DE19527501A1 - Verfahren und Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Beschichten eines GegenstandesInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten eines Gegenstandes mit einem
festen, flüssigen oder fluiden Beschichtungsmaterial durch Verdüsen des Beschich
tungsmaterials.
Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes.
Aus der Literatur sind eine Vielzahl von Verfahren zum Beschichten eines Gegen
standes bekannt. So ist z. B. aus der EP-AP 0 459 086 ein Verfahren zum Fluidisieren,
Fördern und/oder Zerstäuben von festen und flüssigen Beschichtungsmaterialien
bekannt. Ein derartiges Verfahren kommt bei der Oberflächenbeschichtung, insbeson
dere der elektrostatischen Oberflächenbeschichtung, zur Anwendung. Als Druckgas
wird hierbei ein unter hohem Druck stehendes, reines Inertgas verwendet. Dieses wird
auf den gewünschten Betriebsdruck entspannt, wobei das Inertgas, im Falle der EP-AP
459 086, auf eine Temperatur unter Umgebungstemperatur abgekühlt wird.
Anstelle von Inertgasen kann selbstverständlich auch Druckluft verwendet werden.
Aufgrund der Wasser- und Ölrückstände in der Druckluft kommt es jedoch zu
unbefriedigenden Arbeitsergebnissen beim Auftrag des Beschichtungsmaterials auf
den zu beschichtenden Gegenstand bzw. das zu beschichtende Werkstück.
Die Verwendung von Inertgas hingegen führt dazu, daß die Zerstäuberwolke im we
sentlichen frei von Luft und damit von Sauerstoff gehalten wird, so daß in der Zer
stäuberwolke selbst kein zündfähiges Gas vorhanden ist. Auch wird die Bildung einer
zündfähigen Gasatmosphäre im Arbeitsraum bzw. in der Sprühkabine reduziert.
Die Bereitstellung eines Inertgases, wie z. B. Stickstoff bzw. Flüssig-Stickstoff, ist je
doch mit einem apparativen Aufwand sowie zusätzlichen Kosten verbunden.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum
schichten eines Gegenstandes mit einem festen oder flüssigen Beschichtungs
material anzugeben, die gegenüber dem bekannten Stand der Technik apparativ
einfacher aufgebaut und zudem kostengünstiger betrieben werden können.
Dies wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, daß das Verdüsen in eine evakuierte
Verdüsungskammer, in der sich der zu beschichtende Gegenstand befindet, ohne
Zugabe eines Treibgases erfolgt.
Beim erfindungsgemäßen Verfahren erfolgt demnach das Verdüsen des festen, flüs
sigen oder fluiden Beschichtungsmaterials in die evakuierte Verdüsungskammer ohne
Zugabe eines Treib- bzw. Inertgases. Es kann somit auf all diejenigen Verfahrens
schritte sowie apparativen Bauteile, die der Bereitstellung des Treibgases dienen,
verzichtet werden. Aus dieser Tatsache resultiert bereits eine erhebliche Investitions
kosteneinsparung. Das nicht benötigte Treib- bzw. Inertgas führt ferner zu einer
deutlichen Verringerung der Betriebskosten.
Entsprechend dem innerhalb der Verdüsungskammer gewählten Enddruck des Vaku
ums weist die Beschichtung eine sehr hohe Reinheit und Dichte auf. Auch wird die
Einlagerung von Fremdatomen in die Beschichtung vermieden, so daß die Haftfestig
keit auf dem zu beschichtenden Gegenstand bzw. Werkstück erhöht wird.
Die bereits innerhalb der Verdüsungskammer erzielte Reinheit der Beschichtung macht
unter Umständen nachfolgende Reinigungsschritte unnötig bzw. reduziert die Anzahl
derselbigen.
Gemäß einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens beträgt der Druck in
der Verdüsungskammer weniger als 500 mbar, vorzugsweise weniger als 100 mbar.
Wie bereits erwähnt, bestimmt der Restdruck in der Verdüsungskammer in erster
Näherung den Grad der Verunreinigung der Beschichtung. Das Erreichen einer be
stimmten Schichtreinheit hat somit einen gewissen Energieaufwand zum Herstellen
eines entsprechenden Vakuums zur Folge.
Eine weitere Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist dadurch gekenn
zeichnet, daß der Verdüsungskammer ein Prozeßgas, insbesondere ein Inertgas, wie
z. B. Argon, Helium oder Stickstoff oder ein Gemisch aus Wasserstoff und Inertgasen,
wobei letzteren Sauerstoff und/oder kurzkettige Kohlenwasserstoffe und/oder Fluoride
zugesetzt sein können, zugeführt wird.
Durch die Zugabe eines Prozeßgases in die Verdüsungskammer können die Eigen
schaften der Beschichtung, wie z. B. Schichtaufbau und -struktur, Schichtdicke, Haft
fähigkeit der Schicht, etc., beeinflußt werden.
Je nach Beschichtungsmaterial, hierbei kann es sich selbstverständlich auch um Kleb-
oder Farbstoffe handeln, läßt sich durch die Zugabe von Prozeßgas eine gezielte
chemische Umsetzung des Beschichtungsmaterials erreichen.
Das erfindungsgemäße Verfahren weiterbildend wird vorgeschlagen, daß innerhalb der
Verdüsungskammer ein elektromagnetisches Feld erzeugt wird.
Das elektromagnetische Feld wird hierbei vorzugsweise mittels eines Mikrowellen-Generators
erzeugt. Durch das elektromagnetische Feld kommt es innerhalb der
Verdüsungskammer zur Bildung eines Plasmas. Insbesondere bei der Zugabe von
Prozeßgas bzw. -gasen in die Verdüsungskammer kann die aktivierende und reini
gende Wirkung dieser Prozeßgase auf die Oberfläche des zu beschichtenden Gegen
standes bzw. Werkstückes durch das innerhalb der Verdüsungskammer erzeugte
Plasma erhöht werden.
Neben der Plasmaerzeugung mittels eines Mikrowellen-Generators, kann das Plasma
selbstverständlich auch auf eine andere äquivalente Art und Weise, wie z. B. mittels
eines FH-Generators, erzeugt werden.
Das erfindungsgemäße Verfahren sowie weitere Ausgestaltungen davon werden an
hand der nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erläutert.
Wie bereits eingangs erwähnt, betrifft die Erfindung ferner eine Vorrichtung zum Be
schichten eines Gegenstandes.
Zur Lösung der bereits erwähnten Aufgabe wird erfindungsgemäß vorgeschlagen, daß
die Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes
- a) ein Reservoir für das Beschichtungsmaterial und/oder
- b) Mittel zum Heranführen des Beschichtungsmaterials an einen Düsenstock,
- c) einen Düsenstock und
- d) eine Verdüsungskammer, die der Aufnahme des zu beschichtenden Gegenstandes bzw. Werkstückes dient, umfaßt.
Das erfindungsgemäße Verfahren, die erfindungsgemäße Vorrichtung sowie weitere
Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen
Vorrichtung seien anhand der Figuren näher erläutert.
Die Figur zeigt eine Verdüsungskammer 1, in der ein Vakuum 2 erzeugt wird. Dazu
wird die Verdüsungskammer 1 mittels der Vakuumpumpe 5 über die Leitung 4 evaku
iert. Innerhalb der Verdüsungskammer 1 ist der zu beschichtende Gegenstand 3 ange
ordnet. Aufgrund der Übersichtlichkeit wurde auf eine Darstellung der für die Fixierung
des Gegenstandes 3 notwendigen Vorrichtung sowie der Vorrichtung, die das Ein- und
Ausschleusen des Gegenstandes 3 in bzw. aus der Verdüsungskammer 1
ermöglichen, verzichtet.
Das Beschichtungsmaterial 6 befindet sich in einem Reservoir außerhalb der Ver
düsungskammer 1. Zwischen diesem Reservoir und der Verdüsungskammer
1 ist der sog. Düsenstock 7, durch den das Verdüsen des Beschichtungsmaterials
erfolgt, angeordnet. Dieser Düsenstock 7 weist mindestens eine Düse auf; die Anzahl
der Düsen wird sich in der Praxis nach der Größe und/oder Form des zu beschichten
den Gegenstandes bzw. Werkstückes 3 richten. Im Falle mehrerer Düsen kann deren
Anordnung so gewählt werden, daß sich die Sprühkegel 10 nicht wesentlich vor dem zu
beschichtenden Gegenstand überschneiden.
Es ist prinzipiell denkbar, daß die Verdüsung des Beschichtungsmaterials 6 lediglich
durch den Druckunterschied zwischen dem Verdüsungskammerdruck und dem Druck
des Beschichtungsmaterial 6 erfolgt. Zusätzlich kann jedoch auch ein Preßstempel 8,
der in Verbindung mit einer Druckstange 9 zur Erhöhung des Verdüsungsdrucks über
den Atmosphärendruck hinaus dient, vorgesehen sein.
Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist derjenige Bereich, in dem sich
das Beschichtungsmaterial 6 befindet, beheizt. Die Beheizung des Beschichtungs
materials 6 kann entweder direkt über außen oder innen angeordnete Heizstäbe 11
oder z. B. über Wirbelströme erfolgen.
Zur Erzeugung eines elektromagnetischen Feldes und damit zur Bildung eines
Plasmas innerhalb der Verdüsungskammer 1 ist ein Mikrowellen-Generator 13, dessen
elektromagnetische Strahlung über den Hohlleiter 14 in die Verdüsungskammer 1
eingekoppelt wird, vorgesehen. Alternativ zur Plasmaerzeugung mittels Mikrowellen-Generator
ist auch eine Plasmaerzeugung mittels FH-Generators möglich.
Mittels der Leitung 12 ist eine Zuführung von Prozeßgas bzw. -gasen in die Ver
düsungskammer 9 möglich.
Die dargestellte Vorrichtung kann in jeder beliebigen Raumrichtung orientiert angeord
net sein.
Zusammenfassend läßt sich feststellen, daß mittels des erfindungsgemäßen Ver
fahrens sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung deutliche Qualitätsvorteile bei der
Beschichtung von Gegenständen bzw. Werkstücken realisiert werden können. So wird
neben einer hohen Reinheit sowie einer hohen Dichte der auf dem Werkstück aufge
tragenen Schicht eine vergleichsweise höhere Haftfestigkeit dieser Schicht auf dem
Werkstück erreicht. Dadurch kann auf bisher notwendige Prozeßschritte, wie z. B.
Nachreinigen, etc., verzichtet werden.
Claims (14)
1. Verfahren zum Beschichten eines Gegenstandes mit einem festen, flüssigen oder
fluiden Beschichtungsmaterial durch Verdüsen des Beschichtungsmaterials, da
durch gekennzeichnet, daß das Verdüsen in eine evakuierte Verdüsungskammer
(1), in der sich der zu beschichtende Gegenstand (3) befindet, ohne Zugabe eines
Treibgases erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Druck in der Ver
düsungskammer (1) weniger als 500 mbar, vorzugsweise weniger als 100 mbar
beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Ver
düsungskammer (1) ein Prozeßgas zugeführt wird (12).
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Prozeßgas ein
Inertgas, wie z. B. Argon, Helium oder Stickstoff oder ein Gemisch aus Wasserstoff
und Inertgasen, wobei letzteren Sauerstoff und/oder kurzkettige Kohlenwasser
stoffe und/oder Fluoride zugesetzt sein können, verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
innerhalb der Verdüsungskammer (1) ein elektromagnetisches Feld erzeugt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das elektrische Feld
mittels eines Mikrowellen-Generators (13) erzeugt wird.
7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Verdüsung des zu verdüsenden Beschichtungsmaterials (6) mittels einer Loch
scheibe mit Bohrungen, deren Durchmesser 2 mm beträgt, erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Beschichtungsmaterial (6) vor seiner Verdüsung beheizt wird (11).
9. Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes, umfassend
- a) ein Reservoir für das Beschichtungsmaterial (6) und/oder
- b) Mittel zum Heranführen des Beschichtungsmaterials (6) an einen Düsenstock (7),
- c) einen Düsenstock (7) und
- d) eine Verdüsungskammer (1), die der Aufnahme des zu beschichtenden Gegenstandes bzw. Werkstückes (3) dient.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß Mittel zum Erzeugen
eines elektromagnetischen Feldes innerhalb der Verdüsungskammer (1) vorge
sehen sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Er
zeugen eines elektromagnetischen Feldes innerhalb der Verdüsungskammer (1)
als Mikrowellen-Generator (13) ausgebildet sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die mittels des
Mikrowellen-Generators (13) erzeugten elektromagnetischen Wellen über einen
Hohlleiter (14) in die Verdüsungskammer (1) eingekoppelt werden.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
eine Zuführvorrichtung (12) für Prozeßgas bzw. -gase in die Verdüsungskammer
(1) vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
Mittel zum Beheizen des Beschichtungsmaterials (6) vorgesehen sind.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995127501 DE19527501A1 (de) | 1995-07-27 | 1995-07-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995127501 DE19527501A1 (de) | 1995-07-27 | 1995-07-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19527501A1 true DE19527501A1 (de) | 1997-01-30 |
Family
ID=7767954
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995127501 Withdrawn DE19527501A1 (de) | 1995-07-27 | 1995-07-27 | Verfahren und Vorrichtung zum Beschichten eines Gegenstandes |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19527501A1 (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19722159A1 (de) * | 1997-05-27 | 1998-12-03 | Voith Sulzer Papiermasch Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zum direkten oder indirekten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf eine laufende Oberfläche |
-
1995
- 1995-07-27 DE DE1995127501 patent/DE19527501A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19722159A1 (de) * | 1997-05-27 | 1998-12-03 | Voith Sulzer Papiermasch Gmbh | Verfahren und Vorrichtung zum direkten oder indirekten Auftragen eines flüssigen oder pastösen Auftragsmediums auf eine laufende Oberfläche |
| US6063450A (en) * | 1997-05-27 | 2000-05-16 | Voith Sulzer Papiermaschinen Gmbh | Method and apparatus for directly or indirectly applying a liquid pasty application medium to one or both sides of a continuous surface |
| US6410100B1 (en) | 1997-05-27 | 2002-06-25 | Voith Sulzer Papiermaschinen Gmbh | Method of applying a coating medium on a traveling fiber material web |
| US6494954B1 (en) | 1997-05-27 | 2002-12-17 | Voith Sulzer Papiermaschinen Gmbh | Method and apparatus for directly or indirectly applying a liquid or pasty application medium to one or both sides of a continuous surface |
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