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DE19525022A1 - Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung - Google Patents

Verheizbarer, fester Formkörper und Verfahren zu dessen Herstellung

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Publication number
DE19525022A1
DE19525022A1 DE1995125022 DE19525022A DE19525022A1 DE 19525022 A1 DE19525022 A1 DE 19525022A1 DE 1995125022 DE1995125022 DE 1995125022 DE 19525022 A DE19525022 A DE 19525022A DE 19525022 A1 DE19525022 A1 DE 19525022A1
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DE
Germany
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cement
coke
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DE1995125022
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English (en)
Inventor
Manfred Kaiser
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Individual
Original Assignee
Individual
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C10PETROLEUM, GAS OR COKE INDUSTRIES; TECHNICAL GASES CONTAINING CARBON MONOXIDE; FUELS; LUBRICANTS; PEAT
    • C10LFUELS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; NATURAL GAS; SYNTHETIC NATURAL GAS OBTAINED BY PROCESSES NOT COVERED BY SUBCLASSES C10G OR C10K; LIQUIFIED PETROLEUM GAS; USE OF ADDITIVES TO FUELS OR FIRES; FIRE-LIGHTERS
    • C10L5/00Solid fuels
    • C10L5/02Solid fuels such as briquettes consisting mainly of carbonaceous materials of mineral or non-mineral origin
    • C10L5/06Methods of shaping, e.g. pelletizing or briquetting
    • C10L5/10Methods of shaping, e.g. pelletizing or briquetting with the aid of binders, e.g. pretreated binders
    • C10L5/12Methods of shaping, e.g. pelletizing or briquetting with the aid of binders, e.g. pretreated binders with inorganic binders

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • General Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geochemistry & Mineralogy (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Ceramic Products (AREA)

Description

Die Erfindung betrifft einen verheizbaren, festen Formkörper und ein Verfahren zur Herstellung solcher Formkörper.
Stahl und Eisen werden häufig in koksbetriebenen Heiß- und Kaltwindschachtöfen sowie in Hochöfen erschmolzen, in denen Koks als Energielieferant dient. Beim Transport des Kokses zum Stahlwerk und beim innerhalb des Stahlwerkes erfolgenden Hand­ ling des Kokses vom Anlieferungsort bis zum Schmelzofen selbst bildet sich eine beträchtliche Menge an Koksabrieb, der unter Fachleuten als sog. Koksgrus bezeichnet wird. Während der ei­ gentliche Koks üblicherweise in Form grober Stücke vorliegt, ist dieser Koksgrus erheblich kleinteiliger bis hin zu pulver­ förmig. Er kann nicht zusammen mit dem eigentlichen Koks in den Schmelzofen eingebracht werden, da der feinteilige Koksgrus verpuffen oder auf der Schmelze aufschwimmen würde. Es ist des­ halb üblich, den Koksgrus zu sammeln, zu lagern und zu einem gegenüber dem Koks erheblich niedrigeren Preis wieder zu ver­ kaufen.
Der Erfindung liegt insbesondere die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit anzugeben, die die Weiterverwendung von Koksgrus im Rahmen der Stahl- und Eisenherstellung erlaubt.
Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe durch einen verheizbaren, festen Formkörper gelöst, dessen Hauptbestandteile Koksteilchen und Zement sind. Der erfindungsgemäße Formkörper, der eine be­ liebige Form aufweisen kann und häufig quader- oder würfelför­ mig sein wird, besteht demnach im wesentlichen aus Koksteilchen und Zement. Der Begriff "im wesentlichen" soll dabei zum Aus­ druck bringen, daß zusätzlich noch andere Bestandteile in dem Formkörper enthalten sein können und daß auch dann, wenn der Formkörper nur aus Koksteilchen und Zement besteht, noch an den Zement gebundenes Wasser vorhanden ist, das bei der Herstellung des Formkörpers hinzugefügt wurde.
Um den Heizwert eines erfindungsgemäßen Formkörpers möglichst groß zu machen und um den bei seiner Verbrennung entstehenden Ascheanteil zu begrenzen, ist der Anteil an Koksteilchen bevor­ zugt größer als der Anteil an Zement und liegt besonders bevor­ zugt im Bereich von etwa 75 Gew.-% bis etwa 90 Gew.-%. Demnach liegt der Anteil an Zement besonders bevorzugt im Bereich von etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-%.
Bei einer allgemeineren Form des erfindungsgemäßen Formkörpers werden nicht nur Koksteilchen, sondern auch bzw. oder Kohle­ teilchen verwendet. Speziell bei der Stahlherstellung wird man jedoch aufgrund des dadurch erzielbaren höheren Heizwertes den Anteil an Koksteilchen möglichst groß wählen. Bei anderen Ein­ satzzwecken, beispielsweise für den normalen Hausbrand, können aber ohne weiteres auch oder nur Kohleteilchen anstelle der Koksteilchen verwendet werden.
Es sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß es sich bei dem erfindungsgemäßen, verheizbaren, festen Formkörper nicht um ein Brikett handelt. Kohlebriketts werden zwar ebenfalls unter Ver­ wendung feinteiliger Kohle oder Kohlestaub hergestellt, jedoch wird bei der Brikettherstellung das Ausgangsmaterial unter sehr hohem Druck zum fertigen Brikett verpreßt. Zement findet sich in einem Kohlebrikett nicht. Die erfindungsgemäßen Formkörper werden demgegenüber nicht oder nur sehr leicht gepreßt. Der ab­ bindende Zementanteil in erfindungsgemäßen Formkörpern reicht aus, diesen eine gute Formbeständigkeit und Druckfestigkeit zu geben.
Gemäß einer Weiterbildung enthält der erfindungsgemäße Formkör­ per als weiteren Bestandteil Filterstaub, wie er beispielsweise in Filteranlagen zur Trocken- oder Naßentstaubung anfällt, wie sie z. B. in Stahlwerken Verwendung finden. Das bei der Naßent­ staubung anfallende Material wird auch als Zyklatorschlamm be­ zeichnet. Filterstäube der genannten Art können hochgiftige Be­ standteile wie Dioxine enthalten. Ihre Entsorgung ist daher heutzutage aufwendig und entsprechend kostspielig. Die Verwen­ dung solcher Filterstäube als Bestandteil erfindungsgemäßer Formkörper stellt, wie noch näher erläutert wird, eine kosten­ günstige und ökologisch unbedenkliche Entsorgungsmöglichkeit für diese Filterstäube dar. Der Filterstaubanteil eines erfin­ dungsgemäßen Formkörpers kann bis zu etwa 40 Gew.-% betragen.
Manche Ausführungsformen erfindungsgemäßer Formkörper weisen als weiteren Bestandteil Graphit auf. Ein gewisser Graphitan­ teil ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Kohlenstoff­ gehalt eines erfindungsgemäßen Formkörpers erhöht werden soll, um seinen Heiz- bzw. Brennwert zu verbessern. Graphit als nahe­ zu reiner Kohlenstoff ist hierfür ideal geeignet und kann zudem in Form von Graphitstaub preisgünstig beispielsweise von der bleistiftherstellenden Industrie bezogen werden. Wenn der er­ findungsgemäße Formkörper größere Anteile an Filterstaub ent­ hält, wird er bevorzugt auch einen Graphitanteil enthalten, um seinen Heizwert hoch zu halten.
Obwohl als Zement im Prinzip jeder Zement geeignet ist, hat sich herausgestellt, daß Portlandzement besonders gut geeignet ist und daß mit Vorteil ein Portlandzement vom Typ PLZ-45F Verwen­ dung findet. Dieser Zementtyp bietet einen guten Kompromiß zwi­ schen schneller Abbindung und guter Endfestigkeit des herge­ stellten Formkörpers. Eine ausreichend schnelle Abbindung ist zur wirtschaftlichen Herstellung erfindungsgemäßer Formkörper wichtig, denn sie erlaubt eine schnelle Entformung. Anderer­ seits ist es auch wichtig, daß erfindungsgemäße Formkörper eine gute Festigkeit aufweisen, insbesondere eine gute Druckfestig­ keit, damit sie beim Transportieren und beim Einbringen in bei­ spielsweise einen Schmelzofen nicht zerbröseln.
Bevorzugte Ausführungsformen erfindungsgemäßer Formkörper haben ein spezifisches Gewicht, daß größer als Eins ist. Wichtig ist ein spezifisches Gewicht größer Eins besonders dann, wenn er­ findungsgemäße Formkörper in Schmelzöfen als Energielieferant verwendet werden sollen, weil dann ein Aufschwimmen der Form­ körper auf der Schmelze verhindert ist. So kann erreicht wer­ den, daß der erfindungsgemäße Formkörper in der Schmelze ab­ sinkt und seine Energie erst dort freigibt, wo dies die meiste Wirkung bringt, nämlich im Inneren der Schmelze selbst. Falls erforderlich, kann das spezifische Gewicht auch durch eine leichte Verdichtung des erfindungsgemäßen Formkörpers während seiner Herstellung erhöht werden.
Bei besonders bevorzugten Ausführungsformen des erfindungsge­ mäßen Formkörpers sind die Koksteilchen durch Koksgrus gebil­ det. Die vorliegende Erfindung stellt somit eine Möglichkeit bereit, den Heizwert des in großen Mengen anfallenden Koksgru­ ses nutzbar zu machen. Die unter Verwendung von Koksgrus herge­ stellten, erfindungsgemäßen Formkörper können sehr gut als Er­ satz für teuren Zechenkoks dienen, da der Heizwert solcher er­ findungsgemäßer Formkörper spezifisch hoch ist und etwa im Be­ reich von eigentlichem Koks liegt. Der Zementanteil in erfin­ dungsgemäßen Formkörpern erhöht das spezifische Gewicht dersel­ ben und führt zu einer guten Druckfestigkeit, so daß Formkörper der beschriebenen Art ohne großen Abrieb auf den üblicherweise vorhandenen Förder- und Transportanlagen gehandhabt werden kön­ nen. Auch wenn erfindungsgemäße Formkörper aufgrund einer über­ mäßigen Belastung zerbrechen, wie es beispielsweise beim Abkip­ pen vorkommen kann, entstehen Bruchstücke einer solchen Größe, die es ohne weiteres erlaubt, daß diese Bruchstücke zusammen mit unbeschädigten Formkörpern ihrer beabsichtigten Verwendung zugeführt werden können. Ein Zerbröseln findet nicht statt, was zu einer deutlichen Entlastung der heute üblicherweise vor­ handenen Entstaubungsanlage führt. Die bei der Verbrennung er­ findungsgemäßer Formkörper entstehende Asche kann unter anderem wieder zur Zementherstellung eingesetzt werden. Zur Produktion erfindungsgemäßer Formkörper sind Betonsteinfertigungsmaschinen hervorragend geeignet, insbesondere sog. Brettfertiger.
Mit den verheizbaren, festen Formkörpern gemäß der Erfindung eröffnet sich darüberhinaus eine kostengünstige und ökologisch unbedenkliche Form der Entsorgung auch hoch giftstoffbelasteter Filterstäube. Diese Filterstäube werden der Mischung, aus der erfindungsgemäße Formkörper hergestellt werden, einfach zuge­ setzt, wobei sie durch den Zementanteil im entstehenden Form­ körper gebunden werden. Bei der Verbrennung solcher Formkörper beispielsweise in einem Hochofen zur Stahlerzeugung ist die Verbrennungstemperatur so hoch, daß auch äußerst kritische Stoffe wie Dioxine zu unbedenklichen Stoffen zersetzt werden. Deshalb kann die aus dem Hochofen abgezogene Schlacke trotz einer vorangegangenen Verbrennung von Filterstaub enthaltenden erfindungsgemäßen Formkörpern beispielsweise zur erneuten Her­ stellung von Zement verwendet werden. Über die bereits be­ schriebene Graphitzugabe läßt sich der Heizwert eines erfin­ dungsgemäßen Formkörpers trotz größerer Anteile an Filterstaub auf vernünftigen Werten halten. Ein weiterer Vorteil von Fil­ terstaub enthaltenden, erfindungsgemäßen Formkörpern ist darin zu sehen, daß sich bei deren Verwendung in beispielsweise einem Schachtofen der Anteil bestimmter Metalle im aus der Abluft entfernten Filterstaub erhöht, d. h. diese Metalle reichern sich im Filterstaub an. So enthält beispielsweise der Filterstaub in üblichen Filteranlagen für Schachtöfen zur Eisen- bzw. Stahl­ herstellung ca. 10-15% Zink. Substituiert man den normaler­ weise ausschließlich verwendeten Koks teilweise durch erfin­ dungsgemäße, Filterstaub enthaltende Formkörper, so erhöht sich der Zinkgehalt im Filterstaub auf ca. 25 bis 35%, da der in den Formkörpern gebundene Filterstaub ebenfalls bereits Zink enthält und dieses Zink beim Verbrennen der Formkörper freige­ setzt wird und über die Abluft wieder in die Filteranlage ge­ langt, wo es abgeschieden wird. Der solchermaßen mit Zink ange­ reicherte Filterstaub läßt sich auch mit Gewinn an Zinkhütten verkaufen, die daraus das Zink wiedergewinnen.
Aus den vorstehenden Erläuterungen ergibt sich, daß verheizba­ re, feste Formkörper gemäß der Erfindung mit besonderem Vorteil in koksbetriebenen Heiß- und Kaltwindschachtöfen und in Hoch­ öfen zur Stahl- bzw. Eisenerschmelzung eingesetzt werden kön­ nen. Die erfindungsgemäßen Formkörper können dort ohne weiteres teuren Zechenkoks substituieren, da ihr Heizwert mit dem des Zechenkokses vergleichbar ist und sie die bei ihrer Verbrennung freigesetzte Energie tief in der Schmelze abgeben, wo die mei­ ste Wirkung erzielt wird. Da erfindungsgemäße Formkörper deut­ lich billiger als die entsprechende Menge an Zechenkoks sind, ergibt sich durch deren Verwendung neben den bereits beschrie­ benen Vorteilen auch ein spürbarer wirtschaftlicher Nutzen.
Das Verfahren zur Herstellung erfindungsgemäßer Formkörper ist einfach durchführbar, denn es braucht lediglich eine wäßrige Mischung aus Koks- und/oder Kohleteilchen und Zement bereitge­ stellt zu werden, die dann in eine dem späteren Formkörper ent­ sprechende Form eingebracht wird. Nach Ablauf einer bestimmten Zeitdauer, die von der Art und Feinkörnigkeit des eingesetzten Zements abhängt, kann die Form entfernt werden, da der Formkör­ per nun eine ausreichende eigene Formbeständigkeit hat. Der ge­ formte Körper kann dann alleine fertig aushärten. Insbesondere ist zur Herstellung erfindungsgemäßer Formkörper ein Brettfer­ tiger geeignet, wie er aus der Betonsteinherstellung bekannt ist. Dabei wird eine Form, mit der zumeist mehrere Formkörper auf einmal gefertigt werden, auf einem Brett angeordnet, dann wird die wäßrige Mischung unter gleichzeitigem Rütteln der Form in letztere eingefüllt, wodurch eine Verdichtung des in die Form gefüllten Materials stattfindet. Gegebenenfalls kann auf das in die Form gefüllte Material noch ein Gewicht gelegt werden und es kann auch nach dem Einfüllen mit dem Rütteln fortgefahren werden. Nach Ablauf einer Abbindezeit, die eine ausreichende eigene Formbeständigkeit der Körper gewährleistet, wird entformt, d. h. die Form wird entfernt und die Formkörper härten auf der Brettunterlage aus.
Bevorzugt werden im Rahmen der Herstellung der wäßrigen Mi­ schung die Koks- und/oder Kohleteilchen sowie der Zement trocken vorgemischt. Der trockenen Mischung aus Zement und Koks- und/oder Kohleteilchen wird dann Wasser zugegeben. Der Wasseranteil beträgt dabei bevorzugt etwa die Hälfte des Ze­ mentanteils bezogen auf das Gewicht.
Der Zementanteil der wäßrigen Mischung liegt bevorzugt im Be­ reichen von etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-%. Mit solchen Ze­ mentanteilen ist ein hoher Heizwert und ein ausreichend kleiner Ascherückstand gewährleistet. Allgemein steigt mit höher wer­ dendem Zementanteil die Druckfestigkeit der erzeugten Formkör­ per, es nimmt jedoch auch die Menge des Ascherückstands zu. Mit geringer werdendem Zementanteil steigt bei entsprechender Zu­ nahme des Koks- und/oder Kohleanteils der Heizwert, jedoch nimmt die Druckfestigkeit des Formkörpers ab. Da ein Formkörper mit geringerem Zementanteil jedoch auch leichter wird, wirkt sich die Abnahme der Druckfestigkeit häufig nicht negativ aus, da der auf einen solchen Formkörper beispielsweise beim Herab­ fallen einwirkender Impuls unter Annahme ansonsten gleicher Voraussetzungen geringer ist. Versuchsweise hergestellte Form­ körper mit einem Zementanteil von 20 Gew.-% zeigten gute Ergeb­ nisse. Im Rahmen dieser Versuche wurde festgestellt, daß der Wasseranteil entgegen der sonst bei Zement üblichen Verfahrens­ weise deutlich erhöht werden kann, so daß sich auch mit nur 18 oder 15 Gew.-% Zementanteil Formkörper herstellen lassen, die eine nahezu ebensogute Druckfestigkeit zeigen, wie die Formkör­ per mit einem Zementanteil von 20 Gew.-%.
Soll dem erfindungsgemäßen Formkörper Filterstaub zugesetzt werden, kann dies auf Kosten des Koks- und/oder Kohleanteils bis zu einem Anteil von etwa 40 Gew.-% geschehen. Die wäßrige Mischung enthält dann also Filterstaub, Koks- und/oder Kohle­ teilchen sowie Zement.
Soll zur Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes und damit zur Verbes­ serung des Heizwertes den erfindungsgemäßen Formkörpern Graphit zugesetzt werden, wird der wäßrigen Mischung aus Koks- und/ oder Kohleteilchen, Zement und ggf. Filterstaub eine Mischung zugesetzt, die zu je einem Drittel Volumenanteil aus Graphit, Wasser und Zement besteht. Die solchermaßen erhaltene Mischung wird dann in die Form eingebracht.
In den Versuchen hat sich herausgestellt, daß der Zement mit besonderem Vorteil ein Portlandzement insbesondere des Typs PLZ-45F ist. Bei Verwendung eines Zements des genannten Typs und eines Brettfertigers zur Herstellung der erfindungsgemäßen Formkörper kann bereits nach etwa 8 Sekunden entformt werden. Portlandzemente höherer Feinkörnigkeit bergen die Gefahr des "Verbrennens", d. h. der erzeugte Formkörper bindet zwar noch schneller ab, wird jedoch in Folge leicht bröselig. Portlandze­ mente geringerer Körnung brauchen im allgemeinen zu lange bis zur Erzeugung einer ausreichenden Eigenformbeständigkeit und zum Aushärten.
Im folgenden werden die bereits angesprochenen Versuche näher erläutert.
Zunächst wurde eine trockene Mischung bestehend aus 80 Gew.-% Koksgrus und 20 Gew.-% PLZ-45F Zement hergestellt. Zu dieser Mischung wurden 5 Gew.-% Wasser gegeben. Aus der so erhaltenen wäßrigen Mischung wurden quaderförmige Formkörper einer Abmes­ sung von 20 × 20 × 30 cm hergestellt. Jeder Formkörper hatte ein Gewicht von 15 kg. Mit den in ausreichender Anzahl herge­ stellten Formkörpern wurden sodann drei Versuchsreihen in einem Heißwind-Schachtofen gefahren und dabei Stahl erzeugt.
Als Referenz wurde ein Durchlauf mit einem Satzgewicht von 3.000 kg unter Verwendung von 14,5 Gew.-% Zechenkoks gefahren. Die dabei erreichte Eisentemperatur, d. h. die Temperatur der aus dem Ofen austretenden Schmelze, betrug 1.530°C. Die Ana­ lyse ergab einen Kohlenstoffgehalt von 3,5 Gew.-%, einen Sili­ ziumgehalt von 1,6 Gew.-% und einen Schwefelgehalt von 0,085 Gew.-%. Bei diesem Referenzlauf wurden keine erfindungsgemäßen Formkörper eingesetzt.
Sodann wurden in einem ersten Versuchsdurchlauf 58 Sätze mit einem Satzgewicht von je 3.089 kg unter Verwendung von 11 Gew.-% Zechenkoks und 2,5 Gew.-% in Form der zuvor hergestell­ ten Formkörper als Koksersatz gefahren. Der Gesamtkoksanteil betrug demnach 13,5 Gew.-%. Die beim ersten Versuchsdurchlauf erzielte Eisentemperatur betrug 1.532°C und war damit trotz des um 1 Gew.-% niedrigeren Koksanteils sogar geringfügig höher als beim Referenzdurchlauf. Die Analyse ergab einen Kohlen­ stoffgehalt von 3,66 Gew.-%, einen Siliziumgehalt von 1,53 Gew.-% und einen Schwefelgehalt von 0,075 Gew.-%. Trotz des ge­ ringeren Koksanteils gegenüber dem Referenzdurchlauf liegt der Kohlenstoffgehalt gemäß Analyse höher als beim Referenzdurch­ lauf.
Im zweiten Versuchsdurchlauf wurden 32 Sätze mit einem Satzge­ wicht von je 3.094 kg unter Verwendung von 12 Gew.-% Zechenkoks und 2,5 Gew.-% in Gestalt der zuvor hergestellten Formkörper gefahren. Die dabei erreichte Eisentemperatur war 1.533°C. Die Analyse ergab einen Kohlenstoffgehalt von 3,67 Gew.-%, einen Siliziumgehalt von 1,6 Gew.-% und einen Schwefelgehalt von 0,085 Gew.-%. Obwohl der Koksanteil gleich dem beim Referenz­ lauf eingesetzten Koksanteil war, ergab die Analyse einen um 0,17 Gew.-% höheren Kohlenstoffanteil.
Im dritten Versuchsdurchlauf wurden 23 Sätze von je 3.138 kg unter Verwendung von 12 Gew.-% Chinakoks und 2,5 Gew.-% in Gestalt der zuvor hergestellten Formkörper als Koksersatz ge­ fahren. Der Koksanteil betrug somit 14,5 Gew.-%. Die im dritten Versuchsdurchlauf erreichte Eisentemperatur betrug 1.540°C. Die Analyse ergab einen Kohlenstoffgehalt von 3,58 Gew.-%, einen Siliziumgehalt von 1,55 Gew.-% und einen Schwefelanteil von 0,085 Gew.-%. Trotz des gegenüber dem Zechenkoks qualitativ schlechteren Chinakoks wurde im dritten Versuchsdurchlauf ein Kohlenstoffgehalt erzielt, der um 0,08 Gew.-% über dem Kohlen­ stoffgehalt des Referenzdurchlaufs lag.
Die drei Versuchsdurchläufe belegen überzeugend, daß Koks durch Formkörper, die nur zu 80 Gew.-% aus Koksgrus und zu 20 Gew.-% aus Portlandzement bestehen, ersetzt werden kann. Weitere im Rahmen der Versuchsdurchläufe gewonnene Analysedaten sind in der folgenden Tabelle angegeben. Alle Zahlenwerte sind, falls nicht anders angegeben, Prozentangaben in Gewichtsprozent.
In der Tabelle bedeuten:
KMT Kreislaufmaterial in Gew.-%
HW Heißwind
Belg. belgischer Zechenkoks
Chin. Chinakoks

Claims (19)

1. Verheizbarer, fester Formkörper, dadurch gekennzeichnet, daß seine Hauptbestandteile Koksteilchen und Zement sind.
2. Formkörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an Koksteilchen größer als der Anteil an Zement ist.
3. Verheizbarer, fester Formkörper, dessen Hauptbestandteil Kohleteilchen sind, dadurch gekennzeichnet, daß der Formkörper als weiteren Bestandteil Zement enthält.
4. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Anteil an Zement im Bereich von etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-% liegt.
5. Formkörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch ge­ kennzeichnet, daß er als weiteren Bestandteil Filterstaub ent­ hält.
6. Formkörper nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an Filterstaub bis zu etwa 40 Gew.-% beträgt.
7. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß er als weiteren Bestandteil Graphit enthält.
8. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß der Zement ein Portlandzement insbe­ sondere des Typs PLZ-45F ist.
9. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß sein spezifisches Gewicht größer als Eins ist.
10. Formkörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, da­ durch gekennzeichnet, daß die Koksteilchen durch Koksgrus ge­ bildet sind.
11. Verfahren zur Herstellung von Formkörpern gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, mit den Schritten:
  • - Bereitstellen einer wäßrigen Mischung enthaltend Koks- und/oder Kohleteilchen sowie Zement,
  • - Einbringen der wäßrigen Mischung in eine Form, und
  • - Entfernen der Form nach Erreichen einer ausreichenden Form­ beständigkeit der geformten wäßrigen Mischung.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Koks- und/oder Kohleteilchen und der Zement trocken vorge­ mischt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeich­ net, daß der Wasseranteil der wäßrigen Mischung bezogen auf das Gewicht zumindest annähernd die Hälfte des Zementanteils beträgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Zementanteil der wäßrigen Mischung im Be­ reich von etwa 10 Gew.-% bis etwa 25 Gew.-% liegt.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die wäßrige Mischung als weiteren Bestand­ teil bis zu 40 Gew.-% Filterstaub enthält.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der wäßrigen Mischung vor dem Einbringen in die Form eine Mischung aus je einem 1/3-Volumentanteil Graphit, Wasser und Zement zugesetzt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch ge­ kennzeichnet, daß der Zement ein Portlandzement insbesondere des Typs PLZ-45F ist.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch ge­ kennzeichnet, daß zur Formung der Formkörper ein Brettfertiger verwendet wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch ge­ kennzeichnet, daß die Formkörper bei ihrer Herstellung leicht gepreßt werden.
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