DE19516294A1 - Multidirektionale Osteotomielehre für Knochenumstellungsoperationen beim Menschen - Google Patents
Multidirektionale Osteotomielehre für Knochenumstellungsoperationen beim MenschenInfo
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Description
Es ist bekannt intertrochantere, dreidimensionale
Oberschenkelumstellungsosteotomien mit Hilfe von verschiedenen
Metallwinkeln als Anhaltswinkel für die Durchtrennung des
Oberschenkelknochens und somit Herstellung eines Knochenkeils
zu verwenden. Die während der Operation verwendeten einzelnen
Metallwinkel entsprechender Gradzahl werden vom Operateur mit
einer Hand neben den Oberschenkelschaftknochen gehalten. Mit
der anderen Hand wird die Linie der notwendigen
Knochendurchtrennung durch Einbringen von Bohrdrähten oder
durch Einkerben mit einem Meißel in den Knochen vorgenommen.
Es ist nur ungenau möglich den notwendigen
Knochendurchtrennungswinkel mit dem freihändig, ohne Fixierung
an den Knochen, gehaltenen entsprechenden Metallwinkel, zu
kennzeichnen. Die Richtung eines Führungsdrahtes, der
gleichzeitig mit Hilfe einer Druckluft-Bohrmaschine mit der
Gegenhand in den Oberschenkel gebohrt wird, muß intraoperativ
durch mehrere Röntgendurchleuchtungsuntersuchungen überprüft
und häufig mehrmals korrigiert werden. Daraus resultiert eine
mehrmalige Röntgenstrahlenbelastung des Patienten und des Op-
Teams. Es kommt sehr auf die Erfahrung des Operateurs an, den
Metallwinkel freihändig richtig mit der Hand zur Oberschenkelachse
auszurichten und in richtiger Oberschenkelschafthöhe ohne
Wackelbewegungen den Metallwinkel zu halten und dann
anschließend den entsprechenden Winkel mit Hilfe des
Bohrdrahtes oder des Meißels auf den Knochen zu übertragen. Es
treten häufig Fehler zwischen übertragenem und notwendigem
Winkel auf. Bei dieser Methode gibt es keine Möglichkeit, das
Sägeblatt während der Durchtrennung des Oberschenkelknochens
in den notwendigen Ebenen über eine Schiene zu führen. Die
Knochendurchtrennung muß weitgehend freihändig erfolgen.
Bei der dreidimensionalen Osteotomie muß aus dem
Oberschenkel im Bereich des großen und kleinen Rollhügels ein
Knochenkeil entfernt werden, dessen Basis entweder seitlich
(lateral) und hinten (dorsal) oder mittig (medial) und vorne (anterior)
zum Oberschenkelknochen liegen. Eine Fläche des Keils ist genau
90° zur Oberschenkellängsachse, die andere Fläche des Keils in
allen 3 Dimensionen, je nach notwendigem Korrekturwinkel, schräg
zur Oberschenkelachse durchzuführen. Bisher müssen mindestens
zwei verschiedene gebräuchliche Metallwinkel, einer in der
Frontalebene, einer in der Sagittalebene nacheinander an den
Oberschenkelschaft gehalten und die Knochenkennzeichnung
durchgeführt werden, um mit der dreidimensionalen
Knochendurchtrennung des Oberschenkelschaftes beginnen zu
können. Dieses führt häufig zu Anwenderfehlern, vor allem auch
durch Summation mehrerer möglicher Einzelfehler. Während der
gesamten Oberschenkeldurchtrennung mit der Säge muß das
Sägeblatt in der erforderlichen dreidimensionalen Ebene bleiben,
da sonst der Keil nicht die gewünschte Form erhält. Bei einem
gebohrten Führungsdraht kann nur in zwei Dimensionen das
Sägeblatt geleitet werden, die dritte Dimension wird nicht durch
den Führungsdraht vorgegeben. Sind in dem Oberschenkel die
Winkel nur mit dem Meißel eingekerbt, so sind die Neigungswinkel
während des Sägevorgangs freihändig einzuhalten und nicht durch
eine Schienung vorgegeben. Es entstehen so häufig im Verlauf
des Sägens fehlerhafte Knochenkeile.
Fundstellen
Bauer, R., Kerschbauer, F., Poisel, S; Orthopädische Operations lehre; Thieme Verlag Stuttgart, New York; 1994, Bd. 2; S. 136 ff.
Bauer, R., Kerschbauer, F., Poisel, S; Orthopädische Operations lehre; Thieme Verlag Stuttgart, New York; 1994, Bd. 2; S. 136 ff.
Texhammer, R.; AO/ASIF instruments and implants - a technical
manual; Springer Verlag Berlin, Heidelberg, 1994; S. 153,168, 170-173.
Instrumenten und Implantat Katalog 1994 Firma Synthes Bochum.
Dreieck Zielplatten Nr. 333.06-333.08; Zielgerät für Varisations
osteotomien Nr. 333.16.
Der im Patentanspruch angegebenen Erfindung liegt das Problem
zugrunde, die präoperativ geplanten, notwendigen Knochen
durchtrennungsebenen (Osteotomieebenen) an langen
Röhrenknochen des Menschen während der Operation technisch
einfach, auch für den weniger geübten Operateur, weitgehend mit
der Planung übereinstimmend durchzuführen. Weiterhin liegt das
Problem zugrunde, in allen drei Dimensionen stufenlos die
errechneten Winkel in einem Instrumentarium einstellen zu können
und mit Hilfe des Instrumentariums, durch Führung bzw. Schienung
des Knochensägeblattes während der gesamten Knochen
durchtrennung, nicht von dieser Knochendurchtrennungsebene
abzuweichen. Diese Probleme werden durch die im Patent
anspruch aufgeführten Merkmale gelöst.
Die mit dieser Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere
darin, das Sägeblatt während des gesamten Sägevorganges in der
vorher errechneten notwendigen Knochendurchtrennungsebene
(Osteotomieebene) zu halten und die Röntgendurchleuchtungszeit
und somit die Strahlenbelastung des Patienten und des
Operations-Teams zu reduzieren.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, die notwendigen Winkel
mit nur einer Führungsschiene stufenlos mit Hilfe des
Kugelgelenkes in allen drei Dimensionen einstellen zu können und
so durch Führung des Sägeblattes durch eine mit dem Kugelgelenk
in Verbindung stehender Schiene während des gesamten
Sägevorgangs in der notwendigen Ebene zu bleiben.
Nachfolgend sind einige Ausführungsbeispiele der Erfindung
anhand von Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigen
Fig. 1 eine multidirektionale Osteotomielehre mit, durch die
seitliche Kugelgelenkhalterung mit Feststellschraube, verdecktem
Kugelgelenk und damit in Verbindung stehender Führungsschiene
in einer Stellung von ca. 25°, in Seitansicht,
Fig. 2 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 1 in ca. 0°-
Stellung der Führungsschiene und ca. 90°-Stellung zum
Metallkörper mit sichtbarem Kugelgelenk in Ansicht von oben,
Fig. 3 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 2 in 90°-
Stellung der Führungsschiene in Ansicht von unten,
Fig. 4 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 1 in Ansicht
von links,
Fig. 5 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 1 in Ansicht
von rechts,
Fig. 6 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 1 mit in ca.
20° eingestelltem Valgisierungswinkel der Führungsschiene und in
ca. 25° eingestelltem Flexionswinkel der Führungsschiene in
Bezug auf eine Oberschenkel-Horizontalebene rechts,
Fig. 7 eine multidirektionale Osteotomielehre mit einer
doppelläufigen, im Querschnitt dargestellten, Führungsschiene in
einer ca. 20° Flexionsstellung zur Längsachse eines linken
Oberschenkels,
Fig. 8 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 1 mit zwei
dünnen Bohrdrähten passager seitlich am Oberschenkelschaft
fixiert, mit einem auf ca. 25° eingestellten Varisierungswinkel der
Führungsschiene in Bezug auf eine Oberschenkel-
Horizontalebene,
Fig. 9 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 7 ohne im
Querschnitt dargestellter doppelläufiger Führungsschiene,
Fig. 10 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 7 in
Seitansicht und in eingestelltem 20° Valgisierungswinkel der
Führungsschiene,
Fig. 11 die multidirektionale Osteotomielehre der Fig. 8 mit ca.
25° eingestelltem Valgisierungswinkel zur Oberschenkelhorizontal
ebene und mit anliegender oszillierenden Knochensäge während
des Knochendurchtrennungsvorgangs in Seitansicht.
Die in den Fig. 1-6, 8 und 11 dargestellten multidirektionalen
Osteotomieebenen besitzen einen Körper (1) mit einer Basis (2),
die an den Knochen seitlich angelegt wird und einer Grifffläche (3)
um die multidirektionale Osteotomieebene halten zu können.
Seitlich befinden sich zwei Haltestreben (4) für das Kugelgelenk.
An der Gelenkkugel (5) ist über ein Verbindungsstück (6) die
Führungsschiene befestigt. Die Führungsschiene kann wahlweise,
wie in Fig. 1-6, 8 und 11 aus einer Ebene (7), oder wie in Fig. 7,
8 und 10 aus einer Doppelebene (8) bestehen. Die beiden
Doppelebenen sind wenige Millimeter, soweit voneinander entfernt,
daß sie das Sägeblatt der oszillierenden Säge aufnehmen können
und es in der Sägebewegung nicht behindern, wohl aber mit zwei
Flächen eine Führung gewährleisten. Beide Ebenen sind über
einen Verbindungssteg (9) miteinander fest verbunden. Um das
Kugelgelenk (5) öffnen und arretieren zu können, wird das
Kugelgelenklager beidseitig aus zwei Innen-Sechskantschrauben
(10) gebildet, die von außen mit Hilfe eines Schraubendrehers
angezogen oder gelöst werden können. Denkbar ist auch anstelle
der Innen-Sechskantschrauben zwei Schlitzschrauben (11), wie in
Fig. 10 abgebildet.
Die Führungsschiene (7) oder Doppelführungsschiene (8) wird vor
dem passageren Befestigen an dem Knochen mit Hilfe zweier
dünner Bohrdrähte (12), auf dem Instrumententisch eingestellt. Mit
Hilfe eines gebräuchlichen Metallwinkelmessers werden die
notwendigen, präoperativ errechneten Winkel auf die
Führungsschiene (7) oder wahlweise Doppelführungsschiene (8)
übertragen. Dazu wird die Gelenkkugel (5) über das Losdrehen der
Feststellschraube (10 bzw. 11) gelöst, der notwendige Winkel in
allen drei Ebenen eingestellt und durch Festdrehen der
Feststellschraube (10 bzw. 11) die Gelenkkugel und somit auch die
Stellung der Führungsschiene (7) oder wahlweise der
Doppelführungsschiene (8) durchgeführt. Das Instrumentarium
kann nachfolgend mit zwei dünnen Bohrdrähten (12) mit Hilfe des
Druckluftbohrers an den operativ freigelegten Knochen, wie in Fig. 11, passager fixiert werden. In Fig. 11 ist beispielsweise der
körpernahe Oberschenkelknochen mit dem Oberschenkelkopf (13),
dem Oberschenkelhals (14), dem großen Rollhügel (Trochanter
major, 15) und dem kleinen Rollhügel (Trochanter minor, 16) und
dem Oberschenkelschaft (17) dargestellt. Um die multidirektionale
Osteotomielehre am Knochen mit den dünnen Bohrdrähten
passager am Knochen befestigen zu können, sind durch die Grifffläche
(3) mehrere Löcher (20), wie in Fig. 2, 3 und 7 dargestellt,
gebohrt. Die Fig. 11 zeigt die multidirektionale Osteotomielehre,
die mit zwei dünnen Bohrdrähten (12) passager am seitlichen
Oberschenkelschaft (17) befestigt ist. Die multidirektionale
Osteotomielehre der Fig. 11 zeigt eine Führungsschiene (7), die in
ca. 25° Valgisierung zur Oberschenkel-Horizontalebene eingestellt
ist. Es ist der Vorgang der Knochendurchtrennung mit Hilfe der
oszillierenden Säge (19) dargestellt. Das mehrere Zentimeter breite
Sägeblatt (18) liegt flach der Führungsschiene (7) an, wodurch der
Winkel der Führungsschiene (7) auf das Sägeblatt (18) übertragen
wurde und so die Knochendurchtrennung in dem gewünschten
Winkel erfolgt. Nachdem die erste Knochendurchtrennung erfolgt
ist, wird die multidirektionale Osteotomielehre, bei noch im Kno
chen verbleibenden dünnen Bohrdrähten (12) abgezogen und der
Winkel der Führungsschiene auf dem Instrumententisch umgestellt.
Der Winkel der Führungsschiene (7) muß bei der zweiten Knochen
durchtrennung 0° zur Oberschenkel-Horizontalebene betragen.
Durch erneutes Anlegen des Metallwinkelmessers und nachfolgen
dem Festdrehen der Feststellschrauben (10 bzw. 11) wird der
eingestellte Winkel der Führungsschiene (7) fixiert. Die multi
direktionale Osteotomielehre wird nachfolgend so auf die verblie
benen Bohrdrähte aufgeschoben, daß bei parallel angelegtem
Sägeblatt (18) an die Führungsschiene (7) und nachfolgender
zweiter Durchtrennung des Oberschenkelschaftes (17) der gewün
schte Keil entsteht. Nun wird die multidirektionale Osteotomielehre
samt passager eingebrachter Bohrdrähte entfernt und die weiteren
Standardoperationsschritte bei Umstellungsosteotomien an langen
Röhrenknochen des Menschen können fortgeführt werden.
Claims (1)
- Multidirektionale Osteotomielehre zur Durchführung von Umstellungsosteotomien an langen Röhrenknochen des Menschen, insbesondere im Bereich des körpernahen Oberschenkelknochens, dadurch gekennzeichnet, daß die multidirektionale Osteotomielehre als Operationsinstrumentarium aus einer schwenkbaren Führungsschiene, die über ein feststellbares Kugelgelenk mit einem speziellen Metallkörper verbunden ist, besteht.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1995116294 DE19516294A1 (de) | 1995-05-04 | 1995-05-04 | Multidirektionale Osteotomielehre für Knochenumstellungsoperationen beim Menschen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DE1995116294 DE19516294A1 (de) | 1995-05-04 | 1995-05-04 | Multidirektionale Osteotomielehre für Knochenumstellungsoperationen beim Menschen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE19516294A1 true DE19516294A1 (de) | 1996-11-07 |
Family
ID=7761017
Family Applications (1)
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| DE1995116294 Withdrawn DE19516294A1 (de) | 1995-05-04 | 1995-05-04 | Multidirektionale Osteotomielehre für Knochenumstellungsoperationen beim Menschen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE19516294A1 (de) |
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- 1995-05-04 DE DE1995116294 patent/DE19516294A1/de not_active Withdrawn
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