DE19525725A1 - Fensterscheibe mit Sichtschutz - Google Patents
Fensterscheibe mit SichtschutzInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine Fensterscheibe mit Sichtschutz,
insbesondere eine Kraftfahrzeug-Fensterscheibe.
Insbesondere in Kraftfahrzeugen, jedoch beispielsweise auch in
Erdgeschoßwohnungen oder anderen Wohnungen will man häufig un
erwünschte Einblicke verhindern. Hierzu werden in bekannter
Weise Vorhänge, Jalousien und Rolläden im Falle von Gebäude
fenstern sowie Dunkelfolien und Rollos im Falle von Kraftfahr
zeugen eingesetzt. Die Folien haben den Nachteil, daß sie sich
kaum noch oder nur noch schwer entfernen lassen, so daß sie
ständig montiert bleiben müssen, wodurch in nachteiliger Weise
eine ständige Verdunkelung vorliegt. Vorhänge und Rollos ver
kleinern den Innenraum und sind insbesondere in Kraftfahrzeu
gen umständlich bedienbar. Darüber hinaus muß Vorsorge getrof
fen werden, daß sie sich beispielsweise in Kurvenfahrten nicht
von den Fensterscheiben abheben und dadurch die Sicherheit be
einträchtigen.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, einen
verbesserten Sichtschutz für Fensterscheiben zu schaffen,
durch den bei diesen die Durchsicht schnell und einfach herge
stellt oder verhindert werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die
Fensterscheibe nach Art von Flüssigkristallzellen (LCD) ausge
bildet ist.
Flüssigkristallzellen sind als sogenannte LCD-Displays bekannt
und können in Abhängigkeit einer angelegten Spannung ganz oder
in Teilbereichen dunkel (undurchsichtig) oder hell (durchsich
tig) geschaltet werden. Dies wird gewöhnlich zur Darstellung
von Schriftzeichen bzw. Zahlen eines Displays verwendet, wobei
die Schriftzeichen oder Zahlen hell auf dunklem Untergrund
oder umgekehrt dargestellt werden. Bei der erfindungsgemäßen
Ausbildung der Fensterscheiben kann die gesamte Fläche ent
sprechend durchsichtig bzw. undurchsichtig geschaltet werden.
Auch Zwischenstufen sind möglich, d. h. in bestimmten Zwi
schenstufen kann eine Abdunklung erreicht werden, wobei die
Durchsichtigkeit immer noch weitgehend erhalten bleibt. Das
Umschalten von durchsichtig auf undurchsichtig erfolgt schnell
und einfach beispielsweise durch einen elektrischen Schalter
bzw. bei einer kontinuierlichen Abdunklung oder Aufhellung
durch ein Potentiometer oder dergleichen. Da der Stromver
brauch solcher Flüssigkristallzellen sehr gering ist, können
die gewünschten Zustände auch bei Batteriebetrieb lange auf
rechterhalten werden. Als besonderer Vorteil ist noch fest
zuhalten, daß die Gestalt der Scheibe von der herkömmlicher
Scheiben kaum abweicht und keinerlei den Innenraum beispiels
weise eines Fahrzeugs beeinträchtigende zusätzliche Elemente
erforderlich sind.
Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind
vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen der im An
spruch 1 angegebenen Fensterscheibe möglich.
Im einfachsten Falle besteht die Fensterscheibe aus wenigstens
einer flächigen Flüssigkristallzelle, wobei die Scheibe
selbstverständlich auch aus mehreren kleineren Flüssigkri
stallzellen bestehen kann, die insgesamt die Gesamtfläche ab
decken. Diese Lösung kann sich nicht zuletzt aus Kostengründen
bei sehr großen Scheiben anbieten.
Da die Fensterscheibe ohnehin als Flüssigkristallzelle ausge
bildet ist, kann in vorteilhafter Weise ein Bereich der Fen
sterscheibe als Display für eine Identifikation, insbesondere
eine Eigentümeridentifikation ausgebildet sein, um den Dieb
stahlschutz zu verbessern. Eine solche Identifikation kann
praktisch nicht mehr entfernt werden.
Zweckmäßigerweise ist eine elektrische oder elektronische
Steuerung für die wenigstens eine Flüssigkristallzelle dieser
Fensterscheibe sowie vorzugsweise weiterer entsprechend ausge
bildeter Fensterscheiben vorgesehen. Insbesondere weist dabei
in Kraftfahrzeugen diese elektronische Steuerung Mittel zum
Steuern der wenigstens einen Flüssigkristallzelle in eine un
durchsichtigen Zustand beim Verlassen oder Abschließen des
Kraftfahrzeugs oder beim Einschalten einer Alarmanlage auf.
Hierdurch wird bei parkenden bzw. abgestellten Kraftfahrzeugen
ein Einblick ins Innere verhindert, so daß sich ein potentiel
ler Einbrecher nicht vergewissern kann, ob sich ein Einbruch
oder Aufbruch lohnt. Darüber hinaus weiß er dann nicht, was
ihn im Fahrzeuginnern erwartet und ob das Fahrzeug überhaupt
vom Fahrer verlassen ist. Vorzugsweise werden die Flüssigkri
stallzellen der Fensterscheiben gemeinsam beim Scharfschalten
der Alarmanlage verdunkelt.
In Verbindung mit Alarmanlagen werden vorzugsweise auch Flüs
sigkristallzellen verwendet, die im stromlosen Zustand un
durchsichtig sind, so daß auch bei einer möglichen Stromunter
brechung kein Einblick ins Innere eines solchen Kraftfahrzeugs
möglich ist.
Vorteilhaft ist auch eine individuelle Schaltvorrichtung zur
Vorgabe des durchsichtigen bis undurchsichtigen Zustands bei
einer Fensterscheibe, so daß beispielsweise während der Fahrt
eine bestimmte Fensterscheibe, durch die das Sonnenlicht stö
rend einfällt, abgedunkelt werden kann. Dies kann vollständig
oder teilweise geschehen.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung
dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläu
tert. Die einzige Figur zeigt eine schematische Darstellung
einer als Flüssigkristallzelle ausgebildeten Kraftfahrzeug-
Fensterscheibe, die durch eine ebenfalls schematisch darge
stellte Alarmanlage steuerbar ist.
Bei dem in der einzigen Figur dargestellten Ausführungsbei
spiel ist eine Fensterscheibe 10 eines Kraftfahrzeugs als
Flüssigkristallzelle (LCD) ausgebildet. Bei einer Flüssigkri
stallzelle wird der zwischen kristalliner und flüssiger Phase
liegende Zwischenzustand (Mesophase) ausgenutzt, um Zonen fa
denförmiger (nämatischer) Moleküle ("flüssige Kristalle") in
einem elektrischen Feld definiert so zu beeinflussen, daß sich
deren Lichtbrechung im Vergleich zum Umfeld ändert. Eine dünne
(transparente) Schicht nämatischer Flüssigkristalle befindet
sich dabei zwischen zwei durchsichtigen leitenden Platten.
Wird nun ein elektrisches Feld angelegt, so erfahren die Kri
stalle eine Turbulenz, die eine Trübung der Schicht zur Folge
hat und die auftreffendes Licht diffus macht oder reflektiert.
Hierdurch kann die Flüssigkristallzelle durchsichtig oder un
durchsichtig gemacht werden, wobei beliebige Zwischenzustände
möglich sind. Die Fensterscheibe 10 kann dabei durch eine ein
zige Flüssigkristallzelle gebildet sein oder aus einer Viel
zahl nebeneinander angeordneter Flüssigkristallzellen, die
insgesamt die gesamte Fläche ausfüllen.
Die Fensterscheibe 10 ist mit einer an sich bekannten Alarman
lage 11 eines Kraftfahrzeugs elektrisch verbunden. Dieser
Alarmanlage 11 werden Einbruchmeldesignale 12 zugeführt, z. B.
Signale von Glasbruchmeldern, Türschaltern, Bewegungsmel
dern oder Niveausensoren. Die Alarmanlage 11 besitzt weiterhin
einen Schalter 13 zum Ein- oder Ausschalten der Alarmanlage.
Dieser kann als Schlüsselschalter oder ferngesteuerter Schal
ter ausgebildet sein.
Wird die Alarmanlage 11 über den Schalter 13 ein- bzw. scharf
geschaltet, so wird automatisch an die Fensterscheibe 10 eine
Spannung angelegt, durch die diese Fensterscheibe 10 undurch
sichtig wird. Die übrigen Fensterscheiben eines solchen Kraft
fahrzeugs werden selbstverständlich in entsprechender Weise
angesteuert. Auf diese Weise wird einem potentiellen Einbre
cher das Einsehen des Innenraums verwehrt. Nach dem Ausschal
ten der Alarmanlage 11 gelangt die Fensterscheibe 10 wieder
automatisch in ihren vorherigen durchsichtigen Zustand.
Es können nun prinzipiell Flüssigkristallzellen verwendet wer
den, die im spannungslosen Zustand durchsichtig und bei Anle
gen einer Spannung undurchsichtig werden oder umgekehrt. Im
Falle einer Verbindung mit einer Alarmanlage 11 eignen sich
vor allem Flüssigkristallzellen, die im spannungslosen Zustand
undurchsichtig sind, damit die Fensterscheibe 10 nicht bei ei
ner Unterbrechung der Stromzufuhr wieder durchsichtig wird.
Prinzipiell ist jedoch auch die andere Version einsetzbar.
Ein zusätzlicher Schalter 14 an der Alarmanlage 11 gestattet
ein direktes Umschalten zwischen den Zuständen der Fenster
scheibe 10, so daß diese auch unabhängig vom Schaltzustand der
Alarmanlage 11 durchsichtig oder undurchsichtig gemacht werden
kann. Hierdurch können einzelne Fensterscheiben 10 gezielt ab
gedunkelt werden, um beispielsweise eine unerwünschte Sonnen
einstrahlung abzuschirmen. Der Schalter 14 kann hierfür auch
als Mehrfachschalter ausgebildet sein, um individuell die ein
zelnen Fensterscheiben abzudunkeln bzw. undurchsichtig machen
zu können. Ein solcher Schalter 14 bzw. eine Schalteranordnung
kann auch vorgesehen sein, wenn keine Alarmanlage 11 im Kraft
fahrzeug vorhanden ist.
Die Fensterscheibe 10 ist an einer Stelle des Randbereichs als
Display 15 für eine Identifikation beispielsweise des Eigentü
mers ausgebildet. Hier kann beispielsweise der Name und die
Adresse des Eigentümers wiedergegeben werden. Hierzu können
die Schriftzeichen beispielsweise bei durchsichtiger Fenster
scheibe dunkel sein. Wird die Fensterscheibe 10 selbst abge
dunkelt, so kann entweder die Identifikation verschwinden oder
sie wird invertiert, so daß sie wiederum sichtbar ist.
Es ist auch möglich anstelle der beiden Grenzzustände durch
sichtig/undurchsichtig Zwischenstufen einzuschalten, bei denen
die Fensterscheibe zwar etwas abgedunkelt, jedoch immer noch
durchsichtig ist. Dies kann beispielsweise über einen Stufen
schalter, ein Potentiometer oder dergleichen erfolgen. Ein
solches Bauteil könnte anstelle des Schalters 14 treten.
Die Alarmanlage 11 kann beispielsweise im Motorsteuerteil ei
nes Kraftfahrzeugs integriert sein und eine steuerbare I²C-
Bus-Matrix aufweisen.
Die Erfindung ist jedoch nicht nur auf die Anwendung in Kraft
fahrzeugen beschränkt, vielmehr können alle Arten von Fenster
scheiben, Sonnenschutzscheiben, Abdunklungsscheiben oder der
gleichen entsprechend als Flüssigkristallzellen ausgebildet
sein. In Räumen kann so beispielsweise in Abhängigkeit der
Sonneneinstrahlung ein individuell anpaßbarer Sonnenschutz
bzw. eine individuell anpaßbare Sonnenabschirmung erreicht
werden, ohne daß mechanisch bewegte Teile, wie Vorhänge, Ja
lousien, Rollos, Rolläden oder dergleichen erforderlich wären.
Als Flüssigkristallzellen ausgebildete Fensterscheiben können
selbstverständlich auch in verschiedenen Farbtönungen ausge
führt sein.
Claims (8)
1. Fensterscheibe mit Sichtschutz, insbesondere Kraftfahr
zeug-Fensterscheibe, dadurch gekennzeichnet, daß die Fenster
scheibe (10) nach Art von Flüssigkristallzellen (LCD) ausge
bildet ist.
2. Fensterscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß sie aus wenigstens einer flächigen Flüssigkristallzelle
besteht.
3. Fensterscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß ein Bereich der Fensterscheibe (10) als Display
(15) für eine Identifikation, insbesondere eine Eigentümer
identifikation, ausgebildet ist.
4. Fensterscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß eine elektrische oder elektroni
sche Steuerung (11) für die wenigstens eine Flüssigkristall
zelle dieser Fensterscheibe (10) sowie vorzugsweise weiterer
entsprechend ausgebildeter Fensterscheiben vorgesehen ist.
5. Fensterscheibe für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 4, da
durch gekennzeichnet, daß die elektronische Steuerung (11)
Mittel zum Steuern der wenigstens einen Flüssigkristallzelle
in einen undurchsichtigen Zustand beim Verlassen oder Ab
schließen des Kraftfahrzeugs oder beim Einschalten einer
Alarmanlage aufweist.
6. Fensterscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die wenigstens eine Flüssigkri
stallzelle im stromlosen Zustand undurchsichtig ist.
7. Fensterscheibe nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine individuelle Schaltvorrichtung (14)
zur Vorgabe des durchsichtigen bis undurchsichtigen Zustands.
8. Fensterscheibe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Schaltvorrichtung zur kontinuierlichen Einstellung
zwischen dem durchsichtigen und dem undurchsichtigen Zustand
ausgebildet ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995125725 DE19525725A1 (de) | 1995-07-14 | 1995-07-14 | Fensterscheibe mit Sichtschutz |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995125725 DE19525725A1 (de) | 1995-07-14 | 1995-07-14 | Fensterscheibe mit Sichtschutz |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19525725A1 true DE19525725A1 (de) | 1997-01-16 |
Family
ID=7766848
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995125725 Withdrawn DE19525725A1 (de) | 1995-07-14 | 1995-07-14 | Fensterscheibe mit Sichtschutz |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19525725A1 (de) |
Cited By (8)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
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-
1995
- 1995-07-14 DE DE1995125725 patent/DE19525725A1/de not_active Withdrawn
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8139 | Disposal/non-payment of the annual fee |