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DE19517824B4 - Verfahren und Vorrichtung zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren mit Dampf - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren mit Dampf Download PDF

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DE19517824B4
DE19517824B4 DE19517824A DE19517824A DE19517824B4 DE 19517824 B4 DE19517824 B4 DE 19517824B4 DE 19517824 A DE19517824 A DE 19517824A DE 19517824 A DE19517824 A DE 19517824A DE 19517824 B4 DE19517824 B4 DE 19517824B4
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Werner Gassmann
Günter Wahl
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    • A47J27/14Cooking-vessels for use in hotels, restaurants, or canteens
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  • Food Science & Technology (AREA)
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Abstract

Verfahren zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren bei dem die zu kochende Ware in eine Kochkammer (2) eingebracht und der Kochkammer (2) anschließend Sattdampf zugeführt wird, welcher sich mit der Luft in der Kochkammer (2) vermischt, und bei dem das Sattdampf/Luftgemisch umgewälzt und zur Kondensation von Wasserdampf an Oberflächen der Ware herangeführt wird, wobei der Sattdampf durch eine Mehrzahl von Düsen (20) in die Kochkammer (2) injiziert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 m/s aus den als Beschleunigerdüsen (20) ausgebildeten Düsen austritt und von der Ware weg in Richtung mindestens einer Seitenwand (12) und/oder in eine Umfangsrichtung der Kochkammer (2) gelenkt wird.

Description

  • Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 bzw. 12.
  • Es sind bereits Verfahren und Vorrichtungen dieser Art zum Garen von Fleisch- und Wurstwaren unter Atmosphärendruck bekannt, bei denen eine verschließbare Kochkammer mit einem oder mehreren Kochwagen beschickt wird, an welchen die zu kochende Ware aufgehängt oder auf Roste aufgelegt ist, und bei denen die geschlossene Kochkammer nach Aufnahme der Kochwagen unter Atmosphärendruck mit Sattdampf beaufschlagt wird. Der Sattdampf wird dort mit niedriger Geschwindigkeit zugeführt und vermischt sich mit der Luft in der Kochkammer. Das dabei entstehende Sattdampf/Luftgemisch wird umgewälzt, so dass es mit den Oberflächen der Ware in Berührung kommt, deren Temperatur unter dem Taupunkt des Sattdampf/Luftgemischs liegt. Somit kommt es dort zu einer Kondensation von Wasserdampf, so dass die Ware durch die freiwerdenden Kondensationswärme bis zu einer zum Garen erforderlichen Temperatur erhitzt und gleichzeitig infolge des Dampfdruckgefälles zwischen der Oberfläche und dem Inneren der Ware vor Austrocknung geschützt wird. Die Regelung der Temperatur in der Kochkammer auf einen angestrebten Wert von etwa 80 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 98 % er folgt mittels eines in der Kochkammer angeordneten Thermometers, dessen Temperaturwert die Grundlage für die Einstellung der zugeführten Dampfmenge bildet.
  • Die Umwälzung des Sattdampf/Luftgemischs erfolgt bei der bekannten Vorrichtung mit Hilfe eines im oberen Teil der Kochkammer angeordneten Gebläses. Bei der Dampfzufuhr mit geringer Einströmgeschwindigkeit bedeutet dies jedoch, dass sich der Sattdampf erst im Gebläse innig mit der Luft in der Kochkammer vermischt, so dass es in Teilbereichen der Kochkammer zu einer inhomogenen Temperaturverteilung kommen kann, die ein ungleichmäßiges Erhitzen der Ware zur Folge hat. Außerdem wird die Anbringung eines Gebläses innerhalb der Kochkammer u.a. wegen der zusätzlichen Kosten und der Notwendigkeit einer Überwachung als nachteilig empfunden.
  • Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu entwickeln, die eine gleichmäßige Durchmischung von Sattdampf und Luft und eine homogene Temperaturverteilung in der Kochkammer ermöglichen und damit einen gleichmäßigeren Wärmeübergang vom Sattdampf/Luftgemisch auf die Ware sicherstellen.
  • Diese Aufgabe wird durch die den Patentansprüchen 1 bzw. 12 angegebene Merkmalskombinationen gelöst. Bei den vorgesehenen Geschwindigkeiten von mehr als 50 m/s reicht der Impuls des Sattdampfs aus, um die Luft in der Kochkammer ohne ein zusätzliches Gebläse oder dergleichen um wälzen. Allgemein wird dies erst bei Austrittsgeschwindigkeiten der Fall sein, die einem Mehrfachen der Strömungsgeschwindigkeit entsprechen, mit denen der Sattdampf bei Kochvorrichtungen der genannten Art durch das der Sattdampfzufuhr dienende Rohrleitungssystem geführt wird.
  • Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sind an der Düsenöffnung Austrittsgeschwindigkeiten zwischen 100 und 200 m/s vorgesehen, verglichen mit Strömungsgeschwindigkeiten im Rohrleitungssystem, die bei den eingangs genannten Vorrichtungen gewöhnlich weniger als 20 m/s betragen. Durch die hohe Austrittsgeschwindigkeit des Sattdampfs wird ein Teil der Luft in der Kochkammer mitgerissen und eine starke Turbulenz erzeugt, die bereits in kurzer Entfernung hinter der Austrittsöffnung der Beschleunigerdüse eine intensive Verwirbelung und Vermischung des Sattdampf mit der Luft in der Kochkammer zur Folge hat. Außerdem entsteht hinter der Austrittsöffnung der Beschleunigerdüse ein Unterdruck, der ein Nachströmen von Luft bzw. abgekühltem Sattdampf/Luftgemisch aus der Kochkammer und damit eine Umwälzung des Sattdampf/Luftgemischs in der Kochkammer bewirkt.
  • Durch entsprechende Anordnung und Ausrichtung der Beschleunigerdüsen lässt sich weiter erreichen, dass das Sattdampf/Luftgemisch in gewünschter Weise in der Kochkammer zirkuliert, so dass die gesamte Ware gleichmäßig mit dem Sattdampf/Luftgemisch beaufschlagt wird und sich in der gesamten Kochkammer eine gleichmäßige Temperaturverteilung einstellt.
  • Um neben dem Impuls des aus den Beschleunigerdüsen austretenden Sattdampfs auch den thermischen Auftrieb des Sattdampf/Gasgemischs in der Kochkammer zur Erzeugung oder Aufrechterhaltung einer Zirkulation auszunutzen, sieht eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass der Sattdampf von oben in die Kochkammer injiziert wird, so dass sich eine vertikale Zirkulation des Sattdampf/Luftgemischs ausbildet, die unterhalb der Beschleunigerdüsen eine Abwärtsströmung und zwischen den Beschleunigerdüsen eine Aufwärtsströmung umfasst. Vorzugsweise sind die Beschleunigerdüsen derart im oberen Teil der Kochkammer angeordnet, dass der Sattdampf nach dem Austritt aus den Beschleunigerdüsen zusammen mit der mitgerissenen Luft zuerst an gegenüberliegenden Seitenwänden der Kochkammer nach unten in Richtung des Bodens der Kochkammer und anschließend in der Mitte der Kochkammer nach oben strömt, wobei er die auf dem oder den Kochwagen angeordnete Ware umstreicht. Durch diese Maßnamen wird erreicht, dass die Zirkulation des Sattdampf/Luftgemischs im Bereich der Ware aufgrund des thermischen Auftriebs auch bei einer kurzzeitigen Unterbrechung der Sattdampfzufuhr anhält, so dass sich an der Oberfläche der Ware keine den Wärmeübergang behindernde ruhende Luftschicht ausbilden kann.
  • Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann ein übermäßig starkes Aufheizen der in der Nähe der Beschleunigerdüsen angeordneten Ware dadurch vermieden werden, dass der Sattdampfstrahl schräg von oben gegen eine der Beschleunigerdüse benachbarte Seitenwand der Kochkammer gerichtet wird, wobei zudem durch den Aufprall eine weitere Verwirbelung erfolgt. Die Ablenkung des Sattdampfstrahls erfolgt zweckmäßig dadurch, dass die nach unten weisenden Beschleunigerdüsen unter einem Winkel gegenüber der Vertikalen von der Ware weg in Richtung der benachbarten Seitenwand geneigt sind.
  • Um insbesondere bei relativ langen Mehrwagen-Kochkammern Unterschiede bei der Beladung der Waren und dadurch bedingte unterschiedliche Strömungswiderstände auszugleichen und eine Vergleichmäßigung der Temperatur in der gesamten Kammer sicherzustellen, sieht eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass der vertikalen Zirkulation in der Kochkammer eine im Wesentlichen parallel zu den Seitenwänden in Umfangsrichtung der Kochkammer verlaufende horizontale Zirkulation überlagert wird. Dies wird zweckmäßig dadurch erreicht, dass mindestens ein Teil der nach unten weisenden Beschleunigerdüsen in einem Bereich angeordnet ist, der an den Seitenwänden der Kochkammer entlang um diese herum verläuft, und dass die Beschleunigerdüsen jeweils in derselben Umfangsrichtung unter einem Winkel gegenüber der Vertikalen geneigt sind.
  • Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgt die Dampfzufuhr in Abhängigkeit von der Temperatur in der Kochkammer, wobei vorzugsweise auf eine Aufheizphase mit kontinuierlicher Sattdampfinjektion eine Warmhaltephase mit intermittierender Sattdampfinjektion folgt, so dass die Sattdampfzufuhr bei Erreichen eines vorgegebenen Temperatursollwerts in der Kochkammer verringert werden kann, ohne die Austrittsgeschwindigkeit des Sattdampfs herabzusetzen und damit die Umwälzung des Sattdampf/Luftgemischs zu beeinträchtigen. Zwischen der Aufheizphase und der Warmhaltephase ist zweckmäßig eine Übergangsphase vorgesehen, in der bei Annäherung an den Temperatursollwert auf aufeinanderfolgende Einzelinjektionen übergegangen und deren Dauer schrittweise verringert wird. Um bei einer intermittierenden Zufuhr von Sattdampf während der Warmhaltephase und gegebenenfalls während der Übergangsphase ein Abreißen der Zirkulation in der Kochkammer zu verhindern, wird der Sattdampf gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung jeweils nur mit kurzzeitigen Unterbrechungen von wenigen Sekunden in die Kochkammer injiziert.
  • Zur Steuerung der Sattdampfzufuhr wird vorzugsweise ein PID-Regler verwendet, bei dem der P-Anteil am Steuergerät derart vorgegeben werden kann, da es nur zu den genannten kurzzeitigen Unterbrechungen der Sattdampfzufuhr kommt, so dass sich die Zirkulation in der Kochkammer nie bis zu einem Abreißen der Strömung verlangsamt.
  • Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
  • 1 eine perspektivische Ansicht einer mit drei Kochwagen beschickten Mehrwagen-Kochkammer;
  • 2 einen Querschnitt durch die Kochkammer entlang der Linie 2-2 der 1;
  • 3 einen horizontalen Schnitt durch die Kochkammer entlang der Linie 3-3 der 2;
  • 4 einen Längsschnitt durch die Kochkammer entlang der Linie 4-4 der 3;
  • 5a eine Seitenansicht einer mit mehreren Beschleunigerdüsen verbundenen Dampfzufuhrleitung;
  • 5b einen Längsschnitt durch eine Beschleunigerdüse;
  • 6 ein Schaubild, welches den Temperaturverlauf in der Kochkammer und im Inneren der Ware während eines Kochvorgangs sowie die Art und Weise der Dampfzufuhr während einzelner Phasen des Kochvorgangs veranschaulicht.
  • Die in der Zeichnung dargestellte Kochkammer 2 ist Teil einer Vorrichtung oder Anordnung zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren oder dergleichen, welche neben der Kochkammer 2 im wesentlichen einen Sattdampferzeuger, eine Einrichtung zur Zufuhr von Sattdampf vom Sattdampferzeuger zur Kochkammer 2, eine Regelungseinrichtung für die Sattdampfzufuhr sowie eine mit zwei Bodensyphons 4 der Kochkammer 2 verbundene Einrichtung zur Entsorgung des beim Kochen in der Kochkammer 2 anfallenden Kondenswassers umfasst.
  • Die Kochkammer 2 besteht im Wesentlichen aus einem quaderförmigen wärmeisolierten Gehäuse 6 mit einer verschließbaren Türe 8, durch welche die Kochkammer 2 mit Kochwagen 10 beschickt werden kann, die mit der zu kochenden Ware (nicht dargestellt) beladen sind. Die inneren Abmessungen der Kochkammer 2 sind so an die äußeren Abmessungen der Kochwagen 10 angepasst, dass zwischen den Seitenwänden 12,14 der Kochkammer 2 und den seitlichen Begrenzungen der Kochwagen 10 sowie zwischen benachbarten Kochwagen 10 ein schmaler Zwischenraum 16 freibleibt. Das Gesamtvolumen der Kochkammer 2 beträgt bei einer Grundfläche von etwa 3,3 m2 und einer Höhe von etwa 2 m ungefähr 6,6 m3.
  • Zum Kochen der in die Kochkammer 2 eingebrachten Ware kann Sattdampf vom Sattdampferzeuger in die unter Atmosphärendruck gehaltene Kochkammer 2 zugeführt werden. Für die Dampfzufuhr weist die Kochkammer 2 zwei Reihen von jeweils vier Beschleunigerdüsen 20 auf, die nebeneinander und parallel zu den Längsseitenwänden 12 in einem Deckenraum 18 der Kochkammer 2 angeordnet und durch eine verzweigte, mit einem Absperrventil versehene gemeinsame Dampfzufuhrleitung 26 mit dem Sattdampferzeuger verbunden sind. Die Beschleunigerdüsen 20 weisen einen in Richtung ihrer Austrittsöffnung 28 verjüngten Innenquerschnitt auf, so dass aus der Dampfzufuhrleitung 26 in eine Be schleunigerdüse 20 eintretender Sattdampf in der Düse 20 beschleunigt wird. Bei einem eintrittsseitigen Überdruck von etwa 0,5 bar und einer Strömungsgeschwindigkeit in der Dampfzufuhrleitung 26 von etwa 12,5 m/s wird bei gegebenem Querschnittsverhältnis (5b) der aus der Beschleunigerdüse 20 austretende Sattdampf mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 m/s in die Kochkammer 2 injiziert, so dass sich in der Kochkammer 2 starke Turbulenzen bilden, die für eine intensive Verwirbelung und Vermischung mit der Luft in der Kochkammer 2 sorgen. In der Kochkammer 2 selbst werden Strömungsgeschwindigkeiten von etwa 1 m/s angestrebt, die sich bei den oben genannten Abmessungen der Kochkammer 2 durch eine Injektion von Sattdampf unter den zuvor genannten Bedingungen ohne weiteres erreichen lassen.
  • Die Beschleunigerdüsen 20 sind jeweils so angeordnet, dass sich ihre Austrittsöffnung 28 am oberen Ende des Zwischenraums 16 zwischen den Längsseitenwänden 12 der Kochkammer 2 und den Kochwagen 10 befindet, so dass der austretende Sattdampfstrahl nach unten in den Zwischenraum 16 hinein gerichtet ist. Dadurch wird erreicht, dass der Sattdampf Luft aus der Kammer in den Zwischenraum 16 mitreißt, wo eine intensive Verwirbelung erfolgt. Das im Zwischenraum 16 nach unten strömende Sattdampf/Luftgemisch gelangt über Freiräume zwischen der Ware und unter dem Boden der Kochwagen 10 zur Mitte der Kochkammer 2, wo es aufgrund des thermischen Auftriebs zwischen der Ware nach oben strömt. Dabei kühlt es sich an den kälteren Oberflächen der Ware ab, wobei ein Teil des Wasser dampfs kondensiert und sich an der Ware niederschlägt. Dabei wird die Kondensationswärme auf die Ware übertragen und erwärmt diese. Gleichzeitig verhindert das an der Oberfläche der Ware gebildete Kondenswasser ein Austrocknen der Ware.
  • Durch das Mitreißen von Luft bei der Injektion des Sattdampfs entsteht hinter der Austrittsöffnung 28 der Beschleunigerdüse 20 ein Unterdruck, der dafür sorgt, dass das zwischen der Ware hindurch in den Deckenraum 18 gelangte abgekühlte und mit weniger Feuchtigkeit beladene Sattdampf/Luftgemisch wieder in Richtung der Beschleunigerdüsen 20 angesaugt wird, so dass insgesamt eine durch Pfeile P1 in 1 und 2 dargestellte vertikale Zirkulation des Sattdampf/Luftgemischs in der Kochkammer 2 erzeugt wird.
  • Die Beschleunigerdüsen 20 weisen mit ihrer Austrittsöffnung 28 schräg nach unten, wobei sie sowohl auf die benachbarte Längsseitenwand 12 als auch auf eine der Stirnseitenwände 14 zu gerichtet sind. Mit anderen Worten schließen die Projektionen der Beschleunigerdüsen in eine zu den Längsseitenwänden 12 senkrechte Vertikalebene und in eine zu den Stirnseitenwänden 14 senkrechte Vertikalebene einen Winkel mit der Vertikalen ein, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel zweckmäßig zwischen 5° und 10° liegt und vorzugsweise 7° beträgt. Dabei sind jeweils die Beschleunigerdüsen 20 einer Düsenreihe zur gleichen Stirnseitenwand 14 hin geneigt, während die Beschleunigerdüsen 20 der anderen Düsenreihe zur gegenüber liegenden Stirnseitenwand 14 hin weisen. Während durch die Neigung der Beschleunigerdüsen 20 in Richtung der jeweils benachbarten Längsseitenwand 12 verhindert wird, dass der Sattdampfstrahl unmittelbar auf die zu kochende Ware auftrifft und diese überhitzt und schädigt, wird der Sattdampfstrahl durch die Neigung der Beschleunigerdüsen 20 der beiden Düsenreihen in jeweils entgegengesetzter Richtung in einer horizontalen Umfangsrichtung der Kochkammer 2 abgelenkt, so dass der vertikalen Zirkulation eine durch Pfeile P2 in 1 und 3 dargestellte horizontale Zirkulation in der Kochkammer 2 überlagert wird. Durch den schrägen Aufprall des Sattdampfstrahls auf die benachbarte Längsseitenwand 12 wird dieser außerdem zusätzlich verwirbelt.
  • Das von der Ware und den Kochwagen 10 abtropfende Kondenswasser fließt über den schwach geneigten Boden der Kochkammer 2 in die zwei Bodensyphons 4 (4) und kann nach einem Hindurchtritt in einem Sammelbehälter aufgefangen und vorschriftsgemäß entsorgt werden.
  • Die Regelung der Sattdampfzufuhr in die Kochkammer 2 erfolgt in Abhängigkeit von der Temperatur in der Kochkammer 2. Diese wird zweckmäßig mit einem nicht dargestellten Temperaturfühler im Deckenraum 18 gemessen. Das Ausgangssignal des Temperaturfühlers wird einem PID-Regler (nicht dargestellt) zugeführt, der das Absperrventil in der Sattdampfzufuhrleitung 26 in Abhängigkeit von der gemessenen Temperatur öffnet oder schließt. Das Ende des Kochvorgangs wird durch eine Temperaturmessung im Kern der Ware bestimmt, beispielsweise mit Hilfe eines als Stichfühler ausgebildeten Temperaturfühlers, der an einer ausgewählten Stelle in der Mitte des Wagens in die Ware eingestochen wird und eine gewisse Zeit nach Erreichen einer vorgegebenen Temperatur-Sollwerts im Kern von etwa 65° C über den Regler eine Abschaltung der Sattdampfzufuhr bewirkt. 6 zeigt den zeitabhängigen Verlauf der Kochkammertemperatur und der Kerntemperatur sowie den Öffnungs- und Schließzustand des Absperrventils bzw. der Sattdampfzufuhr.
  • Das Absperrventil bleibt während einer Aufheizphase zu Beginn des Kochvorgangs kontinuierlich geöffnet, bis sich die Luft in der Kochkammer durch fortlaufende Zufuhr von Sattdampf mit einer Temperatur von etwa 107° C (vor der Entspannung in den Beschleunigerdüsen) von einer Ausgangs- oder Umgebungstemperatur auf eine Temperatur von etwa 70° C erwärmt hat. Um eine Aufheizung der Kochkammer 2 auf eine Temperatur oberhalb des gewünschten Kammertemperatur-Sollwerts von etwa 80° C zu vermeiden, schließt sich an die etwa 40 Minuten dauernde Aufheizphase eine Übergangsphase von etwa 30 Minuten Länge an, in welcher der Sattdampf durch abwechselndes Öffnen und Schließen der Dampfzufuhr intermittierend zugeführt wird, wobei in dieser Phase die Zeitspannen, in denen eine Dampfzufuhr erfolgt, schrittweise bis zu einer Dauer von etwa 2 bis 3 Sekunden verkürzt werden. In der an die Übergangsphase anschließenden Warmhaltephase bis zum Ende des Kochvorgangs erfolgt das Öffnen und Schließen der Dampfzufuhr in einem annähernd periodischen Takt, wobei es jeweils für etwa 2 bis 3 Sekunden geöffnet und anschließend für etwa 5 bis 7 Sekunden geschlossen wird. Während der Warmhaltephase wird die Temperatur in der Kochkammer 2 durch die Regelung der Dampfzufuhr konstant gehalten, bis der Kochvorgang nach dem Erreichen der vorgegebenen Kerntemperatur in der Ware abgebrochen wird.
  • Durch die intermittierende Zufuhr des Sattdampfs während der Warmhaltephase wird sichergestellt, dass nur die zur Aufrechterhaltung der Kammertemperatur erforderliche Wärmemenge durch Injektion von Sattdampf in die Kochkammer zugeführt wird. Da bei geöffnetem Absperrventil stets eine gleichbleibende Sattdampfmenge pro Zeiteinheit in die Kochkammer 2 zugeführt wird, ändert sich außerdem die Austrittsgeschwindigkeit des Sattdampfs an der Beschleunigerdüse nicht, so dass die Verwirbelung des Sattdampfs mit der Kammerluft und die Umwälzung des Sattdampf/Luftgemischs während der Sattdampfinjektionstakte nicht beeinträchtigt wird.
  • Allerdings kommt es bei geschlossenem Absperrventil jeweils zu einem abklingen der Zirkulation in der Kochkammer 2, wobei sich die Strömungsgeschwindigkeit stark verlangsamt. Um ein Abreißen der Zirkulation zu verhindern, darf die Dampfzufuhr nicht länger als etwa 10 Sekunden unterbrochen werden, was durch eine entsprechende Einstellung des P-Anteils am Steuergerät des PID-Reglers erreicht werden kann.

Claims (21)

  1. Verfahren zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren bei dem die zu kochende Ware in eine Kochkammer (2) eingebracht und der Kochkammer (2) anschließend Sattdampf zugeführt wird, welcher sich mit der Luft in der Kochkammer (2) vermischt, und bei dem das Sattdampf/Luftgemisch umgewälzt und zur Kondensation von Wasserdampf an Oberflächen der Ware herangeführt wird, wobei der Sattdampf durch eine Mehrzahl von Düsen (20) in die Kochkammer (2) injiziert wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf mit einer Geschwindigkeit von mehr als 50 m/s aus den als Beschleunigerdüsen (20) ausgebildeten Düsen austritt und von der Ware weg in Richtung mindestens einer Seitenwand (12) und/oder in eine Umfangsrichtung der Kochkammer (2) gelenkt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf mit einer Geschwindigkeit zwischen 100 und 200 m/s aus den Beschleunigerdüsen (20) austritt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf von oben in die Kochkammer (2) injiziert wird.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Injektion des Sattdampfs so erfolgt, dass eine vertikale Zirkulation des Sattdampf/Luftgemischs in der Kochkammer (2) bewirkt wird.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf in der Nähe von mindestens zwei einander gegenüberliegenden Seitenwänden (12) in die Kochkammer (2) injiziert wird, so dass das Sattdampf/Luftgemisch in der Kochkammer (2) an den Seitenwänden (12) entlang nach unten und in der Mitte der Kochkammer (2) nach oben strömt.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Injektion des Sattdampfs so erfolgt, dass eine horizontale Zirkulation des Sattdampf/Luftgemischs in der Kochkammer (2) bewirkt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf unter einem Winkel zur Vertikalen schräg nach unten in die Kochkammer (2) injiziert wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf in Abhängigkeit von der Temperatur in der Kochkammer (2) injiziert wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf zum Aufheizen der Kochkammer (2) kontinuierlich in die Kochkammer (2) injiziert wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf bei Annäherung an einen vorgegebenen Temperatur-Sollwert oder nach Erreichen eines vorgegebenen Temperatur-Sollwerts in der Kochkammer (2) intermittierend in die Kochkammer (2) injiziert wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf mit kurzzeitigen Unterbrechungen von weniger als 10 Sekunden in die Kochkammer injiziert wird.
  12. Vorrichtung zum Kochen von Fleisch- und Wurstwaren mit mindestens einer verschließbaren Kochkammer (2) zur Aufnahme der zu kochenden Ware sowie einer Einrichtung zur Zufuhr von Sattdampf in die Kochkammer (2) und zur Umwälzung eines bei der Sattdampfzufuhr entstehenden Sattdampf/Luftgemischs in der Kochkammer (2), wobei die Sattdampfzufuhreinrichtung eine Mehrzahl von Düsen (20) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen als Beschleunigerdüsen (20) ausgebildet sind und von der Ware weg in Richtung einer Seitenwand (12) und/oder in eine Umfangsrichtung der Kochkammer (2) weisen.
  13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Beschleunigerdüsen (20) im oberen Teil der Kochkammer (2) angeordnet und im Wesentlichen nach unten gerichtet ist.
  14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Beschleunigerdüsen (20) in einer Reihe nebeneinander angeordnet ist.
  15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Beschleunigerdüsen (20) in der Nachbarschaft von gegenüberliegenden Seitenwänden (12) der Kochkammer (2) angeordnet ist.
  16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Beschleunigerdüsen (20) nach unten in einen Zwischen raum (16) zwischen einer Seitenwand (12) der Kochkammer (2) und mindestens einem in die Kochkammer (2) gefahrenen Kochwagen (10) gerichtet ist.
  17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Beschleunigerdüsen (20) unter einem Winkel zur Vertikalen schräg nach unten geneigt ist.
  18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Reihen von Beschleunigerdüsen (20) auf gegenüberliegenden Seiten der Kochkammer (2) angeordnet und in entgegengesetzte Richtungen geneigt sind.
  19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 18, gekennzeichnet durch mindestens eine Dampfzufuhrleitung, die mehrere Beschleunigerdüsen (20) gemeinsam mit einem Sattdampferzeuger verbindet.
  20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 19, gekennzeichnet durch mindestens einen in der Kochkammer (2) angeordneten Temperaturfühler und einen vom Temperaturfühler mit Temperaturmesswerten beaufschlagten Regler zur Steuerung der Sattdampfzufuhr zu den Beschleunigerdüsen (20).
  21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass der Regler ein PID-Regler ist.
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