DE19532964A1 - Schaltventil, insbesondere für pneumatische Anwendungen - Google Patents
Schaltventil, insbesondere für pneumatische AnwendungenInfo
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- F16K17/02—Safety valves; Equalising valves, e.g. pressure relief valves opening on surplus pressure on one side; closing on insufficient pressure on one side
- F16K17/04—Safety valves; Equalising valves, e.g. pressure relief valves opening on surplus pressure on one side; closing on insufficient pressure on one side spring-loaded
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Schaltventile, insbesondere für pneumatische Anwen
dungen. Bei Einrichtungen, die mit Schaltventilen ausgerüstet werden ist es wün
schenswert, in bestimmten Situationen den herrschenden Druck in kurzer Zeit abzu
schalten. Beispielsweise kann es bei pneumatisch betätigten Kupplungen zu einer
Überlastung im Antriebsstrang kommen, die von einer Sensorik, beispielsweise Dehn
meßstreifen in kürzester Zeit erfaßt und von einer Steuerelektronik verarbeitet werden
kann. Beim Abschalten derartiger Kupplungen muß derzeit noch eine erhebliche Ver
zögerung infolge der Trägheit marktüblicher Pneumatikventile in Kauf genommen wer
den.
Aus der OS DE 44 16 955 und aus der OS DE 44 20 623 sind Ventile nach dem Ober
begriff des Patentanspruchs bekannt, bei dem der Ventilkolben auf dem Boden des
Gehäuses aufsitzt und die Öffnungsbewegung des Ventilkolbens durch Druckbeauf
schlagung eines Ringraums unterhalb der Stirnseite des Ventilkolbens ausgelöst wird.
Die in OS DE 44 16 955 aufgezeigte Lösung eignet sich gut für hydraulisch betätigte
Ventile. Der Bau eines Pneumatikventils entsprechend der dortigen Erfindung ist dage
gen mit ganz erheblichen Problemen verbunden.
Die Anpreßkraft des dortigen Ventilkolbens auf seine Sitzfläche ist zunächst sehr ge
ring, da einerseits der Druck bei pneumatischen Anwendungen sehr viel geringer ist
und weil andererseits gleichzeitig die Kraft der Ventilkolbenfeder sehr klein sein muß,
um höhere Restdrücke zu vermeiden. Parallel zur geringeren Anpreßkraft des Ventil
kolbens auf seine Sitzfläche steigt der Leckvolumenstrom unter die Stirnfläche des
Ventilkolbens. Damit wird es schwierig, einen zuverlässigen Ventilsitz zu gewähr
leisten, die Gefahr von Fehlschaltungen, insbesondere nach längerem Betrieb des
Ventils, steigt erheblich an.
Ein weiterer Nachteil für bekannte Lösungen ist es, daß in der Anfangsphase der Öff
nungsbewegung die Geschwindigkeit der Kolbenbewegung in erster Linie durch den
Volumenstrom des Vorsteuerventils vorgegeben wird. Der Volumenstrom des Vor
steuerventils ist aber extrem klein, da das Vorsteuerventil geringste Öffnungszeiten
aufweisen muß (so kann beispielsweise für ein Ventil der Nenngröße 25 mm ein Vor
steuerventil der Nenngröße 1 mm verwendet werden). Die Öffnungsbewegung des
Ventilkolbens wird bei einem Vorsteuerventil der Nenngröße 1 mm aber noch dadurch
begrenzt, daß zum Initiieren des Öffnungsvorgangs des Ventils das gesamte Volumen
unterhalb des Kolbens mit Fluid gefüllt werden muß. Der Volumenstrom, der seitlich
von der Mantelfläche unter die Stirnfläche zu Beginn des Öffnungsvorgangs strömt,
wird beim Durchfließen des vorhandenen, sehr kleinen Spaltes zu Beginn der Öff
nungsbewegung des Ventils erheblich abgebremst.
Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Schaltventil für pneumatische Anwendungen
so auszubilden, daß es schnell reagiert und gleichzeitig sehr zuverlässig arbeitet.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die untere Stirnfläche des
Ventilkolbens 4 mit einem Steuerring 9 gegen die Öffnung zur Umgebung 11 bzw. zum
Tank abgedichtet ist, wobei über eine Ringnut 8a die untere Stirnfläche des Steuer
rings 9 von einem Vorsteuerventil 14 mit Druck beaufschlagt ist, und daß die Öff
nungsbewegung des Ventilkolbens 4 durch Druckentlastung der unterhalb des
Steuerrings 9 liegenden Ringnut 8a initiiert wird.
Die Erfindung wird anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Fig. 1 und Fig. 2 zeigen eine Ausführung des Ventils mit einem Steuerring 9, der un
terhalb der unteren Stirnfläche des Kolbens 4, in die im Boden des Gehäuses 1 ange
ordnete Ringnut 8a eingelassen ist. Im Ausgangszustand steht die Zuleitung 12a unter
Druck. Das Vorsteuerventil 14 beaufschlagt die Ringnut 8a mit Druck, der an der Un
terseite des Steuerrings 9 wirkt und den Steuerring 9 gemeinsam mit der Kraft der Fe
der 6b gegen die Unterseite des Ventilkolbens 4 drückt. Über die Dichtfläche 13 bildet
sich damit ein Druckverlauf aus, der ausgehend vom vorhandenen Druck in der Zulei
tung 12a, der an der Mantelfläche des Kolbens 4 und damit an dem außen liegenden
Teil der Dichtfläche 13 wirkt, bis auf fast Null am innen liegenden Teil der Dicht
fläche 13 abfällt, da dieser Bereich über die Ringnut 8b und ausreichend dimen
sionierte Spalte im Bereich zwischen der Ringnut 8b und der Öffnung 11 a druckent
lastet ist. Auf die Dichtfläche 13 wirkt somit eine Kraft, die sich näherungsweise aus
der halben Dichtfläche und dem herrschenden Druck in der Zuleitung 12a zuzüglich
der Kraft der Feder 6b ergibt.
Die Abdichtung zwischen der inneren Mantelfläche des Steuerrings 9 und dem Boden
des Gehäuses 1 erfolgt in gleicher Weise wie zwischen Steuerring 9 und der Unter
seite des Ventilkolbens 4. Die Flächenpressung an der Dichtfläche 13 läßt sich bei
Bedarf erhöhen, indem die Dichtfläche innen abgesetzt wird. Die Unterseite des Ventil
kolbens 4 ist damit sehr zuverlässig gegen den Druck von der Zuleitung 12a abge
schirmt. Selbst recht große Toleranzen, die sich durch die Fertigung oder infolge von
Verschleißerscheinungen einstellen können, werden mit Hilfe des Steuerrings 9 pro
blemlos ausgeglichen.
Die Öffnungsbewegung für den Ventilkolben 4 wird über das Vorsteuerventil 14 durch
Entlasten der Ringnut 8a vom anstehenden Druck eingeleitet. Der auf die Oberseite
des Steuerrings 9 anstehende Druck bewirkt, daß der Steuerring 9 nach unten gescho
ben wird. Der Ventilkolben 4, der ursprünglich infolge der vorhandenen Druckverhält
nisse zunächst kraftschlüssig mit dem Steuerring verkoppelt ist, kann dieser Bewegung
nicht folgen, da er auf dem Steg 15 aufsitzt. Durch die Bewegung des Steuerrings 9
wird ein radialer Überströmquerschnitt zwischen Steuerring 9 und Ventilkolben 4 frei
gegeben und die Ringnut 8b mit dem Druck aus der Leitung 12a beaufschlagt. Der
damit an der Unterseite des Ventilkolbens 4 anstehende Druck bewirkt die Öffnungs
bewegung des Ventilkolbens 4. Die Öffnungsbewegung des Ventilkolbens 4 wird im
oberen Bereich durch Einlaufen des Ventilkolbens 4 in den Dämpfungsraum 3 definiert
abgebremst. Über die Bohrungen 7 kann das Fluid, insbesondere Druckluft, dann in
die Umgebung bzw. zum Tank abströmen, der in der Leitung 12a anstehende Druck
wird abgebaut. Die Öffnungsbewegung wird verbessert, wenn die Volumina der Ring
nuten 8a und 8b klein gehalten werden. Aus Darstellungsgründen sind die Höhen der
Ringnuten 8a und 8b vergrößert.
Nach dem Abbau des Druckes aus der Leitung 12a schiebt die Feder 6a den Ventilkol
ben 4 wieder in seine untere Ausgangslage zurück, das erfindungsgemäße Ventil ist
für den nächsten Zyklus bereit. Bei Beaufschlagung der Zuleitung 12a und der Ring
nut 8a mit Druck werden der Ventilkolben 4 und der Steuerring 9 in der beschriebenen
Weise wieder verkoppelt und die Verbindung zwischen Zuleitung 12a sowie der Öff
nung 11 a ist dichtend unterbrochen, der Ausgangszustand ist wieder hergestellt.
Wegen der Kraft der Feder 6a verbleibt am Ende des Abströmens von Fluid aus der
Öffnung 11 a noch ein geringer Restdruck, der in der Regel unschädlich ist, beispiels
weise beim schnellen Abschalten überlasteter pneumatisch betätigter Kupplungen.
Prinzipiell kann das erfindungsgemäße Schaltventil auch so ausgelegt werden, daß es
restdruckfrei wird. Beispielsweise kann die Feder 6a ersetzt werden durch einen
Schaltmagneten, der beispielsweise über Stifte den Ventilkolben 4 zu Beginn der
Druckbeaufschlagung des erfindungsgemäßen Ventils auf den Steg 15 und gegen den
von den Federn 6b hochgehaltenen Steuerring 9 drückt. Zur Verminderung der zu be
schleunigenden Massen kann der Magnet nach erfolgtem Kopplungsvorgang zwischen
Ventilkolben 4 und Steuerring 9 zurückgezogen werden. Anstelle der Feder 6b kann
zur Verminderung des Volumens der Ringnut 8 und bei Bedarf zur Vergrößerung der
Federkraft für die dargestellte Spiralfeder ein wellenförmig gebogener Ring aus Fe
derstahl verwendet werden.
Bezugszeichenliste
1 Gehäuse
2 Deckel
3 Dämpfungsraum
4 Ventilkolben
5 Führungskörper
6 Feder
7 Bohrungen
8 Ringnut
9 Steuerring
10 Sicherungsring
11 Öffnung zur Umgebungsluft bzw. zum Tank
12 Zuleitung für Druck
13 Dichtfläche zwischen Ventilkolben und Steuerring
14 Vorsteuerventil
15 Steg
2 Deckel
3 Dämpfungsraum
4 Ventilkolben
5 Führungskörper
6 Feder
7 Bohrungen
8 Ringnut
9 Steuerring
10 Sicherungsring
11 Öffnung zur Umgebungsluft bzw. zum Tank
12 Zuleitung für Druck
13 Dichtfläche zwischen Ventilkolben und Steuerring
14 Vorsteuerventil
15 Steg
Claims (4)
1. Schaltventil mit einem Ventilkolben, dessen Mantelfläche im Ausgangszustand
von unter Druck stehendem Fluid umgeben ist, gekennzeichnet dadurch, daß die
untere Stirnfläche des Ventilkolbens (4) mit einem Steuerring (9) gegen die Öffnung
zur Umgebung (11) bzw. zum Tank abgedichtet ist, wobei über eine Ringnut (8a) die
untere Stirnfläche des Steuerrings (9) von einem Vorsteuerventil (14) mit Druck be
aufschlagt ist, und daß die Öffnungsbewegung des Ventilkolbens (4) durch Druck
entlastung der unterhalb des Steuerrings (9) liegenden Ringnut (8a) initiiert wird.
2. Schaltventil nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Ventilkolben (4)
über einen Führungskörper (5) geführt wird und daß der Fluidaustritt über Bohrun
gen (7) im Führungsrohr erfolgt.
3. Schaltventil nach Anspruch 1 gekennzeichnet dadurch, daß der Ventilkolben (4) mit
Federn (6a) in seine Ausgangslage bewegt wird.
4. Schaltventil nach Anspruch 1, gekennzeichnet dadurch, daß der Ventilkolben (4) mit
Hilfe eines Schaltmagneten in seine Ausgangslage bewegt wird.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995132964 DE19532964A1 (de) | 1995-09-07 | 1995-09-07 | Schaltventil, insbesondere für pneumatische Anwendungen |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995132964 DE19532964A1 (de) | 1995-09-07 | 1995-09-07 | Schaltventil, insbesondere für pneumatische Anwendungen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19532964A1 true DE19532964A1 (de) | 1997-03-13 |
Family
ID=7771443
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995132964 Withdrawn DE19532964A1 (de) | 1995-09-07 | 1995-09-07 | Schaltventil, insbesondere für pneumatische Anwendungen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19532964A1 (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE908813C (de) * | 1951-04-01 | 1954-04-08 | Albert Closterhalfen Dr Ing | Sicherheitsventil |
| DE4416955A1 (de) * | 1994-05-13 | 1994-12-01 | Ulrich Keller | Entlastungsventil |
| DE4420623A1 (de) * | 1994-06-14 | 1995-01-19 | Ulrich Keller | Schnellschaltendes Tellerventil |
-
1995
- 1995-09-07 DE DE1995132964 patent/DE19532964A1/de not_active Withdrawn
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE908813C (de) * | 1951-04-01 | 1954-04-08 | Albert Closterhalfen Dr Ing | Sicherheitsventil |
| DE4416955A1 (de) * | 1994-05-13 | 1994-12-01 | Ulrich Keller | Entlastungsventil |
| DE4420623A1 (de) * | 1994-06-14 | 1995-01-19 | Ulrich Keller | Schnellschaltendes Tellerventil |
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