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Verfahren und Einrichtungen für den schnellen Umschlag der Nutzlast
von Flugzeugen.
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Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und Einrichtungen für
das schnelle und rationelle Be- und Entladen von Frachtflugzeugen, Passagier-Frachtflugzeugen
und Passagierflugzeugen.
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Das Verladen sperriger Güter oder Container erfolgt bisher unter erheblichem
Zeit-, Kosten- und manuellem Kraftaufwand, mittels normaler Transport- und Hebegeräte.
Die Frachtstücke werden bisher von Transportwagen auf Hubstapler oder Hebebühnen
geladen und durch große Ladeluken an der Rumpfseite manuell in das Innere des Rumpfes
geschoben. Anschließend mußten die Kisten oder Container, ebenfalls manuell, in
Richtung der Längsachse des Rumpfes verschoben werden, um den Frachtraum auszunutzen
und die Last dem Ladeplan entsprechend zu verteilen. In umgekehrter Reihenfolge
mußte beim Entladen verfahren werden.
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Diese Verladeoperationen erfordern großen Aufwand an Zeit (unproduktive
Standzeit der Flugzeuge), Personal (Lohnkosten) und Ladegeräten, Diese Nachteile
treten bei zunehmender Größe der Flugzeuge und somit Bei zunehmender Nutzlastkapazität
immer deutlicher in Erscheinung. Ganz besonders störend macht sich die lange Verlade
zeit bei den modernen ßroßraum- Mittel- bzw Kurzstreckenflugzeugen bemerkbar, die
als kombinierte Passagier-Frachtmaschi nen ausgelegt sind.
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Im Interesse einer möglichst schnellen Passagierbeförderung und einer
möglichst großen Rentabilität, müssen die Standzeiten bei Zwischenlandungen so kurz
wie möglich gehalten werden, d.h., das
Umladen der Fracht sollte
möglichst nicht mehr Zeit beanspruchen, als das Ein- und Aussteigen der Passagiere.
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Durch besondere Anordnung der Ladeluken wurde bisher versucht, die
Verladeoperationen zu rationalisieren. Es ist zum Beispiel bekannt, das ganze Rumpfheck
um eine vertikale Achse seitlich wegzuschwenken, um so einen freien Zugang zum Frachtraum
zu erhalten, Bei anderen Maschinen läßt sich die Bugspitze nach der Seite oder nach
oben ausschwenken, ebenfalls um freien Zugang zum Rumpfinnern zu erhalten.
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Bei bekannten Flugzeugen für militärische Zwecke läßt sich der hintere
Teil der Rumpfunterseite als Lade- bzw. Auffahrrampe schräg nach unten klappen,
so daß die Nutzlast, insbesondere fahrbares Gerät, ein- und ausgefahren werden kann.
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Alle diese bekannten Konstruktionen lösen das Problem nicht oder nicht
befriedigend. Es wird auch hier zuviel Zeit und Personal benötigt.
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Das Verfahren und die Einrichtungen gemäß der Erfindung beseitigt
diese Mängel auf einfache Weise und ohne großen Aufwand an Gerät.
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Auf beigefügter Zeichnung ist als Beispiel eine Einrichtung für die
Durchführung dieses Verfahrens dargestellt und zwar für ein kombiniertes Passagier-Fracbtflugzeflg.
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Abbildung 1 zeigt: Einen Querschnitt durch den Rumpf mit ausgefahreiner
beladener Bodenwanne.
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Abbildung 2 zeigt: Einen Querschnitt durch den Rumpf wie in Abbildung
lg jedoch mit eingezogener, beladener Bodenwanne.
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Abbildung 3 zeigt: Eine Gesamtvorderansicht des Flugzeuges mit einer
unter den Rumpf geschobenen, beladenen, als Transportpalette gestalteten Bodenwanne.
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Abbildung4 zeigt: Eine Gesamteeitenansicht des Flugzeuges mit zwei
ausgefahrenen beladenen Frachtpaletten bzw, Bodenwannen.
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Die Nutzlast 1 (normale, rechteckige Container) wird unabhängig vom
Flugzeug, also im Frachtgebäude, auf fahrbare, niedrige Paletten 2 verladen. Diese
Paletten sind keine herkömmlichen Transportwagen, sondern sie sind austauschbare
Bodenwannen, also Bestandteile des Rumpfes. Nach der Landung der Maschine, also
während des Aus- und Einsteigens der Passagiere, werden die beladenen Bodenwannen
mittels der bordeigenen Hebeeinrichtungen 3 abgelassen (elektrische- oder hydraulische
Seil- oder Kettenwinde).
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Die ausgefahrenen Paletten werden nach der Heckseite weggefahren.
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Anschließend wird das neue Ladegut, das schon vor der Landung auf
die Paletten verladen wurde, von der Heckseite unter den Rumpf geschonen, Nach Einhängen
der Hebeseile- oder Ketten 4 wird die Fracht schnell und ohne großen Personalaufwand
in den Rumpf eingezogen. Diese Verlade-Operationen benötigen eher weniger Zeit als
der Passagierwechsel.
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Bei diesem Verfahren ist es notwendig, daß die Frachthöfe der angeflogenen
Flughäfen einige Transportpaletten, d.h. Bodenwannen dieser Flugzeugtype, vorrätig
haben, die beim Umladen der Fracht ausgetauscht werden.
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Für die Anwendung dieses Verfahrens wird der Rumpf wie in Abbildung
1 und 2 dargestellt zweckmäßig unten tunnelförmig abgeflacht, Dadurch wird die Ladefläche
und somit das Frachtvolumen vergrößert, Auch wird der notwendige Platz für die Befestigung
bzw. Verriegelung der Bodenwannen gewonnen.
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Die sich durch die Anordnung möglichst großer Ladeluken an der Rumpfunterseite
ergebende Verminderung der statischen Festigkeit des Rumpfes kann dadurch ausgeglichen
werden, daß in den Rumpf tragende Zusatzwände 5 eingezogen werden. Die in Leichtbauweise,
ähnlich wie der Rumpf, gefertigten tasttragenden Bodenwannen werden im eingezogenen
Zustand kraftschlüssig am Rumpf befestigt und verriegelt. In diesem Zustand, also
bei Flugbereitschaft, ist die Festigkeit des Rumpfes durch das kraftschlüssige Verschließen
der Ladeluken wieder voll erreicht.
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Die als Frachtpaletten dienenden Bodenwannen sind mit ausfahrbaren
Rädern ausgestattet, so daß für die Bewegung zwischen Frachthof
und
Flugzeug lediglich Zugmaschinen notwendig sind. Die Hebevorrichtung für das Einziehen
und Ausfahren ist zweckmäßig im Rumpf eingebaut, so daß die Verladung praktisch
unabhängig von Bodengeräten vorgenommen werden kann. Hierfür können hydraulisch-oder
elektrischf betätigte Ketten- oder Seilwinden verwendet werden. Es ist auch möglich,
hydraulisch oder pneumatisch betätigte Hubzylinder anzuwenden. Die Hubeinrichtung
und die Verriegelungseinrichtungen für die Bodenwannen sind durch die Laufstege
6 zulänglich.
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In Abbildung ß sind 2 große Bodenwannen zu erkennen und zwar je eine
vor und hinter dem Flügelanschluß. Diese großen Frachtwannen können natürlich auch
beliebig in kleinere Stücke unterteilt werden, so daß bei Zwischenlandungen auch
kleinere Teile der Gesamtnutzlast umg&laden werden können.
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Für die Sicherung der Container gegen Verschieben werden an der Decke
und an den Seiten des Frachtraumes zweckmäßig elastische aufblasbare Polster angeordnet.
Bei einem Passagier-Frachtflugzeug, wie es die Abbildungen 1-4 zeigen, wird zweckmäßig
das Unterdeck für die Aufnahme der Fracht verwendet, Bei reinen Frachtflugzeugen
können zwei Frachtpaletten übereinander angeordnet werden. Die erste Palette wird
etwa bis zur Mitte des Rumpfguerschnittes eingezogen und ähnlich wie die Bodenwanne
verriegelt, so daß in der Rumpfmitte ein Zwischenboden entsteht.
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Die Abbildungen 1-4 zeigen lediglich ein Beispiel der Einrichtungen
des Schnelladeverfahrens gemäß Erfindung. Diese Einrichtungen können den Verhältnisen
der verschiedenen Flugzeugtypen und den gestellten Forderungen angepaßt werden.
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Die fahrbaren Lafetten können für geeignete Zwecke auch mit Aufbauten
für die Aufnahme von Passagieren ausgestattet sein. Bei dieser Ausführung würde
also das Passagier-Frachtflugzeug auf einfache Weise in ein Pßssagierflugzeug umgewandelt.
Bei der Anwendung--dieses Verfahrens für Passagiere besteigen die Fluggäste die
fahrbaren, austauschbaren Kabinen schon im Flughof. Das Passagier-Gepäck wird ebenfalls
in den Austauschkabinen untergebracht.
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Die besetzten Kabinen werden zum gelandeten Flugzeug gefahren und
anstelle
der soeben ausgefahrenen Kabinen in den Rumpf eingezogen, Die Anwendung des Verfahrens
gemäß Erfindung bringt folgende- Vorteile: 1. Die Standzeit der Maschine wird auf
wenige Minuten reduziert.
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2w Die Passagiere können schon im Flughof ihre Plätze einnehmen, sie
sind somit auf dem Weg vom Flughof zum Flugzeug vor jedem Witterungseinfluß geschützt.
Die Passagiere müssen keine Zubringerfahrzeuge benützen oder gar zu Fuß zum Flugzeug
gehen.
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3. Die Passagiere erscheinen auf dem Flugfeld nicht mehr als Fußgänger,
Behinderungen des Flug- bzw. Rollverkehrs wird somit beseitigt.
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4. Der Passagierumschlag kann bei den kommenden Großflugzeugen schneller
und geordneter bewältigt werden trotz der zunehmenden Größe der Flugfelder und der
immer größer werdenden Entfernungen der Standplätze vom Flughof.
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5. Kostspielige Anlagen, wie sie zur Zeit auf Flughöfen angelegt werden
um die Passagiere über unterirdische Gänge zu sogenannten Passagierpavillon zu bringen,
erübrigen sich.