DE19540414C1 - Kaltlichtreflektor - Google Patents
KaltlichtreflektorInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Kaltlichtreflektor, bestehend aus einem Reflektorgrundkör
per aus Kunststoff und wenigstens einem Interferenzschichtsystem, das auf zumin
dest einer Seite des Reflektorgrundkörpers aufgebracht ist. Die Erfindung bezieht sich
ferner auf ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Kaltlichtreflektors.
Für Beleuchtungszwecke genutzte Lichtquellen wie Glühlampen oder Leuchtstofflam
pen emittieren neben der erwünschten Lichtstrahlung im sichtbaren Spektralbereich
auch Strahlungsanteile im ultravioletten und besonders im infraroten Spektralbereich.
Bei vielen Anwendungen führen diese Strahlungsanteile zu Problemen.
So kann die Infrarotstrahlung zu einer übermäßigen Erwärmung der beleuchteten Ob
jekte und damit zu deren Schädigung führen. Ist die Lichtquelle von einem kalotten-
oder parabolförmigen Reflektor umgeben, so kann die IR-Strahlung zu einer Erwär
mung der im Reflektor gestauten Luft und damit selbst zur Erwärmung der Lichtquelle
auf Temperaturen beitragen, die beispielsweise bei Verwendung von
Kompakt-Leuchtstoffröhren oberhalb des optimalen Arbeitsbereichs von 40°C-70°C liegen.
Die UV-Strahlung kann ebenfalls zu Schädigungen beleuchteter Objekte z. B. Verblei
chen der Farben von Ölgemälden führen.
Schließlich sind in einigen speziellen Fällen nicht nur die UV- und IR-Strahlungsanteile
unerwünscht, sondern es ist eine bestimmte Spektralcharakteristik der Beleuchtung
erforderlich, die z. B. die Farbtemperatur der Lichtquelle derjenigen von Tageslicht an
gleicht, um eine korrekte Farberkennung zu erzielen. Derartige Forderungen an eine
Beleuchtung bestehen z. B. in der Chirurgie.
Zur Lösung der genannten Probleme werden sogenannte Kaltlichtreflektoren einge
setzt, die aus einem geeigneten Reflektorgrundkörper bestehen, auf dem mittels
Hochvakuumbeschichtung dielektrische Interferenzschichtsysteme erzeugt sind. Die
Interferenzschichtsysteme sind dabei so angelegt, daß sichtbares Licht reflektiert
wird, während die Infrarotstrahlung in hohem Maße (ca. 80%) das Interferenz
schichtsystem und den Reflektorgrundkörper passiert. Die UV-Strahlung wird vom
Lampengrundkörper bzw. dem Schichtmaterial absorbiert. Die Verwendung von
Interferenzschichtsystemen bietet die Möglichkeit, die Spektralcharakteristik des
reflektierten Lichtes so zu gestalten, daß bestimmte Farbtemperaturen bzw. Farb
nuancen erreicht werden.
Diese Kaltlichtreflektoren werden so angeordnet bzw. in ihrer Gestalt ausgelegt, daß
das sichtbare Licht der Lichtquelle auf das zu beleuchtende Objekt reflektiert wird,
während die Infrarotstrahlung auf Grund der guten IR-Transmission des beschichteten
Reflektorgrundkörpers in den Reflektorrückraum gelangt. Diese Anordnung minimiert
die Erwärmung und eine mögliche Beschädigung des beleuchteten Objektes. Solche
Kaltlichtreflektoren werden z. Zt. in Lampen für Projektoren, bei Studio- und
Theaterbeleuchtung, in Schaufenstern, im Sicherheitsbereich und für medizinische
Anwendungen genutzt.
Die derzeit bekannten Kaltlichtreflektoren nutzen die Interferenz an dielektrischen
Vielschichtsystemen. Hierbei ist z. B. auf der Innenseite (Lichteinfallseite) eines aus
Glas bestehenden Reflektorgrundkörpers ein λ/4-Interferenzschichtpaket mit hoher
Reflexion zwischen 400 nm und 500 nm und ein λ/4-Interferenzschichtpaket mit
hoher Reflexion im Bereich von 500nm bis 750nm aufgebracht. In Einzelfällen kann
eines der beiden Schichtpakete auch auf der Rückseite des Reflektorgrundkörpers
angeordnet sein (H. Pulker "Coatings on Glass" Thin Films Science and Technology, 6
ELSEVIER, Amsterdam, Oxford, New York, Tokyo 1984, S. 421-422). Als
Schichtmaterial für die Interferenzschichtsysteme werden gewöhnlich die Kombina
tionen ZnS/MgF₂ oder TiO₂/SiO₂ benutzt. Für die Erzeugung der Interferenz
schichtsysteme auch auf gekrümmten Reflektorflächen sind eine Reihe von Verfahren
bekannt, sowie z. B. in DE 41 20 176 C1, DE 40 08 405 C1 und DE 22 56 435 B2
beschrieben.
Als Reflektorgrundkörper werden Mineralgläser mit guter IR-Transmission bis ca.
2,3 µm eingesetzt.
Bei vielen Anwendungen ist der Einsatz von Glasreflektorgrundkörpern jedoch mit
Nachteilen verbunden. Für große Reflektoren bzw. für Anwendungen, bei denen es
um Gewichtseinsparung geht, ist das hohe Gewicht von Nachteil. In speziellen An
wendungsfällen, z. B. in der Chirurgie, ist die Zerbrechlichkeit von Glas ein Problem.
Außerdem sind die Herstellungskosten derartiger Reflektoren vergleichsweise hoch.
Aus diesen Gründen gibt es schon seit längerem Bemühungen, bei Reflektorgrundkör
pern für Kaltlichtreflektoren das Glas durch Kunststoffe zu ersetzen, wie es bei me
tallisch beschichteten Reflektoren bereits üblich ist. Die Erwärmung durch Absorption
der IR-Strahlung und die geringe Temperaturstabilität sind die Hauptursache dafür,
daß nahezu alle bekannten Kunststoffe nicht als Reflektorgrundkörper für Kalt
lichtreflektoren eingesetzt werden können. Aber auch besonders temperaturstabile
Kunststoffe wie Polyphenylensulfide und Polysulfone sind auf Grund anderer nachtei
liger Eigenschaften, wie z. B. ihrer Zersetzungsneigung bei UV-Bestrahlung, nicht ge
eignet.
In US 4,380,794 ist ein Kaltlichtreflektor für chirurgische Zwecke mit einem Reflek
torgrundkörper auf Basis von Polyetherimid-Kunstharz beschrieben. Dieses Reflek
tormaterial soll bis 170°C stabil sein und keine Zersetzungserscheinungen durch die
UV-Strahlung zeigen.
Es ist auch ein Reflektor bekannt, bei dem der Reflektorgrundkörper aus einem Harz
auf Polyimid- und/oder Polyetherketonbasis besteht und auf der Oberfläche dieses
Grundkörpers ein Reflexionsfilm abgelagert ist, der IR-Strahlung durchläßt und sicht
bares Licht reflektiert (DE 38 10 917 A1).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kaltlichtreflektor der eingangs ge
nannten Art anzugeben, der sich durch eine hohe Reflektivität von Licht im sichtbaren
Spektralbereich einerseits und eine möglichst große IR-Transmission andererseits
auszeichnet, dabei möglichst massearm ist sowie eine verbesserte
Wärmeformbeständigkeit aufweist und der auch nicht zu Zersetzungserscheinungen,
z. B. durch UV-Strahlung, neigt. Darüber hinaus soll der Kaltlichtreflektor auf
möglichst wirtschaftliche Art und Weise und zwar in einer Vielzahl verschiedenster
Formen herstellbar sein.
Diese Aufgabe wird bei einem Kaltlichtreflektor der eingangs genannten Art erfin
dungsgemäß dadurch gelöst, daß als Material für den Reflektorgrundkörper ein
Cycloolefincopolymer (COC) verwendet wird.
Auf Grund seiner spezifischen Materialeigenschaften ist COC besonders gut als Ma
terial für den Reflektorgrundkörper bei Kaltlichtreflektoren geeignet. Als reine Kohlen
wasserstoffverbindung besitzt COC eine gute IR-Transmission vom sichtbaren Spek
tralbereich bis zu einer Wellenlänge von 3,1 µm. Auf Grund seiner Wärmeformbe
ständigkeit bis zu 170°C ist COC darüber hinaus besonders geeignet, den thermi
schen Belastungen standzuhalten, denen einerseits der fertige Reflektor und anderer
seits der Grundkörper während der Hochvakuumbeschichtung zum Aufbringen des
Interferenzschichtsystems ausgesetzt ist. Die für Kunststoffe extrem niedrige Was
seraufnahme von kleiner 0,01% ist sowohl für die Hochvakuumbeschichtung als
auch für die Stabilität bei Temperaturwechselbelastung im Lampenbetrieb von großer
Bedeutung.
Gegenüber Glasreflektoren bestehen eindeutige Vorteile im geringen Gewicht (COC-
Dichte γ = 1,02 g/cm³), in geringerer Zerbrechlichkeit, in der Möglichkeit der Ferti
gung nahezu beliebiger Reflektorformen und in erheblich niedrigeren Fertigungs
kosten.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil von COC im Hinblick auf die Fertigung von Massen
artikeln besteht darin, daß es sich mit allen für Kunststoffe üblichen Verfahren auf
den bekannten Anlagen verarbeiten läßt (Kunststoffe 85 (1995) 8, Seite 1048). Son
derausrüstungen sind nicht erforderlich.
Die effektive und billige Herstellungsmöglichkeit von COC-Reflektoren ermöglicht im
Zusammenhang mit kostengünstigen Hochvakuumbeschichtungsverfahren, den An
wendungsbereich von Kaltlichtreflektoren auf Basis von Kunststoffen über die o.g.
spezielle Anwendung als Beleuchtung in der Chirurgie hinaus zu erweitern.
Ein typisches Anwendungsbeispiel sind Down Lights, bei denen durch Kaltlichtreflek
toren auf der Basis von COC eine übermäßige Erwärmung der gestauten Luft unter
dem Reflektor vermieden wird, wodurch die für diese Beleuchtung üblicherweise ein
gesetzten Leuchtstoffröhren den Temperaturbereich (40°C-70°C) optimaler Licht
ausbeute nicht überschreiten.
Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels und einer zugehö
rigen Zeichnung näher erläutert werden.
Die Zeichnung zeigt einen Beleuchtungskörper 1 mit einem kalottenförmig gewölbten
und als Kaltlichtreflektor ausgebildeten Reflektor. Der Reflektor setzt sich aus einem
Reflektorgrundkörper 2 und einem auf dessen konkaven Seite aufgebrachten Interfe
renzschichtsystem 3 zusammen. Der Reflektorgrundkörper 2 besteht aus einem
Cycloolefincopolymer (COC), zum Beispiel TOPAS Typ 6017. Im gewählten Beispiel
besitzt der Reflektorgrundkörper 2 im Zentrum lokalisiert eine Öffnung 4 zum Ein
setzen einer Lichtquelle 5, beispielsweise einer Halogenglühlampe, mit Sockel 6.
Nach Herstellung des Reflektorgrundkörpers 2 ist es vorteilhaft, zunächst auf dessen
Oberfläche mittels Plasmabehandlung eine Haftschicht zu erzeugen und danach in ei
nem Hochvakuumbeschichtungsprozeß das Interferenzschichtsystem 3 aufzubringen.
Bei der Plasmabehandlung kann dabei auf für sich bekannte Techniken zurückgegrif
fen werden.
Die Plasmabehandlung kann z. B. in einem Argon-Sauerstoff-Gemisch als Entladungs
gas bei Drücken im Bereich von 1 Pa bis 100 Pa erfolgen. Als Plasmaquelle kann
dabei eine Mikrowellen-ECR-Plasmaquelle eingesetzt werden (z. B.: F. Milde, K.
Goedicke, M. Fahrland "Vakuumtechnische Vorbehandlung von Kunststoffolien", 3.
Neues Dresdener Vakuumtechnisches Kolloquium 19. und 20. Oktober 1995).
Entsprechend der gewählten Spektralcharakteristik des Interferenzschichtsystems 3
wird das sichtbare Licht der in die Öffnung 4 des Reflektors eingesetzten Lichtquelle
5 zum zu beleuchtenden Objekt reflektiert, während die IR-Strahlung den beschichte
ten Reflektorgrundköper 2 passiert und somit in den Reflektorrückraum gelangt.
Mit der erfindungsgemäßen Verwendung von Cycloolefincopolymer als Material für
den Reflektorgrundkörper bei Kaltlichtreflektoren werden einerseits die an solche Re
flektoren zu stellenden hohen Anforderungen hinsichtlich Reflektivität, IR-Transmis
sion, Wärmebeständigkeit usw. erfüllt, andererseits aber auch eine wirtschaftliche
Herstellung der verschiedensten Reflektorformen insbesondere auch für Massenartikel
wie Autoscheinwerfer und Down Lights ermöglicht.
Claims (3)
1. Kaltlichtreflektor, bestehend aus einem Reflektorgrundkörper aus Kunststoff
und wenigstens einem Interferenzschichtsystem, das auf zumindest einer
Seite des Reflektorgrundkörpers aufgebracht ist
dadurch gekennzeichnet,
daß als Material für den Reflektorgrundkörper (2) ein Cycloolefincopolymer
verwendet ist.
2. Verfahren zur Herstellung eines Kaltlichtreflektors nach Anspruch 1 mit folgen
den Verfahrensschritten:
- - Herstellen des Reflektorgrundkörpers,
- - Herstellen einer Haftschicht auf dem Reflektorgrundkörper mittels Plasmabehandlung und
- - Aufbringen des mindestens einen Interferenzschichtsystems mittels Hochvakuumbeschichtungsprozesses.
3. Verwendung des Kaltlichtreflektors nach Anspruch 1 als Reflektor in Beleuch
tungskörpern.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19540414A DE19540414C1 (de) | 1995-10-30 | 1995-10-30 | Kaltlichtreflektor |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19540414A DE19540414C1 (de) | 1995-10-30 | 1995-10-30 | Kaltlichtreflektor |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19540414C1 true DE19540414C1 (de) | 1997-05-22 |
Family
ID=7776180
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19540414A Expired - Fee Related DE19540414C1 (de) | 1995-10-30 | 1995-10-30 | Kaltlichtreflektor |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19540414C1 (de) |
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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-
1995
- 1995-10-30 DE DE19540414A patent/DE19540414C1/de not_active Expired - Fee Related
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