DE19524352A1 - Energieoptimierte Aufladeregelung für einen Wasserspeicher - Google Patents
Energieoptimierte Aufladeregelung für einen WasserspeicherInfo
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- F24D19/10—Arrangement or mounting of control or safety devices
- F24D19/1006—Arrangement or mounting of control or safety devices for water heating systems
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Description
Die Erfindung betrifft eine energieoptimierte Aufladeregelung nach dem Oberbegriff des
Patentanspruches 1.
Das Aufladen von Brauchwasser-, und zwar sowohl von Wasser- als auch von Pufferspeichern,
durch einen Wärmeerzeuger und/oder durch Solarkollektoren, wie einen Heizkessel oder eine
Fernwärmeverteilstation, gehört zum allgemein bekannten Stand der Technik. Dabei ist es von
wesentlicher Bedeutung, zu welchem Zeitpunkt der Wärmeerzeuger eingeschaltet wird. Er
muß so oft und so rechtzeitig hinzugeschaltet werden, daß zum festgelegten Zeitpunkt die
gewünschte Solltemperatur im Wasserspeicher vorhanden ist. Im Falle einer kombinierten
Anlage mit zusätzlicher Beheizung durch Solarkollektoren sollten diese immer vorrangig zur
Aufladung genutzt werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine dynamische Aufladeregelung für den Wasser
speicher zu schaffen, bei der genau festgelegt wird, ob und wann ein Hinzuschalten des
Wärmeerzeugers erfolgen muß, damit zu Beginn der Hauptentnahme die vorgegebene
Solltemperatur vorliegt, und zwar wahlweise mit oder ohne Strategie für den folgenden Tag.
Dabei soll bei kombinierten Anlagen der vorrangige Einsatz der Solarkollektoren beachtet
werden.
Die erfindungsgemäße Lösung besteht in der Anwendung der im Patentanspruch 1 genannten
Maßnahmen.
In vorgegebenen Zeitabständen wird die Temperatur im Wasserspeicher gemessen und aus
diesen Werten der Temperaturgradient ermittelt. Ein steigender Gradient dient als Maß für die
Energiezufuhr durch den Wärmeerzeuger und/oder die Solarkollektoren. Ein fallender Gradient
zeigt die Wärmeentnahme aus dem Wasserspeicher an. Anhand des Gradienten wird die noch
benötigte Zeit bis zum Erreichen der vorgegebenen Solltemperatur im Wasserspeicher ermittelt
und bei Bedarf der Wärmeerzeuger eingeschaltet.
Über den Temperaturgradienten im Wasserspeicher können auch die Entnahmezeiten ermittelt
werden. Fallende Gradienten deuten auf eine Entnahme hin, wobei ein starker oder über län
gere Zeit fallender Gradient als Maß für die Hauptentnahmezeit gilt. Dabei wird diese
Hauptentnahme am Einschalttag der Anlage zeitlich festgelegt und der beginnende Abfall des
Temperaturgradienten für den Folgetag als Beginn der Hauptentnahme gewertet.
Auch Kleinentnahmen können anhand des abfallenden Temperaturgradienten ermittelt werden.
In diesem Fall sollte die Temperaturschwelle zum Nachheizen über Fuzzy-Logik variabel fest
legbar sein, und zwar vorzugsweise so, daß eine Nachheizung über den Wärmeerzeuger nur bis
zu einer variablen Mindesttemperatur von beispielsweise max. 40°C erreicht ist. In diesem Fall
erfolgt keine absolute Sperrung des Wärmeerzeugers, jedoch eine Temperaturbegrenzung für
das Nachheizen.
Es handelt sich um ein dynamisches Prinzip gemäß dem das Hinzuschalten des Wärmeerzeu
gers zur Aufladung des Wasserspeichers davon abhängig gemacht wird, ob die vorgegebene
Solltemperatur bis zum festgelegten Zeitpunkt noch erzielt werden kann. Im Falle einer
kombinierten Anlage haben die Solarkollektoren immer Vorrang, und der zusätzliche
Wärmeerzeuger wird nur hinzugeschaltet, wenn bis zum Beginn der Hauptentnahme die
Solltemperatur im Wasserspeicher sonst nicht erreicht wird.
Für die Regelung empfiehlt es sich, das Prinzip der Fuzzy-Logik anzuwenden. Dabei wird das
Verhältnis warm/kalt berücksichtigt. Grundsätzlich sollte der Wärmeerzeuger bei
kombinierten Anlagen dann eingeschaltet werden, wenn die noch nötige Ladezeit durch die
Solarkollektoren größer ist als die verbleibende Zeit bis zum Beginn der Hauptentnahme.
Dabei erfolgt das Hinzuschalten des Wärmeerzeugers nur beim Überschreiten einer
festgelegten Differenz zwischen der Soll- und der Isttemperatur im Wasserspeicher. Bei einer
geringeren Temperaturdifferenz wird nicht über den Wärmeerzeuger geheizt. Der genaue
Einschaltzeitpunkt, d. h. ob und wann die Einschaltung erfolgt, wird nach dem Fuzzy-Prinzip
festgelegt. Dabei errechnet der Regler, welche Temperatur bis zu einem vorgegebenen
Zeitpunkt, nämlich dem Beginn der Hauptentnahme, noch zu erreichen ist. Liegt dieser Wert
unter der Solltemperatur oder wird die Solltemperatur erst nach dem Zeitpunkt erreicht, dann
ist ab dem durch Fuzzy-Logik zu ermittelnden Zeitpunkt der Wärmeerzeuger hinzuzuschalten.
Bei der Errechnung des günstigsten Einschaltzeitpunktes des Wärmeerzeugers sollte darauf
geachtet werden, daß dieser nicht in die Anfahrphase des Heizens fällt.
Das erfindungsgemäße dynamische Prinzip kann nur auf den betreffenden Tag bezogen sein. Es
handelt sich in diesem Fall um ein dynamisches Prinzip ohne Strategie für den Folgetag. Das
Prinzip kann aber auch mit einer Strategie für den Folgetag oder für einen folgenden
identischen Wochentag kombiniert werden, was bereits in der beschriebenen Ermittlung der
Hauptentnahmezeit durch einen stärker abfallenden Temperaturgradienten und dessen
Übertragung auf den Folgetag zum Ausdruck kommt. Die DE 43 33 506 C1 beschreibt die
Anwendung des dynamischen Prinzips mit einer Strategie für den Folgetag, bei der ein
Nachheizen durch den Wärmeerzeuger von dem zu erwartenden Aufheizbeginn durch die
Solarkollektoren abhängig gemacht wird, um nicht kurz vor diesem Zeitpunkt den
Wasserspeicher durch den Wärmeerzeuger aufladen und dann die Kapazität der
Solarkollektoren ungenutzt zu lassen. Dieses wird jetzt auf das Ermitteln des geeigneten
Einschaltzeitpunktes des Wärmeerzeugers in Abhängigkeit vom Temperaturgradienten im
Wasserspeicher übertragen.
Außer dem Zeitpunkt des Aufheizbeginns am Vortag empfiehlt es sich, auch noch die Istwerte
des Temperaturniveaus und der Zapfzeiten über den Tagesverlauf zu erfassen und in die
Strategie für das Aufheizen am Folgetag zu integrieren. Der Regler ist in der Lage, aus der
Summe dieser Werte den Einschaltzeitpunkt des Wärmeerzeugers und/oder bei vorhandenen
Solarkollektoren den Einschaltzeitpunkt und die Einschaltdauer zu ermitteln, indem er die noch
im Speicher vorhandene Wärmekapazität und die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigt.
Selbst dann, wenn in Kürze mit einer Aufheizung durch die Solarkollektoren zu rechnen ist und
deshalb ein Nachheizen durch den Heizkessel nicht gewünscht wäre, könnte das Nachheizen
dennoch zu empfehlen sein, wenn zu diesem Zeitpunkt ein sehr geringes Temperaturniveau
vorliegt und in Kürze eine größere Menge Brauchwasser benötigt wird. Das Erstellen einer
Regelstrategie für den Folgetag anhand mehrerer Werte des Vortages ist also sehr vorteilhaft.
Es empfiehlt sich, noch einen Korrekturfaktor einzufügen, wenn sich die Sonneneinstrahlung
oder die Kollektortemperatur gegenüber der Vergleichzeit des Vortages wesentlich ändert. Auf
diese Weise sind kurzfristige Klimaschwankungen zu berücksichtigen. Dieser Korrekturfaktor
kann anhand der Veränderung des Temperaturgradienten gegenüber dem Vortag ermittelt und
bereits am selben Tag und auch in der zu erstellenden Strategie für den Folgetag berücksichtigt
werden.
Es können die ermittelten Absolutwerte eingesetzt werden. Noch besser ist es jedoch, die Ist-
Werte in Fuzzy-Werte umzuwandeln. Diese Regelung anhand der bekannten Fuzzy-Logik führt
zu einer sehr konsequenten Festlegung des möglichen Einschaltzeitraumes des
Wärmeerzeugers.
Die Aufladeregelung ist selbstverständlich auch bei einer kombinierten Solar-Brauchwasser-
und Heizungsanlage einzusetzen. Bei dieser ist die Phase der Direktbeheizung des
Brauchwasserspeichers und des Heizwassers sowohl durch die Solarkollektoren als auch durch
den Wärmeerzeuger genau festzulegen. Die Umschaltung von Brauchwasserkreis auf den
Heizkreis erfolgt dabei in bekannter Weise durch ein Dreiwegeventil. Es empfiehlt sich, dann
einen zusätzlichen Pufferspeicher einzusetzen und die überschüssige Wärme von den
Solarkollektoren her in diesen einzuspeisen. Durch das Aufladen des Pufferspeichers über den
Wärmeerzeuger ergeben sich die bekannten Vorteile einer verlängerten Brennerlaufzeit.
Claims (7)
1. Energieoptimierte Aufladeregelung für einen durch einen Wärmeerzeuger und/oder
durch Solarkollektoren beheizten Wasserspeicher,
dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur im Wasserspeicher in vorgegebenen Zeitabstän
den gemessen und infolge eines steigenden Gradienten als Maß der Energiezufuhr durch die
Solarkollektoren und/oder den Wärmeerzeuger und infolge eines fallenden Gradienten als Maß
der Wärmeentnahme aus dem Wasserspeicher dient, wobei ein stark oder über längere Zeit
fallender Gradient als Hinweis auf die Hauptentnahmezeit gilt, und daß anhand des Gradienten
die bis zum Erreichen der vorgegebenen Solltemperatur im Wasserspeicher noch benötigte Zeit
ermittelt und bei Bedarf der Wärmeerzeuger hinzugeschaltet wird.
2. Aufladeregelung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Hinzuschalten des Wärmeerzeugers über Fuzzy-Logik ge
steuert zu dem Zeitpunkt erfolgt, ab dem durch die Solarkollektoren und/oder den
Wärmeerzeuger die vorgegebene Solltemperatur zu Beginn der Hauptentnahme zu erreichen
ist.
3. Aufladeregelung nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der Zeitpunkt für das Hinzuschalten des Wärmeerzeugers über
Fuzzy-Logik in der Weise ermittelt wird, daß ein Hinzuschalten nur bei Überschreiten einer
festgelegten Differenz zwischen der Soll- und der Isttemperatur im Wasserspeicher erfolgt.
4. Aufladeregelung nach den Ansprüchen 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß beim Hinzuschalten des Wärmeerzeugers die Anfahrphase der
Heizungsanlage berücksichtigt wird.
5. Aufladeregelung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß an jedem Tag der Temperaturgradient im Wasserspeicher und in
Abhängigkeit von diesem der Aufheizbeginn durch den Wärmeerzeuger und/oder die
Aufheizdauer durch die Solarkollektoren sowie der Beginn der Entnahme, insbesondere der
Hauptentnahme, ermittelt und anhand dieser Werte vom Regler eine Strategie für das Aufladen
des Wasserspeichers am Folgetag bzw. an einem folgenden identischen Wochentag erstellt
wird.
6. Aufladeregelung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß bei veränderten Klimawerten am Folgetag vom Regler anhand
des veränderten Temperaturgradienten ein Korrekturfaktor für die Werte des Vortages
ermittelt und dieser am betreffenden Tag berücksichtigt und auch in die zu erstellende Strategie
für den Folgetag eingefügt wird.
7. Aufladeregelung nach den Ansprüchen 5 und 6,
dadurch gekennzeichnet, daß alle ermittelten Werte in Fuzzy-Werte umgewandelt und als sol
che bei der Ermittlung der Strategie für den Folgetag berücksichtigt werden.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995124352 DE19524352A1 (de) | 1995-07-04 | 1995-07-04 | Energieoptimierte Aufladeregelung für einen Wasserspeicher |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995124352 DE19524352A1 (de) | 1995-07-04 | 1995-07-04 | Energieoptimierte Aufladeregelung für einen Wasserspeicher |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19524352A1 true DE19524352A1 (de) | 1997-01-09 |
Family
ID=7765992
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995124352 Withdrawn DE19524352A1 (de) | 1995-07-04 | 1995-07-04 | Energieoptimierte Aufladeregelung für einen Wasserspeicher |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19524352A1 (de) |
Cited By (7)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE19856344C1 (de) * | 1998-12-07 | 2001-09-27 | Buderus Heiztechnik Gmbh | Verfahren zum Regeln der Nachladung eines Warmwasserspeichers |
| DE19831147C2 (de) * | 1998-07-11 | 2002-04-25 | Buderus Heiztechnik Gmbh | Nachladesteuerung eines Solar-Warmwasserspeichers |
| AT413757B (de) * | 2004-09-13 | 2006-05-15 | Vaillant Gmbh | Verfahren zur gewährleistung eines hohen warmwasserkomforts bei mit brennstoffzellenheizgeräten beheizten warmwasserspeichern |
| EP1729071A2 (de) | 2005-06-03 | 2006-12-06 | Robert Bosch Gmbh | Verfahren zum Betreiben eines Wärmeerzeugers mit Solaranlage |
| DE102005034296B3 (de) * | 2005-07-22 | 2006-12-07 | Robert Bosch Gmbh | Verfahren zum Betreiben eines Wärmeerzeugers mit einer Solaranlage |
| EP1906104A1 (de) * | 2006-09-18 | 2008-04-02 | Vaillant GmbH | Verfahren zur Erkennung der Notwendigkeit der Nachladung eines Warmwasserspeichers |
| DE102009033660A1 (de) | 2009-07-17 | 2011-01-20 | Robert Bosch Gmbh | Verfahren zum Regeln der Warmwasserbereitung |
-
1995
- 1995-07-04 DE DE1995124352 patent/DE19524352A1/de not_active Withdrawn
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| DE102009033660A1 (de) | 2009-07-17 | 2011-01-20 | Robert Bosch Gmbh | Verfahren zum Regeln der Warmwasserbereitung |
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Legal Events
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|---|---|---|---|
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