach über die Maschenweite des Gewebes regelbar. Dies hat den Vorteil, daß auf zusätzliche Schneid- oder Stanzvorrich­ tungen verzichtet werden kann.
Weitere Ausführungsbeispiele und Vorteile werden im fol­ genden anhand der Figuren erläutert.
Die Figuren zeigen:
Fig. 1 Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Gewebe für die Herstellung von Textilfa­ sern,
Fig. 2 erfindungsgemäße mehrfarbige Faser.
Fig. 1 zeigt rein schematisch den prinzipiellen Aufbau eines Gewebes 1, wie es gemäß der Erfindung bei der Her­ stellung mehrfarbiger Textilfasern oder -fäden verwendet wird. Es besteht aus zwei Fadensystemen 2 und 3, wobei das eine Fadensystem 2 aus einem Material besteht, wel­ ches in einem bestimmten Lösungsmittel löslich ist, wäh­ rend das zweite Fadensystem 3 aus einem gegen dieses Lösungsmittel resistenten Material besteht. Als lösliche Materialien kommen alle löslichen Polymermaterialien in Frage, wie z. B. Polyvinylalkohol Polyacrylester oder Polyacrylnitril. Als Lösungsmittel können organische Verbindungen, wie Aceton oder auch Wasser Anwendung fin­ den. Auch das Material für das unlösliche Fadensystem 3 kann relativ frei unter den bekannten natürlichen und synthetischen Fasermaterialien, wie Polyester, Polyamid, Baumwolle etc. gewählt werden. Es ist lediglich darauf zu achten, daß das verwendete Material in dem einzuset­ zenden Lösungsmittel unlöslich ist.
Dieses Gewebe 1 wird mit beliebigen Druckfarben und in beliebigen Mustern ein- oder mehrfarbig bedruckt. Falls erforderlich, können auch beide Seiten des Gewebes be­ druckt werden. Vorzugsweise wird das Druckbild hierbei zuerst auf ein dünnes Papierblatt aufgedruckt und dieses anschließend unter Wärmeeinwirkung mit dem Gewebe in Kontakt gebracht. Durch die Wärme findet ein Übertrag der Farbe auf das Gewebe statt. In einem letzten Schritt wird das als Trägermaterial dienende Papier mit der ver­ bleibenden Farbe von dem Gewebe entfernt.
Bei Verwendung einer geeigneten Druckfarbe kann unter Umständen auf das Trägermaterial vollständig verzichtet werden. In diesem Fall wird das Druckbild direkt auf das Gewebe aufgedruckt und anschließend auf die Sublima­ tionstemperatur der Farbe erhitzt, wobei die Farbe in das Innere der Faser eindiffundiert. Eventuell vorhan­ dene überschüssige Druckfarbe kann bei dem späteren Lö­ sungsvorgang mit entfernt werden.
Die Druckfarben können beliebige Farbstoffe und/oder Farbpigmente enthalten sowie zusätzlich oder alternativ mit speziellen Effektpigmenten, wie Lumineszenzstoffen, Magnetpigmenten oder anderen aus der Sicherungstechnik für Wertpapiere bekannten Merkmalsstoffen versetzt sein.
Das bedruckte Gewebe wird anschließend entlang der strichpunktierten Linien 4, 5, 6 in Streifen der Breite a geschnitten. Diese Streifen werden unmittelbar nach dem Schneiden oder auch zu einem späteren Zeitpunkt mit dem entsprechenden Lösungsmittel gespült, wobei sich die in diesem Lösungsmittel löslichen Fäden des ursprüngli­ chen Fadensystems 2 auflösen. Zurück bleiben die Fasern der Länge a, welche ausgesiebt, geschleudert oder auf andere Art von der flüssigen Phase getrennt werden.
Fig. 2 zeigt ebenfalls rein schematisch eine erfindungs­ gemäße Faser 10 im Längsschnitt. Sie besteht aus einem natürlichen oder synthetischen Trägermaterial 11, wel­ ches auf wenigstens einer seiner Oberflächen mit einem Druckbild 12 in wenigstens einer Farbe versehen ist. Überlappend oder ergänzend zu diesem Druckbild 12 kann ein zweites Druckbild 13 vorgesehen sein. Im gezeigten einfachsten Fall bestehen die Druckmuster 12, 13, aus abwechselnd angeordneten Streifen unterschiedlicher Far­ be, welche registerhaltig zueinander angeordnet sind. Es ist selbstverständlich auch möglich, auf der Rückseite der Faser ein Druckmuster vorzusehen.
Diese Fasern können nun eventuell zusammen mit anderen Fasern, die zwar auf die gleiche Weise hergestellt wur­ den, aber ein anderes Druckbild tragen, zu Endlosfäden versponnen werden.
Gemäß einer Variante können aus dem in Fig. 1 gezeigten Gewebe 1 auch direkt ein- oder mehrfarbige Endlosfäden hergestellt werden, indem das vollständige Gewebe 1 mit Lösungsmittel behandelt wird. In diesem Fall lösen sich die durch das Fadensystem 2 gebildeten Stege zwischen den Fäden des Fadensystems 3 auf. Die zurückbleibenden Endlosfäden des ursprünglichen Fadensystems 3 können aufgespult und beliebig weiterverarbeitet werden. Unter Umständen kann auf ein Schneiden des Gewebes vor dem Lösungsvorgang vollständig verzichtet werden.
Im folgenden werden einige Beispiele angegeben, welche die Erfindung noch weiter verdeutlichen und einige Ver­ fahrensparameter angeben, ohne jedoch begrenzend zu wir­ ken.
Beispiel 1
Unter Verwendung von Kettfäden aus Polyamid 6.6 mit ei­ ner Stärke von 20 dtex und Schußfäden aus Polyvinylalko­ hol mit 300 dtex wird ein Gewebe hergestellt. Die Kett­ fäden werden möglichst dicht gelegt, beispielsweise fünf Fäden pro mm. Für die Schußfäden genügt eine Anzahl von 3 bis 10 Fäden pro cm. Das erhaltene Gewebe wird an­ schließend mit einer wäßrigen Flexodruckfarbe bedruckt, welche mit Pigmenten für den Thermotransferdruck einge­ färbt ist. Es werden zwei Druckwerke verwendet, welche Streifen von je 2 mm Breite mit einem Abstand von eben­ falls 2 mm erzeugen. Die Streifen verlaufen quer zur Bahn. Auf diese Weise entsteht ein Druckmuster aus an­ einandergrenzenden Streifen unterschiedlicher Farbe. Ein Streifensystem kann hierbei beispielsweise mit einer konventionellen blauen Farbe bedruckt werden, während das zweite Streifensystem mit einer unter normaler Be­ leuchtung farblosen Druckfarbe bedruckt wird. Erst bei Beleuchtung mit UV-Licht beginnen diese Streifen zu leuchten. Hierfür können beliebige Lumineszenzpigmente verwendet werden. Das bedruckte Material wird anschlie­ ßend auf eine Temperatur von ca. 150°C erhitzt. Hierbei trocknet zunächst die Druckfarbe und anschließend dif­ fundieren die Pigmente teilweise in das Fadenmaterial aus Polyamid ein. Das auf diese Weise wärmebehandelte Gewebe wird nun in einem Schneidwerk in quer zur Bahn­ richtung verlaufende Streifen von 6 mm Breite geschnit­ ten. Die geschnittenen Streifen werden in ein Gefäß mit Wasser von 80°C eingebracht, in welchem sich die Fäden aus Polyvinylalkohol vollständig auflösen. Das Gewebe zerfällt somit in einzelne Faserstücke von 6 mm Länge, welche aus den geschnittenen Stücken der Kettfäden be­ stehen. Diese weisen ein Muster auf, bei welchem jeweils nach 2 mm die Farbe der Faser wechselt.
Beispiel 2
Es wird ein Gewebe, wie in Beispiel 1 beschrieben, her­ gestellt. Das erhaltene Gewebe wird anschließend mit einer Papierbahn heiß zusammengepreßt. Die Papierbahn wurde zuvor im Tiefdruckverfahren mit einem quer zur Laufrichtung erscheinenden Streifenmuster in roter und blauer Thermotransferdruckfarbe bedruckt. Die Breite der Streifen beträgt je 10 mm. Durch die Hitzeeinwirkung wird dieses Streifenmuster auf das Gewebe übertragen. Nach dem Übertragungsvorgang wird das Papier vom Gewebe abgezogen. Das bedruckte Gewebematerial wird nun quer zur Bahnrichtung in Streifen geschnitten. Die Breite der Streifen beträgt 40 mm. Bei Behandlung mit Wasser, wel­ ches eine Temperatur von ca. 80°C aufweist, lösen sich die Fäden aus Polyvinylalkohol auf und das Gewebe zer­ fällt in Fasern von 40 mm Länge.
Beispiel 3
Es wird ein Gewebe hergestellt, dessen Kettfäden aus Acrylatfasern von 100 dtex bestehen, welche in Aceton löslich sind, und Schußfäden aus Baumwolle. Die Schußfä­ den werden möglichst dicht eingebracht. Dieses Gewebe wird in einem Rolodruckwerk mit Farbstreifen bedruckt, welche in Laufrichtung des Gewebes verlaufen. Das be­ druckte Gewebe wird anschließend durch ein Acetonbad geführt. Hierbei lösen sich die Kettfäden auf, während der Baumwollfaden unversehrt aus dem Bad herausgeführt, getrocknet und aufgespult wird. Auf diese Weise entsteht ein endloser Baumwollfaden, welcher entlang seiner Länge abwechselnd die beiden Farben der Farbstreifen aufweist.
Die erfindungsgemäß hergestellten Fasern können entweder ebenfalls zu mehrfarbigen Endlosfäden versponnen werden, um hieraus textile oder technische Gewebe mit besonderen Eigenschaften herzustellen. Alternativ können die Fasern auch als Sicherheitsmerkmale zur Absicherung von Wertpa­ pieren verwendet werden. In diesem Fall werden sie bei der Papierherstellung der Papiermasse hinzugefügt, aus welcher anschließend die Papierbahn gebildet wird.
Das in Fig. 1 gezeigte erfindungsgemäße Gewebe kann je­ doch nicht nur vorteilhaft bei der Herstellung von Me­ lierfasern für Sicherheitspapiere angewendet werden, sondern auch bei der Herstellung von Papierplanchetten, welche ebenfalls zur Absicherung von Wertpapieren die­ nen. Hierbei wird zunächst ein Gewebe, wie in Fig. 1 gezeigt, hergestellt, bei welchem sowohl die Kettfäden als auch die Schußfäden aus einem löslichen Material bestehen. Anschließend wird dieses Gewebe in eine dünne Papierschicht mit einem Flächengewicht von beispiels­ weise 20 bis 30 g/m² eingebracht. Dies kann noch vor dem Abnehmen der Bahn vom Papiersieb geschehen. Nach der Trocknung entsteht ein Verbundmaterial, bei dem in den Maschen 7 des Gewebes sehr dünnes Planchettenmaterial vorhanden ist. Das so hergestellte Verbundmaterial wird anschließend in ein geeignetes Lösungsmittel gebracht, wobei sich das Gewebe vollständig auflöst und die Plan­ chetten als Einzelstücke zurückbleiben.
Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel kann das Ver­ bundmaterial vor dem Lösungsvorgang beliebig bedruckt oder mit Merkmalsstoffen versehen werden.

Claims (16)

1. Verfahren zur Herstellung von ein- oder mehrfarbigen Textilfasern oder -fäden, dadurch gekennzeichnet, daß
  • - ein Gewebe aus sich kreuzenden Fadensystemen herge­ stellt wird,
  • - auf das Gewebe zumindest einseitig wenigstens ein Stoff mit einer bestimmten physikalischen Eigen­ schaft aufgebracht wird,
  • - das Gewebe in einzelne Fasern oder Fäden vorbe­ stimmter Länge zerlegt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eines der Fadensysteme in einem geeigneten Lösungs­ mittel löslich ist und die Fasern oder Fäden durch Lösen dieses Fadensystems hergestellt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Gewebe vor dem Lösungsvorgang in Streifen oder Bahnen geschnitten wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe vor dem Lösungsvorgang in Streifen oder Bahnen geschnitten wird, deren Breite der vorbestimmten Länge der Fasern entspricht.
5. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe lediglich lo­ kal mit dem Stoff versehen wird.
6. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff hydrophobe Ei­ genschaften hat und daß das Gewebe nach dem Aufbringen des hydrophoben Stoffes in einem Färbebad so eingefärbt wird, daß die beschichteten Bereiche farbfrei bleiben.
7. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff färbende, lumi­ neszierende, metallische oder magnetisch Eigenschaften aufweist.
8. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß auf das Gewebe wenigstens zwei Stoffe mit unterschiedlichen physikalischen Eigen­ schaften aufgebracht werden.
9. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Stoff im Thermotrans­ fer-, Flexo- oder Buchdruck aufgebracht wird.
10. Verfahren zur Herstellung von Planchetten aus Pa­ pier, dadurch gekennzeichnet, daß
  • - ein Gewebe aus zwei sich kreuzenden Fadensystemen hergestellt wird, wobei beide Fadensysteme im glei­ chen Lösungsmittel löslich sind,
  • - das Gewebe mit einer Papierbahn zu einem Verbundma­ terial verarbeitet wird,
  • - die Fadensysteme in einem geeigneten Lösungsmittel gelöst werden, so daß die Planchetten als Einzel­ elemente zurückbleiben.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Papierschicht mit einem Flächengewicht von 20 bis 30 g/m² hergestellt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekenn­ zeichnet, daß das Verbundmaterial vor dem Lösungsvorgang zumindest einseitig mit wenigstens einem Stoff versehen wird, der eine bestimmte physikalische Eigenschaft auf­ weist.
13. Textilfaser, welche für die Herstellung von Endlos­ fäden geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Fa­ ser in einem Teilbereich mit einem Stoff versehen ist, welcher eine bestimmte physikalische Eigenschaft auf­ weist.
14. Verwendung einer oder mehrerer Fasern oder Fäden, die nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9 herge­ stellt wurden, bei der Herstellung von Papieren.
15. Verwendung einer oder mehrerer Planchetten, welche nach einem Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 10 oder 11 hergestellt wurden, bei der Herstellung von Papieren.
16. Papier, welches aus natürlichem und/oder syntheti­ schem Fasermaterial besteht, dadurch gekennzeichnet, daß es Fasern oder Planchetten enthält, die nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 12 hergestellt wurden.
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