DE19520775A1 - Bahnführungswalze - Google Patents
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Description
Die Erfindung betrifft eine drehbar gelagerte Bahnführungswalze zum kantengeraden
Führen von bewegten flexiblen Folienbahnen.
Bei vielen Arbeitsvorgängen, bei denen eine flexible beschichtete oder unbeschichtete
Folienbahn gehandhabt wird, muß diese über beträchtliche Zwischenräume geführt wer
den, bevor sie schließlich wieder aufgerollt wird. So wird beispielsweise zur Herstellung
von Aufzeichnungsträgern eine Papier- oder Kunststoff-Folienbahn durch eine Beschich
tungseinrichtung und nachfolgend durch eine Trockenvorrichtung geführt, an welche sich
im allgemeinen noch eine Nachbehandlung anschließt, beispielsweise eine Temperung
oder Kalandrierung der beschichteten Folienbahn. Es ist daher erforderlich, daß die sich
bewegende Bahn an allen Arbeitspunkten kantengerade geführt wird, zumal die Position
der Bahn durch das Verschieben der Abwickelrolle nicht genau gesteuert werden kann.
Ein Abweichen von der geraden Bahnführung ist beispielsweise möglich durch ein Nach
lassen der Bahnspannung beispielsweise hervorgerufen durch einseitigen Lagerverschleiß
in den Führungswalzen, durch eine Reckung des Schichtträgermaterials, eine einseitige
Änderung der Dicke der Bahn oder ihrer Beschichtung, was zur Folge hat, daß die Bahn in
die Richtung der dickeren oder fester gespannten Seite wandert.
Um diesem Effekt entgegenzuwirken, sind aus dem Stand der Technik zahlreiche Vor
schläge bekannt. So ist beispielsweise in der DE-A 32 00 330 eine sogenannte Changier-
Walze beschrieben, welche die Möglichkeit bietet, sowohl in axialer Richtung verschoben
zu werden und wobei außerdem die Walzenachse aus der Waagerechten herausgekippt
werden kann. Eine ähnliche Vorrichtung zur Zurückführung der Materialbahn ist in dem
DE-GM 92 06 765 der gleichen Anmelderin beschrieben. Nach der Lehre dieses
Gebrauchsmusters ist an einer oder beiden Bandkanten der in die Kantensteuerungsstrecke
einlaufenden Materialbahn ein Bahnkantensensor angebracht; je nach dessen
Signal läuft dann die Bahn über Umlenk-Führungswalzen, von denen die beiden mittleren
Walzen um eine senkrechte Achse drehbar sind, wobei sich der Drehpunkt vorzugsweise
senkrecht unter der von der Bahn zuerst berührten Kante der Walze befindet. Der Sensor
betätigt einen Stellzylinder, welcher die beiden beweglichen Führungswalzen solange
verdreht, bis die Materialbahn wieder in die Maschinenmitte zurückgeführt ist. Der Sensor
kann auch mit einem weiteren Stellmechanismus gekoppelt sein, der nachfolgende Anla
geteile, zum Beispiel Walzen, lateral, also quer zur Bahnlaufrichtung verschiebt, solange,
bis die Materialbahn wie gefordert in der Maschinenmitte dieses Anlageteils läuft.
Aus der EP-A 0 066 527 ist bekannt, daß sich die Bahnführungswalze spannungsabhängig
über ihre gesamte Länge durchbiegen kann.
Die vorgenannten Führungswalzen bedingen sowohl eine aufwendige mechanische Kon
struktion wie auch eine komplizierte elektronische Steuerung für die Bahn. Außerdem
müssen in regelmäßigen Abständen an beiden Bahnrändern Sensoren zur Messung des
Kantenverhaltens angebracht sein.
Einen anderen Lösungsweg gehen Führungsvorrichtungen für bewegte Materialbahnen in
sogenannten Walzenhohlsaugern, bei denen die Bahn auf im allgemeinen zwei bis vier
Walzen aufliegt und wobei im Walzenbereich zwischen der Ober- und der Unterseite der
Bahn eine Druckdifferenz besteht, so daß die Bahn angesaugt wird. Dadurch wird die
Bahn in einer Sickenform durch die Hohlsaugeranordnung geführt, wodurch sich der Rei
bungskontakt der Bahn mit den drehbar gelagerten Rollen erhöht. Als Vorteil ergibt sich
eine verbesserte kantengerade Führung der Bahnen und gleichzeitig als Nachteil die
Gefahr einer Verkratzung der die Walzen berührenden Bahnseite. Außerdem erfordern
derartige Walzenhohlsauger gleichfalls einen erhöhten konstruktiven Aufwand gegenüber
normalen Bahnführungswalzen. Entsprechende Vorrichtungen sind aus den DE-A 25 01 482
sowie 40 03 927 bekannt.
Aus diesem Grund bestand die Aufgabe, eine Führungs- oder Umlenkwalze der oben
genannten gattungsmäßigen Art zu finden, welche einfach aufgebaut sein soll, keinen
erhöhten konstruktiven Aufwand erforderlich macht, keinerlei elektronische Steuerung
erfordert und auch weitgehend Sensoren zur Steuerung beziehungsweise Messung der
Bahnkante entbehrlich macht.
Erfindungsgemäß wurden die Aufgaben gelöst mit einer Bahnführungswalze, deren Achs
lager jeweils aus einem mit dem Walzenkörper verbundenen Außenring und einen von
diesem beabstandeten Innenring bestehen, zwischen denen sich ein oder mehrere
federnde Elemente befinden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen, der Zeichnung sowie
der Beschreibung hervor. Nachstehend wird die Erfindung anhand der Figur näher erläu
tert, welche einen halben Radialschnitt durch die Bahnführungswalze mit der erfindungs
gemäßen Achslagerung zeigt.
Vorzugsweise an den beiden Außenseiten der Bahnführungswalze (1) ist zwischen der
Achse (2) und der Innenseite des Walzenkörpers (11) das Achslager (3, 3′) eingepaßt. Auf
der stehenden Achse (2) ist in üblicher Weise ein Kugellager beziehungsweise Wälzlager
(10) angeordnet, daran schließt sich der Innenring (5) und der davon beabstandete Außen
ring (4) an, zwischen denen sich mindestens ein noch näher zu beschreibendes federndes
Element (7) in dem Zwischenraum (6) befindet. Der Außenring (4) ist mit dem Walzenkör
per (11) fest verbunden beziehungsweise in diesen eingepaßt. Die Achse (2) kann durch
gehend durch den Innenraum der Walze ausgeführt sein oder auch als beiderseitiger Mon
tagezapfen eingesetzt werden. Um eine ausreichende Seitenstabilisierung des des Außen-
sowie des Innenringes und damit des gesamten Achslagers (3) zu gewährleisten, befinden
sich in einer bevorzugten Ausführung an beiden Außenflächen des Achslagers Platten (8,
8′), welche durch eine Verschraubung (9) mit dem Innenring verbunden sind. Die Innen
flächen der Platten (8, 8′) sind geläppt und dadurch sehr eben, um ein radiales Abfedern
des Außenringes zu ermöglichen. Ebenso sind die beiden Planflächen des Außenrings (4)
und des Innenrings (5) geläppt. Außerdem ist das radiale Ende der Platten (8, 8′) von der
Innenseite des Walzenkörpers (11) beabstandet, um den Federweg zu ermöglichen.
Das federnde Element (7) zwischen Außen- und Innenring kann ein Ringteil bestehend aus
Moosgummi, Schaumgummi oder ein Gummischlauch sein, oder auch sich radial er
streckende Zug- beziehungsweise Druckfedern, ein Luftschlauch oder ein Kunststoff
schlauch oder Blattfedern, die gleichmäßig verteilt zwischen Außen- und Innenring
angeordnet sind. Die Blattfedern können aus Metall oder Kunststoff bestehen.
Die Federungswirkung kann auf vielfältige Weise beeinflußt werden, nämlich durch die Art,
den Werkstoff und die Härte des federnden Elementes sowie durch den Füllgrad des Zwi
schenraumes (6) zwischen Außenring und Innenring. Je mehr dieser Raum gefüllt ist,
desto weniger ist der elastische Ring kompressibel; auch das Federungsverhalten bezüg
lich der abzufedernden Frequenzen kann damit eingestellt werden.
Wird nun die Führungs- beziehungsweise Umlenkwalze insgesamt oder auf einer Seite
kurzzeitig auf Zug beansprucht, kann die Walze diese von einer Zugänderung vorgege
bene Bewegung mitmachen, indem das Federelement (7) deformiert wird, aber gleichzeitig
bestrebt ist, wieder seinen Ausgangszustand einzunehmen und die Walze wieder in ihre
ursprüngliche rundlaufende Ausgangslage zurückzuführen. Indem die Walze ausweicht,
können kurzzeitige Abweichungen mit diesem System ohne weiteres abgefangen werden,
wodurch die eingangs genannten Aufgaben erfüllt sind.
Die entscheidenden Vorteile dieser neuen innengefederten Rolle liegen in ihrer geringen
Baugröße, ihrer geringen Teilezahl und ihrer sehr genauen Seitenführung. Auch ist ein
Austausch des Achslagers sehr leicht möglich; die entsprechende Bahnführungs- bezie
hungsweise Umlenkwalze kann ohne jeden Umbauaufwand an jeder Stelle eingebaut
werden, an der vorher eine vergleichbare Walze sitzt.
Besonders bevorzugt ist die vorliegende Erfindung anwendbar bei Bahnführungswalzen,
welche für hohe Geschwindigkeiten einer zu bewegenden und/oder zu führenden Waren
bahn geeignet sind, wobei der Walzenkörper hohlzylindrisch und mit Durchlässen ins
Walzeninnere versehen ist, wie in dem Gebrauchsmuster G 295 03 003.8 und der deut
schen Patentanmeldung P 195 06 199.3 der gleichen Anmelderin näher beschrieben ist.
Claims (3)
1. Drehbar gelagerte Bahnführungswalze (1), bestehend aus einem Walzenkörper (11),
welcher beiderseits drehbar um eine Achse (2) gelagert ist, zur kantengeraden
Führung von bewegten, flexiblen Folienbahnen, dadurch gekennzeichnet, daß jedes
der Achslager (3, 3′) aus einem mit dem Walzenkörper (11) verbundenen Außenring
(4) und einem von diesem beabstandeten Innenring (5) besteht, zwischen denen
zumindest in einem Teil des Zwischenraumes (6) ein oder mehrere federnde Elemente
(7) angeordnet sind.
2. Bandführungswalze nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Achslager (3)
an seinen beiden Außenflächen miteinander verbundene Führungsplatten (8, 8′)
besitzt, die zumindest teilweise den Außenring (4) und den Innenring (5) seitlich
abstützen.
3. Bahnführungswalze nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das
federnde Mittel (7) ein Gummiring, ein Schaumgummiring, gleichmäßig zwischen dem
Außenumfang des Innenrings und dem Innenumfang des Außenrings verteilte Blatt
federn, in radialer Richtung angeordnete Zug- oder Druckfedern, ein Luftschlauch oder
ein Kunststoff-Schlauch ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995120775 DE19520775A1 (de) | 1995-06-07 | 1995-06-07 | Bahnführungswalze |
Applications Claiming Priority (1)
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| DE1995120775 DE19520775A1 (de) | 1995-06-07 | 1995-06-07 | Bahnführungswalze |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19520775A1 true DE19520775A1 (de) | 1996-12-12 |
Family
ID=7763826
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1995120775 Withdrawn DE19520775A1 (de) | 1995-06-07 | 1995-06-07 | Bahnführungswalze |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19520775A1 (de) |
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10225868A1 (de) * | 2002-04-09 | 2003-10-23 | Heidelberger Druckmasch Ag | Vorrichtung zum Packen von flachen Gegenständen in Transportbehälter, insbesondere von flach gefalteten Faltschachteln in Umkartons |
| US6971222B2 (en) | 2002-04-09 | 2005-12-06 | Heidelberger Druckmaschinen Ag | Device for packing flat articles in transport containers, in particular folded-flat folding boxes in casing cartons |
| US6973766B2 (en) | 2002-04-09 | 2005-12-13 | Heidelberger Druckmaschinen Ag | Device for packing flat articles in transport containers, particularly folded-flat folding boxes in casing cartons |
| US7497067B2 (en) | 2002-04-09 | 2009-03-03 | Heidelberger Druckmaschinen Ag | Device for packing flat articles in transport containers |
-
1995
- 1995-06-07 DE DE1995120775 patent/DE19520775A1/de not_active Withdrawn
Cited By (4)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE10225868A1 (de) * | 2002-04-09 | 2003-10-23 | Heidelberger Druckmasch Ag | Vorrichtung zum Packen von flachen Gegenständen in Transportbehälter, insbesondere von flach gefalteten Faltschachteln in Umkartons |
| US6971222B2 (en) | 2002-04-09 | 2005-12-06 | Heidelberger Druckmaschinen Ag | Device for packing flat articles in transport containers, in particular folded-flat folding boxes in casing cartons |
| US6973766B2 (en) | 2002-04-09 | 2005-12-13 | Heidelberger Druckmaschinen Ag | Device for packing flat articles in transport containers, particularly folded-flat folding boxes in casing cartons |
| US7497067B2 (en) | 2002-04-09 | 2009-03-03 | Heidelberger Druckmaschinen Ag | Device for packing flat articles in transport containers |
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Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: BASF MAGNETICS GMBH, 67059 LUDWIGSHAFEN, DE |
|
| 8127 | New person/name/address of the applicant |
Owner name: EMTEC MAGNETICS GMBH, 67059 LUDWIGSHAFEN, DE |
|
| 8141 | Disposal/no request for examination |