DE19528288C1 - Zweizylinder-Dickstoffpumpe - Google Patents
Zweizylinder-DickstoffpumpeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Zweizylinder-Dickstoffpumpe
der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
Es ist eine Pumpe dieser Art bekannt (DE 31 03 321 C2),
deren kautschukelastisches Dicht- und Federelement als
geschlossener Dichtring ausgebildet ist. Der zugleich eine
langhubige Feder bildende Dichtring wird auf einer
Teilfläche seiner nach innen zeigenden längeren Quer
schnittsseite mit dem im Inneren der Rohrweiche herr
schenden Druck beaufschlagt, während er auf der radial
nach außen weisenden Seite über einen radialen Ring
spalt im Bereich der Axialführung zwischen Schneidring
und Rohrweiche mit dem unter Atmosphärendruck stehenden
Vorfüllbehälter kommuniziert. Der Innen- und der Außen
raum sind durch den geschlossenen Dichtring und die am
Schneidring und an der Rohrweiche angeordneten, den
Dichtring beidseitig hintergreifenden Ringfortsätze
hermetisch gegeneinander abgedichtet. Solange der Druck
des Fördermediums höher als der Außendruck (Atmosphä
rendruck) ist, wird der Dichtring in radialer Richtung
an einer Wandung der Rohrweiche abgestützt und im Zwi
schenraum zwischen Schneidring und Rohrweiche gehalten.
Beim Pumpen von Beton ist nach jedem abgeschlossenem
Pumpvorgang eine Rohrreinigung erforderlich, bei der
Beton im Saugbetrieb aus dem Förderrohr in den Vorfüll
behälter zurückgefördert wird. Auch zum Lösen von Stop
fern in der Förderleitung wird auf Saugbetrieb umge
schaltet. In diesem Betriebszustand herrscht im Rohrin
neren gegenüber dem Außenraum Unterdruck, aufgrund des
sen der weichelastische Dichtring membranartig über den
Atmosphärendruck nach dem Rohrinneren gedrückt wird. Da
ein Druckausgleich bei dem geschlossenen, durch die
Ringfortsätze hintergriffenen Dichtring nicht möglich
ist, kann dies zu einem Verlust des Dichtrings führen.
Dies gilt vor allem dann, wenn die beim Saugbetrieb
sich bildenden Freiräume von außen her über den radi
alen Führungsspalt mit aushärtendem Material aus dem
Vorfüllbehälter gefüllt werden.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zu
grunde, bei der bekannten Zweizylinder-Dickstoffpumpe
der eingangs angegebenen Art sicherzustellen, daß das
kautschukelastische Dicht- und Federelement bei allen
vorkommenden Betriebszuständen nicht verlorengehen
kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung vor
geschlagen, daß das Dicht- und Federelement durch einen
ringförmig gebogenen Dichtungsstreifen aus biegsamem
kautschukelastischem Material gebildet ist, dessen ein
ander zugewandte freien Enden auf Stoß gegeneinander
anliegen. Der Dichtungsstreifen ist dabei zweckmäßig
als Flachgummistreifen mit einvulkanisierter Textilge
webeeinlage ausgebildet.
Der erfindungsgemäße Dichtungsstreifen ist im Falle
eines Überdrucks im Rohrinneren, also während der Be
tonförderung, wegen der dann unter Innendruck auftre
tenden elastischen Verformung im Stoßbereich dicht.
Wenn jedoch beim Rücksaugen von Stopfern in der Leitung
oder beim Rücksaugen eines Reinigungsschwammes gegen
über dem Außenraum ein Unterdruck entsteht, bildet sich
im Stoßbereich ein Spalt, über den nach Art eines Rück
schlagventils ein lokaler Druckausgleich zwischen innen
und außen erfolgt. Dieser sorgt dafür, daß der ringför
mige Dichtungsstreifen auch im Saugzustand nicht nach
innen herausgedrückt werden kann. Um eine höhere Form
stabilität zu erreichen, ist es zweckmäßig, einen Dich
tungsstreifen mit einer einvulkanisierten Textilgewebe
einlage zu verwenden.
Zur Stabilisierung des Dichtungsstreifens im Stoßbe
reich ist es von Vorteil, wenn die gegeneinander anlie
genden freien Streifenenden des Streifens zueinander
komplementäre Stufen- oder Schrägschnitte aufweisen.
Eine hohe Verfügbarkeit auch im Verschleißfalle wird
erreicht, wenn der Dichtungsstreifen aus einem Gummi
förderband zugeschnitten ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine Rohrweiche mit S-
Rohr;
Fig. 2a und b einen Ausschnitt aus Fig. 1 in vergrößer
ter Darstellung mit geschlossenem Dichtring
nach dem Stand der Technik beim Förderbetrieb
und beim Saugbetrieb;
Fig. 3a einen Ausschnitt aus Fig. 1 mit dem patentgemä
ßen Dichtungsstreifen;
Fig. 3b einen vergrößerten Schnitt durch den Stoßbe
reich des Dichtungsstreifens nach Fig. 3a wäh
rend des Saugbetriebs.
Die in der Zeichnung ausschnittsweise dargestellte
Zweizylinder-Dickstoffpumpe ist an den Mündungen der
nicht dargestellten Förderzylinder auf der Seite der
Rückwand 10 eines Vorfüllbehälters 9 durch eine mit
zwei Öffnungen 18 für den Materialdurchtritt versehene
brillenförmige Verschleißplatte (Brillenplatte) 8 abge
deckt. Auf der Innenseite des Vorfüllbehälters 9 ist
eine Rohrweiche 1 mit ihrer einen Schneidring 22 tra
genden Stirnseite vor der Brillenplatte 8 mittels einer
Schwenkwelle 5 um eine horizontale Achse so hin- und
herverschwenkbar angeordnet, daß ihre zylinderseitige
Öffnung abwechselnd vor die eine oder andere Öffnung 18
der Brillenplatte 8 gelangt und die andere Öffnung 18
zum Inneren des Vorfüllbehälters 9 freigibt. Für den
druckdichten Anschluß der Rohrweiche 1 an der Brillen
platte 8 ist in der zylindrischen Zentrierfläche 15 der
Rohrweiche der Schneidring 22 mit seinem axial über
stehenden Zentrierring 2 axial verschiebbar gelagert.
An ihrem der Brillenplatte gegenüberliegenden Ende ist
die Rohrweiche 1 in einem über eine Druckrohrdichtung
13 durch die betreffende Wand 10′ des Vorfüllbehälters
9 hindurchgeführten Druckrohrlager 12 gelagert und mün
det dort in ein Förderrohr 14. Die Betätigung der Rohr
weiche erfolgt über einen mit hydraulischen Mitteln 7
betätigbaren Schalthebel 6, der die am Wellenlager 11
in der Behälterrückwand 10 gelagerte Schwenkwelle 5
antreibt.
Die Rohrweiche 1 und der Schneidring 22 sind im Zwi
schenraum zwischen ihren radial ausgerichteten Flächen 20 und 21 von
einem kautschukelastischen, im Querschnitt rechteckigen
ringförmigen Dicht- und Federelement 3 überbrückt, das
mit seiner Außenfläche 23 über seine ganze Querschnitts
seite gegen die Zentrierfläche 15 der Rohrweiche 1 an
liegt und mit seiner Innenfläche 24 zum Rohrinneren
weist und dort im Bereich einer Teilfläche 30 mit dem
hydraulischen Druck des Fördermediums im Rohrinneren
beaufschlagt wird.
Nach dem Rohrinneren hin ist das Dicht- und Federele
ment 3 durch hintergreifende Mittel gesichert, die
durch die Ringfortsätze 33, 34 gebildet sind. Der eine
Ringfortsatz 33 ist ein Teil des Schneidrings 22, wäh
rend der andere Ringfortsatz 34 am Rohrende der Rohr
weiche 1 angeordnet ist. Die Ringfortsätze 33, 34 über
decken das ringförmige Dicht- und Federelement 3 von
beiden Seiten her so, daß zwischen ihnen eine mit dem
Druck des Fördermediums beaufschlagte Teilfläche 30
freibleibt.
Von außen her kommuniziert der durch das Dicht- und
Federelement 3 abgedichtete Zwischenraum über einen Füh
rungsspalt im Bereich der Zentrierfläche 15 mit dem unter Atmosphärendruck stehenden
Vorfüllbehälter 9.
Beim Förderbetrieb wird Beton unter Hochdruck von bei
spielsweise 100 bar in Richtung des Pfeils 40 zur För
derleitung transportiert. Der Überdruck im Rohrinneren
sorgt hierbei dafür, daß das Dicht- und Federelement 3
radial nach außen gegen die Rohrweiche im Bereich der
Zentrierfläche 15 gedrückt wird (Fig. 2a). Die Ring
fortsätze 33, 34 erfüllen in diesem Betriebszustand
eine Halte- und Abdichtfunktion.
Beim Rücksaugen von Material in Richtung des Pfeils 42
zum Lösen von Stopfern oder beim Zurücksaugen eines
Reinigungsballes nach jedem abgeschlossenen Pumpvorgang
entsteht im Rohrinneren ein Unterdruck gegenüber dem
Außenraum, der bei einem geschlossenen, den Außen- und
Innenraum hermetisch gegeneinander abdichtenden, das Dicht- und Federelement 3 bildenden Dicht
ring nach dem Stand der Technik (Fig. 2b) zu einer
Auswölbung des Dichtrings nach dem Rohrinneren (Pfeil
44) und zu einem Eindringen von Zementschlempe aus dem
Vorfüllbehälter in Richtung des Pfeils 46 führt. Die
Ringfortsätze 33, 34 erfüllen hierbei zwar ihre Dicht
funktion, nicht jedoch ihre Haltefunktion. Dabei kann
der Dichtring nach innen verlorengehen.
Um diesen Nachteil zu vermeiden, wird bei der in Fig. 3a
und b gezeigten Ausführungsform vorgeschlagen, das
Dicht- und Federelement 3 als ringförmig gebogenen
Flachgummistreifen auszubilden, dessen freie Enden 48
auf Stoß gegeneinander anliegen und dessen Breite der
längeren und dessen Dicke der kürzeren Querschnittssei
te des Dicht- und Federelements entspricht. Die freien
Enden 48 des Flachgummistreifens weisen bei dem gezeig
ten Ausführungsbeispiel zueinander komplementäre Stu
fenschnitte auf (Fig. 3a). Beim Förderbetrieb, wenn in
der Rohrweiche Überdruck herrscht, wird der zwischen
den Enden 48 gebildete Spalt durch elastische Verfor
mung geschlossen und dadurch abgedichtet. Im Saugbe
trieb öffnet sich der Spalt nach Art eines Rückschlag
ventils, und führt zu einem lokalen Druckausgleich zwi
schen dem Innen- und Außenraum, der verhindert, daß der
Flachgummistreifen 3 verlorengehen kann (Fig. 3b).
Claims (4)
1. Zweizylinder-Dickstoffpumpe, insbesondere Beton
pumpe, mit einer vor einer zylinderseitigen Bril
lenplatte (8) verschwenkbaren Rohrweiche (1), die
an der Brillenplatte (8) mit ihrem auf dem Rohren
de der Rohrweiche (1) mit einem Bruchteil seiner
Länge axial geführten Schneidring (22) dichtend
anliegt, der mit seiner rückwärtigen, radial ausgerichteten Fläche (21) durch ein
kautschukelastisches, im Querschnitt rechteckiges
ringförmiges Dicht- und Federelement (3) auf die
Brillenplatte (8) gepreßt ist, wobei das vom Druck
des Fördermediums innenseitig beaufschlagbare
Dicht- und Federelement in radialer Richtung an
einer Wandung (15) der Rohrweiche (1) abgestützt
ist und durch hintergreifende Mittel gesichert
ist, wobei die hintergreifenden Mittel von Ring
fortsätzen (33, 34) gebildet sind, von denen der
eine (33) ein Teil des Schneidrings (22) ist und
das Dicht- und Federelement (3) von einer Seite
her auf seiner nach innen zeigenden längeren Quer
schnittsseite teilweise überdeckt, und von denen
der andere (34) an dem Rohrende der Rohrweiche (1)
angeordnet ist, und das Dicht- und Federelement
(3) von der anderen Seite her auf derselben Quer
schnittsseite teilweise überdeckt, so daß zwischen
den Ringfortsätzen (33, 34) eine mit dem Druck des
Fördermediums beaufschlagte Teilfläche (30) des
Dicht- und Federelements (3) frei bleibt, dadurch
gekennzeichnet, daß das Dicht- und Federelement
(3) durch einen ringförmig gebogenen Dichtungs
streifen aus biegsamem kautschukelastischem Mate
rial gebildet ist, dessen einander zugewandte
freie Enden (48) auf Stoß gegeneinander anliegen.
2. Zweizylinder-Dickstoffpumpe nach Anspruch 1, da
durch gekennzeichnet, daß der Dichtungsstreifen
(3) als Flachgummistreifen mit einvulkanisierter
Textilgewebeeinlage ausgebildet ist.
3. Zweizylinder-Dickstoffpumpe nach Anspruch 1 oder
2, dadurch gekennzeichnet, daß die gegeneinander
anliegenden freien Enden (48) des Dichtungsstrei
fens (3) zueinander komplementäre Stufen- oder
Schrägschnitte aufweisen.
4. Zweizylinder-Dickstoffpumpe nach einem der An
sprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Dichtungsstreifen (3) aus einem Gummi-Förderband
zugeschnitten ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995128288 DE19528288C1 (de) | 1995-08-02 | 1995-08-02 | Zweizylinder-Dickstoffpumpe |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995128288 DE19528288C1 (de) | 1995-08-02 | 1995-08-02 | Zweizylinder-Dickstoffpumpe |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19528288C1 true DE19528288C1 (de) | 1996-02-29 |
Family
ID=7768447
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995128288 Expired - Lifetime DE19528288C1 (de) | 1995-08-02 | 1995-08-02 | Zweizylinder-Dickstoffpumpe |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19528288C1 (de) |
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- 1995-08-02 DE DE1995128288 patent/DE19528288C1/de not_active Expired - Lifetime
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