DE19525022A1 - Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents
Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen HerstellungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft einen verheizbaren, festen Formkörper
und ein Verfahren zur Herstellung solcher Formkörper.
Stahl und Eisen werden häufig in koksbetriebenen Heiß- und
Kaltwindschachtöfen sowie in Hochöfen erschmolzen, in denen
Koks als Energielieferant dient. Beim Transport des Kokses zum
Stahlwerk und beim innerhalb des Stahlwerkes erfolgenden Hand
ling des Kokses vom Anlieferungsort bis zum Schmelzofen selbst
bildet sich eine beträchtliche Menge an Koksabrieb, der unter
Fachleuten als sog. Koksgrus bezeichnet wird. Während der ei
gentliche Koks üblicherweise in Form grober Stücke vorliegt,
ist dieser Koksgrus erheblich kleinteiliger bis hin zu pulver
förmig. Er kann nicht zusammen mit dem eigentlichen Koks in den
Schmelzofen eingebracht werden, da der feinteilige Koksgrus
verpuffen oder auf der Schmelze aufschwimmen würde. Es ist des
halb üblich, den Koksgrus zu sammeln, zu lagern und zu einem
gegenüber dem Koks erheblich niedrigeren Preis wieder zu ver
kaufen.
Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, eine
Möglichkeit anzugeben, die die Weiterverwendung von Koksgrus im
Rahmen der Stahl- und Eisenherstellung erlaubt.
Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe durch einen verheizbaren,
festen Formkörper gelöst, dessen Hauptbestandteile Koksteilchen
und Zement sind. Der erfindungsgemäße Formkörper, der eine be
liebige Form aufweisen kann und häufig quader- oder würfelför
mig sein wird, besteht demnach im wesentlichen aus Koksteilchen
und Zement. Der Begriff "im wesentlichen" soll dabei zum Aus
druck bringen, daß zusätzlich noch andere Bestandteile in dem
Formkörper enthalten sein können und daß auch dann, wenn der
Formkörper nur aus Koksteilchen und Zement besteht, noch an den
Zement gebundenes Wasser vorhanden ist, das bei der Herstellung
des Formkörpers hinzugefügt wurde.
Um den Heizwert eines erfindungsgemäßen Formkörpers möglichst
groß zu machen und um den bei seiner Verbrennung entstehenden
Ascheanteil zu begrenzen, ist der Anteil an Koksteilchen bevor
zugt größer als der Anteil an Zement und liegt besonders bevor
zugt im Bereich von etwa 75 Gew.-% bis etwa 90 Gew.-%. Demnach
liegt der Anteil an Zement besonders bevorzugt im Bereich von
etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-%.
Bei einer allgemeineren Form des erfindungsgemäßen Formkörpers
werden nicht nur Koksteilchen, sondern auch bzw. oder Kohle
teilchen verwendet. Speziell bei der Stahlherstellung wird man
jedoch aufgrund des dadurch erzielbaren höheren Heizwertes den
Anteil an Koksteilchen möglichst groß wählen. Bei anderen Ein
satzzwecken, beispielsweise für den normalen Hausbrand, können
aber ohne weiteres auch oder nur Kohleteilchen anstelle der
Koksteilchen verwendet werden.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß es sich bei dem
erfindungsgemäßen, verheizbaren, festen Formkörper nicht um ein
Brikett handelt. Kohlebriketts werden zwar ebenfalls unter Ver
wendung feinteiliger Kohle oder Kohlestaub hergestellt, jedoch
wird bei der Brikettherstellung das Ausgangsmaterial unter sehr
hohem Druck zum fertigen Brikett verpreßt. Zement findet sich
in einem Kohlebrikett nicht. Die erfindungsgemäßen Formkörper
werden demgegenüber nicht oder nur sehr leicht gepreßt. Der ab
bindende Zementanteil in erfindungsgemäßen Formkörpern reicht
aus, diesen eine gute Formbeständigkeit und Druckfestigkeit zu
geben.
Gemäß einer Weiterbildung enthält der erfindungsgemäße Formkör
per als weiteren Bestandteil Filterstaub, wie er beispielsweise
in Filteranlagen zur Trocken- oder Naßentstaubung anfällt, wie
sie z. B. in Stahlwerken Verwendung finden. Das bei der Naßent
staubung anfallende Material wird auch als Zyklatorschlamm be
zeichnet. Filterstäube der genannten Art können hochgiftige Be
standteile wie Dioxine enthalten. Ihre Entsorgung ist daher
heutzutage aufwendig und entsprechend kostspielig. Die Verwen
dung solcher Filterstäube als Bestandteil erfindungsgemäßer
Formkörper stellt, wie noch näher erläutert wird, eine kosten
günstige und ökologisch unbedenkliche Entsorgungsmöglichkeit
für diese Filterstäube dar. Der Filterstaubanteil eines erfin
dungsgemäßen Formkörpers kann bis zu etwa 40 Gew.-% betragen.
Manche Ausführungsformen erfindungsgemäßer Formkörper weisen
als weiteren Bestandteil Graphit auf. Ein gewisser Graphitan
teil ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Kohlenstoff
gehalt eines erfindungsgemäßen Formkörpers erhöht werden soll,
um seinen Heiz- bzw. Brennwert zu verbessern. Graphit als nahe
zu reiner Kohlenstoff ist hierfür ideal geeignet und kann zudem
in Form von Graphitstaub preisgünstig beispielsweise von der
bleistiftherstellenden Industrie bezogen werden. Wenn der er
findungsgemäße Formkörper größere Anteile an Filterstaub ent
hält, wird er bevorzugt auch einen Graphitanteil enthalten, um
seinen Heizwert hoch zu halten.
Obwohl als Zement im Prinzip jeder Zement geeignet ist, hat sich
herausgestellt, daß Portlandzement besonders gut geeignet ist
und daß mit Vorteil ein Portlandzement vom Typ PLZ-45F Verwen
dung findet. Dieser Zementtyp bietet einen guten Kompromiß zwi
schen schneller Abbindung und guter Endfestigkeit des herge
stellten Formkörpers. Eine ausreichend schnelle Abbindung ist
zur wirtschaftlichen Herstellung erfindungsgemäßer Formkörper
wichtig, denn sie erlaubt eine schnelle Entformung. Anderer
seits ist es auch wichtig, daß erfindungsgemäße Formkörper eine
gute Festigkeit aufweisen, insbesondere eine gute Druckfestig
keit, damit sie beim Transportieren und beim Einbringen in bei
spielsweise einen Schmelzofen nicht zerbröseln.
Bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Formkörper haben
ein spezifisches Gewicht, daß größer als Eins ist. Wichtig ist
ein spezifisches Gewicht größer Eins besonders dann, wenn er
findungsgemäße Formkörper in Schmelzöfen als Energielieferant
verwendet werden sollen, weil dann ein Aufschwimmen der Form
körper auf der Schmelze verhindert ist. So kann erreicht wer
den, daß der erfindungsgemäße Formkörper in der Schmelze ab
sinkt und seine Energie erst dort freigibt, wo dies die meiste
Wirkung bringt, nämlich im Inneren der Schmelze selbst. Falls
erforderlich, kann das spezifische Gewicht auch durch eine
leichte Verdichtung des erfindungsgemäßen Formkörpers während
seiner Herstellung erhöht werden.
Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsge
mäßen Formkörpers sind die Koksteilchen durch Koksgrus gebil
det. Die vorliegende Erfindung stellt somit eine Möglichkeit
bereit, den Heizwert des in großen Mengen anfallenden Koksgru
ses nutzbar zu machen. Die unter Verwendung von Koksgrus herge
stellten, erfindungsgemäßen Formkörper können sehr gut als Er
satz für teuren Zechenkoks dienen, da der Heizwert solcher er
findungsgemäßer Formkörper spezifisch hoch ist und etwa im Be
reich von eigentlichem Koks liegt. Der Zementanteil in erfin
dungsgemäßen Formkörpern erhöht das spezifische Gewicht dersel
ben und führt zu einer guten Druckfestigkeit, so daß Formkörper
der beschriebenen Art ohne großen Abrieb auf den üblicherweise
vorhandenen Förder- und Transportanlagen gehandhabt werden kön
nen. Auch wenn erfindungsgemäße Formkörper aufgrund einer über
mäßigen Belastung zerbrechen, wie es beispielsweise beim Abkip
pen vorkommen kann, entstehen Bruchstücke einer solchen Größe,
die es ohne weiteres erlaubt, daß diese Bruchstücke zusammen
mit unbeschädigten Formkörpern ihrer beabsichtigten Verwendung
zugeführt werden können. Ein Zerbröseln findet nicht statt, was
zu einer deutlichen Entlastung der heute üblicherweise vor
handenen Entstaubungsanlage führt. Die bei der Verbrennung er
findungsgemäßer Formkörper entstehende Asche kann unter anderem
wieder zur Zementherstellung eingesetzt werden. Zur Produktion
erfindungsgemäßer Formkörper sind Betonsteinfertigungsmaschinen
hervorragend geeignet, insbesondere sog. Brettfertiger.
Mit den verheizbaren, festen Formkörpern gemäß der Erfindung
eröffnet sich darüberhinaus eine kostengünstige und ökologisch
unbedenkliche Form der Entsorgung auch hoch giftstoffbelasteter
Filterstäube. Diese Filterstäube werden der Mischung, aus der
erfindungsgemäße Formkörper hergestellt werden, einfach zuge
setzt, wobei sie durch den Zementanteil im entstehenden Form
körper gebunden werden. Bei der Verbrennung solcher Formkörper
beispielsweise in einem Hochofen zur Stahlerzeugung ist die
Verbrennungstemperatur so hoch, daß auch äußerst kritische
Stoffe wie Dioxine zu unbedenklichen Stoffen zersetzt werden.
Deshalb kann die aus dem Hochofen abgezogene Schlacke trotz
einer vorangegangenen Verbrennung von Filterstaub enthaltenden
erfindungsgemäßen Formkörpern beispielsweise zur erneuten Her
stellung von Zement verwendet werden. Über die bereits be
schriebene Graphitzugabe läßt sich der Heizwert eines erfin
dungsgemäßen Formkörpers trotz größerer Anteile an Filterstaub
auf vernünftigen Werten halten. Ein weiterer Vorteil von Fil
terstaub enthaltenden, erfindungsgemäßen Formkörpern ist darin
zu sehen, daß sich bei deren Verwendung in beispielsweise einem
Schachtofen der Anteil bestimmter Metalle im aus der Abluft
entfernten Filterstaub erhöht, d. h. diese Metalle reichern sich
im Filterstaub an. So enthält beispielsweise der Filterstaub in
üblichen Filteranlagen für Schachtöfen zur Eisen- bzw. Stahl
herstellung ca. 10-15% Zink. Substituiert man den normaler
weise ausschließlich verwendeten Koks teilweise durch erfin
dungsgemäße, Filterstaub enthaltende Formkörper, so erhöht sich
der Zinkgehalt im Filterstaub auf ca. 25 bis 35%, da der in
den Formkörpern gebundene Filterstaub ebenfalls bereits Zink
enthält und dieses Zink beim Verbrennen der Formkörper freige
setzt wird und über die Abluft wieder in die Filteranlage ge
langt, wo es abgeschieden wird. Der solchermaßen mit Zink ange
reicherte Filterstaub läßt sich auch mit Gewinn an Zinkhütten
verkaufen, die daraus das Zink wiedergewinnen.
Aus den vorstehenden Erläuterungen ergibt sich, daß verheizba
re, feste Formkörper gemäß der Erfindung mit besonderem Vorteil
in koksbetriebenen Heiß- und Kaltwindschachtöfen und in Hoch
öfen zur Stahl- bzw. Eisenerschmelzung eingesetzt werden kön
nen. Die erfindungsgemäßen Formkörper können dort ohne weiteres
teuren Zechenkoks substituieren, da ihr Heizwert mit dem des
Zechenkokses vergleichbar ist und sie die bei ihrer Verbrennung
freigesetzte Energie tief in der Schmelze abgeben, wo die mei
ste Wirkung erzielt wird. Da erfindungsgemäße Formkörper deut
lich billiger als die entsprechende Menge an Zechenkoks sind,
ergibt sich durch deren Verwendung neben den bereits beschrie
benen Vorteilen auch ein spürbarer wirtschaftlicher Nutzen.
Das Verfahren zur Herstellung erfindungsgemäßer Formkörper ist
einfach durchführbar, denn es braucht lediglich eine wäßrige
Mischung aus Koks- und/oder Kohleteilchen und Zement bereitge
stellt zu werden, die dann in eine dem späteren Formkörper ent
sprechende Form eingebracht wird. Nach Ablauf einer bestimmten
Zeitdauer, die von der Art und Feinkörnigkeit des eingesetzten
Zements abhängt, kann die Form entfernt werden, da der Formkör
per nun eine ausreichende eigene Formbeständigkeit hat. Der ge
formte Körper kann dann alleine fertig aushärten. Insbesondere
ist zur Herstellung erfindungsgemäßer Formkörper ein Brettfer
tiger geeignet, wie er aus der Betonsteinherstellung bekannt
ist. Dabei wird eine Form, mit der zumeist mehrere Formkörper
auf einmal gefertigt werden, auf einem Brett angeordnet, dann
wird die wäßrige Mischung unter gleichzeitigem Rütteln der
Form in letztere eingefüllt, wodurch eine Verdichtung des in
die Form gefüllten Materials stattfindet. Gegebenenfalls kann
auf das in die Form gefüllte Material noch ein Gewicht gelegt
werden und es kann auch nach dem Einfüllen mit dem Rütteln
fortgefahren werden. Nach Ablauf einer Abbindezeit, die eine
ausreichende eigene Formbeständigkeit der Körper gewährleistet,
wird entformt, d. h. die Form wird entfernt und die Formkörper
härten auf der Brettunterlage aus.
Bevorzugt werden im Rahmen der Herstellung der wäßrigen Mi
schung die Koks- und/oder Kohleteilchen sowie der Zement
trocken vorgemischt. Der trockenen Mischung aus Zement und
Koks- und/oder Kohleteilchen wird dann Wasser zugegeben. Der
Wasseranteil beträgt dabei bevorzugt etwa die Hälfte des Ze
mentanteils bezogen auf das Gewicht.
Der Zementanteil der wäßrigen Mischung liegt bevorzugt im Be
reichen von etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-%. Mit solchen Ze
mentanteilen ist ein hoher Heizwert und ein ausreichend kleiner
Ascherückstand gewährleistet. Allgemein steigt mit höher wer
dendem Zementanteil die Druckfestigkeit der erzeugten Formkör
per, es nimmt jedoch auch die Menge des Ascherückstands zu. Mit
geringer werdendem Zementanteil steigt bei entsprechender Zu
nahme des Koks- und/oder Kohleanteils der Heizwert, jedoch
nimmt die Druckfestigkeit des Formkörpers ab. Da ein Formkörper
mit geringerem Zementanteil jedoch auch leichter wird, wirkt
sich die Abnahme der Druckfestigkeit häufig nicht negativ aus,
da der auf einen solchen Formkörper beispielsweise beim Herab
fallen einwirkender Impuls unter Annahme ansonsten gleicher
Voraussetzungen geringer ist. Versuchsweise hergestellte Form
körper mit einem Zementanteil von 20 Gew.-% zeigten gute Ergeb
nisse. Im Rahmen dieser Versuche wurde festgestellt, daß der
Wasseranteil entgegen der sonst bei Zement üblichen Verfahrens
weise deutlich erhöht werden kann, so daß sich auch mit nur 18
oder 15 Gew.-% Zementanteil Formkörper herstellen lassen, die
eine nahezu ebensogute Druckfestigkeit zeigen, wie die Formkör
per mit einem Zementanteil von 20 Gew.-%.
Soll dem erfindungsgemäßen Formkörper Filterstaub zugesetzt
werden, kann dies auf Kosten des Koks- und/oder Kohleanteils
bis zu einem Anteil von etwa 40 Gew.-% geschehen. Die wäßrige
Mischung enthält dann also Filterstaub, Koks- und/oder Kohle
teilchen sowie Zement.
Soll zur Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes und damit zur Verbes
serung des Heizwertes den erfindungsgemäßen Formkörpern Graphit
zugesetzt werden, wird der wäßrigen Mischung aus Koks- und/
oder Kohleteilchen, Zement und ggf. Filterstaub eine Mischung
zugesetzt, die zu je einem Drittel Volumenanteil aus Graphit,
Wasser und Zement besteht. Die solchermaßen erhaltene Mischung
wird dann in die Form eingebracht.
In den Versuchen hat sich herausgestellt, daß der Zement mit
besonderem Vorteil ein Portlandzement insbesondere des Typs
PLZ-45F ist. Bei Verwendung eines Zements des genannten Typs
und eines Brettfertigers zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Formkörper kann bereits nach etwa 8 Sekunden entformt werden.
Portlandzemente höherer Feinkörnigkeit bergen die Gefahr des
"Verbrennens", d. h. der erzeugte Formkörper bindet zwar noch
schneller ab, wird jedoch in Folge leicht bröselig. Portlandze
mente geringerer Körnung brauchen im allgemeinen zu lange bis
zur Erzeugung einer ausreichenden Eigenformbeständigkeit und
zum Aushärten.
Im folgenden werden die bereits angesprochenen Versuche näher
erläutert.
Zunächst wurde eine trockene Mischung bestehend aus 80 Gew.-%
Koksgrus und 20 Gew.-% PLZ-45F Zement hergestellt. Zu dieser
Mischung wurden 5 Gew.-% Wasser gegeben. Aus der so erhaltenen
wäßrigen Mischung wurden quaderförmige Formkörper einer Abmes
sung von 20 × 20 × 30 cm hergestellt. Jeder Formkörper hatte
ein Gewicht von 15 kg. Mit den in ausreichender Anzahl herge
stellten Formkörpern wurden sodann drei Versuchsreihen in einem
Heißwind-Schachtofen gefahren und dabei Stahl erzeugt.
Als Referenz wurde ein Durchlauf mit einem Satzgewicht von
3.000 kg unter Verwendung von 14,5 Gew.-% Zechenkoks gefahren.
Die dabei erreichte Eisentemperatur, d. h. die Temperatur der
aus dem Ofen austretenden Schmelze, betrug 1.530°C. Die Ana
lyse ergab einen Kohlenstoffgehalt von 3,5 Gew.-%, einen Sili
ziumgehalt von 1,6 Gew.-% und einen Schwefelgehalt von 0,085
Gew.-%. Bei diesem Referenzlauf wurden keine erfindungsgemäßen
Formkörper eingesetzt.
Sodann wurden in einem ersten Versuchsdurchlauf 58 Sätze mit
einem Satzgewicht von je 3.089 kg unter Verwendung von 11
Gew.-% Zechenkoks und 2,5 Gew.-% in Form der zuvor hergestell
ten Formkörper als Koksersatz gefahren. Der Gesamtkoksanteil
betrug demnach 13,5 Gew.-%. Die beim ersten Versuchsdurchlauf
erzielte Eisentemperatur betrug 1.532°C und war damit trotz
des um 1 Gew.-% niedrigeren Koksanteils sogar geringfügig höher
als beim Referenzdurchlauf. Die Analyse ergab einen Kohlen
stoffgehalt von 3,66 Gew.-%, einen Siliziumgehalt von 1,53
Gew.-% und einen Schwefelgehalt von 0,075 Gew.-%. Trotz des ge
ringeren Koksanteils gegenüber dem Referenzdurchlauf liegt der
Kohlenstoffgehalt gemäß Analyse höher als beim Referenzdurch
lauf.
Im zweiten Versuchsdurchlauf wurden 32 Sätze mit einem Satzge
wicht von je 3.094 kg unter Verwendung von 12 Gew.-% Zechenkoks
und 2,5 Gew.-% in Gestalt der zuvor hergestellten Formkörper
gefahren. Die dabei erreichte Eisentemperatur war 1.533°C. Die
Analyse ergab einen Kohlenstoffgehalt von 3,67 Gew.-%, einen
Siliziumgehalt von 1,6 Gew.-% und einen Schwefelgehalt von
0,085 Gew.-%. Obwohl der Koksanteil gleich dem beim Referenz
lauf eingesetzten Koksanteil war, ergab die Analyse einen um
0,17 Gew.-% höheren Kohlenstoffanteil.
Im dritten Versuchsdurchlauf wurden 23 Sätze von je 3.138 kg
unter Verwendung von 12 Gew.-% Chinakoks und 2,5 Gew.-% in
Gestalt der zuvor hergestellten Formkörper als Koksersatz ge
fahren. Der Koksanteil betrug somit 14,5 Gew.-%. Die im dritten
Versuchsdurchlauf erreichte Eisentemperatur betrug 1.540°C.
Die Analyse ergab einen Kohlenstoffgehalt von 3,58 Gew.-%,
einen Siliziumgehalt von 1,55 Gew.-% und einen Schwefelanteil
von 0,085 Gew.-%. Trotz des gegenüber dem Zechenkoks qualitativ
schlechteren Chinakoks wurde im dritten Versuchsdurchlauf ein
Kohlenstoffgehalt erzielt, der um 0,08 Gew.-% über dem Kohlen
stoffgehalt des Referenzdurchlaufs lag.
Die drei Versuchsdurchläufe belegen überzeugend, daß Koks durch
Formkörper, die nur zu 80 Gew.-% aus Koksgrus und zu 20 Gew.-%
aus Portlandzement bestehen, ersetzt werden kann. Weitere im
Rahmen der Versuchsdurchläufe gewonnene Analysedaten sind in
der folgenden Tabelle angegeben. Alle Zahlenwerte sind, falls
nicht anders angegeben, Prozentangaben in Gewichtsprozent.
In der Tabelle bedeuten:
KMT Kreislaufmaterial in Gew.-%
HW Heißwind
Belg. belgischer Zechenkoks
Chin. Chinakoks
HW Heißwind
Belg. belgischer Zechenkoks
Chin. Chinakoks
Claims (19)
1. Verheizbarer, fester Formkörper, dadurch gekennzeichnet,
daß seine Hauptbestandteile Koksteilchen und Zement sind.
2. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Anteil an Koksteilchen größer als der Anteil an Zement ist.
3. Verheizbarer, fester Formkörper, dessen Hauptbestandteil
Kohleteilchen sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper
als weiteren Bestandteil Zement enthält.
4. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Anteil an Zement im Bereich von etwa 10
Gew.-% bis etwa 25 Gew.-% liegt.
5. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge
kennzeichnet, daß er als weiteren Bestandteil Filterstaub ent
hält.
6. Formkörper nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Anteil an Filterstaub bis zu etwa 40 Gew.-% beträgt.
7. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß er als weiteren Bestandteil Graphit
enthält.
8. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß der Zement ein Portlandzement insbe
sondere des Typs PLZ-45F ist.
9. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß sein spezifisches Gewicht größer als
Eins ist.
10. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da
durch gekennzeichnet, daß die Koksteilchen durch Koksgrus ge
bildet sind.
11. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern gemäß einem der
vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
- - Bereitstellen einer wäßrigen Mischung enthaltend Koks- und/oder Kohleteilchen sowie Zement,
- - Einbringen der wäßrigen Mischung in eine Form, und
- - Entfernen der Form nach Erreichen einer ausreichenden Form beständigkeit der geformten wäßrigen Mischung.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß
die Koks- und/oder Kohleteilchen und der Zement trocken vorge
mischt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeich
net, daß der Wasseranteil der wäßrigen Mischung bezogen auf
das Gewicht zumindest annähernd die Hälfte des Zementanteils
beträgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Zementanteil der wäßrigen Mischung im Be
reich von etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-% liegt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch ge
kennzeichnet, daß die wäßrige Mischung als weiteren Bestand
teil bis zu 40 Gew.-% Filterstaub enthält.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch ge
kennzeichnet, daß der wäßrigen Mischung vor dem Einbringen in
die Form eine Mischung aus je einem 1/3-Volumentanteil Graphit,
Wasser und Zement zugesetzt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch ge
kennzeichnet, daß der Zement ein Portlandzement insbesondere
des Typs PLZ-45F ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch ge
kennzeichnet, daß zur Formung der Formkörper ein Brettfertiger
verwendet wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch ge
kennzeichnet, daß die Formkörper bei ihrer Herstellung leicht
gepreßt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995125022 DE19525022A1 (de) | 1995-07-10 | 1995-07-10 | Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995125022 DE19525022A1 (de) | 1995-07-10 | 1995-07-10 | Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19525022A1 true DE19525022A1 (de) | 1997-01-16 |
Family
ID=7766413
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995125022 Ceased DE19525022A1 (de) | 1995-07-10 | 1995-07-10 | Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
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