DE19528725C2 - Verfahren zur Oberflächendichtung für Erdbaukörper im Wasserbau - Google Patents
Verfahren zur Oberflächendichtung für Erdbaukörper im WasserbauInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Oberflächendichtung für Erd
baukörper im Wasserbau, Deponiebau und dergleichen.
Im Wasserbau für fließende Gewässer tritt das Problem auf, mit mög
lichst geringen Kosten eine Abdichtung der benetzten Oberfläche eines
Erdbaukörpers zu erreichen. Dabei soll ein möglichst breiter Formen
spielraum geben sein, um den heutigen Erfordernissen an die Gestal
tung natürlich aussehender Gerinne Rechnung tragen zu können. Derarti
ge Probleme treten beispielsweise beim Rückbau von Oberwasserkanälen
bei Wasserkraftwerken auf. Üblich waren bisher solche Gerinne mit ei
ner Betonhaut oder Asphalthaut versehen. Ein Rückbau derartiger tech
nisch aussehender Gerinne in natürlich aussehende Gerinne erforderte
bisher eine relativ lange Absenkung des Wasserspiegels und umfangrei
che bauliche Maßnahmen sowie hohen Bauaufwand mit entsprechend hohen
Kasten.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, die Sohle von Wasserläufen zur
Abdichtung mit Geotextilien auszukleiden, wobei die Poren des Geotex
tils durch die im fließenden Wasser mitgeführten Gesteinsteilchen ver
stopft werden. Es ist dabei aber Voraussetzung, daß vom Flußwasser ge
nügend feine Geschiebeteilchen mitgeführt werden, die die Poren des
Vlieses verstopfen. Der Dichtungseffekt wird also durch eine Selbst
dichtung erreicht die erst nach längerer Zeit eintritt.
Aus der DE 26 06 622 C2 ist ein Deckwerk für den Wasserbau
bekannt, das aus einer auf dem Rohboden aufliegenden Filtermatte
und einem auf diese Filtermatte aufgebrachten
wasserdurchlässigen Belag besteht. Dieses Deckwerk ist insgesamt
wasserdurchlässig.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es demgegenüber, Erdbaukörper
auch für ruhende Gewässer abzudichten, wobei es nicht notwendig ist,
unter dem Vlies eine besondere abdichtende Schichte anzubringen. Die
Abdichtung soll möglichst rasch und sicher erzielt werden.
Dies wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1
erreicht.
Weitere vorteilhafte Merkmale der Erfindung sind den Patentansprüchen,
der nachstehenden Beschreibung und den Zeichnungen zu entnehmen.
Wenn in dieser Anmeldung von einem Vlies gesprochen wird, so sind da
mit alle brauchbaren Geotextilien gemeint. Es kann sich somit um filz
ähnliche Matten, Vliese im engeren Sinn und um Gewebe handeln. Derar
tige Geotextilien sind schon bisher bekannt geworden, um lockere Erd
hänge zu festigen, z. B. bei der Begrünung nach Straßenbauten. Diese
Geotextilien sind nicht nur Wagen ihrer verfestigenden Halteeigen
schaft bekannt, sondern man nutzt in vorteilhafter Weise die hohe Was
serdurchlässigkeit aus, um das Wachstum von Pflanzen, die Grundwasser
verhältnisse etc. nicht ungünstig zu beeinflussen.
In bevorzugter Weise wird ein Vlies oder Gewebe in einer Stärke von
wenigstens 5 mm verwendet. Besonders bevorzugt liegt die Stärke zwi
schen 5 und 10 mm. Solche Vliese werden üblicherweise in Bahnen herge
stellt und sind bevorzugt mit dem Untergrund oder mit jeweils weiteren
Vliesabschnitten an den Rändern verklebbar oder verschweißbar. Bevor
zugt besteht das Vlies aus Kunststoff und weist einen Schmelzpunkt
zwischen 150° und 250°C auf, was das Verschweißen mit herkömmlichen
Flämmgeräten ermöglicht, wie sie von der Herstellung von Asphaltdich
tungen bekannt sind. Das Vlies kann aber auch eine Matte aus Natur
stoff wie z. B. aus Kokosfasern sein. Wichtig ist die ausreichende Fe
stigkeit über einen langen Zeitraum, die Verklebbarkeit oder Ver
schweißbarkeit oder sonstige Möglichkeit der Verbindung an den Rändern
mit anderen Vliesbahnen oder anschließenden Bauwerken und eine Porosi
tät, die für die gewünschten Eigenschaften ausreichend ist.
Beispiele für geeignete Geotextilien sind z. B. Safecoat 8096/M 270;
Novoflor X 0054; Polyfelt TS 013; Polyfelt TS 016. Die Hersteller die
ser Geotextilien sind die Firmen Novoflor und Polyfelt.
Die Porosität des Vlieses steht in Zusammenhang mit den verwendeten
Porenfüller. Eine bevorzugte wirksame Öffnungsweite O 90 W hat bei
spielsweise einen Wert um 0,1 mm. Bevorzugte Bereiche liegen zwischen
0,08 mm und 0,12 mm.
Der Porenfüller für das Vlies ist in bevorzugter Weise eine Suspension
eines mineralischen oder überwiegend mineralischen Gemisches in Was
ser. Bevorzugt weist das Mineralgemisch eine Korngrößenverteilung zwi
schen 3 und 300 µ auf. Die Korngrößen von 40 bis 100 µ haben bevorzugt
einen Siebdurchgang von 75% und die Korngrößen von 5 bis 20 µ einen
solchen von etwa 25%. Der Porenfüller kann weiters Zusatzstoffe ent
halten, die die Stabilität, Adhäsion, Erosionsfestigkeit, die Einbau
eigenschaften oder andere gewünschte Qualitäten herbeiführen oder ver
bessern. Durch die Zugabe von Bentonit kann beispielsweise eine Ver
steiffung der Suspension erzielt werden.
Der Porenfüller kann rein mineralisch als Sand vorliegen, oder auch
eine erdige Zusammensetzung mit humosen Bestandteilen haben. Wichtig
ist, daß die Poren des Vlieses gut verschlossen werden.
Zur Oberflächendichtung eines Erdbaukörpers wird gemäß Erfindung über
die abzudichtende Fläche das Geotextil ausgelegt, das zufolge seiner
Geschmeidigkeit leicht den natürlichen Gegebenheiten anpaßbar ist.
Durch Verschweißen oder Verkleben der Ränder der Vliesbahnen und durch
geeignete Einbaumaßnahmen an den Rändern gegenüber dem Bauwerk wird
eine vollflächige Abdeckung mit dem Vlies erreicht. Daraufhin wird die
Suspension des Porenfüllers auf das Vlies aufgetragen und der Poren
füller in das Vlies eingeschlämmt. Die hohe Wasserdurchlässigkeit des
Vlieses bewirkt unter anderem die Auffüllung der Poren mit dem Poren
füller. Es kommt so zu einer relativ hohen Dichtigkeit schon von Anbe
ginn der darauffolgenden Flutung des Gerinnes. So kann ad hoc eine Re
duktion der Durchlässigkeit auf 10-7 m/sec bewirkt werden, die sich im
Lauf der Betriebszeit durch weitere Feinkornanlagerungen noch redu
ziert.
Die Dichtigkeit des Gerinnes erhöht sich im Laufe der Zeit, wenn das
Fließwasser Sedimente mit sich trägt, die ebenfalls in die restlichen
wassergängigen Poren des Vlieses eingeschlämmt werden. Dadurch kommt
es zu einer ständigen Nachdichtung der Oberfläche.
Als Schutzmaßnahme vor witterungsbedingten oder baulichen Einwirkungen
kann vor der Flutung oder vor dem Einstau und als weiteres Angebot an
porengängiger Substanz für den Zeitraum nach dem Einstau eine Abdec
kung mit Material sinnvoll sein. So kann z. B. eine 10 cm starke
Schicht aus trockenem oder bergfeuchtem Erdmaterial vorteilhaft sein,
welches wenigstens einen Anteil von 10% Porenfüller aufweist.
Wenn das erfindungsgemäße Verfahren im Deponiebau verwendet wird, ist
die Befahrbarkeit der Dichtheit z. B. durch eine entsprechende Kiesauf
lage einfach herstellbar.
Durch die physikalischen Eigenschaften des Vlieses hinsichtlich Ver
formbarkeit und Reißfestigkeit reduziert oder erübrigt sich bei dem
erfindunsgemäßen Bauverfahren eine besondere Behandlung des Untergrun
des bezügliche Glätte, Festigkeit und Stabilität. Dadurch sind rasche
und flexible Einsätze möglich, die sich in kürzerer Bauzeit und gerin
geren Baukosten niederschlagen.
Nachfolgend wird anhand der Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel näher
erläutert.
Fig. 1 zeigt die Schrägansicht eines Gerinneabschnittes und Fig. 2 den
Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1.
Der Wasserkanal gemäß Fig. 1 umfaßt ein bereits vorhandengewesenes
Fließgerinne 1 mit im wesentlichen trapezförmigem Querschnitt. Auf der
linken Seite ist die Uferböschung in der ursprünglich vorgesehenen
Höhe eingezeichnet. An der rechten Uferseite wurde ein Rückbau des Ge
rinnes dadurch vorgesehen, daß die aus Asphalt bestehende Böschung
entlang der Schnittkante 2 abgetrennt wurde. Nach dem erfindungsgemä
ßen Verfahren wird nun ein dichtes Flachbettgerinne 3 mit natürlichem
Aussehen gebildet.
Die Wasserlinie bei maximaler Füllung ist mit 4 bezeichnet.
Das Fließgerinne 1 ist beispielsweise durch die Bitumenwände 7, 8, 9
gebildet. Im Flachbettgerinne 3 sind zwei Vliesbahnabschnitte 5 einge
zeichnet, die an einer Kante 6 jeweils mit den benachbarten Vliesab
schnitten verklebt oder verschweißt sind.
Durch entsprechende Anordnung von Steinen und Geröll 10 verschiedener
Größen kann eine entsprechende Uferbefestigung vorgenommen werden.
Die Fig. 2 stellt den Querschnitt nach der Linie II-II in Fig. 1 dar.
Durch Abschneiden der Wand 9 des Fließgerinnes 1 wurde die Schnittkan
te 2 ausgebildet. Im Bereich der Flachbettrinne 3 ist das Erdreich 12
abgetragen worden. Das Flachbettgerinne 3 steigt zur Schnittkante 2
wieder etwas an, um durch Schulterbildung die Beständigkeit dieses
druckmäßig sensiblen Bereiches zu erhöhen und die notwendige Absenkung
des Wasserspiegels beim nachträglichen Ausbau des Flachbettgerinnes so
gering wie möglich zu halten.
Auf dem Erdreich 12 liegt das Vlies bahnförmig in Form der Vliesbahnen
5. Durch entsprechende Anker 13 ist das Vlies böschungsseitig fixiert.
Entlang der Schnittkante 2 erfolgt die Befestigung an der Wand 9 durch
Aufkleben eines überlappenden Bereiches 14, respektive durch Auffläm
men. Im oberen Bereich entlang der Schnittkante 2 sind die Vliesbahnen
gefaltet (Faltung 15), wodurch die Vliesbahnen 5 anfängliche Erdbewe
gungen, Schrumpfungen etc. ausgleichen können.
Mit der punktierten Linie ist der Porenfüller 16 angedeutet. Das Mate
rial des Porenfüllers ist teilweise in den Poren des Vlieses 5 einge
schlämmt und wird zu einem anderen Teil durch aufliegendes Material
oder frisch herangeschwemmtes Sediment gebildet. Über dem Vlies mit
dem Porenfüller liegt eine Abdeckschicht 17 aus Material verschiedener
Körnungen, bevorzugt mit einem Anteil Sediment einer Korngröße, die
den Porenfüllern entspricht. Die Abdecksteine 10 dienen der Uferbefe
stigung, Festigung der Auflage des Vlieses 5 und auch der Verschöne
rung.
Claims (13)
1. Verfahren zur Oberflächendichtung für Erdbaukörper im
Wasserbau, Deponienbau und dergleichen, bei dem auf den
abzudichtenden Untergrund, gegebenenfalls nach Vorarbeiten wie
Glätten, Aufrauhen etc., ein wasserdurchlässiges Vlies oder
Gewebe aufgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß vor der
Flutung auf das Vlies ein die Poren des Vlieses verstopfender
Porenfüller aufgetragen und gegebenenfalls danach eine
Abdeckschicht aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das
Vlies oder Gewebe mit einer Stärke von wenigstens 5 mm,
bevorzugt 5 bis 10 mm aufgetragen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Vlies abschnittsweise, insbesondere an seinen Rändern,
mit dem Untergrund oder mit weiteren Vliesabschnitten verklebt
oder verschweißt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als
das Vlies ein Vlies aus Kunststoff und mit einem Schmelzpunkt
zwischen 150 und 250°C verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß als das Vlies ein Vlies in Form einer Matte
aus Naturstoff wie z. B. Kokosfasern verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß als das Vlies ein Vlies mit einer wirksamen
Öffnungsweite O 90 W von einem Wert zwischen 0,08 mm und 0,12
mm, bevorzugt um 0,1 mm, verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß vor der Flutung als Porenfüller ein
Mineralgemisch aufgetragen wird, dessen Korngrößenverteilung
die Poren des Vlieses verlegt.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als
Porenfüller ein Mineralgemisch mit einer Korngrößenverteilung
zwischen 3 und 300 µ verwendet wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß als
Porenfüller ein Mineralgemisch mit einer Korngrößenverteilung
verwendet wird, die so gewählt ist, daß ein Siebdurchgang von
etwa 75% der Korngrößen 40 bis 100 µ und von etwa 25% der
Korngrößen von etwa 5 bis 20 µ vorliegt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch
gekennzeichnet, daß der Porenfüller als wässrige Suspension auf
das Vlies aufgetragen wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß als Porenfüller ein Porenfüller mit
beigemengten Zusatzstoffen, wie Stabilisatoren,
adhäsionssteigernden Stoffen, Emulgatoren, Farbstoffen etc.
verwendet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch
gekennzeichnet, daß als Abdeckschicht eine Abdeckschicht
verwendet wird, die wenigstens 10 Gew.-% Porenfüller enthält
und im übrigen aus Schotter, Erdmaterial oder Kies besteht.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch
gekennzeichnet, daß als Abdeckschicht Bauelemente wie
Betonplatten verwendet werden.
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