DE19533946A1 - Verfahren und Schaltungsanordnung zur Aufteilung eines Frequenzgemisches auf mehrere Teilfrequenzbänder insbesondere für Lautsprecher - Google Patents
Verfahren und Schaltungsanordnung zur Aufteilung eines Frequenzgemisches auf mehrere Teilfrequenzbänder insbesondere für LautsprecherInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren nach dem Gattungs
begriff des Patentanspruchs 1 sowie auf eine Schaltungsanordnung
zur Durchführung des Verfahrens.
Ist ein zu übertragendes Signal breitbandiger als die zur
Verfügung stehenden Wandler, muß das Gesamtsignal in mehrere
Frequenzbänder zerlegt werden. Diese Frequenzbänder werden dann
von optimierten Wandlern (Hochtöner, Mitteltöner, Tieftöner)
wiedergegeben. Die von den Mittel- Hoch- und Tieftöner
wiedergegebenen Teilfrequenzbänder summieren sich in der Luft
wieder zu einem Gesamtsignal, welches dem Originalsignal so nahe
wie möglich kommen soll.
Lautsprecher, die nach diesem Prinzip arbeiten, nennt man
Mehrwege-Lautsprecher.
Die Aufteilung des Originalsignals auf mehrere Frequenzbänder
erfolgt in sogenannten Frequenzweichen. Bei Passiv-Lautsprechern
wird die Aufteilung des Frequenzgemisches durch passive Filter-
Schaltungen mit Spulen Kondensatoren und Widerständen erreicht.
Bei Aktiv-Lautsprechern verwendet man üblicherweise aktive
Frequenzweichen mit Operationsverstärkern, Transistoren,
Kondensatoren und Widerständen.
Üblich sind Frequenzweichen mit Butterworth-, Linkwitz Riley-
Filter oder Besselfilter erster bis vierter Ordnung.
Nachteilig bei o.g. bekannten Weichentypen mit Ausnahme des
Filters 1. Ordnung ist die Tatsache, daß die Gruppenlaufzeit
des Summensignals der Teilfrequenzbänder nicht konstant ist.
Diese Eigenschaft bewirkt Phasenverzerrungen, die vor allem bei
Signalen mit großer Bandbreite (z. B. Impulsreiche Musik) zu einer
beträchtlichen Deformierung des Originalsignals führen.
Lediglich Frequenzweichen mit Filtern 1. Ordnung besitzen einen
linearen Summenschalldruck bei konstanter Phase und konstanter
Gruppenlaufzeit. Ebenso ist die abgestrahlte Leistung in
Abhängigkeit von der Frequenz konstant. Bedingt durch die sehr
schwache Filterwirkung der Filter 1. Ordnung (6 dB/ Oktave)
ergibt sich ein sehr schlechtes Abstrahlverhalten bei nicht
koinzidenten Treibern. Gleichzeitig besteht die Gefahr, daß die
Treiber mit Frequenzanteilen angesteuert werden, die sie nicht
mehr sauber verarbeiten können.
Es ist ein weiterer Weichentyp bekannt, der eine konstante
Gruppenlauf zeit des Summensignals ermöglicht.
Es sind die sogenannten die sogenannten Subtraktionsfilter.
Sie erfüllen folgende Bedingung:
Gl(s) + Gh(s) = 1 (1)
mit Gl(s) = Tiefpaß und Gh(s) = Hochpaß
1-Gh(s) = Gl(s) (2)
Gl(s) + Gh(s) = 1 (1)
mit Gl(s) = Tiefpaß und Gh(s) = Hochpaß
1-Gh(s) = Gl(s) (2)
Bei diesem Filter-Typ werden beispielsweise die zum Hochpaßfilter
komplementäre Tiefpaßfunktion durch Subtraktion des
Ausgangssignales des Hochpaßfilters mit dem Originalsignal
erreicht.
1-Gl(s) = Gh(s) (3)
Ebenso wird die zum Tiefpaß komplementäre Hochpaßfunktion durch
Subtraktion des Ausgangssignals des Tiefpaß vom Originalsignal
erreicht.
Nachteilig an dieser Weiche ist, daß die sich aus der Subtraktion
mit dem Eingangssignal ergebende Filterwirkung sehr gering ist,
und sich im Wesentlichen die selben Nachteile wie bei einer
Weiche 1. Ordnung ergeben. Weiterhin nachteilig bei dieser Weiche
ist, daß zwar der Schalldruck linear ist, aber die abgestrahlte
Leistung eine Überhöhung in den übernahmebereich zeigt.
Ebenso nachteilig an dieser Weiche ist, daß sich eine Überhöhung
im Übernahmebeelch ergibt, welche das Abstrahlverhalten bei nicht
koinzidenten Lautsprechern weiter verschlechtert.
Fig. 2 zeigt den simulierten Schalldruck und die Schalleistung
der o.g. bekannten Weiche.
Es ist eine weitere Frequenzweichenfamilie bekannt, die "delay
derived" Frequenzweichen von Stanley P. Lipshitz und John
Vanderkoy. Sie wurden auf der 69.ten Convention der Audio
Engeneering Society 1981 vorgestellt. ("A family of Linear-Phase
Crossover Networks of High Slope derived by Time Delay" Seite
374 . . . 392 An antology of articles on loudspeakers from the pages
of the journal of the Audio Engineering Society Vol. 26-Vol.
31). Diese Frequenzweichen erreichen sowohl eine konstante
Gruppenlaufzeit als auch eine starke Filterwirkung.
Das Grundprinzip dieser Weiche beschreibt folgende Formel:
Gl(s) + Gh(s) = e-ts (4)
Gl(s) + Gh(s) = e-ts (4)
Leider ist es bei diesem Weichentyp notwendig, sehr lange
Verzogerungszeiten zu realisieren (ca. 200 ps), die auf analogem
Wege üblicherweise mit Allpaßfiltern realisiert werden. Will man
den Phasenfehler, der durch die Allpaßfilter selbst verursacht
wird, klein halten, so müssen die Allpässe eine hohe
"Grenzfrequenz" haben. Daraus folgt, daß sehr viele Allpässe
notwendig sind, um die geforderte Verzögerung zu erreichen. Mit
vertretbaren Aufwand lassen sich diese Verzögerungszeiten nur
digital erzeugen. Die digitale Realisierung wiederum hat zur
Folge, daß pro Teilfrequenzband einmal digital/analog gewandelt
werden muß, was ebenfalls ein sehr hoher Aufwand ist. Will man
analoge Tonquellen über diesen Lautsprecher wiedergeben muß extra
Analog/ Digital gewandelt werden, was ebenfalls ein erheblicher
zusätzlicher Aufwand ist.
Ziel der Erfindung ist es, die Nachteile o.g. Frequenzweichen zu
vermeiden und ein Verfahren zu entwickeln, welches ein
Originalsignal in mehrere Teilfrequenzbänder so aufgeteilt, daß
das Summensignal, welches sich aus der Summation der
Einzelfrequenz-bänder ergibt, sowohl konstante Amplitude als auch
eine konstante Gruppenlaufzeit hat.
Dabei soll die Filterwirkung ausreichend hoch sein, damit die
angeschlossenen Treiber nur im optimalem Bereich arbeiten. Ebenso
soll eine analoge Realisierung auch bei tiefen Frequenzen (z. B.
Subwoofer) möglich sein. Eine erfindungsgemäße Anordnung soll mit
einfachen Mitteln kostengünstig zu realisieren sein.
Dies wird durch das erfindungsgemäße Verfahren erreicht.
Das Erfindungsgemäße Verfahren läßt sich mathematisch wie folgt
ausdrücken:
1-Gh(s)*e-ts = Gl(s) (5)
1-Gh(s)*e-ts = Gl(s) (5)
mit Gl(s) = Tiefpaß und Gh(s) = Hochpaß e-ts = Verzögerung um t;
Das aufzuteilende Frequenzgemisch (Originalsignal) wird in einen Hochpaßkanal und einen Tiefpaßkanal aufgeteilt. Der Tiefpaßkanal wird erfindungsgemäß dadurch erzeugt, daß das zeitverzögerte hochpaß-gefilterte Originalsignal vom Originalsignal selbst subtrahiert wird.
Das aufzuteilende Frequenzgemisch (Originalsignal) wird in einen Hochpaßkanal und einen Tiefpaßkanal aufgeteilt. Der Tiefpaßkanal wird erfindungsgemäß dadurch erzeugt, daß das zeitverzögerte hochpaß-gefilterte Originalsignal vom Originalsignal selbst subtrahiert wird.
Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Anordnung.
Das (Originalsignal) (1) wird in einem beliebigen elektrischen
Hochpaß (2) gefiltert und bildet zusammen mit der elektrischen
Verzögerungseinrichtung (4) den Hochpaßkanal, dessen
Ausgangssignal (5) mit negativen Vorzeichen auf den
Summationspunkt (12) gegeben wird. Sowohl das unverzögerte (3)
als auch das verzögerte Hochpaßsignal (5) können zur Ansteuerung
beispielsweise eines Hochtöners oder einer weiteren
erfindungsgemäßen Filters dienen.
Um vorwiegend das Hochpaßverhalten und nicht ideale Eigenschaften
des angeschlossenen Lautsprechers zu entzerren, wird
Entzerrnetzwerk (7) oder (8) zusätzlich eingeschleift.
Das Tiefpaßsignal (11) wird erzeugt, indem das Ausgangssignal (5)
vom Originalsignal (1) subtrahiert wird.
Der Tiefpaßkanal wird durch das zusätzliche beliebige elektrische
Tiefpaßfilter (6) und das zusätzliche Entzerrnetzwerk (9)
gebildet, welches die nicht idealen Eigenschaften des
angeschlossenen kompensiert. Das Ausgangssignal des Tiefpaßkanals
dient beispielsweise als Ansteuersignal eines Tieftöners oder
eines weiteren erfindungsgemäßen Filters.
Die erfindungsgemäße Verzögerung des Hochpaßzweiges bewirkt eine
deutliche Versteilerung der durch die Subtraktion erzeugten
Tiefpaßfunktion. Die nach der Kerbstelle wieder ansteigende
Dämpfung hat kaum nachteilige Wirkung, da die Eigendämpfung des
Lautsprechers hier schon sehr hoch ist. Gleichzeitig wird
gegenüber einer Subtraktionsweiche nach dem Stand der Technik
ebenso der Unterschied zwischen Schalldruck und abgestrahlter
Leistung wesentlich verbessert.
Fig. 2 zeigt die simulierten Frequenz- und Phasengänge einer
bekannten Subtraktionsweiche nach Gleichung (3).
Fig. 3 zeigt die simulierten Frequenzgänge einer
erfindungsgemäßen Frequenzweiche gem. Fig. 1. und Gleichung (4).
Vorteilhaft am erfindungsgemäßen Verfahren ist, daß auf einfache
Weise die Filterwirkung von Subtraktionsfiltern wesentlich
verbessert wird, aber die Eigenschaft der Phasenlinearität voll
erhalten bleibt. Auch das polare Abstrahlverhalten ist deutlich
verbessert. Im Gegensatz zu den "Delay-Derived" Frequenzweichen
wird nur eine sehr kurze Verzögerungszeit benötigt, die sehr
leicht durch einen analogen Allpaß 1. Ordnung erreicht wird. Die
Frequenz- und Phasengänge in Fig. 3 sind mit einem Allpaß 1.
Ordnung mit einer Grenzfrequenz von 44 Khz erreicht worden. Der
zusätzliche Schaltungsaufwand im Ausführungsbeispiel für eine
erfindungsgemäße Frequenzweiche ist nur ein Allpass 1. Ordnung.
Es ist durch die Erfindung möglich, mit einfachen
wirtschaftlichen Mitteln Frequenzweichen zu realisieren, deren
Summensignal konstante Phase hat, und gleichzeitig die Nachteile
des Standes der Technik vermeidet.
Wie als später als ein vorteilhaftes Ausführungsbeispiel
beschrieben, ist sogar eine Realisierung des erfindungsgemäßen
Verfahrens als passive Frequenzweiche möglich.
In einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung lassen sich
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren auch Frequenzweichen mit
mehr als 2 Wegen realisieren, indem mehrere erfindungsgemäße
Subtraktions-Filter kaskadiert werden.
Sehr einfach können sowohl der Tiefpaßausgang als auch der
verzögerte Hochpaßausgang oder der unverzögerte Hochpaßausgang
als Eingangssignal für weitere erfindungsgemäße
Subtraktionsfilter dienen. Die einzelnen erfindungsgemäß
verzögerten Hochpaßkanäle können sowohl vom Eingangssignal der
betreffenden Filter als auch vom Originalsignal subtrahiert
werden.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird eine für
zentrale Subwoofer besonders geeignete Anordnung erreicht. Bei
Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann durch ein
zusätzliches Tiefpaß-Filter im Tieftonzweig einer erfindungsgem.
Weiche die relative Verzögerung der Mittel- Hochton- Satelliten
bezüglich eines zentralen Subwoofers bedingt durch die typische
räumliche Anordnung sehr vorteilhaft kompensiert werden. Dadurch
wird eine weitere wesentliche Verbesserung der Filterwirkung
erreicht.
Auch in Verbindung mit passiven Satelliten-Lautsprechern ergibt
sich eine deutliche Verbesserung des Phasenverhalten bei tiefen
bis mittleren Frequenzen.
Das Hochpaßfilter im erfindungsgemäßen Filter dient vorzugsweise
dazu, das Hochpaßverhalten des passiven Satelliten-Lautsprechers
nachzubilden, während die Satelliten direkt vom Originalsignal
gespeist werden.
Der unvermeidliche Phasenfehler bedingt durch das
Hochpaßverhalten der Satelliten-Lautsprecher selbst kann durch
eine erfindungsgemäße Frequenzweiche fast vollständig kompensiert
werden. Voraussetzung ist, daß der Satellit eine konstante
Gruppenlaufzeit im Bereich der Übernahmefrequenz zwischen
Hochtöner und Tiefmitteltöner besitzt. Lediglich der Phasenfehler
bedingt durch das Hochpaßverhalten des Subwoofers selbst bleibt
erhalten.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist in Anspruch 7
beschrieben. Sehr vorteilhaft läßt das erfindungsgemäße Verfahren
auch durch eine Anordnung mit passiven Bauelementen realisieren.
Die Hochpaßfunktion läßt sich mit einfachen wirtschaftlichen
Mitteln auch mit passiven Bauelementen realisieren.
Ebenso wird die Allpaßfunktion einfach mit passiven Bauelementen
realisiert, da die erfindungsgemäße Verzögerung auch mit
Allpässen erster oder zweiter Ordnung leicht erreicht wird.
Die Subtraktion erfolgt rein passiv mit einem Lautsprecher mit
mindestens zwei Schwingspulen erfolgen, von denen zwei
gegenphasig angesteuert werden.
Sehr vorteilhaft lassen sich erfindungsgemäße Frequenzweichen in
Lautsprechern einsetzen, bei denen die Tieftöner oder Mitteltöner
symmetrisch um einen Hochtöner angeordnet sind. Diese
Lautsprecheranordnung verbessert das Abstrahlverhalten der
erfindungsgemäßen Subtraktionsweiche.
Ebenso äußerst vorteilhaft können erfindungsgemäße Frequenzweichen
in sog. Coaxial Chassis eingesetzt werden. Das Ideal der
phasenlinearen Punktschallquelle ist damit erreicht. Ein Optimum
bezüglich Flankensteilheit kann mit einem Tannoy Coax Horn
erreicht werden, da die Verzögerung eines zusätzlichen Filters
nach Anspruch 2 durch die räumliche Ausgestaltung der akustischen
Zentren der angeschlossenen Lautsprecher entsprechend Anspruch 5
in idealer Weise verwirklicht ist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den
Unteransprüchen.
Claims (7)
1. Verfahren zur Aufteilung eines elektrischen Frequenzgemisch in
Teilfrequenzbereiche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Tiefpaßfunktion durch elektrische Subtraktion eines
zeitverzögerten Hochpaßsignales vom Originalsignal gebildet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der
Tiefpaßkanal, der durch Subtraktion erzeugt wird, zusätzlich mit
einem elektrischen Tiefpaß gefiltert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der
Tiefpaßkanal zusätzlich mit einer elektrischen
Schaltungseinrichtung, welche den Phasen- und Frequenzgang des
angeschlossenen Lautsprecher berücksichtigt entzerrt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
verzögerte oder unverzögerte Hochpaßsignal des Hochpaßkanals
zusätzlich mit einer elektrischen Schaltungseinrichtung, welche
den Phasen- und Frequenzgang des angeschlossenen Lautsprecher
berücksichtigt, entzerrt wird.
5. Verfahren und Anordnung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die Verzögerung des zusätzlichen Tiefpasses
nach Anspruch 2 durch räumliche Vorverlagerung des akustischen
Zentrums des Lautsprechers, der am Tiefpaßkanal angeschlossen
wird, gegenüber dem akustische Zentrums des Lautsprechers, der am
Hochpaßkanal angeschlossen wird, bezogen auf eine Abhörpunkt
kompensiert wird.
6. Anordnung zur Durchführung des Verfahren nach Anspruch 1 bis 5.
7. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hochpaßfunktion (2) und die
Verzögerungseinrichtung (4) durch passive Bauelemente, und die
Subtraktion durch gegenphasige Ansteuerung von zwei Schwingspulen
eines Chassis mit mindestens zwei Schwingspulen erreicht wird.
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1995
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