DE19535444A1 - Verfahren zum Herstellen von Metallpulvern und zum pulvermetallurgischen Herstellen von Gegenständen sowie auf diese Weise hergestellte Gegenstände - Google Patents
Verfahren zum Herstellen von Metallpulvern und zum pulvermetallurgischen Herstellen von Gegenständen sowie auf diese Weise hergestellte GegenständeInfo
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Description
Die Erfindung beschäftigt sich mit dem pulvermetallur
gischen Herstellen von Gegenständen oder Halbzeug mittels
des Naßpulverdruckgießens, das eine Variante des bekannten
Schlickergießverfahrens darstellt und im folgenden näher
erläutert wird.
In der Pulvermetallurgie, die das endabmessungsnahe wirt
schaftliche Fertigen von Serienteilen ermöglicht, werden
Werkstoffe und Werkstücke aus pulverförmigen Metall herge
stellt. Dabei unterscheidet man im wesentlichen drei
Schritte. Zunächst wird das Metallpulver hergestellt, in
eine bestimmte Form gebracht und schließlich bei erhöhten
Temperaturen zur Verdichtung des Werkstoffes gesintert.
Das oben genannte Naßpulverdruckgießen ist aus verschie
denen bekannten Formgebungstechniken entwickelt worden:
Beim Druckgießen werden flüssige NE-Legierungen (Zinn-,
Blei-, Aluminium- und Magnesiumlegierungen) unter hohem
Druck in Dauerformen vergossen. Die Erstarrung der
Schmelze erfolgt rasch. Durch den hohen Druck werden auch
feinste Einzelheiten abgeformt. Die hohen Kosten der Dau
erform ermöglichen ein wirtschaftliches Druckgießen in der
Regel nur bei genügend hohen Stückzahlen.
Das Metallpulver-Spritzgießverfahren wird in Anlehnung an
die Plastverarbeitung für die Formgebung komplizierter
Kleinteile mit großen Stückzahlen genutzt. Es ist eine
Kombination der Sinter- und Spritzgießtechnologie. Die
Formgebung erfolgt im Spritzgießverfahren, die Verdichtung
durch das Sintern. Verarbeitet werden im allgemeinen
kunststoffgefüllte, sehr feine Metall-, Hartmetall- oder
Keramikpulver. Das Austreiben der thermoplastischen Form
gebungshilfe begrenzt diese Fertigungstechnologie auf
kleine und dünne Teile. Beim thermischen Entfernen des
Bindemittels (Pyrolyse) entstehen einerseits zerstöre
rische Dampfdrücke und andererseits existiert ein Tem
peraturbereich mit nur geringer Festigkeit des Formkörpers
(Entfestigungsloch) unterhalb der Temperatur, bei welcher
das Sintern einsetzt.
Das Naßpulvergießen modifiziert obiges Verfahren (DE 41 20
706 A1). Ausgegangen wird von einer gut fließenden
Mischung aus einer Trägerflüssigkeit (z. B. Alkohol),
einem Binder und dem Metallpulver. Diese Suspension wird
in eine Form, z. B. aus Silikonkautschuk, gegossen. Bei
der anschließenden Trocknung zieht sich der Binder zu
winzigen Brücken zwischen den Metallteilchen zusammen und
sichert dem Grünling Halt und Gestalt. Nach dem Trocknen
wird der Gießling entformt und der Binderanteil von 2 bis
5 Vol.-% durch Erwärmen bis 350°C zersetzt. Abschließend
werden die metallischen Pulverteilchen zu einem nahezu
kompakten Bauteil gesintert.
Auch hier tritt das Problem des Entfestigungslochs auf.
Der bei der Aufschlämmung des Metallpulvers zugegebene
Binder soll beim Sintern des Grünkörpers (Gießlings) mög
lichst vollständig aus der Masse bzw. dem Grünkörper ent
weichen, so daß unerwünschte Rückstände nicht im Werkstück
verbleiben. Als Binder werden im Stand der Technik Wachse
sowie Kunststoffe eingesetzt. Bekannt ist außerdem aus der
DE 41 20 706 A1, als Binder Wachs, Schellack oder
Polymethacryl-methylester (PMMA) einzusetzen. Bei diesen
bekannten Verfahren hat der Grünkörper während des Aufhei
zens nach der Zersetzung des organischen Binders und vor
dem Einsetzen des Sintervorgangs eine nur sehr geringe
Festigkeit, die in der industriellen Herstellung zur er
heblichen Problemen führen kann.
Im Verfahren nach der EP 0 260 812 A2 wird eine wäßrige
Aufschlämmung (Slurry) aus wasserlöslichem Ethylcellulose-
Binder, Kohlenstoff und wasserverdüstem, unreduziertem
Metallpulver zu Formlingen extrudiert und unter gesteuer
ten Induktionsbedingungen des Binderkohlenstoffanteils so
gesintert, daß der Sauerstoffgehalt der Metallformlinge
abgebaut wird.
Das Schlickergießverfahren, bei dem das Metallpulver zu
einer gießfähigen Masse (Schlicker) aufgeschlämmt wird,
ist aus der Keramik entlehnt. Der Schlicker wird drucklos
in poröse, saugfähige Formen (i.a. aus Gips) vergossen.
Durch Absaugen kann die Trägerflüssigkeit beschleunigt
entfernt werden. Der Formkörper wird aus der zerlegbaren
Form entnommen und dem Sinterprozeß zugeführt. Das Verfah
ren eignet sich hauptsächlich für die Herstellung von
großflächigen Filterkörpern bzw. Hohlkörpern, bei denen
nach dem Erreichen einer bestimmten Wanddicke der noch
flüssige Schlicker wieder ausgegossen wird.
Im Verfahren nach der DE 35 25 752 C2 wurde das Schlicker
gießen von Formlingen so modifiziert, daß ein über den
Schmelzpunkt erwärmtes Gemisch aus tertiärem Butanol und
dem Metallpulver in eine Form gefüllt wird, in der der
Schlicker unter Kühlung erstarrt.
Das Schlickergießverfahren wurde in der keramischen Ver
fahrenstechnik zum Druckgießverfahren von wäßrigen, mahl
technisch aufbereiteten Pulvergemischen weiterentwickelt.
Dieses Verfahren, bei dem man die Aufschlämmung von
Metallpulver unter Druck in die Gießform preßt, wird in
dieser Patentanmeldung als "Naßpulverdruckgießen" bezeich
net. Gegenüber dem drucklosen Schickergießverfahren wur
den dabei die Produktivität und Qualität der Produkte
deutlich verbessert, da die jeweiligen Gießparameter
(Porengrößenverteilung der vollporösen Kunststofform,
Füllzeit, Fülldruck, usw.) individuell den Filtrations
eigenschaften der verwendeten Gießmasse angepaßt werden
können.
Zum einen betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Her
stellen von Metallpulvern oder Metallegierungspulvern aus
einem korrodierenden, eisenhaltigen Werkstoff mit einem
Schmelzpunkt über 1000°C durch Zerstäuben einer Metall
schmelze bzw. einer Metallegierungsschmelze mittels Druck
wasserverdüsung. Es handelt sich damit um den ersten
Schritt im pulvermetallurgischen Herstellen von Gegen
ständen entsprechend der Erfindung.
Bei der Druckwasserverdüsung zur Herstellung von Metall
pulvern, wobei unter diesem Begriff immer auch Metall
legierungspulver zu verstehen sind, trifft ein Strahl der
Metallschmelze auf einen mit Hochdruck aus einer Düse
austretenden Wasserstrahl und wird von diesem in feinste
Teilchen zerlegt. Vorteilhaft ist die dabei erhaltene
rauhe, zerklüftete (spratzige) Oberfläche der Pulverparti
kel, die die Festigkeit des nachfolgend hergestellten
Grünlings erhöht. Neben der Zerteilung der Metallschmelze
findet jedoch auch eine Oxidation der frisch erzeugten
feinen metallischen Partikel aufgrund einer Reaktion der
heißen Schmelze mit dem Verdüsungswasser statt. Die erhal
tenden Pulver können nicht unmittelbar zur Formgebung
weiterverarbeitet werden, denn der Oxidgehalt der Rohpul
ver würde zu Bauteilen mit einer nicht ausreichenden
Festigkeit führen. Zur Lösung dieses Problems ist es be
kannt, Inertgas in den Zerstäubungsraum einzuspeisen.
Mit dieser Maßnahme kann der Sauerstoffgehalt der Rohpul
ver zwar erheblich herabgesetzt werden, er ist jedoch noch
zu hoch, um das Rohpulver unmittelbar zur pulvermetallur
gischen Herstellung einsetzen zu können. Daher müssen die
Rohpulver auf jeden Fall durch Glüh- und Reduktionsbehand
lungen, zum Beispiel in wasserstoffhaltiger Atmosphäre,
nachbehandelt werden.
Bekannt sind außerdem aus Phosphaten bestehende Korro
sionsschutzschichten für Eisen und Stahl. Diese Schichten
wurden schon zu Beginn dieses Jahrhunderts durch Tauchen
der Werkstücke in siedende Phosphorsäure und in saure
eisenphosphathaltige Lösungen aufgebracht. Bei diesem
Korrosionsschutzverfahren wird zunächst die dünne Oxid
schicht auf dem eisenhaltigen Werkstück abgebeizt und dann
eine Phosphatschicht zum Schutz vor weiterer Korrosion,
die sogenannte Passivierungsschicht, aufgebracht. Die
Kombination von Beizen und Passivieren ist unter dem Be
griff "Bondertechnik" bekannt.
Bekannt ist ferner die Verwendung von Phosphaten als Bin
der bei der Herstellung von feuerfesten Massen. So enthal
ten einige feuerfeste Stampf- und Flickmassen saures Alu
minumphosphat als sogenannter "Mineralleim". Ferner sind
Binder für körnige feuerfeste Mischungen auf der Basis von
saurem Zirkonphosphat bekannt.
Die im Zusammenhang mit der Erfindung relevanten Eigen
schaften der Eisen-Phosphorlegierungen seien hier kurz
genannt. Das Zweistoffsystem Fe-P zeigt, daß Phosphor das
γ-Gebiet stark einschnürt. Im Temperaturbereich des ange
wandten Sinterns von 1000°C bis etwa 1250°C existiert
für Eisen-Phosphorlegierungen mit 0,2 bis 0,5 Gew.-% Phos
phor das α-γ-Mischkristallgebiet. Im Bereich von 0,5 bis
2,8 Gew.-% Phosphor ist die reine α-Phase zu finden.
(Hansen u. Anderko, Constitution of binary Alloys, New
York, Toronto, London 1958, McGraw-Hill). In der α-Phase
ist die Diffusionsgeschwindigkeit um eine Zehnerpotenz
größer als in der γ-Phase, so daß das Sintern im u-Gebiet
deutlich schneller abläuft als im γ-Gebiet der üblichen
nichtferritischen Eisenlegierungen (Böhm, Einführung in
die Metallkunde S. 88, BI-Hochschultaschenbücher Nr.
196/196a). Der bei der Polymerisation von Phosphorsäure
bzw. Phosphaten auf der Eisenpartikeloberfläche unter
reduzierenden Bedingungen freigesetzte Phosphor reagiert
mit dem Eisengrundwerkstoff zu intermediären Fe₃P-, Fe₂P-
FeP- und FeP₂-Legierungen. Die dabei teilweise auftretende
temporäre Flüssigphase bewirkt zusätzlich eine sehr hohe
Sinteraktivität und rundet dabei die bestehenden Poren
räume ab. Dieser Effekt mindert die von den Poren ausge
hende Kerbwirkung und verbessert die Festigkeit des Sin
terwerkstoffs (Schatt, Pulvermetallurgie, Sinter- und
Verbundwerkstoffe, S. 150 ff, Hühtig Verlag, Heidelberg).
Hinzu kommt, daß die Werkstoffverfestigung des α-Fe durch
Phosphor besonders effektvoll ist (Hornbogen, Hochfeste
Werkstoffe, S. 14, Verlag Stahleisen Düsseldorf 1974).
Ferner spielen auch die Eigenschaften von Borsäure und
Boraten in dieser Erfindung eine Rolle. Die Löslichkeit
der Borsäure H₃BO₃ in Wasser steigt mit der Temperatur an
(19,5 g/l bei 0°C; 291 g/l bei 100°C) . Die Borsäure ist
in Anwesenheit von Wasserdämpfen stark flüchtig. Beim
Erwärmen geht Borsäure in Metaborsäure (HBO₂)n über, die
beim weiteren Erhitzen Bortrioxid B₂O₃ bildet, das leicht
unter Glasbildung Metalloxide löst (Trzebiatowiski, Lehr
buch der anorganischen Chemie; VEB Deutscher Verlag der
Wissenschaften, Berlin 1970).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein zum unmit
telbaren Einsatz im pulvermetallurgischen Herstellungs
verfahren geeignetes Metallpulver, insbesondere aus einem
korrodierenden eisenhaltigen Werkstoff, bereitzustellen,
das nach der Pulverherstellung nicht mehr nachbehandelt zu
werden braucht, wobei das Metallpulver durch Druckwasser
verdüsung der entsprechenden Metallschmelze hergestellt
wird.
Dazu schlägt der Erfinder vor, daß das Verdüsungswasser
ein Abbeiz- und Passivierungsmittel enthält.
Abbeiz- und Passivierungsmittel zum Entfernen dünner Oxid
schichten und Aufbringen von dünnen Konversionsschichten
auf Eisen- und Stahlteilen sind zwar an sich bekannt, wie
bereits oben ausgeführt worden ist.
Erfindungsgemäß werden diese Mittel jedoch schon während
der Herstellung der Metallpulver eingesetzt, so daß man
sauerstoffarme Pulverpartikel mit dünnen Konversions
schichten, also Korrosionsschutzschichten erhält. Die
Pulver können ohne weitere Nachbehandlung unmittelbar für
die pulvermetallurgische Herstellung von Gegenständen und
Halbzeug eingesetzt werden.
Vorzugsweise enthält das Abbeiz- und Passivierungsmittel
Phosphorsäure, insbesondere Metaphosphorsäure, und/oder
wasserlösliche Verbindungen dieser Säure, z. B. Phosphate
oder Polyphosphate.
Vorgeschlagen wird weiterhin, daß das Verdüsungswasser
0,05 bis 5 Gew.-%, insbesondere 0,05 bis 0,1 Gew.-%, an
Phosphorsäure und/oder deren wasserlösliche Verbindungen
enthält.
Dabei ist es außerdem vorteilhaft, wenn man das Ver
düsungswasser im Kreislauf führt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es außerdem, eine
ausreichende Festigkeit des Grünkörpers während des gesam
ten Aufheizvorgangs zu gewährleisten, so daß im Gegensatz
zum Stand der Technik mit dem Naßpulverdruckgießen auch
große Bauteile mit Hinterschneidungen, Innenkonturen und
anderen komplizierten Formen herstellbar sind.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß
Bindemittel eingesetzt werden, die mit dem Metall- bzw.
Metallegierungspulver und/oder mit dessen Oxidschicht
unter Bildung eines Glases reagieren.
Im Gegensatz zum Stand der Technik wird also nicht ange
strebt, das Bindemittel während des Aufheizvorgangs nahezu
vollständig aus dem Grünkörper zu entfernen. Vielmehr ist
die Anwesenheit des Bindemittels auch noch bei höheren
Temperaturen erwünscht, um eine ausreichend hohe Festig
keit des Grünlings in jeder Phase des Aufheizvorgangs
sicherzustellen.
Vorzugsweise werden, insbesondere im Falle von korrodie
renden, eisenhaltigen Pulvern, Phosphorsäure und/oder
Phosphorsäureverbindungen als Bindemittel eingesetzt. Ein
solches Bindemittel hat die zusätzliche Funktion einer
Korrosionsschutzschicht.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorge
schlagen, daß man Borsäure und/oder Borsäureverbindungen
als Bindemittel einsetzt, insbesondere im Falle von korro
sionsbeständigen eisenhaltigen Pulvern. In diesem Falle
ist es weiterhin vorteilhaft, wenn das Bindemittel zusätz
lich Phosphorsäure und/oder Phosphorsäureverbindungen
enthält. Die gebildete, disperse Glasphase als gewünschter
"Legierungsbestandteil" des metallischen Werkstoffs läßt
sich in diesem Fall in einem besonders großen Umfang modi
fizieren. Es stehen also mehr Freiheitsgrade bei der Aus
wahl der Zusammensetzung zur Verfügung.
Ein Teil des Bindemittels kann schon bei der Herstellung
des Metallpulvers hinzugegeben werden. Dazu wird vorge
schlagen, daß man das Metall- bzw. Metallegierungspulver
durch Zerstäuben einer Metallschmelze bzw. Metallegie
rungsschmelze mittels Druckwasserverdüsung herstellt,
wobei das Verdüsungswasser Phosphorsäure, insbesondere
Metaphosphorsäure, und/oder wasserlösliche Verbindungen
dieser Säure enthält. In diesem Fall dient die Zugabe, wie
bereits oben ausgeführt worden ist, gleichzeitig zum Ent
fernen von Oxidschichten auf dem Pulver und dem Passi
vieren der blanken metallischen Pulveroberflächen.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung
wird vorgeschlagen, daß man die Aufschlämmung in eine aus
offenporigem Kunststoff bestehende Form gibt. Im Gegensatz
zum Stand der Technik, in dem die Form im allgemeinen aus
Gips besteht, kann die Kunststofform mehrfach verwendet
werden. Insbesondere wird vorgeschlagen, daß die Form im
wesentlichen aus Polymethylmethacrylat (PMMA) besteht. In
diesem Kunststoff enthaltende Styrolanteile, die während
der Herstellung der Form wieder daraus entfernt werden,
ermöglichen die Porosität.
Zusammengefaßt ergeben sich daher die folgenden Vorteile
der aus offenporigem Kunststoff bestehenden Gießform ge
genüber dem Gießen mit verlorener Form, zum Beispiel einer
Gipsform. Der laufende Aufwand für das Formen und für die
Kernherstellung entfällt. Ein abfallfreies Produzieren mit
sehr hohem metallischem Ausbringen ist möglich. Außerdem
werden neben der Lunkerfreiheit eine gute Maßhaltigkeit
sowie Oberflächenbeschaffenheit erreicht, da eine exakte
Füllung der Gießform gewährleistet ist. Ein sorgfältiges
Füllen der Form ist nämlich möglich, da beim kalten Gießen
die Form relativ langsam beschickt werden kann. Im Gegen
satz dazu muß beim Gießen aus der Metallschmelze die be
ginnende Erstarrung beachtet werden.
Die Erfindung umfaßt schließlich noch pulvermetallurgisch
hergestellte Gegenstände oder Halbzeug, insbesondere aus
einem eisenhaltigen Werkstoff mit einem Schmelzpunkt über
1000°C, die durch Phosphat- und/oder Boratgläser an der
Pulverpartikeloberfläche und zwischen den Pulverpartikeln
gekennzeichnet sind.
Besonders geeignet zur Herstellung hochbelasteter Bauteile
wie Pleuel oder Dieselkolben nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren sind ferritische Werkstoffe, vorzugsweise auf
der Legierungsbasis Silizium und Phosphor. Die hier er
zielbare hohe Sinteraktivität ermöglicht eine sehr hohe
Dichte und Homogenität des Werkstücks. Die hervorragende
Eignung dieser Legierungen für die Verarbeitung im erfin
dungsgemäßen Verfahren ist in den nachfolgend kurz genann
ten besonderen Materialeigenschaften begründet.
Die Legierungselemente Silizium und Phosphor bilden mit
dem α-Eisen Substitutionsmischkristalle und bewirken eine
lineare Zunahme der Streckgrenze und Zugfestigkeit. Phos
phor zeigt die höchste Wirksamkeit auf die Festigkeit, hat
aber einen stark versprödenden Einfluß. Neben den Festig
keitseigenschaften spielen die Zähigkeitseigenschaften
eine wichtige Rolle. Mit steigender Mischkristallhärte
verringert sich die Zähigkeit. Daß trotz Erhöhung des
Legierungsgehaltes mancher mischkristallbildender Elemente
die Zähigkeit verbessert wird, liegt an der Bildung eines
feinkörnigen Gefüges. Ein feinkörniges Sinterwerkstoffge
füge wird z. B. durch einen Legierungsanteil von 0,2 bis
0,3% Vanadin ohne Wärmebehandlung erzielt.
Die Erfindung wird nachstehend in konkreten Beispielen und
anhand der einzigen Zeichnung (Fig. 1) näher erläutert,
die ein Prozeßschema des erfindungsgemäßen Naßpulverdruck
gießens zeigt.
Das erfindungsgemäße Verfahren entsprechend den nachfol
genden Ausführungsbeispielen besteht zusammengefaßt aus
folgenden Prozeßschritten:
- 1 Rohstoffgewinnung
- 1.1 Verdüsen der Metallschmelze mit Hochdruckwasser und Erzeugen eines Metallpulvers mit einem Teilchengrößenspek trum von 1 bis 63 µm und niedrigem Sauerstoffgehalt
- 1.2 Trennen des Metallpulvers vom Verdüsungswasser in einer Drucknutsche
- 1.3 Mischen des feuchten Metallpulvers mit einem wasser löslichen, umweltschonenden Binder, z. B. Phosphorsäure, zu einem gießfähigem Schlicker mit einem Feststoffgehalt von 60 bis 85 Vol.-%
- 2 Formgebung
- 2.1 Bau einer Form, nämlich eines vollporösen Kunststoff werkzeugs mit netzartigen, offenen Kanälen, die zur Ent wässerung des im Werkzeug unter Druck eingespritzten Schlickers dienen
- 2.2 Druckgießen mit dem Metallpulverschlicker, wobei die Werkzeughaltbarkeit etwa 20.000 Schuß beträgt
- 3 Verdichten
- 3.1 Trocknen der Grünlinge
- 3.2 Dichtsintern der Bauteile unter reduzierenden Bedin gungen in einem Durchlaufofen
Die flüssige Metallschmelze, die im ersten Ausführungsbei
spiel eine korrodierende, hauptsächlich aus Eisen beste
henden Legierung ist, wird in einen Trichter 1 gegossen.
Das sogenannte Verdüsungswasser wird aus einem Wassertank
2 mittels einer Hochdruckpumpe 3 einer an sich bekannten
Flachstrahl- oder Ringschlitz-Düse zugeführt, aus der das
Wasser in einem feinen Strahl unter einem Druck von 150
bis 200 bar austritt. Der aus dem Trichter 1 austretende
flüssige Metallstrahl trifft unter einem vorgegebenen
Winkel, z. B. 20°, auf den Wasserstrahl und wird von die
sem zu einem feinen Metallpulver mit Korngrößen von weni
ger als 63 µm zerteilt. Die Druckwasserverdüsung führt
hier zu Pulverpartikeln mit einer unregelmäßigen Ober
fläche, wodurch in vorteilhafter Weise eine gegenseitige
Verklammerung der Pulverpartikel beim Schichtaufbau im
Hohlraum des Druckgießwerkzeuges ermöglicht wird. Das
Verdüsungswasser enthält 0,05 bis 0,1 Gew.-% Phosphor
säure.
Das mit einem Sauerstoffgehalt von weniger als 0,5% er
haltene feine Metallpulver wird zusammen mit dem Ver
düsungswasser über eine Leitung 4 einer Drucknutsche 5
zugeleitet. Nach dem Abfiltern unter einem Druck von 2 bar
gibt man das Pulver, das eine Restfeuchte von etwa 5%
aufweist, in einen Mischer 6. Das Filtrat wird zum Wasser
tank 2 zurückgeführt. Die während des laufenden Verfahrens
anfallenden Schlämmstoffe mit Korngrößen unter 1 µm werden
über eine Leitung 7 abgezogen, um die Trocknungs- und
Sinterzeit des nachfolgend hergestellten Grünlings zu
verkürzen.
Im Mischer 6 wird ein homogener, gießfähiger Schlicker aus
60 bis 85 Gew.-% Metallpulver, 35 bis 12 Gew.-% Wasser und
5 bis 1 Gew.-% Phosphorsäure bzw. Metaphosphorsäure oder
Polyphosphorsäure und/oder eines Gemisches aus diesen
Säuren oder deren Verbindungen hergestellt. Während des
Mischens und Homogenisierens werden gegebenenfalls noch
vorhandene oder neu entstandene dünne Oxidschichten unter
Reibung in Anwesenheit der wäßrigen Phosphorsäure abge
beizt, eine weitere Korrosion der Metallpulver unterbunden
und die metallischblanken Pulveroberflächen durch die sich
bildende sehr dünne Eisenphosphatschicht bzw. anderer
dreiwertiger, unlöslicher Metallphosphate der entsprechen
den Legierungen passiviert. Die Viskosität und der pH-Wert
des Gießschlickers können durch Zugabe von Additiven ein
gestellt werden.
Der homogenisierte wäßrige Schlicker wird in eine offen
porige Kunststofform 8 aus PMMA unter einem Druck bis zu
50 bar eingespritzt. Während sich die Schichten aus was
serverdüstem Metallpulver an der vollporösen Werkzeugwand
aufbauen, die offene Poren mit etwa 20 µm Durchmesser oder
weniger und ein Porenvolumen von 20 Vol.-% hat, wird die
wäßrige Trägerflüssigkeit gleichmäßig abgetrennt, so daß
keine Entmischung (Segregation, Sedimentation) oder Ver
dichtung (Dilatation) erfolgt. Die abgetrennte Trägerflüs
sigkeit wird in einem sauren Kationentauscher regeneriert
und zum Mischer 6 zurückgeführt. Im Ionentauscher wird das
in der Trägerflüssigkeit enthaltende Eisenphosphat zu
Phosphorsäure umgewandelt. Eine umweltschonende Wasser
wirtschaft ist damit gewährleistet. Gegebenenfalls kann,
wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, auch die Regeneration
entfallen.
Der Grünling wird auf eine Restfeuchte von unter 5% ge
trocknet. Dabei bilden sich zwischen den Pulverpartikeln
Phosphorsäurebrücken bzw. Brücken aus Metaphosphaten oder
Polyphosphaten aus. Der Trocknungsvorgang des Grünlings
läuft zerstörungsfrei ab, da die Feuchte ungehindert durch
die Poren der Kunststofform 8 austreten kann.
Der getrocknete Grünling wird in einer ersten Zone eines
Durchlaufofens 10 weiter getrocknet, in der mittleren Zone
in Anwesenheit von Wasserstoff bzw. Endogas (Gemisch aus
Erdgas und Wasserstoff) oder Inertgas gesintert und
schließlich in einer dritten Zone gekühlt. Beim Sintern
wird der Sauerstoffgehalt der Phosphate sowie der kristal
lisierten Phosphorsäure durch karbothermische Reduktion
des in der Metallmatrix entsprechend höher legierten
Kohlenstoffanteils abgebaut. Die glasartigen Eisen-Phos
phor-Dispergierungen zwischen den einzelnen Pulverparti
keln erhöhen die Festigkeit des gesinterten Werkstücks.
Zusammengefaßt stellt sich die erforderliche Festigkeit
der Grünlinge für die nachfolgende Fertigungsschritte des
Entformens, Trocknen und Dichtsinterns durch drei Effekte
ein. Zum einen verklammern sich die unregelmäßig geformten
Metallpulverpartikel beim Schichtaufbau im Hohlraum des
Druckgießwerkzeuges. Zweitens wird die Festigkeit durch
den kapillaren Unterdruck und die Grenzflächenkräfte der
Restfeuchte in den Poren des Grünlings erhöht. Schließlich
bilden sich Phosphorsäure- und Phosphatbrücken (bzw. Bor
säure- und Boratbrücken im nachfolgenden Ausführungsbei
spiel) zwischen den sich berührenden Pulverteilchen beim
Trocknen und Erhitzen der Formlinge aus.
Im zweiten Ausführungsbeispiel wird ein aus korrosionsbe
ständigem Metall bestehendes gesintertes Werkstück herge
stellt. Das Verfahren läuft im wesentlichen wie im ersten
Ausführungsbeispiel ab. Das Abbeiz- und Passivierungs
mittel im Verdüsungswasser reagiert mit den korrosions
beständigen Werkstoffen (Edelstählen) nur unmerklich bei
der im Prozeß vorkommenden Wassertemperatur von etwa 40°C.
Da ein Wechseln des Verdüsungswassers für unterschied
liche Werkstoffe unwirtschaftlich ist, wird dotiertes
Verdüsungswasser auch bei korrosionsbeständigen Werk
stoffen bevorzugt verwendet.
Anstelle des beim Mischen und Homogenisieren des
Schlickers zugesetzten Phosporsäure- bzw. Phosphatanteils
wird hier jedoch Borsäure mit einem Anteil von etwa 2
Gew.-% eingesetzt. Beim Sintern des entstandenen Grünlings
scheiden sich Metalloxide mit dem verbliebenen Bortrioxid
als feindispergierte Glasphasen im Grundwerkstoff der
Metallmatrix aus.
In Abwandlung des Ausführungsbeispiels 2 wird als Binder
ein wäßriges Gemisch aus 0,2 bis 0,5 Gew.-% Na₂HPO₄, etwa
2 Gew.-% Borsäure und geringen Anteilen von Additiven, zum
Beispiel Ammonium-Alginat eingesetzt. Beim Trocknungsvor
gang des Gießlings verflüchtigt sich der größte Anteil der
Borsäure zusammen mit der Restfeuchte. Beim Sintern rea
gieren die in geringen Anteilen noch vorhandenen Metall
oxide auf den Pulverteilchenoberflächen mit der verblie
benen, äußerst geringen Menge an Bortrioxid und Natrium
phosphat zu einer fein dispergierten Glasphase, die zur
Verfestigung der Metallmatrix beiträgt.
Abschließend werden die Vorteile des erfindungsgemäßen
Verfahrens zusammengefaßt.
Die Formgebungstechnologie besteht in der optimalen Ver
knüpfung der Rohstoffgewinnung feiner, wasserverdüster, d. h.
unregelmäßig geformter, metallischer Pulver mit dem
Formgebungsverfahren Druckgießen zur wirtschaftlichen
Herstellung komplizierter, endabmessungsnaher, metal
lischer Bauteile analog zur Herstellung von Keramikteilen
unter Zuhilfenahme von Phosphor- und/oder Borsäure bzw.
deren wasserlöslichen Salze oder Verbindungen.
Die folgenden Vorteile des erfindungsgemäßen Herstellver
fahrens werden im Falle eisenmetallischer Werkstoffe er
reicht.
Wasserverdüste Metallpulver können direkt nach der Ver
düsung ohne Aufarbeitung als wäßriger Schlicker unter
Zuhilfenahme von Phosphorsäure und/oder deren Salze als
Abbeiz- und Passivierungsmittel nach dem Druckgießverfah
ren zu Formteilen verarbeitet werden. Dabei bleibt die
sehr hohe Sinteraktivität der feinen, schroff abgekühlten
Rohpulver zur Herstellung sehr dichter, endabmessungsnaher
Bauteile (< 95% der theoretischen Dichte) erhalten.
Gleichzeitig dienen wasserlösliche Phosphorsäureverbindun
gen (z. B. Phosphate, Metaphosphate, Ester der Phosphor
säure, Phosphorproteide) als Bindemittelzusatz, so daß
beim Trocknen und Erwärmen der Gießlinge kein Entfesti
gungsloch bis zum Einsetzen der Sinterreaktion der eisen
metallischen Werkstoffe auftritt. Die Phosphate polymeri
sieren, und die verdampfende Restfeuchte entweicht ohne
zerstörerische Wirkung durch die offenen Poren zwischen
den Pulverpartikeln.
Eine kurze Sinterdauer wird durch den geringen Anteil
flüchtiger Bestandteile erreicht, die nur aus Restfeuchte
und eventuellen Reduktionsprodukten der Phosphate mit dem
Kohlenstoffanteil aus der Legierung des Grundwerkstoffs
bzw. den Phosphorproteiden bestehen.
Die auf der Oberfläche der Metallpulverpartikel erzeugte
Dünnschicht aus Eisenpolyphosphat bzw. Eisenmetaphosphat
und/oder die beim Erwärmen sich bildenden Alkaliphosphat
gläser bzw. Phosphor-Eisenlegierungen wirken sinter
aktivierend. Die sich ausbildenden Sinterbrücken erhalten
durch den eindiffundierenden Phosphor eine Verfestigung,
und die Poren werden gut eingerundet.
Durch die sehr dünnen und äußerst gleichmäßig auf den
Metallpartikeloberflächen abgelagerten Phosphat schichten
erfolgt die Sinterschrumpfung isotrop. Die Maßhaltigkeit
ist daher gewährleistet.
Die sehr hohe Sinteraktivität der ferritischen Si-
und/oder P-Legierungen wird genutzt. Die relativ geringen
Sintertemperaturen und -zeiten gegenüber den konventionel
len Pulvermetall-Werkstoffen verbessern die Wirtschaft
lichkeit und verdichten gleichzeitig die zu sinternden
Bauteile sehr gut, so daß auch die dynamischen Werkstoff
eigenschaften gesteigert werden. Durch die Verwendung
schmelzlegierter Pulver wird die Homogenität des Werk
stoffs sichergestellt.
Der Oxidbelag der Metallpartikeloberflächen bildet mit den
Phosphatsalzen feindispergierendes Glas und trägt zur
Verfestigung des Werkstoffs bei.
Die Verfahrensführung des gesamten Herstellprozesses ist
durch die leicht und sicher zu erfassenden Fertigungspara
meter prozeßfähig. Innerhalb der Prozeßkettenverknüpfung
zwischen Rohstoffgewinnung, Schlickeraufbereitung, Formge
bung und Verfestigung besteht für die optimierbaren Steu
erungsparameter eine Wechselwirkung. Es kann problemlos
innerhalb der Verfahrenskette eingegriffen werden, um
einen gewünschten Effekt zu erzielen.
Im Fall der korrosionsbeständigen, eisenmetallischen Werk
stoffen werden die folgenden Vorteile erreicht.
Wasserverdüste feine Metallpulver können direkt nach der
Verdüsung ohne Aufarbeitung als wäßriger Schlicker unter
Zuhilfenahme von Borsäure und Dinatriumhydrogenphosphat
als Reinigungs- und Haftmittel nach dem Druckgießverfahren
zu Formteilen verarbeitet werden.
Das Borsäure-Phosphatgemisch und ihre polymerisierte Pro
dukte dienen in Verbindung mit NH₃-Alginat bzw. Phosphor
proteiden als Binder, wobei die Borsäure sich beim Erhit
zen weitgehend mit den Wasserdämpfen verflüchtigt.
Die Sinterdauer ist kurz durch den geringen Anteil flüch
tiger Bestandteile, die nur aus Restfeuchte, Anteile der
Borsäure und Additive bestehen, und durch die hohe Sin
teraktivität der feinen, schroff abgekühlten Rohpulver mit
Korngrößen unter 63 µm.
Die mit den oxidischen Verunreinigungen auf den Partikel
oberflächen sich bildende feindisperse Bor- bzw. Phosphat
glasphase trägt durch ihre Kontakthaftstellen zur Maßhal
tigkeit bei und wirkt zusätzlich dispersionsverfestigend
auf die Metallmatrix.
Weitere Vorteile ergeben sich dadurch, daß anforderungsge
rechte Bauteileigenschaften durch die Kombination von
Phosphorsäure im Verdüsungswasser mit Borsäure oder mit
anderen Peptisatoren im wäßrigen Gießschlicker eingestellt
werden können. Konzentration, Einwirkzeit und Temperatur
der Säuren und Inhibitoren beeinflussen die
"Schichtstärke" auf den Pulverpartikeloberflächen im Gieß
ling, wodurch die gewünschten Werkstoffeigenschaften beim
Sintern gesteuert erzeugt werden können.
Bezugszeichenliste
1 Trichter
2 Wassertank
3 Hochdruckpumpe
4 Leitung
5 Drucknutsche
6 Mischer
7 Leitung
8 Kunststofform
9 Ionentauscher
10 Durchlaufofen
2 Wassertank
3 Hochdruckpumpe
4 Leitung
5 Drucknutsche
6 Mischer
7 Leitung
8 Kunststofform
9 Ionentauscher
10 Durchlaufofen
Claims (12)
1. Verfahren zum Herstellen von Metallpulvern oder
Metallegierungspulvern aus einem korrodierenden,
eisenhaltigen Werkstoff mit einem Schmelzpunkt über
1000°C durch Zerstäuben einer Metallschmelze bzw.
einer Metallegierungsschmelze mittels Druckwasser
verdüsung,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verdüsungswasser ein Abbeiz- und Passi
vierungsmittel enthält.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Abbeiz- und Passivierungsmittel Phosphor
säure, insbesondere Metaphosphorsäure, und/oder was
serlösliche Verbindungen dieser Säure enthält.
3. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Verdüsungswasser 0,05 bis 5 Gew.-%, insbeson
dere 0,05 bis 0,1 Gew.-%, an Phosphorsäure und/oder
deren wasserlösliche Verbindungen enthält.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Verdüsungswasser im Kreislauf führt.
5. Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von
Gegenständen oder Halbzeug, wobei man eine Aufschläm
mung aus einem Metallpulver oder Metallegierungspul
ver mit einem Schmelzpunkt über 1000°C und einem
Bindemittel unter Druck in eine Form gibt und den er
haltenen Formkörper sintert,
dadurch gekennzeichnet,
daß Bindemittel eingesetzt werden, die mit dem
Metall- bzw. Metallegierungspulver und/oder mit des
sen Oxidschicht unter Bildung eines Glases reagieren.
6. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß insbesondere im Falle von korrodierenden, eisen
haltigen Pulvern Phosphorsäure und/oder Phosphorsäu
reverbindungen als Bindemittel eingesetzt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß insbesondere im Falle von korrosionsbeständigen
eisenhaltigen Pulvern Borsäure und/oder Borsäurever
bindungen als Bindemittel eingesetzt werden.
8. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Bindemittel zusätzlich Phosphorsäure und/oder
Phosphorsäureverbindungen enthält.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß man das Metall- bzw. Metallegierungspulver durch
Zerstäuben einer Metallschmelze bzw. Metallegierungs
schmelze mittels Druckwasserverdüsung herstellt, wo
bei das Verdüsungswasser Phosphorsäure, insbesondere
Metaphosphorsäure, und/oder wasserlösliche Verbindun
gen dieser Säure enthält.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß man die Aufschlämmung in eine aus offenporigem
Kunststoff bestehende Form gibt.
11. Verfahren nach dem vorhergehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Form im wesentlichen aus Polymethylmeth
acrylat (PMMA) besteht.
12. Pulvermetallurgisch hergestellte Gegenstände oder
Halbzeug, insbesondere aus einem eisenhaltigen Werk
stoff mit einem Schmelzpunkt über 1000°C,
gekennzeichnet durch
Phosphat- und/oder Boratgläser an der Pulverpartikel
oberfläche und zwischen den Pulverpartikeln.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19535444A DE19535444C2 (de) | 1995-01-20 | 1995-09-23 | Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von Gegenständen sowie auf diese Weise hergestellte Gegenstände |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19501604 | 1995-01-20 | ||
| DE19535444A DE19535444C2 (de) | 1995-01-20 | 1995-09-23 | Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von Gegenständen sowie auf diese Weise hergestellte Gegenstände |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19535444A1 true DE19535444A1 (de) | 1996-07-25 |
| DE19535444C2 DE19535444C2 (de) | 1999-07-22 |
Family
ID=7751895
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19535444A Expired - Fee Related DE19535444C2 (de) | 1995-01-20 | 1995-09-23 | Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen von Gegenständen sowie auf diese Weise hergestellte Gegenstände |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19535444C2 (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19716514C1 (de) * | 1997-04-19 | 1998-06-10 | Scholz Paul Friedrich Dr Ing | Verfahren zum pulvermetallurgischen Herstellen und damit hergestellte Bauteile |
| WO2002009900A3 (en) * | 2000-08-01 | 2002-10-17 | Univ Rutgers | Stable aqueous iron based feedstock formulation for injection molding |
Citations (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
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| US4437883A (en) * | 1982-02-12 | 1984-03-20 | Sumitomo Metal Industries, Ltd. | Process for producing metal powder |
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| DE3525752C2 (de) * | 1984-08-30 | 1987-12-03 | Nippon Kokan K.K., Tokio/Tokyo, Jp | |
| EP0260812A2 (de) * | 1986-09-15 | 1988-03-23 | Inco Alloys International, Inc. | Herstellung von Formkörpern aus mit Wasser zerstäubtem Metallpulver |
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-
1995
- 1995-09-23 DE DE19535444A patent/DE19535444C2/de not_active Expired - Fee Related
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Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| DE19535444C2 (de) | 1999-07-22 |
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