DE19521926C2 - Hydrodynamische Kupplung - Google Patents
Hydrodynamische KupplungInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine hydrodynamische Kupplung gemäß Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
Hydrodynamische Kupplungen sind bereits bekannt. Sie werden zweckmäßi
gerweise zum Anschließen eines Verbrauchers an einen Elektromotor
oder an eine Wärmekraftmaschine wie einen Dieselmotor, vorzugs
weise für den Marineeinsatz, verwendet.
Die bekannten hydrodynamische Kupplungen haben auch eine Verzögerungskammer
die dann, wenn der Motor nicht arbeitet, einen großen Teil von
Fluid aufnimmt, das die Bewegung zwischen dem treibenden Rotor
und dem getriebenen Rotor überträgt. Nach dem Start des Motors
tritt dieses Fluid in vorgegebener Rate aus der Verzögerungs
kammer in die Arbeitskammer, welche die Rotoren enthält, um das
Antriebsdrehmoments zunehmend vom treibenden Rotor auf den
getriebenen Rotor zu übertragen, also vom Motor zum Verbraucher.
Durch geeignete Einstellung der Rate des Fluidübertritts von der
Verzögerungskammer in die Rotorkammer läßt sich eine Anschlußver
zögerung zwischen Motor und Verbraucher regeln.
Diese bekannte Anordnung von Kupplungs-Verzögerungskammer bewirkt
jedoch keine wirksame Verzögerung in der herzustellenden
Verbindung, da die Kupplung offensichtlich gewissen Abmessungs
beschränkungen unterliegt. Aufgrund des Aufbaus einer derartigen
Kupplung hat die Verzögerungskammer nur ein kleines Volumen, um
die Probleme bei der Übertragung des Fluids von der Verzögerungs
kammer in die Arbeitskammer zu vermeiden, und in jedem Fall ist
es zweckmäßig, die Gesamtgröße der Kupplung zu begrenzen.
Folglich ist auch die Menge an Fluid, die in einer derartigen
Kammer enthalten sein kann, begrenzt, was zur Folge hat, daß auch
die mit einer derartigen Kupplung erzielbare Verzögerungszeit
begrenzt ist.
So zeigt beispielsweise die DE-PS 11 81 501 eine hydrodynamische
Kupplung, die eine Einrichtung zum Regeln des Füllungsgrades des
Arbeitsraums der Kupplung aufweist. Die Regelung erfolgt durch
eine beliebig wählbare Einstellung des Flüssigkeitspegels in
einem direkt mit dem Arbeitsraum der Kupplung in Verbindung
stehenden, umlaufenden Behälter mit Hilfe eines verstellbaren
Schöpfrohres. Bei dieser Kupplung sind jedoch weder eine Ver
zögerungskammer noch Einrichtungen vorgesehen, um beim Anlaufen
des Motors das in einem Speicherbehälter enthaltene Fluid mit
Verzögerung zunächst in eine Verzögerungskammer und dann mit
einer weiteren Verzögerung von dieser Verzögerungskammer in
einen Arbeitsraum zu leiten.
Auch die DE-PS 11 89 809 zeigt eine hydrodynamische Kupplung mit
zwei verstellbaren, unterschiedlich gebogenen Schöpfrohren, durch
die eine Schöpfkammer mit einem Vorratsbehälter verbunden ist.
Durch Verschieben der beiden Schöpfrohre kann Flüssigkeit wahl
weise von dem Vorratsbehälter in die Schöpfkammer und zurück
gefördert werden. Bei dieser Kupplung sind ebenfalls weder eine
Verzögerungskammer noch Einrichtungen vorgesehen, um beim Anlau
fen des Motors eine verzögerte Förderung des Fluids von dem
Vorratsbehälter über eine Verzögerungskammer in einen Arbeitsraum
zu bewirken. Zwar könnte die Schöpfkammer dieser Druckschrift als
eine Verzögerungskammer angesehen werden, jedoch besteht zwischen
der Schöpfkammer und dem Arbeitsraum eine angenähert ungedrossel
te Verbindung, mit der eine Verzögerung des Fluidstroms nicht
erreicht werden kann. Desweiteren sind die Schöpfrohre an dem
stationären Gehäuse der Kupplung geführt und somit nicht starr
an der angetriebenen Welle befestigt.
Die DE-PS 867 030 offenbart eine hydrodynamische Kupplung mit
einer umlaufenden Arbeitskammer, einer ebenfalls umlaufenden
Vorratskammer und mit zwei Schöpfrohren, die in die Vorratskammer
führen, um Betriebsflüssigkeit von der Vorratskammer in die
Arbeitskammer zu überführen. Unmittelbar zwischen der Arbeits
kammer und dem Vorratskammer befindet sich ein Auffangbehälter.
Dieser Behälter ist jedoch dazu ausgestaltet, um aus der Arbeits
kammer austretende Flüssigkeit vorübergehend aufzunehmen bzw.
abzulenken, bevor sie in die Vorratskammer geleitet wird. Auch
bei der DE-PS 867 030 sind die beiden Schöpfrohre starr mit dem
feststehenden Kupplungsgehäuses verbunden.
Die DE 26 39 683 A1 betrifft eine hydrodynamische Kupplung, die
einen Vorratsraum, einen Arbeitsraum und einen über einen Spalt
direkt mit dem Arbeitsraum verbundenen Ausgleichsraum enthält.
Auch hier sind keinerlei Einrichtungen vorgesehen, um eine Fluid
strömung von dem Vorratsraum in den Ausgleichsraum und dann von
dem Ausgleichsraum in den Arbeitsraum zu verzögern. Statt dessen
ist bei der DE 26 39 683 A1 ein starr an dem angetriebenen Kupp
lungsgehäuse befestigtes Staurohr vorgesehen, um beim Einschalten
des Motors zunächst Flüssigkeit aus dem Ausgleichsraum (und somit
auch aus dem Arbeitsraum) in den Vorratsraum zu leiten. Erst bei
zunehmender Drehzahl der angetriebenen Welle kann (bedingt durch
zunehmende Zentrifugalkräfte) Flüssigkeit vom Vorratsraum in den
Ausgleichsraum bzw. Arbeitsraum strömen, wobei diese Strömung
durch kalibrierte Bohrungen zwischen Vorratsraum und Ausgleichs
raum verzögert wird. Bei diesem Vorgang hat das Staurohr keiner
lei Bedeutung. Es ist daher offensichtlich, daß dieses Staurohr
keine Verzögerung beim Einleiten des Fluids vom Vorratsraum in
den Arbeitsraum bewirkt.
Auch die DE 32 40 334 C2 zeigt eine hydrodynamische Kupplung.
Ähnlich wie bei der in der DE 26 39 683 A1 offenbarten Kupplung
dient ein Schöpfrohr dazu, Fluid aus einem Arbeitsraum in einen
Vorratsraum zu leiten, um bei sich vermindernder Drehzahl das
übertragene Drehmoment zwischen der antreibenden Welle und der
angetriebenen Welle zu reduzieren. Das Einleiten der Arbeits
flüssigkeit in den Arbeitsraum beim Anfahren des Motors erfolgt
weder über eine Verzögerungskammer noch über ein rohrförmiges
Bauteil bzw. ein Schöpfrohr.
Andere Kupplungen mit größerer Verzögerung beim Anschließen des
Motors an den Verbraucher sind ebenfalls bekannt. Derartige
Kupplungen haben jedoch einen sehr komplizierten Aufbau, weil sie
ein Reservoir für das der Kupplung zuzuführende Fluid verwenden,
das außerhalb der Kupplung angeordnet ist; außerdem gehören
externe Umwälzpumpen dazu.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Fluidkupplung zu schaffen, die
eine Verzögerung beim Anschließen eines Motors an den Verbraucher
zuläßt, um beispielsweise eine optimale Erwärmung des Motors
zuzulassen, beispielsweise für einen Dieselmotor, oder um
zunächst eine vorgegebene Drehzahl zu erreichen, ehe Drehmoment
von dem Motor zum Verbraucher übertragen wird.
Ein weiteres Ziel der Erfindung besteht in der Schaffung einer
eingangs erwähnten Kupplung mit kleineren Abmessungen, die alle
Teile enthält, welche zur Erzielung der gewünschten Verzögerung
notwendig sind.
Ferner soll eine Kupplung der eingangs genannten Art geschaffen
werden, die sehr einfach gebaut ist.
Es ist auch Ziel der Erfindung, eine Kupplung der eingangs
genannten Art dahingehend weiterzubilden, daß die Verzögerung
beim Koppeln des treibenden Rotors an den getriebenen Rotor auf
einfache Weise variiert werden kann.
Mit der erfindungsgemäßen Kupplung soll außerdem eine beträcht
liche Sicherheit davor geschaffen werden, daß sich die Antriebs
welle festsetzt, was zu einer Überhitzung des Übertragungsfluids
führt.
Zur Lösung dieser Aufgabe dient eine Kupplung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1.
Die Erfindung wird im folgenden anhand von Figuren näher
erläutert; es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel; und
Fig. 2 eine vergrößerte Ansicht eines Teils einer Abwandlung
des Ausführungsbeispiels von Fig. 1.
In Fig. 1 ist eine Fluidkupplung 1 mit einem üblicherweise
abgedichteten Gehäuse 2 dargestellt, das Seiten 3 und 4, einen
Deckel 5 und einen Boden 6 aufweist. An der Seite 3 ist ein
übliches Anschlußelement für einen Hauptantrieb angebracht,
beispielsweise für einen Elektromotor oder eine Wärmekraftmaschi
ne (Dieselmotor), die beide nicht dargestellt sind, während an
der Seite 4 ein Flansch 8 zum Anschließen eines ebenfalls nicht
dargestellten Verbrauchers vorgesehen ist. Der Flansch 8 sitzt
auf einer üblichen Welle 10, die in der Längsachse des Gehäuses
angeordnet ist und von Wälzlagern 11 in der Nähe der Seiten 3 und
4 des Gehäuses 2 getragen wird.
Am Ende 10A in der Nähe der Seite 3 trägt die Welle 10 einen
weiteren Flansch 13, der in der Nähe seines Außenrandes 14 einen
halbtorischen Rotor 15 von bekannter Art mit radialen Schau
feln 16 trägt. Dieser Rotor 15 wird als getriebener Rotor
bezeichnet. Er ist einem zweiten halbtorischen Rotor 17 zu
gewandt, der als treibender Rotor bezeichnet wird und der radiale
Schaufeln 18 aufweist. Der zweite Rotor 17 ist an einer Wand 19
im Inneren des abgedichteten Gehäuses 2 befestigt. Da letzteres
torsionsmäßig mit der Antriebswelle gekoppelt ist, ist der
treibende Rotor 17 sozusagen mit der Antriebswelle gekoppelt,
wenn letztere und die Kupplung miteinander gekoppelt sind. Der
treibende Rotor 17 ist normalerweise mit Schrauben 20 an der
Wand 19 befestigt.
Die Rotoren 15 und 17 sind in einer ersten Kammer 21 des
Gehäuses 2 untergebracht, die als Rotorkammer bezeichnet wird.
Dieses Gehäuse umfaßt eine Kammer 22 in Form eines Puffers oder
Revervoirs, das von der ersten Kammer durch die Wand 19 getrennt
ist. Die Kammern enthalten ein nicht dargestelltes, bekanntes
Fluid für die Übertragung von Drehbewegung vom treibenden Rotor
17 auf den getriebenen Rotor 15. In dem Gehäuse 2 befindet sich
eine weitere Kammer, die als Verzögerungskammer 23 wirkt, um den
Fluiddurchtritt von der Kammer 22 zur Arbeitskammer 21 zu ver
zögern.
In Fig. 1 hat die Verzögerungskammer 23 einen ringförmiges
Gehäuse 24, das Teil der Wand 19 ist, die sich aus diesem Grund
nicht ganz durch das Gehäuse 2 erstreckt. Dieser Aufbau bildet
eine ringförmige Zylinderkammer, die die Welle 10 umgibt, aber
gegenüber letzterer offen ist und sie steht über seitliche
Öffnungen 25 und 26 mit den Kammern 21 und 22 in Strömungsver
bindung.
Von einer am Umfang angeordneten Öffnung 27, die in dem Gehäuse
24 vorgesehen ist, erstreckt sich ein rohrförmiges Teil 28 von
der Verzögerungskammer 23 und ist mit der Verzögerungskammer und
der Wand 19 durch eine Haltebuchse 30 verbunden (unten in Fig. 1
in bezug auf das Teil 28), um in bezug auf Fig. 1 an einer
Öffnung in der oberen Wand 5 des Gehäuses 2 zu enden. Eine in dem
Teil 28 vorgesehene Leitung 33 steht über die Öffnung 27 und eine
Öffnung 31 mit der Verzögerungskammer 23 und mit einer am Umfang
vorgesehenen Übertragungskammer 34, die an der Wand 5 vorgesehen
ist, und mit einem Deckel 36 in Strömungsverbindung, der durch
Schrauben 38 und ein Dichtungselement 38A abgedichtet an der
Wand 5 befestigt ist. Die Übertragungskammer 34 kommuniziert mit
der Arbeitskammer 21 über eine Maßbohrung 40, die in einem
Körper 41 vorgesehen ist, der (beispielsweise durch Schrauben)
in einen Sitz 42 (beispielsweise mit Gewinde) in der Wand 5
lösbar eingesetzt ist. Der Körper 41 kann daher aus dem Sitz 42
entfernt und durch einem ähnlichen Körper, der eine Bohrung mit
anderem Durchmesser aufweist, ausgetauscht werden.
In einem ähnlichen Sitz 43 in der Wand 5 ist ein Einsatz 45
angeordnet, der einen Kanal 46 aufweist, welcher die Kammer oder
das Reservoir 32 mit der Übertragungskammer 34 verbindet und in
die ein Stück schmelzbares Material 47 eingesetzt ist, das
bereits bei einer tieferen Temperatur als dem Flammpunkt des Öls
(in offener Schale gemessen) schmilzt.
Das Reservoir 22 enthält ein rohrförmiges Element 50, dessen
Innenkanal 51 in das Reservoir an mindestens einem Ende 52
mündet, das entgegengesetzt zur Drehrichtung der Kupplung
gekrümmt ist (wobei die Drehrichtung der Kupplung durch den
Pfeil F angedeutet ist). Folglich ist in der Zeichnung dieses
Ende senkrecht zur Zeichenebene gekrümmt und bei 53 offen, um die
Leitung 51 an das Reservoir 22 anzuschließen.
Das rohrförmige Element 50 ist starr mit der Welle 10 verbunden,
die eine Nut 54 aufweist, in die die Leitung 51 mündet. Diese Nut
ist teilweise von einem ringförmigen Element 56 verschlossen, das
mit der Welle 10 durch einen Keil 60 starr verbunden ist (und das
Element 50 trägt) und mündet bei 57 oben in die Verzögerungs
kammer 23.
Schließlich ist ein Dichtungselement 61 an dem Lager 11 um die
Welle 10 positioniert.
Es sei nun angenommen, daß die Kupplung aus Fig. 1 dazu dient,
Drehbewegung von einem Motor, der an das Element 7 angeschlossen
ist, an einen Verbraucher zu übertragen, der mit dem Flansch 8
und damit mit der Welle 10 verbunden ist. Es wird ferner
angenommen, daß der Motor zunächst steht. Unter diesen Bedingun
gen wird Bewegungsübertragungsfluid (Öl) durch Schwerkraft im
unteren Teil des Gehäuses 2 in Fig. 1 gehalten, wobei sein
Niveau über den Öffnungen 25 und 26 liegt. Beim Starten des
Motors beginnen sich das Gehäuse 2 und mit diesem der treibende
Rotor 17 zu drehen und das im Gehäuse vorhandene Fluid beginnt,
sich aufgrund der Zentrifugalkraft radial in den Kammern 21 und
22 zu verteilen. Eine große Menge von Fluid befindet jedoch in
dem Reservoir 22, das normalerweise ein größeres Volumen hat,
wodurch lediglich eine kleine Menge in der Arbeitskammer 21
vorhanden ist. Da nur eine kleine Ölmenge in der Arbeitskammer 21
aufgrund der Tatsache vorhanden ist, daß sie im Ruhezustand bis
unter die Achse X der Kupplung gefüllt wird, kann der Motor
Drehzahl aufnehmen, ohne von der Bremswirkung des Verbrauchers
beeinflußt zu werden. Dies ist deswegen der Fall, weil die
geringe Menge an Fluid, die in der Kammer 21 vorhanden ist, keine
Drehbewegung des Rotors 17 auf den Rotor 15 übertragen kann.
Wenn die Motordrehzahl zunimmt, erhöht sich auch die Geschwindig
keit des Fluids im Umfangsteil des Reservoirs 22, so daß dieses
Fluid gezwungen wird, durch die Leitung 51 zu strömen und aus der
Öffnung 53 am Ende 52 des auf der Welle 10 befestigten Elements
zu strömen, die im wesentlichen noch stillsteht. Dieses Fluid
strömt durch die Leitung 51, dringt in den Sitz 54 ein und tritt
in der Verzögerungskammer 23 aus und wird in dieser allmählich
am Umfang verteilt.
Aufgrund der Drehung des Gehäuses 2 und damit des fortwährenden
Einströmens von Fluid in die Leitung 51 gelangt immer mehr Fluid
kontinuierlich in die Verzögerungskammer 23. Von dort fließt es
durch Zentrifugalkraft in die Leitung 33 und erreicht die
Übertragungskammer 34, aus der es durch die Maßbohrung 40 in die
Arbeitskammer 21 einströmt. Letztere füllt sich allmählich und
es wird zunehmend mehr Antriebsenergie vom Rotor 17 auf den
Rotor 15 übertragen. Unter vollen Arbeitsbedingungen ist die
Arbeitskammer 21 mit Fluid gefüllt, so daß die gesamte zur
Verfügung stehende Kraft (mit Ausnahme der üblichen Druckabfälle)
auf den Rotor 15 übertragen wird. Die Welle 10 dreht sich daher
mit Ausnahme eines üblichen Schlupfes in Übereinstimmung mit dem
Gehäuse 2, wobei sich anschließend ein Gleichgewichtszustand
zwischen der Antriebswelle und der getriebenen Welle herstellt.
In diesem Zustand ist das gesamte Fluid aus der Kammer oder dem
Reservoir 22 in die Arbeitskammer 21 übertragen.
Es wird darauf hingewiesen, daß aufgrund der Erfindung und
insbesondere aufgrund des Volumens des Reservoirs 22 (das
mindestens der Hälfte des Innenvolumens des Gehäuses 2 ausmacht),
eine große Menge von Fluid die Arbeitskammer 21 füllen und die
gesamte Ausdehnung der Schaufeln 16 und 18 der Rotoren umgeben
kann (siehe die Linien K in Fig. 1), was bei bekannten Anord
nungen nicht möglich ist, und zwar auch dann nicht, wenn große
Verzögerungskammern vorgesehen wären.
Ferner, wenn durch irgendeinen Grund die angetriebene Welle
festsitzen würde, was zu einer Überhitzung des Fluids in der
Arbeitskammer 21 führen würde, würde dieses erhitzte Fluid in der
Übertragungskammer 34 den Ventilkörper 47 schmelzen. Die
Leitung 46 würde dadurch freigegeben und das Fluid könnte unter
Abkühlung in das Reservoir 22 zurückströmen, so daß sich nach
einer gewissen Zeit wieder ein Gleichgewichtszustand zwischen
beiden Kammern 21 und 22 und ein konstanter Fluidpegel einstellen
würde (der durch die Linien W in Fig. 1 angedeutet ist). In
diesem Fall steigt das Fluid, das in das Reservoir 22 zurückge
flossen ist, in der Leitung 51 und gelangt in die Verzögerungs
kammer 23. Es ergibt sich also ein Gleichgewichtszustand, bei dem
das im Gehäuse 2 vorhandene Fluid zum Teil in der Arbeits
kammer 21 und in dem Reservoir 22 ist, während es die Ver
zögerungskammer 23 vollständig füllt. Also ist nur ein Minimum
an Fluid in der Arbeitskammer 21 vorhanden, was wenig Wärme
erzeugt und daher kontinuierlich abkühlt. Dieser Zustand kann
sich also über eine Zeit fortsetzen, ohne daß es zu einer
Beschädigung der Kupplung kommt.
Die Erfindung stellt daher eine wesentliche Verbesserung
hinsichtlich der Sicherheit gegenüber bekannten Kupplungen dar,
da, bei denen das Fluid aus der Kupplung in einem ähnlichen Fall
ausgestoßen wird, was das Bedienungspersonal in der Nähe der
Anlage gefährdet.
Das Gehäuse 2 weist (in Fig. 1 unten) einen Stutzen 110 auf, der
von einem Stopfen 111 verschlossen ist und der zum Einfüllen bzw.
Ablassen des Übertragungsfluids dient.
Fig. 2 zeigt eine Abwandlung der Ausführungsform nach Fig. 1,
die besonders für eine Wärmekraftmaschine, zum Beispiel einen
Dieselmotor, geeignet ist.
In dieser Figur, bei der gleiche Teile wie in Fig. 1 mit
gleichen Bezugszeichen versehen sind, liegt die Leitung 33 direkt
in der Wand 19, welche die Arbeitskammer 21 von dem Reservoir 22
trennt. Zwei gegenüberliegende Kanäle 70 und 71 sind in der
Wand 19 vorgesehen. In der Leitung 33 sitzt ein Ventil 73 mit
einem im wesentlichen zylindrischen Körper 74, der oben mit einem
Fortsatz 75 versehen ist. Der Fortsatz 75 erstreckt sich vom
Ende 77 des Körpers und dieser besitzt eine ringförmige Ver
tiefung 76 in seiner Seitenwand 78. Das Ventil 73 ist mit einem
Innenkanal 80 versehen, der über Radialkanäle 81 in die Wand 78
mündet.
Ferner wirkt auf das Ventil 73 eine Feder 82, die sich mit einem
Ende 84 an dem Ventil abstützt und mit dem anderen Ende 85 in
einer Vertiefung 90 des Umfangselements 86 liegt. Wenn die
Drehzahl des Motors, beispielsweise eines Dieselmotors gering
ist, beispielsweise während der Anwärmphase 800 U/min. dann kann
durch diese Ausführung die Verbindung von der Verzögerungs
kammer 23 zur Arbeitskammer 21 unterbrochen werden.
Unter diesen Bedingungen kann die Rotation der Kupplung 1 auf das
Fluid keine solche Geschwindigkeit ausüben, daß dieses in der
Leitung 33 die Wirkung der Feder 82 überwindet, so daß das
Ventil 73 geschlossen bleibt. Es kann also kein Fluid in die
Übertragungskammer 34 einströmen und dann in die Arbeitskammer 21
gelangen. Während der Vorwärmphase, also bei geringer Motor
drehzahl, enthält die Arbeitskammer nur sehr wenig Fluid, während
die Verzögerungskammer vollständig gefüllt ist. Dieser Zustand
kann beliebig aufrechterhalten werden.
Bei einer Erhöhung der Drehzahl erhöht sich auch durch die
Zentrifugalkraft die Kraft, die über das Fluid in der Leitung 33
auf das Ventil 73 wirkt, bis die Federkraft der Feder 82
überwunden wird. Wenn dies der Fall ist, verschiebt sich der
Körper 74 in der Leitung 73 mit der Folge, daß die Radialkanä
le 81, die die Wand 78 durchsetzen, außerhalb des Kanals 33
münden, während die Wand 78 die Kanäle 70 und 71 in der Wand 19
verschließt. Es kann daher Fluid durch die Kanäle 33, 80 und 81
in die Übertragungskammer 34 strömen und dann in die Arbeits
kammer 21 fließen, so daß eine Drehmomentenübertragung wie anhand
von Fig. 1 beschrieben möglich ist.
Wenn der Motor mit geringer Drehzahl läuft, dann wird das
Ventil 73 durch die Wirkung der Feder 82 in die Stellung nach
Fig. 2 zurückgestellt und verschließt oben die Leitung 33,
während die Kanäle 70 und 71 über die Ringnut 76 verbunden
werden. In diesem Fall gelangt Fluid aus der Arbeitskammer 21 in
das Reservoir 22 und der treibende Rotor 17 kann nicht länger
Drehmoment an den getriebenen Rotor 15 übertragen, so daß der
Motor freilaufen kann, ohne daß der Verbraucher angetrieben wird.
Es wird darauf hingewiesen, daß in dem Fall, wenn das Ventil 73
das Fluid aus der Leitung 33 in die Kammer 34 strömen läßt, der
Fortsatz 75 in die Vertiefung 85 des Teils 91 des Deckels 36
gelegt wird, wobei er dort anstößt. Auf diese Weise wird die
Feder 82 nicht übermäßig belastet, so daß sie bei aktivierter
Kupplung nicht schwach wird. Der Fortsatz 75 wirkt also als
Anschlag für die Bewegung des Ventils 73 gegenüber dem Deckel 36.
Es wird darauf hingewiesen, daß die Erfindung auch anderen
Ausführungsformen umfaßt, beispielsweise mehrere gegenseitig in
Strömungsverbindung stehende Verzögerungskammern, die entweder
hintereinander liegen oder die Ventile in der Leitung 33
aufweisen und die auf andere Weise die Fluidströmung von der
Leitung 33 zur Arbeitskammer 21 unterbrechen können.
Claims (11)
1. Hydrodynamische Kupplung (1) mit einem abgedichteten Gehäuse
(2), in dem zwei miteinander kommunizierende Kammern (21,
23) angeordnet sind und das von einer angetriebenen Welle
(10) durchsetzt ist, die an einem Verbraucher anschließbar
ist, wobei
- a) die eine Kammer als Verzögerungskammer (23) wirkt,
- b) die andere Kammer als Arbeitskammer (21) ein Paar Rotoren (15, 17) enthält, die mit radialen Schaufeln (16, 18) versehen sind,
- c) der erste Rotor (17) als treibender Rotor funktions mäßig mit einer mit dem Gehäuse (2) verbundenen An triebswelle (7) und der zweite Rotor (15) als ange triebener Rotor mit der angetriebenen Welle (10) gekoppelt ist, und
- d) das Gehäuse (2) ein Fluid enthält, das Drehmoment von dem treibenden Rotor (17) auf den angetriebenen Rotor (15) überträgt,
- a) in dem abgedichteten Gehäuse (2) mindestens ein weite res Reservoir (22) vorgesehen ist, das durch eine Ver bindungseinrichtung mit der einen Kammer (23) in Ver bindung steht, so daß in dem Reservoir (22) enthaltenes Fluid beim Anlaufen des Motors zunächst in die von dem Reservoir (22) ansonsten im wesentlichen getrennt ange ordnete Verzögerungskammer (23) und anschließend von der Verzögerungskammer (23) in die Arbeitskammer (21) gefördert wird, die die Rotoren (15, 17) enthält,
- b) die Verbindungseinrichtung als ein rohrförmiges Element (50) mit einer radial auswärts führenden, inneren Lei tung (51) ausgebildet ist, das sich in das Reservoir (22) bis in dessen radial äußersten Bereich erstreckt und in diesem Bereich mindestens ein Ende (52) auf weist, das entgegen der Drehrichtung des Kupplungs gehäuses (2) gekrümmt ist,
- c) wobei die Leitung (51) an dem zumindest einen Ende (52) offen ist,
- d) wobei das rohrförmige Element (50) starr auf der ange triebenen Welle (10) sitzt, in der eine Nut (54) vor gesehen ist, in die die innere Leitung (51) des rohr förmigen Elements (50) mündet, und
- e) wobei die Nut (54) mit der Verzögerungskammer (23) in Verbindung steht.
2. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 1, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Verzögerungskammer (23) einen ringförmigen
Aufbau (24) hat, der von einer sich radial erstreckenden
Trennwand (19) getragen wird, die zwischen der Arbeitskammer
(21) und dem Reservoir (22) liegt, daß die Verzögerungs
kammer (23) mindestens eine Öffnung (27) an ihrem Umfang
hat, an die eine radial auswärts führende Leitung (33)
anschließt, die als rohrförmiges Teil (28, 19) ausgebildet
ist, das an die Verzögerungskammer (23) angeschlossen ist,
und die das Drehmomentenübertragungsfluid von radial aus
wärts in die Arbeitskammer (21) gelangen läßt, an die die
Leitung (33) funktionsmäßig angeschlossen ist.
3. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das rohrförmige Teil (28, 19) in der Wand (19)
gebildet ist, die die Verzögerungskammer (23) trägt, und
daß die Leitung (33), die an die Verzögerungskammer (23)
angeschlossen ist, in der Wand (19) vorgesehen ist.
4. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß die in dem rohrförmigen Teil (28, 19) vor
gesehene Leitung (33) in eine radial außerhalb der Arbeits
kammer (21) angeordnete Übertragungskammer (34) mündet, an
die die Arbeitskammer (21) angeschlossen ist, und daß die
Übertragungskammer (34) von einem Teil des abgedichteten
Gehäuses (2) und von einem zugehörigen Deckel (36) gebildet
ist sowie mit der Arbeitskammer (21) kommuniziert.
5. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Fluid aus der Leitung (33), die in dem
rohrförmigen Teil (28) vorgesehen ist, in die Arbeits
kammer (21) durch eine Maßbohrung (40) gelangt, die in einem
Körper (41) vorgesehen ist, der lösbar in das abgedichtete
Gehäuse (2) eingesetzt ist, und daß der Durchmesser der
Bohrung (40) durch Austausch des Körpers (41) veränderbar
ist.
6. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 5, dadurch gekenn
zeichnet, daß die Maßbohrung (40) in eine Übertragungs
kammer (34) mündet, durch welche die Leitung (33) mit der
Arbeitskammer (21) kommuniziert, daß zwischen der Über
tragungskammer (34) und dem Reservoir (22) eine weitere
Leitung (46) in einem Körper (45) vorgesehen ist, der lösbar
in das abgedichtete Gehäuse (2) eingesetzt ist, und daß ein
Schmelzkörper (47) die Leitung (46) verschließt.
7. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 2, dadurch gekenn
zeichnet, daß in der Leitung (33), die die Verzögerungs
kammer (23) mit der Arbeitskammer (21) verbindet, ein
Ventil (73) eingesetzt ist, das die Leitung (33) in
Abhängigkeit von der Motordrehzahl schließt.
8. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ventil (73) beim Absinken der Motor
drehzahl unter einen vorgegebenen Wert eine Strömungs
verbindung von der Arbeitskammer (21) zu dem Reservoir (22)
herstellt.
9. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ventil (73) gegen die Wirkung einer
Feder (82) in der Leitung (33) verschiebbar ist.
10. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 7, dadurch gekenn
zeichnet, daß das Ventil (73) einen Körper (74) mit Kanälen
(76, 80, 81) aufweist, die entweder die Arbeitskammer (21)
mit dem Reservoir (22) oder die Verzögerungskammer (23) mit
der Arbeitskammer (21) verbinden.
11. Hydrodynamische Kupplung nach Anspruch 2 und 7, dadurch
gekennzeichnet, daß in der Wand (19) Kanäle (70, 71)
vorgesehen sind, die eine Strömungsverbindung durch die
Leitung (33) herstellen, wenn sich das Ventil (73) in einer
bestimmten Stellung befindet, die einer geringen Drehzahl
entspricht.
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