Die Erfindung betrifft eine Betätigungsvorrichtung für
eine Reibungskupplung eines Kraftfahrzeuges, bei der zur
Betätigung eines Ausrücklagers eine am Kupplungsgehäuse
drehbar gelagerte Welle vorgesehen ist, welche einen am
Ausrücklager anliegenden Ausrückhebel sowie einen Betäti
gungshebel aufweist.
Bei den bekannten Reibungskupplungen der genannten Art
entstehen im Betrieb, insbesondere beim Ausrückvorgang
(Auskuppeln) Schwingungen, welche sich über den Ausrück
hebel und die Welle auf den Betätigungshebel übertragen.
Über die Kraftübertragungsmittel, welche den Betätigungs
hebel mit dem Kupplungspedal verbinden, können diese
Schwingungen in den Innenraum des Kraftfahrzeuges gelan
gen und unangenehme Vibrationen und Geräusche verursa
chen. Außerdem kann sich die Haltbarkeit des Betätigungs
hebels bzw. der Welle durch Einwirkung von Schwingungen,
insbesondere der Resonanzschwingungen, bei denen die Fre
quenz der Anregung, beispielsweise durch den Motor, mit
der Eigenfrequenz der Welle und/oder des Betätigungshe
bels übereinstimmt, wesentlich reduzieren.
So zeigt beispielsweise die EP 0 013 193 A1 eine Lösung
mit einer Betätigungsvorrichtung für eine Reibungskupp
lung auf, bei der die am Kupplungsgehäuse drehbar gela
gerte Welle fest mit dem Betätigungshebel verbunden ist.
Hierzu ist am Betätigungshebel eine innenverzahnte Hülse
vorgesehen, welche auf einen verzahnten Zapfen der Welle
aufgeschoben und axial fixiert ist. Bei einer derartigen
festen Verbindung zwischen Betätigungshebel und Welle
können sich jedoch die im Fahrbetrieb entstehenden
Schwingungen unmittelbar auf den Betätigungshebel über
tragen und die zuvor erwähnten Nachteile verursachen.
Weitere Lösungen der genannten Art sind in der DE-GM 14 582
und der DE-OS 23 01 297 beschrieben, wobei in der Lö
sung nach der DE-GM 14 582 der Betätigungshebel durch ein
relativ großvolumiges Gummielement von einer Zugstange
entkoppelt ist. Eine Entkoppelung des Betätigungshebels
von den über das Kupplungsgehäuse übertragenen Schwingun
gen ist bei dieser Lösung nicht vorgesehen. In der Lösung
nach der DE-OS 23 01 297 ist ebenfalls ein großvolumiges
Gummielement zwischen einem Rohrstück und einer innerhalb
des Rohrstückes befindlichen Welle vorgesehen. Die Welle
und das Rohrstück sind dabei, im Vergleich zu der Erfin
dung, konzentrisch zueinander angeordnet, so daß die an
greifenden Kräfte prinzipiell anders aufgenommen und
übertragen werden.
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zu
grunde, die Haltbarkeit einer Betätigungsvorrichtung nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 zu erhöhen, wobei
mit einfachen Mitteln die Übertragung von Schwingungen
auf den Betätigungshebel reduziert ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des
Patentanspruches 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Durch die entkoppelte Verbindung des Betätigungshebels
mit der Welle ist die Übertragung von im Fahrbetrieb ent
stehenden Schwingungen auf den Betätigungshebel wesent
lich reduziert. Insbesondere die Resonanzschwingungen
werden durch diese Entkoppelung wirksam gedämpft bzw. in
einen Frequenzbereich verschoben, welcher außerhalb des
normalen Fahrbetriebes liegt.
Gemäß einer vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ist
die entkoppelte Verbindung zwischen dem Betätigungshebel
und der Welle als eine formschlüssige Zapfen-Nabe-Verbin
dung ausgebildet, bei der im Kontaktbereich zwischen dem
Betätigungshebel und der Welle eine elastische Schicht
vorgesehen ist. Dabei können entweder der Zapfen an der
Welle und die Nabe am Betätigungshebel oder der Zapfen am
Betätigungshebel und die Nabe an der Welle angeordnet
sein.
Die formschlüssige Zapfen-Nabe-Verbindung kann unter
schiedlich gestaltet sein. Der Formschluß zur Übertragung
eines Drehmomentes kann vorteilhafterweise durch korre
spondierende Mehrkantprofile oder ineinandergreifende
Zahnprofile gebildet sein. Wichtig dabei ist, daß zwi
schen den zueinander zugewandten Kontaktflächen an der
Verbindungsstelle von Zapfen und Nabe eine elastische
Schicht vorgesehen ist, welche nach dem Zusammenfügen un
ter Vorspannung liegt und eine schwingungsmäßig entkop
pelte Verbindung bildet. Die Dicke und die Elastizität
dieser elastischen Schicht sind dabei so zu wählen, daß
der unter Belastung entstehende Verdrehwinkel zwischen
Nabe und Zapfen die Gesamtfunktion der Betätigungsvor
richtung nicht beeinträchtigt.
Die elastische Schicht kann beispielsweise an der Kon
taktfläche an einem der beiden Teile durch Beschichtung
oder Umspritzung mit Gummi oder Kunststoff angebracht
sein. Die elastische Schicht kann auch alternativ hierzu
durch eine an der Welle oder am Betätigungshebel vormon
tierte Gummi- oder Kunststoffbuchse gebildet sein.
Die Erfindung wird anhand der Zeichnung mit zwei Beispie
len näher erläutert. Diese zeigt teilweise schematisch in
Fig. 1: eine mit einer Reibungskupplung in Wirkver
bindung stehende Betätigungsvorrichtung, mit
einem auf einer Welle schwenkbar gelagerten
Betätigungshebel;
Fig. 2: einen mit der Welle verbundenen Betätigungs
hebel gemäß Fig. 1, teilweise an der Verbin
dungsstelle geschnitten;
Fig. 3: einen Schnitt gemäß Linie A in Fig. 2, mit
einem einen Vierkantprofil aufweisenden
Formschluß an der Verbindungsstelle, vergrößert
dargestellt;
Fig. 4
und
Fig. 5: Schnittdarstellungen gemäß Fig. 3, mit je
doch alternativen Ausbildungen des Form
schlusses an der Verbindungsstelle.
Fig. 1 zeigt eine Reibungskupplung 1 eines Kraftfahrzeu
ges, welche innerhalb eines nicht dargestellten Kupp
lungsgehäuses eine auf übliche Weise mit der Kurbelwelle
eines Motors drehfest verbundene Schwungscheibe 12 auf
weist. Koaxial zu der Schwungscheibe 12 ist eine Getrie
beantriebswelle 13 vorgesehen, auf der eine Mitnehmer
scheibe 14 drehfest, jedoch axial verschiebbar angeordnet
ist. Diese Mitnehmerscheibe 14 stützt sich bei eingerück
ter Reibungskupplung 1 mit einem Reibbelag 15 einerseits
gegen die Schwungscheibe 12, andererseits gegen einen
Kupplungsring 16 ab. Der Kupplungsring 16 wird dabei von
einer Kupplungsfeder 17 axial in Richtung der Schwung
scheibe 12 vorgespannt, so daß er die Mitnehmerscheibe 14
zwischen sich und der Schwungscheibe 12 einklemmt. Die
Mitnehmerscheibe 14 dreht sich dadurch synchron zur
Schwungscheibe 12 und treibt die Getriebeantriebswelle 13
an.
Zum Ausrücken der Reibungskupplung 1 ist auf der Getrie
beantriebswelle 13 ein Ausrücklager 2 axial verschieblich
angeordnet, welches einerseits mit einem schwenkbaren
Ausrückhebel 3 und andererseits mit der Kupplungsfeder 17
in Verbindung steht. Durch Schwenkung des Ausrückhebels 3
kann das Ausrücklager 2 axial in Richtung der Schwung
scheibe 12 verschoben werden, wodurch die Andrückkraft
der Kupplungsfeder 17 gegen den Kupplungsring 16 abnimmt
und die Reibungskupplung 1 auskuppelt.
Die Verschwenkung des Ausrückhebels 3 erfolgt mittels einer
Betätigungsvorrichtung 18, welche eine am Kupplungs
gehäuse drehbar gelagerte Welle 5 aufweist, die einer
seits mit dem Ausrückhebel 3 und andererseits mit einem
Betätigungshebel 4 in Verbindung steht. Der Betätigungs
hebel 4 ist seinerseits mittels eines Seilzuges 19 mit
einem nicht dargestellten Kupplungspedal verbunden. Bei
der Betätigung des Kupplungspedals wird über den Seilzug
19 der Betätigungshebel 4 und dadurch auch über die Welle
5 der Ausrückhebel 3 verschwenkt, was wie oben beschrie
ben zum Auskuppeln der Reibungskupplung 1 führt.
In Fig. 2 und 3 ist die formschlüssige Verbindung zwi
schen Welle 5 und Betätigungshebel 4 dargestellt, die in
Form einer Zapfen-Nabe-Verbindung mit korrespondierenden
Vierkantprofilen ausgebildet ist. Zwischen dem Zapfen 7
und der Nabe 8 ist eine elastische Schicht 6 vorgesehen,
welche im dargestellten Beispiel durch eine elastische,
am Zapfen 7 vormontierte Kunststoffbuchse 11 gebildet
ist, die nach dem Zusammenfügen von Zapfen 7 und Nabe 8
unter Vorspannung liegt. Zum axialen Fixieren der Nabe 8
am Zapfen 7 ist am freien Ende des Zapfens 7 eine radiale
Nut 10 vorgesehen, in die ein Federring 9 eingesetzt ist.
Auf der anderen Seite der Nabe 8 ist am Zapfen 7 ein ra
dialer Anschlagbund 20 vorgesehen, an dem sich die Nabe 8
axial abstützt.
Der Formschluß in der Zapfen-Nabe-Verbindung kann, wie in
Fig. 4 und 5 dargestellt, durch ineinandergreifende Zahn
profile mit runden (21) bzw. spitzen (22) Zähnen gebildet
sein, wobei die elastische Schicht 6 zwischen den ent
sprechenden Zahnprofilen angeordnet ist. Diese Ausbildun
gen weisen im Vergleich zu der Ausführung nach Fig. 3 ei
ne größere Kontaktfläche zwischen dem Zapfen 7 und der
Nabe 8 auf, welche die Übertragung von höheren Drehmomen
ten bzw. genaueren Winkelbewegungen des Betätigungshebels
4 ermöglicht. Die axiale Sicherung der Nabe 8 am Zapfen 7
erfolgt analog der zuvor beschriebenen Ausführung.