DE19540532A1 - Kälteanlagen-Schauglas-Anordnung - Google Patents
Kälteanlagen-Schauglas-AnordnungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Kälteanlagen-Schauglas-An
ordnung mit einem Kontrollraum, der von einem Gehäuse
mit mindestens einer Zugangsöffnung und einem Schauglas
umschlossen ist und in dem mindestens ein Schwimmkörper
angeordnet ist.
Derartige Schaugläser werden in Kälteanlagen verwendet,
um den zuständigen Techniker darüber zu informieren, ob
der Flüssigkeitsstand des Kältemittels noch ausreicht,
um die Funktion der Kälteanlage sicherzustellen. Dar
über hinaus wird gelegentlich in der Schauglas-Anord
nung ein Indikator eingebaut, der anzeigt, ob das
Feuchtigkeitsniveau in der Kälteanlage zu hoch ist oder
zu hoch wird.
Zum Feststellen des Flüssigkeitsstandes oder -pegels
dienen die Schwimmkörper. Bei einem horizontal liegen
den Schauglas geht man davon aus, daß der Flüssigkeits
pegel des Kältemittels hoch genug ist, wenn die
Schwimmkörper von unten am Schauglas anliegen. Dies
bedingt natürlich, daß die Schwimmkörper auf dem Kälte
mittel schwimmen, ihre durchschnittliche Dichte oder
spezifisches Gewicht also kleiner ist als die des Käl
temittels. Ihr Gewicht pro Volumen muß also kleiner
sein als das Gewicht eines entsprechenden Volumen des
Kältemittels. Wäre dies nicht der Fall, würden die
Schwimmkörper absinken bis zur Bodenwand und dann die
falsche Information anzeigen, nämlich die, daß der
Flüssigkeitsstand des Kältemittels abgesunken sei.
Üblicherweise werden bei heutigen Schauglas-Anordnungen
Polyethylen-Schwimmkörper verwendet, die eine geringere
Dichte haben als die bislang verwendeten Kältemittel,
wie z. B. R22 oder R134a. Zwar ändert sich bei diesen
Kältemitteln die Dichte mit der Temperatur (Größenord
nungsmäßig im Bereich von 1.300 bis 1.500 kg/m³ bei
-50°C bis etwa 1.000 kg/m³ bei +70°C).
Neuere Kältemittel, beispielsweise R404A haben jedoch
eine niedrigere Dichte, wobei erschwerend hinzukommt,
daß diese Dichte bei höheren Temperaturen stärker ab
nimmt als bei den bisher verwendeten Kältemitteln. Dies
hat zur Folge, daß die bislang verwendeten Schwimmkör
per aus Polyethylen bei bestimmten Temperaturen des
Kältemittels anfangen abzusinken, was dem Techniker die
falsche Information vermittelt, der Flüssigkeitsstand
des Kältemittels würde abnehmen.
Die Verwendung von leichteren Kunststoffen führt nur in
begrenztem Maße zum Erfolg. Einige Kältemittel haben,
insbesondere bei höheren Temperaturen, eine geringere
Dichte, d. h. ein geringeres spezifisches Gewicht, als
die in diesen Kältemitteln verwendbaren Kunststoffe mit
dem niedrigsten spezifischen Gewicht.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Kälte
anlagen-Schauglas-Anordnung auch bei anderen Kältemit
teln zuverlässig betreiben zu können.
Diese Aufgabe wird bei einer Kälteanlagen-Schauglas-Anordnung
der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß der Schwimmkörper aus Kunststoff mit Gaseinschlüs
sen gebildet ist.
Hierdurch wird auf relativ einfache Art und Weise das
spezifische Gewicht der Schwimmkörper weiter herabge
setzt. Derartige Schwimmkörper sind leichter als
Schwimmkörper gleicher Größe, die nur aus Kunststoff
bestehen. Man kann daher auch Kältemittel verwenden,
die eine geringere Dichte haben oder deren Dichte bei
höheren Temperaturen weiter absinkt. Mit Hilfe der Gas
einschlüsse wird das Volumen der Schwimmkörper vergrö
ßert, ohne daß das Gewicht nennenswert zunimmt. Bei
gleicher Größe wird Kunststoff durch Gas ersetzt, was
zu der gewollten Gewichtsersparnis führt.
Vorzugsweise ist der Kunststoff aus der Gruppe der Me
thylpenten-Copolymere gewählt. Dieser Kunststoff, der
auch als Polymethylpenten bezeichnet werden kann, ist
in vielen Kältemitteln einsetzbar und trotzdem leicht,
d. h. er hat ein geringes spezifisches Gewicht, das im
Bereich um 830 kg/m³ liegt. Dieser Kunststoff wird bei
spielsweise unter dem Namen "TPX" von der Mitsui Petro
chemical Industries, Ltd., Tokio, Japan vertrieben.
Vorzugsweise sind die Gaseinschlüsse eingekapselt. Dies
stabilisiert die Gaseinschlüsse, d. h. die Gefahr, daß
diese Gaseinschlüsse oder Gasblasen beschädigt werden,
was zu der Gefahr eines Austauschs des Gases mit dem
Kältemittel führen könnte, wird gering gehalten.
Hierbei ist besonders bevorzugt, daß die Gaseinschlüsse
im Innern von Hilfskörpern angeordnet sind. Die Hilfs
körper umschließen also die Gaseinschlüsse. Die Hilfs
körper selbst sind in den Kunststoff der Schwimmkörper
eingebettet. Zwar wird durch die Hilfskörper zusätzli
ches Material mit einer gewissen Masse in die Schwimm
körper eingebracht. Dieser Zusatz wird jedoch durch das
praktisch gewichtslose Volumen der Gaseinschlüsse zu
mindest teilweise wieder kompensiert, so daß man durch
die Verwendung der Hilfskörper das spezifische Gewicht
der Schwimmkörper herabsetzen kann.
Mit Vorteil sind die Hilfskörper aus Glas gebildet.
Glas ist resistent gegen die meisten Kältemittel. Es
ist darüber hinaus für die Temperaturen geeignet, die
im Kältemittel beim Betrieb der Kälteanlage auftreten
können. Derartige Temperaturen reichen teilweise von
-50°C bis +70°C. Darüber hinaus erleichtert die Ver
wendung von Glas für den Aufbau der Hohlkörper die Fer
tigung der Schauglas-Anordnung. In einigen Fällen ist
es erwünscht, die Schauglas-Anordnung direkt auf einem
Verdichter zu montieren, der danach lackiert und im
Ofen getrocknet wird. Hierbei entstehen durchaus höhere
Temperaturen von mindestens 150°C. Es können Tempera
turen im Bereich von 150°C bis 190°C auftreten. Die
Schwimmkörper müssen deshalb auch dieser relativ hohen
Temperatur widerstehen können, was beim Einsatz von
Glas für die Hilfskörper problemlos möglich ist.
Bevorzugterweise sind die Hilfskörper als Hohlkugeln
ausgebildet. Bei Kugeln wird ein bestimmter Raum mit
der kleinstmöglichen Menge von Material umschlossen, so
daß durch diese Ausgestaltung das spezifische Gewicht
der Hilfskörper und damit das spezifische Gewicht der
Schwimmkörper kleingehalten werden kann.
Vorzugsweise liegt das Volumenverhältnis zwischen
Hilfskörpern und Kunststoff im Bereich von 25 : 75 bis
55 : 45. Je höher der Volumenanteil der Hilfskörper ist,
desto leichter werden die Schwimmkörper, d. h. desto
geringer wird ihr spezifisches Gewicht. Allerdings läßt
sich das Volumenverhältnis der Hilfskörper nicht unbe
grenzt steigern, weil ein gewisser Zusammenhalt durch
den Kunststoff gewährleistet sein muß. Die Schwimmkör
per müssen schließlich auch eine gewisse Druck- und
Temperaturfestigkeit aufweisen. Dies wird durch den
Einsatz des Kunststoffs gewährleistet, dessen Anteil
aus diesem Grunde nicht unter eine bestimmte Grenze
absinken darf.
Vorzugsweise sind die Schwimmkörper eingefärbt. Dies
erleichtert die visuelle Erfassung der Schwimmkörper.
Zwar wird durch den Zusatz von Farbe möglicherweise
eine Änderung der Dichte oder des spezifischen Gewichts
des Schwimmkörpers bewirkt. Da die Farbanteile aber
relativ klein sind, spielt diese Änderung keine größere
Rolle.
Vorzugsweise sind die Schwimmkörper als Kugeln ausge
bildet. Hierbei steht im Verhältnis zum Volumen der
Schwimmkörper die kleinste Fläche mit dem Kältemittel
in Verbindung, so daß ein Übertritt des Kältemittels in
die Gasblasen erschwert wird.
Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzug
ten Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeich
nung beschrieben. Hierin zeigen:
Fig. 1 einen Querschnitt auf eine Schauglas-Anordnung,
Fig. 2 eine Draufsicht auf die Schauglasanordnung und
Fig. 3 einen schematischen Querschnitt durch einen Teil
eines Schwimmkörpers.
Eine Schauglas-Anordnung 1 weist ein Gehäuse 2 auf, das
mit Hilfe eines Gewindes 3 in einen Stutzen einer Käl
teanlage (nicht dargestellt) eingeschraubt werden kann.
Das Gehäuse 2 umschließt einen Kontrollraum 4, der an
seiner Unterseite von einer Bodenwand 5 mit Bohrungen
8, die als Zugangsöffnungen dienen, und an seiner Ober
seite von einem Schauglas 6 abgeschlossen ist.
Im Kontrollraum 4 sind drei Schwimmkörper 7 in Form von
Kugeln angeordnet. Wenn nun Kältemittel beim Befüllen
der Anlage durch die Bohrungen 8 der Bodenplatte hin
durchtritt und den Kontrollraum 4 füllt, kommen die
Schwimmkörper 7 aus der dargestellten Position zur An
lage an die Unterseite des Schauglases, wie dies ge
strichelt in Fig. 1 eingezeichnet ist. In dieser Stel
lung können sie von einem Techniker oder Kontrolleur
erkannt werden. Der Techniker weiß dann, daß die Kälte
anlage ausreichend mit Kältemittel gefüllt ist. Die
Bohrungen 8 müssen nicht in der Bodenwand 5 angeordnet
sein. Sie können auch im Gehäuse angeordnet sein, wenn
das Gehäuse beispielsweise durchströmt werden soll.
In der Kälteanlage soll ein Kältemittel mit einer etwas
niedrigeren Dichte verwendet werden, als dies bisher
der Fall ist. Ein derartiges Kältemittel ist beispiels
weise das Kältemittel R404A. Seine Dichte verändert
sich von etwa 1.300 kg/m³ bei -50°C bis etwa 650 kg/m³
bei etwa 70°C. Damit würden herkömmliche Schwimmkörper
aus Polyethylen ab einer Temperatur von etwa 50°C
nicht mehr auf dem Kältemittel aufschwimmen, sondern
zur Bodenwand 5 absinken.
Um die Kälteanlage auch mit einem derartigen Kältemit
tel betreiben zu können, wird das spezifische Gewicht
der Schwimmkörper 7 vermindert.
Die Schwimmkörper 7 sind aus einem Kunststoff 9 gebil
det, beispielsweise einem Polymethylpenten-Copolymer.
Ein derartiger Kunststoff wird beispielsweise unter der
Bezeichnung "TPX" von der Mitsui Petrochemical
Industries, Ltd., Tokio, Japan vertrieben. Dieser
Kunststoff hat eine Dichte bzw. ein spezifisches Ge
wicht von etwa 830 bis 840 kg/m³, wobei sich diese
Dichte mit der Temperatur nur ganz unwesentlich ändert.
Auch diese Dichte ist aber noch etwas zu groß, so daß
die Schwimmkörper nicht im gesamten Temperaturbereich
des Kältemittels oben auf dem Kältemittel aufschwimmen.
Aus diesem Grunde ist der Kunststoff mit Gaseinschlüs
sen 10 versehen. Diese Gaseinschlüsse werden dadurch
gebildet, daß man in den Kunststoff Mikroglasballons,
d. h. hohle Glaskugeln, einbringt. Derartige Glasballons
haben eine Dichte von etwa 400 kg/m³. Je nach Volumen
verhältnis zwischen dem Kunststoff und den Glasballons
kann man dann eine Dichte oder ein spezifisches Gewicht
in der Größenordnung von 600 bis 700 kg/m³ erzielen, so
daß man auch ein Kältemittel R404A bis zu einem Tempe
raturbereich von etwa 65 bis 75°C betreiben kann.
Die Mikroglaskugeln sind vorzugsweise aus wasserbestän
digem und chemisch stabilem Glas mit einem einzigen
Hohlraum ausgebildet. Das Glas kann ein Borosilikat-
Glas sein. Typischerweise haben die Glaskugeln eine
Größe im Bereich von 8 bis 180 Micron. Derartige Glas
kugeln werden beispielsweise unter der Bezeichnung
"Scotchlite" von der Minnesota Mining and Manufacturing
Company (3M), St. Paul, USA mit verschiedenen spezifi
schen Gewichten angeboten.
Methylpenten-Copolymere oder Polymethylpenten sind ge
gen das verwendete Kältemittel beständig. Das gleiche
gilt für die Mikroglasballons. Die letzteren haben den
Vorteil, daß sie das eingeschlossene Gas, im allgemei
nen Luft, zuverlässig gegen das Kältemittel abschlie
ßen, so daß die Gefahr eines Austauschs von Kältemittel
und Gas klein bleibt. Das spezifische Gewicht der
Schwimmkörper bleibt also im Betrieb erhalten.
Darüber hinaus sind sowohl der genannte Kunststoff als
auch die Glasballons gegenüber höheren Temperaturen
beständig, was insbesondere dann wichtig ist, wenn das
Schauglas bzw. die Schauglasanordnung direkt auf einen
Kompressor ein anderes Aggregat montiert werden sollen,
das später lackiert und dann unter Anwendung von Wärme
getrocknet werden muß.
Man kann den Schwimmkörpern 7 auch noch eine Farbe zu
setzen, beispielsweise einen roten Farbstoff, so daß
sie unter dem Schauglas 6 leichter erkennbar sind. Der
Zusatz der Farbe ändert das Gewicht nicht nennenswert.
Bei einem Volumenverhältnis von 50 : 50 von Kunststoff zu
Glasballons wird man eine Dichte oder ein spezifisches
Gewicht von etwa 600 kg/m³ erreichen. Auch bei einer
Mischung im Verhältnis von 30% Glaskugeln und 70%
Kunststoff wird man noch eine Dichte von 700 kg/m³ er
reichen können, so daß auch bei der Verwendung eines
Kältemittels R404A ein Temperaturbereich bis etwa 60°C
abgedeckt wird.
Claims (9)
1. Kälteanlagen-Schauglas-Anordnung mit einem
Kontrollraum, der von einem Gehäuse mit mindestens
einer Zugangsöffnung und einem Schauglas umschlos
sen ist und in dem mindestens ein Schwimmkörper
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß der
Schwimmkörper (7) aus Kunststoff (9) mit Gasein
schlüssen (10) gebildet ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kunststoff (9) aus der Gruppe der Methyl
penten-Copolymere gewählt ist.
3. Anordnung Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeich
net, daß die Gaseinschlüsse (10) eingekapselt sind.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß die Gaseinschlüsse (10) im In
nern von Hilfskörpern angeordnet sind.
5. Anordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Hilfskörper aus Glas gebildet sind.
6. Anordnung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Hilfskörper als Hohlkugeln ausge
bildet sind.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß das Volumenverhältnis zwischen
Hilfskörpern und Kunststoff im Bereich von 25 : 75
bis 55 : 45 liegt.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schwimmkörper (7) einge
färbt sind.
9. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die Schwimmkörper (7) als Ku
geln ausgebildet sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995140532 DE19540532A1 (de) | 1995-10-31 | 1995-10-31 | Kälteanlagen-Schauglas-Anordnung |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995140532 DE19540532A1 (de) | 1995-10-31 | 1995-10-31 | Kälteanlagen-Schauglas-Anordnung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19540532A1 true DE19540532A1 (de) | 1997-05-07 |
Family
ID=7776255
Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995140532 Withdrawn DE19540532A1 (de) | 1995-10-31 | 1995-10-31 | Kälteanlagen-Schauglas-Anordnung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19540532A1 (de) |
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