DE19530155A1 - Einzelachsantrieb elektrischer Triebfahrzeuge - Google Patents
Einzelachsantrieb elektrischer TriebfahrzeugeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Einzelachsantrieb elektrischer
Triebfahrzeuge, wobei der Motor auf einer Seite mit zwei
Tatzlagern auf der Radachse der Treibräder abgestützt und auf
der anderen Seite am Fahrzeug- oder Drehgestell abgefedert
gehalten ist, mit einem Übersetzungsgetriebe, das aus einem
Ritzel an der Läuferwelle und einem auf der Radachse sitzen
den Großrad besteht, wobei Ritzel und Großrad in einem Ge
triebegehäuse angeordnet sind.
Einzelachsantriebe dieser Art sind als Tatzlagerantriebe
bekannt (HÜTTE des Ingenieurs Taschenbuch, 28. Auflage, HÜTTE
IV A Elektrotechnik, Teil A, Berlin 1957, Verlag von Wilhelm
Ernst & Sohn, Seiten 188, 189). Dabei hängt der Motor über
zwei Tatzlager an der Radachse zwischen den Treibrädern und
wird noch durch eine Pendelstütze oder eine Federaufhängung
gegen das Fahrzeug- oder Drehgestell gehalten. Bei den ver
wendeten Motoren ist das an der Läuferwelle sitzende Ritzel
fliegend gelagert und treibt über ein Großrad die Treibachse
mit entsprechender Übersetzung an. Das vom Ritzel und Großrad
gebildete Getriebe ist von einem Zahnradschutzkasten umgeben.
Diese Ausführungsform ist bei hohen Drehmomenten und/oder
großen Übersetzungen technisch nur schwierig beherrschbar, da
insbesondere bei einer Motorläuferwelle von geringerem Durch
messer und bei Verwendung eines kleinen Ritzels Durchbiegun
gen der Läuferwelle auftreten, was zu Schwierigkeiten beim
Zahneingriff zwischen dem Ritzel und dem Großrad führt.
Aufgabe der Erfindung ist es, bei einem Einzelachsantrieb der
eingangs genannten Art diese Nachteile zu vermeiden und den
Antrieb bezüglich der Übertragung von hohen Drehmomenten
und/oder bei Anwendung großer Übersetzungen zu verbessern.
Erfindungsgemäß wird dies bei einem solchen Einzelachsantrieb
dadurch erreicht, daß die Läuferwelle des Motors einen am
abtriebsseitigen Wellenende vorgesehenen Achsansatz mit dem
Ritzel trägt und daß eine Außenlagerung der Läuferwelle mit
einem äußeren antriebs- oder A-seitigen Läuferwellenlager am
Achsansatzstummel und einem bürsten- oder B-seitigen Läufer
wellenlager in einem B-seitigen Motorlagerschild vorgesehen
ist.
Nach der Erfindung ist die Läuferwelle des Motors außen
gelagert, d. h. in der Anordnung abtriebsseitiges Läuferwel
lenlager - Ritzel - Läuferwelle - bürstenseitiges Läuferwel
lenlager. Vorteilhaft dabei ist, daß im Vergleich zu einem
fliegend gelagerten Ritzel geringere Lagerkräfte auftreten,
daß eine höhere Lebensdauer der Lager erreicht wird und daß
sich aufgrund einer geringeren Durchbiegung der Läuferwelle
ein günstigerer Zahneingriff ergibt, was sich schonend auf
das Getriebe auswirkt.
In Anpassung an die Außenlagerung des Motors wird nach der
Erfindung ferner vorgeschlagen, daß das antriebsseitige oder
A-seitige Tatzlager zwischen dem zugeordneten A-seitigen
Treibrad und dem Übersetzungsgetriebe und das B-seitige
Tatzlager zwischen dem B-seitigen Motorlagerschild und dem
B-seitigen Treibrad auf der Radachse abgestützt sind. Damit ist
die Anordnung der Tatzlager in einer vorteilhaften Ausführung
der Läuferwellenlagerung angepaßt. Bei dem dem Ritzel der
Läuferwelle zugeordneten A-seitigen Läuferwellenlager und dem
zugeordneten A-seitigen Tatzlager kann die Kraftübertragung
noch dadurch verbessert werden, daß das Getriebegehäuse für
das Großrad und das Ritzel tragend ausgebildet ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausbildung ist das an
triebsseitige Tatzlager auf der dem A-seitigen Treibrad
zugewandten Seite im Getriebegehäuse angeordnet. Damit ergibt
sich eine günstige Kraftübertragung von der außenseitigen
Ritzellagerung über das Getriebegehäuse zum Tatzlager und zur
Radachse.
Für eine montagefreundliche Anordnung ist im Getriebegehäuse
im Bereich des Zahneingriffs zwischen Ritzel und Großrad eine
Trennfuge vorgesehen, so daß dort die Getriebegehäuseteile
lösbar befestigbar sind. In weiterer Ausgestaltung kann dabei
das das A-seitige Tatzlager und das Großrad aufnehmende
Getriebegehäuse durch ein das Ritzellager aufnehmendes
A-seitiges Motorlagerschild zum kompletten Gehäuse ergänzt
werden.
Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß
das zweite, B-seitige Tatzlager in ein B-seitiges Motorlager
schild integriert ist. Vorteilhaft dabei ist, daß ein eigen
ständiges Tatzlagergehäuse sowie dessen Befestigungen zum
Motorgehäuse entfallen. Für eine einfache Montage ist vorge
sehen, daß das B-seitige Motorlagerschild zur Anordnung des
B-seitigen Tatzlagers eine lösbare Lagerhalbschale aufweist.
Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung und in Verbindung mit den in den Patent
ansprüchen gekennzeichneten Merkmalen.
Es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Einzelachsantrieb eines
elektrischen Schienenfahrzeuges in einem Teil-Längsschnitt,
Fig. 2 eine Stirnansicht des Antriebes gemäß Fig. 1 nach
der Linie II-II,
Fig. 3 eine Ansicht des Antriebes gemäß Fig. 1 nach der
Linie III-III,
Fig. 4 eine Anordnung des A-seitigen Tatzlagers auf einem
Bund der mit größerer Breite ausgelegten Radnabe des Großra
des,
Fig. 5 eine Ausbildung der abtriebsseitigen Motorläuferwelle
als Ritzelwelle und mit außenseitiger Anordnung des A-seiti
gen Läuferwellenlagers.
Bei dem in Fig. 1 dargestellten Tatzlagerantrieb sind das
Fahrzeuggestell des Schienenfahrzeuges und die an sich be
kannte Abstützung oder Aufhängung des Motors 1 durch eine
Pendelstütze, eine Federung od. dgl. nicht gezeichnet. Der
elektrische Antriebsmotor 1 ist über die beiden Tatzlager 2,
3 zwischen den Treibrädern 5, 6 auf der Radachse 4 abge
stützt, wobei in dieser Ausführung die Tatzlager 2, 3 direkt
auf der Radachse 4 sitzen. Der Antriebsmotor 1 umfaßt eine
Läuferwelle 8, einen Läufer 27, einen Stator 28, ein Motorge
häuse 22 sowie ein antriebs- oder A-seitiges Motorlagerschild
18 und ein bürstenseitiges oder B-seitiges Motorlagerschild
11. Die Läuferwelle 8 trägt ferner ein Ritzel 7 und ist
außenseitig in der Reihenfolge gelagert, daß ein Achsansatz
stummel 15 das A-seitige Läuferwellenlager 14 aufnimmt, daß
ein Achsansatz 13 der Läuferwelle 8 das Ritzel 7 trägt, daß
sich die Läuferwelle 8 mit dem Läufer 27 anschließt und daß
das B-seitige Läuferwellenlager 16 mit der Anordnung im
B-seitigen Motorlagerschild 11 den Motorabschluß bildet. Auf
der Antriebsseite des Motors 1 ist das A-seitige Motorlager
schild 18 zu einem Endschild 21 mit einer Lagerbohrung 20 für
das A-seitige Läuferwellenlager 14 ausgebildet, wobei zwi
schen dem Ritzel 7 und dem Motorinnenraum 23 das Wellenende
12 gegen das Motorlagerschild 18 durch eine Dichtung 24
abgedichtet ist. Als äußerer Motorabschluß sind ein A-seiti
ger Lagerdeckel 25 bzw. ein B-seitiger Lagerdeckel 26 vorge
sehen.
Mit dem Ritzel 7 kämmt ein z. B. auf die Radachse 4 aufge
schrumpftes Großrad 9, wobei dieses Getriebe in einem Getrie
begehäuse 10 untergebracht ist. Bei der gezeigten Ausfüh
rungsform ist das abtriebsseitige Wellenende 12 der Läufer
welle 8 hohl ausgebildet, so daß das aus Achsansatz 13,
Ritzel 7 und Achsansatzstummel 15 gebildete Steckritzel
drehfest mit der Läuferwelle verbindbar ist. Das Getriebege
häuse 10 ist tragend ausgebildet und wird längs einer Trenn
fuge 17, die sich vorzugsweise im Bereich des Zahneingriffes
von Ritzel und Großrad befindet, durch das A-seitige Motorla
gerschild 18 ergänzt, welches hierbei das A-seitige Läufer
wellenlager 14 in seiner Lagerbohrung 20 aufnimmt.
In weiterer Ausbildung ist das A-seitige Tatzlager 2 auf der
A-seitigen Treibradseite im Getriebegehäuse 10 angeordnet.
Ferner ist vorgesehen, daß das A-seitige Tatzlager 2 und das
A-seitige Läuferwellenlager 14 auf der A-seitigen Treibrad
seite und in einer Ebene liegend im Getriebegehäuse 10 ange
ordnet sind.
Um ein Gehäuse für das zweite Tatzlager einzusparen, ist das
B-seitige Tatzlager 3 in das B-seitige Motorlagerschild 11
integriert. Dabei weist das B-seitige Motorlagerschild 11 zur
Anordnung des B-seitigen Tatzlagers 3 eine lösbare Lagerhalb
schale 19 auf. Aus der Ansicht der Fig. 2 ergibt sich, daß
die Lagerhalbschale 19 über eine Trennfuge 29 gegen das
B-seitige Motorlagerschild 11 befestigbar ist.
Nach einer anderen, nicht gezeichneten Ausführung kann eine
einfachere Fertigungstechnik dadurch geschaffen werden, daß
das B-seitige Tatzlager im Motorgehäuse angeordnet ist.
Wie Fig. 3 zeigt, können das Getriebegehäuse 10 und das
A-seitige Motorlagerschild 18 längs der Trennfuge 17 durch eine
Verschraubung 30 miteinander verbunden werden.
Bei der Ausführung nach Fig. 4 ist das A-seitige Tatzlager 2
auf einem Bund der breiter ausgelegten Radnabe 31 des Großra
des 9 angeordnet. Bei dieser Ausbildung ergibt sich für eine
berührungslose Dichtung, z. B. eine Labyrinthdichtung, ein
erwünschter, erweiterter radialer Bauraum 32. Aufgrund der
breiter ausgelegten Radnabe 31 des Großrades 9 wird die
tragende Fläche zwischen dem Großrad und der Radachse 4
vergrößert, so daß auch höhere Drehmomente übertragbar sind.
Mit 33 ist ein Lagerdeckel bezeichnet.
Gemäß Fig. 5 ist die Läuferwelle 8 des Motors 1 zum Antrieb
des Großrades 9 für die Radachse 4 der Treibräder 5, 6 von
Schienenfahrzeugen und spurgebundenen Fahrzeugen als Ritzel
welle 34 ausgeführt. Diese Ausbildung zeichnet sich durch die
einteilige Antriebswelle aus.
Claims (15)
1. Einzelachsantrieb elektrischer Triebfahrzeuge, wobei der
Motor (1) auf einer Seite mit zwei Tatzlagern (2, 3) auf der
Radachse (4) der Treibräder (5, 6) abgestützt und auf der
anderen Seite am Fahrzeug- oder Drehgestell abgefedert gehal
ten ist, mit einem Übersetzungsgetriebe, das aus einem Ritzel
(7) an der Läuferwelle (8) und einem auf der Radachse sitzen
den Großrad (9) besteht, wobei Ritzel und Großrad in einem
Getriebegehäuse (10) angeordnet sind, dadurch
gekennzeichnet, daß die Läuferwelle (8) des
Motors (1) einen am abtriebsseitigen Wellenende (12)
vorgesehenen Achsansatz (13) mit dem Ritzel (7) trägt und daß
eine Außenlagerung der Läuferwelle (8) mit einem äußeren
antriebs- oder A-seitigen Läuferwellenlager (14) am Achsan
satzstummel (15) und einem bürsten- oder B-seitigen Läufer
wellenlager (16) in einem B-seitigen Motorlagerschild (11)
vorgesehen ist.
2. Achsantrieb nach Anspruch 1, dadurch ge
kennzeichnet, daß das antriebsseitige oder
A-seitige Tatzlager (2) zwischen dem zugeordneten A-seitigen
Treibrad (5) und dem Übersetzungsgetriebe (7, 9) und das
B-seitige Tatzlager (3) zwischen dem B-seitigen Motorlager
schild (11) und dem B-seitigen Treibrad (6) auf der Radachse
(4) abgestützt sind.
3. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 oder 2, da
durch gekennzeichnet, daß das
Getriebegehäuse (10) für das Großrad (9) und das Ritzel (7)
tragend ausgebildet ist.
4. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da
durch gekennzeichnet, daß das
A-seitige Tatzlager (2) auf der A-seitigen Treibradseite im
Getriebegehäuse (10) angeordnet ist.
5. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, da
durch gekennzeichnet, daß das
A-seitige Tatzlager (2) und das A-seitige Läuferwellenlager
(14) auf der A-seitigen Treibradseite und in einer Ebene
liegend im Getriebegehäuse (10) angeordnet sind.
6. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, da
durch gekennzeichnet, daß das
Getriebegehäuse (10) im Bereich des Zahneingriffs von Ritzel
(7) und Großrad (9) eine Trennfuge (17) aufweist.
7. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 6, da
durch gekennzeichnet, daß das
Getriebegehäuse (10) durch ein das A-seitige Läuferwellenla
ger (14) aufnehmendes A-seitiges Motorlagerschild (18) er
gänzt ist.
8. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß das
B-seitige Tatzlager (3) in das B-seitige Motorlagerschild (11)
integriert ist.
9. Achsantrieb nach Anspruch 8, dadurch ge
kennzeichnet, daß das B-seitige Motorlager
schild (11) zur Anordnung des B-seitigen Tatzlagers (3) eine
lösbare Lagerhalbschale (19) aufweist.
10. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, da
durch gekennzeichnet, daß das
B-seitige Tatzlager im Motorgehäuse angeordnet ist.
11. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da
durch gekennzeichnet, daß die
Läuferwelle (8) des Motors (1) am abtriebsseitigen Wellenende
(12) zum drehfesten Einsatz eines Steckritzels (7) hohl
ausgebildet ist, wobei auf dem dem hohl ausgebildeten
Wellenende (12) abgewandten Stummel (15) des Steckritzels (7)
das A-seitige Läuferwellenlager (14) angeordnet und in die
Lagerbohrung (20) des über ein Endschild (21) mit dem Motor
gehäuse (22) verbundenen A-seitigen Motorlagerschild (18)
eingesetzt ist, wobei zwischen dem Ritzel (7) und dem Motor
innenraum (23) das Wellenende (12) gegen das Motorlagerschild
(18) durch eine Dichtung (24) abgedichtet ist.
12. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß das
A-seitige Tatzlager (2) direkt auf der Radachse (4) abgestützt
ist (Fig. 1).
13. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 11, da
durch gekennzeichnet, daß das
A-seitige Tatzlager (2) auf einem Bund der breiter ausgelegten
Radnabe (31) des Großrades (9) angeordnet ist (Fig. 4).
14. Achsantrieb nach Anspruch 13, gekennzeich
net durch einen radialen Bauraum (32) für eine
berührungslose Dichtung.
15. Achsantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 14, da
durch gekennzeichnet, daß die
Läuferwelle (8) des Motors (1) zum Antrieb des Großrades (9)
für die Radachse (4) der Treibräder (5, 6) von Schienenfahr
zeugen und spurgebundenen Fahrzeugen als Ritzelwelle (34)
ausgeführt ist (Fig. 5).
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