DE19527586C2 - Polyarylensulfid-Harzmischungen mit hoher Fließeigenschaft und Duktilität - Google Patents
Polyarylensulfid-Harzmischungen mit hoher Fließeigenschaft und DuktilitätInfo
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Description
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf schlagmodifizierte Polyarylensulfid-
Harzzusammensetzungen und sie betrifft insbesondere schlagmodifizierte Polyarylensulfid-
Harzzusammensetzungen, welche Mischungen aus Polyarylensulfid-Harzen enthalten.
Schlagmodifizierte Polyarylensulfid-Harzzusammensetzungen sind allgemein bekannt. Die
Zusammensetzungen, die ein hochmolekulares Polyarylensulfid-Harz als das einzige
Polyarylensulfid-Harz enthalten, weisen im allgemeinen einen Mangel an Fließfähigkeit auf und
besitzen schlechte Tieftemperatureigenschaften. Den Zusammensetzungen, die ein
Polyarylensulfid-Harz mit niederem Molekulargewicht als das einzige Polyarylensulfid-Harz
verwenden, mangelt der gewünschte Gehalt an gewissen Eigenschaften, beispielsweise
Schlagfestigkeitseigenschaften bei tiefen Temperaturen. Zusammensetzungen, die ein
Polyarylensulfid-Harz mit mittlerem Molekulargewicht enthalten, können Schmelzviskositäten
aufweisen, die höher sind als gewünscht.
Aus JP-A-03,252,454 ist eine Zusammensetzung mit guten thermischen und mechanischen
Eigenschaften bekannt. Die Zusammensetzung enthält Polyoxyphenylen und Ehylen-α,β-
ungesättigte Carbonsäure Alkylester-Maleinsäureanhydrid Copolymere.
Aus JP-A-03,197,562 ist eine Polyphenylensulfid Zusammensetzung mit guten mechanischen
Eigenschaften bekannt. Die Polyphenylensulfid Zusammensetzung enthält 100 Gewichtsteile
linearen Polyphenylensulfids mit Mn von mindestens 7000 und einem Verhältnis von Mw/Mn
von unter 10, 1 bis 100 Gewichtsteile vernetzten Polyphenylensulfids mit Mn von unter 7000
und einem Verhältnis von Mw/Mn von unter 30, 0.05 bis 10 Gewichtsteile eines Epoxysilans
und 0 bis 250 Gewichtsteile Faser-Füllstoffs.
Aus EP-A-0 142 825 ist eine Polyarylensulfid Zusammensetzung mit guter Schlagzähigkeit
und Reißfestigkeit bekannt. Die Polyarylensulfid Zusammensetzung enthält einen Polymer
Kautschuk, wie Silikon Kautschuk und andere Kautschuke.
Aus EP-A-0 228 268 ist eine Polyphenylensulfid-Harz Zusammensetzung mit sehr guter
Schlagzähigkeit bekannt. Die Polyphenylensulfid-Harz Zusammensetzung enthält ein
Polyphenylensulfid-Harz und ein Copolymer mit 60 Gew.-% bis 99.5 Gew.-% eines α-
Olefins und 0.5 Gew.-% bis 40 Gew.-% eines Glycidylesters eine α,β-ungesättigten
Carbonsäure.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, schlagmodifizierte Polyarylensulfid-
Harzzusammensetzungen bereitzustellen, welche eine relativ niedrige Schmelzviskosität
besitzen, während sie gleichzeitig auch einen gewünschten Grad an Schlagfestigkeit und
Duktilität bei niedrigen Temperaturen aufweisen.
Die Aufgabe der Erfindung wird gelöst durch eine Zusammensetzung, enthaltend
- a) ein niedermolekulares Polyarylensulfid-Harz mit einem Gehalt von etwa 10 Gew.-% bis etwa 85 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, wobei das niedermolekulare Polyarylensulfid-Harz ein zahlengemitteltes Molekulargewicht zwischen etwa 2000 und etwa 10000 aufweist,
- b) ein hochmolekulares Polyarylensulfid-Harz mit einem Gehalt zwischen etwa 10 Gew.- % und etwa 85 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, wobei das hochmolekulare Polyarylensulfid-Harz ein zahlengemitteltes Molekulargewicht zwischen etwa 11000 und etwa 100000 aufweist und
- c) wenigstens ein Schlagmodifizierungsmittel, worin das Schlagmodifizierungsmittel
ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus
- a) einem Blockcopolymeren der alkenylaromatischen Verbindungen und Dienen, wobei das Blockcopolymer ein Triblockcopolymer mit Styrol-abgeleiteten Endblöcken und Dien-abgeleiteten Mittelblöcken ist,
- b) einem epoxyfunktionalisierten α-Olefin-Elastomeren, worin das epoxyfunktionalisierte α-Olefin-Elastomer etwa 60 Gew.-% bis etwa 99,5 Gew.-% eines α-Olefins und etwa 0,5 Gew.-% bis etwa 40 Gew.-% eines Glycidylesters einer α,β-ungesättigten Carbonsäure enthält und
- c) einer Mischung von (i) und (ii),
Die Zusammensetzungen umfassen ein niedermolekulares Polyarylensulfid-Harz, ein
hochmolekulares Polyarylensulfid-Harz, ein Schlagmodifizierungsmittel und zusätzliche 4
fakultative Komponenten. Die Zusammensetzungen weisen unerwarteter Weise die
kombinierten Eigenschaften von relativ niedrigschmelzenden Viskositäten und die
gewünschten Grade an Schlagbeständigkeit und Duktilität bei tiefen Temperaturen auf. Die
Zusammensetzungen sind brauchbar für die Erzeugung ausgeformter Gegenstände.
Das Polyarylensulfid-Harz (nachfolgend als PPS bezeichnet), das in der vorliegenden
Erfindung verwendet wird, ist ein Polymer, welches wenigstens 70 Mol%, vorzugsweise
wenigstens 90 Mol-%, wiederkehrende Einheiten der Strukturformel (I):
aufweist. Wenn die Menge der wiederkehrenden Einheiten der
Formel (I) geringer als 70 Mol-% ist, dann ist die Hitzebe
ständigkeit unzureichend.
Die restlichen 30 Mol-% oder weniger, vorzugsweise 10 Mol-%
oder weniger, der wiederkehrenden Einheiten des PPS-Polymeren
können solche mit den folgenden Strukturformeln (II) sein:
worin R1, R2, R3 und R4 unabhängig voneinander ausgewählt
sind aus der Gruppe, bestehend aus Wasserstoff, Halogen,
Alkyl-, Phenyl-, Alkoxy-, Aryloxy-, Nitro-, Amino- und Carboxy-
Gruppen.
Das PPS kann unfunktionalisiert oder funktionalisiert sein.
Wenn das PPS funktionalisiert ist, dann kann die funktionelle
Gruppe umfassen, ohne indessen darauf beschränkt zu sein:
Amino-, Carbonsäure-, Metallcarboxylat-, Disulfid-, Thio- und
Metallthiolat-Gruppen. Einige der zur Verfügung stehenden Verfahren
zur Herstellung von PPS mit funktionellen Gruppen
finden sich im US-Patent 4,769,424, dessen Offenbarungsgehalt
durch diese Bezugnahme in die vorliegende Anmeldung aufgenom
men wird. Ein Verfahren zur Einverleibung von funktionellen
Gruppen in PPS benutzt die Inkorporation der substituierten
Thiophenole in Halogensubstituiertes PPS. Ein anderes Ver
fahren umfaßt die Einverleibung von Chlorsubstituierten
aromatischen Verbindungen, welche die gewünschte Funktionali
tät enthalten, mit einem Alkalimetallsulfid und chloraromati
schen Verbindungen. Ein drittes Verfahren umfaßt die Reaktion
von PPS mit einem Disulfid, welches die gewünschten funktionel
len Gruppen enthält, typischerweise in der Schmelze oder in
einem geeigneten hochsiedenden Lösungsmittel wie Chlornaphtha
lin.
Das PPS umfaßt im allgemeinen solche Verbindungen, die ein re
lativ niedriges Molekulargewicht besitzen und die beispiels
weise nach dem Verfahren hergestellt werden, das in der Be
schreibung des US-Patentes 3,354,129 offenbart ist, und sol
chen mit einem relativ hohen Molekulargewicht, welches im
wesentlichen lineare Polymere sind, die beispielsweise herge
stellt werden nach dem Verfahren, welches im US-Patent No.
3,919,177 offenbart ist, und die durch diese Bezugnahme in
die vorliegende Anmeldung aufgenommen werden. Der Polymerisa
tionsgrad der Polymeren, die nach dem US-Patent 3,354,129
hergestellt werden, kann durch Erhitzen desselben in einer
Sauerstoffatmosphäre oder in Anwesenheit eines vernetzenden
Mittels wie eines Peroxids nach der Polymerisation weiter
gesteigert werden. Obgleich das in der vorliegenden Erfindung
verwendete PPS nach einem beliebigen Verfahren hergestellt
sein kann, so wird doch ein im wesentlichen lineares Polymer
mit einem relativ hohen Molekulargewicht, das nach dem Ver
fahren gemäß US-Patent 3,919,177 hergestellt worden ist, be
vorzugt verwendet.
Das niedermolekulare PPS (nachfolgend als "LMWPPS" bezeichnet) ist vorzugsweise ein
niedermolekulares Polyarylensulfid-Harz und hat vorzugsweise ein zahlengemitteltes Mole
kulargewicht zwischen etwa 2000 und etwa 10000, mehr bevorzugt zwischen etwa 5000 und
etwa 9000, und am meisten bevorzugt zwischen etwa 7000 und etwa 8500. Darüber hinaus hat
LMWPPS vorzugsweise ein gewichtsgemitteltes Molekulargewicht zwischen etwa 2000 und
etwa 40000, mehr bevorzugt zwischen etwa 20000 und etwa 35000, und am meisten bevorzugt
zwischen etwa 30000 und etwa 34000.
Das hochmolekulare PPS (nachfolgend als "HMWPPS" bezeichnet) ist vorzugsweise ein
hochmolekulares Polyarylensulfid-Harz und hat vorzugsweise ein zahlengemitteltes
Molekulargewicht zwischen etwa 11000 und etwa 100000, mehr bevorzugt zwischen etwa 25000
und etwa 50000, und am meisten bevorzugt zwischen etwa 27000 und etwa 35000. Bevorzugtes
HMWPPS hat ein gewichtsgemitteltes Molekulargewicht zwischen etwa 55000 und etwa
150000, mehr bevorzugt zwischen etwa 80000 und etwa 120000, und am meisten bevorzugt
zwischen etwa 85000 und etwa 100000.
Geeignete Schlagmodifizierungsmittel umfassen verschiedene elastomere Copolymerisate, von
denen als Beispiele genannt werden können Ethylen-Propylen-Dien-Polymere (EPDM's), die
entweder unfunktionalisiert oder funktionalisiert sind mit beispielsweise Epoxy-, Anhydrid-,
Ortho-Ester-, Oxazolin-, Sulfonat- oder Phosphonat-Gruppen, carboxylierten Ethylen-Propylen-
Gummis, polymerisierten Cycloalkenen, Blockcopolymeren von alkenylaromatischen
Verbindungen, wie beispielsweise Styrol mit polymerisierbaren Olefinen oder Dienen, wie
beispielsweise Butadien, Isopren, Chloropren, Ethylen, Propylen und Butylen, sowie Kern-
Mantel-Polymeren, einschließlich
solchen, die einen Polyarylensulfid-Kern umfassen, der an einen Polystyrol-Mantel über ein
interpenetrierendes Netzwerk gebunden ist und der weiterhin in dem US-Patent 4,681,915 näher
beschrieben ist, dessen Offenbarungsgehalt durch diese Bezugnahme in die vorliegende
Anmeldung aufgenommen wird.
Die bevorzugten Schlagmodifizierungsmittel sind Block (typischerweise Diblock, Triblock oder
Radial-Teleblock)-Copolymere von αlkenylaromatischen Verbindungen und Dienen. Am
häufigsten ist wenigstens ein Block abgeleitet von Styrol und wenigstens ein anderer Block von
wenigstens einem Butadien und Isopren. Besonders bevorzugt werden Triblock-Copolymere mit
Polystyrol-Endblöcken und Dien-abgeleiteten Mittelblöcken. Es wird bevorzugt die aliphatische
Ungesättigtheit in den Blockcopolymeren durch selektive Hydrierung zu entfernen oder zu
vermindern. Das gewichtsgemittelte Molekulargewicht der Blockcopolymeren liegt
typischerweise im Bereich von etwa 50000 bis 300000. Blockcopolymere dieses Typs sind im
Handel erhältlich von der Firma Shell Chemical Company unter der Handelsbezeichnung
KRATON®, und sie umfassen KRATON® D1101, G1650, G1651, G1652 und G1702.
Vorzugsweise enthalten die Zusammensetzungen weiterhin ein epoxyfunktionalisiertes α-Olefin-
Elastomer. Die Bezeichnung α-Olefin, wie sie hierin verwendet wird, umfasst Ethylen, Propylen,
Buten-1, usw. Unter diesen wird Ethylen bevorzugt. Die Zugabe eines epoxyfunktionalisierten α-
Olefin-Elastomeren ergibt eine Zusammensetzung mit gesteigerten physikalischen Eigenschaften.
Das epoxyfunktionalisierte α-Olefin-Elastomer ist vorzugsweise ein Olefin-Copolymer, welches
von etwa 60 bis etwa 99,5 Gew.-% eines α-Olefins und von etwa 0,5 bis etwa 40 Gew.-% eines
Glycidyl-Esters einer α,β-ungesättigten Carbonsäure enthält.
Die Glycidyl-Ester der α,β-ungesättigten Säuren sind Verbindungen der allgemeinen Formel
(III):
worin R5 ein Wasserstoffatom oder eine niedere Alkylgruppe darstellt. Beispiele der Glycidyl-
Ester von α,β-ungesättigten Säuren umfassen Glycidylacrylat, Glycidylmethacrylat und
Glycidylethacrylat. Die Menge der Glycidyl-Ester von α,β-ungesättigter Säure in den
olefinischen Copolymeren beträgt von etwa 0,5 bis etwa 40 Gew.-%, vorzugsweise von etwa 3
bis etwa 30 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht der gesamten Zusammensetzung. Wenn die
Menge weniger als etwa 0,5 Gew.-% ist, dann werden keine beabsichtigten Wirkungen erzielt,
und wenn die Menge etwa 40 Gew.-% überschreitet, dann tritt während des Schmelzmischens mit
PPS eine Gelierung ein, die zu einem Abbau der Extrusions-Stabilität, der Ausformbarkeit und
der mechanischen Eigenschaften des Produktes führt. Geeignete epoxyfunktionalisierte α-Olefin-
Elastomere umfassen: Ethylen-Glycidyl-Acrylatcopolymere, Ethylen-Glycidyl-Methacrylat-
Vinylacetat-Terpolymere, Ethylen-Glycidyl-Methacrylat-Methylacrylat-Terpolymere, Ethylen-
Ethylacrylat-Glycidyl-Methacrylat-Terpolymere. Die bevorzugten epoxyfunktionalisierten α-
Olefin-Elastomere sind Bondfast® E von der Firma Sumitomo und Lotader®AX von Elf
Atochem.
Die bevorzugten Zusammensetzungsbereiche der vorliegenden Erfindung sind alle ausgedrückt
als Gewichtsprozentsätze der Gesamtzusammensetzung wie folgt: Das LMWPPS ist vorzugs
weise in der Zusammensetzung in einem Gehalt von etwa 10% bis etwa 85%, mehr bevorzugt
von etwa 50% bis etwa 70%, und am meisten bevorzugt von etwa 55% bis etwa 65% vorhanden,
das HMWPPS ist vorzugsweise in der Zusammensetzung in einem Gehalt von etwa 10% bis etwa
85%, mehr bevorzugt von
etwa 10% bis etwa 30%, und am meisten bevorzugt von etwa 15% bis etwa 25% vorhanden, das
Schlagmodifizierungsmittel ist vorzugsweise in einem Gehalt von etwa 2% bis etwa 20%, mehr
bevorzugt von etwa 5% bis etwa 15%, und am meisten bevorzugt von etwa 7% bis etwa 10%
vorhanden. Das epoxyfunktionalisierte α-Olefin-Elastomere ist, wenn vorhanden, vorzugsweise
in der Zusammensetzung mit einem Gehalt von etwa 2% bis etwa 25%, mehr bevorzugt von etwa
5% bis etwa 20%, und am meisten bevorzugt von etwa 10% bis etwa 15% vorhanden.
Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können ebenfalls wirksame Mengen von
wenigstens einem Additiv enthalten, welches ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus
flammhemmenden Mitteln, tropfverzögernden Mitteln, Farbstoffen, Pigmenten, Färbemitteln,
Stabilisatoren, antistatischen Mitteln, Plastifizierungsmitteln und Schmiermitteln. Diese Additive
sind dem Fachmann bekannt, in gleicher Weise wie auch ihr wirksamer Gehalt und die Verfahren
der Einverleibung. Wirksame Mengen dieser Zusatzstoffe variieren in weiten Grenzen, aber sie
können gewöhnlich in einer Menge von etwa 0,1 bis etwa 50 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht
der gesamten Zusammensetzung, vorliegen.
Die Herstellung der Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung wird normalerweise durch
Mischen der Ingredienzien unter Bedingungen durchgeführt, mit denen eine innige Mischung
erzielt wird. Solche Bedingungen umfassen häufig das Mischen in einem Einschnecken- oder
Doppelschnecken-Extruder oder in ähnlichen Mischvorrichtungen, die eine Scherwirkung auf die
Komponenten ausüben. Es ist häufig vorteilhaft, durch eine Entlüftungsöffnung in dem Extruder
zur Entfernung flüchtiger Verunreinigungen in der Zusammensetzung ein Vakuum auf die
Schmelze einwirken zu lassen. Die Zusammensetzungen der vorliegenden
Erfindung sind brauchbar zur Herstellung ausgeformter Gegenstände wie Gehäusen für
elektrische Stecker, die unter der Haube von Automobilen Anwendung finden, und sie sind
brauchbar für zahlreiche andere ausgeformte Gegenstände.
Es sei ausdrücklich vermerkt, dass verbesserte ausgeformte Gegenstände, die aus den
Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung hergestellt worden sind, eine weitere
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellen.
Alle Patente und Schriften, die hierin angezogen sind, werden durch diese Bezugnahme in die
vorliegende Anmeldung aufgenommen,
Die nachfolgenden Beispiele dienen zur weiteren Erläuterung von Ausführungsformen der
vorliegenden Erfindung. Sie sollen dieselbe indessen in keiner Weise beschränken. Alle
Prozentsätze beziehen sich auf das Gewicht und basieren auf dem Gesamtgewicht der
Zusammensetzung, sofern nicht etwas anderes angegeben ist.
Die Zusammensetzungen der Tabelle 1, bei denen alle Bestandteile als Gewichtsprozentsätze
bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung angegeben sind, wurden auf einem
Werner & Pfleiderer Doppelschnecken-Extruder bei einer Temperatur von etwa 316°C (600°F)
unter Anlegen eines Vakuums von 25 bis 50 cm Hg (10-20 Inches Hg) an wenigstens eine
Entlüftungsöffnung unter Verwendung einer Toshiba-Spritzgussmaschine unter Anwendung
einer Zylinder-Temperatur von etwa 316°C (600°F) und einer Formtemperatur von etwa 122°C
(250°F) extrudiert. Die ausgeformten Proben der Zusammensetzungen wurden
der Messung der Izod-Kerbschlagfestigkeit gemäß ASTM D256
(unter Verwendung der Proben-Abmessung 63,5 × 12,7 × 3,175 mm
(2,5 Inch × 0,5 Inch × 0,125 Inch), dem Dynatup-Test
gemäß ASTM D3763 (Bruchenergie des Kugelfall-Tests) unter
worfen, wobei ein Durchmesser von 10 cm (4 Inch) bei 3,175 mm
dicken Scheiben, dem Biegemodul und dem Biegefestigkeitstest
gemäß ASTM D790 (unter Verwendung einer Probenabmessung von
15,24 cm × 1,27 cm × 0,63 cm (6 Inch × 0,5 Inch × 0,25 Inch),
der Wärmeabbiegung unter Belastung von 4,62 bar und 18,48 bar
(66 psi und 264 psi) gemäß ASTM D648 (unter Verwendung
einer Probenabmessung von 15,24 cm × 1,27 cm × 0,63 cm (6
Inch × 0,5 Inch × 0,25 Inch) und den Zugdehnungs- und Zug
bruchdehnungstests gemäß ASTM D638 unterworfen. Die Viskosi
täten (MV) wurden unter den beschriebenen Bedingungen gemes
sen, wobei ein Instron Kapillar-Rheometer Verwendung fand.
Das in den Beispielen verwendete PPS war Poly(p-phenylen
sulfid)-Harz. Das LMWPPS war im Handel von der Firma Hoechst
Celanese erhältlich und wurde unter der Handelsbezeichnung
FORTRON® W203 vertrieben (Mn = 8400, Mw = 3300); das HMWPPS1
war im Handel von der Firma Hoechst Celanese erhältlich und
wurde unter der Handelsbezeichnung FORTRON® W214 vertrieben
(Mn = 12000, MW = 59000), und das HMWPPS2 war ebenfalls im
Handel erhältlich von der Firma Hoechst Celanese und wurde
unter der Handelsbezeichnung FORTRON® W300 vertrieben (Mn =
27500, Mw = 90000). Die Schmelzfluß-Indizes von LMWPPS und
HMWPPS wurden gemäß ASTMD D1238 bei 300°C unter einer Bela
stung von 2,16 Kilogramm bestimmt (Scher-Beanspruchung von
19400 Pascal), es hatte die entsprechenden Werte von 378
und 12 Gramm/10 Minuten. Das Epoxy-funktionalisierte α-Olefin-
Elastomer (EAO) war ein Polyäthylen-co-glycidyl)-methacrylat-
Copolymer, das unter der Handelsbezeichnung Bondfast® E
vertrieben wurde. Das Schlagmodifizierungsmittel (IM) war
ein Styrol(äthylen-butylen)-styrol-Triblock-Copolymer, das
unter der Handelsbezeichnung KRATON® G1651 vertrieben wurde.
Tabelle 1 erläutert Zusammensetzungen, die sowohl EAO als auch
IM zusammen mit PPS verwenden. Die Daten der physikalischen
Eigenschaften vergleichbarer Mischungen, die aus den Zusammen
setzungen der Beispiele A und E unter Verwendung nur eines
einzigen Molekulargewicht PPS hergestellt waren, zeigen die
Unzulänglichkeit der Schlagfestigkeit bei niederer Temperatur,
wie es durch -20°F Dynatup Schlagfestigkeit repräsentiert
wird. Ein Vergleich der vergleichbaren Mischungen der Bei
spiele A und E in Bezug auf die Daten der physikalischen
Eigenschaft der Mischungen, die aus den Zusammensetzungen
der Beispiele B, C und D hergestellt waren, wobei jede eine
Mischung aus LMWPPS und HMWPPS2 verwendet, erläutert die
unerwarteten Resultate der überlegenen Tieftemperatur-Schlag
festigkeit und Duktilität, die wiederum als -20°F Dynatup
Schlagfestigkeit der vorliegenden Erfindung dargestellt ist.
Andere physikalische Eigenschaften werden in den Zusammen
setzungen beibehalten, die aus der Mischung von PPS-Harzen
hergestellt sind.
Die Daten in der Tabelle 2 beziehen sich auf Proben, die unter Verwen
dung eines einzigen Modifizierungsmittels, in diesen Beispielen das
Epoxy-funktionalisierte α-Olefin-Elastomer (EAO) hergestellt wurden.
Die Daten der physikalischen Eigenschaften der vergleichbaren Mischungen,
die aus den Zusammensetzungen des Beispiels F unter Verwendung nur eines
einzigen PPS Molekulargewichtes hergestellt waren, zeigen die Unzuläng
lichkeit in Bezug auf Schlagfestigkeit bei niederer Temperatur, wie sie
durch -20°F Dynatup Schlagfestigkeit repräsentiert wird. Der Vergleich
der vergleichbaren Mischungen der Beispiele F und J in Bezug auf die
Daten der physikalischen Eigenschaften der Mischungen, die
aus den Zusammensetzungen der Beispiele G, H und I erhalten
wurden, von denen jedes eine Mischung von LMWPPS und HMWPPS2
verwendet, erläutern die unerwarteten Ergebnisse der überle
genen Schlagfestigkeit und des Flusses bei der vorliegenden
Erfindung. Andere physikalische Eigenschaften werden in den
Zusammensetzungen beibehalten, die aus der Mischung von PPS-
Harzen hergestellt worden sind.
Die Daten in Tabelle 3 beziehen sich auf Proben, die unter
Verwendung eines einzigen Modifizierungsmittels, in diesen
Beispielen ist es das Styrol(äthylen-butylen)-styrol-Triblock
copolymer, hergestellt wurden. Die Daten der physikalischen
Eigenschaft der vergleichbaren Mischung, die aus der Zusammen
setzung des Beispiels K unter Verwendung nur eines einzigen
Molekulargewichts PPS hergestellt worden war, zeigt die Unzu
länglichkeit in Bezug auf die Schlagfestigkeit, wie sie
durch die Izod-Kerbschlagfestigkeit repräsentiert wird. Der
Vergleich von vergleichbaren Mischungen der Beispiele K und
O in Bezug auf die Daten der physikalischen Eigenschaft der
Mischungen, die aus den Zusammensetzungen der Beispiele L, M
und N hergestellt wurden, wobei jede eine Mischung von LMWPPS
und HMWPPS2 verwendet, erläutern die unerwarteten Ergebnisse
der überlegenen Schlagfestigkeit und des Flusses bei der vor
liegenden Erfindung. Andere physikalische Eigenschaften werden
in den Zusammensetzungen beibehalten, die aus Mischungen von
PPS-Harzen erhalten worden sind.
Die Daten in der Tabelle 4 beziehen sich auf Proben, die unter
Verwendung eines einzigen Modifizierungsmittels, in diesen
Beispielen des Epoxy-funktionalisierten α-Olefin-Elastomeren
(EAO), hergestellt worden sind. Die Daten der physikalischen
Eigenschaft der vergleichbaren Mischungen, die aus den Zusam
mensetzungen des Beispiels F unter Verwendung eines einzigen
Molekulargewichts PPS hergestellt worden sind, zeigen die Un
zulänglichkeit in Bezug auf die Tieftemperatur-Schlagfestigkeit,
wie sie durch -20°F Dynatup-Schlagfestigkeit repräsentiert wird.
Der Vergleich von vergleichbaren Mischungen der Beispiele
F und S in Bezug auf die Daten der physikalischen Eigenschaft
von Mischungen, die aus den Zusammensetzungen der Beispiele
P, Q und R erhalten worden sind, und wobei jede Zusammenset
zung eine Mischung aus LMWPPS und HMWPPS1 verwendet, erläu
tern die unerwarteten Ergebnisse der überlegenen Schlagfe
stigkeit und des Flusses bei der vorliegenden Erfindung.
Andere physikalische Eigenschaften werden in den Zusammen
setzungen aufrecht erhalten, die mit Mischungen von PPS-Har
zen hergestellt worden sind.
Die Daten in Tabelle 5 beziehen sich auf Proben, die unter
Verwendung eines einzigen Modifizierungsmittels, in diesen
Beispielen dem Styrol(äthylen-butylen)-styrol-Triblock-Copo
lymeren, hergestellt worden sind. Die Daten der physikali
schen Eigenschaft der vergleichbaren Mischung, die aus der
Zusammensetzung des Beispiels K unter Verwendung nur eines
einzigen Molekulargewichts PPS hergestellt worden ist, zeigt
die Unzulänglichkeit in Bezug auf die Schlagfestigkeit, wie
sie durch die Izod-Kerbschlagfestigkeit repräsentiert wird.
Der Vergleich von vergleichbaren Mischungen der Beispiele
K und W in Bezug auf die Daten der physikalischen Eigen
schaft der Mischungen, die aus den Zusammensetzungen der
Beispiele T, U und V hergestellt worden sind, von denen jede
eine Mischung von LMWPPS und HMWPPS1 verwendet, demonstriert
die unerwarteten Ergebnisse der überlegenen Schlagfestigkeit
und des Flusses der vorliegenden Erfindung. Andere physika
lischen Eigenschaften werden in den Zusammensetzungen beibe
halten, die mit den Mischungen aus PPS-Harzen hergestellt
worden sind.
Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können zu
sätzliche thermoplastische Materialien enthalten, sie sind
jedoch bevorzugt frei von solchen zusätzlichen thermoplasti
schen Materialien. Thermoplastische Materialien, die entweder
den vorliegenden Zusammensetzungen zugegeben werden können
oder darin ausgelassen werden, sind beispielsweise Polypheny
lenäther, Polyamide, Polyimide, Polyätherimide, Polycarbonate
und Polyester.
Claims (8)
1. Zusammensetzung, enthaltend
- a) ein niedermolekulares Polyarylensulfid-Harz mit einem Gehalt von etwa 10 Gew.- % bis etwa 85 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, wobei das niedermolekulare Polyarylensulfid-Harz ein zahlengemitteltes Molekulargewicht zwischen etwa 2000 und etwa 10000 aufweist,
- b) ein hochmolekulares Polyarylensulfid-Harz mit einem Gehalt zwischen etwa 10 Gew.-% und etwa 85 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht der Zusammensetzung, wobei das hochmolekulare Polyarylensulfid-Harz ein zahlengemitteltes Molekulargewicht zwischen etwa 11000 und etwa 100000 aufweist und
- c) wenigstens ein Schlagmodifizierungsmittel, worin das Schlagmodifizierungsmittel
ausgewählt ist aus der Gruppe, bestehend aus
- a) einem Blockcopolymeren der alkenylaromatischen Verbindungen und Dienen, wobei das Blockcopolymer ein Triblockcopolymer mit Styrol abgeleiteten Endblöcken und Dien-abgeleiteten Mittelblöcken ist,
- b) einem epoxyfunktionalisierten α-Olefin-Elastomeren, worin das epoxyfunktionalisierte α-Olefin-Elastomer etwa 60 Gew.-% bis etwa 99,5 Gew.-% eines α-Olefins und etwa 0,5 Gew.-% bis etwa 40 Gew.-% eines Glycidylesters einer α,β-ungesättigten Carbonsäure enthält und
- c) einer Mischung von (i) und (ii),
2. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das niedermolekulare Polyarylensulfid-Harz
einen Gehalt zwischen etwa 20 Gew.-% und etwa 70 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht der Zusammensetzung, aufweist.
3. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei das hochmolekulare Polyarylensulfid-Harz
einen Gehalt zwischen etwa 20 Gew.-% und etwa 70 Gew.-%, bezogen auf das
Gesamtgewicht der Zusammensetzung, aufweist.
4. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Zusammensetzung im wesentlichen
besteht aus niedermolekularen Polyarylensulfid-Harz, hochmolekularen Polyarylensulfid-
Harz, epoxyfunktionalisierten α-Olefin-Elastomeren und vinylaromatischen-Dien-
Blockcopolymeren.
5. Zusammensetzung nach Anspruch 1, wobei die Zusammensetzung besteht aus
niedermolekularen Polyarylensulfid-Harz, hochmolekularen Polyarylensulfid-Harz,
epoxyfunktionalisierten α-Olefin-Elastomeren und dem Blockcopolymeren.
6. Zusammensetzung nach Anspruch 1, die weiterhin wenigstens ein Additiv enthält,
ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus flammhemmenden Mitteln, tropfverhindernden
Mitteln, Farbstoffen, Pigmenten, Färbemitteln, Stabilisatoren, antistatischen Mitteln,
Weichmachern und Schmiermitteln.
7. Verwendung der Zusammensetzung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6 zur
Herstellung von geformten Gegenständen.
8. Geformte Gegenstände, hergestellt aus der Zusammensetzung nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 6.
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