DE19519284C1 - Verfahren und Anlage zum Kühlen und Abtransport von Pfannen- und Konverterschlacken - Google Patents
Verfahren und Anlage zum Kühlen und Abtransport von Pfannen- und KonverterschlackenInfo
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Description
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Anlage zum Kühlen und Abtransport von
Pfannen- und Konverterschlacken gemäß dem Gattungsbegriff des Hauptanspruches.
Bei dem bekannten Stand der Technik wird die flüssige Schlacke aus der Gießpfanne
in einen aufgebockten Schlackenkübel gegossen. Nachdem der ca. 12 m³ fassende
Kübel mit mehreren Chargen gefüllt worden ist, wird er mit Hilfe eines Gießkranes auf
den Schlackentransportwaggon verladen und zum Abkippen in die
Schlackenkühlbeete abgezogen.
Aufgabe der Erfindung ist es, dieses Verfahren zu verbessern und den Abtransport der
Pfannen- und Konverterschlacke zu vereinfachen.
Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1
angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sowie eine Anlage zur
Durchführung des Verfahrens sind Bestandteil von Unteransprüchen.
Im Unterschied zum bekannten Stand der Technik wird die flüssige Pfannenschlacke
unmittelbar in eine wassergekühlte Kokille gegossen und durch die intensive Kühlung
in relativ kurzer Zeit in den festen Zustand überführt. Damit die Abkühlung möglichst
gleichmäßig erfolgt ist zu Beginn des Abziehens der Gießstrahl der flüssigen Schlacke
mittig auf die Öffnung der Kokille und anschließend mittig auf den sich einstellenden
Flüssigkeitsspiegel gerichtet. Nach einer auf die Pfannenchargen abzustimmenden
Kühlzeit wird die Kokille aufgeklappt. Der Schlackeblock fällt auf ein Schlaggitter und
zerbricht dabei. Die Bruchstücke werden in einem unterhalb der Schlacke
angeordneten trichterförmigen Bunker gesammelt und anschließend mit
Muldenkippern abtransportiert. Damit die Abkühlung in der Kokille rasch erfolgt wird
der Kontaktbereich aus einem Material mit hoher Wärmeleitfähigkeit vorzugsweise
Kupfer gefertigt. Außerdem ist das Breiten-Höhen-Verhältnis sehr viel größer im
Vergleich zur Dickenrichtung.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren entfällt der Flüssigtransport der
Pfannenschlacke über die Schiene und das Abkühlen in den Schlackenkühlbeeten und
Krankapazität wird frei. Außerdem werden durch den Entfall der Schlackenkübel
Kosten eingespart.
In der Zeichnung wird die erfindungsgemäße Anlage zum Kühlen und Abtransport von
Pfannenschlacken näher erläutert.
Es zeigt
Fig. 1 in Vorderansicht eine Prinzipskizze der erfindungsgemäßen Gesamtanlage,
Fig. 2 eine Seitenansicht.
Kernstück der Anlage ist eine wassergekühlte Kokille, bestehend aus zwei
verschwenkbaren Seitenteilen mit je einem Wasserkühlkasten 2, 2′ und einer darauf
angeordneten Kupferplatte 1, 1′. Je nach Anforderung und Verschleißrate kann die
Kupferplatte 1, 1′ auf der Innenseite mit einer Verschleißschutzschicht beschichtet
sein. Die Verschwenkbarkeit der Seitenteile ist durch Pfeile gekennzeichnet. Im
unteren Teil der Kokille sind Pralleisten 3, 3′ angeordnet, vorzugsweise hergestellt aus
Kugelgraphitguß. Die lichte Weite der beiden gegenüberstehenden Kupferplatten
1, 1′ beträgt im mittleren Bereich etwa 200 mm und die Höhe der Kupferplatte
3000 mm. Die Verschwenkung der Seitenteile erfolgt mittels je einer gelenkig am
Seitenteil angeordneten Kolben-Zylindereinheit 6, 6′. Das für die Kühlung notwendige
Wasser wird über flexible Schläuche 5, 5′, 7, 7′ zugeführt, die beweglich an den
Wasserkühlkästen 2, 2′ befestigt sind. Das erwärmte Kühlwasser wird einem
Wärmetauscher 8, 8′ zugeführt und das rückgekühlte Wasser wieder zu den
Wasserkühlkästen 2, 2′ geleitet.
Der Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt in der Weise, daß aus einer
Stahlwerkspfanne 9 (hier nur teilweise dargestellt) die flüssige Pfannenschlacke 10 in
einen mit Gußplatten ausgekleideten Einlauftrichter 4 gegossen wird und die flüssige
Schlacke von dort in die Kokille fließt. Durch die intensive Kühlung erstarrt die flüssige
Schlacke in kurzer Zeit und es entsteht ein Schlackeblock 12. Eine möglichst
gleichmäßige Abkühlung wird dadurch sichergestellt, daß zu Beginn des Abziehens
der Gießstrahl 10 aus der Stahlwerkspfanne 9 durch den Einlauftrichter 4 mittig auf die
Pralleisten 3, 3′ und anschließend mittig auf den sich einstellenden Flüssigkeitsspiegel
im Einlauftrichter 4 gerichtet ist. Damit der Schlackeblock 12 aus der Kokille entfernt
werden kann, wird diese mittels der Kolben-Zylindereinheiten 6, 6′ aufgeklappt und der
Schlackeblock 12 fällt auf das Schlaggitter 11. Bei diesem Aufprall zerbricht der
Schlackeblock 12 in kleine Bruchstücke 13. Die Bruchstücke 13 werden in einem
unterhalb des Schlaggitters 11 angeordneten trichterförmigen Bunker 14 gesammelt.
Je nach Füllgrad wird der Bunker 14 von Zeit zu Zeit entleert, wofür dazu am Boden
des Bunkers 14 eine Klappe 15 angeordnet ist. Der Abtransport der Bruchstücke 13
erfolgt über einen Muldenkipper 16, der die zerkleinerte Schlacke auf Halde kippt oder
diese einer Verwertungsstelle zuführt. Der Einlauftrichter 4, die Kokille, das
Schlaggitter 11 zusammen mit dem Bunker 14 sind in einer
Stahlwerksrahmenkonstruktion 17 angeordnet, und zwar so, daß sie unterhalb des
Kippbereiches der Stahlwerkspfanne 9 stehen.
Claims (8)
1. Verfahren zum Kühlen von Pfannen- und Konverterschlacken, bei dem durch
Wärmeentzug die flüssige Schlacke in den festen Zustand überführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die abzuziehende flüssige Schlacke in eine gekühlte Form gegossen und
nach der Erstarrung als Schlackeblock zerbrochen wird und anschließend die
Bruchstücke gesammelt und abtransportiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch die Form Kühlwasser geleitet wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß zu Beginn des Abziehens der Gießstrahl der flüssigen Schlacke mittig auf
die Öffnung der gekühlten Form und anschließend mittig auf den sich in einem
Einlauftrichter einstellenden Flüssigkeitsspiegel gerichtet ist.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der erstarrte Schlackeblock unter Ausnutzung der Schwerkraft auf ein
Hindernis prallt.
5. Anlage zur Durchführung des Verfahrens zum Kühlen von Pfannen- und
Konverterschlacke, bei dem durch Wärmeentzug die flüssige Schlacke in den
festen Zustand überführt wird nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abkühlform als Kokille, das Hindernis als Schlaggitter (11) und die
Sammelstelle als ein unter dem Schlaggitter (11) angeordneter trichterförmiger
Bunker (14) ausgebildet sind, wobei das Höhen-Breitenmaß der Kokille (12)
groß ist gegenüber der Dicke des erzeugten Schlackenblocks.
6. Anlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Kontaktbereich der Kokille aus einem Material mit hoher Leitfähigkeit z. B.
aus Kupferplatten (1, 1′) besteht.
7. Anlage nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kupferplatten (1, 1′) auf den im Kontakt mit der Schlacke stehenden
Seiten beschichtet sind.
8. Anlage nach den Ansprüchen 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kokille aufklappbar ist.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19519284A DE19519284C1 (de) | 1995-05-22 | 1995-05-22 | Verfahren und Anlage zum Kühlen und Abtransport von Pfannen- und Konverterschlacken |
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE19519284A DE19519284C1 (de) | 1995-05-22 | 1995-05-22 | Verfahren und Anlage zum Kühlen und Abtransport von Pfannen- und Konverterschlacken |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19519284C1 true DE19519284C1 (de) | 1996-08-01 |
Family
ID=7762888
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE19519284A Expired - Fee Related DE19519284C1 (de) | 1995-05-22 | 1995-05-22 | Verfahren und Anlage zum Kühlen und Abtransport von Pfannen- und Konverterschlacken |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19519284C1 (de) |
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1995
- 1995-05-22 DE DE19519284A patent/DE19519284C1/de not_active Expired - Fee Related
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