DE19529932C1 - Lanzenkopf einer Blaslanze zur Behandlung von Schmelzen - Google Patents
Lanzenkopf einer Blaslanze zur Behandlung von SchmelzenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen Lanzenkopf einer wassergekühlten Blaslanze zur
Behandlung von Schmelzen, insbesondere zum Aufblasen von Sauerstoff auf
Stahlschmelzen in einem Konverter, mit mindestens einer von einem den engsten
Düsenquerschnitt aufweisenden Rohrabschnitt ausgehend sich in Richtung
Badoberfläche konisch erweiternden Expansionsdüse.
Blaslanzen kommen in Stahlwerken zum Einsatz, die nach dem
Sauerstoffaufblasverfahren arbeiten. Bei solchen Stahlherstellungsverfahren,
insbesondere nach dem sogenannten LD-Verfahren, werden im Roheisen enthaltene
Begleitelemente mit Hilfe von Sauerstoff durch Oxidation entfernt. Hierbei wird über die
Lanze Sauerstoff mit hoher Geschwindigkeit von MACH 1,0 und größer auf die im
Konverter befindliche Schmelze aufgeblasen.
Damit der Lanzenkopf im Hinblick auf die Metallurgie des Stahlherstellungsprozesses in
der gewünschten Weise arbeiten kann, ist die erforderliche Sauerstoffmenge möglichst
optimal über die Düsenaustrittsöffnungen mit der Metallschmelze in Berührung zu
bringen. Die einzelnen Blaslanzenköpfe werden nach stahlwerksspezifischen Daten
ausgelegt. Hierbei wird insbesondere der Konverterinhalt, die Konverterabmessung,
die aktuelle Badhöhe und die Sauerstoffmenge sowie der Sauerstoffdruck
berücksichtigt.
Aus der Schrift DE 37 00 892 A1 ist eine üblicherweise in Stahlwerken eingesetzte
Blaslanze zur Behandlung von Schmelzen, insbesondere zum Aufblasen von
Sauerstoff auf Metallschmelzen, bekannt, bei dem mehrere zur Lanzenhauptachse
divergierenden Gasaustrittsöffnungen vorgesehen sind, die einen engsten
sogenannten kritischen Querschnitt aufweisen, dem sich in Strömungsrichtung eine
konisch sich erweiternde Expansionsdüse anschließt.
Mit Lanzen dieser Bauart läßt sich nur ein unruhiger Sauerstoffstrahl erreichen, mit der
nachteiligen Folge nicht erwünschter Stahlspritzer und starker Staubentwicklung im
Bereich der Konvertermündung.
Die vorliegende Erfindung hat sich das Ziel gesetzt, einen gattungsgemäßen
Blaslanzenkopf zu schaffen, mit dem die Energieausnutzung des Sauerstoffstahls
erhöht, die Reaktionsbedingungen im Konverter verbessert und die Umweltbelastung
vermindert wird.
Die Erfindung erreicht dieses Ziel durch die kennzeichnenden Merkmale des
Anspruchs 1. Die weiteren Ansprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen der
Erfindung an.
Erfindungsgemäß ist im Anschluß an dem den kritischen Querschnitt aufweisenden
Rohrabschnitt eine erste konische Erweiterung vorgesehen, die in einem zylindrischen
Kanal mündet. In diesem Kanal, der bis nahezu zur Mündung der Düse geführt sein
kann, ist eine im Durchmesser radial nach außen sich erweiternde Ringkammer
vorgesehen. Durch diese Bauform wird ein pulsierender Gasstrahl gewonnen, der
stabil ausgebildet die Düse verläßt und auf die Oberfläche der Schmelze auftrifft.
Die Düse ist dabei so ausgestaltet, daß bei Drücken bis zu 15 bar Geschwindigkeiten
zwischen 1 bis 3 Mach erreicht werden. Die Schwingfrequenz des Gases ist dabei
einstellbar in einem Bereich von 200 bis 2000 Hz. Der bevorzugte Frequenzbereich
liegt bei 600 bis 800 Hz.
Durch die stabile Ausbildung des Strahles lassen sich Sauerstoffmengen bei hoher
Energieausnutzung für das Auf- oder Einblasen auf oder in einer Metallschmelze bei
der Stahlverarbeitung einsetzen.
Durch den ruhig auf die Badoberfläche auftreffenden Strahl wird die Spritzneigung des
Schmelzbades unterbunden und die Staubentwicklung reduziert.
Die Stabilisierung des Gasstrahles wird durch eine Ausgestaltung des Ringkanals mit
nicht glatter Ausgestaltung erhöht. Die Ringkammer wird hierzu in mehrere
Kammersegmente aufgeteilt, die durch Stege getrennt sind. Die Kammersegmente
weisen dabei unterschiedliche Radien auf, wobei jeweils paarweise gegenüberliegende
Kammersegmente den gleichen Radius besitzen.
In einer weiteren Ausgestaltung können die Außenwandungen der Kammersegmente
kurvenförmig kontinuierlich sich vergrößernde Radien besitzen.
In einer baulich besonders einfachen Ausgestaltung sind Scheiben vorgesehen, die in
der Weise in Reihe angeordnet sind, daß die Stege miteinander korrespondieren und
in Strömungsrichtung Kammersegmente mit unterschiedlichen Radien angeordnet
sind.
Der sich in Strömungsrichtung an die Ringkammer anschließende Expansionsteil der
Düse kann zu einem Teil zylindrisch ausgebildet sein, bevor er im Bereich der
Mündung sich konisch öffnet. Der zylindrische Teil nimmt dabei positiven Einfluß auf
den pulsierenden Strahl und stabilisiert diesen weiter insbesondere bezüglich einer
Verdrehung in Achsrichtung.
Der Bereich des kritischen Durchmessers der Düse ist entsprechend der
Ausgestaltung einer Lavaldüse abgerundet. In einer weiteren, dabei
fertigungstechnisch einfachen Weise ist dieser Bereich aus konischen und
zylindrischen Formelementen zusammengesetzt.
Zur weiteren Einflußnahme auf die gewünschte Frequenz des Gasstrahles kann
zwischen der ersten konischen Erweiterung im Bereich des Düseneintrittes und der
Ringkammer eine oder mehrere Stufen vorgesehen. Die einzelnen Stufen sind
scharfkantig voneinander abgesetzt und regen den Gasstrahl zum Schwingen an.
Die Mündung der konischen Erweiterung kann einen Durchmesser aufweisen, der dem
des zylindrischen Kanals entspricht. In vorteilhafter Weise ist ein kleinerer
Mündungsdurchmesser vorgesehen, da hierdurch beim Eintritt in den Kanal bereits
eine erste Stufe entsteht, mit der auf die Pulsation des Gasstrahles positiv Einfluß
genommen wird.
Ein Beispiel der Erfindung ist der beigefügten Zeichnung dargelegt. Dabei zeigen die
Fig. 1 einen Schnitt durch den Lanzenkopf
Fig. 2a, b Schnitte durch Ringkammern mit konstanten Radien
Fig. 3 einen Schnitt durch die Ringkammer mit kontinuierlich sich
vergrößernden Radien
Die Fig. 1 zeigt auf der linken Seite des Schnittes einen konischen Eingangsabschnitt
11, der abgerundet in einem den kritischen Durchmesser aufweisenden Rohrabschnitt
12 übergeht, an dem sich lavaldüsenartig eine erste konische Erweiterung 21
anschließt. Die erste konische Erweiterung 21 mündet in einem den identischen
Durchmesser aufweisenden Kanal 22.
Mit einem Abstand LK1 von der Mündung der ersten konischen Erweiterung ist im
Kanal eine Ringkammer 23 vorgesehen, die einen inneren Durchmesser DZ besitzt.
Die Ausgestaltung der Ringkammer ist in den Fig. 2 und 3 aufgezeigt.
An die Ringkammer 23 schließt sich ein Düsenteil 24 an, das sich über eine Länge LA
bis zur Düsenmündung konisch erweitert.
Auf der rechten Seite des Schnittes der Fig. 1 schließt sich an den konischen
Eingangsabschnitt 11 ein Rohrabschnitt 12 an, der den kritischen Querschnitt DQ
aufweist.
An den kritischen Querschnitt schließt sich eine erste konische Erweiterung 21 an,
deren Mündung einen Durchmesser DM besitzt, die im vorliegenden Beispiel in einer
Vorstufe 27 mündet, welche einen Durchmesser DK1 aufweist, welche größer ist als
der Durchmesser DM.
An die Vorstufe 27 schließt sich ein Kanal 22 an, der einen Durchmesser DKA besitzt,
wobei DKA größer DK1 ist.
Im Kanal 22 ist eine Ringkammer 23 vorgesehen, in der sich Scheiben 37, 38
befinden. Diese Scheiben sind so zueinander angeordnet, daß die Stege 35
miteinander korrespondieren und die Kammersegmente jeweils unterschiedliche
Radien aufweisen.
In Strömungsrichtung hinter der Ringkammer 25 ist ein Kanalteil 25 vorgesehen, der
die gleichen Abmessungen aufweist wie der Kanal 22 und zwar über eine Länge LKA,
so daß im Abstand LMA sich eine zweite konische Erweiterung 26 bis zur Mündung mit
dem Durchmesser DA anschließt. Die Gesamtlänge LA entspricht dabei der Summe
der zylindrischen Kammerlänge LKA und der Länge der konischen Mündung LMA.
Die Fig. 2a zeigt einen Schnitt durch die Ringkammer 23. Im vorliegenden Beispiel
sind insgesamt vier Kammersegmente 31 bis 34 vorgesehen, wobei die
Kammersegmente 31 und 33 den gleichen und dabei kleineren Radius besitzen als die
Kammersegmente 32 und 34.
Die einzelnen Kammersegmente sind durch Stege 35 voneinander getrennt. Die
einzelnen Stege weisen eine Breite auf, die eine Beeinflussung der einzelnen
Segmente unterbinden. Über die dargestellte Anzahl von vier Segmenten hinaus sind
beliebige gradzahlige Segmentanzahlen möglich, wobei jeweils die Radien der
gegenüberliegenden Segmente die gleiche Größe aufweisen. Die einzelnen
Kammersegmente sind in den äußeren Ecken mit einem Radius r abgerundet.
In der Fig. 2b ist die Situation bei in Strömungsrichtung hintereinander angeordneten
Scheiben dargestellt. Die einzelnen Segmente sind dabei so angeordnet, daß sich
jeweils in Strömungsrichtung ein Kammersegment mit kleinem Radius abwechselt mit
einem Kammersegment mit großem Radius.
In der Fig. 3 ist entsprechend der Fig. 2 eine Ringkammer dargestellt, wobei die
einzelnen Kammersegmente mit kontinuierlich sich vergrößerndem Radien
ausgestaltet sind. Durch diese Ausbildung der Kammersegmente kann insbesondere
Einfluß auf die Drehrichtung des pulsierenden Strahles genommen werden.
Bezugszeichenliste
Düseneingang
11 konischer Eingangsabschnitt
12 Rohrabschnitt
Expansionsdüsenteil
21 erste konische Erweiterung
22 Kanal
23 Ringkammer
24 Düsenteil
25 Kanalteil
26 Zweite Konische Erweiterung
27 Vorstufe
29 Mündung der Expansionsdüse
Pulsationskammer
31, 33 Kammersegmente kleiner Radius
32, 34 Kammersegmente großer Radius
35 Steg
36 Außenwandung
37 erste Scheibe
38 zweite Scheibe
Kühlmittelleiteinrichtung
41 Kühlkammer
D Durchmesser
L Länge
Index
E Eintritt
Q kritischer Querschnitt
M Mündung
Z Zylindrische Kammer
K Kanal
A Austritt
l Lanzenlängsachse
r Radius Kammersegmentecke
11 konischer Eingangsabschnitt
12 Rohrabschnitt
Expansionsdüsenteil
21 erste konische Erweiterung
22 Kanal
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24 Düsenteil
25 Kanalteil
26 Zweite Konische Erweiterung
27 Vorstufe
29 Mündung der Expansionsdüse
Pulsationskammer
31, 33 Kammersegmente kleiner Radius
32, 34 Kammersegmente großer Radius
35 Steg
36 Außenwandung
37 erste Scheibe
38 zweite Scheibe
Kühlmittelleiteinrichtung
41 Kühlkammer
D Durchmesser
L Länge
Index
E Eintritt
Q kritischer Querschnitt
M Mündung
Z Zylindrische Kammer
K Kanal
A Austritt
l Lanzenlängsachse
r Radius Kammersegmentecke
Claims (11)
1. Lanzenkopf einer wassergekühlten Blaslanze zur Behandlung von Schmelzen,
insbesondere zum Aufblasen von Sauerstoff auf Stahlschmelzen in einem
Konverter, mit mindestens einer von einem den engsten Düsenquerschnitt
aufweisenden Rohrabschnitt ausgehend sich in Richtung Badoberfläche konisch
erweiternden Expansionsdüse,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Expansionsdüse im Anschluß an dem den kritischen Querschnitt aufweisenden Rohrabschnitt (12) eine erste konische Erweiterung (21) aufweist, die in einem zylindrischen Kanal (22) mündet,
daß im Kanal (22) mit einem Abstand (LK) zur Mündung der ersten konischen Erweiterung (21) mindestens eine Ringkammer (23) vorgesehen ist, und
daß sich an die Ringkammer (23) ein zumindest teilweise sich konisch erweiternder Düsenteil (24, bzw. 25, 26) bis zur Mündung (29) der Expansionsdüse anschließt.
daß die Expansionsdüse im Anschluß an dem den kritischen Querschnitt aufweisenden Rohrabschnitt (12) eine erste konische Erweiterung (21) aufweist, die in einem zylindrischen Kanal (22) mündet,
daß im Kanal (22) mit einem Abstand (LK) zur Mündung der ersten konischen Erweiterung (21) mindestens eine Ringkammer (23) vorgesehen ist, und
daß sich an die Ringkammer (23) ein zumindest teilweise sich konisch erweiternder Düsenteil (24, bzw. 25, 26) bis zur Mündung (29) der Expansionsdüse anschließt.
2. Lanzenkopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ringkammer (23) in mehrere Kammersegmente (31 bis 34) aufgeteilt ist.
3. Lanzenkopf nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenwandungen (36) der Kammersegmente (31 bis 34)
kreisbogenförmig sind, wobei die Kammersegmente (31, 33 bzw. 32, 34)
paarweise gegenüberliegend angeordnet sind und dabei unterschiedliche Radien
(R) aufweisen.
4. Lanzenkopf nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Außenwandungen (36) der Kammersegmente (31 bis 34) kurvenförmig
mit kontinuierlich sich vergrößernden Radien (r) ausgestaltet sind.
5. Lanzenkopf nach einem der Ansprüche 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammersegmente (31 bis 34) durch Stege (35) voneinander getrennt
sind.
6. Lanzenkopf nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die Ringkammer (23) mehr als eine eine gradzahlige Anzahl von
Kammersegmenten aufweisende Scheibe (37, 38) eingelegt ist.
7; Lanzenkopf nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheiben (37, 38) bei Anpassung ihrer Stege (35) so zueinander
verdreht sind, daß in Strömungsrichtung die Kammersegmente mit kleinem
Radius (31, 33) sich mit denen mit großem Radius (32, 34) abwechseln.
8. Lanzenkopf nach einem der o.g. Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abmessungen der Kammersegmente in der Weise ausgestaltet sind,
daß Schwingfrequenzen des Gases von 200 bis 2000 Hz erreichbar sind.
9. Lanzenkopf nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schwingbereich bei Frequenzen von 600 bis 800 Hz einstellbar ist.
10. Lanzenkopf nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß in Strömungsrichtung vor dem zylindrischen Kanal (22) eine einen größeren
Durchmesser als die erste konische Erweiterung (21) aufweisende Vorstufe (27)
vorgesehen ist.
11. Lanzenkopf nach den Ansprüchen 1 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser (DM) der Mündung der ersten konischen Erweiterung (21)
kleiner ist als der Durchmesser (DK) des Kanals (22).
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